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Der halbe Leibhaftige: Gerhard Mayer-Vorfelder stellt seine Biographie vor
Am 20. Feb 2012, 10:01 Uhr von Aussenreporter
Der Kollege Außenreporter und der Kollege Geiger, beides uneheliche Kinder von Gerhard Mayer-Vorfelder, sind eingeladen zur Buchpräsentation von MVs Biographie, Titel: „Ein stürmisches Leben“. Es moderiert: Günther Oettinger. Zugeschaltet wird ein ehemaliger Bundestrainer aus Los Äintscheles. Außerdem zu Gast: der halbe Reichsparteitag. Karneval in Köln ist Kinderfasching dagegen – ein stürmischer Erfahrungsbericht.
Roadtrip ins Ungewisse. Butterfahrt zur Buchvorstellung. Exkursion ins Extrem. Aussi und Geiger im Landschulheim der Landespolitik. Die beiden Spezialisten waren schon bei der Routenplanung überfordert. Wo soll die Party steigen? Im STEP. Nie gehört. Kurz für Stuttgart Engineering Park. Google Maps zeigt total verrückte Straßen an, die es gar nicht gibt in einem Stadtteil, den es besser nicht geben sollte: S-Vaihingen.
Curiestraße, Wankelstraße, Gropiusstraße, Zusestraße, WTF? Niemandsland zwischen Vaihingen und dem Schattenring. Da hat irgendein Irrer eine Industrie-Trabanten-Fitnessstudio-Siedlung gebaut. Rudi Häussler forever. Wenigstens gibt es Parkplätze und Schinkencroissants satt. Zu letzterem später mehr.
Das STEP, dieser feuchte Traum eines jeden Gewerbegebiet-Architekten, ist herausgeputzt für hohe Gäste an diesem Abend. Ein Parkplatzwächter hält uns an. „4711!“, gibt Geiger die Parole für den Abend vor. Ein herrlicher Moment der Stille entsteht, indem für einen Moment die ganze STEP-Welt stehen bleibt. Parkplatz-Chef verduzt: „Wie meinen? Ist das die Hausnummer, die Sie suchen?“. Geiger souverän: „Nein, das ist der Code, den uns die Stabstelle von MV für die Veranstaltung durchgegeben hat.“
Der Herr der Parkplätze begreift, dass er es mit zwei Vollpfosten zu tun hat und schickt uns ins Parkhaus. Geiger: „Geht die Party schon gut ab?“. Herr Parkplatz: Ja, es ist schon einiges los. Wieso liest MV eigentlich nicht in der Schleyer-Halle? Wäre der passendere Rahmen für den letzten reaktionären Rockstar der Politik gewesen.
„Ist schon einiges los“ war dann eher übertrieben. Außer uns nur einige Nerzmäntel, eine anti-dezente Beleuchtung und der Star des Abends, MV himself. Es liegt dieser ganz besondere Duft von Vorverwesung in der Luft, den man zum Beispiel auch aus dem Augustinerstift am Pragsattel kennt. So riecht Lebenserfahrung. Geiger: „Ist es Schnaps oder Klosterfrau Melissengeist?“ Wir checken gleich mal eine Ausgabe des künftigen Bestsellers und stellen uns brav in die Schlange der anderen Groupies.
Zeit, über das Artwork des Covers nachzudenken. Ist Killer. Wir dachten erst, die vielen Dreier rund um MVs Rübe hätten eine metaphysische Bedeutung, z.B. 333 als Bezug zu 666, der Telefon-Nummer des Satans, weil MV der halbe Leibhaftige ist. Auch subtile Anspielungen an eine Jahreszahl wie 1933 und damit verbundene Ereignisse sind bei MV ja denkbar. Leider beziehen sich die vielen 3er aber nur auf sein Geburtsdatum, 3.3.33. Richtig, nächstes Jahr steht ein Runder ins Haus.
(Aussi fragt Sonja Merz und ihre beiden älteren Geschwister nach ihren Handy-Nummern, Sonja reagiert verhalten)
Ob wir zum Jubelfest nächstes Jahr noch mal eingeladen werden, sei dahingestellt, heute Abend wurden wir zu Tisch gebeten, weil Geiger der Ortsvorsteher der CDU in Heumaden und Aussi früher der Sprecher der Jungen Union Pforzheim war. MV erkennt seine Buben selbstverständlich sofort, ist aber so aufgeregt, dass ihm Aussis Spitzname kurzzeitig entfallen ist. So entsteht folgende muntere Szene:
MV: Schön, dass ihr da seid undsoweiterundsofort, wie war noch mal der werte Name, was soll ich schreiben?
