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Interview: Tatort+
Am 17. Mai 2012, 15:46 Uhr von martin
Vier “Desperados” hocken im Kastenwagen. Abtransport. Lena Odenthal und Mario Kopper, die Martin Riggs und Roger Murtaugh von Los Ludwigshafen, wollen noch wissen wie deren Betreuer Watzlawick von der Klippe gestürzt ist. Die Kerle schauen sich gegenseitig an und schweigen. Einer für alle, alle für einen. Feierabend. Tatort-Abspann-Musik. (Danach: Schlecht, GEZ-Gebühren zurück oder gar net so schlecht, wie immer halt.)
Wem das zu wenig Auflösung war, konnte direkt im Anschluss (und noch bis kommenden Sonntag, 20. Mai) bei dem sogenannten Click-and-Point-Spiel Tatort+ online weiter den Täter ermitteln, ein Novum in der über 40jährigen Tatort-Historie.
Wie man auch hier vernehmen konnte, fand das Spiel so manch einer gar nicht schlecht. Ich selbst hab zugegeben nur kurz ein bisschen rumgeklickt und dann schnell die Geduld verloren – bin einfach kein Gamer. Trotzdem fand ich den Ansatz spannend und wollte mehr wissen. Patrick Schneider, Social Media Manager beim SWR, über eines der Netzthemen der Woche, Serverausfälle und ob man solche Social-Media-Upgrades überhaupt braucht.
Wer und wie kam man auf die Idee zu dem angedockten Online-Game Tatort+?
Patrick Schneider: Die Idee wurde in der Tatort-Redaktion des SWR geboren. Schon während der Drehbuchphase hatten die Kollegen das Gefühl, dass dieser Film sich auf Grund seiner atmosphärischen Dichte und der Tatsache, dass ohnehin eine Art offenes Ende vorhanden war, besonders gut für ein Online-”Bonbon” eignen würde. Der Film wäre aber auch ohne Tatort+ genau so gelaufen. Die Kollegen vom Fernsehen sind dann auf die Onliner zugegangen und dann haben wir losgelegt.
Der Tatort ist kein Ba-Wü-SWR-Ding, sondern eine “nationale Angelegenheit”. Wie kam die Idee allgemein bei der ARD an?
Patrick: Natürlich muss man bei einem solchen Projekt, dass eine DER Marken von DasErste betrifft, ein bisschen mehr Überzeugungsarbeit leisten als bei einem hausinternen Projekt. Aber das der Tatort, insbesondere bei Twitter, jeden Sonntag für einen großen Buzz im Netz sorgt, ist hinlänglich bekannt und hat die Entscheidung deutlich vereinfacht. Zumal die gesamte Zeit galt: Ob die Zuschauer und User das Spiel spielen wollen, ist ganz ihnen überlassen. Der Tatort im Ersten muss für alle funktionieren, egal ob mit oder ohne Onlineaffinität.
Kannst Du weiterhin kurz ein die Vorplanung skizzieren?
Patrick: Das gesamte Projekt war für alle Beteiligten eine sehr intensive Zeit. Neben der eigentlichen Konzeption und Entwicklung, die wir gemeinsam mit einer Agentur realisiert haben, mussten Teile der Geschichte, Dialoge, Ablauf des Spiels, aber auch das gesamte Drumherum, wie die Tatort-Twitterwall im Videotext oder die Bereitstellung des Films in Full HD auf YouTube geplant, besprochen, genehmigt und umgesetzt werden. Ich muss aber sagen: Hat richtig Bock gemacht, dann ists auch egal, wenn man Samstag um 23 Uhr noch mal eben Nachfragen per Mail beantwortet.
Nun kam es zu einer Panne und einem kleinen “Shitstorm”. Das Spiel wurde z.B. auch hier auf dem Blog von manch einem als ganz ordentlich empfunden, aber die Server gingen scheinbar schnell in die Knie. Was war los?
