• 64

    KTV-Classic: Die Ed Hardys der 90er: Doc Martens

    Jaja, bevor jemand heult: Die Überschrift ist natürlich 8lochmässig falsch. Aber ich dachte mir,wir bleiben bissle in der Spur. Außerdem waren in den frühen 90ern die ugly Dinger ebenfalls kurzzeitig ziemlich angesagt, ganz abgesehen davon, dass das Schuhwerk, erfunden von Dr. Klaus Märtens nach Ende des 2. Weltkrieges, in einigen Kulturkreisen seit Jahrzehnten Kultstatus genießt.

    Allerdings nie bei mir: Ich habe Docs – wie später Buffalos – schon immer verachtet. Liegt vielleicht daran, dass ich noch nie im Leben eine Punk-, Wave- oder Skinhead-Phase hatte.

    Wie zum Beispiel die Heike: Die Heike war in meiner Klasse die Quoten-Waverin. Um dahin zu kommen, machte sie eine schleichende Metamorphose im Laufe der Schuljahre durch. Zunächst probierte sie mehrere Side- und Undercut-Variationen in Kombination mit beängstigend vielen Haarfarben aus, ein handelsüblicher Regenbogen war ein ausgeblasster Dreck dagegen.

    Später wurde ihr Outfit immer schwarzer und ihr Gesicht immer bleicher (geschminkt). Eines Tages schwebte sie in bodenlanger, schwarzer Kutte, stilistisch orientiert also am Sensenmann, ins Klassenzimmer ein. Auf Doc Martens natürlich.

    Auch wenn Heike aussah wie der Tod, haben wir sie trotzdem gemocht. Im Schullandheim hat sie uns sogar beigebracht wie Waver tanzen. War aber relativ lame, wie gelangweilte Internetgören sagen. Ein Schritt vor und dabei bissle leicht vorgebeugt mit dem Oberkörper wackeln, und dann wieder ein Schritt zurück. Man musste glaub die Musik fühlen (Depeche Mode natürlich, was anderes war nicht greifbar). Wir fühlten aber lieber den harten Linoleum-Boden, wenn es uns nach einem verpatzten Breakdance-Move wieder mal auf die Fresse legte.

    Mitunter meines eher schwarzen Musikhintergrunds zwischen HipHop und Techno waren Docs für mich noch nie eine Besohlungsoption. Genauer gesagt, Docs waren einfach ein absolutes No-Go, auch wenn sie damals nicht nur die Heike, sondern zunehmend mehr Leute um mich herum trugen; darunter gerne viele Gymnasiasten, deren Pubertät in eine (innerliche) mehrjährige Rebellion gegen alles und jenes umschlug, interessanterweise hauptsächlich Töchter und Söhne von Akademikern.

    Meine Mutter hätte mir auch niemals ein Pärchen gekauft („Springerstiefel? Ha noi, die kommet mir net ins Haus!“). Und dann immer noch dieses Schnürsenkelgetue, rot links, weiß rechts, grün gegen Waldsterben oder was weiß denn ich… Zugegeben, quietsch bunte Fat Laces waren auch bei unseren ersten Nikes ein sehr wichtiges Statement.

    Jede Szene hat eben ihre (modischen) Symbole, Docs sind ein besonders trendresistentes, streng über die Jahre konserviert in ganz bestimmten abgesteckten Milieus.

    Nun haben Docs scheinbar wieder ihre angestammten Grenzen verlassen und sind Trend, wie zumindest schon seit ein, zwei Winter diverse Blogs behaupten und auch irgendwelche Special Kollabos ankündigen. Schlimmer kann es eigentlich kaum kommen. Falsch, vor ein paar Jahren schwappte aus London mal die Botschaft rüber, dass Birkenstocks der Shit der Saison sind. Sind sie ja auch, in meinen vier Wänden und raus bis zu Mülltonne.

    Nun, wo ein Trend ist, ist z.B. der Tobsen nicht weit. Der schreibt vor einer Woche auf FB ungefähr: „Ey Leute, auf was muss man bei Docs achten? 8-eye schon klar, aber was noch?“

    Ich: “Ey, bitte.”

    “Was ist los, sag mal?”, fragte er.

    “Ey Alta, ganz ehrlich, der Schuh ist absoluter Dreck! Der Einzige, der Docs darf ist unser Setzer!”