Aussi: Für Aussi bitte!
MV: Hussi?
Aussi: Aussi.
MV: Muschi?
Aussi: Aussi, ich buchstabiere: Abartig ultra stressiger Seggel international.
MV, latent genervt: Voll Moppelkotze, schreiben Sie’s halt auf.
Daraufhin Autogramm-, Wimpel- und Poesiealbum-Tausch, MV paust die Signatur ab, großes Hallo, fetter MV-Schulterklopfer, alle in der Schlange dahinter voll genervt wegen der Verzögerung, sorry an der Stelle noch mal an die Grauen CDU-Panter Filderstadt-Bonlanden.
(Kurz checken: Wie machen das die anderen? „Danke für 1942. Für immer dein MV.“ Alles klar.)
(Ist ganz leicht, A–U–S–S–I, hä, wie meinen?)
(Also ich täte es ungefähr so schreiben, danke, bitte, Küsschen, Küsschen, tschüssi)
Dann geht’s aber auch gleich ordentlich los. Der Aussi kennt wesentlich mehr Leute als der Kollege Geiger. Dem allerdings nickt der Oettinger zu (1:0 Geiger) und begrüßt ihn wie immer mit der Touchfist, weil er sich erinnert, dass beide mal zusammen eine Bierabfüllanlage eingeweiht haben. Also Öttinger hat sie eingeweiht und Geiger hat ihm dabei aus sicherer Entfernung zugesehen.
Dann entdeckt Geiger auch noch Gazi-Chef Eduardo Garcia (70. Minute, 2:0). Doch Aussi gleicht aus: weiß zuerst Günter Schäfers Spitznamen Eisen-Günne, erkennt Wasen-Wirtin Sonja Merz auch außerhalb ihres Dirndls, hat dann ein kleines Téte-a-Téte mit CDU-Darling Stefan Kaufmann, der aber erkältet ist und daher anschließend nicht twittern kann, dass er ein gutes Gespräch mit ihm hatte.
Der beste Spruch des Abends kommt leider nicht von uns, sondern von Promi-Fotograf Sage. Das ist der, der an seinem Arm so viele VIP-Bänder hat wie Wolfgang Petry Freundschaftsbändchen. Sage hat mehr CDU-Streetcredebility als Geiger und Aussi zusammen, winkt hier, grüßt dort und schüttelt reihenweise Händchen, um dann genussvoll in den Raum zu krakeelen. „Herrlich, alle da, ist ja wie beim Reichsparteitag hier!“
Das Programm ist schließlich ausgesucht: Wir hatten gehofft, MV liest uns was aus seinem Buch vor. Aber heute wird nicht gelesen, nur gelobt. Erst der Ötti den MV. Halbzeit – Seitenwechsel – Auftritt Cheerleader aus LA – dann der MV den Oettinger.
Man mag von Oettinger halten, was man will, seine Exzellenz aus Brüssel freestylt eine Dreiviertelstunde lang auf hohem Niveau. Reden kann der Günne, die ersten Sätze klingen wie immer etwas nach Satire-Gipfel, weil man denkt, eine Parodie auf Günter stünde am Pult. Aber nein, stimmt ja, es ist das Original live und in Farbe.
„Lieber Gert, verehrter MV, ich hab mich die ganze Woche auf diesen Termin gefreut, egal ob in Berlin, Istanbul oder Brüssel“, sagt Oetti. „Lieber Gert, verehrter MV, wir haben uns die ganze Woche auf diesen Termin gefreut, egal ob in Botnang, Hedelfingen oder Möhringen“, sagen Geiger und Aussi.
Es folgen Kracher um Kracher: MV höre nicht gerne zu, sei aber ein herausragender Plauderer, ein lebendiger Zeitzeuge und habe alles durchgemacht von A14 bis B9 (geiler Beamtenbesoldungswitz). Oetti und Gert haben sich 1982 kennen gelernt und mögen sich scheinbar echt ein bisschen, auf jeden Fall haut der GOE die Dinger raus, dass Aussi ganz rote Ohren bekommt, während Geiger die Rüstigen um ihn herum zur Ruhe ermahnt – auf Doppelherz kann man sich scheinbar nicht so lange konzentrieren.