Patrick: Das sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir waren eigentlich ziemlich gut aufgestellt, aber die Anzahl der gleichzeitigen Zugriffe am Sonntag hat uns dann doch überrascht, wie man gemerkt hat. Von einem Shitstorm würde ich nicht sprechen, insbesondere am Sonntag konnten wir durch offene und ehrliche Kommunikation über den Tatort-Twitter-Account und die Facebook-Page der Kritik sehr gut begegnen und unsere Situation erklären. Ein echter Shitstorm sieht anders aus.
Insbesondere die BILD hat scheinbar an den Server-Aussetzern und dem Game einen Besen gefressen und klopfte die Tage in gewohnter Manier drauf, Zitat “Eine Mords-Blamage für die ARD”. Schwingt da ein wenig auch der alte ARD vs BILD Beef mit?
Patrick: Die BILD hat natürlich wie kaum ein anderer ein Gespür dafür, wie man solche Themen wirksam aufbereitet. Mich lässt das kalt, die Bild ist sicherlich (im positiven Sinne) mit dafür verantwortlich, dass soviele Leute Montag und Dienstag noch ins Spiel eingestiegen sind. Über 90.000 Spiele (Stand Mittwochvormittag, 16. Mai, KTV) bislang sprechen da eine deutliche Sprache. Außerdem: Die Redakteure müssen unser Spiel auch gespielt haben, sonst hätten sie den Mörder nicht verraten können.
Wie ist allgemein die Resonanz?
Patrick: Wir sind überwältigt und mehr als zufrieden – unsere Zielsetzung haben wir schon am ersten Tag geknackt. Inzwischen sind wir, wie gesagt, bei mehr als 90.000 Spiele, die über Tatort+ gespielt wurden. Die Zugriffe auf die Tatort-Website haben sich am Sonntag und Montag mehr als verdreifacht und das Echo der User ist – von den berechtigten Kritik am Sonntag und Montag abgesehen – mehr als positiv.
Kannst Du dir auch deswegen vorstellen, dass eine derartige Aktion wiederholt wird? Und Sinnfrage: Braucht das die Marke Tatort eigentlich, eine der stärksten im deutschen Fernsehen überhaupt?
Patrick: Gegenfrage: Warum nicht gerade mit einer der stärksten Marken im deutschen Fernsehen? Wie viele Studien bestätigen, wird Social TV in all seinen Ausprägungen wird immer wichtiger. Der Tatort ist perfekt für dieses Pilotprojekt gewesen: Hohe Zuschauerzahlen durch alle Generationen und ein sehr hoher Anteil an Menschen, die ohnehin online diskutieren und sich mit der Marke beschäftigen. Die Nutzerzahlen aber auch die reine Quantität sowie die Qualität des Feedbacks zeigt: Da haben wir einen Nerv getroffen.
All das sind natürlich die besten Argumente, um irgendwann ein Nachfolgeprojekt aufzusetzen. Soweit sind wir aber noch nicht, wir werden in den nächsten Wochen alles auswerten und dann schauen wir, wie es weitergeht. Aber das Interesse besteht nicht nur bei den Usern und Zuschauern.
Tatort+ kann noch bis Sonntag, 20. Mai gespielt werden Tatort Facebook & Tatort TwitterKeine Kommentare -
Tatort mit selber
Am 12. Mai 2012, 17:42 Uhr von martin
Ken putzt seit Woche seine Detektivlupe, bügelt sein Schlapphut, pikst seine Lena-Odenthal-Voodoo-Puppe und freut sich sowieso brutal auf morgen Abend. Wie schon vor ein paar Monaten nach der SWR-Pressekonferenz angekündigt, kommt morgen der Ludwigshafener Tatort mit einem erstmaligen (und wie vielleicht auch einmaligen) Upgrade: Die Zuschauer können im Anschluss online unter dem Motto Tatort+ auf weiter ermitteln, denn eine Frage der Folge bleibt offen.
