-
0
Stuttgart-Rap-Tag:
Jens Baumgart – Studio Stutt i/OAm 16. Dez 2009, 18:00 Uhr von martin
Im Rahmen unserer Recherche zu dem Stuttgart-Rap-Tag bekamen wir auch eine Email von der Pop-Sängerin Lean, die dieses Jahr mit ihrem Debütalbum “Lockstoff” Achtungserfolge feiern konnte (tritt übrigens am Samstag, 19.12. unplugged in der Stuttgarter Kiste auf). Sie erzählte uns, dass sich die lokale HipHop-Szene gerne im Studio eines gewissen Jens Baumgart trifft. Da galt es nachzufragen.
Baumgart betreibt in Gerlingen das Studio Stutt i/O und empfängt dort nicht nur Rapper, sondern hat sich auch auf Filmsynchronisation spezialisiert. Das Hintergrund-Interview im Rahmen unseres Stuttgart-Rap-Tag.
Stell dich mal kurz vor – wer bist du, was machst du?
Mein Name ist Jens Baumgart, auch Jeanz oder “Der Vater” genannt. Mein Studio trägt den schönen Namen Stutt i/O, was natürlich von Stutt wie Stuttgart kommt und i/O ist ein Begriff aus dem Audiobereich und steht für Input/Output.
Ich recorde, mische und mastere alles was mit Audiodaten zu tun hat. Weiterhin betreue ich mehrere Projekte und versuche stets mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Wie bist du zu diesem Beruf gekommen?
Nach meiner Ausbildung zum staatl. geprüften Berufkollegiat für Kraftfahrzeugtechnik (wow! liest sich ja richtig wichtig!), dachte ich mir, da muss doch noch mehr gehen. Ich ging zum Daimler ans Band und finanzierte so mein Studium in München zum Audioengineer. Als ich mit meinem Diplom wieder nach Stuttgart zurückkehrte, baute ich mir 2006 in Handarbeit mein Studio in Gerlingen auf.
Bei dir trifft sich die lokale HipHop- und Musikszene. Wer geht bei dir ein und aus?
Maeckes und PlanB, Kodimey, Kaas, Tua, Scotty76, Franky Kubrick, Jifusi, P-Nomenon, Hakanak, KMH, Herr Lehmann, Dj Jopez, Dj Phil P, Lean, DamDam, Sancho, Edvice, Dre, Amaris und weitere überregionale Acts wie Kool Savas, !Bazz, Moe Mitchel, MoTrip, Ercandize, Amar, Caput, Cora E., Das BO, Morlock Dilemma und aus den Staaten dem Franchize Boyz und viele weitere.
Stichwort Kool Savas, der erst kürzlich für das Juice Magazin eine exklusive EP veröffentlicht hat, was habt ihr gemacht?
Das mit Savas war eine lustige Sache. Er war kurz zuvor nach Stuttgart gezogen und hatte auf Kaas´ Album „Amokzahltag:D“ (nach kontroversen Diskussionen letztendlich unter dem Namen “T.A.F.K.A.A.Z:D the album formerly known as Amokzahltag:D” erschienen, Anmerkung Kessel.TV) ein Feature.
Kaas fragte mich, ob ich das bei mir im Studio recorden will. Als alter Savas Fan zögerte ich nicht und so kam es zum ersten Kontakt, woraus sich noch eine Menge Projekte ergaben, wie z.B. die DVD auf der John Bello 2 Brainwash Edition oder auch mehrere Tracks, die von Sir Jai in meinem Studio recorded wurden, z.B. auch ein Brainwash Remix mit “dem Franchize Boyz”.
Durch diese enge Zusammenarbeit mit Savas kam ich auch zu meinem Beinamen “Der Vater”. Bei den Vorbereitungen für die John Bello Story 2 Tour im letzten Jahr, die bei mir im Studio gemacht wurden, war ich derjenige, der immer geschaut hat, dass alle beteiligten Künstler sich wohl fühlten und versorgt waren. So kam ich durch meine “väterliche” Fürsorge, die ich für alle Projekte habe, zu diesem Beinamen.
(Baumgart und sein Studiopartner DJ Jopez, der wiederum mein DJ-Partner ist (Joe & The Paramoses).)
Was machst du genau mit den Produktionen, die dir die Künstler vorlegen?
Da gibt es keine Pauschalantwort. Wenn ich für jemanden was mache, beraten wir immer das gesamte Projekt. Der Künstler soll sich bei mir rundum wohl fühlen, denn nur so kommt am Ende des Tages das beste Ergebnis für alle raus. Denn ein gutes Album oder ein guter Track ist natürlich auch die beste Werbung für uns.
Wie beurteilst du die Qualität der aktuellen Stuttgarter HipHop-Szene?
Wie schon so viele vor mir sagten, schrumpft sich die Szene gesund oder besser gesagt hat sie es schon getan. Es geht nicht mehr um den schnellen Euro. Die Musiker, die jetzt noch Musik machen, machen es aus Leidenschaft und nicht nur des Geldes wegen.
