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iRot oder iBlau?
Am 16. Feb 2011, 09:08 Uhr von Kollege Geiger
Nahezu zeitgleich kamen dieser Tage zwei Apps für die Anhänger der beiden großen Stuttgarter Fussi-Vereine auf den Markt – oder besser gesagt: in den App-Store. Lokalderby auf dem iPhone zwischen dem VfB und den Stuttgarter Kickers.
Als einer der wenigen Stuttgarter Hybrid-Fans, der die Roten und die Blauen unterstützt, und nach Cannstatt geht, wenn er Fußball schauen will und nach Degerloch, wenn’s um die Wurst geht, hab ich mir gleich beide Programme geladen.
Sowohl Kickers als auch VfB App gibt’s für umsonst. Erstmal. Die Lockvögel aus Cannstatt wollen nach 4 Wochen Gratistest 1,59 Euro pro Monat. Wobei dieser Vertrag – wie der von Julian Schieber – auch für die zweite Liga gilt.
Beide Apps kommen ohne GAZI Menüvorschläge aus – trotz des gemeinsamen Werbepartners. Die Kickers App ist hausgemacht und wirkt auch so. Sympathisch eben. Die App „Mein VfB“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Stuttgarter Zeitung und –Nachrichten und entsprechend professioneller.
Die Blauen geben sich elektronisch wie auch auf dem Platz redlich Mühe, aber es reicht halt nicht ganz für den Aufstieg. Klar kann man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen und 1. Liga nicht mit vierter. Aber der digitale Klassenunterschied wäre nicht mal von Fredi Bobic wegzudiskutieren.
Kickers auf’m iPhone ist halt wie Kickers auf’m Platz: was für echte Fans. Zu denen ich mich als Besitzer einer Dauerkarte und zweier Trikots zähle (wobei eines von Robert Hofacker stammt und von ihm in der 1. (!!!) Liga getragen wurde, Hammertyp, heute bei der Stuttgarter Versicherung).
Da ist der VfB einfach unterhaltsamer und glamouröser. Wie die Sportschau wollen wir den Rest der Sendezeit also mal der Bundelisga widmen:
Orakel Live-Ticker? Echt optimistisch, wird der doch für die 1. Liga, die Champions League und den DfB-Pokal angeboten. Na gut, aber auch für die 2. Bundesliga.
Witzig: wählt man Trainer, dauert und dauert und dauert das. Klar, da müssen ja auch die ganzen Interims-Übungsleiter wie Keller und Babbel ge-preloadet werden.
Praktisch! Mit Hilfe des Heimtabellen-Features kann man zumindest mal elektronisch die Abstiegsplätze verlassen und sich den Tabellenstand schön-appen.
Bisschen überrascht war ich dann bei den Videos. Da stand prominent „Hecking zu Stuttgart“. War aber nicht die x-te Trainerwechselmeldung sondern nur der Film zur Pressekonferenz. Schade eigentlich „Labbadia zu Freiburg“ (und Dutt dann endlich nach Cannstatt, was ich ja schon lange fordere) hätte ich schon ne gute Meldung gefunden.
Auch top: Beim Kader sind sie alle aufgelistet. Sogar der Okazaki schon. Jeder Spieler mit den Namen seines Beraters, leider ohne Durchwahl. Könnte man sonst mal einen anrufen und DembaBamäßig aus dem laufenden Vertrag rausklingeln.
(Hinweis in eigener Sache: Der „Stürmer“ Pogrebniak ist bei einem Herrn Dr. Oliver Wendt zu haben.)
Da Spielfreude beim VfB ja groß geschrieben wird, gibt’s noch Fun & Entertainment satt: Die Lyrics zu Fangesängen wie „Auswärtssieg“ oder „Deutscher Meister“.
Dazu gibt’s ne Hupe, die man nicht nur beim 15.30 Uhr Anpfiff sondern auch beim 19.00 Uhr Schwabenstreich prima einsetzen kann- und endlich auf dem iPhone: eine Rote Karte. Falls man mal Mike Frantz im Nightlife begegnet.
Und was braucht man sonst noch auf seinem mobilen Endgerät?
Richtig. Alle Präsi’s des VfB seit Anbeginn. Dachte eigentlich, dass war seit 1893 der Erwin Staudt; fühlt sich zumindest so an.
Aber das beste an dieser Funktion sind die neuen Frisurenvorschläge für Undercutmaster Thorsten:
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Die Digital-Chaoten
Am 24. Jul 2010, 16:00 Uhr von martin
Ich weiß zwar nicht, wann am Mittwoch das Wort “Digital-Chaoten” gefallen ist, ich hab es aber definitiv nicht gesagt. Vielleicht der Aussi. Auf jeden Fall hat Joe Bauer unter dieser Überschrift seinen Depeschen-Text gestern kurzerhand in der StN-Printausgabe veröffentlicht, was uns natürlich sehr ehrt und freut.
(Zum Vergrößern draufklicken.)