“In einem Point-and-Click-Spiel gehen die Online-Ermittler Spuren nach, sammeln und kombinieren Indizien und befragen Zeugen und Verdächtige”, heißt es bei den Infos auf der nächsten Seite. Das Wort Point-and-Click-Spiel höre ich gerade zum ersten Mal, aber bin auch absolut kein Gamer. Via Facebook und Twitter kann man sich mit anderen Hobbyermittlern austauschen, ausserdem steht das Ludwigshafener Team zur Seite.
Mehr zu Tatort+ hier oder nächste Seite
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Scherbenhaufen und Bombenalarm
Am 2. Mrz 2012, 12:58 Uhr von martin
(Bootz als verdeckter Ermittler- zum Trailer)
Ken steht total Kopf, hat sich schon vor lauter Vorfreude eine Flasche Doppelherz gekauft, und wir eröffnen endlich einen neuen Tatort-Review-Thread, nach dem der Alte langsam etwas überlastet ist: Am Sonntag ist wieder Stuttgart Tatort-Time. Das wird Granate, Bombe, Mega und Gigaliner, der Trailer zu “Scherbenhaufen” riecht förmlich nach Deutscher Fernsehpreis oder zumindest nach Bayrischer Fernsehpreis, den sich Lannert und Bootz aber auch wirklich endlich mal verdient haben. Logisch. Da wird Charlotte Lindholm ganz viel weinen.
Die Geschichte geht so: “Ein Mordanschlag ausgerechnet auf einem Friedhof: Unternehmer Otto Imberger entgeht dem Anschlag eines Unbekannten knapp, sein Chauffeur Marco Hummel aber wird von einer der Kugeln tödlich getroffen.
Thorsten Lannert stellt bei seinen Ermittlungen fest, dass ein innerfamiliärer Machtkampf um die künftige Ausrichtung der Imberger’schen Firma im Gange ist. Um den Patriarchen vor neuen Anschlägen schützen und gleichzeitig innerhalb der Familie ermitteln zu können, schleust Staatsanwältin Álvarez Hauptkommissar Bootz als Chauffeur und Bodyguard bei Otto Imberger ein. Während er undercover das äußerst gespannte Verhältnis der beiden Söhne Gerald und Lukas Imberger durchleuchtet, untersucht Thorsten Lannert das Umfeld der Imberger’schen Firma.”
Lannert ermittelt und Bootz undercover! Hammerhart! Klingt brutal spannend, bin schon voll aufgeregt. Okay, geht so (nimm schon mal einen tiefen Schluck, Ken). Die StZ zieht übrigens heute eine kleine Bilanz nach vier Jahren Lannert und Bootz.
Außerdem gerade entdeckt:
Das echte Polizeileben ist fast genauso spektakulär, ebenfalls auf der StZ gefunden.
Leinfelden-Echterdingen: Mit einem makaberen Scherz hat eine 37-jährige Angestellte eines Schnellrestaurants am Flughafen Stuttgart am Donnerstagnachmittag die Polizei auf den Plan gerufen. Die 37-Jährige sagte offenbar zu ihrem Schichtführer: “Du hast unter deinem Auto eine Bombe.” Der nahm das Ernst und informierte die Polizei.
Die Beamten sperrten die Zufahrt des Restaurants sowie den angrenzenden Parkplatz und untersuchten das Auto des Schichtführers. Bei der Vernehmung gab die Frau zu, sich einen Scherz erlaubt zu haben.
Jetzt droht der 37-Jährigen wohl die sofortige Kündigung, außerdem muss sie die Kosten des Polizeieinsatzes zahlen.
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Elchtest: Ausflug zum SWR
Am 2. Feb 2012, 12:15 Uhr von martin
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Der neue TodessternDas neue Medientraumschiff für die Region. Außen geht so, innen ohho.)Grandioser Schock letzten Freitag. Die vom SWR laden uns, also UNS Bachel, zu einer Pressekonferenz ein. Genauer gesagt zur Jahres-Pressekonferenz 2012. Natürlich haben sie noch jede Menge andere Hörschte eingeladen, wir sind trotzdem vor lauter Stolz nicht nur fast sondern geplatzt.
