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    Nie mehr 4. Liga

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    Normalerweise absolutes Geiger-Ressort, klar, aber der feiert immer noch in Hoffenheim II am Zaun oder spielt Mäxle im Seeblick, deswegen kurzes Infotainment weil man darüber definitiv infotainen kann: Die Kickers steigen nach, öhm, zwei Jahren (?) Regionalliga (aka 4. Liga) wieder in die 3. Liga auf.

    Bereits am Freitag hat man den FC Pitu Memmingen 1:0 auf der Waldau geschlagen, vorzeitig perfekt machte aber erst gestern Hoffenheim II das Aufstiegsglück. Die klatschten nämlich den direkten Kickers Verfolger Sonnenhof Berg mit 3:2 und somit liegen die Kickers zwei Spieltage vor Saisonende uneinholbar auf Platz 1 der Regionalliga Liga Süd. Ganz nicer Spielbericht auch auf der Kickers-Seite, mit dem einen oder anderen fein abgestimmten Seitenhieb gegen Großaspach.

    Nächstes Jahr muss man nun nicht mehr den Anblick vom Andrea-Tourbus ertragen, sondern fährt in Städte wie Saarbrücken, Heidenheim, Burghausen, Münster, Chemnitz oder Stuttgart II.

    Am kommenden Wochenende geht es aber erst einmal mit einem Sonderzug nach Nürnburg II. Nürnberg II liegt auch da wo Nürnberg I ist. Kickers-Fan Bernd will mitfahren und Geiger sitzt dann wohl immer noch beim Mäxle.

     
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    No sleep `til Pfullendorf

    Es ist Freitagabend und die Stuttgarter Kickers sind zu Gast beim SC Pfullendorf. Wer aufsteigen will, muss auch solche Spiele gewinnen. Und wer solche Spiele gewinnen will, muss erstmal hinfahren. Das gilt für die Mannschaft – aber auch für die Fans. Die nach vielen Jahren Regionalliga die Schnauze voll haben vom Tingeln über die Dörfer. Schließlich sind sie nicht Menowin.

    „It’s a long way to the top“ singen AC/DC beim Einmarsch der Mannschaft bei den Heimspielen in Degerloch immer. „It’s an even longer way to Pfullendorf“ summe ich auf meinem Weg zum Auswärtsspiel.

    Denn dieser Weg ist weit. Und er führt durchs Niemandsland. Am Fuß der schwäbischen Alb werden kurz hintereinander das Rockbierfest und das Bockbierfest angekündigt.  Gleich danach beschwert sich „das von der Politik vergessene Nadelöhr Lichtenstein“ beim Verkehr fürs Durchfahren. Und als Gegenmaßnahme wird Kasperle-Theater im Zelt empfohlen. Oder halt die Band Cover X am 30. April in der lokalen Turnhalle.

    Vermutlich ist für Coverbands überall in der Peripherie der Tag vor dem 1. Mai ein hoher Feiertag. Livin’ on a prayer. Born to be wild. I love rock n roll, so put another dime in the jukebox, baby. And put another Liter in the vollverzinkte Tank.

    Denn freitagabends ist Albaufsteigen nur eine mittelgute Idee. Wie ein Treck wälzt sich eine RT: BC: TÜ: SIG: Kennzeichen-Karawane vor mir den Berg hoch. Alle wollen heim. Nur ich will auswärts.

    Auf der Alboberfläche fällt mir dann unweigerlich einer der meist strapazierten Sätze in diesem zarten Frühling ein: hier ist die Natur noch nicht so weit.

    Base gibt auf. Ab hier nur noch C- und D-Netz, dafür aber fangfrische Forellen.

    Ich suche ein Stadion, doch die Beschilderung bietet mir nur einen Skilift an. Egal. Tagträume ich eben von einer Titelgeschichte im Stern, im Lift oder hier auf kessel.tv: Labbaduster! Bruno Labbadia trifft Dirk Schuster. Der eine aufgestiegen, der andere in der Euro League.

    Hier auf der Alb ist das Ende des Seitenstreifens und der Beginn der ehrlichen Landmetzgerei. In Orten, deren französische Partnerstädte bekannter sind als sie selbst. Wo die Leute das Überholverbot ignorieren und lieber ein kleines Holzkreuz mit ihrem Namen am Wegrand riskieren.

