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Midlove
Am 7. Dez 2011, 08:35 Uhr von martin
Wie ging der Spruch neulich vom Thorsten? Mittwoch ist der neue Dienstag? Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich seit Jahren mittwochs ein körperliches Tief habe, abends total platt, und würde ums Verrecken nicht vor die Türe gehen. Gut, geh sowieso unter der Woche so gut wie nie weg.
Anders als der Passion: Der muss jetzt jeden Mittwoch raus. Oder ab und zu zumindest, seine Homeboys (neulich in der Suite: “Hast du früher auch Homeboy getragen?”) Tipura, Bow Tie und Swist (süsse Bärtchen über den Namen) unterstützen ihn bei seiner neuen Partyreihe Midlove. Heute Kick Off und dann eben jeden Mittwoch. Weil Mittwoch isch der neue… Musikalisch nur “nice’e Mukke”, wie Disco, Disco Funk, Nu Disco, House etc. Also garantiert kein Shackleton und Pinch, wie ich gerade höre. Hat mir Foffie empfohlen.
Keine Ahnung mehr ob wir das Thema schon mal hatten, das Dilayla ist vor einiger Zeit grundsaniert worden wie das Gerber und sieht jetzt ungefähr so aus:
Lediglich der Teppich und das Turkish Airlines Schild erinnern an alte Zeiten, an früher, an damals.
Dann noch ein Konzerttipp, wenn ich das richtig überprüft habe, noch nicht ausverkauft: Im Schocken spielen heute Abend die Junior Boys.
Schätzungsweise der nächste Großbrillenalarm nach Metronomy vergangene Woche. War komplett ausverkauft und scheinbar ein Eldorado für Optiker. Aussi war dort und meinte die Nasenfahrräder waren bei Metronomy noch größer als bei der Paperness. Kaum zu glauben.
Hab mich selbst mit Junior Boys nur stark begrenzt auseinandergesetzt, würde sie spontan in einen Topf mit Hot Chip und eben Metronomy werfen, aber das in einen Topf werfen ist prinzipiell immer falsch, weiß der Kenner, also holen wir sie die da wieder raus und sagen, dass Junior Boys garantiert ganz anders und ganz großartig sind. Carl Craig hat zumindest mal für “Like A Child” einen großartigen Remix gemacht. Und da isser, ne, isser nicht, weil in meinem Land nicht verfügbar. Neulich hab ich mal getwittert, wenn ich groß bin, möchte ich in meinem Land auch nicht verfügbar sein. Ach, Träume!
Zweiter Versuch, ach fick dich, dritter, jetzt mit passender Winterstimmung aus Montreal. Nach Montreal wollte ich schon immer mal:
Na, wie fand der Ken den Remix damals?
Da fällt mir ein, das Schocken eröffnet scheinbar noch vor Weihnachten ein Restaurant, asiatisch, am Marienplatz, im ehemaligen Subway. Wotsch aut. Mein Magen dreht sich jetzt schon bei dem Wort asiatisch.
Seinen Körper drehen kann man am Mittwochabend noch im Transit bei Robin “Dirty South” Treier, heißt “What´s The Dealiyo”, musikalisch doch eher entspanntere Musik wie Folk, Soul, Jazz. Richtig drehen dann, ja Öffi, im Stereo, beim one and only HipHop-Mittwoch. Keine Ahnung wer heute Abend auflegt, geht so oder so immer was.
Ich gehe jetzt mal ins Rathaus und mach ein paar alternative Sparvorschläge. Schönen Tag.
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Kein Plan
Am 3. Nov 2011, 12:09 Uhr von martin
Wer noch kein Plan hat, was er heute Abend tun soll, außer vielleicht den Weltfußball-Klassiker Kopenhagen gegen Hannover zu kommentieren, wahlweise Schalke gegen Larnaka, kann sich zum Beispiel ins Speakeasy begeben und ein Sonnenbad vor der LED-Wand nehmen. Ansonsten geht da: Kein Plan.
Beziehungsweise ein “ein interaktives, urbanmusikalisches Improvisationsspektakel für jung und alt.” Mehr Infos im folgenden Video:
Erster Donnerstag im Monat heißt auch, dass die TDSVWler im Rocker ihr ganz eigenes House bauen. Hey Foffie, was hörst du gerade? Snap?
Die Jungs haben mal ein, ähm, Video gedreht.