Logisch, dass Oettinger auf die legendäre Kondition der baden-württembergischen Antwort auf Franz-Josef Strauß eingeht: Beim Skifahren des Inner-CDU-Circles hatte MV immer die schwächste Kondition und wollte sich nach der ersten Abfahrt erst mal eine Rothändle am Hang anstecken, nachts sei er dann aber zu ganz großer Form aufgelaufen. Schnaps sei allerdings nicht so seins, Bier auch nicht, stattdessen Trollinger, Weißwein und Champus, die heilige Trias des übersäuerten Alkohol-Magens.
Nach Oetti gab es dann eine Live-Schalte, die uns irgendwie an kessel.tv-Lesungen erinnert hat, der Einspieler war großes Kino, durfte doch ein gewisser Jürgen Klinsmann aus Los Angeles seinen MV über den grünen Klee loben: „Du bisch mein väterlicher Freund, ich sag bis heute Präsident zu dir, ohne dich hätt es koi Sommermärchen gebä und koine Leischtungszentren des DFB und koine Weltkarriere von mir und koinen Weltfrieden“, sagt Klinsi, Geiger und Aussi liegen sich vor Rührung weinend in den Armen.
(Great Kino: Klinsi from LA)
Dann schließlich Auftritt MV himself. Die rhetorische Messlatte liegt hoch, der Vito Corleone der Südwest-Politik kann das Niveau anfangs nicht ganz halten, manchmal nuschelt er leider ein bisschen zu sehr die Vokale weg, ein paar Kracher haut der Pate aber auch noch raus: „Das ich ein so interessanter Typ bin, lieber Günther, hätte ich nicht gedacht“, „wenn du wüsstest, wie zuhause bei mir die Glocken klingen“, „vielleicht kommt noch mal ein anderes Fest, lieber Günther, da kannst du die Rede wiederholen.” Schenkelklopfer, Jubelperser, Standing Ovations, Geiger und Aussi machen die Welle, und endlich geht es ans Büffett.
Geiger isst auf MVs Gesundheit 36 Croissants, der kann sich das auch leisten mit seinem Heavy-Metal-Körper, Aussi hält sich wegen seines schwachen Bindegewebes an die Hobbys des Präsidenten, also Puffbrause und Weißwein.
Beim Stehempfang fachsimpeln wir noch etwas über die Machart des Büchles selbst: MV hat erst gar nicht versucht zu behaupten, dass er das Geschoss selber geschrieben hat. Stattdessen hat er das Triumvirat aus Verleger, Ghostwriter und einem dritten Menschen gelobt, dessen Funktion wir nicht kapiert haben. Ohne die drei wäre der Schinken auf jeden Fall nicht entstanden, gibt der Präsident locker zu, um lässig anzufügen: „Ich habe das Buch wirklich gern gelesen.“
Das Schlusswort gehört Karl Allgöwer, der im aktuellen 11 Freunde anerkennend über MV philosophiert: „Auf der Meisterfeier 1984 wollten wir unbedingt erleben, dass der Präsident mal die Segel streicht. Wir haben uns abgewechselt, jeder musste eine Stunde hin und mit ihm feiern, aber wir haben es nicht geschafft.“
Liegt vielleicht am kleinen Geheimnis von MV, das man aber nur herausbekommt, wenn man ihm beim Autogrammtausch sehr, sehr nahe kommt. Ganz leicht, aber wirklich nur ganz leicht, riecht der Don der CDU Baden-Württemberg nach Schwefel. Wie es sich für den halben Leibhaftigen eben gehört.
(Original: So heißt der Seggel in Druckbuchstaben)
(Fälschung: Riecht es hier irgendwo nach Schwefel?)
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Kickerle.TV: Die Antitrainer – Christoph Daum
Am 24. Jan 2012, 16:36 Uhr von martin
In unserer losen Serie “Die Antitrainer” huldigen wir Fußballlehrer aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit. Heute zieht unser Fussballfachmann JMO2 nach Peter Neururer, Stepi und Otto Rehhagel eine wahrhaft schillernde Gestalt aus dem Hut: Christoph Daum. Da rattert es doch sofort los: Haarprobe, vier Ausländer aufm Platz und natürlich die Meisterschaft mit dem VfB im Jahr 1992. Hat seitdem nur der Armin geschafft. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es auch diese Saison nix mit der Schüssel.
