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    Kickerle.TV: Die Antitrainer – Christoph Daum

    Am 24. Jan 2012, 16:36 Uhr von martin

    In unserer losen Serie “Die Antitrainer” huldigen wir Fußballlehrer aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit. Heute zieht unser Fussballfachmann JMO2 nach Peter Neururer, Stepi und Otto Rehhagel  eine wahrhaft schillernde Gestalt aus dem Hut: Christoph Daum. Da rattert es doch sofort los: Haarprobe, vier Ausländer aufm Platz und natürlich die Meisterschaft mit dem VfB im Jahr 1992. Hat seitdem nur der Armin geschafft. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es auch diese Saison nix mit der Schüssel. 

    Als letztens der Präsident und Lichtgestalt des FC Bayern, Uli Hoeneß, seinen 60. Geburtstag feierte, da war ich leider nicht eingeladen. Nehme an der Bericht vom Aussi folgt aber zeitnah. Wer ebenfalls nicht eingeladen war und wohl auch bei einer Einladung nie gekommen wäre: Christoph Daum. Immerhin hat er dem bekannten Wurstfabrikanten gratuliert, nicht ganz selbstverständlich, wenn man bedenkt, das es schlussendlich Hoeneß war, dem dem diplomierten Fußballtrainer Daum den Höhepunkt seiner Karriere indirekt verbaut hat.

    Von vorne: Geboren wurde Christoph Daum im lieblichen Zwickau in der damaligen DDR und kam dann im Alter von sechs Jahren ins malerische Duisburg. Das Leben dort war hart als Knirps, besonders beim Bier holen, wie er später berichtete: „Entweder du hast den Jungs Wegezoll bezahlt, oder es gab einen Tritt und die Bierpullen waren kaputt.“

    All das konnte ihn nicht brechen, er behauptet sich und macht fußballerisch Karriere bei Hamborn 07, deren DFB-Pokalspiel gegen den FC St. Pauli im Dezember 1952 als erstes Spiel im deutschen TV übertragen wurde, außerdem bei Eintracht Duisburg. Dies allerdings, wie die meisten Trainer aus dieser Reihe, im unterklassigen Bereich. Immerhin langt es 1981 zur deutschen Amateurmeisterschaft mit der zweiten Mannschaft des 1.FC Köln.

    Zeitgleich mit seiner Zeit als Spieler in Köln studierte er an der Sporthochschule in Köln und seine Diplomarbeit mit dem Namen „Die Wichtigkeit und Bedeutung von pädagogischen und psychologischen Maßnahmen eines Fußballtrainers“ müssten ihn eigentlich als Ur-Tuchel stigmatisieren, aber sein Schaffen war und ist einfach zu facettenreich um ihn außen vor zu lassen. Zumal der Tuchel garantiert nie „Bierpullen“ für seine Familie von der nächstgelegenen Trinkhalle holen musste. Falls doch, soll er es beweisen!

    Neben der Knochenmühle Amateur- und Co-Trainer beim EffZäh in Köln, hält er bereits seit Mitte der 80er nebenbei Motivationsvorträge für Manager und ähnlichen Kram. Auf Daums Webseite klingt das dann so: „Es dauert nicht lange, da hält Christoph Daum, der ein Publikum mit seiner Mischung aus flamboyanter Rede, profunder Sachkenntnis und innovativen Ideen zu fesseln versteht, Vorträge zu Mitarbeitermotivation und Unternehmensführung auch vor Managern aus der Wirtschaft“. Toll!

    Beim EffZäh hat er dann lange genug gebuckelt und intrigiert um dann ab 1986 Nachfolger Cheftrainers Georg Keßler zu werde. Hier legt er schlussendlich den Grundstein für seine späte Karriere, wird in knapp vier Jahren einmal dritter und zweimal Vizemeister.

    Besonders gerne erinnere ich mich an das Rededuell im Aktuellen Sportstudio mit Jupp Heynckes und Uli Hoeneß kurz vor dem entscheidenden Spiel im Mai 1989 beider Mannschaften gegeneinander. Wer nach all den Soulvideos noch 30 Minuten Zeit hat – die sind hier wirklich gut angelegt:

    YouTube Preview Image

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    Allerdings konnte Daum die Meisterschaft nicht an den Rhein holen, verlor das Duell gegen Bayern auf dem Spielfeld. Während der WM 1990 wurde Daum dann unter ungeklärten Umständen dann bei seiner „Herzensangelegenheit“ vor die Tür gesetzt.