Dieses Video haben einst schon die Fantas für “Tag am Meer” kopiert.
Ansonsten geht die 0711 Jubiläumsfete im Transit und der Schräglage in Phase zwei, an den Decks Stargast Harris von den Specialists, dazu bekommt man einen Passion, einen Crypt und einen Igor. Keine schlechte Besetzung, wie auch im Tonstudio das heutige Duo Henster und Cin, den ich nicht mehr Cinny schreiben darf. Kann ich fast nachvollziehen. Let´s Maschinenbau!
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KTV-Ausflugtipps: Abenteuerurlaub in Stuttgart
Am 21. Sep 2011, 11:30 Uhr von martin
Die Urlaubszeit ist zwar offiziell vorbei, aber folgendes kann man auch mal zwischendurch unternehmen. Der Text ist bereits im aktuellen LIFT erschienen.
Die Kalifornien Rundreise haben sie schon fünfmal mit Sternchen und Hoover-Damm absolviert, für die große Asien-Tour reichen die zwei Wochen Urlaub nicht, die man ihnen gnädig gewährt (Stichwort Aufschwung), und die Domrep ist weit unterhalb ihrer Kniekehlen? Dann probieren sie etwas ganz Neues: Die 24 Stunden Survival-Tour durch Stuttgart.
Großer Vorteil: Sie müssen kaum Vorbereitungen treffen. Ihr Outfit sollte ein Tag durchhalten und Geschmack mit Funktion verbinden. Empfehlenswert ist ein Brustbeutel für etwas Taschengeld und Kreditkarte, falls sie sich spontan bei Louis Vuitton in der Stiftstraße einen größeren Brustbeutel kaufen wollen. Aber bitte unter dem Shirt tragen! Um richtig abschalten zu können, lassen sie am besten ihre Handy-Gürteltasche inklusive Smartphone daheim.
Ausschlafen mit den Parkschützern
Für die Übernachtung benötigen sie keinen Cent. Legen sie sich einfach zu den Parkschützern in den Park, wählen sie eine Abdeckplane oder Zelt nach ihrem Geschmack und Einkommensklasse aus und ratzen in dem bunten Biotop endlich richtig ordentlich bis um 6:00 Uhr durch, bis sie von den ratternden U-Bahnen unter und dem hupendem Berufsverkehr neben ihnen geweckt werden. Den ersten Kaffee bekommen sie von ihren neuen Freunden. Geht immerhin um die Sache und nicht um Kaffee.
Erkunden sie Europa
Um gemütlich in Paris zu frühstücken, müssen sie Stuttgart überhaupt nicht verlassen, sondern nur das gerade entstehende Europaviertel hinter der BW-Bank besuchen. Wandern sie vom Park durch das Paralleluniversum Arnulf-Klett-Passage, das ist Disney Land und Tripsdrill in einem. Gönnen sie sich bei einer Schnellback-Kultur drei Brezel für 99 Cent, schnorren in dem besagten Geldinstitut etwas Butter bei einer attraktiven Bankerin und laden sie diese zum gemeinsamen Butterbrezel-Essen auf dem romantischen Pariser Platz ein.
Mit viel Phantasie sehen sie hinter dem Bauzaun nicht nur die neue Bibliothek, sondern auch Budapest und Mailand. Savoir Vivre! Knutschen sie die Bankerin ab und sagen ihr danach, dass ihr Herz doch nicht für sie schlägt. Immerhin haben sie Urlaub. Es geht nur nach ihnen.
Heißester Touri-Hotspot 2011: Die Gerber-Baustelle
Vergessen sie das Daimler-, Porsche- oder Kunstmuseum: Die Gerber-Baustelle ist der Touri-Magnet schlechthin in dieser Saison. Fahren sie vom Hauptbahnhof zum Österreichischen Platz (U5, 6, 7, 15 bis Charlottenplatz, umsteigen in die U1) und laufen vor bis zur Tübingerstraße.
Schauen betont fassungslos auf die Central Park große Baugrube zwischen Paulinenbrücke, Tübinger-, Sophien und Marienstraße. Setzen sie den Audioguide auf, der am Bauzaun hängt und Fragen beantwortet wie: Was kommt da hin? Ein Nutzungsmix aus Shopping, Büro und Wohnung. Ach so. Braucht man das? Sieht man dann, wenn es fertig ist. Ach so. Vorher war´s nicht schöner. Stimmt. Na ja.
