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Der Knochen
Am 22. Nov 2011, 16:30 Uhr von martin
(Für alle jüngeren Leser: Das ist kein Satellitentelefon, sondern ein prähistorisches Smartphone. Es konnte sogar Internet. Glaub. Und Email.)
Vor ein paar Monaten haben der Geiger und ich Telefonnummern ausgetauscht. Waren zum Schnitzelessen in der Stube verabredet. Könnte ja etwas dazwischen kommen. Also schickt er mir seine, 0172…. Meinte ich daraufhin, lass mich raten: Das ist immer noch deine erste Nummer und die haste seit 15 Jahren. Ja, antwortete er. Sag ich: Ich hab meine seit 1999. Er: Darüber müssen wir mal etwas bringen. Thorsten und Krupa haben ebenfalls seit ich sie kenne dieselbe Nummer. Darüber muss an also wirklich mal etwas bringen. Gerade wenn das Handy kürzlich 25-jähriges Jubiläum gefeiert hat.
Man kriegt dauernd SMS, huhu, hier meine neue Nummer, bitte abspeichern und die Alte löschen. Ah ha, iPhönele geholt. Nur: Ich speicher die neue Nummer zwar ab, aber lösch nie die andere. Problem: Will man (vielleicht nach Jahren mal wieder) jene Person anrufen, muss man alle Nummern durchprobieren und landet evenutell bei etwas muffeligen Menschen in Visselhövede, die irritiert-asselig den Hörer abnehmen, weil man ja die Nummer nicht kennt. Versteh ich, ich nehm auch immer assi ab, wenn ich eine Nummer nicht kenne.
“Ja!?” “Äh, Micha, bisch dus?” “Nee!” “Oh witzig, dann wurde die Nummer neu vergeben, hihi.” “Ja voll witzig, ciao.” Arschloch.
Alternativ schreibt man an alle hinterlegten Nummern des Zielobjekts eine SMS und landet vielleicht sogar auf einem Fax. Das ist wiederum fast das Werner-Wölfle-Prinzip. Oder man bekommt eben eine dumme Antwort. “Hier ist nicht die geile Irene, du Drecksack.”
Mein erstes Handy war von Siemens. 1999 Verträgle gemacht mit Viag Interkom, heute O2. Der dazugehörige Gag hieß – logisch – Viagra Interkom. Die Endneunziger. Herrliche Zeit. Man sagte so Dinge wie: “Gehmer Prag?” “Ich hab jetzt auch ein Handy!” Oder: “Bin ich schon drin, oder was?”
Richtig aufgeregt hat sich zwar damals keiner mehr über Handy-Besitzer – war ein riesiges 90er Thema, soweit ich noch weiß Dauerbrenner bei Harald Schmidt – aber es hatten noch längst nicht alle ein Mobile und die Geräte wurden mitunter doch noch argwöhnisch betrachtet. Zumindest in meinem Freundeskreis. Aber natürlich war man kein Pionier mehr 1999. Wäre man eher 1994 gewesen. So wie der Geiger.
Heute hat O2 eine Arena in Berlin, in Hamburg und glaub in London. Mittlerweile kann man mit O2 sogar unten in der Stadtmitte telefonieren. Ungefähr seit zwei, drei Jahren. Siemens wiederum hat die Tage zu einem Flashmob in Peking eingeladen. Sonst von Siemens länger nichts gehört, denn ich bin dann bald auf Nokia umgestiegen. Auf den Prügel aller Prügel. Auf ein Statussymbol. Ein Must Have. Das Millenium iPhone. Der Communicator. 9210. Oder 9210(i). Allgemein bekannt als Communicator 2 oder auch: Der Knochen. Für den ersten hat es nicht gereicht.
Den Münztrick hab ich mir vom Tatort am vergangenen Sonntag abgeschaut. Große Spusi-Lage. Passt, denn man nannte den Communicator ebenfalls: Der Totschläger.
Das Ding hatten damals alle und vor allem der Eyerer, der Ussi, der Vlado, der Brunni, der Strachi und bestimmt der Schowi. Vielleicht der Reiser? Der Hauber garantiert. Wahrscheinlich auch der Thorsten. Würde sagen, mein erstes und einziges Handy, dass ich aus Gruppenzwang gekauft habe. Außerdem hatte es eine schicke Antenne.
