• 6

    Now I wanna be your Dog

    Luna

    (Luna beim Shooting für den “Wacken Dream Girls Kalender 2013″)

    Machen wir’s halt wie der Iggy, beziehungsweise The Stooges: Wenn so ein Köter einmal das Herz erobert hat, nennt man nie wieder einen “Köter”, “Töle”, “Depp” oder “Arschloch”. Auch wenn man das vorher jahrelang getan hat. Luna, die VfB Europaleaguemacherin hat mein Herz erwärmt. Auch wenn sie manchmal eine schreckliche Zicke ist. Doberfrau und Model halt.

    Chez Lilli, der neue Hundeshop im Stuttgarter Internet kommt mir da gelegen, wie den Grünen damals Fukushima. Übrigens, auch kein schlechter Hundename, wenn man mal genauer drüber nachdenkt: “Fukushima”. Kann man machen. Ein Freund wollte seine Katze immer “Schwamm” nennen – “Rekordmeister Bayern München” oder “Top Terrorist Carlos” wäre auch toll oder halt “Wolfgang”. Egal jetzt.

    Bei “Chez Lilli – ”Schönes für Hund und Halter” gibt’s Leinen, Halsbänder, Tücher und Taschen für die Leckerli. Lilli, eine Parson Russell Dame, betreibt diesen neuen Onlineshop. Ich glaube zwar, dass ihre Cheffin Antonella Vasile (Fo., li.)  da die Strippen zieht – die lässt aber nix raus. Weiber. Kennt man ja. Beim Shopping, Ryan Gossling oder bei Verschwörungen halten die zusammen wie Gaffer-Tape. Luna sagt auch nix, außer: “Ich bin durchaus der Meinung, es wäre mal wieder Zeit für eine kleine Aufmerksamkeit.”

    Ja, manchmal rede ich mir tatsächlich ein, Luna, die Doberfrau könnte sprechen oder wenigstens laut denken. Morgens zum Beispiel, da guckt die mit treudoofem Blick übers Kissen und ich bin mir sicher, sie will sagen: “Okee, hier ist der Deal: Wir machen mir jetzt was Leckeres zu essen, gehen raus, eine Stange Wasser ins Eck stellen und dann machen wir Blödsinn. Aight?”. Und ich so: “Äh, wo ist mein Teil des Deals?”. Dann überlegt sie kurz, dackelt für 40 Sekunden aus dem Zimmer und kommt anschließend wieder zurück: “Also, was jetzt?!”.

    Wenn’s in einer Beziehung mal so weit ist, dann ist Geschenkemitbringen eh nicht mehr weit. Bitch.

     
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  • 4

    Samstagliche Shopping-News

    Kein Mädchenflohmarkt diesen Samstag, aber trotzdem ein paar klamottentechnische Hinweise.

    Der SSAW Showroom im Hospitalviertel rührt heute Nachmittag mit Prossecco und 20% Rabatt die Werbetrommel. Facebook allein reicht eben doch nicht. Bis 18 Uhr gibt’s in der Firnhaber Str. 5B Musik, Drinks + Nibbles. Die Lieben ziehen wirklich alle Register und legen auch noch ein Gewinnspiel obendrauf. Zu kaufen gibt’s altbekannte SSAW-Labels wie POP cph, velour, Henrik Vibskov oder Thomsen Paris.

    Ein weiteres neues Shopping-Mekka wirft in der Stiftstraße bereits seine Schatten – äh Baukontainer – voraus. Die Kalifornische Kette und Abercrombie-Tochter Hollister lässt sich nach Frankfurt, Hamburg, Köln und Berlin nun auch im Kessel nieder.

    Ich würde den Hollister-Look emotionslos als – eben – Abercrombie & Fitch-GAP-Gemisch bezeichnen. Damit tue ich dem Hype natürlich völlig unrecht. Die sportlichen Ami-Klamöttchen sorgen nämlich seit der ersten deutschen Shop-Eröffnung in Frankfurt bundesweit für Hysterie. Der große Schwede scheint auch schon Angst zu bekommen und hat uns diese Woche via Post mit einem Katalog beglückt, der sich “H&M Klassiker” nennt. Darin viele blau-weiße L.O.G.G. Poloshirts und Bermudas. Alles stilecht im Hollister-Look fotografiert.

