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    DER ELEKTRISCHE RAUCHER VOM PIERRE-PFLIMLIN-PLATZ

    Am 23. Sep 2011, 09:00 Uhr von Kollege Geiger

    Heissa. Hoppsa. LaOla. Hab’s doch tasächlich geschafft, in der Überschrift zwei aktuelle Sammelleidenschaften von mir unterzubringen.

    Erstens: Das Sammeln von fiktiven Buchtiteln.

    Das geht so: achte in einem Gespräch darauf, ob du oder dein Gegenüber einen potentiellen Namen für einen Bestseller ausspuckt. Du bist zum Beispiel in einem Drogeriemarkt und recherchierst, wie sich Mitarbeiter und Aushilfskräfte dort die Arbeit teilen. Dann sagt dein Begleiter zu dir: „Schau da drüben, die Frau im Kittel. Das siehst du ihn, den Alltag der zweiten Kraft.“ Und du denkst: „Der Alltag der zweiten Kraft“ – ein Esoterik-Roman von Marcel Parny.

    Dann sagt dir jemand anders: „ich hab da schon ein bisschen Zickigkeit gesehen in den Augen deiner Schwester als sie diesem Typen das Red Bull über den Kopf geleert hat.“ Und du denkst „In den Augen deiner Schwester“ – ein autobiographischer Roman von Marcel Parny. Oder „Thorsten Weh ist voll okay“ – ein fröhliches Pop-Up Kinderbuch von Marcel Parny.

    Wahrscheinlich sind die Titel „Der Schwarm“, „Der Fänger im Roggen“ und „Die Bibel“ auch nicht anders entstanden

    „Mensch, lies mal wieder die Bibel.“

    „Die Bibel – was für ein fantastischer Titel für ein Buch von Marcel Parny.“

    Meine zweite neue & heimliche Leidenschaft: das Sammeln ungeahnter Plätze in dieser Stadt (Top-Sachbuch-Titel, übrigens „Das Sammeln ungeahnter Plätze“ von? Na ? na ? wer weiß es?) Straße gildet nicht, nur Platz. Drei hab ich schon:

    Josef-Hirn-Platz.

    Gerda-Taro-Platz.

    Oder eben Pierre-Pflimlin-Platz.

    Das Ding bei der Kostbar. Wusste gar nicht, dass das einen Namen hat. Und auch nicht, who the fuck Pierre Pflimlin ist, dass er in unserer Stadt einen eigenen Platz bekommt.

    Beim Sammeln des Namens Pierre Pflimlin für mein Sammelalbum stand dort plötzlich der elektrische Raucher. Ein junger Mann mit einem blau leuchtenden Ding, aus dem Rauch aufstieg, wenn er dran gezogen hat. Die e-Zigarette sei für ihn wesentlich billiger. Und sie kommt mit 2 Jahren Garantie  (was man ja glaube ich von Ernte 23 nicht behaupten kann.)

    E-Zigarette hatte ich vorher schon gehört aber noch nie live gesehen. Ich hab das analoge Rauchen für mich vor knapp 10 Jahren beendet und wollte mit der digitalen Variante jetzt nicht extra anfangen, aber gereizt hat’s mich schon. War ein bisschen wie erstes Mal iPad in natura sehen, wie er da so da stand und e-rauchte.

    In der Postfiliale hätte er gerade ge-e-raucht. Und keiner hätte was gesagt. Und dass man die elektrische Zigarette in den USA zusammen mit Visitenkärtchen ausgeliefert bekommt, die man dem heranstürmenden Ober vorlegt, und die besagen, dass es schon okay sei, die e-Zigarette von rechts wegen im Restaurant zu rauchen.

    Wir überlegen, im Elektro Conrad eine e-Raucher-Lounge zu eröffnen und auf die Einführung von e-Koks zu warten, um uns eine goldene elektrische Nase zu verdienen. Dann muss er gehen, seinen Zigaretten-Akku aufladen.

