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    Milaneo!

    Am 5. Okt 2011, 16:40 Uhr von martin

    Alright! Das Quartier am Mailänder Platz soll “Milaneo” heißen. Wurde gerade von der Stadt gespreadet. An was erinnert mich das? An Galileo? An Goleo? Ja! Genau, an das WM-Maskottchen 2006. Remember?  Gut, gibt bisschen schlimmere Namen, geht mir nur momentan schwer über die Zunge. Stell mir gerade vor, was jugendkulturelle Vereinigungen in ein paar Jahren sagen werden: “Geh mer Mila Alta?” “Neo FTW!?” “Bin Mille, kommste Bib bomben? LOL!”

    Vor ein paar Monaten wurde mit Hilfe der Bürger ein Name für das Quartier gesucht, “1.054 Bürger nutzten dabei die eigens eingerichtete Homepage www.quartier-mailaender-platz.de, die übrigen Vorschläge wurden per Postkarte im Rathaus eingereicht”, heißt es in der Meldung. Und weiter: “Aufgrund der Lage am Mailänder Platz ging etwa ein Viertel der Einsendungen in Richtung Milano.” Yeah!

    “Als gemeinsamer Name für alle Nutzungen im Quartier (Wohnen, Hotel, Büros, Shopping, Gastronomie und Freiflächen) entschied sich die Jury schließlich für MILANEO – ein Name, der nicht nur lokal, sondern auch regional, überregional und international einen guten Klang hat.”

    Und noch eine Wortanalyse von Schusti: „Mit MILANEO, dem neuen Namen für das Quartier am Mailänder Platz, haben die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger eine gelungene Wortschöpfung gewählt. So vermittelt dieser Name etwas vom südländischen Flair der italienischen Metropole Milano. Mit dem italienischen Anhang ‚neo’ kommt zudem prägnant zum Ausdruck, dass es sich bei dem Stadtquartier MILANEO um ein neues, modernes Viertel handelt. Mit dem neuen Stadtquartier MILANEO erhält das Europaviertel ein Mehr an Lebensqualität.“