    Ein mega Shopkonzept gibt es natürlich auch. Während man einen Abercrombie-Store ja bereits zwei Querstraßen früher riechen kann, jetzt man bei Hollister wohl auf Haptik. Die Shops sind bekannt dafür ziemlich dunkel zu sein. Einkaufen der Sinne oder “Finde den Webfehler”. Wie das Ganze aber in die Stiftstraße zwischen Fischer und Montblanc passt ist mir noch ein wenig schleierhaft.

     
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  • 1

    Einzelhandel ist O.K.

    (Es geht einfach nichts über eine professionelle Email-Adresse) 

    Winnie ist wieder raus mit seinem Wühli und der Vermieter hat eine klare Vorstellung vom nächsten Mieter. Finde ich gut, auch wenn die Stelle für alles ausser Gastro mittlerweile bisschen schwierig ist. Kann mich noch an den Dessous-Laden und eine montags entnervte Betreiberin erinnern, die sich telefonisch bei den Cops über Pisse an der Scheibe und Abfall vor der Türe beschwert hat.

    Ansonsten muss man allgemein einmal festhalten: Über das Stadtbild entscheidet nicht nur die Stadt sondern ebenso der Vermieter. Grundsatzentscheidung 2012: Casino ja oder nein?

    Sehen uns im Onetable Dings und wünschen einen schönen Tag.

     
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  • 33

    Magnum vs. Dorotheen Quartier

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    Sehr gut. Wie’s ausschaut hat der Sprecher von Thomas Magnum wieder einen Job. Er darf über das Reklamevideo für die Gestaltung des Dorotheen Quartier charmebolzen. Die Ecke beim Breuninger sollte eigentlich mal “Da Vinci” heißen – dachte ich – tut sie aber nicht mehr. Alle anderen Fragen beantwortet Thomas Magnum mit einer Ruhe, die sonst höchstens Piloten oder Versicherungsvertreter ausstrahlen. Ganz große Architektur. Der Kerl ist jetzt schon mein Held. Musik: auch erste Sahne.

    Steigt gleich vorbildlich ein, denn “mit jeder Veränderung müssen wir uns fragen, was für ein Stuttgart wir eigentlich wollen”.

    Harter Tobak, so spät im April. Ich habe trotzdem kurz überlegt und dann laut gerufen: “Mir doch bums, Hauptsache: geil shoppen!”

    Um die Geschichte abzukürzen: Bingo! “Niveauvolle Geschäfte finden hier ebenso Platz wie gemütliche Cafés, individuelle Restaurants, innovative Bars und kreative Lounges.”

    Wer das alleine schon so geil findet, dass er da nicht nur hinfahren, sondern lieber gleich dort dauercampen möchte: Keine Sorge, lebendige Nischen im Stadtgefüge soll’s auch geben.

    “Mit hochwertigen Wohnungen entstehen über dem öffentlichen Raum einzigartige private Rückzugsräume im Herzen Stuttgarts.”

    Will ich auch hoffen, denn selbst als Laie weiß ich: “So wird das Dorotheen Quartier zum Ruhepol und zum Impulsgeber für eine Stadt, die sich damit aus dem Inneren heraus ein Stück weit neu erfindet.”

    Freilich mit “Charakter, Ecken und Kanten, wie wir Stuttgarter. Und einer Dachskulptur, die der Stadt ein neues Wahrzeichen schenkt.”

    Das sind wirklich gute Nachrichten. Beruhigend auch: “Das Dorotheen Quartier schaut in die Zukunft, ohne die Vergangenheit zu ignorieren.”

    Das übrigens stimmt, notgedrungen. Eigentlich wollten OB Schuster und die FDP die ehemalige Gestapo-Zentrale, das so genannte Hotel Silber, abreissen. Nach Protesten soll das Haus in der Dorotheenstraße 10 nun aber erhalten werden. Als Mahn- und Denkmal.

