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  • 4

    BB on Twitter #12

    Am 3. Jan 2012, 10:25 Uhr von martin

    Ganz große Ausgabe.

    Ganz große Ausgabe.

     
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  • 3

    Bahn vs. Telekom

    Am 14. Nov 2011, 16:31 Uhr von martin

    Twitter-Krieg der Sterne auf Twitter. Riesenplanet gegen Riesenplanet.

    Twitter-Krieg der Sterne auf Twitter. Riesenplanet gegen Riesenplanet.

     
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  • 3

    Is it old?

    Am 21. Okt 2011, 12:00 Uhr von Thorsten W.

    Neulich hat eine Kollegin gemeint: “Hey, kennt ihr schon Draw a Stickman?” Und ich so: “Boah, Draw a Stickman ist voll gestern Vormittag!”. War natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber in Zeiten von Facebook, Twitter und MySpace-Chat ist kaum eine Idee, eine Website oder ein lustiges Bild so neu, dass es nicht schon jemand anders schon lange gepostet, getwittert oder getrommelt hat.

    Und damit man sich bei Twitter nicht blamiert, weil man einen alten Scheiß twittert, gibt es die (neue?) Website Is It Old?. Da kann man einen Link eingeben und es wird geprüft, wie oft der Scheiß schon getwittert wurde und wann zum ersten Mal. Alleine die minimalistische Gestaltung ist einen Preis wert, und wie man sieht ist Kessel.TV “Really Old”. Also bloß nicht twittern, bitte!

    www.isitold.com

    Neulich hat eine Kollegin gemeint: "Hey, kennt ihr schon Draw a Stickman?" Und ich so: "Boah, Draw a Stickman ist voll gestern Vormittag!". War natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber in Zeiten von Facebook, Twitter und MySpace-Chat ist kaum eine Idee, eine Website oder ein lustiges Bild so neu, dass es nicht schon jemand anders schon lange gepostet, getwittert oder getrommelt hat. Und damit man sich bei Twitter nicht blamiert, weil man einen alten Scheiß twittert, gibt es die (neue?) Website Is It Old?. Da kann man einen Link eingeben und es wird geprüft, wie oft der Scheiß schon getwittert wurde und wann zum ersten Mal. Alleine die minimalistische Gestaltung ist einen Preis wert, und wie man sieht ist Kessel.TV "Really Old". Also bloß nicht twittern, bitte! www.isitold.com

     
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  • 8

    BB on Twitter #04

    Am 18. Sep 2011, 19:11 Uhr von martin

    Stuttgart From The Source

     
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  • 4

    Leistungsstärkstes Windrad eingeweiht: Die Landesregierung twittert

    Am 12. Sep 2011, 16:55 Uhr von martin

    Twitter-Account des Tages: @RegierungBW. Bestimmt haben die vom Hirsch gesagt, Jungs, ihr müsst jetzt twittern. Sogar die Bahn twittert, die Stadt schon längst, Thorsten Weh auch, Mario Krupa nicht und der christliche Stefan Kaufmann sowieso. Okay, wenn Stefan Kaufmann twittert, dann twittern wir auch, ätschmuhbuhkuh.

    Schätze mal das Projekt hatte eine Vorlaufzeit von ungefähr, ähm, seit 27. März. Komplizierte Sache bei so Ämtern. Muss überall abgesegnet und genehmigt werden. Ja was machen wir wenn die Menschen fies zu uns sind? Ja, das kann passieren im Internet. Und außerdem war ja auch Urlaubszeit. Da bleibt vieles liegen. Aber jetzt. Voll spannend haben sie es gemacht.

    “Hier twittern Regierungssprecher Rudi Hoogvliet #rh & das Online-Team des Staatsministeriums.” Also ich glaub eher das Online-Team. Hi Team. Bislang noch nicht viel los, außer dass Kretsche halt am Wochenende ein Windrad eingeweiht hat und deswegen nicht zum 0711Sommerfest gehen konnte. Ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Ansonsten verspricht man Dialog anstatt “Einbahnstraße,  und dass man vielen metrosexuellen Einrichtungen und Dingern folgen wird. Es wird großartig.

