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Là Pour Là
Am 10. Aug 2011, 14:45 Uhr von Setzer
Ich shoppe nach Farben. Das geht denkbar einfach: “Palümpalüm, was ham’se denn in Schwarz da?”. Ist keine böse Absicht, höchstens etwas Autismus, Faulheit und halt und kein Interesse an buntem Zeug. Das sollen die tragen, die’s mit ihrem Gewissen vereinbaren können oder eben wirklich Lust darauf haben. Mir Wurst wie Fleisch.
Trotzdem: ich freue mich, dass Maria Marci (früher Geschäftsführung bei “Kauf Dich Glücklich” in Stuttgart), Hannes Orange (Yeah!Club, Musiker, Pop.Not.Pop-Veranstalter) und sein Bruder Christian Steim (Gründer von WG gesucht) im September ihren Laden “Là Pour Là” eröffnen. Da kann ich ab und an vorbeistiefeln, abgehangene Witze über Mode machen, vielleicht einen Kaffee schlawinern und freundlich plaudern. “Là Pour Là” ist eine Ableitung von “L’art pour l`art” – “Kunst, um ihrer selbst willen”, bedeutet das.
Im “Là Pour Là” gibt’s Indie-Hipster-Zeug aus England und Skandinavien, Sushi und Plunder. Das ist gut. Denn in solchen Geschäften sieht man immer die glücklichsten Menschen. Sie bezahlen an der Kasse, dann gehen ihre Tüten mit ihnen auf die Straße. Wären es nicht so viele Tüten, könnte man ihr Lächeln besser sehen. Aber einen Tod muss man immer sterben.
Die Resultate sind auch global sehr wichtig: spätestens am Abend laufen lauter lächelnde Menschen in schöner Kleidung durch die Straßen, andere schauen hin und freuen sich wahnsinnig darüber. Kreislauf. Alle Glücklich: 3.9., ab 12 Uhr, ist Eröffnung, Königstr. 1. In der Passage da unten, durch die man fast nie laufen möchte.
Weil einige Engländer gerade Randale mit Revolution verwechseln, hab ich aber bald Shopping-Probleme. Ich kaufe nämlich gerne Platten. Und grinse dann mindestens so entrückt. Sieht man nur besser, weil die Tüten bei Ratzer nicht so groß sind. In London brannte jetzt – neben viel zu vielen anderen – ein Haus, in dem wie immer niemand wohnte, der’s verdient gehabt hätte, zu brennen. Es lagerten nur die Plattenbestände von circa 160 Indie-Plattenlabels. Die Platten, bestimmt für den Vertrieb. Hier gibt’s den Artikel dazu.
Klar, es sind nur Platten, aber an jedem verwüsteten Geschäft hängt eine Existenz. Ich verstehe irgendwie nicht, weshalb “Unruhen” darauf rauslaufen, in Geschäften Flachbildschirme und Turnschuhe zu plündern, anstatt in der Downingstreet die Türe einzutreten oder sie wenigstens zu vernageln, wenn alle drin sind. “Scheiss Staat, scheiss Bullen – Los, lass uns Tante Emma auf die Fresse hauen und danach fackeln wir Sigrun Wöhr den Laden ab. Revolution.” Herrschaftszeiten, ich kauf’ mir jetzt was Buntes.
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Ratzer zieht um
Am 14. Jul 2011, 08:04 Uhr von Setzer
“Jetzt kaufst Du auch schon seit über 20 Jahren bei mir Platten ein”, sagte Karlheinz Ratzer mal und er hatte Recht. Das Schlimme daran: das ist schon ein paar Jahre her. Im Oktober zieht er nun mit dem besten Plattenladen der Welt in die Altstadt: Hauptstätter Straße 31. Das frühere Caritas Café. Bewohner von Jurassic Park und ein paar The Cure-Fans kennen das eventuell noch als “Weißer Rabe”.
Ab Oktober ist da dann Ratzer Records. Etatsmäßig bestückt mit Platten, CDs, Nippes und einem Tagescafé mit kleinen Snacks. Auch auf der Karte: geballtes Fachwissen zu den Themenbereichen “VfB”, “Fußball allgemein”, “früher war irgendwie doch alles geiler” und “Wie retten wir eigentlich die Welt, wenn Bruce Willis gerade keine Zeit hat?”. Das läuft immer so locker zwischen Plattensichten, bezahlen und “ich hab’ eh noch vier Stunden Zeit”.