    Mecklesbeure – Durlesbach. Trulatrulatrulala. Ich stelle mir vor, dass die Kickers ja auch mit dem Bus hierlang gefahren sein müssen. Und alleine das ist ein Grund, gleich in Pfullendorf zu gewinnen und aufzusteigen. Wenn solche Orte nicht dein Wochenendausflugsziel sind, sondern dein Arbeitsplatz.

    „Willkommen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ steht auf der Anzeigetafel. Hihi, quatsch, geschwindelt – steht natürlich am Straßenrand. Pfullendorf hat gar keine Anzeigetafel.

    Ich fahre gegen mein eigenes Navi: voraussichtliche Ankunftszeit 18 Uhr 38. Das wollen wir doch erst mal sehen. Ich gewinne 4 Minuten und freue mich als seien es 3 Punkte.  Anpfiff ist 19.00 Uhr und diese 240 Sekunden werden nicht nachgespielt.

    Vielleicht wäre es im Kickers-Fanbus ja stressfreier gewesen? Aber bei mir läuft die bessere Musik: am Spieltag kommt die neue Gotthard-Single „Starlight“ raus und ich kaufe sie ihnen gleich digital ab.

    18 Uhr 36 bietet mir das Navi an. Wir einigen uns auf 18 Uhr 34. Langsam adaptiere ich den flotten Fahrstil der Eingeborenen. Wo kriege ich jetzt bloß um diese Uhrzeit auf die Schnelle noch ein Kennzeichen mit 3 Buchstaben her?

    Göttingen verlese ich mich, aber das Ortsschild meint nur Göffingen. Keine Bange. Du bist auf dem rechten Weg. Ertringen hat „Historische Hängegärten“ – aber ich hab keine Zeit. Keine Atempause. Viertligageschichte machen.

    Schade eigentlich, denn ich sehe am Straßenrand einige verlockende BMW Gebrauchtwagenangebote. Tiefer als bei uns. Und auch breiter, damit mehr Platz fürs Nummernschild ist.

    Neufra. Willkommen im Land der Lautschrift. Binzwangen, Erisingen. Klingt wie aus einer Erdkäs-Arbeit in der 7. Klasse: bestimmen Sie mit Hilfe des Diercke-Atlas, Seite 28, bitte die Gesteinsschichten der Schwäbischen Alb aus dem Tertiär.

    Noch 60 Minuten bis zum Anpfiff. Egon Stark, Nah- und Fernverkehr, bremst mich aus. Es kommt zur Rudelbildung. Rotwürdig. Doch der Schiri lässt weiterfahren. In Herbetingen freut man sich auf die Ortsumgehung und über jeden, der jetzt noch durchfährt und bietet ihm dafür 4 Bundeskegelbahnen und 1 Schnitzel an. Aber ich habe eine Verabredung mit einer Stadionwurst. Maybe next time, baby.

    Links geht’s nach Rulfingen, rechts nach Rosna, geradeaus nach Ostrach. Zum Glück muss ich solche Entscheidungen nicht treffen. Hier, wo sich Fuchs und Hase fünf geben. Navi sei dank. Denn nur mit dem Shell-Atlas bekleidet würde man hier verrecken. Next stop: Mottschiess. So sehe ich das auch.

    Zwei muss man denen lassen: Landschaftlich ist es super. Und alle blinken. Was sich die Menschen in der Stadt ja gerade genetisch abgewöhnen. Aber schön ist es. Sehr sehr schön. Und da aus der vierten Liga wegen einer Reform der Regionalliga ja am Ende dieser Saison niemand absteigt, also auch nicht Pfullendorf – und Großaspach nach Lage der Dinge nicht aufsteigt, wünsche ich dem Busunternehmer Ferber mit seinem Team SG Sonnenhof für die nächste Saison viel Muße und eine gute Reise.

    Deutsche Fachwerkstraße. Best-of-Ibiza-Party. Gasthof Goldener Ochsen. Noch 200 Meter bis zur Sanitärtechnik-Gerberit-Arena. You made it! Die Uhr zeigt 18:26.

    Dort angekommen werde ich von 4 riesigen, fleischgewordenen Körperscannern untersucht wie zuletzt bei der Bundeswehrmusterung. HALLO??? Das sind Kickers-Fans! Das einzig Gefährliche, das wir in unseren Taschen haben, sind VW-Schlüssel, Hasenpfoten und andere Talismänner, die bei der Operation Aufstieg helfen sollen.