Unterhaltung, Spiel und Spass in der Marienstraße
Nach dem Grubencheck und Staubsnack müssen sie die Tour auflockern. Die Marienstraße ist dafür bestens geeignet. Eine Bong im Udopea? Spielzeug im Beate Uhse? Trendige Turnschuhe in einem Fachgeschäft oder einen Kebab-, Pizza, Asia oder Burger-Snack? Notfalls können sie in einem der 20 Internetcafés endlich ihre Emails checken. Posten sie auf Facebook ein Bild von den Malediven: „Geile Großwetterlage hier, ihr Büroseggl!“
Rolltreppenfahren im Königsbau
Jetzt Action! Laufen sie die Königstraße hinunter bis zum Stilwerk, auch bekannt als Königsbaupassagen. Fahren sie dort solange die Rolltreppen rauf und runter bis sie die Verantwortlichen der schwachsinnigsten Rolltreppen-Planung der Welt mit der neuen CD von Andrea Berg foltern möchten oder sie einem der oberen Designermöbelläden aufgrund des penetranten Hotalo-Gestanks vor den Eingang speien.
Gratulieren sie den Hotalo-Mitarbeitern, dass sie Menschenschlangen wie zu Zeiten des Real Existierenden Sozialismus generieren. Nachdem sie selbst einen Pappbecher verhaftet haben, wissen sie immer noch nicht warum.
Cocktail-Time im El Chico
Speien sie gleich nochmals oder spülen das hochwertige Asia-Food mit einem Jumbo Tequila Sunrise im El Chico in der Bolzstraße herunter. Nahtloser Übergang ins Frühabendprogramm, die Fiesta kann beginnen. Lassen sie sich noch einen Jumbo Pina Colada in ihren Hotalo-Pappbecher abfüllen und springen in der Haltestelle Kepler-Straße in die U-Bahn und steigen am Berliner Platz schon wieder aus.
Abenteuer Vorglühen am Berliner Platz
Entweder sie bekommen sofort die Fresse poliert oder schließen jede Menge neue Urlaubsbekanntschaften. Seit M1-Zeiten ist der Berliner Platz eine rechtsfreie Vorglüh-Zone und Ausgehtreff für Kids aus verschiedenen Szenen (Emos, Indies, Kleingangster). Der Stärkere überlebt und manchmal schaut sogar die Polizei vorbei.
Abendessen und austreten im Brunnenwirt
Nach so viel Nervenkitzel brauchen sie eine fettige Currywurst, ein Herrengedeck und pinkeln müssten sie ebenfalls längst, also auf zum Brunnenwirt. Nehmen sie die U4 oder U9 bis zum Rathaus und gehen durch Unterführung in die Altstadt. Achtung: Für den Urlaubsfick ist in diesem Ressort ein Unkostenbeitrag zu entrichten! Checken sie bei Interesse die Reserven in ihrem Brustbeutel oder genießen gleich die angeblich beste Currywurst im Kessel. Anschließen ausschütteln an einer der letzten Pissrinnen der Stadt. Stuttgarter Legende: Da lag vor langer Zeit eine Leiche drin.
Saunieren im Transit
Was wäre ein Urlaubstag ohne Wellness? Der Spa Transit bietet die patentierte Ellenbogenmassage an. Aufgegossen wird mit dem seltenen schwarzen Sambucca. Wenn sie Glück haben, wedelt ein DJ mit dem Handtuch. Stellen sie sich vor ihm hin, nehmen die Arme nach oben und lassen abschlagen. Im Hans im Glück Brunnen können sie anschließend baden und sich frisch machen.
Das große Finale: Sex
Was wäre ein gelungener Urlaubstag ohne Geschlechtsverkehr? Den bekommt man mit großer Wahrscheinlichkeit frühmorgens im frisch renovierten Dilayla, eine der Abschlepprampen der Stadt. Erzählen sie ihrem Zielobjekt von ihrem aufregenden Trip und dass sie schon morgens in Paris wussten, dass abends noch die Richtige kommen wird. Und wenn sie danach immer noch fit sind und ihnen der Tag höllisch Spass gemacht hat: Die Parkschützer sind bestimmt noch oder schon wieder wach.