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    In unserer losen Serie “Die Antitrainer” huldigen wir Fußballlehrer aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit. Heute zieht unser Fussballfachmann JMO2 nach Peter Neururer, Stepi und Otto Rehhagel  eine wahrhaft schillernde Gestalt aus dem Hut: Christoph Daum. Da rattert es doch sofort los: Haarprobe, vier Ausländer aufm Platz und natürlich die Meisterschaft mit dem VfB im Jahr 1992. Hat seitdem nur der Armin geschafft. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es auch diese Saison nix mit der Schüssel.  Als letztens der Präsident und Lichtgestalt des FC Bayern, Uli Hoeneß, seinen 60. Geburtstag feierte, da war ich leider nicht eingeladen. Nehme an der Bericht vom Aussi folgt aber zeitnah. Wer ebenfalls nicht eingeladen war und wohl auch bei einer Einladung nie gekommen wäre: Christoph Daum. Immerhin hat er dem bekannten Wurstfabrikanten gratuliert, nicht ganz selbstverständlich, wenn man bedenkt, das es schlussendlich Hoeneß war, dem dem diplomierten Fußballtrainer Daum den Höhepunkt seiner Karriere indirekt verbaut hat. Von vorne: Geboren wurde Christoph Daum im lieblichen Zwickau in der damaligen DDR und kam dann im Alter von sechs Jahren ins malerische Duisburg. Das Leben dort war hart als Knirps, besonders beim Bier holen, wie er später berichtete: „Entweder du hast den Jungs Wegezoll bezahlt, oder es gab einen Tritt und die Bierpullen waren kaputt.“ All das konnte ihn nicht brechen, er behauptet sich und macht fußballerisch Karriere bei Hamborn 07, deren DFB-Pokalspiel gegen den FC St. Pauli im Dezember 1952 als erstes Spiel im deutschen TV übertragen wurde, außerdem bei Eintracht Duisburg. Dies allerdings, wie die meisten Trainer aus dieser Reihe, im unterklassigen Bereich. Immerhin langt es 1981 zur deutschen Amateurmeisterschaft mit der zweiten Mannschaft des 1.FC Köln. Zeitgleich mit seiner Zeit als Spieler in Köln studierte er an der Sporthochschule in Köln und seine Diplomarbeit mit dem Namen „Die Wichtigkeit und Bedeutung von pädagogischen und psychologischen Maßnahmen eines Fußballtrainers“ müssten ihn eigentlich als Ur-Tuchel stigmatisieren, aber sein Schaffen war und ist einfach zu facettenreich um ihn außen vor zu lassen. Zumal der Tuchel garantiert nie „Bierpullen“ für seine Familie von der nächstgelegenen Trinkhalle holen musste. Falls doch, soll er es beweisen! Neben der Knochenmühle Amateur- und Co-Trainer beim EffZäh in Köln, hält er bereits seit Mitte der 80er nebenbei Motivationsvorträge für Manager und ähnlichen Kram. Auf Daums Webseite klingt das dann so: „Es dauert nicht lange, da hält Christoph Daum, der ein Publikum mit seiner Mischung aus flamboyanter Rede, profunder Sachkenntnis und innovativen Ideen zu fesseln versteht, Vorträge zu Mitarbeitermotivation und Unternehmensführung auch vor Managern aus der Wirtschaft“. Toll! Beim EffZäh hat er dann lange genug gebuckelt und intrigiert um dann ab 1986 Nachfolger Cheftrainers Georg Keßler zu werde. Hier legt er schlussendlich den Grundstein für seine späte Karriere, wird in knapp vier Jahren einmal dritter und zweimal Vizemeister. Besonders gerne erinnere ich mich an das Rededuell im Aktuellen Sportstudio mit Jupp Heynckes und Uli Hoeneß kurz vor dem entscheidenden Spiel im Mai 1989 beider Mannschaften gegeneinander. Wer nach all den Soulvideos noch 30 Minuten Zeit hat - die sind hier wirklich gut angelegt: [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=6aFEVZvlmi0[/youtube] [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=IeHwZgnD7A8&feature=related [/youtube] Allerdings konnte Daum die Meisterschaft nicht an den Rhein holen, verlor das Duell gegen Bayern auf dem Spielfeld. Während der WM 1990 wurde Daum dann unter ungeklärten Umständen dann bei seiner „Herzensangelegenheit“ vor die Tür gesetzt. Kommen wir nun zu einer Rarität bei den „Anti-Trainern“, nämlich zu einem Stuttgart-Bezug. Im November 1990, nachdem die Verträge gemacht wurden und viel gelacht wurde, kam er zum VfB. Seinen Einstand begann er mit folgenden Worten: "Unmögliches wird sofort erledigt, beim VfB beginnt eine neue Zeitrechnung." Ganz happy war Familie Daum allerdings nicht, besonders seine damalige Frau. Daum dazu: "Sie hat, als ich mich entschieden hatte, von Köln weg und nach Stuttgart zu gehen, Rotz und Wasser geheult. Vor den Schwaben haben mich am Anfang alle gewarnt." In der ersten Saison hat es immerhin zur UEFA-Cup-Qualifikation gelangt und vor der Saison 91/92 waren in Cannstatt die Ansprüche nicht sehr hoch, eine Wiederholung des Erfolgs der Vorsaison wäre optimal gewesen, doch als man nach dem 10. Spieltag erstmals Tabellenführer wurde und im weiteren Verlauf der Saison nie schlechter als Platz 4 war, kristallisierte man sich in der Schlussphase der Saison, nach dem 4:2 Sieg gegen den direkten Konkurrenten aus Dortmund zum Meisterschaftsfavorit. Vor dem letzten Spieltag lag Eintracht Frankfurt mit Stepi dank eines besseren Torverhältnisses vorne, gefolgt vom VfB und dem BVB. Zur Freude aller VfB-Fans hielt Guido Buchwald die Birne richtig hin und der VfB wurde Meister und auch Daum war ganz oben, ein Meistermacher! Doch wo es hoch geht, muss es auch runtergehen, so verbinde ich neben „Meister 1992“ auch das Wort „Leeds“ mit der (vorläufig ersten) Ära Daum beim VfB. Es begab sich nämlich im Spätsommer im Europapokal der Landesmeister, der damals zum ersten Mal unter dem Namen „Champions League“ firmierte, als der VfB gegen den englischen Meister Leeds United spielte. Im Hinspiel im Neckarstadion erspielte man sich ein vermeintlich sicheres Polster von 3:0, das im Rückspiel auch gelangt hätte bei einer 1-4 Niederlage. Allerdings hat sich Daum im damaligen Dschungel aus Ausländerbegrenzung, Nicht-EU-Ausländer und Fußballdeutscher verfangen und wechselte einen vierten Ausländer ein, Jovica Simanic hieß der und ward danach übrigens nicht mehr gesehen. Dadurch wurde das Spiel mit 3-0 gegen den VfB gewertet und es kam zu einem Entscheidungsspiel, welches man in Barcelona im Nou Camp vor 15000 Zuschauern mit 2-1 verlor. Viel gelang Daum dann nicht mehr, man beendete die Saison auf Platz 7 und wurde im Winter 93/94 von Jürgen Röber abgelöst. Danach folgte zum ersten Mal ein zweijähriger Abstecher ins Ausland zu Besiktas Istanbul und hat in der Zeit Meisterschaft, Pokal und Superpokal gewonnen. Das Trauma von Leeds schien er überwunden zu haben und er war wieder bereit für die Bundesliga, wo er dann bei Bayer Leverkusen unterschrieb. Dort perfektionierte er das Zusammenspiel von Psycho-Daum und Medien. Wer erinnert sich nicht gern an das Laufen über Glasscherben... ...seinen blauen Anzug oder das vermeintliche Erfolgskonzept, die „Staubsaugervertretermentalität“. Rückblickend muss man da schon vermuten, dass er gerne mal Mittel außerhalb der Legalität einnimmt. Aber sportlich lief es: Dreimal Vizemeister, darunter fällt das Herzschlagfinale 2000, als man am letzten Spieltag gegen Unterhaching den Titel verspielte und einmal ein dritter Platz, dazu wurde er u.a. zum „Trainer fuxx“ 1996 gewählt. Übrigens ein Jammer, dass es diese Quatschveranstaltung "fuxx-Wahl“ nicht mehr gibt. Zeitgleich zu seinen Erfolgen bei Leverkusen ging der Untergang der Nationalmannschaft einher, gipfelnd im sang- und klanglosen Vorrunden-Aus bei der EURO 2000, in dessen folge mir zum ersten Mal das Wort „Task Force“ über den Weg lief. Das Wort hat damals Kalle Rummenigge geprägt. Ziel dieser „Task Force“ war die Findung eines neuen Bundestrainers, nachdem Erich Ribbeck den Bettel hinwarf und Uli Stielike lieber wieder Sakko-Model wurde. Schlussendlich wurde es Daum, der damals flavour of the month war und den Job neben der Tätigkeit in Leverkusen machen sollte. Doch dazu kam es bekanntermaßen nicht. Uli Hoeneß lies das zwischen den Zeilen sprechen lieber ganz und gab ganz unverblümte Hinweise über einen „verschnupften Daum“. Daraufhin folgten Verleumdungsklage und als Höhepunkt die berühmte Haarprobe und der wunderbare Satz: „Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe“. Steht für mich auf einer Stufe mit dem Ehrenwortsatz des Uwe Barschel. Das Ende vom Lied ist bekannt, Daum wurde der Kokainkonsum nachgewiesen, rausgeschmissen und flüchtete in einer Nacht- und Nebelaktion nach Florida. Ein interessantes Nebenprodukt dieser Flucht ist das im Nebel stochern der Bild. Im Januar 2001 kam er nach Deutschland zurück und tingelte umher, ein Jahr Türkei hier, halbes Jahr Österreich da, dann mal wieder in die Türkei bis er dann doch wieder zum 1.FC Köln zurückkehrte, im November 2006 mit einer phantastischen Bühnenshow im Foyer des St-Elisabeth-Krankenhaus in Köln. Dort hält er während eines Krankhausaufenthalts eine Pressekonferenz ab, wird begleitet von seinem Arzt und verkündet vor rund 100 Journalisten und 20 TV-Kameras, dasss er zum EffZäh zurückkehrt. Er wird gefeiert wie ein Messias, das erste Training wird von 9000 Zuschauern besucht. Doch wieder wird es in Tränen enden („Ich habe diesen Klub mit meinen eigenen Händen aufgebaut.“). Nach knapp zwei durchwachsenen Jahren mit immerhin einem Bundesligaaufstieg geht er abermals in die Türkei, schafft aber keine vierte Meisterschaft mehr. Dafür schafft er es im Frühjahr 2011 bei Eintracht Frankfurt in sieben Spielen drei Punkte zu holen, genug für den Abstieg, dafür mein Dank! Ich hätte persönlich damit gerechnet, das Daum keinen Job mehr annimmt und mit seiner Frau, einer Opernsängerin, zwischen Mallorca und Köln pendelt und vielleicht mal eine Karnevalssingle aufnimmt, schön wärs. Oder er erfindet eine neue Frisur mit Mittelscheitel. Aber er geht nochmal einen Schritt tiefer und fängt in der belgischen Liga an, beim FC Brügge. Da läufts derzeit ein wenig durchwachsen, Platz drei und 9 Punkte Rückstand auf den ersten Platz, aber beim Daum ist alles drin. Zum Abschluss gibt´s diesmal nur Zitate von Christoph Daum selbst:  „Ich habe viele Indianer-Bücher gelesen und darin einige Dinge erfahren, die wichtig sind für uns heute. Zum Beispiel: Urteile erst über einen Menschen, wenn du einen Tag seine Mokassins getragen hast.“ „Der österreichische Fußball ist sukzessive in eine schwierige Situation geschlittert, weil sehr viele durchschnittliche Ausländer gekauft worden sind. Da fahren Vereinspräsidenten an den Plattensee auf Urlaub und bringen sich dann vier Kellner mit.“