    Ich twittere jetzt diesen Beitrag und hol mir ein Dankeschön vom Winnie, mach dann einen Spaziergang im Kräherwald und weihe anschließend in Botnang noch ein Atomkraftwerk ein.

    Twitter-Account des Tages: @RegierungBW. Bestimmt haben die vom Hirsch gesagt, Jungs, ihr müsst jetzt twittern. Sogar die Bahn twittert, die Stadt schon längst, Thorsten Weh auch, Mario Krupa nicht und der christliche Stefan Kaufmann sowieso. Okay, wenn Stefan Kaufmann twittert, dann twittern wir auch, ätschmuhbuhkuh. Schätze mal das Projekt hatte eine Vorlaufzeit von ungefähr, ähm, seit 27. März. Komplizierte Sache bei so Ämtern. Muss überall abgesegnet und genehmigt werden. Ja was machen wir wenn die Menschen fies zu uns sind? Ja, das kann passieren im Internet. Und außerdem war ja auch Urlaubszeit. Da bleibt vieles liegen. Aber jetzt. Voll spannend haben sie es gemacht. "Hier twittern Regierungssprecher Rudi Hoogvliet #rh & das Online-Team des Staatsministeriums." Also ich glaub eher das Online-Team. Hi Team. Bislang noch nicht viel los, außer dass Kretsche halt am Wochenende ein Windrad eingeweiht hat und deswegen nicht zum 0711Sommerfest gehen konnte. Ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Ansonsten verspricht man Dialog anstatt "Einbahnstraße,  und dass man vielen metrosexuellen Einrichtungen und Dingern folgen wird. Es wird großartig. Ich twittere jetzt diesen Beitrag und hol mir ein Dankeschön vom Winnie, mach dann einen Spaziergang im Kräherwald und weihe anschließend in Botnang noch ein Atomkraftwerk ein.

     
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  • 7

    Netzhypes des Tages

    Am 26. Jul 2011, 16:50 Uhr von martin

    Heute der Hit, morgen wahrscheinlich schon wieder vergessen, kurz auf den Zug gesprungen, zwei Netzhypes des Tages:

    Heute früh hat Spiegel Online über die Website www.c-wie.de eines 19jährigen (SPD-Mitglieds) berichtet, der auf der Homepage die Wahlkampfkampagne der CDU Mecklenburg-Vorpommern “C wie Zukunft” verarscht. Kann jeder einen Spruch eintragen, allerdings kontrolliert der Betreiber zunächst die Einträge (“sonst wird da jede Menge Müll reingestellt”). Falls ihr euch also schon den ganzen Tag wundert, warum eure Kollegen seltsames Zeug auf FB posten wie z.B. “C wie Cutmaster Crupa” oder “C wie Collerausfahrt” oder “C wie Leda” – daran liegt´s.

    Wie garstig das Netz sein kann, sieht man bei der #fickdichberlin-Hashtag-Geschichte auf Twitter, die heute gegen 12:00 Uhr losgetreten wurde.

    Wie man sieht, herrscht großer Unmut und Unzufriedenheit gegenüber der Hauptstadt und Regierung. Gibt dazu ein Vorbild, nämlich die gestrige #fuckyouwashington-Nummer von Jeff Jarvis, amerikanischer Journalist und Professor und Autor des Buches “What would Google do?”.

    Dabei ist das Hashtag so gesehen gar nicht von ihm. Nachdem er im TV die Verhandlungen über die US-Schuldenkrise verfolgt hat, war er ziemlich pissed und twitterte: “Hey, Washington assholes, it’s our country, our economy, our money. Stop fucking with it.”

    Und weiter: ”That’s all I was going to say. I had no grand design on a revolution. I just wanted to get that off my chest. That’s what Twitter is for: offloading chests. Some people responded and retweeted, which pushed me to keep going, suggesting a chant: “FUCK YOU WASHINGTON.” Then the mellifluously monikered tweeter @boogerpussy suggested: “.@jeffjarvis Hashtag it: #FUCKYOUWASHINGTON.” Damn, I was ashamed I hadn’t done that. So I did.”

