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Ade Web-Records
Am 28. Feb 2013, 13:17 Uhr von martin
Nicht nur Clubs schließen, nicht nur reale Plattenläden (und andere Einzelhändler) schließen, sondern auch Online-Shops. Der in der Region verankerte Internet-Schallplatten-Versand sagt nach 16 Jahren Good Bye (wow, schon 1997 am Start gewesen, das hätte ich gerne gesehen, wenn ich 1997 Internet gehabt hätte, Einwahlmodem erst am 1999) und hinterlässt nur noch zwei Blindtexte für Physiker und Musiklehrer.
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Platten zum DMark-Preis
Am 21. Sep 2012, 15:00 Uhr von Thorsten W.
Die Jüngeren mögen sich erinnern, bis vor ein paar Jahren hat man in Deutschland statt mit Payback-Punkten noch mit der Deutschen Mark bezahlt. Und weil der/die ein oder andere bestimmt noch die ein oder andere Mark zu Hause rumliegen hat, hat sich Axel, Besitzer vom Plattenbau (des wohl sympathischsten Plattenladens der Stadt, der nahtlos in seinen Wohnbereich übergeht) etwas Besonderes überlegt:
Noch bis zum 26. Oktober bekommt jeder, der mit DM bezahlt, alle (in Euro ausgezeichneten) Platten zum DM-Preis. Also Euro in DM. Kein schlechter Deal, weil für 2 DM hat man damals 1 Euro bekommen.
Plattenbau
Böheimstr. 1a
Mo.-Fr. von 12.00 bis 18.45 Uhr
www.plattenbau-stuttgart.de4 Kommentare » -
DJ´s: Stupsi und Tommy
Am 21. Mai 2012, 11:51 Uhr von martin
Viele DJ´s und Killer-Fundstück von Leser Axel: War gestern auf dem Flohmarkt und hat ein einem Plattencover Ausschnitte aus einem alten Stuttgarter Stadtmagazin gefunden. Er meinte, das Blatt hieß Neon und lag Anfang, Mitte der 80er in Stuttgarts Discos herum. Ich war da so fünf bis acht, also kann ich das nicht wissen, ähm, Geiger, weißt du mehr?
Ich geh jetzt einfach davon aus, dass der Record Express, damals (bis Mitte 90) noch am Feuersee residierend, ein paar Seiten in dem Mag gebucht hat und Charts von lokalen und regionalen DJs abgedruckt hat. Kenne keinen DJ, kaum einen Laden und auch nur ganz wenige Titel. Das Dokument müsste allerdings aus dem Jahr 1985 sein, meint auch Axel, der die Zeit erlebt hat und die wirklich großartige Nummer “Midnight Man” von Flash & The Pan, die einige getippt haben, datiert ebenfalls aus diesem Jahr. Hab mir mal vor längerer Zeit die Maxi besorgt.
Den alten Record Express mit seiner fast schon kultigen und notorisch grummeligen Verkäuferin kenne ich auch noch und hab mir damals die ersten Techno-Platten besorgt, u.a. das “Metro” Album von Joey Beltram auf Tresor, kein Plan warum ich das noch weiß, vielleicht weil ich die Platte auf Rotation gehört habe.
Der Record Express ist irgendwann mal ein paar Meter weiter runter an die Paulinenstraße gezogen und hat vor einigen Jahren dicht gemacht.
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Là Pour Là
Am 10. Aug 2011, 14:45 Uhr von Setzer
Ich shoppe nach Farben. Das geht denkbar einfach: “Palümpalüm, was ham’se denn in Schwarz da?”. Ist keine böse Absicht, höchstens etwas Autismus, Faulheit und halt und kein Interesse an buntem Zeug. Das sollen die tragen, die’s mit ihrem Gewissen vereinbaren können oder eben wirklich Lust darauf haben. Mir Wurst wie Fleisch.
Trotzdem: ich freue mich, dass Maria Marci (früher Geschäftsführung bei “Kauf Dich Glücklich” in Stuttgart), Hannes Orange (Yeah!Club, Musiker, Pop.Not.Pop-Veranstalter) und sein Bruder Christian Steim (Gründer von WG gesucht) im September ihren Laden “Là Pour Là” eröffnen. Da kann ich ab und an vorbeistiefeln, abgehangene Witze über Mode machen, vielleicht einen Kaffee schlawinern und freundlich plaudern. “Là Pour Là” ist eine Ableitung von “L’art pour l`art” – “Kunst, um ihrer selbst willen”, bedeutet das.