     
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    Kickerle.TV – die Antitrainer:
    Klaus Schlappner

    Am 1. Jun 2011, 14:30 Uhr von martin

    Spätestens nach dieser Bundesliga-Saison war klar: Die Zeit der alten Haudegen scheint endgültig abgelaufen zu sein. Sogar ein verdienter Mann wie Felix Magath und seine Methoden werden zwischenzeitlich in Frage gestellt. Und der lautlose Abgang von Christoph Daum spricht weiterhin dafür, dass der deutsche Fußball mitten in der Ära Klopp, Tuchel, Dutt und wie sie alle heißen angekommen ist.

    In unserer losen Serie “Die Antitrainer” huldigen wir Fußballlehrer aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit. Heute stellt unser Fussballfachmann JMO2 nach Peter Neururer, Stepi und Otto Rehhagel die ungekrönte wie zweifelhafte Rhein-Neckar-Region-Legende Klaus Schlappner vor. Zwischendurch präsentierte übrigens der Aussi sein Idol Winnie Schäfer.

    „Ladies and Gentlemen, it’s profile time“, so wird meine Lieblingsrubrik auf meinem Lieblingsfußballpodacast „The Football Ramble“ eingeleitet, indem immer bedeutende oder nichts so bedeutende Personen der Fußballhistorie vorgestellt werden, ein wenig wie hier.

    Ich gebs gerne zu: Irgendwie stößt mich Klaus Schlappner ab. Da tritt der Mann aus Protest gegen die 68er Bewegung in die NPD ein, lässt sich da zum Kandidaten der Kommunalwahl aufstellen und verlässt den Laden wieder, weil es nicht erfolgsversprechend ist: “Ich schrei mir doch net um null un nix Prozent die Lung aus’m Hals”. Oder lässt angeblich den jungen Jonathan Akpoborie, später auch mal beim VfB aktiv und Anteilseigner an einem sog. Sklavenschiff, im Winter erstmal einen Schneemann bauen und den Rest der Mannschaft zuschauen. Wie gesagt, angeblich…

    Aber er ist auch einer der letzten Vertreter einer Art von Trainer, die den Fußball simpel halten und ohne Matchplan und Sportpsychologen Spiele gewinnen. Als Fußballfan ist man doch irgendwie stockkonservativ. Gerade wenn es mal schlecht läuft, und das tut es doch meistens, so ist der Ruf nach „Gras fressen“ ganz fix da. Und da kommt einem dann doch ganz schnell ein Kerl wie Schlappi in den Sinn.

    Dazu passt auch, das er mit einigen Fächern auf der Sporthochschule bei seinen Trainerlehrgängen, einige Startschwierigkeiten hatte, da sie ihm wie böhmische Dörfer vorkamen, darunter u.a. Psychologie, Physiologie, Pädagogik. Und das kann man ihm ganz sicher auch heute noch vorhalten. Er ist halt noch mal eine Spur anders als der Ruhrpottproll Neururer, der lustige Onkel vom Balkan-Stepi oder der Pseudophilosoph Rehhagel.