Als letztens der Präsident und Lichtgestalt des FC Bayern, Uli Hoeneß, seinen 60. Geburtstag feierte, da war ich leider nicht eingeladen. Nehme an der Bericht vom Aussi folgt aber zeitnah. Wer ebenfalls nicht eingeladen war und wohl auch bei einer Einladung nie gekommen wäre: Christoph Daum. Immerhin hat er dem bekannten Wurstfabrikanten gratuliert, nicht ganz selbstverständlich, wenn man bedenkt, das es schlussendlich Hoeneß war, dem dem diplomierten Fußballtrainer Daum den Höhepunkt seiner Karriere indirekt verbaut hat.
Von vorne: Geboren wurde Christoph Daum im lieblichen Zwickau in der damaligen DDR und kam dann im Alter von sechs Jahren ins malerische Duisburg. Das Leben dort war hart als Knirps, besonders beim Bier holen, wie er später berichtete: „Entweder du hast den Jungs Wegezoll bezahlt, oder es gab einen Tritt und die Bierpullen waren kaputt.“
All das konnte ihn nicht brechen, er behauptet sich und macht fußballerisch Karriere bei Hamborn 07, deren DFB-Pokalspiel gegen den FC St. Pauli im Dezember 1952 als erstes Spiel im deutschen TV übertragen wurde, außerdem bei Eintracht Duisburg. Dies allerdings, wie die meisten Trainer aus dieser Reihe, im unterklassigen Bereich. Immerhin langt es 1981 zur deutschen Amateurmeisterschaft mit der zweiten Mannschaft des 1.FC Köln.
Zeitgleich mit seiner Zeit als Spieler in Köln studierte er an der Sporthochschule in Köln und seine Diplomarbeit mit dem Namen „Die Wichtigkeit und Bedeutung von pädagogischen und psychologischen Maßnahmen eines Fußballtrainers“ müssten ihn eigentlich als Ur-Tuchel stigmatisieren, aber sein Schaffen war und ist einfach zu facettenreich um ihn außen vor zu lassen. Zumal der Tuchel garantiert nie „Bierpullen“ für seine Familie von der nächstgelegenen Trinkhalle holen musste. Falls doch, soll er es beweisen!
Neben der Knochenmühle Amateur- und Co-Trainer beim EffZäh in Köln, hält er bereits seit Mitte der 80er nebenbei Motivationsvorträge für Manager und ähnlichen Kram. Auf Daums Webseite klingt das dann so: „Es dauert nicht lange, da hält Christoph Daum, der ein Publikum mit seiner Mischung aus flamboyanter Rede, profunder Sachkenntnis und innovativen Ideen zu fesseln versteht, Vorträge zu Mitarbeitermotivation und Unternehmensführung auch vor Managern aus der Wirtschaft“. Toll!
Beim EffZäh hat er dann lange genug gebuckelt und intrigiert um dann ab 1986 Nachfolger Cheftrainers Georg Keßler zu werde. Hier legt er schlussendlich den Grundstein für seine späte Karriere, wird in knapp vier Jahren einmal dritter und zweimal Vizemeister.
Besonders gerne erinnere ich mich an das Rededuell im Aktuellen Sportstudio mit Jupp Heynckes und Uli Hoeneß kurz vor dem entscheidenden Spiel im Mai 1989 beider Mannschaften gegeneinander. Wer nach all den Soulvideos noch 30 Minuten Zeit hat – die sind hier wirklich gut angelegt:
Allerdings konnte Daum die Meisterschaft nicht an den Rhein holen, verlor das Duell gegen Bayern auf dem Spielfeld. Während der WM 1990 wurde Daum dann unter ungeklärten Umständen dann bei seiner „Herzensangelegenheit“ vor die Tür gesetzt.
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Vertikales Groundhopping
Am 31. Okt 2011, 09:07 Uhr von Kollege Geiger
Oder auch Punketeilung mit Sitzheizung, 1:1 (1:1). Vertikales Groundhopping geht so, dass man nicht heute in Dresden und morgen in Köln beim Fussi zuguckt – sondern neulich noch Stehplatz in Degerloch gegen Pfullendorf und diesen Samstag dann im Business Center der Mercedes-Benz Arena gegen den Deutschen Meister. Verrückt!
Über zwei Ecken wurde ich in die VIP-Loge eines Stuttgarter Kaufhauses eingeladen. Dafür an dieser Stelle recht herzlichen Dank und ein paar Takte Product Placement:
Breuninger!
Breuninger!
Breuninger! Bist der Beste.