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Mittwoch im Transit: Fetsum – Urban Folk Tour 2011
Am 12. Sep 2011, 13:58 Uhr von martin
Kleiner Kuschelrock-Konzerttipp für Mittwoch: Stuttgarts verlorener Soul-Sohn kehrt wieder heim, bringt einen Gitarristen mit und singt auf seiner Urban Folk Tour alte und neue Songs. Ausschließlich auf der Tour gibt es die brandneue “Emotional Android EP”.
Eintritt 10 Euro, kein VVK! Einlass ab 20:00 Uhr, Beginn 21:00 Uhr, wenn voll, voll. Das Transit ist das kleinste Stadion der Welt und Fetsum-Gigs in Stuttgart überaus beliebt, wie sein letztes Gastspiel im Bergamo gezeigt hat, deswegen kann man da ruhig mal der Erste vor der Bühne sein. Lass ma um kurz vor Neune hingehen ist sicherlich keine so gute Idee.
www.fetsum.com (da gibt es auch was umsonst)
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Ab heute Abend: Triple Treff
Am 8. Sep 2011, 15:33 Uhr von martin
Die neue Schräglage ist wohl überaus gut geworden, bei mir Büro schwärmt man geradezu von dem Spot. Neben dem Skatepark garnieren unzählige abgerockte Skatedecks den Laden. Sooll cool aussehen. Ab heute Abend findet in der SL 2 “wie früher” wieder der Treff statt. Nach der großen Flut von 1962 zog man kurzerhand in den Keller Klub.
Den wiederum lässt man aber nun nicht fallen wie ein altes Gleisvorfeld, sondern hat sich folgendes Musikkonzept überlegt: Im Transit eher fluffiger (Neo-)Disco (oder halt auch nicht), im Keller Klub von HipHop über Dubstep bis Bratze und in der Schräglage straight HipHop in die Fresse.
Den neuen Treff in der SL eröffnet mein neuer Bürokollege Crypt. Der kürzlich erst einen Summermix für die Schräglage abgemixt hat:
DJ CRYPT – SUMMER MADNESS | SCHRÄGLAGE EXCLUSIVE by DJ CRYPT
Kann man sich runterladen, kleines Donnerstagsbonbonle, gutes Ding, strotzt vor Skills, man höre allein den Anfang “und da hab ich noch bisschen das Saxophon auf das Instrumental reingecuttet” und so weiter und so fort.
Außerdem heute Abend im Rocker “The Trash. The City. The Ghost. The Flowers”, im Romy die recht neue Partyreihe “Showtime” von Low Life und um die Ecke im Tonstudio Nachbar und ich. Endlich ist Donnerstag… oh Gott.
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Kunst-Ghetto
Am 19. Aug 2011, 11:24 Uhr von martin
Bevor wir die plumpen Partys rausklopfen, noch zwei, genauer gesagt drei Kultur-Tipps für den heutigen Freitag (und darüber hinaus).
In der Galerie Artary, Wilhelmstraße 5, präsentieren heute Abend Denise Amann und Helena Dietrich die erste Ausgabe ihres Vow Magazines. Fett, meine Schwester steht als Contributor auf der Seite. Bin so stolz auf sie und auf ihren Text gespannt.
“This is VOW magazine! VOW magazine is a thematic publication. We are interested in subjective, personal and surreal stories. VOW magazine is a collage. VOW functions as platform and interface for international and national artists and creatives. The magazine delivers critical positions on an artistic level. Submissions from various creative fields as graphic art, photography, literature, fine arts, media and cultural theory generate the content of the magazine.”
Da ich ein kleiner Magazin-Fan bin, vor allem von so bisschen Handmade-Fanzines, sag ich jetzt mal so, bin ich bisschen gespannt drauf.
Das ganze wird mit einer kleinen Ausstellung vom Transit-Janusch verknüpft. Um was es geht und was alles heute Abend so passiert steht hier…
Und so sieht das dann aus.
Die Stücke werden lokal aus unter anderem aus Recycling produziert, “zu einem Preis der unserer Generation gerecht wird.”
Transit-Benni legt dazu seine neuen Disco-Electro-Scheiben auf, vielleicht auch ein bisschen Rap? Der Außenreporter wollte jedenfalls hingehen, vielleicht wage ich auch, wenn ich etwas passendes zum Anziehen finde.
Weiterhin startet heute Abend in der Galerie Strzelski die Ausstellung Berliner Luft von den Fotografen Dennis Orel und Benjamin Tafel.