    Geboren in der Rhein-Neckar-Region bleibt er ihr auch in seinen jungen Jahren treu, kickt da eher unterklassig herum. Grund ganz sicher auch, das die sechziger Jahre schon von ihm schon voll durchgeplant waren: „Heiraten, Haus bauen, einen Sohn kriegen, noch einen Sohn und eine Tochter kriegen, Jägerprüfung, Meisterprüfung, eigener Betrieb.“ Hätte ich auch mal besser so machen sollen.

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    Spätestens nach dieser Bundesliga-Saison war klar: Die Zeit der alten Haudegen scheint endgültig abgelaufen zu sein. Sogar ein verdienter Mann wie Felix Magath und seine Methoden werden zwischenzeitlich in Frage gestellt. Und der lautlose Abgang von Christoph Daum spricht weiterhin dafür, dass der deutsche Fußball mitten in der Ära Klopp, Tuchel, Dutt und wie sie alle heißen angekommen ist. In unserer losen Serie "Die Antitrainer" huldigen wir Fußballlehrer aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit. Heute stellt unser Fussballfachmann JMO2 nach Peter Neururer, Stepi und Otto Rehhagel die ungekrönte wie zweifelhafte Rhein-Neckar-Region-Legende Klaus Schlappner vor. Zwischendurch präsentierte übrigens der Aussi sein Idol Winnie Schäfer. „Ladies and Gentlemen, it’s profile time“, so wird meine Lieblingsrubrik auf meinem Lieblingsfußballpodacast „The Football Ramble“ eingeleitet, indem immer bedeutende oder nichts so bedeutende Personen der Fußballhistorie vorgestellt werden, ein wenig wie hier. Ich gebs gerne zu: Irgendwie stößt mich Klaus Schlappner ab. Da tritt der Mann aus Protest gegen die 68er Bewegung in die NPD ein, lässt sich da zum Kandidaten der Kommunalwahl aufstellen und verlässt den Laden wieder, weil es nicht erfolgsversprechend ist: "Ich schrei mir doch net um null un nix Prozent die Lung aus'm Hals". Oder lässt angeblich den jungen Jonathan Akpoborie, später auch mal beim VfB aktiv und Anteilseigner an einem sog. Sklavenschiff, im Winter erstmal einen Schneemann bauen und den Rest der Mannschaft zuschauen. Wie gesagt, angeblich... Aber er ist auch einer der letzten Vertreter einer Art von Trainer, die den Fußball simpel halten und ohne Matchplan und Sportpsychologen Spiele gewinnen. Als Fußballfan ist man doch irgendwie stockkonservativ. Gerade wenn es mal schlecht läuft, und das tut es doch meistens, so ist der Ruf nach „Gras fressen“ ganz fix da. Und da kommt einem dann doch ganz schnell ein Kerl wie Schlappi in den Sinn. Dazu passt auch, das er mit einigen Fächern auf der Sporthochschule bei seinen Trainerlehrgängen, einige Startschwierigkeiten hatte, da sie ihm wie böhmische Dörfer vorkamen, darunter u.a. Psychologie, Physiologie, Pädagogik. Und das kann man ihm ganz sicher auch heute noch vorhalten. Er ist halt noch mal eine Spur anders als der Ruhrpottproll Neururer, der lustige Onkel vom Balkan-Stepi oder der Pseudophilosoph Rehhagel. Geboren in der Rhein-Neckar-Region bleibt er ihr auch in seinen jungen Jahren treu, kickt da eher unterklassig herum. Grund ganz sicher auch, das die sechziger Jahre schon von ihm schon voll durchgeplant waren: „Heiraten, Haus bauen, einen Sohn kriegen, noch einen Sohn und eine Tochter kriegen, Jägerprüfung, Meisterprüfung, eigener Betrieb.“ Hätte ich auch mal besser so machen sollen. Und die 70er? Schlappi, sag an: „Die siebziger Jahre schafften meine Frau und ich voll durch. Das mit dem Trainer kam dann im Jahr 1979 eher zufällig.“  Ob er da schon mal dran dachte in China und im Iran zu arbeiten? Wohl kaum, denn es lief ja erstmal ganz rund für ihn. Im April 1979 erst mal den dem Bundesligaabstieg entgegen taumelnden SV Darmstadt übernommen und souverän in die zweite Liga geführt, dann wieder Co-Trainer und ab 1983 Aufstieg mit dem Waldhof in die 1. Bundesliga. Diesen Erfolg möchte ich aber keinesfalls geschmälert wissen. Mit einer wirklichen No-Name Truppe und wenig Geld schaffte er es zum einen die Klasse zu halten und eine halbwegs erfolgreiche Mannschaft zu formen, aus der u.a. Fritz Walter (der jüngere) hervorkamen und die den Mythos der sog. „Waldhof Buben“ begründeten, aus diesem später noch andere Klassiker wie Mauri „Auch er hat dein Auto schon“ Gaudino, Jürgen „Kokser“ Kohler oder Christian Wörns ihren Weg in die Bundesliga und internationale Ligen finden würden. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung seiner Single „Schlappi Räp“, von der ich leider noch keinen Ton gehört habe. Die Fußballermusik-Enzyklopädie www.fc45.de meint dazu: „Der uns allen bekannte Wiederholungstäter Werner Böhm aka Gottlieb Wendehals legt hier einen wenig lustigen Rap mit einem noch weniger begabten Sänger, seines Zeichens Trainer des SV Waldhof Mannheim, vor. Wir können froh sein das auf diese Scheibe keine Verlängerung folgte.“ Die B-Seite hieß übrigens „Du lachst dich schlapp“. Vielleicht hat einer der Leser ja in seinem Fundus diese Platte und kann ein Urteil dazu abgeben? Schlappi und sein Pepitahut, wohl die urbane Variante des Jagdhutes, gingen dann erstmal zurück nach Darmstadt. Eine Zeit an die sich ältere Anhänger gerne mit dem Schlachtruf „Lilien kämpfen – Schlappner raus“ launig erinnern. Und Name eines kurzlebigen Plattenlabels aus dem Fanumfeld der Lilien. Danach drei Jahre im Saarland beim 1.FC Saarbrücken, wo er ebenfalls wie schon zuvor in Darmstadt an der Relegation zur 1. Liga scheiterte. Das hat er insgesamt dreimal hintereinander geschafft – Rekord! Dann noch ein Jahr Jena, da hätte ich im Training gerne mal Mäuschen gespielt. Da müssen doch Welten aufeinander geprallt sein, wilder Dialekt, seltsame Kleidung und dann die Jungs von Carl Zeiss. Nach diesem Gastspiel führte ihn seine Laufbahn von 1992 bis 1995 nach China - wohl auch weil beim Waldhof oder in Darmstadt grad nix frei war. Er wurde dort Nationaltrainer nachdem die chinesische Auswahl gegen Hongkong verloren hatte. Das ideale Aufgabengebiet für einen Schaffer wie Schlappi, keine Frage. Anpacken und machen, so was kann er eben. Und erfolgreich war er dort, so wurde in seiner Zeit u.a. beim Asien-Cup der dritte Platz belegt. Aber da er in China nicht die Belastung seines Elektrobetriebes hatte, hat er kurzerhand im vorbeilaufen noch die chinesische Profiliga aufgebaut. Ein Schaffer muss halt schaffen, denn „Schlappner steht für Arbeit, Arbeit, Arbeit“. Gedankt wurde es ihm schlussendlich damit, dass er nach jedem Länderspiel ein Fax von Deng Xiao Ping bekam und später wurde ihm die Ehrenprofessorwürde der Sporthochschule in Shijiazhuang verliehen. Weniger erfolgreich war dagegen sein Versuch „Schlappner-Bier“ in China zu etablieren. Frei nach dem Motto, was mag der Chinese am meisten am Deutschen? Eben: Autos, Fußball und Bier. Klappte aber alles nicht so recht. Laut eigener Aussage hat er in den ersten fünf Jahren nur sechs Millionen Dosen absetzt, da hat er dann lieber Handelslizenzen für seinen Elektrobetrieb verkloppt, war erfolgreicher. Im Januar 96 war dann das Kapitel China erstmal vorbei, es ging noch mal kurz und erfolglos nach Mannheim zum Waldhof. Und dann wieder ab in die Ferne, diesmal in den Iran. Warum auch nicht? Bis auf Bier stehen die sicher auch auf deutschen Fußball und deutsche Karren. Aber langfristig war das Engagement bei Peykan Teheran auch nicht, obwohl er auch hier beim Aufbau der Profiliga half. Seitdem ist es ruhig um ihn geworden, betreibt immer mal wieder ein wenig Fußball-Entwicklungshilfe und bildet zum Beispiel in der Mongolei und Indonesien Kinder- und Jugendtrainer aus. Zudem ist er gefragter Ansprechpartner des nordkoreanischen Fußballverbandes für Trainingslager in Deutschland und berät immer mal wieder den chinesischen Fußballverband. "Stets um Originalität und Volkstümlichkeit bemüht, oft aber gerade deshalb eher komisch und penetrant, weil seine Gags zu viel des Guten sind, so hat ihn die Fußballszene lieben oder belächeln gelernt" (Die Frankfurter Rundschau über Schlappi, 1987) Zum Thema „Waldhof Aufstieg 1983“ gibt es übrigens auf Youtube eine schöne Doku, an heutigen Maßstäben gemessen eine ganz andere Welt, die dort gezeigt wird [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=P7u-EEHF9xs[/youtube]