Ansonsten konnte das Ding damals schon recht viel, aber letztendlich habe ich damit doch nur telefoniert, SMS verschickt und den Kalender gepflegt. Der war wirklich super. Kamera war keine eingebaut, aber eine Extra-Cam im Lieferumfang enthalten. Die war beschissen. Wer nimmt Fotos auf und überträgt die dann auf sein Handy?
Ansonsten sehr klare Menüführung. Mit den oberen schwarzen Tasten ist man durch die Hauptfunktionen gesprungen. Im Internet war ich damit nie. Hätte wahrscheinlich eine O2 Arena pro Monat gekostet. Vlado war immer ganz cool und ist mit dem aufgeklappten Totschläger telefonierend durch die Gegend gelaufen (siehe Lautsprecher rechts).
Großes Problem war der Transport. Sah ungefähr so aus:
(Dank an Hosentaschenmodel Chris)
Mit Leggins oder Röhre also unmöglich. Anzughose auch. Hatte weder Leggins, Röhre noch Anzughose, sondern minimale Baggys. Dann war es okay. Manche Communicator-Fans hatten wiederum zwei SIM-Karten und noch ein Party-Handy.
Gerade wegen dem Kalender hab ich mir später die Nachfolgemodelle geholt. Eines wurde mir dann aus unserem Büro über dem Tonstudio geklaut. Vermute ich. Radelte eines Nachmittags vom Soundshop zurück, mein Kabuff war am Eingang, legte das Gerät meines Erachtens ab, ging kurz nach hinten zum Corbin und als ich zurückkam war der Prügel weg. Wäre der Backstein während des Radelns aus der Tasche gefallen, was sowieso nahezu unmöglich war, hätte man das definitiv gehört.
Meinen ersten Communicator wiederum hätte ich eigentlich damals verkaufen sollen, aber irgendwie häng ich an dem Kolben. Ästhetisch für meinen Geschmack ein echter Hingucker. Ein Klassiker des modernen Designs sozusagen. Überleg mir ab und zu, ob ich für einen Tag meine SIM-Karte einlegen soll. Einfach so. Bisschen auf und zu klappen und paar alte Freunde anrufen. Versuchen Whatsapp zu installieren und twittern. Und schließlich in der U-Bahn zücken, wenn vor dir 8-jährige mit ihrem iPhone rumspielen. Schon vorgekommen. Vielleicht wollen sie mir es dann abkaufen und in Reli rumzeigen. Das wird teuer.
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Internationales Problem
Am 18. Jun 2010, 10:30 Uhr von martin
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Er kam mit dem Bollerwagen
Am 15. Jun 2010, 19:07 Uhr von martin
Einmal im Jahr wird der Kräherwald gerodet und Stuttgart bekommt neue Gelbe Seiten/Telefonbücher. So sah das dann gestern Abend auf der Ghetto-Briefkasten-Anlage meines Ghetto-Hochhauses aus. Meine Fresse, dachte ich mir, die Runde Tetris kann man sich langsam echt sparen.
Mit dem Bollerwagen sei der Herr gekommen und hat überall durch geklingelt, meinte meine Freundin, und wollte seine heißbegehrten Schwarten direkt in die Wohnungen ablegen, die zugebenermaßen etwas dünner geworden sind als noch vor einigen Jahren.
Ich kann mich noch an eine Wette in Wetten dass…? erinnern, als ein Typ mehrere von den Dingern im Akkord und in einem Ruck quer auseinander gerissen hat. War ich ganz schön beeindruckt damals. Ist aber auch schon wieder ganz schön lange her. 1993 war das um genau zu sein. 50 Telefonbücher a 1000 Seiten. Hab nen Bild gefunden.
Franz Bierbaum hat es geschafft.
Außerdem fällt mir gerade ein, in meiner Grundschulklasse war der Sohn der Gelbe-Seiten-Drucker. Die Windhagens. So hießen die. Windhagen klingt doch schon irgendwie total nach Familiendynastie und Reichtum oder etwa nicht?
Wir dachten zumindest damals, dass die Windhagens reich sein müssen, zumindest den vielen Spielsachen vom Markus (so hieß mein Klassenkamerad) und dem Anwesen nach zu urteilen. War aber nicht so groß wie die Villa der NANZ-Tochter, die ebenfalls in meiner Grundschulklasse war (Sandra, klein, goldig, blond, waren alle scharf drauf, gute Partie und so). Und immerhin druckten die Windhagens ja die Gelben Seiten!