Die Konfi, wie wir Fans sagen, steigt in ihrem neuen Reihenhäusle (ohne Garten) in der Neckarstraße, schreiben sie, der wahrscheinlich schönste Neubau des Universums seit der Bib oder dem Jugendhaus im Cannstatt, das wollen sie uns gerne neben der programmatischen Marschroute für das Weltuntergangsjahr zeigen.
Prinzipiell gehe ich nie auf Pressekonferenzen, weil ausser verlorene Zeit letztendlich nix Essentielles bei rauskommt was man nicht schon auch auf einer Presseinfo nachlesen kann. Keine Ahnung wann ich überhaupt zuletzt auf einer war, denke so vor acht Jahren für Sub Culture. Falsch, ich war zwischendurch auf Presseterminen für die StZ, so im Haus des Waldes mit irgendwelchen Staatssekretären und anderen seltsamen Politikern, die dringend Fotos mit Kindern machen mussten.
Für KTV war es jedenfalls eine kleine PK-Premiere. Gab handfeste Gründe für das Debüt, denn der kleine, dynamische und flexible Familienbetrieb lockte mit einem wahnsinnigen Line Up:
- Peter Boudgoust, Cheffe aka Intendant
- Jan-Josef Liefers, nicht als Boerne sondern als Baron von Münchhausen
- Kopper vom Tatort Ludwigshafen alias Andreas Hoppe
- Enie van da Meiklokjes
Man sieht: Das ist besser das SEMF- und HipHopOpen-Programm zusammen, das ist ein Happening, ein grandioses Event, eine Gala und die Raumschiff Enterprise unter den Pressekonferenzen. Da geht man hin, das lässt man sich nicht entgehen. Wäre die Party öffentlich gewesen, wären Minimum 12.298 Leute gekommen. Gibt ja Stullen und Butterbrezeln. Und Kaffee.
War also bisschen aufgeregt, ganz früh aufgestanden und rechtzeitig schlau gemacht welche Bahn ich nehmen muss. Die Hinfahrt von S-Mitte nach Haltstelle Metzstraße verlief problemlos in genau acht Minuten, die U-Bahn kam trotz dieser “Russenkälte” (Ist das wirklich eine BILD-Kreation?) absolut pünktlich.
Das Gebäude wiederum ist so neu, dass von außen noch nicht mal die vollautomatische Halbkreistüre aufging sondern von innen ein Mitarbeiter unter den Bewegungsmelder durchlaufen musste, damit sie sich öffnete. Wenn sie sich da bitte anmelden würden, gerne, hallo zusammen, ich bins, der Bachelor.
Nahm gleich meine Lieblingsrolle an, die Falschgeldrolle, und bin wie Falschgeld im Foyer rumgeistert, Frau Wasserbäch förmlich begrüsst (manchmal ist sie doch sehr förmlich) und kurz das Büffet begutachtet.
Zwar das Kleine-Belegte-Brötchen-Einmaleins, aber bisschen rar für das Mega-Happening dachte ich, war aber wiederum egal, weil ich eh gefrühstückt hatte. Profi. Später kam die Theorie auf, wenn das Bankett feudaler ausgefallen wäre, hätte wieder jeder gemotzt, jaja, unsere Gebührengelder stecken in sexy Fingerfood.
Nee, die wurden schon in das Reihenhaus investiert. Ein groß gewachsener Herr bat uns doch bitte in einem der neuen Studios Platz zu nehmen. Da saß schon LIFT-Kollegin Nina und die Stars waren auch schon da. Fast.