Das Duo hat ein Jahr lang die “Vielfältigkeit Berlins beobachtet und in gleichwohl unerschrockenen, als auch einfühlsamen Fotografien festgehalten. Zahlreiche Schauplätze: vom verruchten Nachtclub über die ehemalige Stasi-Zentrale der DDR bis zum urdeutschen Kaffee und Kuchen in Zehlendorf dienten als Experimentierfeld der fotografischen Position. Dabei bleibt die Frage offen, ob es sich um die Inszenierung einer Dokumentation oder die dokumentierte Inszenierung handelt.” Okay!
Sieht nicht ganz uninteressant aus.
Das Bild heißt übrigens “Stuttgarter Platz – Stuten am Stutti”.
Berliner am Alexanderplatz.
Camping-Berlin.
Ehemalige Pan-Am Lounge. Mit dem Stern.
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Best Of 2011: Drei Jahre KTV Review von Afro-Dieter
Am 2. Aug 2011, 14:00 Uhr von martin
Letztes Jahr berichtete er vom Southside, nun über unsere Jubiläumslesung im Transit: Afro-Dieter. Bisschen spät, schon wieder knapp zwei Wochen her, aber den hervorragenden, ziemlich langen Text möchten wir euch nicht vorenthalten.
Neapolitanischer Strassenverkauf vor meinem Hotel am Bahnhof, kurz vor halb eins nachts, 26 Grad und leicht auffrischender Wind. Ich habe aus einer Vier- eine Zweieinhalb-Tage Reise gemacht, um den Geburtstag eines guten Freundes zu erwischen. Dummerweise zwingt mich der Rückflug, auf das Sonnenterrassen-Frühstück mit fantastischem Blick über die erwachende, charmant verkommene Stadt zu verzichten. Aber mit leerem Magen schlafen und fliegen ist wie mit ohne Hose im Bus und alle schauen dich komisch an: nicht gut.
Also steh ich nachts noch an der Kreuzung, warte auf einen Burger und wippe angetrunken zu “My sharona”, das gerade aus dem Weltempfänger dröhnt und mich an 90er Filme mit Winona Ryder erinnert.
Als eine von weitem aufreizende und von nahem nicht mehr so hübsche Transsexuelle auf den Stand stürmt und viel zu arg mittanzt, versuch ich noch charmant vorbei zu schauen. Doch nachdem sie kurz darauf untenrum blank zieht, propellert und meine Aufmerksamkeit sucht, hole ich mein Handy aus der Tasche und schreibe hochkonzentriert gelangweilt eine SMS. Das hält Sie jedoch nicht davon ab, mich mit bassigem italienisch verbal auszuziehen.
Ich verfluche den theatralischen Burger-Bau-Prozess und denke an Flucht. Die Putze des Strassenstand überredet Lola, sich wieder halbwegs anzuziehen, was bei dem aktuell abreizenden Modeverständnis immer noch nackt wäre. Die Situation entspannt sich, und ich habe die Chance, aus der Geschichte mit mangelnden Sprachkenntnissen und fordernder Verlobten rauszukommen.
Einen Handkuss bekomm ich trotzdem. Und einen widerlichen Burger, dessen Einzelheiten noch vor dem Hoteleingang im Müll landen. Unter diesem Eindruck schlafe ich ein, wache sofort wieder auf, fliege heim, arbeite in Trance und erscheine apathisch bei Bernd zum Duschen.
Kurz mal für 20 Minuten wach, Cuba Libre im einem Liter Plastikglas und auf in die Stadt. Vorm Transit wartet schon das Geburtstagskind, verkörpert in zwei Stuttgarter DJs, nebenberuflich in einer Fernsehanstalt mit viel Text beschäftigt.
Nach Betreten vom Transit alles wie gewohnt. Viele nette und laute Menschen, trotz 15 Grad Aussentemperatur und Regen bildet sich ein Eigenklima. Nur die Musik fehlt, obwohl DJ Emilio an den Reglern steht. Doch heute ist er mal nur Nachbar und Erfüllungsgehilfe, der milde Texte mit musikalischen Einspielern würzt.
Denn oben auf der improvisierten Bühne, wo sonst das Publikum den Lapdance probt, präsentieren sich die N’sync des Stuttgarter Internetautoren, die Otti Fischers der Kleinstadt-Humoristen und die Sascha Lobos der Internetrebellen. Bunt gemischt wie die S-Bahn Sonntag morgens um halb sieben.
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