    Awa und ich hätte keine Ahnung und überhaupt, das ist ein super Winterstiefel!

    Daraufhin meinte ich: “Ganz ehrlich, bevor ich mir Docs kaufen würde, hol ich mir fürn Winter lieber ein Pärchen Timberlands!”

    Den Spruch fand wiederum mein alter Freund Thorsten nicht ganz so cool und hat sich auf die Seite von Tobsen geschlagen. Denn, ich hätte es wissen müssen, die beiden klonen sich modisch seit einiger Zeit recht gerne, Thorsten kauft sich jetzt natürlich ein paar Docs mit scheinbar derselben Argumentation: „Super Winterstiefel“. Ein Freund bringt im direkt welche aus London mit! WTF und OMG.

    Konnte aber zu meiner Beruhigung mit Majde, Baris und Alex prompt eine Docs-Hater-Fraktion aufmachen, die sich mit mir gleich mit amüsiert haben. Gründe jetzt noch eine StudiVZ-Gruppe, “I hate Doc(g)s”. Sehr praktisch, eine Fliege mit zwei Klappen geschlagen, äh, gleich zwei Ratten mit fünf Wintergärten beschossen.

     
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  • 1

    Diesel kicks ass

    Für meine Begriffe aus der Abteilung “cooler Spot”, auch wenn es etwas kurios aussieht, wenn es so aus dem Ärschen rausqualmt.

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    Schuhe würde ich mir trotzdem nicht kaufen.

     
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  • 5

    Schnäppchenjagd um jeden Preis

    Ich weiß nicht woran es liegt, diese Schuh-Themen springen mich an. Hab schon wieder eines gefunden. Bin praktisch nichtsahnend mitten rein geraten.

    Am Samstagnachmittag war ich auf der Königstraße unterwegs (gut, da bin ich selber Schuld, was macht man da auch am Samstag). Es war, wie erwartet, voll, aber vor dem Nanu Nana war es noch ein Ticken voller. Eine Traube von ca. 20 Leuten steht vor dem offenen (!) Eingang und wartet. Ich mich selbstverständlich dazu gestellt, hier scheint’s ja gleich was umsonst zu geben.

    Während die Traube wächst und wächst kommt sie: Die Verkäuferin mit einem Wägelchen voller Kartons. Geschenke, ich hatte es ja geahnt. Die Spannung steigt. Der erste Klebestreifen fällt dem Tapeziermesser zum Opfer. Ratsch, der nächste und dann wird das Geheimnis gelüftet: Espandrilles! Bastschlappen! Stehe ja total auf Espandrilles.

    Alle stehen hier für Bastschlappen an. Beim ersten Anblick der Espandrilles geht ein leichter  Tumult los. Wer wagt es als erster in den Karton zu grapschen? Keiner! Muss an der autoritären Art der Verkäuferin liegen. Hui, der Blick. Die hat als Kind bestimmt nicht ihren Namen in den Waldboden getanzt. Vielleicht ist es ihr nach zwei Monaten Schuh-Krieg am Samstag auch vergangen.

    Alle warten auf jeden Fall, bis die Schlappen auf dem Ständer sind. Aber keine Sekunde länger. Eine Chance sich und das Wägelchen in Sicherheit zu bringen bekommt die Dame nicht.

    Über die Köpfe zu den Herrenschuhen. Unten drängeln sich alle schon an der begehrten 39. Es geht hier um Schuhe für 2,50 Euro! Da darf man nicht zimperlich sein.

    Erinnert mich an die Szene von Sex and the City als Carrie die 20 Dollar Schuhe auf dem Markt entdeckt. (“Schuhe? Für 20 Dollar? Ich geb ne Runde aus!”) Habe das Spektakel natürlich festgehalten. 15 Sekunden später war ich aber mittendrin und habe meine Schnäppchen eingesammelt.

    Seitdem regnet’s und es gibt keinen Anlass für Bastschuhe, auch nicht für billige. Das war wohl nichts mit dem Schnäppchen. Immer diese Fehlkäufe. Aber der gewitzte Schwabe, weiß sich natürlich zu helfen: Wir haben die Espandrilles einfach mal umfunktioniert. Bei den 8 Euro Teilen von Korbmayer hätte ich Hemmungen, hier nicht. Et voila, die beschte Geburtstagskarte ever.

