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Ob ihr wirklich richtig steht….
Am 3. Feb 2012, 15:30 Uhr von martin
Mensch, wieder nix gelernt die Woche, liebe VVS. Auf Bahnsteig-Seite herrscht doch eine viel größere Bildungslücke.
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Abfahrtsplan Widget
Am 1. Feb 2012, 18:11 Uhr von martin
Dingdong! Was ist eigentlich aus dem Dingdong an den Haltestellen in der Stadt geworden? War gleich wieder weg. Wie auch immer, da heute so ein großartiger VVS-Tag und die VVS sowieso das schönste Unternehmen seit Heidi Klum ist, kurzer Hinweis auf eine nicht ganz unnette kleine Anwendung “Auskünfte für ihr Desktop”, die man sich auf der VVS-Homepage herunterladen kann. Vielleicht gibt es das auch schon wieder seit 3000 Jahren, dann wäre es allerdings traurig, dass man bislang noch keine Mac-Version hingekriegt hat.
Dieser kleine Abfahrtsplan ist nämlich nur für PCs (Windows 7, Vista & XP) verfügbar. Herunterladen und schon erscheint das Ding auf deinem Desktop. Übrigens: “Diese Anwendung nennt man auch „Widget“ oder „Gadget“.” Schreibt die VVS. Hossa. Den Gag kann man sich noch bisschen individuell anpassen.
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Erst aussteigen lassen, dann einsteigen
Am 1. Feb 2012, 14:33 Uhr von martin
(Tut nix zur Sache, das Bild. Fast nix.)
Tugendpost. Alte-Zöpfe-Post. Alte Zöpfe, die man in diesem Fall mal nicht abschneiden muss. Liebe Nutzer der Öffentlichen Verkehrsmittel, egal ob jung, alt, groß, klein, dick, dünn, weiblich, männlich, intersexuell, man muss garantiert nicht alle Regeln im Leben befolgen, und ja ich weiß, jeder sitzt gerne im Flieger am Fenster und jeder will der Erste sein in einem U-S-Bahn-Viersitzer, freie Platzwahl ist eine super Sache, aber manche Regeln wiederum machen wirklich, wirklich Sinn.
Zum Beispiel die olle Leier von “erst aussteigen lassen, dann einsteigen” hat sich sich seit Erfindung der U-Bahn damals von Martin Luther oder dem ersten Papst absolut bewährt. Übrigens international.
Auf lokaler Ebene hat man das Prinzip oder besser gesagt die Problematik vor längerer Zeit mit zwei gegenüberstehenden Football-Teams an den Türen der Bahnen symbolisiert. Leider hat man die schon vor längerem abgekratzt. Das hat seinerzeit eigentlich jeder kapiert.
Wenn zwei Football-Teams aufeinander zu rennen, kommen sie in der Regel auch immer nur ein kleines Stückchen weiter, außer z.B. es wird ein genialer Pass auf einen freien Spieler geworfen, der dann die feindlichen Linien durchbrechen kann. Bei weiteren Fragen zu Football bitte meinen Nachbar kontaktieren, der ist da jetzt voll drin.
Eine S-Bahn- oder U-Bahn-Türe ist leider nicht so breit wie ein amerikanisches Footballfeld. Geniale Spielzüge sind an den Haltestellen schwer möglich, außer man ist vielleicht klein und flink und schlängelt sich geschickt durch.
Weiterhin muss man generell festhalten, dass zwei aufeinanderprallende Ströme selten so richtig vorwärts kommen, außer z.B. Wasser. Das findet immer einen Weg. Meine werte Mutter sagt übrigens immer, Feuer kann man löschen, gegen Wasser biste machtlos, das soll jetzt aber egal sein. Anders gesagt: Ihr fahrt ja auch nicht mit eurem Auto auf der Spur des entgegenkommenden Fahrzeugs, oder?
Gut. Spielen wir es nochmals durch. Ihr steht am Bahnsteig. Die Bahn fährt ein.
- Sucht euch eine Tür eurer Wahl, die euch besonders gut gefällt oder in eurer unmittelbaren Nähe ist.