Bekamen wohl letzte Instruktion von Wieland Backes, Sposs, Clemens Bratzler, der das ganze moderieren sollte. Guter Typ übrigens wie ich finde, macht einen nice Job. Aber wo ist Herr Liefers? Dafür trägt der Kopper geile Stiefel, Modell Hundeschlittenrennen in Alaska. Kann man die Tage durchaus aus dem Schrank holen.
Vor mir platzierte sich übrigens Frau Tina Gaedt von der BILD.
Das ist die in der Mitte, Frau von Michael Gaedt. Während er mittellustig ist, hat sie ein mittleres Gedächtnis. Als sie an mir mit ihrem etwas fragwürdigen, gescheckten violetten Pelz vorbeirennt, sag ich: “Ah die Frau Gaedt kennt mich auch nicht mehr!” (Wir haben uns nämlich mal kennengelernt.) “Huch, hallo und sorry, ich hab wieder mal nur Augen für die wichtigen Leute und hab die ganze Zeit auf Herrn Boudgoust geschaut”, entschuldigt sie sich. Ich sag ja: Bachel.
Ne zeitlang hat sie bei mir ab und zu angerufen, wenn was ganz schlimmes passiert ist. “Martin, da gibt es einen Toten, weißt du was? Komm sag schon, du weißt doch was!” Der Kontakt ist recht schnell, öhm, eingefroren, weil ich mit Toten und Crime nicht so recht dienen konnte. BILD-Mitarbeiter des Monats bin ich jedenfalls nicht geworden.
Kurz bevor es losging wollte ich doch WLAN haben, vielleicht bisschen Quatsch twittern, guckte fragend durch den Raum und Herr Boudgoust persönlich erkundigte sich freundlich, ob er mir helfen könnte. Wo isn die Dame mit dem WLAN, Herr Intendant? Kam sie, hat trotzdem nicht funktioniert. Nokia for the f.u.c.k.. Manchmal.
Dann ging es los, kurze Begrüssung von Bratzler, das ist eines unserer neuesten Studios, topmodern, der Oberknaller, machen aber trotzdem erst mal nur Sport im Dritten hier drin. Herr Boudgoust erklärte selbst weiter, dass sie total glücklich sind über das “Multimediahaus” mit 460 KM verlegten Elektroleitungen, hier sollen TV, Radio und Internet dank kurzer Wege zusammenwachsen, es wäre ein “Versprechen an den Nutzer bestes Programm zu bieten”. Oder so. Auf jeden Fall ist das wohl scheinbar eines der modernsten Sendestudiokomplexe in Europa überhaupt.
Die brandneue Beleuchtungsdecke wäre hammerhammerhart…
…spart wiederum Zeit und die niegelnagelneue LED-Wand im Hintergrund total viel Watt. Kurze Reise in die 70er:
Die Option Lagerfeuer gab es auch, nicht fotografiert, manche haben “aaaaawww” gerufen. Fands nur komisch, dass man den Superman-Raum nur für Sport im Dritten verwendet.
Die Nachrichten kommen zukünftig aus dem Grünen Raum, kurze Schalte rüber zum schwäbischen Anchorman…
…der meint, der Raum wäre komplett grün und sonst wäre nur er und der Tisch darin echt. Boudgoust meint, sie wissen noch nicht wann sie daraus senden können, wäre “keine triviale Umgebung”, aber man macht jeden Tag Fortschritte. Vielleicht im April. Ganz witzig blendete man als Nachrichtenbeispiel ein 4:1 des VfB gegen die Bayern im Pokal ein. Da haben wir gelacht. Eigentlich muss man ja weinen.
Dann ging es bisschen um die junge Leud´, gibt ein paar neue Shows, alles mit Trailern untermalt, unter anderem Lautstark auf einsplus (Moderatorin zur Band: “Ihr habt ja nun mal richtig gute Körper.” ), eine Friseur-Doku-Serie, ein Reportageformat namens “Mission Mittendrin”, der Heini muss sich auf diverse Abenteuer einlassen (“Reite eine Welle und werde Teil der Funsportszene”) und so weiter und so fort.