     
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    Kickerle.TV: Die Anti-Trainer – Dragoslav Stepanovic

    Am 7. Feb 2011, 14:30 Uhr von martin

    Die ganze Klopperei und Tuchelei tut der Bundesliga natürlich überaus gut, bloss wir fragten uns vor ein paar Wochen, was machen die Lienens, Schäfers oder Schlappis dieser Welt? Und wann darf endlich der Lothar einen Erstliga-Verein trainieren? Und wo ist überhaupt Thomas Doll?

    Als kompetenten Mitautor haben wir das Fußballlexikon und Kessel-Leser JMO2 verpflichtet, der nach dem Kick-Off mit Peter Neururer und Inges Idol-Winnie die Serie mit einer weiteren Kultfigur fortführt: Dragoslav Stepanovic aka Stepi.

    Lange bevor der deutsche Fußball seine besten Trainer auf den Balkan entsandte (-> Matthäus, Lothar; Röber, Jürgen) kam es zur Einreise von jugoslawischen Fußballehrern nach Deutschland. Die Frühgeschichte der Bundesliga ist ohne Trainer wie Tschik Cajkovski, der seinen Spielern u.a. „Rotwein mit Ei“ verordnete, oder einem Mann wie Branko Zebec, der sportlich auf Platz 6 der erfolgreichsten Bundesligatrainer steht, aber neben dem Platz fast nur durch seine Alkoholkrankheit auffiel, undenkbar. Und dann gibt es natürlich noch Dragoslav Stepanovic, der eben erwähnten Branko Zebec als einziges Vorbild anführt.

    Im aktiven Bereich eine Größe in der jugoslawischen Nationalmannschaft, auf Wikipedia ist gar vom „Weltklasse-Außenverteidiger“ die Rede. In anderen Berichten ist die Rede von „offensivstark, aber defensiv schwach“ und lassen darauf schließen, dass er nicht der laufstärkste Spieler war, was sich beim Blick auf seine Autogrammkarte aus Frankfurter Spielerzeiten zu bestätigen scheint.

    Seine Karriere begann in der jugoslawischen Liga und Stepi kam Ende der 70er Jahre nach Deutschland um für Eintracht Frankfurt und Wormatia Worms zu spielen.

    Nach Karriereende blieb er in Deutschland und verdiente als Trainer unterklassiger Vereine und als Kneipenwirt in seiner Kneipe „Stepi’s Treff“ sein Geld. Nimmt man den Namen der Kaschemme und die Örtlichkeit, im Hessen-Center in Bergen-Enkheim, kann man sich ausrechnen, was für ein Highlight der Schräggastro das gewesen sein muss. Jetzt noch eine Jukebox drin und ich wär Stammkunde in dem Laden gewesen.

    Naja, die 80er Jahre ließen sich so ganz sicher gut aushalten für Stepi und es wäre ganz sicher so weitergegangen, wenn nicht sein ehemaliger Mitspieler und Weltmeister von 1974 Bernd Hölzenbein ihn aus den Fängen der Niederungen der Amateur Oberliga befreit hätte.