    Aber gegen den amtierenden Tabellenführer sind eben alle Pfullendorfer übermotiviert. Auf dem Platz. Im Obi VIP-Zelt. Und am Eingang. Wenn es sich die Gemeinde leisten könnte, hätten sie für diesen Anlass am liebsten Nacktscanner angeschafft. Doch bei Stadionwurstpreisen von 2 Euro 20 (vgl. VfB: 3 Euro 50) bleiben Vereins- und Gemeindekassen leer.

    Tabellenerster gegen Tabellensechzehnter – das sieht auf dem Papier besser aus als auf dem Feld. Die Kickers stellen sich in der ersten Halbzeit an wie die Fans. Und ich meine, wie die Fans von Pfullendorf. Sie kicken wie Bauern. Hier auf dem Land schmeckt Fußball noch gut-bürgerlich.

    Das Waldfreibad direkt neben dem Stadion pooft derweil noch einen tiefen Dornröschenschlaf. Bis Ende Juli, schätze ich. Vorher kommt hier kein Sonnenstrahl her. Es hat 8 Grad weniger als im richtigen Leben und das Highlight der ersten Halbzeit ist folglich richtig ein Hagelschauer.

    Die gegnerischen Fans – das sind in diesem Fall wir – werden in einen Kurvenblock gepfercht. Käfighaltung für die Kickers. Während die Pfullendorfer frei rumlaufen dürfen.

    Viele Spieler vom SC Pfullendorf gehen unter der Woche wahrscheinlich handwerklichen Berufen nach. Und haben uns in dieser Funktion ein kleines Klohäuschen gemauert. In der Halbzeit hitzige Diskussionen an den 3 Urinalen – den Pimmel in der rechten, den Kickers-Schal fest in der linken Hand:

    „Das war die schlechteste erste Halbzeit dieser Saison.“

    „So steigsch net auf.“

    Und

    „Was macht man hier eigentlich, wenn man kacken muss?“

    Berechtigte Frage. Ich schätze, du musst nach Hause fahren und es dir 150 Kilometer verheben.

    Der Rest ist schnell erzählt: der Ex-Asylbewerber Omar Jatta wird eingewechselt, köpft das 0:1 (57.) und wird wieder ausgewechselt, weil er stark gelb-rot gefährdet ist. Ressourcenschonen im Endspurt. Das Shooting-Sternle Fabio Leutenecker macht das 0:2 und den Sack (75.) zu.

    Das war die Reise wert. Die Kickers-Fans singen „Wir fahr’n nach Haus’ und ihr müsst hier wohnen.“ Der Verfolger Ponyhof Großaspach bekommt tags darauf das große Flattern und lässt Federn, weil die zweite Mannschaft von Greuter Fürth sie im Bundesliga-Aufstiegssog der ersten mit 2:1 rupft. Also sind es jetzt 6 Punkte, 4 verbleibende Spiele und 3 davon zuhause. Joe Bauer: übernehmen Sie!

     
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    Kickers RAP

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    Die Stuttgarter Kickers – beste Viertliga-Mannschaft der Welt, Spitzenreiter der Regionalliga Süd, leider hartnäckig verfolgt von Ponyhof Großaspach, aber nächste Saison trotzdem in Liga 3 – haben wohl auf dem Verkehrsübungsplatz Büsnau einen kleinen Videospaß gedreht. (Das ist doch Spaß, oder?). Im avantgardistischen Hochformat!

    Was mir am besten gefällt: dass einer der Spieler Honda CRX fährt und außerdem der Fan-Kommentar auf facebook: “Vorsicht Ali Pala: Zerrung!”

    Und dafür mag ich dann das Interweb: in den Untiefen von Youtube noch einen weiteren Kickers-Hit gefunden.

    “Heut kommen Kickers nach Degerloch nauf, feiern den Aufstieg und machen ein drauf. Wir sind die Fans und wir singen dazu. Machen ein Fass auf und sind alle zu. Hinter dem Tor steht der Trainer und lacht – blau und weiß sind die Farben heut nacht.. Heut ist was los auf der Waldauer Höh. Kickers Kickers allez les bleus!”

    Beste Stelle: “Ganget mr nachher noch zum Ude (?) und trinket a Hefe?”

