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    Komm doch nach Köln-Porz

    Am 28. Jul 2010, 08:35 Uhr von martin

    YouTube Preview Image

    Gestern Abend auf Pro7 gesehen. Empire State meets Köln-Porz. Serdar Somuncu vs. Carolin Kebekus. Muss man leider wieder auf Youtube gehen. Ich sag nur: ”Pass auf du Schnittlauch, ich komm aus meinem Hafturlaub.”

    [youtube width="470" height="350"]http://www.youtube.com/watch?v=GppxrYuhgIc[/youtube] Gestern Abend auf Pro7 gesehen. Empire State meets Köln-Porz. Serdar Somuncu vs. Carolin Kebekus. Muss man leider wieder auf Youtube gehen. Ich sag nur: "Pass auf du Schnittlauch, ich komm aus meinem Hafturlaub."

     
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    Serdar Somuncu im Renitenztheater

    Am 30. Mrz 2010, 12:56 Uhr von martin

    Ein bisschen traurig war ich gestern Abend zunächst schon, als ich auf die Mädchen-Gang verzichten musste. Da wusste ich aber noch nicht, dass Serdar Somuncu dasselbe, wenn nicht sogar ein härteres Vokabular benutzt als die halbstarken Schreiplunsen auf RTL 2, vorgetragen natürlich in einer wesentlich besseren, wenn nicht sogar phantastischen Rhetorik.

    Das kann man vorneweg sagen: Dieser Mann ist unglaublich redegewandt, kombiniert mühelos Kraftausdrücke mit Fremdwörtern zu ellenlangen wie präzisen Sätzen. Das hat mich gestern Abend am meisten beeindruckt.

    Außerdem kann es manchmal einfach erfrischend sein, etwas zu erleben von dem man vorher keine Ahnung hatte bzw. nicht wusste, was einen erwartet.

    Und ich hatte keine Ahnung was Serdar Somuncu so macht, hab mir auch bei Thorstens Eintrag im Dezember nie so richtig den präsentierten Clip angeschaut. Ich gehörte wahrscheinlich zu denen, die dachten “ha vielleicht so Comedy wie Kaya Yanar”, über welche Leute sich Somuncu in der Show ebenfalls lustig machte.

    Kurz nach dem Post von Thorsten meinte meine Freundin, die Somuncu kannte, im Frühjahr wäre im Rahmen einer Deutsch-Türkischen-Kabarettwoche (noch bis Anfang April, einige Karten noch erhältlich) der gute Herr da, lass doch mal hingehen.

    Das Renitenztheater, das übrigens zum 1. Oktober in ein neues Gebäude gegenüber der Hospitalkirche zieht, war an drei Somuncu-Tagen komplett ausverkauft. Kollege Thorsten war bereits am Sonntag zu Gast und gestern begleitete uns noch Aerodynamite-Jan und Leser Alx.

    Das Zielpublikum in dem vollgestopften und recht schnell warmen, muffeligen Saal hätte unterschiedlicher nicht sein können. Jung, alt, alternativ, schick, international, darunter freilich ein türkischer Anteil und auch wohl einige wie ich, die keine Ahnung hatten, wie man noch sehen wird.