    Nach dem Sprung noch mehr schöne neue Welt und Goldmedaillen

    www.quartier-mailaender-platz.de

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    Alright! Das Quartier am Mailänder Platz soll "Milaneo" heißen. Wurde gerade von der Stadt gespreadet. An was erinnert mich das? An Galileo? An Goleo? Ja! Genau, an das WM-Maskottchen 2006. Remember?  Gut, gibt bisschen schlimmere Namen, geht mir nur momentan schwer über die Zunge. Stell mir gerade vor, was jugendkulturelle Vereinigungen in ein paar Jahren sagen werden: "Geh mer Mila Alta?" "Neo FTW!?" "Bin Mille, kommste Bib bomben? LOL!" Vor ein paar Monaten wurde mit Hilfe der Bürger ein Name für das Quartier gesucht, "1.054 Bürger nutzten dabei die eigens eingerichtete Homepage www.quartier-mailaender-platz.de, die übrigen Vorschläge wurden per Postkarte im Rathaus eingereicht", heißt es in der Meldung. Und weiter: "Aufgrund der Lage am Mailänder Platz ging etwa ein Viertel der Einsendungen in Richtung Milano." Yeah! "Als gemeinsamer Name für alle Nutzungen im Quartier (Wohnen, Hotel, Büros, Shopping, Gastronomie und Freiflächen) entschied sich die Jury schließlich für MILANEO – ein Name, der nicht nur lokal, sondern auch regional, überregional und international einen guten Klang hat." Und noch eine Wortanalyse von Schusti: „Mit MILANEO, dem neuen Namen für das Quartier am Mailänder Platz, haben die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger eine gelungene Wortschöpfung gewählt. So vermittelt dieser Name etwas vom südländischen Flair der italienischen Metropole Milano. Mit dem italienischen Anhang ‚neo’ kommt zudem prägnant zum Ausdruck, dass es sich bei dem Stadtquartier MILANEO um ein neues, modernes Viertel handelt. Mit dem neuen Stadtquartier MILANEO erhält das Europaviertel ein Mehr an Lebensqualität.“ Nach dem Sprung noch mehr schöne neue Welt und Goldmedaillen www.quartier-mailaender-platz.de Namensfindung mit Bürgerbeteiligung: Quartier am Mailänder Platz in Stuttgart heißt jetzt MILANEO DGNB-Pilotprojekt für Quartiers-Zertifizierungen Centereröffnung Herbst 2014 ++ rd. 550 Mio. € Investitionsvolumen München/Stuttgart/Köln/Hamburg, 5. Oktober 2011 – Es ist die herausragende Quartiersentwicklung im neuen Stuttgarter Europaviertel. Seit heute steht auch der Name fest: MILANEO wird das neue Stadtquartier heißen, das ab Herbst 2014 innerstädtisches Wohnen, Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Büros in einzigartiger Weise miteinander verbinden wird. Das haben Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster und die Projektpartner ECE, STRABAG Real Estate und Bayerische Hausbau am Mittwoch (5.10.2011) auf der Immobilienmesse Expo Real in München bekannt gegeben. Außerdem ist das Stadtquartier MILANEO für seine hohen ökologischen Standards am Mittwoch von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) als Pilotprojekt für Quartiers-Zertifizierungen mit einem Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet worden. Der Name MILANEO wurde im Rahmen eines öffentlichen Verfahrens mit Bürgerbeteiligung entwickelt. Nach einem Aufruf in der Tagespresse und begleitet von einer Modellausstellung im Rathaus beteiligten sich bis Mitte Mai insgesamt mehr als 1.200 Stuttgarterinnen und Stuttgarter an der Namensfindung – 1.054 Bürger nutzten dabei die eigens eingerichtete Homepage www.quartier-mailaender-platz.de, die übrigen Vorschläge wurden per Postkarte im Rathaus eingereicht. Aufgrund der Lage am Mailänder Platz ging etwa ein Viertel der Einsendungen in Richtung „Milano“. Nach einer Vorauswahl prüfte eine Jury, der u. a. Oberbürgermeister Dr. Schuster und Prof. Dr. Klaus Brockhoff, ehemaliger Rektor der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU), angehörten, welche Quartiersnamen mit Blick auf mögliche Markenschutzrechte noch verfügbar waren. Als gemeinsamer Name für alle Nutzungen im Quartier (Wohnen, Hotel, Büros, Shopping, Gastronomie und Freiflächen) entschied sich die Jury schließlich für MILANEO – ein Name, der nicht nur lokal, sondern auch regional, überregional und international einen guten Klang hat. Dr. Wolfgang Schuster, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart: „Mit MILANEO, dem neuen Namen für das Quartier am Mailänder Platz, haben die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger eine gelungene Wortschöpfung gewählt. So vermittelt dieser Name etwas vom südländischen Flair der italienischen Metropole Milano. Mit dem italienischen Anhang ‚neo’ kommt zudem prägnant zum Ausdruck, dass es sich bei dem Stadtquartier MILANEO um ein neues, modernes Viertel handelt. Mit dem neuen Stadtquartier MILANEO erhält das Europaviertel ein Mehr an Lebensqualität.“ ECE-Chef Alexander Otto: „MILANEO wird neue Maßstäbe setzen im Stuttgarter Europaviertel. Eine solche Verbindung von Wohnen, Einkaufen, Gastronomie und Hotellerie zusammen mit der angrenzenden Bibliothek, den urbanen Freiflächen und verbunden mit sehr hohen ökologischen Standards ist in dieser Form bisher in Deutschland noch nicht realisiert worden.“ Thomas Hohwieler, Geschäftsführer der STRABAG Real Estate GmbH: „Wir sind stolz darauf, dass es uns gelingt, an diesem herausragenden innerstädtischen Standort ein in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz so vorbildliches Projekt zu realisieren. Der Einsatz regenerativer Energien und die ressourcenschonende Verwendung von Materialien waren allen Projektpartnern von Anfang an immens wichtig.“ Dr. Jürgen Büllesbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Hausbau: „Mit MILANEO holen wir im übertragenen Sinne ein Stück Mailand nach Stuttgart. Mediterranes Flair, belebte Gassen, Cafés zum Entspannen und insbesondere die bunte Mischung aus Einzelhandel, Büros, Hotel und Wohnungen machen das neue Quartier im Herzen Stuttgarts aus. Unser Ziel ist es, ein lebendiges Quartier zu schaffen, das gerade keine reine Wohn- oder Bürostadt darstellt. MILANEO bietet ein ganz neues Stück Lebensqualität für Stuttgart.“ DGNB-Vorzertifikat in Gold für MILANEO Nachdem bereits zuvor das Shopping-Center ein DGNB-Vorzertifikat in Gold erhalten hatte, ist nun das gesamte MILANEO als Pilotprojekt für Quartiers-Zertifizierungen von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit einem Gold-Vorzertifikat ausgezeichnet worden. Kriterien bei der Beurteilung waren unter anderem die Ökobilanz, der Gewässer- und Bodenschutz, die Energieeffizienz, der Einsatz erneuerbarer Energie, eine ressourcenschonende Infrastruktur sowie die Barrierefreiheit. MILANEO – neues urbanes Quartier im Europaviertel Das Stadtquartier MILANEO entsteht auf den Baufeldern 6, 8 und 9 des Europaviertels, eine brachliegende Fläche des alten Güterbahnhofs. Das Projekt umfasst ca. 420 Wohnungen, ein Hotel mit ca. 160 Zimmern und insgesamt ca. 43.000 qm Verkaufsfläche zuzüglich Gastronomie und Dienstleistungsflächen auf drei Etagen. Zusätzlich ergänzt wird die Nutzungsmischung aus Handel, Hotel und Wohnungen durch ca. 7.200 qm Geschossfläche für Büros. In einer Tiefgarage sind 1.680 Pkw-Stellplätze für die Nutzer des Quartiers vorgesehen. Das Investitionsvolumen für das Großprojekt beträgt ca. 550 Millionen Euro. Baubeginn soll nach derzeitigem Planungsstand im Frühjahr 2012 sein. Die Eröffnung des Shopping-Centers ist für Herbst 2014 geplant. Die Gesamtfertigstellung soll im Frühjahr 2015 erfolgen. Nach der Eröffnung werden rund 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Gebaut wird das Quartier nach einem Entwurf von RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur + Städtebau. Geplant sind drei individuelle Baukörper mit mediterranem Flair. Das Einkaufszentrum umfasst drei Handelsebenen. Die Verkaufsfläche im Untergeschoss erstreckt sich durchgehend über alle drei Baufelder. Im Erdgeschoss sind die Handelsbereiche über die Platzebene und im ersten Obergeschoss durch vier transparente Brücken miteinander verbunden. In den Etagen oberhalb des Shopping-Centers befinden sich rund 420 Wohnungen in insgesamt 17 Einzelhäusern, die sich um drei begrünte Innenhöfe gruppieren. Das Hotel befindet sich an der Heilbronner Straße. Das Bürogebäude entsteht an der Heilbronner Straße bzw. parallel zur Wolframstraße. In einem Gestaltungswettbewerb um den zentralen Mailänder Platz hat sich der Entwurf des Planungsbüros Atelier Dreiseitl mit einer Kombination aus Grünflächen, hochwertigen Aufenthaltsbereichen sowie einer Wasserfläche durchgesetzt. Zentraler Punkt des Europaviertels ist die neue Bibliothek, die in diesem Herbst eröffnet wird. Die ECE – ein starker Partner Die ECE entwickelt, plant, reali­siert, vermietet und managt seit 1965 große Ein­kaufszentren und ist mit 137 Shopping-Centern im Management und Aktivitäten in 16 Ländern europäische Marktfüh­rerin auf diesem Gebiet. In al­len ECE-Centern zusammen erwirt­schaften ca. 15.000 Einzelhandelsmieter auf einer Verkaufsfläche von insge­samt 4,4 Millionen qm einen Jahresumsatz von 16 Milliarden Euro. Zu diesen Centern zählen u. a. die Potsdamer Platz Arkaden in Berlin, die Promenaden im Hauptbahnhof Leipzig, das Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg, die Thier-Galerie in Dortmund und die Rhein-Galerie in Ludwigshafen. 19 weitere Shopping-Center sind europaweit in Bau oder Planung, darunter u. a. das Forum Mittelrhein in Koblenz, das Skyline Plaza in Frankfurt am Main, die BahnhofCity Wien West (Österreich) und der Marmara Park in Istanbul (Türkei). In ihren Sparten Office, Traffic und Industries realisiert die ECE auch andere Gewerbeobjekte, so etwa die Philips-Deutschland-Zentrale in Hamburg, das ThyssenKrupp Quartier in Essen und das Steigenberger-Hotel am neuen Hauptstadt-Flughafen Berlin Brandenburg.