    Heute im Progamm: Baschteln mit der Schuh-Bloggerin…

     
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  • 4

    Happy Birthday Shinyshoes

    Hoher Crosspromotion-Faktor und Frauenthema pur: Unsere Autorin Jana feiert heute das zweijährige Jubiläum ihres Blogs Shinyshoes, und wir wollen ihr an dieser Stelle nur das Beste  bzw. viele weitere Posts wünschen.

    Wie der Name schon sagt, geht es auf Shinyshoes ausschließlich um (Damen)Schuhe in allen Formen, Farben und Höhen, mal praktisch straßentauglich, mal High-Fashion, mal was Kurioses oder ein Model nur für die heimische Vitrine, vorausgesetzt man kann es sich leisten.

    Wir freuen uns wiederum, dass es sich Jana zeitlich trotz Job und eigenen Blogs (Taschenqueen macht sie auch noch) leisten kann, regelmässig bei uns in Schwarze zu treffen – und dabei nicht nur die Damen anspricht (gut, außer vielleicht bei SATC ;) ).

     
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  • 46

    Sommer, Schuhe, scheidende Geister

    Jeder hat so seine Sommer-Sünde am Fuß…

    Mit steigenden Temperaturen werden viele wieder modemutig: Da blitzt hier ein Nabel und da ein weißes Bein. Besonders an der sommerlichen Fußmode scheiden sich ja gerne mal die Geister.

    Der Klassiker sind da mit Sicherheit die flipflops. Sämtliche Zehentreter werden mittlerweile so genannt und die Dinger dürfen heute auch überall hin, vom Freibad bis zum Büro. Dass auch die Herren ihre behaarten Zehen mittlerweile in flipflops zur Schau stellen sorgt in diversen Foren für Kontroversen.

    Auch der Spiegel fühlte sich genötigt, 2006 etwas dazu zu schreiben. Ich sage dazu also jetzt nichts mehr, sondern fasse mich mal an die eigene Nase.

    Ich liebe Espandrilles! Jeden Mai pilgere ich gen Korbmayer und decke mich für den ganzen Sommer ein. Spätestens im September sind die Schuhe durch und ich kann dann im nächsten Mai neue holen. Kritiker bemerken gerne schon beim Kauf, dass die Schlappen eigentlich von Anfang an durch sind.

    Sie haben kein rechts, kein links, ich gebe zu, sie haben auch keine Form und da sie nur eine Bastsohle haben, halten sie nicht mal einem leicht freuchten Boden stand, bevor sie sich auflösen. Ich weiß. Die Herren mit den fliopflops wissen’s ja eigentlich auch. Aber da kommen wir wieder zum unumstößlichen UGG-Boots-Argument: Sie sind doch so bequem!

     
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  • 23

    Leopard

    Große Aufregung unter den internationalen Fashion-Bloggerinnen: Christian Louboutin stellte gestern Abend in der Reinsburgstraße sein langerwartetes Schuhmodell “Leopard” vor.

    “Gute Betriebsysteme heißen Leopard, der beste Panzer der Welt heißt Leopard, also ist es nur logisch, dass mein neuer Schuh auch Leopard heißt”, erklärt der französische Damenschuh-Messias bei der Präsentation unter frenetischem Jubel.

    Dass der Schuh im Modemekka Stuttgart-West präsentiert wurde, lag für Louboutin auf der Hand. “Hier leben und arbeiten viele fashionaffine Menschen. Außerdem sind die Stuttgarterinnen seit Jahrzehnten treue Stammkundinnen und überziehen gerne ihr Konto für meine Modelle. Ich wollte ihnen etwas zurück geben.”

    Schon seit Wochen wurde über den neuen Schuh spekuliert. Ein Louboutin ohne Mega-Absatz: Was anfangs noch als Aprilscherz abgetan wurde, sollte sich bald immer mehr bewahrheiten. Das Lou-Lab heizte selbst die Gerüchteküche an, dass es sich bei dem Leopard um eine flache, schicke Stiefellette handeln soll.

    Magazine und Blogs schrieben im Vorfeld von einer Sensation, feierten Louboutin einmal mehr als genialen Designer und eiferten der großen Party am vergangenen Sonntag hin.