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    Ein bisschen traurig war ich gestern Abend zunächst schon, als ich auf die Mädchen-Gang verzichten musste. Da wusste ich aber noch nicht, dass Serdar Somuncu dasselbe, wenn nicht sogar ein härteres Vokabular benutzt als die halbstarken Schreiplunsen auf RTL 2, vorgetragen natürlich in einer wesentlich besseren, wenn nicht sogar phantastischen Rhetorik. Das kann man vorneweg sagen: Dieser Mann ist unglaublich redegewandt, kombiniert mühelos Kraftausdrücke mit Fremdwörtern zu ellenlangen wie präzisen Sätzen. Das hat mich gestern Abend am meisten beeindruckt. Außerdem kann es manchmal einfach erfrischend sein, etwas zu erleben von dem man vorher keine Ahnung hatte bzw. nicht wusste, was einen erwartet. Und ich hatte keine Ahnung was Serdar Somuncu so macht, hab mir auch bei Thorstens Eintrag im Dezember nie so richtig den präsentierten Clip angeschaut. Ich gehörte wahrscheinlich zu denen, die dachten "ha vielleicht so Comedy wie Kaya Yanar", über welche Leute sich Somuncu in der Show ebenfalls lustig machte. Kurz nach dem Post von Thorsten meinte meine Freundin, die Somuncu kannte, im Frühjahr wäre im Rahmen einer Deutsch-Türkischen-Kabarettwoche (noch bis Anfang April, einige Karten noch erhältlich) der gute Herr da, lass doch mal hingehen. Das Renitenztheater, das übrigens zum 1. Oktober in ein neues Gebäude gegenüber der Hospitalkirche zieht, war an drei Somuncu-Tagen komplett ausverkauft. Kollege Thorsten war bereits am Sonntag zu Gast und gestern begleitete uns noch Aerodynamite-Jan und Leser Alx. Das Zielpublikum in dem vollgestopften und recht schnell warmen, muffeligen Saal hätte unterschiedlicher nicht sein können. Jung, alt, alternativ, schick, international, darunter freilich ein türkischer Anteil und auch wohl einige wie ich, die keine Ahnung hatten, wie man noch sehen wird. Somuncu betrat mit einem Bushido-Sido-Rap die Bühne, verwendete stark inflationär die Worte "Fotze", "Arschficken", "Hurensohn" etc., wackelte dabei mit dem Arsch. Lustiger Kerl dachte ich mir. Im Anschluss kündigte er eine flächendeckende Beleidigung an, das Programm heißt schließlich auch der Hassprediger, und verwertet, was ihm die Medien so liefern, inklusive aktuelle Storys wie Kachelmann oder DSDS Beef zwischen Menowin und dem Rest (er hatte am Samstag frei und konnte TV schauen, meinte er), inklusive den Medien, wie das Privatfernsehen ("RTL schlimmer als die NSDAP"), seine Sendungen und seine Zuschauer selbst. Ein Herr Westerwelle kam bei diesem rastlosen Rundumschlag (Tenor: Wie soll einer in Afghanistan verhandeln, der sich in Arsch ficken lässt, also laut Somuncu eine demütige Haltung einnimmt? "Danke, soll ich dir noch einen blasen?") genauso sehr unter die Räder wie diverse Randgruppen(kombinationen), egal ob Deutsche, Nazis, Türken, Juden, Behinderte ("Mongos") oder Schwule. Außerdem habe er sich angewöhnt, dem Arschloch zu sagen, dass er ein Arschloch ist, erklärte der 41jährige. Ach ja, um Kackwürste ging es auch ziemlich oft. Mir war schnell klar, so einen gnadenlosen Typen habe ich schon länger (noch nie?) nicht mehr gesehen. Musste freilich trotzdem lachen, war aber oftmals währenddessen irritiert. Provokation ist natürlich sein Stilmittel, aber wo steht er wirklich? Somuncu geht dabei stets mit sich selbst gnadenlos ins Gericht, er