- Checkt schon beim Einfahren, wie viele Menschen sich auf das Aussteigen vorbereiten
- Sind keine Menschen in der Bahn oder will niemand aussteigen, könnt ihr einen Boris-Becker-Gedächtnis-Hechter auf einen freien Sitzplatz eurer Wahl machen
- Wollen Fahrgäste aussteigen, bildet für diese mit euren temporären Wartefreunden ein Spalier, Minimum in der Breite der Türe
- Ich weiß, Spalier stehen fühlt sich so an, als hätte man gerade ein Champions League Finale verloren. Ihr werdet aber höchstwahrscheinlich nie in einem Champions League Finale stehen, könnt jenes somit nicht verlieren, sondern ihr wollt lediglich ein öffentliches Fortbewegungsmittel betreten. Da ist Spalier stehen keine Schande
- Nachdem alle Menschen mit einem Ausstiegsbedürfnis ausgestiegen sind, könnt ihr nun die Bahn betreten. Wenn ihr besonders freundliche Wesen seid, lasst den Älteren den Vortritt. Und falls ihr obendrauf noch ein Gentleman sein solltet, die Damen bitte zuerst
- Gibt es keinen freien Sitzplatz geht die Welt definitiv nicht unter
Danke für die Aufmerksamkeit. Ich wünsche einen wunderschönen, sonnigen Nachmittag, auch wenn die VVS schon wieder die Preise erhöht hat. Die alten Frechdachse.
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Nachtbus weg – S-Bahnen fahren durch
Am 26. Jan 2012, 12:30 Uhr von martin
(Zweitverwertung, passt)
Erst gestern zufällig entdeckt, ging in der Vorweihnachtshektik unter, dürfte aber für einige nicht uninteressant sein beziehungsweise erfüllt sich so manch ein echter Traum: Ab Dezember 2012 fahren die S-Bahnen durch – dafür werden die Nachtbusse in die Region abgeschafft. Die SSB-Nachtbusse sollen aber weiterhin das “erweiterte Stadtgebiet” anfahren, berichtete am 22. Dezember die StN.
Aufgrund der überfüllten Nachtbusse nahm laut Artikel die Unzufriedenheit der Fahrgäste zu und deswegen stellt man nun für 1,6 Millionen Euro pro Jahr das System um. Die S-Bahnen fahren circa im Stundenrhythmus bis 4:30 Uhr durch, ob ab Dezember gleich alle Linien 1 bis 6 durchfahren geht aus dem Artikel nicht richtig hervor. Jetzt noch die U-Bahnen und alles wird gut.
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Der KTV-Streikservice
Am 26. Okt 2011, 11:29 Uhr von martin
(Die Ritterburg der Neuzeit: Lass die Rolltore runter, die Fahrgäste kommen.)
Wer es noch nicht weiß: Morgen fahren wieder die Busse und Straßenbahnen. Zuvor spielt heute Abend der VfB. Oh je. Vielleicht könnte man ja für die U11 beten. Hat man für Kopfbahnhöfe auch schon getan. Eventuell fährt sie dann ein nach dem Spiel. Bei meiner Bank sind alle Mitarbeiter pünktlich zur Arbeit gekommen, meinte die Dame am Schalter. Sah so ruhig aus, deswegen hab ich nachgefragt. “Des isch hier koi Problem, nur mit de Kunde isch bissle ruhiger.”
Das der Streik eine sehr süddeutsche Geschichte ist, merkt man auf Twitter. #Streik ist aktuell kein Deutschlandtrend, dafür #dfbpokal. War okay das Spiel gestern. Mein Lewandowski entwickelt sich zu einem echten Knipser. Schön. Auch schön ist das Hotel Harzidyll in der Braunlage. Folgen uns seit gerade eben auf Twitter, nur der liebe Herrgott weiß warum.
Der liebe Herrgott hat mir einst dieses Fahrrad geschenkt. Es ist längst berühmt. Das hässlichste Rad Stuttgarts. Nein, eigentlich hab ich es von meinem Kumpel Tilman abgekauft. Damals 2002. Grüsse nach Frankfurt. Er arbeitet heute bei der Deutschen Bahn.
Meine Damen und Herren, falls sie Opfer des aktuellen Streiks sind, bieten wir noch einmal heute Abend den KTV-Streikservice an. Fahren sie von S-Mitte nach West auf dieser wunderschönen Fahrradstange mit. Nicht im Bild das edle Polster von Rolf Benz, das wir extra im Drogeriemarkt besorgt haben. Machen sie sich als keine Sorgen um ihr Gesäss. Die Fahrt kostet 2 Euro, logisch, eine Zone, dafür setzen wir Sie direkt vor der Haustüre ab. Special: Der Schaffner liest während der Fahrt ausgewählte Stellen der 50 Cent Biographie vor! Buchen sie jetzt!
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Fahr mit!