     
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  • 14

    Über konservativ Gehobene, Hedonisten und andere Typen

    Am 29. Sep 2011, 12:10 Uhr von martin

    (Blick aus dem Schloss Außenreporter) 

    Geh ich mal von meinen Freundeskreis aus und was man so außenrum hört, sucht jeder die gleiche Wohnung. Drei bis vier Zimmer, 90 bis 100 Quadratmeter, Mitte, Süd, West, sanierter Altbau, 25 Meter hohe Decken mit voll schön Stuck, auf gar keinen Fall die Dusche im Bad in der Küche, Zentralheizung, auf jeden Fall Parkett und natürlich (!) ein Balkon (!). Für 800 Euro kalt. So. Denk ich mir öfters: Leute, wo lebt ihr? Die Wohnungen gibt´s natürlich, aber sind, ich sag mal, strenger limitiert als das eine oder andere Nike-Modell am Samstag bei Kicks N Coffee. Über das Thema Wohnungssuche hat sich auch erst kürzlich die Jana ausgelassen.  Haste eigentlich eine mittlerweile?

    Nicht nur die Jana sucht – und hat wie geschrieben, im Laufe der Suche ihre Ansprüche heruntergeschraubt – sondern immer mehr Leute zieht es in die Stadt. Gestern verschickte das Rathaus eine städtische Analyse über die Lebensstile und Wohnwünsche der Stuttgarter: “Was reizt die Menschen am innerstädtischen Leben, was sind ihre individuellen Wertvorstellungen und wie wollen die Stuttgarter wohnen? Dies sind zentrale Punkte der städtischen Umfrage „Lebensstile in Stuttgart“, die Teil der strategischen Stadtentwicklung ist.” Auch die StZ berichtet heute darüber. 

    An der Umfrage haben sich circa 7000 Leute beteiligt, mit dem Grundtenor, dass eben die meisten in der Innenstadt wohnen wollen. Aber Stadt ist nicht gleich Stadt, jeder hat da andere Vorstellungen oder eben “Lebensstile und Wohnwünsche”. Deswegen wurde die Bevölkerung in neun so genannte Lebensführungstypen zugeordnet, wie in der Pressemitteilung steht, deren Definitionen das absolute Highlight dieser Analyse ist.

    Konservativ Gehobene

    Tradition des Besitzbürgertums, Konservatismus, Distinktion durch „Rang“, Exklusivität im Lebensstandard, klassische Hochkultur, Leistungs- und Führungsbereitschaft, Religiosität.

    Liberal Gehobene

    Tradition des Bildungsbürgertums, Liberalität, berufliche Selbstverwirklichung, Hochkulturkonsum mit „alternativem“ Einschlag, Sinn für Authentizität, Kennerschaft im Konsum.

    Reflexive

    Kulturelle, akademisch geprägte Avantgarde, Reflexivität, Kreativität und Experimentierfreude, Suche nach eigenverantwortlicher Persönlichkeitsentfaltung, globales Lebensgefühl.

    Hedonisten

    Jugendkultureller Stilprotest durch Mode und Musik, Innovationsfreude, gegenwartsbezogene Genuss- und Konsumorientierung, modern und offen, gute Schulbildung.

    Aufstiegsorientierte

    Zentriertheit um solide Berufskarriere, Familie und Partizipation am Mainstream der modernen Freizeitkultur, „Durchschnittlichkeit“ und interne Heterogenität des Typus durch Mittelposition.

    Konventionalisten

    Tradition des Kleinbürgertums, Pflicht- und Akzeptanzwerte, Sicherheitsorientierung, Hochkulturkonsum mit volkstümlichem Einschlag, konservativ-religiöse Moral, häusliche Idylle.

    Traditionelle Arbeiter

    Tradition der Facharbeit, Bescheidenheit, Orientierung am Praktischen, Bedeutung sozialer Sicherheit, gewerkschaftliche Nähe, deutsches Liedgut, Vereinsleben. (Deutsches Liedgut? Jan Delay?)

    Heimzentrierte

    Familienzentriertheit und Häuslichkeit durch Kinder und geringe Ressourcenverfügbarkeit, traditionelle Volksfestszene und moderne Massenkultur wie Popmusik und Fernsehen. (Die traditionelle Volksfestszene also.) 

    Unterhaltungssuchende

    Erlebniskonsum, materialistische Statussymbolik und außerhäusliche Unterhaltungsorientierung vor dem Hintergrund einer Deklassierungsbedrohung, Depolitisiertheit. (Ganz klar der Thorsten.) 

    So. Und was seid ihr?