gucke sich z.B. den Scheiß im TV ja genauso an oder ist ebenso ein Nazi, wenn er dauernd bei der Polizei petze, wenn einer mit der falschen Umweltplakette durch die Landschaft gurke. Mucksmäuschenstill wurde es im Saal als er die angebliche Schein-Betroffenheit der Menschen in Fällen wie Winnenden oder auch Robert Enke ankreidet. Jeden Tag sterben doch unzählige Menschen, werden Opfer von Gewalt, bzw. werfen sich depressiv vor den Zug. Warum also eine Beerdigung im Stadion? Da dachte ich, jetzt kippt gleich die Stimmung. Er löst die angespannte Ruhe, in dem er fragt, wie sich ein Torhüter eigentlich vor den Zug wirft und deutet dabei typische Torwart-Bewegungen an. So gesehen eigentlich geschmacklos, der Saal spendet aber lauten Beifall. Kurz darauf wendet er sich einem flüsternden Pärchen bzw. Gruppe zu. "Darf ich mithören? Was sagt er? Er hat mich empfohlen? Aber jetzt ist es dir zu hart was ich mache?", fragt er die blonde Frau. Sie meint, ja schon okay, "mach mal weiter." Nachdem er weitere Gäste in der ersten Reihe garstig aufforderte, bitte doch die Füsse von der Bühne zu nehmen, immerhin könnte Hundekacke an ihren Sohlen sein und wer weiß, vielleicht gehöre ja später noch zu seiner Performance, dass er die Bühne abschleckt, machte er sich den Spass und betritt erneut die Bretter und verstellt sich kurz auf smarten Allerwelts-Comedian. Dann erklärt, warum er so geworden ist, wie er heute ist. Er erzählt atemlos seine Karriere, die angeblich im Heim begonnen hat, wo er ans Bett gefesselt war und dort seinen unbändigen Willen, seine Wut entwickelt hat, von seiner Zeit als Schulsprecher, wo er laut seiner Aussage überall Hakenkreuze an die Wand gemalt hat, nur weil er Aufruhr stiften wollte, und wie er jahrelang verschiedene Rollen gespielt hat, weil er meinte er müsste die spielen (also z.B. den vermeintlich lustigen "Scheißendreck-Türken"). Er spricht darüber wie er sich sein Publikum hat suchen müssen, wie oft es Differenzen gab, wie er aus dem Quatsch Comedy Club rausgeflogen wäre, weil er Thomas Hermanns "Dreilochstute" nannte, bzw. wie oft man ihn im Fernsehen schon zensiert hat. Jan meinte dazu auch, dass er bei Sendungen wie TV Total eher weniger gut ankommt. Erst als er aus Hitlers "Mein Kampf" vorgelesen hat, stellte sich der Erfolg ein, unter anderem vor Nazis in Ostdeutschland, mit kugelsicherer Weste und unter Polizeischutz. Die Geschichte ist bekannt, gibt es auch mehrere längere Interviews auf Youtube. Dann wurde erst Philosoph ("Haben Veganer Oralverkehr?"), dann Prophet und nun hat er die Partei die Hassisten gegründet und die Religion namens Hassismus erfunden. Dürfen alle eintreten, die so sind wir er. Nur noch er wäre dann die letzte Instanz. Zum Schluss folgte noch ein Liedchen und ein Hinweis, dass er am 16. Mai bei der Kanzlerin eingeladen sei und wohl neulich angeblich auch beim Außenminister war. "Sonst spiele er vor Asozialen, heute mal vor der Upper Class der Asozialen", habe er dort wohl gesagt. Man weiß es nicht, ob es stimmt. Ich kaufte mir noch sein Buch, liess es mir freundlich signieren, dabei wirkt er relativ smart. Vor dem Theater dann gingen wir an der Gruppe um die kritische Blondine vorbei. Sie sahen allesamt nicht ganz glücklich aus bzw. guckten eher grimmig. Kann aber auch nur eine Momentaufnahme gewesen sein. Ich fand es großartig.