Bratzler insistierte bei Boudgoust, ja macht man denn nun genügend für die Junge, von außen hört man immer, eigetnlich nicht so, Boudgoust meint, ja doch, total viel, voll super und “wir schaffen das auch ohne abgehalfterte C und D Stars die Jungen anzusprechen”. Und unter dem Strich werden da mehrere Milliönchen investiert, meinte später.
Und was noch so? Jede Menge. Neben total vielen neuen regionalen Serien ist man tatsächlich dabei den ersten schwäbischen Kinofilm zu lancieren (“Die Kirche bleibt im Dorf”), ob man das braucht ist die andere Frage, zeigt aufwendige Dokus über Adenauer, Rommel und Caterina Valente (super Kette), bringt “Ulysses” von Joyce als 20-stündiges (!) Radioereignis (Sprecher u.a die Harfouch und der Freddie Schenk) und natürlich der Baron von Münchhausen an Weihnachten 2012. Schalte zu Liefers zum Drehort Lubu. Da war endgültig klar, der kommt nimmer.
Labert übrigens in Echt fast in demselben Tonfall wie Professor Boerne. Vielleicht hat er das nur absichtlich gemacht, weil die Fans da waren. Über seine Rolle als Münchhausen hat er sich total gefreut und voll gut vorbereitet, erzählt er.
Der Kopper stellte noch seine neue Ernährungssendung vor…
…Motto “regional und saisonal”, wirklich auch ein ganz guter Tüp, wie der Tobsen sagen würde. Enje wiederum startet übrigens bald mit einem Kollegen so eine Quizshow, “Meister des Alltags” heißt die, klang bisschen lame alles.
Hab Koppers Bühnenauftritt genutzt und eine Frage gestellt:
“Herr Kopper, äh, Hoppe, mein alter Freund und Leser Ken meint, Lena Odenthal ist total fürn Arsch. Was sagen sie dazu?”
“Sehe ich auch so, aber die kommt in einer der nächsten Folgen ums Leben und dann ermittel’ ich gemeinsam mit Charlotte Lindholm.” (Herzinfarkt Ken)
Sensation! Ein Raunen ging durch das Publikum. Okay, war alles erstunken und erlogen.
Wahr ist: Im Mai kommt der nächste Odenthal-Tatort und der wird garantiert – na wie? – ned schlecht! Trailerpark:
Die Weltneuheit daran (nicht erstunken und erlogen): Direkt im Anschluss kann im Internet der Fall weitergesponnen werden, weil, so die Presseinfo, ein Geheimnis am Ende offen bleibt. “Dieses Rätsel kann von den Nutzern im interaktiven Tatort-Spiel im Netz gelöst werden.”
Fazit: Alles verdammt super beim kleinen Familienbetrieb, unsere Kohle ist ganz gut investiert in die Markenzeichen “Regionalität” und “Aktualität” und bisschen ambitionierte Großproduktionen. Aber na ja, Hauptsache Tatort kommt.
Tiefpunkte gab es übrigens auch auf der Konfi, man spielte “weltexklusiv” einen Udo Lindenberg Song vor. Da sang er in Englisch. War grauenvoll. (Gut, ich finde Lindenberg bei allem Respekt sowieso grauenvoll.) Macht er als alter Hesse-Fan wegen dem Hesse-Jahr, das auch im SWR prominent gefeatured wird.
Mir grad egal, wie auch der Studiorundgang, den ich gleich abgebrochen haben, weil man nicht fotografieren durfte. Im Studio nebenan sah es noch aus wie bei Hempels unterm Sofa, da war die Salatplatte Nizza in der Kantine schon attraktiver, auf die mich SWR-Social-Media-Fachmänner Guido und Patrick plus gute Gespräche (Copyright Stefan Kaufmann) einluden. Danke dafür und danke für die Einladung, habe die Ehre und vielleicht bis zum nächsten Jahr – falls ihr uns nochmals einladen solltet.