    Die ganze Presseinfo mit ganz vielen Zahlen auf der nächsten Seite

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    (Blick aus dem Schloss Außenreporter)  Geh ich mal von meinen Freundeskreis aus und was man so außenrum hört, sucht jeder die gleiche Wohnung. Drei bis vier Zimmer, 90 bis 100 Quadratmeter, Mitte, Süd, West, sanierter Altbau, 25 Meter hohe Decken mit voll schön Stuck, auf gar keinen Fall die Dusche im Bad in der Küche, Zentralheizung, auf jeden Fall Parkett und natürlich (!) ein Balkon (!). Für 800 Euro kalt. So. Denk ich mir öfters: Leute, wo lebt ihr? Die Wohnungen gibt´s natürlich, aber sind, ich sag mal, strenger limitiert als das eine oder andere Nike-Modell am Samstag bei Kicks N Coffee. Über das Thema Wohnungssuche hat sich auch erst kürzlich die Jana ausgelassen.  Haste eigentlich eine mittlerweile? Nicht nur die Jana sucht - und hat wie geschrieben, im Laufe der Suche ihre Ansprüche heruntergeschraubt - sondern immer mehr Leute zieht es in die Stadt. Gestern verschickte das Rathaus eine städtische Analyse über die Lebensstile und Wohnwünsche der Stuttgarter: "Was reizt die Menschen am innerstädtischen Leben, was sind ihre individuellen Wertvorstellungen und wie wollen die Stuttgarter wohnen? Dies sind zentrale Punkte der städtischen Umfrage „Lebensstile in Stuttgart“, die Teil der strategischen Stadtentwicklung ist." Auch die StZ berichtet heute darüber.  An der Umfrage haben sich circa 7000 Leute beteiligt, mit dem Grundtenor, dass eben die meisten in der Innenstadt wohnen wollen. Aber Stadt ist nicht gleich Stadt, jeder hat da andere Vorstellungen oder eben "Lebensstile und Wohnwünsche". Deswegen wurde die Bevölkerung in neun so genannte Lebensführungstypen zugeordnet, wie in der Pressemitteilung steht, deren Definitionen das absolute Highlight dieser Analyse ist. Konservativ Gehobene Tradition des Besitzbürgertums, Konservatismus, Distinktion durch „Rang“, Exklusivität im Lebensstandard, klassische Hochkultur, Leistungs- und Führungsbereitschaft, Religiosität. Liberal Gehobene Tradition des Bildungsbürgertums, Liberalität, berufliche Selbstverwirklichung, Hochkulturkonsum mit „alternativem“ Einschlag, Sinn für Authentizität, Kennerschaft im Konsum. Reflexive Kulturelle, akademisch geprägte Avantgarde, Reflexivität, Kreativität und Experimentierfreude, Suche nach eigenverantwortlicher Persönlichkeitsentfaltung, globales Lebensgefühl. Hedonisten Jugendkultureller Stilprotest durch Mode und Musik, Innovationsfreude, gegenwartsbezogene Genuss- und Konsumorientierung, modern und offen, gute Schulbildung. Aufstiegsorientierte Zentriertheit um solide Berufskarriere, Familie und Partizipation am Mainstream der modernen Freizeitkultur, „Durchschnittlichkeit“ und interne Heterogenität des Typus durch Mittelposition. Konventionalisten Tradition des Kleinbürgertums, Pflicht- und Akzeptanzwerte, Sicherheitsorientierung, Hochkulturkonsum mit volkstümlichem Einschlag, konservativ-religiöse Moral, häusliche Idylle. Traditionelle Arbeiter Tradition der Facharbeit, Bescheidenheit, Orientierung am Praktischen, Bedeutung sozialer Sicherheit, gewerkschaftliche Nähe, deutsches Liedgut, Vereinsleben. (Deutsches Liedgut? Jan Delay?) Heimzentrierte Familienzentriertheit und Häuslichkeit durch Kinder und geringe Ressourcenverfügbarkeit, traditionelle Volksfestszene und moderne Massenkultur wie Popmusik und Fernsehen. (Die traditionelle Volksfestszene also.)  Unterhaltungssuchende Erlebniskonsum, materialistische Statussymbolik und außerhäusliche Unterhaltungsorientierung vor dem Hintergrund einer Deklassierungsbedrohung, Depolitisiertheit. (Ganz klar der Thorsten.)  So. Und was seid ihr? Die ganze Presseinfo mit ganz vielen Zahlen auf der nächsten Seite Städtische Analyse zeigt Lebensstile und Wohnwünsche der Stuttgarter Zentrum als Wohnort immer gefragter Immer mehr Menschen entscheiden sich, in Städten zu leben. So wuchs Stuttgarts Bevölkerung im vergangenen Jahrzehnt um drei Prozent. Was reizt die Menschen am innerstädtischen Leben, was sind ihre individuellen Wertvorstellungen und wie wollen die Stuttgarter wohnen? Dies sind zentrale Punkte der städtischen Umfrage „Lebensstile in Stuttgart“, die Teil der strategischen Stadtentwicklung ist. Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, fasst zusammen: „Fast alle Befragten wollen in der Innenstadt wohnen oder an einem Ort, der gut erreichbar ist. Konfektionierter und damit kostengünstiger Wohnungsbau oder Standardwohnen bleibt wichtig. Qualität und Individualität werden immer gefragter. Daher werden wir Siedlungen und Viertel stärker entsprechend der Nachfrage planen.“ Dafür böten sich zahlreiche Flächen mit Wohnbaukapazitäten in hochwertigen Lagen an Parkrändern an. Hahn nannte als Beispiele das künftige Rosensteinviertel, den NeckarPark und die Klinikareale. Weitere begehrte Lagen in Stuttgart sind die CityPrag/Maybachstraße oder die Bahnhofsumfelder in Feuerbach und Bad Cannstatt. Weiterer Schluss der Studie: Für neue Stadtquartiere sind Pioniere zu gewinnen, die die Viertel erschließen. „Mit kreativen und innovativen Ansiedlungsstrategien wollen wir Individualität, Dichte und Barrierefreiheit planerisch verbinden, um bei den großstädtischen Milieus anzukommen“, so Hahn weiter. Bei diesen Planungen wird die Stadt die Bürger weiter intensiv beteiligen. Thomas Schwarz, Leiter des Statistischen Amts: „Die beliebtesten Wohngebiete in Stuttgart sind mit einer Zustimmung von 28 Prozent die Halbhöhenlagen und die Innenstadt mit 20 Prozent. Die Sehnsucht nach einem Wohnort in der Stadt ist eindeutig, doch die damit verbundene urbane Renaissance kein Selbstläufer.“ Das Statistische Amt hat nach den Ergebnissen der repräsentativen Umfrage die Stuttgarter Bevölkerung in neun Lebensführungstypen zugeordnet: Konservativ Gehobene, Liberal Gehobene, Reflexive, Hedonisten, Aufstiegsorientierte, Konventionalisten, Traditionelle Arbeiter, Heimzentrierte und Unterhaltungssuchende. Thomas Schwarz: „7000 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt. Der hohe Rücklauf von 50 Prozent zeigt, dass wir mit diesem Ansatz richtig gelegen haben.“ Lebensführungstypen in Stuttgart Die Aufstiegsorientierten repräsentieren die Mitte der Gesellschaft, mit 26 Prozent bilden sie die größte Gruppe in Stuttgart. Amtsleiter Schwarz erläutert: „Zu den gesellschaftlichen Leitmilieus zählen wir die Konservativ Gehobenen, die Liberal Gehobenen und die Reflexiven. Sie machen zusammen 28 Prozent der Bevölkerung aus.“ Eine weitere Mittelschichtgruppe mit 7 Prozent sind die Konventionalisten. Die untere Mittelschicht/Unterschicht setzt sich aus den Traditionellen Arbeitern (7 Prozent), Heimzentrierten (14 Prozent), und Unterhaltungssuchenden (4 Prozent), zusammen. Eine Sonderstellung nehmen in Stuttgart die Hedonisten mit 14 Prozent ein. Im Gegensatz zu anderen Großstädten gelten sie in Stuttgart als moderne, offene Gruppe mit guter Bildung. Stuttgart ist eine Stadt mit vielfältigen Stadtbezirken – nirgendwo dominiert eine Gruppe. Dennoch bevorzugen bestimmte Lebensstile einzelne Lagen: Die Innenstadt prägen vor allem die hochurbanen Hedonisten und Teile der Reflexiven, Aufstiegsorientierten und Unterhaltungssuchenden. Die Halbhöhe zieht die drei Leitmilieus an: Die Konservativ Gehobenen sind überdurchschnittlich stark vertreten im Bezirk Stuttgart-Nord, der mit dem Killesberg die exklusivste Wohnlage der Stadt besitzt. Reflexive finden sich im gesamten Innenstadtbereich, aber deutlich weniger im Bezirk Nord. 46 Prozent der Stuttgarter haben sich für das „Standardwohnen“ entschieden, ein Drittel für „Gehobenes, großzügiges Wohnen“, 29 Prozent für „Ökologisches Wohnen“, 21 Prozent für das „Wohnen im Altbau“ und 12 Prozent für „Experimentelles Wohnen“ mit besonderer Architektur. Interesse an ökologischem Wohnen Die Aufstiegsorientierten sind besonders interessiert an ökologischem Wohnen (34 Prozent). Bürgermeister Hahn: „Nachhaltiges Bauen und Wohnen stoßen inzwischen auch in der Mittelschicht auf eine breite Akzeptanz.“ Das für Konservativ und Liberal Gehobene so bedeutsame ökologische Wohnen (33 Prozent) ist hingegen für die intellektuelle Avantgarde der Reflexiven inzwischen Standard. Sie interessieren sich mehr für experimentelles Wohnen (31 Prozent) und Wohnen im Altbau (41 Prozent). Ein deutliches Interesse an experimentellem Wohnen zeigen auch die jungen, unkonventionellen Hedonisten (16 Prozent). Traditionelle Arbeiter, Heimzentrierte und Unterhaltungssuchende sind die größten Nachfragegruppen nach Standardwohnungen (60 bis 73 Prozent). Das frei stehende Einzel-/ Doppelhaus oder Reihenhaus ist der beliebteste Architekturtyp, 40 Prozent nannten dies als Favoriten. Die gesellschaftlichen Leitmilieus bevorzugen dagegen frei stehende Mehrfamilienhäuser/Stadtvillen, wie sie für die Halbhöhenlage typisch sind. Reflexive und Hedonisten schätzen das Architekturexperiment im Bestand. Förderprogramme für Wohneigentum Bürgermeister Hahn: „Die Stuttgarter Wohnungspolitik wird neben der sozialen Wohnraumversorgung künftig das Angebot für Schwellenhaushalte und gehobenere Einkommensgruppen ausweiten und differenzieren. Unsere erfolgreichen Ansätze sind bislang das Landeswohnraumförderungsprogramm und das städtische Familienbauprogramm.“ Ein Drittel der Befragten war an den Förderprogrammen interessiert, vor allem die gebildete, mittlere Einkommensschicht. Aufstiegsorientierte und Reflexive, durch eine mittlere Eigentumsquote gekennzeichnet, zeigten zusammen mit den noch wenig Wohneigentum besitzenden Hedonisten das größte Interesse (ca. 38 Prozent), am wenigsten interessiert waren die Konventionalisten (21 Prozent).