Das führt meiner Meinung nach wieder auf ein höheres Niveau in der HipHop Szene, was auch dringend nötig ist. Wenn es mein Zeitmanagement zulässt, besuche ich meine Jungs auch gerne mal im Club und mache mir ein Bild was gerade so angesagt ist. Da mein Studio-Kollege Jopez auch im Stuttgarter Nachtleben aktiv ist, bekomme ich so immer mit wann und wo was los ist.
Du machst auch Synchronisationen für Filme und Fernsehen. Wie kommt man dazu, wie ist der Ablauf, wie wird da gearbeitet?
Zum Synchronisieren bin ich über einen Kollegen aus meiner Studiozeit gekommen. Als in Ludwigsburg die ARD Serie “Eine für Alle” gedreht wurde, machte ein Studio aus München die Audio-Post-Produktion. Ich wurde gefragt, ob ich helfen kann und so kam eins zum anderen. Plötzlich war ich auch in der Filmbranche tätig.
Dabei arbeite ich mit einem Dialogbuchautor und Synchronregisseur, welcher sich um die Lippensynchronität kümmert, während ich mich auf die Aufnahmen und das Mischen konzentriere. Im Endeffekt muss der Film auf Deutsch funktionieren. Wenn beim fertigen Film nichts negativ auffällt, war meine Arbeit gut.
Das Schwierigste am Synchronisieren ist meiner Meinung nach das komplette Projektmanagment. Dies beinhaltet die Organisation von Sprecherbesetzung über Sprecherbuchung, Studiobelegung und das einhalten von Deadlines. Aber am Ende freut man sich doch über einen schönen Film auf Deutsch.
Was hörst du privat für Musik?
Eigentlich nur HipHop. Gerne auch ältere Sachen aus den 90ern und der Jahrtausendwende. Bei den neueren Hits vertraue ich auf den Geschmack von diversen DJs in meinem Umfeld, da ich leider durch meine Arbeit nicht mehr soviel Zeit habe dem aktuellen Geschehen zu folgen.
Aktueller Lieblingsact?
Tagesform abhängig.
Keine Kommentare -
Heute Abend im Tonstudio:
SOKO BackgroundAm 16. Nov 2009, 09:24 Uhr von martin
Vergangenen Donnerstag startete im ZDF die Krimi-Serie SOKO-Stuttgart. Die Meinungen nach der ersten Folge waren stark geteilt, besser gesagt, das Feedback war eher negativ.
Ich für meinen Teil fands in Ordnung, denke das muss sich noch alles etwas einpendeln. Allerdings, wie schon kommentiert, muss man den Palast (0711 Lobby oder Lobby 0711) wegen einem bewaffneten Wirt sicherlich nicht mit einem Sondereinsatzkommando stürmen. Das kam schon bissle arg affig beziehungsweise aufgesetzt rüber. Gut, vielleicht entspricht dieses Vorgehen normalen Polizeivorschriften.
Im Rahmen der Montage, jeden Montagabend im Club Tonstudio, geben die Macher der neuen Krimiserie einen kleinen Einblick in ihr Schaffen.
“Montage-Gründerin Nicole C. Buck gibt uns in ihrer Eigenschaft als Dramaturgin der neuen ZDF TV-Serie einen Einblick in Wesen und Produktion derselben, inkl. Filmausschnitten und Dokumaterial. Regisseur Gero Weinreuter, Kameramann Thomas Weber und Producer Torsten Lenkeit sind ebenfalls persönlich anwesend, die Folge “Fankurve” wird gezeigt.
Verbrechen und sogenannte Sicherheitskräfte vor der Kulisse der schwäbischen Landeshauptstadt.”
Montag, 16.11., Tonstudio, Beginn 20:30 Uhr, Eintritt frei
8 Kommentare » -
Heute Abend: Turntablism @ Montage
Am 2. Nov 2009, 09:18 Uhr von martin
(Braunschweig is the place to be. Großartiger Moderator. 1989 war die Welt einfach noch in Ordnung.)
(Gleiches Jahr, gleicher Style, bloss international. DJ Aladdin.)
Wie ein Leser schon am Freitag kommentiert hat, vermitteln im Rahmen der Montage (jeden Montag im Tonstudio) heute Abend Änna & Tullamore Skully das kleine Einmaleins des Scratching und Beatjugglings.
Die beiden HipHop-DJs und auch als Veranstalter-Duett bekannt erklären und kommentieren Filmausschnitte aus den Pioniertagen der DMC DJ World Championships und vermittelt uns eine Ahnung davon, was Turntablism ist.
Montag, 2. November, Tonstudio, 20:30 Uhr, Eintritt frei
Keine Kommentare -
Der Tag, an dem ich
meinen toten Mann trafAm 27. Okt 2009, 09:53 Uhr von martin
Düstere Headline zu Beginn des Tages. Heute Abend wird im Tonstudio als kleine Premiere der Film “Der Tag an dem ich meinen toten Mann traf” von Matthias Luthardt gezeigt (Filmbeginn 21:00 Uhr). Eine (Club)Szene wurde vor rund einem Jahr im Tonstudio gedreht. Wir waren zu der Zeit mit unserem Büro noch oben drüber. War ein ganz schöner Alarm an dem Tag. Oder waren es zwei Drehtage?