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Yes, we Cann
Am 2. Feb 2012, 09:00 Uhr von Setzer
Vollgut: Stuttgart zur Primetime ohne Prügel, ohne VfB und ohne Bahnhof. Das muss aber bitteschön in die richtigen Hände gelegt werden. Super Adresse: Carmen Mioska von den Tagesthemen. Die finde ich spitze. Obwohl sie eigentlich Caren Misoga heißt. Fiel mir auch nur zufällig auf. Sie sieht immer ein bisschen aus, als würde sie etwas wissen, das sie in zehntausend kalten Wintern nicht verraten würde. Auch nicht wenn man ihr den Sendeplatz von Günther Jauch geben würde. Noch besser finde ich sie, seit sie die Band Hüsker Dü in einer Talkshow erwähnt hatte und dass sie bei denen mal auf einem Konzert war. Solchen Leuten kann man im Normalfall vertrauen.
Ach, egal jetzt. In den Tagesthemen musste sie am Dienstag was anderes sagen: “Integration”. Das TV-Lieblingsthema, wenn Wulff gerade keinen Blödsinn macht, die Klum keine Pressemitteilung schreibt, Heesters schon wieder nicht aufersteht, keine Atomkraftwerke durchschmoren oder halt einfach sonst nix los ist.
Als Beispiel dafür wurde – Anlass war der Integrationsgipfel in Berlin – dann gleich ein Beitrag aus Stuttgart Bad Cannstatt gesendet. Musterbeispiel, laut den Tagesthemen, wenn’s um Integration geht. Bericht war super. Wie immer wurde da mit aller greifbarer Arroganz genau das Gegenteil betrieben: “Hey Ausländer! Und wie läuft’s so mit der Integration? Merkste schon was?”. Hier geht’s zum Beitrag, startet bei 4:10.
Gut, aber wenigstens wissen wir jetzt, dass das Cann (“Intergrationshilfe aus Stahlbeton”, yeah), das Jugendhaus in Cannstatt 13,5 Mio. Euro gekostet hat, Startschwierigkeiten hat und dass jeder Dritte der circa 70000 Einwohner in Cannstatt Migrationshintergrund hat (die Frisur von Timo Gebhart nicht mitgerechnet). Kann man ja immer mal brauchen. Vielleicht fragt der Jauch ja mal nach so was.
Wem’s nicht so dringend mit den Infos ist, der kann’s bei Bedarf auch wie der Tatort Ermittler aus Wien machen: “Das musst du Dir mal rausgoogeln lassen”, sagte Harald Krassnitzer jüngst zu Gottschalk, in dessen neuer Stammelshow. Jetzt ist auch mal wieder Schluss mit Fernsehschauen. Lieber raus gehen in kurzen Hosen und FlipFlops. Achso, Sonntag gibt’s wieder einen Wiener Tatort mit Moritz Eisner und seiner Co-Ermittlerin Bibi Fellner. Die wiederum finde ich mindestens so toll wie die Miosga.
Ich lass mir jetzt mal gescheit einen rausgoogeln und dann Flipflop und so.
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Walluis sieht fern
Am 20. Jan 2012, 15:00 Uhr von martin
Neue Sendung seit Anfang Dezember, kannte weder den Typ noch die Sendung (Tele5?), keine großen neuen Erkenntnisse, aber bisschen witzig. Wenn ich das richtig sehe, kommt von dem auch diese Tatort in 123 Sekunden Geschichte gedreht.
“Walulis sieht fern ist eine Comedysendung, die einen unterhaltsamen Blick auf den täglichen TV-Wahnsinn wirft. Ab Donnerstag, den 8.12. immer in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 0:40 bei Tele5.”
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Tatort in 123 Sekunden
Am 9. Dez 2011, 09:55 Uhr von martin
Alles drin was man braucht und am Sonntag mit Frau Burda! Der wird garantiert net schlecht!
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