     
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    Glotze – jetzt neu

    Am 15. Dez 2009, 17:22 Uhr von Thorsten W.

    inamueller

    Ich guck ja nicht nur Trash in der Glotze. Wirklich nicht. Auch wenn es nicht viel an ernsthafter Unterhaltung im deutschen Fernsehen gibt, für das es sich lohnen würde den Kasten anzuschalten. Aber zwei Sendungen hab ich in letzter Zeit entdeckt, die wirklich was taugen.

    Zum einen ist das Inas Nacht. Ina Müller, zu sehen auf dem Bild oben, ist nicht nur äußerst attraktiv, sondern auch noch recht sympathisch, zumindest in ihrer Talkshow. Die lief bisher im NDR, seit kurzem aber auch in der ARD.

    Die Sendung wird in der Hamburger Hafenkneipe “Zum Schellfischposten” aufgezeichnet, und zwar in Original-Kulisse. Immerhin passen 15 Gäste und eine kleine Band in die Kneipe, der Shanti-Chor, der bei guten Gags einen Tusch singt, muss mit den anderen Gästen draußen am Fenster stehen.

    Und dann sind eben immer zwei prominente Gäste da, die von Ina in ihrer manchmal ans Nerven grenzenden Freundlichkeit ausgefragt werden. Kommt auf jeden Fall sehr echt rüber, gesungen wird auch immer und neulich die Sendung mit Ulrich “Uli” Wickert und Bela B. war wirklich grandios. Die Sendezeit Samstag Nacht 0 Uhr ist aber wirklich beschissen.

    Die zweite Sendung hab ich bei Comedy Central gesehen – einem Sender, den ich kurz nach dem Start schnell wieder aus meiner Zapliste gestrichen habe. Da kam neulich eine Live-Aufzeichnung von Serdar Somuncu. Ein Comedian, oder so ähnlich.

    Zumindest hab ich so was in der Art noch nie im deutschen Fernsehen gesehen. Gegen Somuncu sind Oliver Pocher, Ingo Appelt und Mundstuhl Chorknaben mit Heiligenschein.

    Der Typ zieh einfach über alles her was rumläuft, vorzugsweise Angehörige verschiedener Nationen, und nimmt sein türkisch sein genau so auf die Schippe – aber nicht eitschi-geitschi-multikulti im Kaya Yanar-Style, sondern so dass er in Kreuzberg wahrscheinlich Personenschutz braucht. Und das vermischt er dann mit einer guten Portion Bildungsbürgertum.

    Leider kommt in nächster Zeit bei Comedy Central keine Sendung mehr von ihm, aber bei YouTube gibt’s ne Menge Videos – hier beispielhaft ein Ausschnitt aus dem Quatsch Comedy Club:

    Ich guck ja nicht nur Trash in der Glotze. Wirklich nicht. Auch wenn es nicht viel an ernsthafter Unterhaltung im deutschen Fernsehen gibt, für das es sich lohnen würde den Kasten anzuschalten. Aber zwei Sendungen hab ich in letzter Zeit entdeckt, die wirklich was taugen. Zum einen ist das Inas Nacht. Ina Müller, zu sehen auf dem Bild oben, ist nicht nur äußerst attraktiv, sondern auch noch recht sympathisch, zumindest in ihrer Talkshow. Die lief bisher im NDR, seit kurzem aber auch in der ARD. Die Sendung wird in der Hamburger Hafenkneipe "Zum Schellfischposten" aufgezeichnet, und zwar in Original-Kulisse. Immerhin passen 15 Gäste und eine kleine Band in die Kneipe, der Shanti-Chor, der bei guten Gags einen Tusch singt, muss mit den anderen Gästen draußen am Fenster stehen. Und dann sind eben immer zwei prominente Gäste da, die von Ina in ihrer manchmal ans Nerven grenzenden Freundlichkeit ausgefragt werden. Kommt auf jeden Fall sehr echt rüber, gesungen wird auch immer und neulich die Sendung mit Ulrich "Uli" Wickert und Bela B. war wirklich grandios. Die Sendezeit Samstag Nacht 0 Uhr ist aber wirklich beschissen. Die zweite Sendung hab ich bei Comedy Central gesehen - einem Sender, den ich kurz nach dem Start schnell wieder aus meiner Zapliste gestrichen habe. Da kam neulich eine Live-Aufzeichnung von Serdar Somuncu. Ein Comedian, oder so ähnlich. Zumindest hab ich so was in der Art noch nie im deutschen Fernsehen gesehen. Gegen Somuncu sind Oliver Pocher, Ingo Appelt und Mundstuhl Chorknaben mit Heiligenschein. Der Typ zieh einfach über alles her was rumläuft, vorzugsweise Angehörige verschiedener Nationen, und nimmt sein türkisch sein genau so auf die Schippe - aber nicht eitschi-geitschi-multikulti im Kaya Yanar-Style, sondern so dass er in Kreuzberg wahrscheinlich Personenschutz braucht. Und das vermischt er dann mit einer guten Portion Bildungsbürgertum. Leider kommt in nächster Zeit bei Comedy Central keine Sendung mehr von ihm, aber bei YouTube gibt's ne Menge Videos - hier beispielhaft ein Ausschnitt aus dem Quatsch Comedy Club:

     
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