Im “Là Pour Là” gibt’s Indie-Hipster-Zeug aus England und Skandinavien, Sushi und Plunder. Das ist gut. Denn in solchen Geschäften sieht man immer die glücklichsten Menschen. Sie bezahlen an der Kasse, dann gehen ihre Tüten mit ihnen auf die Straße. Wären es nicht so viele Tüten, könnte man ihr Lächeln besser sehen. Aber einen Tod muss man immer sterben.
Die Resultate sind auch global sehr wichtig: spätestens am Abend laufen lauter lächelnde Menschen in schöner Kleidung durch die Straßen, andere schauen hin und freuen sich wahnsinnig darüber. Kreislauf. Alle Glücklich: 3.9., ab 12 Uhr, ist Eröffnung, Königstr. 1. In der Passage da unten, durch die man fast nie laufen möchte.
Weil einige Engländer gerade Randale mit Revolution verwechseln, hab ich aber bald Shopping-Probleme. Ich kaufe nämlich gerne Platten. Und grinse dann mindestens so entrückt. Sieht man nur besser, weil die Tüten bei Ratzer nicht so groß sind. In London brannte jetzt – neben viel zu vielen anderen – ein Haus, in dem wie immer niemand wohnte, der’s verdient gehabt hätte, zu brennen. Es lagerten nur die Plattenbestände von circa 160 Indie-Plattenlabels. Die Platten, bestimmt für den Vertrieb. Hier gibt’s den Artikel dazu.
Klar, es sind nur Platten, aber an jedem verwüsteten Geschäft hängt eine Existenz. Ich verstehe irgendwie nicht, weshalb “Unruhen” darauf rauslaufen, in Geschäften Flachbildschirme und Turnschuhe zu plündern, anstatt in der Downingstreet die Türe einzutreten oder sie wenigstens zu vernageln, wenn alle drin sind. “Scheiss Staat, scheiss Bullen – Los, lass uns Tante Emma auf die Fresse hauen und danach fackeln wir Sigrun Wöhr den Laden ab. Revolution.” Herrschaftszeiten, ich kauf’ mir jetzt was Buntes.
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Ratzer zieht um
Am 14. Jul 2011, 08:04 Uhr von Setzer
“Jetzt kaufst Du auch schon seit über 20 Jahren bei mir Platten ein”, sagte Karlheinz Ratzer mal und er hatte Recht. Das Schlimme daran: das ist schon ein paar Jahre her. Im Oktober zieht er nun mit dem besten Plattenladen der Welt in die Altstadt: Hauptstätter Straße 31. Das frühere Caritas Café. Bewohner von Jurassic Park und ein paar The Cure-Fans kennen das eventuell noch als “Weißer Rabe”.
Ab Oktober ist da dann Ratzer Records. Etatsmäßig bestückt mit Platten, CDs, Nippes und einem Tagescafé mit kleinen Snacks. Auch auf der Karte: geballtes Fachwissen zu den Themenbereichen “VfB”, “Fußball allgemein”, “früher war irgendwie doch alles geiler” und “Wie retten wir eigentlich die Welt, wenn Bruce Willis gerade keine Zeit hat?”. Das läuft immer so locker zwischen Plattensichten, bezahlen und “ich hab’ eh noch vier Stunden Zeit”.
“Voll gut, Karlheinz”, hab ich gesagt. “Bierchen zischen, Schorle trinken und dann schauen wir VfB bei Dir im Laden.” Die Nummer ging voll nach hinten los: “Spinnsch?! Bei mir gibt’s koin Alkohol im Laden. Des wär’ tödlich. Au wege de Nachbarschaft. In der Ecke kriegsch a ganz komische Kundschaft wenn d’ Mittags scho Bier verkaufsch. Vergiss es.” Argumente, die überzeugen. Ich trau’ mich da auch nicht zu widersprechen, zu betteln oder gar wutzubürgern.
Jeder kennt schließlich die freundliche ältere Dame, die einem als Kind im Lädle immer das Gefühl gegeben hat, man wäre irgendwie cool und halt kein doofes Kind mit alberner Zahnspange. Mein Lädle war Ratzer Records, beziehungsweise ganz früher “Govi” am Kleinen Schloßplatz, als der echt noch klein und keine Paul’s Boutique in Sicht war. Und, äh, meine ältere Dame war, Mist wie komm’ ich aus der Nummer wieder raus? Egal. Meine ältere Dame war Karlheinz Ratzer.