Und obendrein noch for free, for you, vor Ort ein selbst ausgedachter Werbespruch: “Suchst Du einen Teilchenbeschleuniger, geh ins Kaufhaus Breuninger.”
In der Business-Klasse ist alles anders. Statt Sanifair-Stadionwurst, die man nur mit der VfB-Card bezahlen kann, gibt’s drei warme Mahlzeiten (vor, während und nach dem Spiel), die man überhaupt nicht bezahlen muss.
Und das wahrscheinlich zu Recht: hier oben kann man sich sicher sein, dass keiner das Gläschen seines Stadion-Shrimpscocktails nach Kloppo wirft.
Unter uns führt man Selbstgepräche. Über uns nur noch Abramovic und der liebe Gott.
Die größte Kluft klafft zwischen echten Fans und Business-Besuchern aber vermutlich beim In-Stadion-Entertainment: während man sich draussen Lady Ländle anschauen muss, bereitet man sich innen mit einem eigenes für die ENBW produzierten Warm-up-TV-Magazin auf das Spiel vor. Wer einen Business Seat kauft, erscheint im ntv-Ticker. High Five an die Starz Metallbau Vertriebs GmBH und viele andere.
Ich vergewisser mich auf dem Flatscreen, dass Pavel Pogrebnyak wirklich noch verletzt ist und nicht spielt und trau mich dann erst rein,…ne…raus. Die Breuninger Loge bietet einen fantastischen Blick aufs Spielfeld, die Recaro-Sitze Popoheizung.
Dann gibt’s Promialarm. Hatte neulich ja schon am Eugensplatz die Mutter aller Proteste gesehen – Gandalf Stocker – und gedacht: geiler gehts nicht. Gehts aber doch! Denn wo die Breuninger-Loge aufhört, fängt die VfB-Ehrenloge an.

Nationaltrainer auf halb drei: Bert van Marwijk drückt dem BvB die Daumen und ignoriert die “Steht auf wenn Ihr Schwaben seid” Gesänge. Eine Reihe drunter: unser Mann von der Käsetheke, der König von Gaziland, Eduardo Garcia.Was den Käsekönig und mich verbindet, ist die Hybridliebe zu beiden Vereinen. Ich hab ihm das selber schon mal am Rande eines Kleinfeld-Turnieres im Fellbacher Soccer Olymp gesagt – und wiederhole mich gerne: ich finde es gut, dass der Mann sich beim VfB und den Kickers engagiert. Wenn die drei Münchener Clubs Bayern, 60er und Haching alle gemeinsam den Schriftzug “Hofpfisterei” auf der Brust hätten, würde sich niemand aufregen. Die gleichen Leute, die GAZI blöd finden, tragen Trikots der Göttinger Gruppe. Nächste Saison zieht sich Garcia bei den Roten zurück (und gerüchteweise auch bei den Kickers) und dann dürfen alle mit dem Yildirai Bastürk-Gedächtnissponsor Turkish Airlines rumrennen. Glückwünsch!
Ex-Siebener Silvio Meissner akquiriert neue Spielerfrauen und lässt sich dazu vom Bodenpersonal die Notrutschen erklären.
Dann mein Lieblingspromi, nicht nur weil er mir ein Bombole schenkt:
Investigatives Nachfragen bringt ans Tageslicht, dass es an die 40 Breunibär-Kostüme gibt, dass alleine der Kopf 2.500€ kostet und dass Breuni nächstes Jahr 60 wird. Ich schlage vor, gemeinsam reinzufeiern und lade ihn für 2012 zur 4-Jahre kessel.tv Party in die benachbarte Porsche-Arena ein. Nur beim abschliessenden Geschenk hat man leider auf Fernostware gesetzt und einen Schreibfehler in Kauf genommen:
Spiessrutenlaufen dann beim Rausgehen. Man muss aufpassen, nicht ständig in einen VfB-Spieler zu laufen und Autogramme holen zu müssen.
Tamas Hajnal (> 90. + 2 Gentner)
ET Marc Ziegler.
Dann nur wenige Meter vor der Dekontaminier-Schleuse zurück ins echte Leben noch ein Sontagssschuss. Ein fotografischer Fallrückzieher. Tor des Monats. Gallopper des Jahres:
Ausgleich mit dem Aussenreporter.
Nächsten Sonntag groundhoppen wir dann alle schön 3 Ligen tiefer ins Gazi-Stadion Degerloch zum Gastspiel des 1.FC Nürnberg römisch zwei gegen den aktuellen Tabellenführer (!!!) Stuttgarter Kickers. Am meisten werde ich da den beheizten Recaro-Sitz vermissen.