    Jana von Shinyshoes kennt die genauen Hintergrunde der Flachplatte: “Es häuften sich massiv die Bänderrisse in letzter Zeit. Bei Louboutin gingen Sammelklagen ohne Ende ein. Er musste einfach reagieren.”

    Bei der Präsentation am Sonntag kam es zu tumultartigen Szenen, denn nicht nur sämtliche Modejournalisten aller Vogues dieser Erde waren Vorort, sondern auch circa 10.000 Modebloggerinnen aus allen Herren Ländern, darunter allein 300 aus Biberach.

    Als Louboutin das Geheimnis lüftete wurde ein Kreischpegel von 150 db gemessen. Dabei ging einiges an Glas zu Bruch und ältere Anwohner mussten mit blutigen Ohren ins Marienhospital eingeliefert werden.

    “Dazu noch ein mintgrüner Nagellack aus dem DM und der Frühling ist gerettet!”, schnappte Jacqueline von highfashionstraightouttarostock.blogspot.com begeistert und völlig von Sinnen nach Luft.

    Wie viele andere Bloggerinnen reiste sie schon am Freitagabend mit ihrer Freundin Jennifer von fashionmakesmykontoleerbutmehappy.blogspot.com mit dem Schönes-Wochenende-Ticket von der Bahn an und zeltete direkt in der Reinsburgstraße, um bei der Enthüllung in der ersten Reihe zu stehen.

    Getränkehändler Residovic war hingegen über das Zeltlager direkt vor seinem Laden wenig begeistert. Die Stammkundschaft blieb am Wochenende fern und die Bloggerinnen selbst mussten ja auf den “Leopard” sparen. “Diese Mädchen trinken nur Wasser – und dann nicht mal das gute Ensinger!”

    Er sei froh, wenn dieser komische Vogel aus Frankreich wieder weg sei, meinte er. Selbst der 2:1-Sieg des VfB gegen Leverkusen konnte seine Stimmung nur bedingt aufhellen.

    Am heutigen Montag ist wieder der Alltag in Stuttgart-West eingekehrt. Von dem Drama zeugen nur noch Tausende von leere Schminkdöschen und ein paar abgebrochene Absätze.

    Der städtische Straßenreinigungsdienst schiebt momentan noch Sonderschichten, damit der Verkehr spätestens ab heute Mittag wieder gefahrlos fließen kann.

     
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  • 16

    Oh mein Gott! Schuhe!

    Vergangenen Samstagmittag war ich nach einem okayen 27 Kilometer Lauf mit Freundin noch bissle in der City. Sie wollte primär ein Stück Kuchen essen, evt. nach Schuhen schauen, und ich nach einem bestimmten Paar Sneaker.

    Also kurz im Flashgib mit Busy Icer und Dami abgeklatscht, das anvisierte Modell für nicht cool empfunden, aber dafür schönes Hemdchen in astreiner Geschirrtuch-Optik gekauft. Is ja gerade angesagt und da macht man gerne zwei Jahre später auch mal mit.

    Danach steuerten wir für die Dame die gute Sigrun Woehr an. Sigrun Woehr ist soweit ich weiß, man möge ich korrigieren, in Sachen Damenschuhen so mit die Nummer 1 in Stuttgart.

    Die Gute führt in der Innenstadt rund um den Markplatz im Abstand von circa 200 Metern zwei Läden. Einen mit Mondpreisen, wie der Krupa sagen würde (nix unter 300 Tacken das Pärchen, wenn ich das Schaufenster richtig überflogen habe), und einen in der Hirschstraße/ Ecke Schulstraße mit sehr starken Preisen – für manche Stuttgarterinnen sicherlich die Cheap-Line.

    Die Cheap-Line ist der Hammer. Der Shop ist circa 1,5 Quadratmeter groß. An einem durchschnittlichen Samstagnachmittag tummeln sich darin circa 300 Frauen und nochmals 350 Verkäuferinnen, die in Hochleistungssportler-Manier die Wendeltreppe zwischen Ladenfläche und Lager hin und her spurten.

    Magdalena Neuner wäre also rein konditionsmässig sicherlich eine optimale Fachkraft für Sigrun Woehr – falls jemals das Personal ausgehen sollte.

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