Was Markus heute wohl so macht? Hatte es nicht immer leicht, stand glaub früh unter Druck seitens seiner Eltern, auf jeden Fall aufs Gymi, später vielleicht Firma übernehmen und so weiter, war aber schon ein guter Kerl.
Auf Facebook oder Xing ist er nicht, such ihn gerade, hätte ihn jetzt gerne geaddet. Huhu, kennsch mich noch?! Hast mich zwar nie auf deinen Kindergeburtstag eingeladen, aber können wir trotzdem Freunde sein? Und was machste so? Druckste noch die Gelben Seiten? Grad heute wieder welche bekommen! Voll toll, muss jedes mal dabei an unsere gemeinsame Grundschulzeit denken.
Wie man also sieht, sind die Gelben Seiten und ich dicke Kumpels. Zwischen uns gibt eine Verbindung. Eine Brücke fürs Leben. Wir ziehen uns an wie ein Plus- und Minuspol. Wir sind immer füreinander da. Wir sind eins. Wir sind gelb.
Trotzdem schau ich nie rein. Vielleicht liege ich einfach außerhalb der Zielgruppe. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich einmal die Gelben Seiten nach einen Klempner durchforstet.
Und ganz ehrlich: Falls man mal überhaupt eine private Nummer ausfindig machen will, wer schaut da bitte in ein Telefonbuch voller klein gedruckten Seiten aus Mikrogrammpapier? Ich bevorzuge da nicht mal das Internet, sondern schon immer die gute alte grundsolide Auskunft.
Du bekommst also die Dinger, legst sie in einen davor vorgesehenen Platz, also z.B. unter dein Telefon. In irgend so ein Schränkchen. Meinetwegen vom Opi geerbt, für 19 Euro beim Ikea gekauft oder aufm Sperrmüll gefunden.
Da liegen die Bücher dann das ganze Jahr, eventuell benötigst du sie mal als Türstopper, Fliegenklatsche, Schnitzelklopfer, für SM-Spiele oder im Herbst gar als Blätterpresse, also falls man Blätter pressen tut (macht doch tatsächlich meine Mutter, hat sie mir mal ganz stolz gezeigt, beim heiligen Töpferkurs!) und wenn die Neuen kommen, dann schmeißte die Alten weg, obwohl sich wahrscheinlich so gut wie nix geändert hat und du nicht einmal im verdammten letzten Jahr reingeschaut hast.
Vielleicht haben es sich manche Mitbürger zur Jahresaufgabe gemacht, Seite für Seite zu analysieren wer dazugekommen/weggezogen/gelöscht werden wollte, aber ich behaupte ein Großteil ist direkt für die Tonne produziert und das schon seit vielen Jahren. Man nennt so was auch Verschwendung.
Die Gelben Seiten wie auch das örtliche Telefonbuch druckt heute übrigens der Württemberger Telefonbuch Verlag, der Name Windhagen ist nirgendwo vermerkt. Die machen sich bestimmt frisch. Im nächsten Leben werde ich Telefonbuch-Drucker.
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Hey hey und Tschau Tschüss Tschau
Am 19. Feb 2010, 12:00 Uhr von Aussenreporter
Kommunikation ist so geil. Echt jetzt. Wer tagein, tagaus mit menschlichen Wesen zu tun hat, wird bald feststellen, dass der ein oder andere Mitmensch gewisse kommunikative Merkmale vorweist. Sympathische Schrullen, seltsame Angewohnheiten, stranges Blabla. Ich erfreu mich immer wie Bolle an solchen Kleinigkeiten.
Wir hatten zum Beispiel mal eine Praktikantin, die hat sich immer am Telefon mit einem mega-enthusiastischen „Hey hey“ gemeldet. Egal was anschließend kam, die Begrüßung war immer gleich euphorisch und im selben Tonfall.
„Hey hey! Leider hab ich wieder einen Riesen-Scheiß für dich geschrieben, hab dir den unsäglichen Artikel zum Redigieren geschickt.“ Das war so fett, dass wir uns wochenlang im Büro alle mit „Hey hey“ angebrüllt haben.
Wenn der liebe Kollege, der bei meinem Arbeitgeber fürs Bild bearbeiten zuständig ist, einen anruft, sagt er im ebenfalls immer genau gleichen Tonfall „Hallo, Tachtach“, wobei das „Tachtach“ einem Maschinengewehr gleich aus seiner Gosch ballert. I’m lovin it!