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Kickerle.tv-Doppelpass: Sommer in Bad Cannstatt und Raki at the Disco
Am 23. Aug 2011, 09:00 Uhr von Aussenreporter
Wir sind krasse Fußballhörschte: Geiger im Stadion, ich im Stadion = zwei Einträge. Zunächst ein sachlicher Spielbericht und gegen Mittag ein noch sachlicherer Spieltag-Vergleich VfB vs. Kickers von Kollege Geiger.
Heimspiel. Hitze. Halleluja: Samstag war ich zum ersten Mal im neuen Stadion in Bad Cannstatt. Ist das ein Fußballtempel, ein Schmuckkästchen, eine Kathedrale des runden Leders, ach, was red ich, mindestens das geilste neue Stadion der Welt. Cannstatter Kurve ist jetzt so groß wie Ober- und Untertürkheim zusammen, geht gut ab. Auch den 37 mitgereisten Fans aus Leverkusen scheint es gefallen zu haben.
Das Scheiß-Fankarten-System ist dagegen noch genau so blöd, wie ich es in Erinnerung habe. Bier und Wurst gibt es ja nur noch gegen Plastikkarte, meine funktioniert natürlich nicht. Heule dann wie Ballack so lange herum, bis ich doch noch in bar zahlen kann.
Dieser souverän von mir herausgeweinte Punktsieg bleibt aus Stuttgart-Sicht der einzige des Nachmittags. Zum Spiel ist eigentlich schon alles gesagt. Leverkusen steht auch ohne Ballack sackgut (oder weil er nicht dabei ist?) und gewinnt 1:0, der VfB ist seltsam uninspiriert und wirkt so, als habe man schon eine komplette Saison in den Knochen. Oder den Sommer in Bad Cannstatt.
Der Heini, der beim VfB auf rechts vorne einteilt war, muss am Samstag im Bad Berg abgetaucht sein, da war 90 Minuten lang eine Lücke so groß wie die Grube rund um die neue Bibliothek, sodass ständig der Oberhirbel Boulahrouz nach vorne rennen musste.
Bei seinem einzig halb-gefährlichen Vorstoß hat er sich denn auch prompt die gelbe Karte geholt, weil er sich den Ball zu weit vorgelegt hat und dann mit beiden Beinen hinterher grätschen musste. Über seine Gelb-Rote sagt man besser auch nichts, das war ein klassischer Boula, erst motzen und dann auch noch einen halb abgeknickten Stinkefinger zeigen.
So einen hässlichen Fuckfinger hab ich seit der dritten Klasse nicht mehr gesehen, als ich mich mit meinem Kumpel Timo um sein Vesperbrot gestritten habe (Er hatte Salami vom Metzger, ich nur Scheiblettenkäse, hätte gerne getauscht, der Neider wollte aber nicht. Daraufhin gegenseitiges Fickfinger-Battle inkl. Straße, Kreuzung, Hochhaus, Antenne, kennt das noch einer?).
Hab ich eigentlich schon mal meine Lieblingsgeschichte von Boula erzählt? Als er nach Stuttgart wechselte, war es ihm angeblich am wichtigsten, dass er ein Haus mit einer Garage findet, in der er mit seinen Schlitten wenden kann. Also in der Garage, nicht im Haus. Klaro, kann man schon gut brauchen, wenn man mit dem Hummer zeitig zum Training düsen muss. Hätte ich auch keinen Bock auf rückwärts ausparken.
Zurück zum Spiel: Der VfB hat allerfeinsten Anti-BVB-Fußball gezeigt, hat alles furchtbar lange gedauert, nur den Kvist fand ich ganz geil, der hat als einziger kommandiert und gepresst und Räume eng gemacht und gegen den Ball gearbeitet und verschoben und gedrückt. Mehr Fußball-Vokabeln fallen mir grad nicht ein.
Kvist ist definitiv der geilste Neuzugang, fand ihn auch Sonntagabend bei Sport im Dritten sensationell, sah ein bisschen aus wie ein Beatsteaks-Fan, blaue Chucks, schwarze Shorts und schwarzes T-Shirt. Hat glaubhaft versichert, dass er Stuttgart super findet, Essen toll, meinte er, hatte sich vor der Sendung noch „Maultaschele“ mit seiner Freundin gemacht. Mit dem könnte man bestimmt auch den ein oder anderen Schnäppes im Transit trinken, hat mir gut gefallen.