    Manche meinen nun, die #fickdichberlin-Nummer wäre ne billige Nachmache, sowieso nur Genörgel und man sollte doch selbst kreativ werden, so Nico Lumma auf seinem Blog.

    Mal gucken, ob wir morgen noch darüber reden. Thorsten meinte, man sollte doch mal eine Tweet-Welle mit #dntfckwthstgt starten.

    Heute der Hit, morgen wahrscheinlich schon wieder vergessen, kurz auf den Zug gesprungen, zwei Netzhypes des Tages: Heute früh hat Spiegel Online über die Website www.c-wie.de eines 19jährigen (SPD-Mitglieds) berichtet, der auf der Homepage die Wahlkampfkampagne der CDU Mecklenburg-Vorpommern "C wie Zukunft" verarscht. Kann jeder einen Spruch eintragen, allerdings kontrolliert der Betreiber zunächst die Einträge ("sonst wird da jede Menge Müll reingestellt"). Falls ihr euch also schon den ganzen Tag wundert, warum eure Kollegen seltsames Zeug auf FB posten wie z.B. "C wie Cutmaster Crupa" oder "C wie Collerausfahrt" oder "C wie Leda" - daran liegt´s. Wie garstig das Netz sein kann, sieht man bei der #fickdichberlin-Hashtag-Geschichte auf Twitter, die heute gegen 12:00 Uhr losgetreten wurde. Wie man sieht, herrscht großer Unmut und Unzufriedenheit gegenüber der Hauptstadt und Regierung. Gibt dazu ein Vorbild, nämlich die gestrige #fuckyouwashington-Nummer von Jeff Jarvis, amerikanischer Journalist und Professor und Autor des Buches "What would Google do?". Dabei ist das Hashtag so gesehen gar nicht von ihm. Nachdem er im TV die Verhandlungen über die US-Schuldenkrise verfolgt hat, war er ziemlich pissed und twitterte: “Hey, Washington assholes, it’s our country, our economy, our money. Stop fucking with it.” Und weiter: "That’s all I was going to say. I had no grand design on a revolution. I just wanted to get that off my chest. That’s what Twitter is for: offloading chests. Some people responded and retweeted, which pushed me to keep going, suggesting a chant: “FUCK YOU WASHINGTON.” Then the mellifluously monikered tweeter @boogerpussy suggested: “.@jeffjarvis Hashtag it: #FUCKYOUWASHINGTON.” Damn, I was ashamed I hadn’t done that. So I did." Manche meinen nun, die #fickdichberlin-Nummer wäre ne billige Nachmache, sowieso nur Genörgel und man sollte doch selbst kreativ werden, so Nico Lumma auf seinem Blog. Mal gucken, ob wir morgen noch darüber reden. Thorsten meinte, man sollte doch mal eine Tweet-Welle mit #dntfckwthstgt starten.

     
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  • 12

    Lokalpresse und Gebäck

    Am 14. Jul 2011, 15:00 Uhr von Thorsten W.

    Ich war gestern bei der Social Media Night im Mercedes-Benz Museum. Das ist ungefähr so lustig wie ein Auftritt von Mario Barth, nur dass mehr Witze über Werber als über Frauen gemacht werden.

    Kurz vorneweg, wer nicht weiß was Social Media ist: Dabei handelt es sich um ein so genanntes Internet-Phänomen, das vorwiegend auf den Plattformen myspace, Kiezkollegen und Knuddels.de stattfindet.

    Ich war schon beim ersten, vom Stuttgarter Social Media Club (ja, das gibt es) veranstalteten Abend, über den Jana damals berichtet hat, hab dann zwei, drei ausgelassen und war gestern vor allem da, weil auch Kollege Geiger nebst Freundin und natürlich unsere Cannes-Reisegruppe am Start waren. Als ich ankomme sitzen Geiger und Frau schon in der dritten Reihe, und ich muss lange überlegen, ob ich mich daneben setze oder nicht doch einen Stehplatz nahe des Ausgangs wähle. Verstehen die beiden nicht – noch nicht.