Am 19. Okt 2011, 10:19 Uhr von martin
Typographisch höchst bedenklich, ökologisch ausgesprochen sinnvoll und wäre auch ohne Streik ne dauerhafte Lösung, diese Aktion der StZ. Hockt schließlich meistens jeder alleine in seiner Karre. Hab ich noch nie so recht verstanden, hat vielleicht etwas mit Privatsphäre und Ruhe vor dem Bürosturm zu tun. Außerdem stresst mich frühmorgens Auto fahren ultramässig. Für viele andere hingegen ist eine morgendliche S-Bahn-Fahrt schockierender als der letzte Mystery Thriller auf ProSiebba.
Lange Rede, extrem wenig Sinn, morgen streikt wieder der Stuttgarter Nahverkehr von 05:00 bis 14:00 Uhr, mir grad egal, bleib die Woche daheim und grab den Garten um. Können mich alle mal am Arsch lecken. Die Stuttgarter Zeitung denkt hingegen wesentlich gemeinnütziger und hat sich die Aktion “Fahr mit!” ausgedacht.
Man druckt sich einfach diesen Button aus, gibt es hier als PDF, legt ihn deutlich erkennbar unter die Windschutzscheibe seines Fahrzeugs und wartet auf der Fahrt zur Arbeit bis am Straßenrand jemand steht und einem zu winkt. Entscheiden sie selbst wer mitfahren darf. Ob man dann zu zweit, zu dritt oder zu viert im Chaos steht, sieht man dann morgen. Und ob das im my-car-is-my-castle-Land wirklich funktioniert ebenso. Die StZ freut sich jedenfalls über Rückkopplungen auf ihrer Gesichtsbuch-Seite.
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Best Of 2011: Occupy Sesamstraße
Am 13. Okt 2011, 12:00 Uhr von Setzer
Yeah, raus. Mal wieder demonstrieren. Wir sind 99%, Reclaim The Streets, Revolution, Kapitalismus zerschlagen, Staat raus, ihr Ficker. Schön weitergetwittert mit dem iPhone, gescheit hergeliked. Es riecht nach Revolution und zumindest das Anliegen ist spürbar und beziehungsweise die virtuelle Wut fast greifbar.
Das Webzweinull ist voll davon, dass Leute irgendwas occupien. Mittlerweile bin ich so verwirrt, dass ich nicht mehr weiß, bei welcher der acht verschiedenen Facebook-Einladungen ich zusagen soll, am Samstag um 15 Uhr die Börse in Stuttgart einzunehmen. Occupy Germany wäre auch eine Option oder Occupy Frankfurt, die haben da schließlich die größere Börse. Wallstreet ist mir zu weit. Egal jetzt, Stuttgart geht an die Börse, Geld hat eh keiner. Sa, 15.10., 17 Uhr.
Mein Geschichtslehrer Herr Schöneberger sagte mal “Weltrevolutionen fanden üblicherweise im Sommer statt. Im Winter mag ja keine Sau auf die Straße gehen”. Ich weiß nicht mehr genau, ob er “Sau” gesagt hat, aber ich glaube er meinte das ungefähr so. Nachgeprüft habe ich es auch nie, die Sommersache. Klang aber ebenfalls einleuchtend. Genauso wie die Wut auf Finanzhaie, Großkonzerne und die Wirtschaft. “Oléolé”, gerufen und Montagabend schon mal vorsorglich die Straßen eingenommen, nicht dass ich schon wieder unvorbereitet meiner Bürgerpflicht nachgehe.
Hab’ mich zu fünf Girls gestellt, die am Marienplatz vor der BW-Bank standen, obwohl schon Herbst und die Tür eigentlich offen war. Dachte, das wäre so eine “Occupy BW-Bank”-Geschichte. Das eine Mädchen meinte nach ein paar Minuten, ich solle mich bitte verpissen und nicht ständig “Wir sind das Volk” brüllen, weil die drei übelst süßen Typen auf dem Marienplatz sonst nie rüberkommen und sie und ihre Freundinnen ansprechen würden.
Schnell weitergezogen, dank VVS-Streik waren die Straßen eh voller als sonst. So, wie sehr viele vernünftige Menschen gerade Lana Del Rey mögen, hat mir der VVS-Streiks sehr gut gefallen. Um was es dabei eigentlich ging, habe ich recht schnell wieder vergessen. Aber sogar in der Tübinger Straße war plötzlich was los. Sicher, streng genommen sind da oft Menschen unterwegs, aber meistens halten die sich da an Promille, ein paar Träumen und etwas Hoffnung fest. Dieses Mal waren da Leute mit Aktentaschen, Einkaufstüten, Beistellpartner oder Gitarren-Gig-Bag unterwegs. Manche hatten sogar ein Lächeln dabei. Das steigert die Lebensqualität.