Der zweitbeste Neuzugang der Saison ist Lady Ländle. Die sensationelle Drei-Löwen-Takt-Botschafterin durfte in der Halbzeit den Fan des Tages küren, das war ehrlich gesagt härteres Brot als das gesamte Spiel zusammengenommen. Lady Ländle kam mir vor wie die halbhippe Cousine von Sonja Schrecklein. Oder was man sich beim Drei-Löwen-Takt halt so als hipp vorstellt. Es war die Hölle, wirklich, unglaublich, ein schwäbisches Humorgewitter, bei dem selbst Christoph Sonntag einpacken kann.
Hab leider kein Video aus dem Stadion von ihr gefunden, auf der CMT war sie aber auch schon ganz witzig unterwegs:

Vielleicht kann der Bruno das Schreckgespenst ja im nächsten Spiel als Ersatz von Boulahrouz aufstellen. Bei der nimmt sogar Maik Franz vor Angst Reißaus, und der spielt bekanntlich am besten mit gebrochener Nase.
Nach dem Spiel wie immer mit Serdar Tasci, Spitzname Raki at the Disco, noch ein romantisches Kaltgetränk beim Poilzeisportverein gekippt. Wenn Serdar trinkt, will er sich immer mit Mädels ablichten lassen. Mir ist das meist ein bisschen unangenehm, dem Ex-Nationalspieler kann ich aber keinen Gefallen abschlagen – vor allem wenn er verloren hat, da riecht er nach dem Spiel immer besonders frisch und geduscht. Mann, war der aufgeregt, dass er endlich mal neben einem gescheiten Kiebitz posieren durfte.
Beim nächsten Mal fotografiert mich Serdar mit Lady Ländle und Boula im Arm. Hat er mir fest versprochen.
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Frischer Fisch und VfB
Am 8. Jul 2011, 15:41 Uhr von Aussenreporter
Brandaktuelle Werbemaßnahme des Hamburger Fischmarkts, der seit gestern wieder auf dem Karlsplatz gastiert: „Wir Fischköpfe gratulieren dem VfB zur Meisterschaft 1942 äh 2007“. War ja quasi auch erst gestern, kann man schon mal eine Weile hängen lassen. Die Fischbrötchen sind übrigens etwas frischer als das Plakat, Sound und Stimmung sind wie immer Hölle, der Mini-Wasen läuft noch bis 17.7..
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Fliegender Pokal
Am 21. Apr 2011, 16:05 Uhr von martin
Kurz vorm Wochenende noch zwei Sportmeldungen “vom besten Teil der Welt”, wie Aussi zu Fußball sagt. Real Madrid hat gestern den spanischen Pokal gegen Barcelona geholt. Was man so lesen kann, war Özil wieder recht stark. Muss man ja immer dazu schreiben jetzt, wenn es um Real geht, wie Özil und Khedira gekickt haben.
Jedenfalls gab es im Anschluss den typischen Triumphzug durch die Stadt – wie damals in Stuttgart, als Organisierte Invasion ihr erstes Album veröffentlichten – bei dem dummerweise Reals Sergio Ramos den Pokal nicht ganz im Griff hatte, der Pott vom Bus-Balkon stürzte und der Liner schön drüber donnerte. Da stockt dir der Atem, du!
Weiterhin gibt die schönste Rotwein-Nase im gesamten Remstal und alter Homie vom Inge, der MV, ein mehr oder weniger aufsehen-erregendes Interview in der Stuttgarter Zeitung zur aktuellen Situation des VfBs.
Darin prangert Mayer-Vorfelder die Transfer-Politik der letzten Jahre an, dass man mehr auf die Jugend setzen sollte, wie er früher als Präsident selbst teilweise die Spieler ausgesucht hat oder wie er damals mit dem ganzen Barvermögen des Vereins in die Schweiz geflogen ist um Jürgen Sundermann zu verpflichten. Da der MV bekanntlich seit jeher der Inbegriff einer kontroversen Persönlichkeit ist, egal ob als VfB-Präsident oder Finanzminister, wird das Interview auf der StZ schon entsprechend kontrovers wie unterhaltsam kommentiert.
Dann wollen wir mal hoffen, dass die MV-Kritik im Spiel gegen Hamburg nicht auf die Stimmung drückt. Aber gerade da sollte ja der Bruno motiviert sein.