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    Die ganze Klopperei und Tuchelei tut der Bundesliga natürlich überaus gut, bloss wir fragten uns vor ein paar Wochen, was machen die Lienens, Schäfers oder Schlappis dieser Welt? Und wann darf endlich der Lothar einen Erstliga-Verein trainieren? Und wo ist überhaupt Thomas Doll? Als kompetenten Mitautor haben wir das Fußballlexikon und Kessel-Leser JMO2 verpflichtet, der nach dem Kick-Off mit Peter Neururer und Inges Idol-Winnie die Serie mit einer weiteren Kultfigur fortführt: Dragoslav Stepanovic aka Stepi. Lange bevor der deutsche Fußball seine besten Trainer auf den Balkan entsandte (-> Matthäus, Lothar; Röber, Jürgen) kam es zur Einreise von jugoslawischen Fußballehrern nach Deutschland. Die Frühgeschichte der Bundesliga ist ohne Trainer wie Tschik Cajkovski, der seinen Spielern u.a. „Rotwein mit Ei“ verordnete, oder einem Mann wie Branko Zebec, der sportlich auf Platz 6 der erfolgreichsten Bundesligatrainer steht, aber neben dem Platz fast nur durch seine Alkoholkrankheit auffiel, undenkbar. Und dann gibt es natürlich noch Dragoslav Stepanovic, der eben erwähnten Branko Zebec als einziges Vorbild anführt. Im aktiven Bereich eine Größe in der jugoslawischen Nationalmannschaft, auf Wikipedia ist gar vom „Weltklasse-Außenverteidiger“ die Rede. In anderen Berichten ist die Rede von „offensivstark, aber defensiv schwach“ und lassen darauf schließen, dass er nicht der laufstärkste Spieler war, was sich beim Blick auf seine Autogrammkarte aus Frankfurter Spielerzeiten zu bestätigen scheint. Seine Karriere begann in der jugoslawischen Liga und Stepi kam Ende der 70er Jahre nach Deutschland um für Eintracht Frankfurt und Wormatia Worms zu spielen. Nach Karriereende blieb er in Deutschland und verdiente als Trainer unterklassiger Vereine und als Kneipenwirt in seiner Kneipe „Stepi’s Treff“ sein Geld. Nimmt man den Namen der Kaschemme und die Örtlichkeit, im Hessen-Center in Bergen-Enkheim, kann man sich ausrechnen, was für ein Highlight der Schräggastro das gewesen sein muss. Jetzt noch eine Jukebox drin und ich wär Stammkunde in dem Laden gewesen. Naja, die 80er Jahre ließen sich so ganz sicher gut aushalten für Stepi und es wäre ganz sicher so weitergegangen, wenn nicht sein ehemaliger Mitspieler und Weltmeister von 1974 Bernd Hölzenbein ihn aus den Fängen der Niederungen der Amateur Oberliga befreit hätte. So kam Stepi im April 1991 wie die Jungrau zum Kinde von Eintracht Trier zu Eintracht Frankfurt. Wurde aber von den Fans ob seines bisherigen beruflichen Werdegangs eher als Trainer einer Kneipenmannschaft und war wohl nicht das was man sich so erhofft hatte. Highlight bis dato war die Anekdote beim kleinen Frankfurter Lokalrivalen FSV, der den ruhmlosen Rausschmiß nach sich zog: Der Trainer hatte da am Ende eines kläglichen 0:0 in der Provinz seinen Spielern kurzerhand die mitgeführten Proviantbeutel vorenthalten. Die sogenannte „launischen Diva“ war damals ein Verein von allerhöchstem Unterhaltungswert, sowohl auf dem Rasen als auch neben dem Rasen. Wäre auch noch mal ein eigener Eintrag wert, die Eintracht der 80er und 90er Jahre. Neid, Missgunst in der Vorstandsetage und auf dem Platz von klangvollen Namen wie Uli Stein, Andi Möller, Uwe Bein, Anthony Yeboah. Da passte Stepi wie die Faust aufs Auge, kommentierte er doch das eher angespannte Klima innerhalb der Mannschaft mit den Worten "Immer Zoff is gut." Stepi hat das Team 1991 schlußendlich noch in den Europapokal geführt und zelebrierte dann in der nächsten Saison den sogenannten „Fußball 2000“. Zuckerpässe, Rasenschach, wahre Offensivfeuerwerke wurden abgebrannt. Am Ende standen der Saison hatte Stepis Team dann 76 Tore geschossen, waren am Ende aber nur dritter geworden. Meister wurde der VfB Stuttgart in einem Herzschlagfinale vom feinsten, während Guido Buchwald kurz vor Schluß mit einem Kopfballtor den VfB auf Platz 1 brachte, zementierte Hansa Rostock in der 92. Minute mit dem 2-1 gegen die Eintracht den Ausgang der Meisterschaft. Die nächste Spielzeit lief nicht so glatt für Stepi, zwar aber immer oben dabei, aber er hatte wohl sein Pulver verschossen. Aber er ist ja ein Schlitzohr, unser Stepi, und hatte schon während der Saison vorgesorgt und einen Vertrag bei Bayer Leverkusen fürs nächste Jahr unterschrieben. Nachdem die Eintracht im DFB-Pokalhalbfinale gegen eben jene Leverkusener rausgeflogen waren und Stepi vor laufenden Kameras mit den Worten „Das war’s“ zurücktrat kamen die Leverkusener ihm entgegen, schmissen ihren derzeitigen Trainer raus und holten Stepi eben paar Monate vorher an den Rhein. So wird geschafft und so kam Stepi zu seinem ersten Titel als Trainer, der den DFB-Pokal gewann, obwohl er im laufenden Wettbewerb bereits ausgeschieden war. Er war aber vorher so gütig und hat dem geschassten Trainer von Bayer, Reinhard Saftig, ernsthaft angeboten, das er sich für das Pokalfinale auf die Bank setzen könne. In Leverkusen war dann auch eher tote Hose, Stepi wurde zwar von den Schiedsrichtern zum besten Trainer gewählt, vier Wochen später aber entlassen. Insgesamt blieb er rund 13 Monate bei den Pillendrehern. Und länger wird er in Zukunft nicht mehr arbeiten. Nach einem Intermezzo im Baskenland kam er dann drei Jahre nach seinem Rücktritt nach Frankfurt zurück, kommentierte das erste Training gewohnt jovial „Erster Pass, gleich scheiße“, verhinderte nicht den Abstieg aus der Bundesliga und sprach dann die legendären und unsterblichen Worte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel „Lebbe geht weida“. Hat die Eintracht dann noch ein halbes Jahr in der 2. Liga trainiert, dann war auch hier wieder Schluß. Was viele gar nicht wissen ist, das Stepi auch mal in Stuttgart trainierte, nämlich die Kickers. Insgesamt für 10 Spieltage in der Saison 1999/2000 und schaffte sogar den Klassenerhalt der zweiten Liga, zwar erst nach dem Zwangsabstieg von TeBe Berlin. Immerhin etwas, allerdings war er zu dem Zeitpunkt schon wieder weg. Es folgen Trainerstellen u.a. in China, Ägypten und Serbien, dazwischen macht er auch mal zwei Monate den Manager in Koblenz. Alles nicht langfristig erfolgreich, nicht mal kurzfristig. Jetzt macht er wohl noch Privatier, wobei ich mir denken kann, das er irgendwo noch mal aus dem nichts auftaucht. Auf jeden Fall ist ein Typ, der zum Fußball dazugehört. Neben den bekannten Sprüchen hier noch zwei eher unbekanntere, quasi die B-Seiten von Stepi. Erst erläutert er feingeistig die Taktik des zurückliegenden Spiels: "Hab isch neue Mann in de Spiel geworfe - und patsch, ham mer gewonne."  Dann noch Erkenntnisse aus seinem Leben: "Angst und Geld habe ich noch nie gehabt." Zumindest der zweite stimmt nicht mehr, denn Bier zapfen muss er garantiert nicht mehr.