    Links und rechts ist schon die Twitter-Wall aktiv, auf der alle Tweets projeziert werden, die zum Hashtag des Abends (#smcst) abgefeuert werden. Das war schon beim letzten Mal lustig und ist auch heute der amüsanteste Teil. Weil wozu soll so eine Twitter-Wall gut sein, wenn nicht zum Dissen des Refrenten, der sich nicht wehren kann, weil er ja davor steht und nicht sieht was über ihn gelästert wird?

    Der langweilige Teil des Publikums twittert allerdings so spannende Sachen wie Bin bei der Social Media Night #smcst, Komme gleich #smcst, Komme gleich, es regnet #smcst, Wurde beim Einchecken mit Namen begrüßt, yipiiiiieh #smcst, @knuddelbärchi heute müssen wir uns aber mal in RL kennenlernen, wink mal *grins* #smcst, interessanter Vortrag #smcst

    Beim Einchecken hat übrigens jeder zwei Oldschool-Bons bekommen (die Papier-Abreißdinger von der Rolle), einen für ein “Getränk” und einen für ein “Gebäck”. Es gibt aber nur Butterbrezeln, wir sind ja schließlich in Baden-Württembeg, und Geiger erntet mit seinem Tweet Brezel ist streng genommen kein Gebäck #smcst seinen ersten Lacher.

    Dann geht’s los. Der erste Vortragende vom Literatur-Café möchte etwas über WordPress erzählen und entschuldigt sich erst mal, dass er nichts über Kultur erzählen wird. Ist ihm glaube ich bisschen peinlich. Das Thema ist an sich interessant, und bei der Umfrage, wer denn WordPress benutzt, muss ich Geiger sagen, dass er strecken soll. Doch als der Redner behauptet, WordPress wäre als CMS für so gut wie jede Website geeignet und eine Grafik zeigt, die behauptet, WordPress würde bei 50% aller Websites weltweit als CMS eingesetzt, werde ich etwas stutzig.

    Ich bin aber höflich und bashe dezent an die Wall: #smcst WP für fast jede Website als CMS geeignet? Glaube ich nicht wirklich… Interessant wäre eine CMS-Statistik nur für Corporate Sites. Ein anderer Gast hat eine niedrigere Hemmschwelle: #smcst WordPress als CMS zu bezeichnen ist lachhaft. Es ist ne Blogsoftware. CMS ist was anderes. Sprecher isz plamlos :-( .

    Muss ich natürlich gleich retweeten, und nach dem Vortrag kommt der zweite Lästerer tatsächlich noch per Mikrofon zu Wort und zerreißt sachlich fundiert in zwei Sätzen die Aussage des Redners in der Luft. Ich breche spontan in Beifall aus. Als einziger. Alle sofort auf mich ungläubig gerichteten Blicke ignoriere ich mit einem bewusst wissenden Blick. Pah, die haben doch alle keine Ahnung.

    Dann wird’s endlich spannend, unsere fröhliche Reisegruppe aus Cannes ist vollständig angetreten und verspricht spannende Einblicke vom wichtigsten Werber-Stammtisch der Welt. Unser Freund Lukas-Pierre Bessis eröffnet die Runde und gibt gleich mal zu, dass es stimmt, dass sich die Jungs einfach ihren Trip nach Cannes vom Land Ba-Wü bezahlen lassen wollten. Aber das machten Industrieunternehmen schließlich auch. Und sie hätten ja gearbeitet vor Ort.

    Als Beweis stellt er drei “Cases” vor, also Social Media Kampagnen, die in Cannes ausgezeichnet wurden. Das macht er gut, er ist halt der geborene Entertainer, und ich weiß nicht, wieso ihn noch niemand als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei “Wetten Dass…” vorgeschlagen hat. Allerdings findet man die drei Cases auch bei YouTube, was ich natürlich gleich twittern muss. Die Veranstalter reagieren verschnupft und twittern gleich zurück Wie fast alles, aber nicht so fundiert erklärt wie hier (sinngemäß – der Tweet ist irgendwie weg). Hätte nicht gedacht, dass der Abend soo gut wird.