Sogar die Jungs und Mädchen mit den Schnapsflaschen winkten von ihren Bänken an der Paulinenbrücke rüber. Endlich was los hier. Belebte Straßen und man guckt halt doch lieber auf vorbildlich gekleidete Menschen, als nur auf die tristen Baulöcher, in denen wir demnächst shoppen sollen. Das Leben läuft höchstpersönlich durch die Straßen, war vorher bei REWE oder in der Hölle und ist froh, endlich draußen zu sein.
Die Bahn fährt nicht, Bus auch nicht. Fliegen ist für die meisten von uns scheiße schwer und Fahrräder werden einem hier ständig unter dem Hintern weggeklaut. Bleibt nix anderes übrig als zu laufen, Autofahren ist ja ein auch ein riesen Stress im Feierabendverkehr. Vive Le VVS-Streik.
“Scheiss Streik”, motzt einer. Ich denke: Gut dass sich der Typ mit seinen vier Einkaufstüten nicht neben mir in die Bahn drängen kann. Aus einer Tüte schaut eine etwas längere, aber dünne Latte raus. Wahrscheinlich hat er das Ding in einem Bastellgeschäft gekauft. Nicht auszudenken, was er damit in der vollbesetzten Bahn hätte anrichten könnte. Schnell weiter, echte Volkswut schnuppern. Irgendwo muss sie ja sein. Zweinull ist mir zu geruchsarm.
Vor dem Bahnhof standen auch ein paar Leute rum. Denen hab’ ich gleich mal die Meinung gegeigt: “Laaannnngwwweiiiiggg!” gerufen und “Peanuts!” Denn ich bin längst bereit für die Weltrevolution, brauche eine echte Aufgabe von weltweiter Tragweite. Bahnhof haben wir angestupst, jetzt ist’s aber auch gut, es wird Zeit für die dicken Eier. Kapitalismus zerschlagen. Das Übel aller Wurzeln.
Dann habe ich nochmal “Scheiss Streik” gebrüllt, weil mir schon die Plattfüße wehtaten und mich diese streikenden Arschlöcher streng genommen sehr von der großen Revolution abhielten. Wollte schließlich für “Occupy Stuttgart” üben, nicht spazieren gehen. Eigentlich war das sogar “Wandern”. Denn Spaziergänge, die so lang dauern, dass man zwischendurch was essen muss – das sind Wanderungen.
Kurz eine koffeinfreie Soja Latte mit nachhaltigem Mandelgeschmack bei Starbucks rausgelassen und beim Bäcker Treiber eine Brezel gekauft, leider gleich was auf mein H&M-T-Shirt gekleckert – von beidem. Zu McDonalds gehe ich nicht. Wegen dem Regenwald.
Vor dem Waranga saß auch eine Latte Revolutionäre rum. Manche waren Frauen in sehr unbequemen Schuhen. Hab’ ihnen mein Facebook-Daumen entgegengestreckt und “Me Like” zugerufen. Denn es ist gut, wenn schicke Ladies auch bei der Revolution der Halbhöhenlage mitmischen. Sie gehören auch zu uns schließlich sind wir immerhin 99%. Das ist eine Menge.
Volksaufstandsmäßig war trotzdem recht wenig rauszuholen, deshalb habe ich die Leute lieber von zu Hause aus mobilisiert und viele Videos von “Occupy Wallstreet” gepostet, Artikel über Griechenland und noch was über einen armen Hund, dem miese Rumänen auf die Fresse hauen wollten. Er wohnt in Rumänien. Irgendwann war ich müde.
Als ich mit dem Kopf auf der Tastatur aufwachte habe ich ein Bild von einem Regenbogen gesehen. Echt. Denn wenn irgendwo auf der Welt ein verdammter Regenbogen erscheint, weil auf Regen doch meistens Sonne folgt, dann sehe ich das dank pflichtbewusster und aufmerksamer Freunde sofort auf Facebook. Wäre ich nicht so scheißefaul, hätte ich natürlich selbst einen fotografieren und hochladen können. Ich befürchte, ich bin da etwas Großem auf der Spur.
Okay, das war jetzt teils erstunken und erlogen. Aber hätte ich dann am Dienstagabend nicht mit den Chaos Girls im Mos Eisley rumgesessen und einen Wein zuviel getrunken, dann hätte ich mich auch da nochmal vorab für die Revolution interessiert.
Rage Against The machine waren auch schon an der Wallstreet. 1999, wie immer hatten sie Kameras dabei.
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