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    Und wo wir hier gerade so munter bei bezahlter Werbung und in marienhofmäßiger Product-Placement-Laune sind, noch eine Veranstaltung: Joe Bauers “Blaue Nacht” am 7. April auf der Werkstattbühne. Gäste sind der Dortmunder Kabarettist und Schriftsteller Fritz Eckenga (“Mein Freund ist aus Leder”) und Roland Baisch. Highlight natürlich Jack Joe Bauer mit Geschichten und Glossen aus der Stadt und aus dem harten Leben eines Kickers-Fans – und es gibt wohl Original-Stadionwürste, die besten im bezahlten Fußball.

    Lang leben (in dieser Reihenfolge) bitte Subaru, Blumen Fischer, Bubble-T Store Stuttgart und der SVK.

     
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    Best of 2011: Kickerle.tv-Doppelpass: Der dritte Spieltag im Vergleich

    Am Wochenende fast schon Fußball-Overkill in dieser Stadt: Samstag VfB Stuttgart gegen Bayer 04 Leverkusen 0:1 (0:1) und Sonntag SV Stuttgarter Kickers gegen SG Sonnenhof Großaspach 1:1 (1:1). Berühmt war das beides nicht. Aber aufschlussreich im Vergleich.

    Kredit-Logistik

    (Geiles Wort, gerade selbst erfunden, lass ich mir eintragen): Im Neckarstadion zahlt man mit der VfB Fancard, damit alles schneller geht. Außer natürlich das Erwerben und das Aufladen der Fancard.

    Meanwhile in Degerloch ein altüberliefertes System: Man gibt Geld und bekommt dafür eine Wurst. Punkt für die Kickers.

    Spielverlauf

    Für mich ist ja Fußball dann gut, wenn Pavel Pogrebnyak nicht mitspielt. So gesehen hab ich bei den Kickers 90 Minuten lang guten und in Cannstatt ab der 60. Minute nicht ganz so guten Fußball gesehen. Erschwerend kam Christian Molinaro dazu (kickerle-Note 5), der nicht nur ähnlich heißt wie ein Sambuca, sondern auch so gespielt hat.

    Promi-Faktor

    Alle waren sie wieder da in Cannstatt:

     

    Auch der Jogi, der Köpke Andi und der Hubschrauber-Passagier Jens Lehmann saßen auf der Tribüne. Dazu der Ballack – ach nee, war ja gar nicht Tribüne, war ja Bank. Bei den Kickers war wahrscheinlich wie immer Joe Bauer.

     

    Und natürlich die Ochsenknecht-Zwillinge Stonewashed- Denim-Ochsenknecht und Potatoe-Skin-Joe-Ochsenknecht. Die beide beim unberechtigten Elfmeter und dem total berechtigten Ausgleich auf die Barrikaden gingen.

    Typologie

    Im Daimler-Stadion hohe uvex Sportbrillen-Dichte. Typ: kumpelhafter Caprihosen-Träger. In Degerloch dagegen eher der Individualist:

    Zuschauer: 53.000 (VfB) :  2.825 (Kickers).

    Sound

    Wie in der benachbarten Schleyerhalle, so scheint man auch im Stadion keine ordentliche Akustik hinzubekommen. Wenn ich da Werbepartner wär, wär ich sauer.

    Nach dem Knarz-Geräusche-Skandal aus Hoffenheim aber Entwarnung aus Cannstatt: da knarzt gar nix. In Degerloch allerdings wurden alle drei gegnerischen Fans mit The Final Countdown beschossen.

    Schmährufe für den Gegner

    SG Sonnenhof Großaspach kann man weder singen noch beleidigen. Wahrscheinlich ist der Vereinsname Schmähruf genug. Stelle mir vor, wie die gegnerischen Fans den Club dissen, indem man einfach ruft „SG Sonnenhof Großaspach!“

    „Ihr steht auf Schwänze. Und nicht auf Busen. Ihr seid die Fans von Leverkusen“ – kommt dagegen nicht von Tocotronic sondern aus der Cannstatter Kurve. Klarer Punktsieger VfB.

    Produktportfolio des Gegners

    Der Traditionsverein SG Sonnenhof Großaspach (est. 1994) gehört dem Uli Ferber. Dem gehört auch Mario Gomez, ein Hotel und Andrea Berg.

    Leverkusen gehört dem Bayer-Konzern. Und die stellen ja nicht nur die Dauerwellenflüssigkeit für Tante Käthe’s graue Krause her, sondern auch Bepanthen, das Insektizid Calypso oder den Polyurethan-Integralschaum Baydur. Weiß jetzt net, was härter ist: Andrea Berg oder Polyurethan?