    Dann kommt mein persönlicher Höhepunkt des Abends. Zwei andere Teilnehmer der Reisegruppe wollen beweisen, dass in Cannes wirklich gearbeitet wurde. Sie haben nämlich einen Blog aufgesetzt, eine Facebook-Seite und getwittert. Daraus haben sie zwei wichtige “Learnings” mitgenommen, wie sie selber sagen: Ein Blog braucht Leser. Und ein Blog bedeutet Arbeit. Beides hatten sie irgendwie unterschätzt. Hm, wie soll ich sagen… nee, ich sag’s nicht.

    Auf jeden Fall haben sie es hingekriegt und erzählen stolz, dass sogar die lokale Presse berichtet hat. Und zeigen einen Screenshot von meinem Bericht auf Kessel.TV! Yeah! Ich muss mich stark zurückhalten, nicht jubelnd vom Stuhl aufzuspringen (einmal den Affen machen pro Abend reicht), Geiger hat Tränen in den Augen und Lukas kommt extra hergelaufen, um mir auf die Schulter zu klopfen.

    Trotz aller Emotionen schaffe ich es noch zu twittern. #smcst @kesseltv yeah, wir waren auf der Leinwand und wurden “Lokale Presse” genannt #win Ram liest zu Hause mit, die gute Nachricht kann ich ihm nicht vorenthalten. Aber wie es so im Leben ist, die Neider lauern an jeder Ecke. Prompt kommt eine Twitter-Antwort: Lokale Presse? Turnschuh-Blog! #smcst #kesseltv. Pah!

    Dann zeigen noch Kameramann Pasel und ein Musiker weitere Cases, deren Zweck sich nicht immer gleich erschließt, und eine lustige Fragerunde beginnt. Und ein älterer Herr mit Glatze packt gleich die ganz große Keule aus, erklärt, dass er Werber nicht mag und dass Werbung ein schlechtes Produkt doch auch nicht besser mache.

    Wie gut, dass Lukas für diesen Zweck wie aus der Pistole geschossen eine Parade am Start hat: Als er seine Frau kennengelernt habe, habe er ihr ja auch nicht erzählt, dass er Blähungen hat. Geheiratet hat sie ihn trotzdem, und jetzt furzt er wie wild. Also sinngemäß. Alle Lacher natürlich auf seiner Seite, zu Recht. Die weiblichen Zuschauer überschlagen sich bei Twitter mit Lobhuldigungen für den gelungenen Vortrag von Herrn Bessis, nur Heiratsanträge sind keine dabei. Ich guck aber zur Sicherheit noch mal nach.

    Dann ist der Spuk vorbei, und Geiger und ich sind froh, weil wir haben noch unsere Gutscheine für Getränk und Gebäck, die wir beim anschließenden Get-Together-Networken oben an der Bar verprassen wollen. Dort muss ich natürlich gleich mal Lukas aufziehen und frage ihn, was der Trip denn nun gekostet hat. Er versteht den Witz nicht und erklärt mir dezidiert seine Reisekostenabrechnung.

    Der Rest des Abends ist dann aber noch wirklich nett, die Gesprächsthemen gehen von Butterbrezeln über Sascha Lobo bis brennenden Automuseen, und am Schluss, als wir uns alle weinend in den Armen liegen, bieten mir Pasel und Lukas tatsächlich an, mich nächstes Jahr der Cannes-Reisegruppe anzuschließen. Das wäre überaus praktisch, weil mit mir hätten sie schon einen DJ, einen Blog und Leser mit dabei. Ich überleg mir das wirklich, muss nur noch bei Ram Urlaub beantragen.