     
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  • 85

    Wohnungssuche = Wohnungsnot

    Am 26. Jul 2011, 14:00 Uhr von Jana

    Es gibt drei Dinge, die einen in Stuttgart zum Wahnsinn bringen können:

    1. Kehrwoche (dafür brauche ich einen eigenen Artikel, Krupa rebelliert ganz)
    2. Parkplatzsuche
    3. Immobilien

    Ich suche seit mehreren Monaten mit Unterbrechung und mehr oder weniger (meistens mehr) lustlos nach einer neuen Bleibe. Was soll ich sagen: Es ist kein Spaß. Jeder, der innerhalb der Kessel-Grenzen schon mal auf Wohnungssuche war, kann es nachvollziehen.

    Wie hoch die Mieten in München auch sein mögen, wie lange die Schlangen bei den Besichtigungen in Zürich oder wie unfreundlich die Makler in Berlin – aktuell kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine Stadt gibt, in der es schwieriger ist, eine Wohnung zu finden. Und dabei biete ich an Flexibilität eigentlich alles, was man erwarten kann: Ich würde mieten, kaufen, leasen. Ich nehme Nord, Ost, Süd & West. Ich stelle nur eine Bedingung: Kessel-Rand. Den darf es nicht überschreiten.

    Und seit ich diesen ulkigen Immo-Scout-Newsletter haben, hat sich die Liste noch etwas verlängert. Meine Top 4, die eine Traumwohnung nie haben darf:

    1. Kompaktes Bad

    In der Realität ist das Bad dann so groß wie das Klo:

    2. Teilrenoviert
    Und das ist der renovierte Teil der Wohnung:

    3. Die Lage
    “Im Grünen” – bildlich belegt mit solchen Fotos. Das nenn’ ich mal ne Entscheidungsgrundlage:

    4. “Zentral und ruhig”
    - soweit so gut. Doch dann das Bild: Stuttgart by Nature. Ich kann die Kehrwoche (s. 1. Punkt) förmlich riechen. Die Betonung liegt dementsprechend auf “ruhig”.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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    Es gibt drei Dinge, die einen in Stuttgart zum Wahnsinn bringen können: 1. Kehrwoche (dafür brauche ich einen eigenen Artikel, Krupa rebelliert ganz) 2. Parkplatzsuche 3. Immobilien Ich suche seit mehreren Monaten mit Unterbrechung und mehr oder weniger (meistens mehr) lustlos nach einer neuen Bleibe. Was soll ich sagen: Es ist kein Spaß. Jeder, der innerhalb der Kessel-Grenzen schon mal auf Wohnungssuche war, kann es nachvollziehen. Wie hoch die Mieten in München auch sein mögen, wie lange die Schlangen bei den Besichtigungen in Zürich oder wie unfreundlich die Makler in Berlin - aktuell kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine Stadt gibt, in der es schwieriger ist, eine Wohnung zu finden. Und dabei biete ich an Flexibilität eigentlich alles, was man erwarten kann: Ich würde mieten, kaufen, leasen. Ich nehme Nord, Ost, Süd & West. Ich stelle nur eine Bedingung: Kessel-Rand. Den darf es nicht überschreiten. Und seit ich diesen ulkigen Immo-Scout-Newsletter haben, hat sich die Liste noch etwas verlängert. Meine Top 4, die eine Traumwohnung nie haben darf: 1. Kompaktes Bad In der Realität ist das Bad dann so groß wie das Klo: 2. Teilrenoviert Und das ist der renovierte Teil der Wohnung: 3. Die Lage "Im Grünen" - bildlich belegt mit solchen Fotos. Das nenn' ich mal ne Entscheidungsgrundlage: 4. "Zentral und ruhig" - soweit so gut. Doch dann das Bild: Stuttgart by Nature. Ich kann die Kehrwoche (s. 1. Punkt) förmlich riechen. Die Betonung liegt dementsprechend auf "ruhig".                         Alle Bilder Immoscout