    Transportmittel des Gegners

    Keine Ahnung, wie Leverkusen mit den drei Punkten am Samstag nach Hause gekommen ist. Ob die vielleicht auch mit dem Zug gefahren sind?

    Aber Sonnenhof Großaspach musste mit dem Andrea-Berg-Mobil reisen. Und nach dem Unentschieden vermutlich auf der Strecke Degerloch-Backnang ihre größten Erfolge hören: „Die Gefühle haben Schweigepflicht“ „Wenn Du mich willst (dann küss mich doch)“ und „Ich liebe das Leben (Tanzcafé Version)“.

     
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    Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

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    Trainer Ludwig, neuester Teil, in Memory of Maik Franz.

    Neuer Sport hier: Phrasenüberschriftentopping: Nach “Wie der Heiner kann´s keiner” die Fußballphrase aller Phrasen als Schlagzeile, macht aber ohne Ende Sinn. Nach der schönen Maik Franz-Lounge vergangenen Samstag in der Waschstraße, zu der hoffentlich der Aussi heute noch ein paar Zeilen verfasst, bekommt man am kommenden Samstag, 6. August nochmals massig Fußballkultur im Theaterhaus geboten.

    Pünktlich zum Saisonbeginn lädt unser Gastleser Joe Bauer (Top-Performance am Samstag) zu “Hurra, wir kicken noch!”, die 3. Unterstützer für die Fans der Stuttgarter Kickers ein. Die Kickers spielen bereits am Freitag, 5. August gegen den KSC II und die komplette Mannschaft wird samt Trainer im Saal anwesend sein, lauter nette Menschen, wie Geiger erst am Freitag berichtete.

    Joe Bauer liest, Triple Espresso bluesen und rock´n´rollen, dazu gibt es Comedy und “Freestyle-Akrobaten” von Martina Brandl, Bastian Fischer, René Mathussek & Daniel Korte.

    Samstag, 6. August, 20 Uhr, Theaterhaus

    Karten gibt es unter www.theaterhaus.com zum Waldau-Stehplatz-Tarif von 10 Euro

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    Kickerle.tv: Weltmeister am Bistrotisch

    Endlich wieder Fußball. Zumindest theoretisch. Samstag die hochkarätig besetzte Expertenrunde in der Maik-Franz-Lounge. Vorgestern das kleine Finale: eine Sponsorenveranstaltung der Stuttgarter Kickers in der Straßenbahnwelt. Ein Abend voller positiver Überraschungen.

    In der 1a Location riecht es herrlich nostalgisch nach alter Strampe. Wieso duftet die S6 nach Renningen eigentlich nicht so lecker nach Straßenbahn-Schmiere?

    Zwei ganz persönliche Highlights für mich gleich zu Beginn: ich piesel neben Alexander Malchow (Ex-Kickers Spieler, jetzt Co-Trainer) und sitze direkt hinter Guido Buchwald (Ex-Weltmeister, jetzt ehrenamtlich im Präsidium.) Wobei man ja glaube ich nicht Ex-Weltmeister wird, sondern einmal dat Ding in die Höhe gehalten, immer Weltmeister bleibt.

    Dirk Schuster, Trainer – leider ex-KSC  - mit dem schwäbischen Günter Jauch: Jens Zimmermann

    Erfreulich kurzweilig der anschließende Kickers Sport Talk, eine interessante Talkrunde. Erstligareif moderiert vom Kickers Teammanager Jens Zimmermann, der charmant Fragen stellt. Eine echter Profi und ich erfahre nachher, dass man ihn in dieser Funktion auch buchen kann.

    Auf der Bühne Fußballsachverstand: Sportmoderator Michael Antwerpes eloquent über Rupert Murdoch und den Bild Leserreporter, Kickers-Präsi Professor Dr. Rainer Lorz über die Bürde des Aufstiegs und Peter Stolterfoht über Peter Stolterfoht. Der Ressortleiter der Stuttgarter Zeitung kann glaube ich besser schreiben als reden und erinnerte n bissle an einen Musikredakteur, der Platten rezensiert, aber noch nie ein Instrument in der Hand hatte.