    Ich war gestern bei der Social Media Night im Mercedes-Benz Museum. Das ist ungefähr so lustig wie ein Auftritt von Mario Barth, nur dass mehr Witze über Werber als über Frauen gemacht werden. Kurz vorneweg, wer nicht weiß was Social Media ist: Dabei handelt es sich um ein so genanntes Internet-Phänomen, das vorwiegend auf den Plattformen myspace, Kiezkollegen und Knuddels.de stattfindet. Ich war schon beim ersten, vom Stuttgarter Social Media Club (ja, das gibt es) veranstalteten Abend, über den Jana damals berichtet hat, hab dann zwei, drei ausgelassen und war gestern vor allem da, weil auch Kollege Geiger nebst Freundin und natürlich unsere Cannes-Reisegruppe am Start waren. Als ich ankomme sitzen Geiger und Frau schon in der dritten Reihe, und ich muss lange überlegen, ob ich mich daneben setze oder nicht doch einen Stehplatz nahe des Ausgangs wähle. Verstehen die beiden nicht - noch nicht. Links und rechts ist schon die Twitter-Wall aktiv, auf der alle Tweets projeziert werden, die zum Hashtag des Abends (#smcst) abgefeuert werden. Das war schon beim letzten Mal lustig und ist auch heute der amüsanteste Teil. Weil wozu soll so eine Twitter-Wall gut sein, wenn nicht zum Dissen des Refrenten, der sich nicht wehren kann, weil er ja davor steht und nicht sieht was über ihn gelästert wird? Der langweilige Teil des Publikums twittert allerdings so spannende Sachen wie Bin bei der Social Media Night #smcst, Komme gleich #smcst, Komme gleich, es regnet #smcst, Wurde beim Einchecken mit Namen begrüßt, yipiiiiieh #smcst, @knuddelbärchi heute müssen wir uns aber mal in RL kennenlernen, wink mal *grins* #smcst, interessanter Vortrag #smcst Beim Einchecken hat übrigens jeder zwei Oldschool-Bons bekommen (die Papier-Abreißdinger von der Rolle), einen für ein "Getränk" und einen für ein "Gebäck". Es gibt aber nur Butterbrezeln, wir sind ja schließlich in Baden-Württembeg, und Geiger erntet mit seinem Tweet Brezel ist streng genommen kein Gebäck #smcst seinen ersten Lacher. Dann geht's los. Der erste Vortragende vom Literatur-Café möchte etwas über Wordpress erzählen und entschuldigt sich erst mal, dass er nichts über Kultur erzählen wird. Ist ihm glaube ich bisschen peinlich. Das Thema ist an sich interessant, und bei der Umfrage, wer denn Wordpress benutzt, muss ich Geiger sagen, dass er strecken soll. Doch als der Redner behauptet, Wordpress wäre als CMS für so gut wie jede Website geeignet und eine Grafik zeigt, die behauptet, Wordpress würde bei 50% aller Websites weltweit als CMS eingesetzt, werde ich etwas stutzig. Ich bin aber höflich und bashe dezent an die Wall: #smcst WP für fast jede Website als CMS geeignet? Glaube ich nicht wirklich... Interessant wäre eine CMS-Statistik nur für Corporate Sites. Ein anderer Gast hat eine niedrigere Hemmschwelle: #smcst Wordpress als CMS zu bezeichnen ist lachhaft. Es ist ne Blogsoftware. CMS ist was anderes. Sprecher isz plamlos :-(. Muss ich natürlich gleich retweeten, und nach dem Vortrag kommt der zweite Lästerer tatsächlich noch per Mikrofon zu Wort und zerreißt sachlich fundiert in zwei Sätzen die Aussage des Redners in der Luft. Ich breche spontan in Beifall aus. Als einziger. Alle sofort auf mich ungläubig gerichteten Blicke ignoriere ich mit einem bewusst wissenden Blick. Pah, die haben doch alle keine Ahnung. Dann wird's endlich spannend, unsere fröhliche Reisegruppe aus Cannes ist vollständig angetreten und verspricht spannende Einblicke vom wichtigsten Werber-Stammtisch der Welt. Unser Freund Lukas-Pierre Bessis eröffnet die Runde und gibt gleich mal zu, dass es stimmt, dass sich die Jungs einfach ihren Trip nach Cannes vom Land Ba-Wü bezahlen lassen wollten. Aber