Da ich mich jedes Mal schon drauf freue, wenn er mich anruft, weise ich ihn auch nicht drauf hin. Sonst würde er es sich ja vielleicht abgewöhnen, und mein Leben wäre wieder mal um eine Konstante ärmer, das ist nix im Alter.
Als ich vor elf Jahren mein erstes Praktikum bei einer Lokalzeitung absolvierte, gab es dort einen steinalten Redakteur. Wenn der einen per Telefon wegen eines Artikels belästigte, sagte er zur Begrüßung immer „Ich stör nur ungern beim Tatort, aber…“, egal ob montags früh um 7 Uhr oder Mittwochs um 13.42 Uhr.
Hab den Witz nie verstanden, war aber auch viel zu jung und schüchtern, den 800 Jahre alten Kerl darauf hinzuweisen, dass ich zu der Zeit eindeutig mehr auf Armaggedon oder Verrückt nach Mary stand und es mir im Tatort zu wenig Explosionen gab.
Aktuell mein absoluter Liebling in Sachen kommunikatives Alleinstellungsmerkmal, wie windige Werber solche Schrullen wohl nennen würden, ist mein Kumpel Alex. Der sagt in einem so schlimm verbindlichen Ton am Ende jedes Telefongesprächs „Tschau Tschüss Tschau“, dass ich ihn mittlerweile wegen völliger Nichtigkeiten anrufe, nur um regelmäßig in den Genuss von „Tschau Tschüss Tschau“ zu kommen.
Einen ganz eigenen Style am Telefon hat übrigens auch der Ram. Der sagt zum Abschied immer ein Clint Eastwood-mässig hervor gepresstes „Tschüss“, völlig emotionslos dahergezischelt.
Am Anfang unserer everlasting Freundschaft hab ich immer gedacht, ich hätte irgendetwas Falsches gesagt, und der Kerle sei irgendwie stinkig am Ende des Ferngesprächs.
Mittlerweile weiß ich es aber besser. Der Ramelam ist mit dem Kopf am Ende eines Telefonats schon bei den nächsten 382 Aufgaben, die er anschließend in 46 Sekunden erledigen wird. Welt retten, Text schreiben, Schnaps trinken, laufen gehen, und dazwischen noch neues CK One kaufen.
Sotele, muss Schluss machen, mit Martin ins Solarium. Bissle Farbe holen vorm Tatort. Tschau Tschüss Tschau!
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Eine Ode an das Telefonzeichen
Am 17. Feb 2010, 17:27 Uhr von martin
Lange Zeit haben wir es vermisst, seit letzten Samstag ist es endlich wieder da: Das gute alte Telefonzeichen – ruf mich an! Das sieht dann ungefähr so aus:
Hier die etwas laszive Variante:
Oder mehr fordernd:
Gerne auch etwas dämlich-posend:
Dank DSDS rückt diese fast ausgestorbene Zeichensprache alljährlich wieder zurück in unser Gedächtnis. Die fragwürdige Show führt ein Jahrtausend altes Kulturgut fort.
Schon unsere Vorfahren machten das Telefon. Bevor es auf die Jagd ging besagte dies: Wenn du einen Büffel siehst, anrufen! Und dann ritt man auf Porsche Cayennes davon. Nur die Älteren unter uns erinnern sich an diese harten Zeiten: Da gab es noch kein Büffel-App fürs iPhone, das den Jägern bei der Lokalisierung der fleischreichsten Büffel half.
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Arcor-Schleife, where you at?
Am 14. Jan 2010, 18:12 Uhr von martin

Daheim bin ich Arcor. Im Geschäft wie mal berichtet Telekom. Arcor will aber nicht mehr Arcor sein, sondern ist seit rund einem halben Jahr Vodafone. Keine Ahnung was da war oder vorgefallen ist, kam eines Tages einen Brief, juhu, wir, Vodafone, haben Arcor gefressen oder haben uns verbündet oder was auch immer. Hab mich darüber auch nicht weiter schlau gemacht, Hauptsache das Tarifle wird nicht teurer.
Arcor ist letztendlich ein super Verein gewesen, vorausgesetzt man brauchte nichts von ihm, ausser natürlich man wollte den Vertrag verlängern. Also technischer Beistand, seelischer Beistand wie Händchen halten (“mei Inderned gääääähd nedd, bläär!”) musste man da alles selbst lösen und starb dabei fast den Saxophon-Telefonschleifen-Foltertod. Verstorben nach 25 Minuten in der Arcor-Hotline. Das Arcor-Saxophon war die Hölle, wie mal geschrieben.