    Bin ich d’ accord mit wie Lagerfeld mit Paris: Der Zug ist längst abgefahren. Echte Visionäre hätten versucht, den Drecksladen zu sprengen abzureissen, als es wirklich sinnig gewesen wäre – 1938 oder so. Jetzt soll das bitteschön stehen bleiben.

    Ansonsten bin ich aber verwirrt. Geschmack ist natürlich Geschmacksache. Aber so wie manche Leute nicht so viel essen können, wie sie gerne kotzen möchten, frage ich mich, wo wir eigentlich die Groschen zusammengubeln sollen, um demnächst in all’ den geilen Bauprojekten dieser Stadt einkaufen zu gehen.

    Noch was: “Sofern sich die Rahmenbedingungen für das Projekt wie zum Beispiel Baukosten, Finanzierungszinsen und Vorvermietungsstand als positiv erweisen, sowie der Gemeinderat, die Stadtverwaltung und beteiligte Gremien grünes Licht geben, soll mit dem Bau des Dorotheen Quartiers zeitnah begonnen werden. Die Bauzeit beträgt knapp drei Jahre – Breuninger möchte dabei über 200 Millionen Euro investieren.”

    Ich glaube, das ist wirklich die Stimme von Magnum. Oder?

     
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  • 10

    Kessel.TV Exclusive:
    Männer-Tisch auf dem Mädchenflohmarkt

    Am 12.Mai ist wieder Kreisch-Alarm: Der Mädchenflohmarkt in der ehemaligen Mercedes-Niederlassung in der Türlenstraße findet wieder statt. Am Tag davor gibt es dieses Mal sogar eine Pre-Party, wie beim Bambi. Ein “Tribute to Mädchenflohmarkt” sozusagen.

    Die Tische waren wieder nach 1 Minute alle vergeben, der Schwarzmarkt auf Facebook hat begonnen. Für die Kessel-Leser haben die Mädels sich aber was Besonderes überlegt und sind über ihren Schatten gesprungen: Auch die Jungs dürfen dieses Mal einen Tisch haben. Aber nur genau einen.

    Bewerbt Euch mit einem feschen Kommentar, einer überzeugenden Begründung oder einfach durch Flehen, warum ausgerechnet ihr den One-and-only Männertisch haben wollt. Was ihr an eurem Tisch anbieten würdet – von Hütchenspiele bis Sneaker-Ausstellung oder Jutetaschen verkaufen – alles ist erlaubt. Nur einfach Baggern wollen, das gilt nicht.

    Wir lassen dann nächsten Montag ganz demokratisch abstimmen, welchen Männerstand ihr sehen wollt.

     
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  • 3

    Voll gut: Licht aus, Shopping, Spaß

    (Foto: beste Einkaufstüte der Welt)

    Da muss mehr Spaß her. Seit Monaten hoffe ich, dass Kati, die quietschende Empfangsfrau im Medienhaus, mal “Guten Morgen!” sagt, bevor ich das tun kann. Dann – so wäre der Plan – würde ich sie mürrisch anrauzen und “Schnauze!” sagen. Einfach so. Überraschungsmoment. Bämm.

    Klar, so richtig witzig ist das nicht und ich würde mich aber auch sofort danach entschuldigen und sagen “Spässle g’macht”. Fält mir ein: Ich kenne eine Frau, die immer “Scherzlöh g’macht” sagt, wenn sie mit mir in meiner Muttersprache kommunizieren möchte. Thees Uhlmann meinte im LKA mal “Spätzlöh g’macht”. Witzig, diese Ausländer.

    Meinen anderen Überraschungstrick, hab ich auch noch nicht am Leben ausprobiert: mit dem Auto neben einem Jogger ranzufahren, das Fenster runterzulassen und dann zu fragen “Hey, soll ich Dich ein Stück mitnehmen?”. Ein Freund meinte, das wäre weder witzig, noch lustig und schon gar kein sonderlich großer Spaß. Aber gerade heutzutageinzeitenwiediesen ist Spaß sehr wichtig.