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iRot oder iBlau?
Am 16. Feb 2011, 09:08 Uhr von Kollege Geiger
Nahezu zeitgleich kamen dieser Tage zwei Apps für die Anhänger der beiden großen Stuttgarter Fussi-Vereine auf den Markt – oder besser gesagt: in den App-Store. Lokalderby auf dem iPhone zwischen dem VfB und den Stuttgarter Kickers.
Als einer der wenigen Stuttgarter Hybrid-Fans, der die Roten und die Blauen unterstützt, und nach Cannstatt geht, wenn er Fußball schauen will und nach Degerloch, wenn’s um die Wurst geht, hab ich mir gleich beide Programme geladen.
Sowohl Kickers als auch VfB App gibt’s für umsonst. Erstmal. Die Lockvögel aus Cannstatt wollen nach 4 Wochen Gratistest 1,59 Euro pro Monat. Wobei dieser Vertrag – wie der von Julian Schieber – auch für die zweite Liga gilt.
Beide Apps kommen ohne GAZI Menüvorschläge aus – trotz des gemeinsamen Werbepartners. Die Kickers App ist hausgemacht und wirkt auch so. Sympathisch eben. Die App „Mein VfB“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Stuttgarter Zeitung und –Nachrichten und entsprechend professioneller.
Die Blauen geben sich elektronisch wie auch auf dem Platz redlich Mühe, aber es reicht halt nicht ganz für den Aufstieg. Klar kann man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen und 1. Liga nicht mit vierter. Aber der digitale Klassenunterschied wäre nicht mal von Fredi Bobic wegzudiskutieren.
Kickers auf’m iPhone ist halt wie Kickers auf’m Platz: was für echte Fans. Zu denen ich mich als Besitzer einer Dauerkarte und zweier Trikots zähle (wobei eines von Robert Hofacker stammt und von ihm in der 1. (!!!) Liga getragen wurde, Hammertyp, heute bei der Stuttgarter Versicherung).
Da ist der VfB einfach unterhaltsamer und glamouröser. Wie die Sportschau wollen wir den Rest der Sendezeit also mal der Bundelisga widmen:
Orakel Live-Ticker? Echt optimistisch, wird der doch für die 1. Liga, die Champions League und den DfB-Pokal angeboten. Na gut, aber auch für die 2. Bundesliga.
Witzig: wählt man Trainer, dauert und dauert und dauert das. Klar, da müssen ja auch die ganzen Interims-Übungsleiter wie Keller und Babbel ge-preloadet werden.
Praktisch! Mit Hilfe des Heimtabellen-Features kann man zumindest mal elektronisch die Abstiegsplätze verlassen und sich den Tabellenstand schön-appen.
Bisschen überrascht war ich dann bei den Videos. Da stand prominent „Hecking zu Stuttgart“. War aber nicht die x-te Trainerwechselmeldung sondern nur der Film zur Pressekonferenz. Schade eigentlich „Labbadia zu Freiburg“ (und Dutt dann endlich nach Cannstatt, was ich ja schon lange fordere) hätte ich schon ne gute Meldung gefunden.
Auch top: Beim Kader sind sie alle aufgelistet. Sogar der Okazaki schon. Jeder Spieler mit den Namen seines Beraters, leider ohne Durchwahl. Könnte man sonst mal einen anrufen und DembaBamäßig aus dem laufenden Vertrag rausklingeln.
(Hinweis in eigener Sache: Der „Stürmer“ Pogrebniak ist bei einem Herrn Dr. Oliver Wendt zu haben.)
Da Spielfreude beim VfB ja groß geschrieben wird, gibt’s noch Fun & Entertainment satt: Die Lyrics zu Fangesängen wie „Auswärtssieg“ oder „Deutscher Meister“.
Dazu gibt’s ne Hupe, die man nicht nur beim 15.30 Uhr Anpfiff sondern auch beim 19.00 Uhr Schwabenstreich prima einsetzen kann- und endlich auf dem iPhone: eine Rote Karte. Falls man mal Mike Frantz im Nightlife begegnet.
Und was braucht man sonst noch auf seinem mobilen Endgerät?
Richtig. Alle Präsi’s des VfB seit Anbeginn. Dachte eigentlich, dass war seit 1893 der Erwin Staudt; fühlt sich zumindest so an.
Aber das beste an dieser Funktion sind die neuen Frisurenvorschläge für Undercutmaster Thorsten:
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