Da ich ein gut vorbereiteter Mensch bin, weiß ich, dass bald mein aktueller Vertrag ausläuft. Und weil ich auch wie jeder andere Mensch immer mehr will (50 Mbit, 100 Mbit, schalalala), machen mich die KabelBW Tarife total wuschig inklusive natürlich dem Männer Paket (Spocht und Eroddigg).
Auf der anderen Seite ich bin auch ein treuer und zufriedener Kunde beim Arcor/Vodafone. Also ruf ich natürlich zunächst ein mal beim bestehenden Vertragsverhältnis an und erkundige mich, ob man technisch mittlerweile nachgerüstet hat und über die 16er Leitung rausschießt. Das ist bei Arcor, also Vodafone, im Stuttgarter Westen bislang immer noch ein kleines Problemchen gewesen.
Nach nervigen Tastendrücken (Nummer, Geburtstagdatum, Menü) lande ich in der Warteschleife. Telefonloops sind prinzipiell eine heikle Sache. Meistens eher uncool, sollen eine breite Masse nicht gerade nerven, O2 hat das z.B. mit “Walk A Mile” von Coldcut ganz elegant gelöst, aber dass es schlimmer kommen kann als das legendäre Saxophon hätte ich nicht gedacht. Listen:
Warteschleife Vodafone
Da wird man müde und depressiv zu gleich. Okay, auf der anderen Seite, ordentlicher Beat drunter und dann hat man Rave
. Sposs. Das ging noch so 15 Minuten lang weiter, bis sich ein Mensch meldete. Ein Hoch auf die Lautsprecherfunktion. Und dumm, dass ich den Rest nicht mitgeschnitten habe.Man verliert nach 15 Minuten und 200 Euro Verlust völlig den Glauben, dass da jemals überhaupt ein Mensch ran geht und wenn dann einer dran geht, ist man total erschrocken. “Ein Mensch, juhu!” habe ich mal wieder voller Euphorie in die Muschel gerufen. “Jetzeeeeeet!”
Und so wie ich halt bin, musste ich der armen Sau, die natürlich überhaupt gar nix dafür kann – aber ey, wer hat schon den Chef am Apparat? – ordentlich einen reinsingen.
“Alta! 14 Minuten und 43 Sekunden in der Schleife, tight!”
“Oh, das tut uns aber sehr leid. Wir arbeiten dran.”
“10 Minuten weniger als früher, ist doch super. Aber Sie wirklich, das Lied da in der Schleife, das geht gar net. Da war ja das Arcor-Saxophon noch cooler!”
Ich glaub jetzt stand er total auf der Leitung, kann aber auch sein, dass das Arcor-Saxophon eine Einbildung meinerseits ist.
“Okay, ich gebe das gerne weiter.”
Macht er eh nicht. Na ja, noch schlimmer war, das Vodafone mir kein VDSL bieten kann. Also weiterhin mit 16Mbit rumgurken. Und einen besseren Preis konnte er mir auch nicht machen. Vielleicht hätte ich offensiver mit der Kündigung drohen sollen.
Jetzt mal überlegen mit der KabelBW, obs das bringt, ob man das braucht – und wie da die Schleife ist. Aber mit der Aussicht auf einen Errodigg-Kanal hält man bestimmt auch 15 Minuten lang Sexy Bitch aus.
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Mist abgeladen
Am 8. Okt 2009, 10:47 Uhr von martin
Hell yeah, i really love the Polizeinews
:“Aus Ärger Mist abgeladen
Bad Cannstatt: Ein 58 Jahre alter Unternehmer aus Ludwigsburg hat am Mittwoch (06.10.2009) eine größere Menge Mist im Innenhof eines Telekommunikationsunternehmens an der Nauheimer Straße abgeladen.
Der 58-Jährige war offenbar verärgert darüber, dass sein Telefonanschluss, den er geschäftlich dringend benötigt, nicht schnell genug freigeschaltet wird. Aus Protest fuhr er gegen 10.30 Uhr mit einem Lkw in den Innenhof des Verwaltungsgebäudes und kippte dort den Mist ab. Im Anschluss an seine Protestaktion nahm er diesen wieder mit.” (Mein Lieblingssatz)
Zur Info müsste es sich bei dem Mist-Opfer um die Telekom handeln, die haben ihren Stuttgarter Sitz in der Nauheimer Straße. Kann man sich durchaus mal drüber aufregen.
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