    Dann halt so: Wer richtig geil Spaß haben will, geht Shoppen. So machen wir das heutzutage: Kaum Asche in der Tasche, stinksauer, enttäuscht vom Leben, dem VfB Stuttgart, Wetter, FDP, Ahmedinedingenschad – egal – ab in die City, einkaufen. Das geht am Samstag wieder viel zu lange in der Innenstadt: dank Gott und der City Initiative  shoppen bis Mitternacht. Die Stuttgarter Zeitung schreibt sogar “bis die Kreditkarte glüht”. Das würde aber bis zum Himmel stinken.

    Ein bisschen zeitgleich gibt’s für die nachhaltigen Öko-Spaßbremsen die Earth Hour. Samstag, 31.3.,  20.30 Uhr, eine Stunde lang Licht aus, Glotze aus, Strom sparen – initiert vom WWF, so eine Art City Initiative für Tiere, Klima und die Welt. Die Earth Hour findet zum sechsten Mal statt und wenn’s nix bringen mag, schaden tut das auch nicht.

    Sogar Gott und OB Schuster machen da mit, steht in der StZ: “In Stuttgart bleiben sechs öffentliche Gebäude und ein Gotteshaus für eine Stunde dunkel: Das Rathaus, das Kunstmuseum, der Tagblattturm, das Alte Schloss, das Neue Schloss, der Aussichtsturm auf dem Killesberg und die Stiftskirche. Um 20.30 Uhr gehen dort die Lichter aus. Auch Privatleute sind aufgefordert mitzumachen.”

    Wenn Breuninger und Co. mitmachen, wäre das eventuell ein Riesenspaß. “Sorry, für die Verspätung. Stand eine Stunde lang auf der Rolltreppe.”

    Ansonsten funktioniert das wie sonst auch Samstagabend in der Innenstadt: einfach mal die Lichter ausschießen. Was’n Spaß.

     
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  • 10

    Bubble-T

    Am Samstag durch die Stadt geschlappt, und plötzlich zieht sich eine Schlange Menschen quer über die Straße (Neue Brücke, oberhalb von der Hirschstraße), alles ist bunt und ich blick erst mal gar nicht was los ist.

    Dann les ich Bubble T auf dem Schild, merke dass die Leute alle sehr jung und sehr aufgedreht sind, werfe einen schnellen Blick rein und verzieh mich bevor noch was passiert.

    Dann heute mal kurz investigativ recherchiert, und mich erinnert dass ich darüber schon mal was in der Glotze gesehen habe: Bubble Tea ist ein Teegetränk, das mit Perlen aus Maniokwurzel angereichert ist, die man durch einen dicken Strohhalm zieht. Ist in Japan – wo sonst – der große Renner und inzwischen wohl auch in Europa ein “Trend”.

    Die Stuttgarter Nachrichten hatten schon im November einen ausführlichen Bericht, der das Phänomen beschreibt, und es gibt wohl schon in drei Läden in der Stadt Bubble Tea. Die Macher des Bubble T Store kommen aus Heidelberg, haben dort schon einen Store und haben einen Reisebus voll mit Kids (40 Leute nur für Bubble T und so) angekarrt.

    Jetzt weiß ich nicht, ob die Schlange vor der Tür aus Heidelberg importierte Jubelkids waren oder “echte” Fans, auf den Bildern auf der Facebook-Seite (283 allein für die Eröffnung) sind jedenfalls auffallend viele junge Japaner bzw. Asiaten zu sehen.

    Und im Laden gibt es neben Bubble Tea und einer quietschbunten Einrichtung wohl auch eine Kamera, wovon gefühlte weitere 2831 Bilder von in-die-Kamera-grinsenden Kids zeugen.

    Ob das Zeug jetzt was taugt und wie es schmeckt? Keine Ahnung, vielleicht nehmen Geiger und ich es in unsere Liste für eine schon lange geplante Abseits-Gastro-Tour auf. Zusammen mit dem Cupcake-Store.



    Alle Bilder von Bubble T, nur der Smart ist meiner

     
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