Am Wochenende hab ich als Bub’ das Taschengeld in ein Zugticket, eine Brezel, einen Zitsche und leider nur maximal eine Platte bei Ratzer investiert. “Win-Win-Situation”, heißt das an der Sushi-Theke. Hat damals aber außerhalb von Japan aber keine Sau gegessen. Kurz: Karlheinz und seine Frau Brigitte sind Familie, ob sie wollen oder nicht. Die können echt froh sein, wenn ich am ersten Weihnachtsfeiertag nicht auf der Matte stehe und winke wie Forrest Gump. “Huhu, Geschenke?”.
Ich kauf’ mir jetzt eine E-zigarette, damit Karlheinz irgendwann sagen kann: “Jetzt kaufst du Seggl auch schon seit 60 Jahren bei mir Platten ein. Willst du nicht mal eine von Dylan mitnehmen?” Und dann lacht er und sagt: “Michl, das war echt nervig als Du mit zwölf Jahren am kleinen Schlossplatz bei mir rumgehangen bist und jeden gefragt hast, ob Du Dir lieber was von Slayer oder die neue Venom kaufen sollst.” Vielleicht war ich damals auch schon Vierzehn, keine Ahnung. Eine alberne Zahnspange hatte ich aber auf jeden Fall.
Übrigens: Karlheinz Ratzer ist der toughste Typ hinterm Schallplattengeschäftstresen. “Entschuldigung, haben Sie die Neue von Eminem?” fragten mal zwei wirklich junge Jungs. Sie waren freundlich und gescheiter als die meisten anderen Eminem-Fans damals. Karlheinz sagte: “Seh’ ich etwa so aus?”
Einmal hat er sich geweigert, mir eine CD von den Screaming Trees zu verkaufen. “Micha, ich weiß genau, dass du einen Plattenspieler hast. Nimm’ sie auf Vinyl. Die CD verkauf’ ich dir nicht.” Als ich als Student einen Job suchte erwies er sich auch eher unkooperativ: “Bei mir als Aushilfe? Mach lieber was G’scheits. Hier hänge scho g’nug Leit rum.” Mist, hätte ich echt machen sollen.
Egal jetzt. Herzblattsusi, bitte übernehmen: 1. Oktober 2011, Ratzer Records, Hauptstätter Straße 31. Wer sich so thessamäßig schon mal anmelden will: hier ist die Facebookparty dazu.
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Cheap Trash Records
Am 21. Jun 2011, 18:00 Uhr von Setzer
Kurz einen Kurzen. Hält warm, so kurz vorm wettermäßigen ersten Advent. Einigen wird ja noch warm ums Herz wenn’s um Schallplatten geht – ohne i-Irgendwas vorneweg und ohne .mp3 hinten raus. Die dürfen sich jetzt auch ein bisschen über Cheap Trash Records im Westen freuen. Ich mach mit.
Kurz aus dem Beipackzettel zitiert: “Record Store & Online-Shop aus Stuttgart spezialisiert auf neu & 2nd Hand Punk Rock, Garage, Hardcore, Indie/Alternative, Mod, Power Pop, Ska & Psychobilly Vinyl, CDs, DVDs & mehr!”
Forststr. 166, 70193 Stuttgart
Hier geht’s zur Homepage
Di: 18:30-21:30, Do: 18:30-21:30 und Sa: 13:00-16:00Die Öffnungszeiten sind gewöhnungsbedürftig aber durchaus verbraucherfreundlich. Es sei denn, man will halt Mittags shoppen.
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Techno Quartett
Am 12. Apr 2011, 15:18 Uhr von martin
Bisschen Techno-Geschichte: Derartige Karten kennen wir kleinen Jungs mit Sportwägen, Panzern oder Jagdbombern. Gab aber auch mal eins mit Techno-Helden, zumindest waren sie 1995 Techno-Helden. PIG-Dejan hat das Set, damals herausgegeben vom Berliner Label !K7, im Netz wiederentdeckt.
Ich meine, die Karten lagen der (berühmten) X-Mix von DJ Hell bei. Ein Freund von mir hat damals die Edition mit den Karten gekauft. Kann allerdings auch die danach von Dave Clarke gewesen sein, die nicht minder schlecht war (und mix-technisch um einiges atemberaubender als Hell). Kann mich allerdings auch komplett täuschen, aber der Ken weiß es sicherlich besser.
Eines meiner größten Idole nach DJ Emilio war bei dem Spiel auch dabei…
…bzw. auch Nicht-Idole…
Geile DJ-Ischen gab es schon damals, sogar ohne grüne Augenbrauen.
Interessant finde ich heutzutage die durchschnittlichen BPM-Geschwindigkeiten und was wie sehe wohl heute der Punkt “Size of record collection” aus?
Das ganze Set kann man hier durchschauen, lädt etwas länger, zumindest bei mir.
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