“Dass ein DJ, er nennt sich sozialbewusst „Der Nachbar“, in der Ecke arbeitet, muss ich nicht extra erwähnen und ist gut fürs Vinyl”, ist eine meiner Lieblingsstellen.
Ansonsten hat es auch wie bereits erwähnt Annette wunderbar auf den Punkt gebracht und von unserer Seite gibt es zur Lesung eigentlich nichts mehr zu sagen – außer: Wir Autoren hatten allesamt sehr, sehr viel Spass und haben uns über die (für mich unerwarteten) vielen Gäste wahnsinnig gefreut, ein großes Dankeschön an dieser Stelle für euer Interesse.
Weiterhin möchte ich der Suite danken, die uns den Raum überlassen und vorbereitet haben, dank auch Faris fürs VGA-Kabel, und natürlich dem Nachbar für die Beschallung und seinen engagierten Einsatz zwischendurch.
Noch ein paar Eindrücke, festgehalten von Fotograf Joris Haas.
(Leute kommen rein, finds voll cool, wenn sich alle an Uhrzeiten halten.)
(Kurzer kurz vor der Show mit Afro und Frau Aussi.)
(Bevor wir lesen tausche ich John Disco Erbmasse gegen einen Vodka-Kelch von Leser Neongrau.)
(Unfassbares technisches Set-Up. Beamer und WLAN. War schweineteuer.)
(The Audience is listening, feinster THX-Sound natürlisch.)
(Wir lesen gemeinsam Thorstens Leserbrief an Ingo Arzt vor. Ram mit Taz-Mützchen ist Ingo, Bild von Annette. Großer Jubel danach.)
(Die Auswechselbank. Krupa, Aussi und Jana warten auf ihren Einsatz.)
Sodele, jetzt Partytime. Heute 22:00 Uhr in der Suite.
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Symbolfoto
Am 20. Jun 2010, 13:08 Uhr von martin
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Schwaben, Schwafler, Ehrenmänner
Am 21. Okt 2009, 17:12 Uhr von Aussenreporter
An dieser Stelle ein wenig Reklame, wie wir Traditionsbewussten gerne sagen, für ein schönes neues Buch aus und über Stuttgart. Joe Bauer, der kauzige Kolumnist der Stuttgarter Nachrichten, hat seine besten Stücke der vergangenen Jahre in Buchform gegossen und unter dem Titel „Schwaben, Schwafler, Ehrenmänner“ veröffentlicht.
Geschmacksbewusste Menschen lesen in den Stuttgarter Nachrichten zuerst die Texte von Herrn Bauer. Zwischen zwei Buchdeckel gepresst funktionieren seine Stücke noch besser als in der Zeitung, weil man sich am besten ganz in Ruhe auf die Perlen einlässt.
Bauer ist ein Flaneur, der durch die Straßen Stuttgarts streift, und dabei einen Blick für die spezifischen Details des Kessels hat, die sonst keinem auffallen. „Spazieren und vor die Hunde gehen in Stuttgart“ lautet das Werk im Untertitel, im Kessel.tv-Duktus ist Bauer ein „proud swabian gangster & hustler“ der ersten Stunde und ein leidensfähiger Mensch: Bauer ist seit 30 Jahren Stuttgarter-Kickers-Fan und selber ein passabler Torwart.
Einmal bekam er beim dienstäglichen Kicken im Theaterhaus einen Ball in den Unterleib. Ich dachte, er stirbt, Joe ist dagegen sofort aufgesprungen und hat „Eier aus Stahl“ gebrüllt. Da hätte selbst Oli Kahn Angst bekommen.
Wenn man von Joe einen journalistischen Tipp für eine Geschichte über das Leonhardsviertel braucht, rattert der Kolumnist unzählige hilfreiche Kontakte herunter. Joe hat sich der Stadt früher am liebsten nachts genähert, als es noch keine Theo und keine 200 Clubs gab.
Zu der Zeit traf man sich zur After Hour im Café Schmälzle, die Bäckerei war sozusagen das Oblomow der 80er. Dort zechte ein illustres Publikum aus Halbwelt, Profs und sonstigen Schnaps-Freunden Sonntagmorgens fröhlich weiter.
Das vielleicht spannendste Stück in seinem Buch handelt von der RAF-Beerdigung 1977 auf dem Dornhaldenfriedhof und dem anschließenden Leichenschmaus im Restaurant Fässle in Degerloch. Bis zur Trauerfeier für Baader, Ensslin, Raspe verkehrte hier der Halbhöhen-Adel, nach einem eskalierenden Leichenschmaus änderte sich die Besucherstruktur schlagartig, Künstler, Staats-Theater-Schaffende und andere Herumtreiber entdeckten das Lokal für sich.
Joe stellt sein neues Buch morgen Abend im Theaterhaus vor. Los geht es um 20:15 Uhr, Verstärkung bekommt der Grandsigneur der Stuttgarter Breitseiten von Eric Gauthier, Dacia Bridges und anderen, bitte checken Sie www.flaneursalon.de aus für mehr Infos.
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