     
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  • 12

    Firnhaber Brand

    Am 12. Okt 2010, 15:06 Uhr von martin

    (Brennender Firnhaber in der Kronprinzstraße, heute an der Stelle u.a. Habitat)

    Auch wenn die Sonne scheint, muss man mal über die Tragödien dieser Stadt reden. Im Gegensatz zum Außenreporter, der bekanntlich auf Events wie dem Juristenball oder 130 Jahre Lapp-Kabel herumstreunt, oder ab und zu den einen oder anderen mehr oder weniger wichtigen (Lokal-)Politiker trifft, sind meine Termine eher bescheiden.

    Neulich hat man mich wieder auf die Menschheit losgelassen. Ein Date mit Frank Firnhaber stand auf dem Programm, Geschäftsführer in der 3. Generation des gleichnamigen Möbelhauses beim Gaskessel direkt an der Grenze zu Wangen. Grüsse an Ante an dieser Stelle, der übrigens die Tage nach Stuttgart kommt.

    Gespräch ging primär freilich über Möbel. Der Chef, schätze so Mitte bis Ende 30, hat mir gleich angesehen, dass Inneneinrichtung nicht zu meinen Stärken gehört, also hat er mich vor der Öffnungszeit durch sein Haus geführt. Der Schreiberling soll ja auch einen positiven Eindruck bekommen.

    Dabei hat mir unter anderem erzählt, dass multifunktionale Möbelstücke (z.B. das Schlafsofa) hoch im Kurs stehen, dass man für eine durchschnittliche Ledercouch sechs bis acht Rinder benötigt und dass auch jüngere Leute auf solide Wohnzimmerschrankwände stehen. War ich sehr stolz auf diese private Audienz. Hatte auch die Ehre um 9 via den Hintereingang reinzudürfen. Dunkle Möbelhäuser sind, ähm, ja, fast schon erotisch.

    Zuvor kamen wir kurz auf den größten Brand Stuttgarts zu sprechen. 1992, als Thorsten noch im Schwarzwald via Mailorder Streetwear bestellt hat, fackelte das ehemalige Stammhaus in der Kronprinzstraße bis auf die Knochen nieder.

    Kann ich mich noch gut daran erinnern, was Firnhaber etwas gewundert hat. “Die heute 35jährigen wissen es noch.” Och, geht auch mit 33. Aber doch nicht mehr so ganz im Detail, wenn ich mir die Firmengeschichte anschaue:

    “Am 22. Juni versucht ein wahnwitziger Kneipier seine finanzielle Lage durch Versicherungsbetrug zu verbessern. Er schüttet 60 Liter Benzin in seinem Lokal aus und zündet sie an. Damit verursacht er den größten Nachkriegsbrand in der Stuttgarter Innenstadt und vernichtet auch die gesamten Firnhaber-Verkaufsräume mit ca. 6.000m². Firnhaber steht über Nacht ohne Verkaufshaus da.”

    Das mit dem Versicherungsbetrug und dem Kneipier habe ich bis gerade eben vergessen, weiß auch nicht mehr wie angrenzende Spelunke hieß. Bei mir hat sich vielmehr das Bild von dem abgebrannten Gerippe im Kopf eingebrannt, sah ziemlich gruselig aus. Hat ewig gedauert, bis an dieser Stelle neu gebaut wurde und u.a. der Habitat eingezogen ist.

    Firnhaber konnte Ende 1992 am Gaskessel wieder eröffnen, welche Strafe der Brandstifter bekommen hat, weiß ich nicht mehr. Erinnere mich nur dunkel daran, dass der Prozess ein großes Thema in den Tageszeitungen war.

    Hier noch eine etwas veraltete Chronik Stuttgarter Brandkatastrophen.

    (Brennender Firnhaber in der Kronprinzstraße, heute an der Stelle u.a. Habitat) Auch wenn die Sonne scheint, muss man mal über die Tragödien dieser Stadt reden. Im Gegensatz zum Außenreporter, der bekanntlich auf Events wie dem Juristenball oder 130 Jahre Lapp-Kabel herumstreunt, oder ab und zu den einen oder anderen mehr oder weniger wichtigen (Lokal-)Politiker trifft, sind meine Termine eher bescheiden. Neulich hat man mich wieder auf die Menschheit losgelassen. Ein Date mit Frank Firnhaber stand auf dem Programm, Geschäftsführer in der 3. Generation des gleichnamigen Möbelhauses beim Gaskessel direkt an der Grenze zu Wangen. Grüsse an Ante an dieser Stelle, der übrigens die Tage nach Stuttgart kommt. Gespräch ging primär freilich über Möbel. Der Chef, schätze so Mitte bis Ende 30, hat mir gleich angesehen, dass Inneneinrichtung nicht zu meinen Stärken gehört, also hat er mich vor der Öffnungszeit durch sein Haus geführt. Der Schreiberling soll ja auch einen positiven Eindruck bekommen. Dabei hat mir unter anderem erzählt, dass multifunktionale Möbelstücke (z.B. das Schlafsofa) hoch im Kurs stehen, dass man für eine durchschnittliche Ledercouch sechs bis acht Rinder benötigt und dass auch jüngere Leute auf solide Wohnzimmerschrankwände stehen. War ich sehr stolz auf diese private Audienz. Hatte auch die Ehre um 9 via den Hintereingang reinzudürfen. Dunkle Möbelhäuser sind, ähm, ja, fast schon erotisch. Zuvor kamen wir kurz auf den größten Brand Stuttgarts zu sprechen. 1992, als Thorsten noch im Schwarzwald via Mailorder Streetwear bestellt hat, fackelte das ehemalige Stammhaus in der Kronprinzstraße bis auf die Knochen nieder. Kann ich mich noch gut daran erinnern, was Firnhaber etwas gewundert hat. "Die heute 35jährigen wissen es noch." Och, geht auch mit 33. Aber doch nicht mehr so ganz im Detail, wenn ich mir die Firmengeschichte anschaue: "Am 22. Juni versucht ein wahnwitziger Kneipier seine finanzielle Lage durch Versicherungsbetrug zu verbessern. Er schüttet 60 Liter Benzin in seinem Lokal aus und zündet sie an. Damit verursacht er den größten Nachkriegsbrand in der Stuttgarter Innenstadt und vernichtet auch die gesamten Firnhaber-Verkaufsräume mit ca. 6.000m². Firnhaber steht über Nacht ohne Verkaufshaus da." Das mit dem Versicherungsbetrug und dem Kneipier habe ich bis gerade eben vergessen, weiß auch nicht mehr wie angrenzende Spelunke hieß. Bei mir hat sich vielmehr das Bild von dem abgebrannten Gerippe im Kopf eingebrannt, sah ziemlich gruselig aus. Hat ewig gedauert, bis an dieser Stelle neu gebaut wurde und u.a. der Habitat eingezogen ist. Firnhaber konnte Ende 1992 am Gaskessel wieder eröffnen, welche Strafe der Brandstifter bekommen hat, weiß ich nicht mehr. Erinnere mich nur dunkel daran, dass der Prozess ein großes Thema in den Tageszeitungen war. Hier noch eine etwas veraltete Chronik Stuttgarter Brandkatastrophen.