das machten Industrieunternehmen schließlich auch. Und sie hätten ja gearbeitet vor Ort. Als Beweis stellt er drei "Cases" vor, also Social Media Kampagnen, die in Cannes ausgezeichnet wurden. Das macht er gut, er ist halt der geborene Entertainer, und ich weiß nicht, wieso ihn noch niemand als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei "Wetten Dass..." vorgeschlagen hat. Allerdings findet man die drei Cases auch bei YouTube, was ich natürlich gleich twittern muss. Die Veranstalter reagieren verschnupft und twittern gleich zurück Wie fast alles, aber nicht so fundiert erklärt wie hier (sinngemäß - der Tweet ist irgendwie weg). Hätte nicht gedacht, dass der Abend soo gut wird. Dann kommt mein persönlicher Höhepunkt des Abends. Zwei andere Teilnehmer der Reisegruppe wollen beweisen, dass in Cannes wirklich gearbeitet wurde. Sie haben nämlich einen Blog aufgesetzt, eine Facebook-Seite und getwittert. Daraus haben sie zwei wichtige "Learnings" mitgenommen, wie sie selber sagen: Ein Blog braucht Leser. Und ein Blog bedeutet Arbeit. Beides hatten sie irgendwie unterschätzt. Hm, wie soll ich sagen... nee, ich sag's nicht. Auf jeden Fall haben sie es hingekriegt und erzählen stolz, dass sogar die lokale Presse berichtet hat. Und zeigen einen Screenshot von meinem Bericht auf Kessel.TV! Yeah! Ich muss mich stark zurückhalten, nicht jubelnd vom Stuhl aufzuspringen (einmal den Affen machen pro Abend reicht), Geiger hat Tränen in den Augen und Lukas kommt extra hergelaufen, um mir auf die Schulter zu klopfen. Trotz aller Emotionen schaffe ich es noch zu twittern. #smcst @kesseltv yeah, wir waren auf der Leinwand und wurden "Lokale Presse" genannt #win Ram liest zu Hause mit, die gute Nachricht kann ich ihm nicht vorenthalten. Aber wie es so im Leben ist, die Neider lauern an jeder Ecke. Prompt kommt eine Twitter-Antwort: Lokale Presse? Turnschuh-Blog! #smcst #kesseltv. Pah! Dann zeigen noch Kameramann Pasel und ein Musiker weitere Cases, deren Zweck sich nicht immer gleich erschließt, und eine lustige Fragerunde beginnt. Und ein älterer Herr mit Glatze packt gleich die ganz große Keule aus, erklärt, dass er Werber nicht mag und dass Werbung ein schlechtes Produkt doch auch nicht besser mache. Wie gut, dass Lukas für diesen Zweck wie aus der Pistole geschossen eine Parade am Start hat: Als er seine Frau kennengelernt habe, habe er ihr ja auch nicht erzählt, dass er Blähungen hat. Geheiratet hat sie ihn trotzdem, und jetzt furzt er wie wild. Also sinngemäß. Alle Lacher natürlich auf seiner Seite, zu Recht. Die weiblichen Zuschauer überschlagen sich bei Twitter mit Lobhuldigungen für den gelungenen Vortrag von Herrn Bessis, nur Heiratsanträge sind keine dabei. Ich guck aber zur Sicherheit noch mal nach. Dann ist der Spuk vorbei, und Geiger und ich sind froh, weil wir haben noch unsere Gutscheine für Getränk und Gebäck, die wir beim anschließenden Get-Together-Networken oben an der Bar verprassen wollen. Dort muss ich natürlich gleich mal Lukas aufziehen und frage ihn, was der Trip denn nun gekostet hat. Er versteht den Witz nicht und erklärt mir dezidiert seine Reisekostenabrechnung. Der Rest des Abends ist dann aber noch wirklich nett, die Gesprächsthemen gehen von Butterbrezeln über Sascha Lobo bis brennenden Automuseen, und am Schluss, als wir uns alle weinend in den Armen liegen, bieten mir Pasel und Lukas tatsächlich an, mich nächstes Jahr der Cannes-Reisegruppe anzuschließen. Das wäre überaus praktisch, weil mit mir hätten sie schon einen DJ, einen Blog und Leser mit dabei. Ich überleg mir das wirklich, muss nur noch bei Ram Urlaub beantragen.

     
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