     
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  • 15

    Kickerle.tv –
    Die Antitrainer: Winnie Schäfer

    Am 26. Jan 2011, 13:00 Uhr von Aussenreporter

    Nachdem JMO2 so schön vorgelegt hat in unserer losen Reihe über die Schlappners, Lienens und Lorants dieser Welt und im Teil 1 über die geilsten Oldschool-Trainer der Geschichte den Neururer portraitiert hat, möchte ich mich in Folge 2 meinem Idol widmen: Winnie Schäfer.

    Ist mir gestern einer abgegangen bei Schalke gegen Nürnberg. Um es mit Klinsi zu sagen: Da krieg ich Emotionen, die wo ich gar nicht mehr gekannt hab geschweige denn gewusst hab, dass ich sie hab. Gefühle also, die Thorsten nur noch beim Dschungelcamp hat und der Wohni nicht einmal mehr, wenn er die Geissens sieht.

    Kommt also gestern der 17-jährige Julian Draxler fünf Minuten vor Schluss ins Spiel und schießt eine Minute vor Ende der Verlängerung das entscheidende Tor. Alter! Hab fast geheult, so hab ich mich gefreut für den Bub. Hat dann nach dem Spiel erst mal gesagt, dass er heute gerne seine Kumpels auf dem Gymi besuchen würde, sah völlig konsterniert aus, der Hammerbub.

    Beim Fußball hab ich andauernd Gefühle. Zum Beispiel Sonntagabend. Bin nach dem Tatort seit einiger Zeit auf Sport im Dritten hängen geblieben, weil der SWR so oft Fernsehen macht, das sich wie Regio TV anfühlt, also immer wieder astreine Realsatire ist.

    Sonntag war es mal wieder so weit, die Crew um Antwerpes konnte weder beim VfB, noch bei Hoffe oder Freiburg einen aktuell spannenden Buli-Protagonisten loseisen. In solch einem Fall wird ein Dinosaurier direkt vom Stammtisch verpflichtet. Sonntag hieß der Dino Winnisaurus Schäfer.

    Hab mich schon fremdgeschämt, als er einfach nur dasaß. Bei Schäfer krieg ich nämlich auch Gefühle, und zwar sofort. Als Kind, als viel versprechendes Fußballer-Juwel, als mich noch kein komplizierter Zehen-Bruch in Diensten des SV Büchenbronn zurückgeworfen und eine Julian-Draxler-Karriere verhindert hatte – ich war vor der Verletztungs-Saison erst von der Spvgg Dillweißenstein gewechselt, leider nicht gegen Rekordablöse sondern wegen meinem Kumpel Falk – hab ich mich in einem Anfall von Leichtsinn und wegen geografischer Nähe für den KSC als meinen Verein entschieden.