     
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  • 2

    Hipster Umzug

    Am 4. Sep 2010, 18:00 Uhr von martin

    Entdeckt von Leser Sebastian auf dem Failblog, meint er, das Konzept könnte man auch durchaus in Stuttgart etablieren. But hello!

    Entdeckt von Leser Sebastian auf dem Failblog, meint er, das Konzept könnte man auch durchaus in Stuttgart etablieren. But hello!

     
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  • 17

    Townhouse

    Am 29. Jun 2010, 12:00 Uhr von martin

    Bei dem Wort “Townhouse” muss ich zuerst – warum auch immer  - an schicke Butzen an der Spree denken, bevölkert von gutverdienenden Menschen, die in die große Stadt gezogen sind, um fern ab von Tuttlingen nochmals richtig was zu erleben. Reichhaltiges Kultur-Angebot im Berghain und so. Jaja, lassen wir das.

    Der Tom vom Vinyl-West wird bestimmt aus den Latschen kippen, wenn er sieht, dass im/über seinem ehemaligen Laden ein Townhouse entsteht. Townhouse – jetzt auch an in Stuttgart. Nicht an der Spree, dafür am fließenden Verkehr der Rotebühlstraße. Musste ich bissle lachen gestern.

    “Die Rotebühlstraße ist der Dreh- und Angelpunkt in Stuttgarts Westen. Sie liegt mitten in einem belebten Viertel, nur einen Katzensprung vom innersten Stadtzentrum, jedoch außerhalb des Gewühls”, heißt auf der Homepage von Stattwerk Stuttgart. Sehe da zwar mehr oder weniger nur Zweckgebäude herum und eine laute Straße, aber lassen wir mal so stehen.

    Trotzdem: Da ich zwar gefühlt 22 bin, aber doch irgendwo 33, kann ich mir nicht helfen und muss zugegeben, dass die durchgestylten Spießer-Hütten supi aussehen. Würde eine haben wollen. Aber vielleicht doch eher am Neckar. Mit Bar 25 davor oder so.

    Mehr Infos im Exposé, Preise sind keine bekannt.

    Bei dem Wort "Townhouse" muss ich zuerst - warum auch immer  - an schicke Butzen an der Spree denken, bevölkert von gutverdienenden Menschen, die in die große Stadt gezogen sind, um fern ab von Tuttlingen nochmals richtig was zu erleben. Reichhaltiges Kultur-Angebot im Berghain und so. Jaja, lassen wir das. Der Tom vom Vinyl-West wird bestimmt aus den Latschen kippen, wenn er sieht, dass im/über seinem ehemaligen Laden ein Townhouse entsteht. Townhouse - jetzt auch an in Stuttgart. Nicht an der Spree, dafür am fließenden Verkehr der Rotebühlstraße. Musste ich bissle lachen gestern. "Die Rotebühlstraße ist der Dreh- und Angelpunkt in Stuttgarts Westen. Sie liegt mitten in einem belebten Viertel, nur einen Katzensprung vom innersten Stadtzentrum, jedoch außerhalb des Gewühls", heißt auf der Homepage von Stattwerk Stuttgart. Sehe da zwar mehr oder weniger nur Zweckgebäude herum und eine laute Straße, aber lassen wir mal so stehen. Trotzdem: Da ich zwar gefühlt 22 bin, aber doch irgendwo 33, kann ich mir nicht helfen und muss zugegeben, dass die durchgestylten Spießer-Hütten supi aussehen. Würde eine haben wollen. Aber vielleicht doch eher am Neckar. Mit Bar 25 davor oder so. Mehr Infos im Exposé, Preise sind keine bekannt.

     
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  • 33

    Ehrgeizige Bauprojekte: Stuttgart lebt

    Am 7. Apr 2010, 09:30 Uhr von Jana

    Noch sieht man nur ein Loch, aber…

    …mit richtig viel Selbstbewußtsein baut die Nord-Süd-Bau in der Olgastraße 87 (kurze Zeit übrigens die Adresse der temporären Kultureinrichtung Roundabout) ein “höchst anspruchsvolles Projekt”, sprich ein riesiges Mehrfamilienhaus mit Lofts. Das allein ist noch nicht das unglaubliche Selbstbewußtsein, von dem ich spreche, das finde ich grundsätzlich eine gute Sache (gehöre nicht zu den Gegnern großer Bauvorhaben…).

    Wie überzeugt die Bauherren allerdings von ihrem “verwirklichten Traum” sind, zeigt sich mit einem Blick auf die Webseite. Motto: Stuttgart lebt! Die Olgastraße wird in einem Atemzug mit der Fifth Avenue und den Champs Élysées genannt.