“Voll gut, Karlheinz”, hab ich gesagt. “Bierchen zischen, Schorle trinken und dann schauen wir VfB bei Dir im Laden.” Die Nummer ging voll nach hinten los: “Spinnsch?! Bei mir gibt’s koin Alkohol im Laden. Des wär’ tödlich. Au wege de Nachbarschaft. In der Ecke kriegsch a ganz komische Kundschaft wenn d’ Mittags scho Bier verkaufsch. Vergiss es.” Argumente, die überzeugen. Ich trau’ mich da auch nicht zu widersprechen, zu betteln oder gar wutzubürgern.
Jeder kennt schließlich die freundliche ältere Dame, die einem als Kind im Lädle immer das Gefühl gegeben hat, man wäre irgendwie cool und halt kein doofes Kind mit alberner Zahnspange. Mein Lädle war Ratzer Records, beziehungsweise ganz früher “Govi” am Kleinen Schloßplatz, als der echt noch klein und keine Paul’s Boutique in Sicht war. Und, äh, meine ältere Dame war, Mist wie komm’ ich aus der Nummer wieder raus? Egal. Meine ältere Dame war Karlheinz Ratzer.
Am Wochenende hab ich als Bub’ das Taschengeld in ein Zugticket, eine Brezel, einen Zitsche und leider nur maximal eine Platte bei Ratzer investiert. “Win-Win-Situation”, heißt das an der Sushi-Theke. Hat damals aber außerhalb von Japan aber keine Sau gegessen. Kurz: Karlheinz und seine Frau Brigitte sind Familie, ob sie wollen oder nicht. Die können echt froh sein, wenn ich am ersten Weihnachtsfeiertag nicht auf der Matte stehe und winke wie Forrest Gump. “Huhu, Geschenke?”.
Ich kauf’ mir jetzt eine E-zigarette, damit Karlheinz irgendwann sagen kann: “Jetzt kaufst du Seggl auch schon seit 60 Jahren bei mir Platten ein. Willst du nicht mal eine von Dylan mitnehmen?” Und dann lacht er und sagt: “Michl, das war echt nervig als Du mit zwölf Jahren am kleinen Schlossplatz bei mir rumgehangen bist und jeden gefragt hast, ob Du Dir lieber was von Slayer oder die neue Venom kaufen sollst.” Vielleicht war ich damals auch schon Vierzehn, keine Ahnung. Eine alberne Zahnspange hatte ich aber auf jeden Fall.
Übrigens: Karlheinz Ratzer ist der toughste Typ hinterm Schallplattengeschäftstresen. “Entschuldigung, haben Sie die Neue von Eminem?” fragten mal zwei wirklich junge Jungs. Sie waren freundlich und gescheiter als die meisten anderen Eminem-Fans damals. Karlheinz sagte: “Seh’ ich etwa so aus?”
Einmal hat er sich geweigert, mir eine CD von den Screaming Trees zu verkaufen. “Micha, ich weiß genau, dass du einen Plattenspieler hast. Nimm’ sie auf Vinyl. Die CD verkauf’ ich dir nicht.” Als ich als Student einen Job suchte erwies er sich auch eher unkooperativ: “Bei mir als Aushilfe? Mach lieber was G’scheits. Hier hänge scho g’nug Leit rum.” Mist, hätte ich echt machen sollen.
Egal jetzt. Herzblattsusi, bitte übernehmen: 1. Oktober 2011, Ratzer Records, Hauptstätter Straße 31. Wer sich so thessamäßig schon mal anmelden will: hier ist die Facebookparty dazu.
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Cheap Trash Records
Am 21. Jun 2011, 18:00 Uhr von Setzer
Kurz einen Kurzen. Hält warm, so kurz vorm wettermäßigen ersten Advent. Einigen wird ja noch warm ums Herz wenn’s um Schallplatten geht – ohne i-Irgendwas vorneweg und ohne .mp3 hinten raus. Die dürfen sich jetzt auch ein bisschen über Cheap Trash Records im Westen freuen. Ich mach mit.
Kurz aus dem Beipackzettel zitiert: “Record Store & Online-Shop aus Stuttgart spezialisiert auf neu & 2nd Hand Punk Rock, Garage, Hardcore, Indie/Alternative, Mod, Power Pop, Ska & Psychobilly Vinyl, CDs, DVDs & mehr!”