“Der Tag an dem ich meinen toten Mann traf” läuft heute Abend ebenfalls im SWR (22:30 Uhr) im Rahmen der Serie “Debüt im Dritten”.
Mehr Infos zum Film auf der nächsten Seite.
1 Kommentar » -
Donnerstag
Am 15. Okt 2009, 12:33 Uhr von martin
Anlässlich zum 10jährigen Jubiläum haben Skully und Rapper Kodimey einen Hommage Track ”Donnerstag” aufgenommen. Nice, vor allem hinten raus. “Die eine oder andere Frau kommt vielleicht nur wegen dem Ede, um endlich mal von ihm einen Stempel aufgedrückt zu kriegen.”
Anhören:
2 Kommentare » -
10 Jahre HipHop Donnerstag
Am 14. Okt 2009, 11:48 Uhr von martin
Heute ist zwar erst Mittwoch, aber auf dieses dreitägige Highlight kann man gerne schon hinweisen:
Vor 10 Jahren startete der HipHop Donnerstag im Club Hi in der Nadlerstraße, der leider 2004 oder 2005 (weiß es gerade nicht mehr genau) leider wieder in seiner Ursprungsfunktion als ehrliches Striplokal genutzt wird. Bei Strapse und Bier für 10 Euro kann man sicherlich auch mal versumpfen, ansonsten wird es bald mal Zeit das Hi unter Stuttgarter Legenden zu führen.
Als der kleine Puschel- und Plüschclub von André Herzer, wahrscheinlich der liebste Mensch den diese Stadt je gesehen hat, und dem weltberühmten Andreas “Bboy” Vogel schloss, haben auf jeden Fall die letzten Gäste geheult.
Der HipHop Donnerstag auch, aber der raffte sich unter der Ägide von infamous Lötknecht Skully und Diplom-Biologin Änna wieder auf und zog zunächst ins Hidden Place in der Schulstraße weiter (heute Finca), später ins Climax und residiert nun seit 2 Jahren in zuvor ungeahnter Dimension im Tonstudio.
Im Hi waren wir halt so 100 Leute, von außerhalb hat sich kaum jemand dahin verirrt und tanzten zu Emil, Bams, Passion und wie sie alle heißen und öfters mal mit einem grundehrlichen VP von Gangster Ede. Da liegt es nahe ihn und Passion für Jubiläumstag eins am Donnerstag, also den Abend schlechthin, zu verpflichten. Party like its 1999. Prince hat noch nie gelogen.
Freitag dann Elektro- und Techno-Bratze bzw. mädchentaugliche Neo-Disco-Musik. Wer könnte das besser als André Herzer, aktuell mit einer Mario-Gomez-Gedächtnis-Frisur ausgestattet. Dazu gesellt sich der Connaisseur Moritz von Pein und Brooklyn Terror aka Horst und Kumpel. Der Horst Alta! Ein Teufelskerl.
Samstag dann noch so Soul-Gedöns und entsprechenden Stuttgarter Sperrspitze. Für Stuttgartnacht-Reisende sicherlich ein super Auffangbecken. Wir gratulieren recht herzlich.
3 Kommentare » -
Montage: I fahr Daimler
Am 8. Mrz 2009, 15:05 Uhr von martin
Es fällt an einem (verballerten) Sonntagmittag dem einen oder anderen sicherlich schwer, sich mit dem Gedanken anzufreunden, am Montagabend schon wieder im Club zu stehen, aber die “experimentelle Partyreihe” Montage (*) im Tonstudio ist eher ein gediegenes kulturelles Sit-In als Druckbetankung.
Das Thema morgen Abend passt wunderbar hierher. Ob auch “Esperanto” abgehandelt wird, weiß ich aber leider nicht.
Montag, 09.03.2009, 20:30 Uhr, Tonstudio
»I fahr Daimler«
Schallplatten aus Stuttgart, an die sich manche gerne erinnern. Medienpartner Lift präsentiert investigativen Journalismus in Sachen auf Schallplatten veröffentlichter Stuttgarter Popmusik. Komoderiert von der Montage-Gruppe, inkl. Hörbeispielen.
*About Montage:
Jeden Montag besuchen Menschen freiwillig und kostenlos die „experimentelle Veranstaltungsreihe“ (Stuttgarter Zeitung) im Club „Tonstudio“, Ecke Langestraße/Theodor-Heuss-Straße 23. Seit einigen Jahren beschäftigen sich die Macher Jankowitsch, Piltz & Vogel mit Themen, die zuallererst sie selbst, und hoffentlich auch ihre Gäste interessieren.
10 Kommentare »