    Ja, das klingt vielleicht zunächst etwas vermessen, aber wir erinnern uns: Kaum ein anderer Pfad in Stuttgart bietet ein derartiges Wechselbad der Gefühle aus herrschaftlichen Altbauten, Flachdachimmobilien, Durchfahrtsverkehr und Straßenstrich wie die Olgastraße. Da ist Leben in der Bude. Genauso wie auf den Meilen in Paris oder Manhattan. Also ein durchaus passender Vergleich. Da liest man doch gerne weiter:

    “Stuttgart, eine der beliebtesten Metropolen in Deutschland – und einer der wohl innovativsten Industriestandorte in Europa.
    Malerisch zwischen Weinbergen gelegen, werden in Stuttgart die besten Autos der Welt gebaut, die aufregendsten Opern uraufgeführt. Es ist die Stadt der kurzen Wege – und wenn man möchte, die Stadt der langen Nächte.”

    Da pochert das Herzchen vor lauter Lokalpatriotismus. Und um auch den letzten ortsunkenntlichen Kaufinteressierten von der urbanen Toplage der Olgastraße zu überzeugen, gibt es einen (etwas veralteten) Olgaführer:

    “Lebendiges entlang der Olgastraße. Dort verkauft ein Designer handgefertigte Taschen mit extravaganten Motiven. Ein paar Meter entfernt hängt junge Mode im Geschäft von “Fräulein Sonntag” und auch in den Seitenstraßen haben sich viele Kreative niedergelassen, die Ungewöhnliches anbieten.

    Gastronomisch lässt sich auf der Olgastraße nahezu jeder Wunsch, vom französischen Sandwich bis zur Top-Gastronomie, erfüllen. Gehen Sie morgens stilvoll frühstücken oder ziehen Sie abends entspannt durch die Lokale.”

    Die Olgastraße wird dank Fräulein Sonntag und den Taschenunikaten von Martin Reinwarth als das urbane Mekka Stuttgarts bezeichnet. Leider sind beide Geschäfte längst umgezogen. Aber der Vital Lunch ist immerhin noch da (Stichwort französisches Sandwich).

    Kommen wir zu den Grundrissen. Schmacht, was soll ich sagen, sämtliche (eventuellen) Boshaftigkeiten sind mir im Halse stecken geblieben. Pure Freude! So eine Wohnung will ich auch. Bin geneigt alles Bisherige zu glauben.

    Wohnung 33, ca. 1,17 Mio – wäre noch zu haben..

    Leider ist mir die Freude bei den Preisen im Halse stecken geblieben und so bin ich jetzt einfach sprachlos und neidisch auf alle, die sich hinter den “verkauft Schildchen” verbergen.

    Vielleicht kennt ja ein Leser einen potentiellen Käufer, der uns später dann berichtet, wie es so ist, auf der Champs Élysées. In Stuttgart findet man eben immer für alles eine Lösung.

    www.olgastrasse87.de

    Noch sieht man nur ein Loch, aber... ...mit richtig viel Selbstbewußtsein baut die Nord-Süd-Bau in der Olgastraße 87 (kurze Zeit übrigens die Adresse der temporären Kultureinrichtung Roundabout) ein "höchst anspruchsvolles Projekt", sprich ein riesiges Mehrfamilienhaus mit Lofts. Das allein ist noch nicht das unglaubliche Selbstbewußtsein, von dem ich spreche, das finde ich grundsätzlich eine gute Sache (gehöre nicht zu den Gegnern großer Bauvorhaben...). Wie überzeugt die Bauherren allerdings von ihrem "verwirklichten Traum" sind, zeigt sich mit einem Blick auf die Webseite. Motto: Stuttgart lebt! Die Olgastraße wird in einem Atemzug mit der Fifth Avenue und den Champs Élysées genannt. Ja, das klingt vielleicht zunächst etwas vermessen, aber wir erinnern uns: Kaum ein anderer Pfad in Stuttgart bietet ein derartiges Wechselbad der Gefühle aus herrschaftlichen Altbauten, Flachdachimmobilien, Durchfahrtsverkehr und Straßenstrich wie die Olgastraße. Da ist Leben in der Bude. Genauso wie auf den Meilen in Paris oder Manhattan. Also ein durchaus passender Vergleich. Da liest man doch gerne weiter: "Stuttgart, eine der beliebtesten Metropolen in Deutschland – und einer der wohl innovativsten Industriestandorte in Europa. Malerisch zwischen Weinbergen gelegen, werden in Stuttgart die besten Autos der Welt gebaut, die aufregendsten Opern uraufgeführt. Es ist die Stadt der kurzen Wege – und wenn man möchte, die Stadt der langen Nächte." Da pochert das Herzchen vor lauter Lokalpatriotismus. Und um auch den letzten ortsunkenntlichen Kaufinteressierten von der urbanen Toplage der Olgastraße zu überzeugen, gibt es einen (etwas veralteten) Olgaführer: "Lebendiges entlang der Olgastraße. Dort verkauft ein Designer handgefertigte Taschen mit extravaganten Motiven. Ein paar Meter entfernt hängt junge Mode im Geschäft von "Fräulein Sonntag" und auch in den Seitenstraßen haben sich viele Kreative niedergelassen, die Ungewöhnliches anbieten. Gastronomisch lässt sich auf der Olgastraße nahezu jeder Wunsch, vom französischen Sandwich bis zur Top-Gastronomie, erfüllen. Gehen Sie morgens stilvoll frühstücken oder ziehen Sie abends entspannt durch die Lokale." Die Olgastraße wird dank Fräulein Sonntag und den Taschenunikaten von Martin Reinwarth als das urbane Mekka Stuttgarts bezeichnet. Leider sind beide Geschäfte längst umgezogen. Aber der Vital Lunch ist immerhin noch da (Stichwort französisches Sandwich). Kommen wir zu den Grundrissen. Schmacht, was soll ich sagen, sämtliche (eventuellen) Boshaftigkeiten sind mir im Halse stecken geblieben. Pure Freude! So eine Wohnung will ich auch. Bin geneigt alles Bisherige zu glauben. Wohnung 33, ca. 1,17 Mio - wäre noch zu haben.. Leider ist mir die Freude bei den Preisen im Halse stecken geblieben und so bin ich jetzt einfach sprachlos und neidisch auf alle, die sich hinter den "verkauft Schildchen" verbergen. Vielleicht kennt ja ein Leser einen potentiellen Käufer, der uns später dann berichtet, wie es so ist, auf der Champs Élysées. In Stuttgart findet man eben immer für alles eine Lösung. www.olgastrasse87.de

     
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