    Dazu Grinse- und Fußballweltmeister Diego Buchwald über sein Verhältnis zu Mayer-Vorfelder. Wir sind uns einig, dass der Mann einfach unumstritten gut ist. Nie ein Skandal und nie zum falschen Verein gewechselt. Selbst Urawa Reds hat ihm keiner übel genommen. Das schöne Gegenteil eines Fußball-Legionärs.

    vlnr. Der SWR, die STZ, der SVK und der Guido

    Auch das anschließende netzwerken ist erfrischend. Small Talk mit Trainer Dirk Schuster über seine Zeit beim FC Köln. Der vergisst sein Notizbuch bei uns am Bistrotisch und kurz überlege ich, mit dem Gazi-Kuli die Aufstellung für das wfv-Pokalspiel gegen Balingen leicht zu verändern und mit 6 Stürmern zu spielen.

    Das Catering hat die gute Wurstleistung von der Waldau in das Straßenbahnmuseum transferiert. Respekt. Die Kickers-Spieler halten sich aber eher an Hamburger und Magnum-Eis. Und das obwohl ihr ernährungswissenschaftlicher Partner live vor Ort ist.

    Die komplett anwesende Mannschaft ist erstaunlich jung – und wenn ich das mal so erwachsen bewerten darf: alle freundlich und wohlerzogen. Kein Ipod, kein Kaugummi, keine Daniel-Luboja-Gedächtnis-Frisuren.

    Rudelbildung – muss eigentlich Gelb geben.

    Ich bin positiv überrascht, gehe voller Optimismus in die neue Saison und weiß mal wieder, warum dieser Verein mein Lieblingsverein ist. Ist halt was für’s Herz.

    Saisonauftakt ist am Freitag, den 5.8. gegen KSC II – oder dann halt alle zu den Auswärtsspielen ins Möslestadion Freiburg oder in die Trolli Arena Fürth. Kann man ja auf’m Weg kurz einen Abstecher ins hügelige Tübingen machen oder im nigelnagelneuen Bud-Spencer-Bad vom Dreier hüpfen.

     
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    Kickerle.TV: Fanprojekt Stuttgart

    Spielzeitpausen-Füller: Wie die Realität aussieht, kann ich als Nicht-Stadiongänger nicht beurteilen, weiß nur, dass Tonidisco erst neulich für “Commando Cannstatt” Reggae aufgelegt hat. Da war es friedlich. Die überwiegend “jungen, männlichen Erwachsenen” scheinen sich aber laut Polizei und Verein nicht immer so zu verhalten, deswegen will man jetzt ein Fanprojekt ins Leben rufen, wie die Stadt heute informiert hat.

    Pressemitteilung Fanprojekt Stuttgart

    Nach Einschätzung der Polizei und der Vereinsverantwortlichen des VfB Stuttgart ist die Zahl gewaltsamer Zwischenfälle in den vergangenen Jahren sowohl bei den Heim- als auch bei Auswärtsspielen des VfB gestiegen. Verantwortlich seien hierfür in erster Linie die „Ultras“, eine europaweite Fanbewegung, die in Stuttgart unter dem Namen „Commando Cannstatt“ firmiert. Überwiegend handelt es sich um junge, männliche Erwachsene aus Stuttgart und dem Umland.

    Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hat die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, Isabel Fezer, im Jugendhilfeausschuss ein Konzept für ein Fan-Projekt vorgelegt. Im Konzept werden Ziele und Aufgabenschwerpunkte für eine Arbeit mit den Fans des VfB Stuttgart und der Stuttgarter Kickers beschrieben. Für das Fan-Projekt sind drei Personalstellen vorgesehen, zwei für die Arbeit mit den VfB-Fans, einer für die Fans der Kickers. Die Kosten für das Projekt werden zu zwei Drittel durch den Deutschen Fußballbund und das Land Baden-Württemberg getragen, ein Drittel muss die Kommune finanzieren.

    In Deutschland wurden in den vergangenen zwanzig Jahren 47 Fan-Projekte eingerichtet. Heute verfügen 15 von 18 Erstligavereinen über ein Fan-Projekt. Die Arbeit des Fan-Projekts hat zum Ziel, die Gewaltbereitschaft einzudämmen. Hierzu ist zum einen eine vertrauensvolle Arbeit mit den jungen Fußballfans erforderlich als auch eine gelingende Kommunikation zwischen Verein, Polizei und Fans.

    Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am Montag, 18. Juli, zustimmend von dem Projekt Kenntnis genommen. Der Sportausschuss wird sich in seiner heutigen Sitzung (Beginn 15.30 Uhr) mit dem Thema befassen.

     
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