Forststr. 166, 70193 Stuttgart
Hier geht’s zur Homepage
Di: 18:30-21:30, Do: 18:30-21:30 und Sa: 13:00-16:00Die Öffnungszeiten sind gewöhnungsbedürftig aber durchaus verbraucherfreundlich. Es sei denn, man will halt Mittags shoppen.
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Techno Quartett
Am 12. Apr 2011, 15:18 Uhr von martin
Bisschen Techno-Geschichte: Derartige Karten kennen wir kleinen Jungs mit Sportwägen, Panzern oder Jagdbombern. Gab aber auch mal eins mit Techno-Helden, zumindest waren sie 1995 Techno-Helden. PIG-Dejan hat das Set, damals herausgegeben vom Berliner Label !K7, im Netz wiederentdeckt.
Ich meine, die Karten lagen der (berühmten) X-Mix von DJ Hell bei. Ein Freund von mir hat damals die Edition mit den Karten gekauft. Kann allerdings auch die danach von Dave Clarke gewesen sein, die nicht minder schlecht war (und mix-technisch um einiges atemberaubender als Hell). Kann mich allerdings auch komplett täuschen, aber der Ken weiß es sicherlich besser.
Eines meiner größten Idole nach DJ Emilio war bei dem Spiel auch dabei…
…bzw. auch Nicht-Idole…
Geile DJ-Ischen gab es schon damals, sogar ohne grüne Augenbrauen.
Interessant finde ich heutzutage die durchschnittlichen BPM-Geschwindigkeiten und was wie sehe wohl heute der Punkt “Size of record collection” aus?
Das ganze Set kann man hier durchschauen, lädt etwas länger, zumindest bei mir.
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Kulturbeutel #3: Vinyl Spezial
Am 31. Mrz 2011, 10:29 Uhr von martin
Leser LKTRSNDY, gutbürgerlich Sandro Paech, hat die Tage den dritten Teil seines Online-TV-Magazins “Kulturbeutel” auf die Videoplattformen hochgeladen. Dieses Mal geht es um eines meiner Lieblingsthemen, die gute alte Schallplatte.
Wie immer beim Kulturbeutel kommen auch hier ausschließlich Stuttgarter Kulturschaffende zu Wort, dieses Mal u.a. Duncan Smith, der im Westen eine Galerie betreibt und kürzlich Plattencover ausgestellt hat, oder die Plattenladenchefs von Pauls Musique, Second Hand Records oder der gute alte Ratzer.
Musikalisch untermalt wird der rund 15 Minuten lange Film mit Stücken von den Stuttgarter Roglok, Tim Toh, Disrupt oder Electrosandy himself.
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3 Decades Of Album Cover Artwork
Am 3. Dez 2010, 16:00 Uhr von martin
Noch ein kleiner Kunsttipp fürs Wochenende und darüber hinaus: Duncan Smith hat bereits im Juni im Westen seine “Rock´n´Roll-Galerie “Longden Smith LTD” eröffnet, die “limitierte Editionen exklusiver Drucke” ausstellt. Im Dezember findet dort die Ausstellungsreihe “3 Decades of Album Cover Artwork” statt.
“Die Galerie bietet nämlich nicht nur Drucke, sondern auch Designrahmen für Plattencover an. Die Cover können nach Belieben ausgetauscht werden, so dass die momentanen Lieblingsplatten immer einen besonderen Platz haben. Mit den drei Events möchte Longden Smith Ltd. die faszinierende Beziehung zwischen Kunst, Design und Musik aufzeigen,” heißt es im Pressetext.
Erster Termin morgen Abend, Cover die sich durch besonderes Design und Grafik auszeichnen ist das Thema. Beginn 18:00 Uhr.
Longden Smith, Senefelder Straße, Ecke Leuschner Straße
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Visitenkarten aus Vinyl
Am 15. Nov 2010, 19:03 Uhr von martin
Nicht ganz neu, aber vielleicht was für die Abteilung “besonderes Weihnachtsgeschenk”. Christian Trögele produziert Visitenkarten aus Vinyl. Nicht ganz günstig, dafür aber recht exklusiv. Vielleicht nimmt er auch alte Schallplatten entgegen.
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