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    Nachdem JMO2 so schön vorgelegt hat in unserer losen Reihe über die Schlappners, Lienens und Lorants dieser Welt und im Teil 1 über die geilsten Oldschool-Trainer der Geschichte den Neururer portraitiert hat, möchte ich mich in Folge 2 meinem Idol widmen: Winnie Schäfer. Ist mir gestern einer abgegangen bei Schalke gegen Nürnberg. Um es mit Klinsi zu sagen: Da krieg ich Emotionen, die wo ich gar nicht mehr gekannt hab geschweige denn gewusst hab, dass ich sie hab. Gefühle also, die Thorsten nur noch beim Dschungelcamp hat und der Wohni nicht einmal mehr, wenn er die Geissens sieht. Kommt also gestern der 17-jährige Julian Draxler fünf Minuten vor Schluss ins Spiel und schießt eine Minute vor Ende der Verlängerung das entscheidende Tor. Alter! Hab fast geheult, so hab ich mich gefreut für den Bub. Hat dann nach dem Spiel erst mal gesagt, dass er heute gerne seine Kumpels auf dem Gymi besuchen würde, sah völlig konsterniert aus, der Hammerbub. Beim Fußball hab ich andauernd Gefühle. Zum Beispiel Sonntagabend. Bin nach dem Tatort seit einiger Zeit auf Sport im Dritten hängen geblieben, weil der SWR so oft Fernsehen macht, das sich wie Regio TV anfühlt, also immer wieder astreine Realsatire ist. Sonntag war es mal wieder so weit, die Crew um Antwerpes konnte weder beim VfB, noch bei Hoffe oder Freiburg einen aktuell spannenden Buli-Protagonisten loseisen. In solch einem Fall wird ein Dinosaurier direkt vom Stammtisch verpflichtet. Sonntag hieß der Dino Winnisaurus Schäfer. Hab mich schon fremdgeschämt, als er einfach nur dasaß. Bei Schäfer krieg ich nämlich auch Gefühle, und zwar sofort. Als Kind, als viel versprechendes Fußballer-Juwel, als mich noch kein komplizierter Zehen-Bruch in Diensten des SV Büchenbronn zurückgeworfen und eine Julian-Draxler-Karriere verhindert hatte – ich war vor der Verletztungs-Saison erst von der Spvgg Dillweißenstein gewechselt, leider nicht gegen Rekordablöse sondern wegen meinem Kumpel Falk – hab ich mich in einem Anfall von Leichtsinn und wegen geografischer Nähe für den KSC als meinen Verein entschieden. Schäfer war der Held meiner Jugend, Winnie hatte den KSC aus Liga 2 in die Buli geführt und dank guter Jugendarbeit kickten in Kallsruu ein paar gute Jungs mit Namen Kahn, Scholl und so, der Winnie ließ mehrere Jahre lang den gleichen Trick spielen. Anstoß, einer rennt auf Rechts wie blöde nach vorne, Flanke geht steil auf den Heini und dann wurde meist der Ball verloren. Sah irgendwie immer gleich aus, gebracht hat's nie was, wir fanden's dennoch geil. Weiß auch gar nicht, ob es in den 90ern schon Taktik gab. Die hat glaub erst der Rangnick Ende der 90er in Ulm erfunden. Auf jeden Fall war der Winnie ein geiler Horst, der König von Karlsruhe, für mich immer Synonym für die einzig erfolgreiche KSC-Phase in der jüngeren Geschichte. Der erste Erfolg ist noch gar nicht so lange her, 1909 wurde der KSC mal Meister. Damals spielte man Fußball noch barfuß und auf Äckern. Heute kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich Fan eines Scheißvereins bin. Kommt eigentlich nicht so gut in Fankreisen, das so zu sagen, steh ich aber dazu, finde es irgendwie geil, Fan von Mittelmaß zu sein, passt einfach ganz gut zu mir. Dem Schäfers Winnie ist es nach seiner glorreichen Zeit in den 90ern leider nie mehr so geil gegangen, ist dann zum VfB gewechselt. War irgendwie ne doofe Idee, zu dem Verein zu wechseln, dessen Trikots man davor in der Kabine hatte verbrennen lassen, um den KSC auf Derbys in Württemberg vorzubereiten. Mochten ihn nie so richtig in Cannstatt, die Fans. Nach fünf Monaten war er wieder frei. Danach durfte er noch Kamerun trainieren, wurde mit denen sogar Afrikameister. Außerdem wurde er in Dubai Meister mit dem Spitzenclub Al-Ahli und bis vor kurzem war er verantwortlich für den FC Bayern Aserbaidschans, den FC Baku. Bei Sport im Dritten hat er in zehn Minuten eindrucksvoll demonstriert, wieso die Neururers und Schäfers und Rapolders dieser Welt einfach nicht mehr gehen. Sie sind irgendwie in der Steinzeit hängengeblieben. Schäfer hat bei Antwerpes aus Versehen von DM statt Euro gesprochen, hat Sprüche rausgehauen wie „Früher haben wir gesagt, wir gehen früh drauf, heute nennt man das Pressing, das soll modern klingen. Dabei haben wir auch schon so gespielt.“ Klar, damals 1492 gegen Traktor Eberswalde. Schäfer hat dann noch fett dreimal den Bobic gedisst, indem er gesagt hat, dass sich der Manager-Novize auch mal hinterfragen sollte. Seh ich prinzipiell auch so, kam aber trotzdem peinlich und klang eher so nach Abrechnung aus alten VfB-Tagen, in denen sich Bobic, Balakov und Schäfer nicht so doll lieb hatten. Bin dann irgendwie traurig ins Bett gegangen, weil der Held meiner Kindheit ein alter Seggel geworden ist und wahrscheinlich schon immer ein Riesen-Hirbel war. Wenigstens ist der Winnie diese Woche im Warmen, weil er in Dubai Urlaub macht. Dort macht seine Tochter ein Praktikum, und son bisschen Urlaub mit der Frau sei ja manchmal auch ganz schön, hätte er sich auch mal verdient, hat der Winnie dann zum Abschied noch gesagt. Und dass er eh nicht mehr Trainer in der Buli sein will, sondern höchstens Sportdirektor. Braucht der HSV nicht einen Sportdirektor mit Erfahrung?

     
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  • 25

    Mein Dorfverein

    Am 13. Okt 2010, 11:47 Uhr von Setzer

    Hiob, die Arme Sau muss zur Zeit arbeiten wie ein Brunnenputzer. Nach dem zweiten Kaffee heute Morgen hat er mir erzählt, dass mein Dorfverein seinen Trainer “freigestellt” hat. Kicker meldete das auch. Christian Gross heißt der und sieht ein bisschen aus wie Dr. Evil bei Austin Powers. Nur halt ohne Katze und Mini Me.

    Jetzt ist er beurlaubt. Das hat Tradition beim VfB: Saisonstart verkacken, Trainer rauswerfen, super Rückrunde… und dann mit Murmeltiergrüßen und wieder von vorne.

    Als Nachfolger schwirren schon wieder Namen durch die Gegend, bei denen es einem ganz schlecht wird: Matze Sammer, Krische Daum. Lothar hat ja gottlob einen Job … Jetzt übernimmt erstmal Co-Trainer Jens Keller das Ruder. Gutes Timing alles in allem, so vor dem Spitzenspiel am Samstag, gegen Felix “Fleisch” Magath.

    Update, Video von der StZ, man will sich angeblich wohl Zeit lassen mit der Trainersuche.

    Hiob, die Arme Sau muss zur Zeit arbeiten wie ein Brunnenputzer. Nach dem zweiten Kaffee heute Morgen hat er mir erzählt, dass mein Dorfverein seinen Trainer "freigestellt" hat. Kicker meldete das auch. Christian Gross heißt der und sieht ein bisschen aus wie Dr. Evil bei Austin Powers. Nur halt ohne Katze und Mini Me. Jetzt ist er beurlaubt. Das hat Tradition beim VfB: Saisonstart verkacken, Trainer rauswerfen, super Rückrunde... und dann mit Murmeltiergrüßen und wieder von vorne. Als Nachfolger schwirren schon wieder Namen durch die Gegend, bei denen es einem ganz schlecht wird: Matze Sammer, Krische Daum. Lothar hat ja gottlob einen Job ... Jetzt übernimmt erstmal Co-Trainer Jens Keller das Ruder. Gutes Timing alles in allem, so vor dem Spitzenspiel am Samstag, gegen Felix "Fleisch" Magath. Update, Video von der StZ, man will sich angeblich wohl Zeit lassen mit der Trainersuche.

     
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  • 24

    Neuer Trainer?

    Am 30. Nov 2009, 15:03 Uhr von martin

    VfB-Trainervorschlag von Frico. So ein paar Backpfeifen können nie schaden.

    VfB-Trainervorschlag von Frico. So ein paar Backpfeifen können nie schaden.

     
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