    Auszug aus: “Der Mann, der partout nicht rauchen wollte“ – ein Entwöhnungsroman von Marcel Parny und Kollege Geiger.

    Heissa. Hoppsa. LaOla. Hab’s doch tasächlich geschafft, in der Überschrift zwei aktuelle Sammelleidenschaften von mir unterzubringen. Erstens: Das Sammeln von fiktiven Buchtiteln. Das geht so: achte in einem Gespräch darauf, ob du oder dein Gegenüber einen potentiellen Namen für einen Bestseller ausspuckt. Du bist zum Beispiel in einem Drogeriemarkt und recherchierst, wie sich Mitarbeiter und Aushilfskräfte dort die Arbeit teilen. Dann sagt dein Begleiter zu dir: „Schau da drüben, die Frau im Kittel. Das siehst du ihn, den Alltag der zweiten Kraft.“ Und du denkst: „Der Alltag der zweiten Kraft“ – ein Esoterik-Roman von Marcel Parny. Dann sagt dir jemand anders: „ich hab da schon ein bisschen Zickigkeit gesehen in den Augen deiner Schwester als sie diesem Typen das Red Bull über den Kopf geleert hat.“ Und du denkst „In den Augen deiner Schwester“ - ein autobiographischer Roman von Marcel Parny. Oder „Thorsten Weh ist voll okay“ – ein fröhliches Pop-Up Kinderbuch von Marcel Parny. Wahrscheinlich sind die Titel „Der Schwarm“, „Der Fänger im Roggen“ und „Die Bibel“ auch nicht anders entstanden „Mensch, lies mal wieder die Bibel.“ „Die Bibel – was für ein fantastischer Titel für ein Buch von Marcel Parny.“ Meine zweite neue & heimliche Leidenschaft: das Sammeln ungeahnter Plätze in dieser Stadt (Top-Sachbuch-Titel, übrigens „Das Sammeln ungeahnter Plätze“ von? Na ? na ? wer weiß es?) Straße gildet nicht, nur Platz. Drei hab ich schon: Josef-Hirn-Platz. Gerda-Taro-Platz. Oder eben Pierre-Pflimlin-Platz. Das Ding bei der Kostbar. Wusste gar nicht, dass das einen Namen hat. Und auch nicht, who the fuck Pierre Pflimlin ist, dass er in unserer Stadt einen eigenen Platz bekommt. Beim Sammeln des Namens Pierre Pflimlin für mein Sammelalbum stand dort plötzlich der elektrische Raucher. Ein junger Mann mit einem blau leuchtenden Ding, aus dem Rauch aufstieg, wenn er dran gezogen hat. Die e-Zigarette sei für ihn wesentlich billiger. Und sie kommt mit 2 Jahren Garantie  (was man ja glaube ich von Ernte 23 nicht behaupten kann.) E-Zigarette hatte ich vorher schon gehört aber noch nie live gesehen. Ich hab das analoge Rauchen für mich vor knapp 10 Jahren beendet und wollte mit der digitalen Variante jetzt nicht extra anfangen, aber gereizt hat’s mich schon. War ein bisschen wie erstes Mal iPad in natura sehen, wie er da so da stand und e-rauchte. In der Postfiliale hätte er gerade ge-e-raucht. Und keiner hätte was gesagt. Und dass man die elektrische Zigarette in den USA zusammen mit Visitenkärtchen ausgeliefert bekommt, die man dem heranstürmenden Ober vorlegt, und die besagen, dass es schon okay sei, die e-Zigarette von rechts wegen im Restaurant zu rauchen. Wir überlegen, im Elektro Conrad eine e-Raucher-Lounge zu eröffnen und auf die Einführung von e-Koks zu warten, um uns eine goldene elektrische Nase zu verdienen. Dann muss er gehen, seinen Zigaretten-Akku aufladen. Auszug aus: “Der Mann, der partout nicht rauchen wollte“ – ein Entwöhnungsroman von Marcel Parny und Kollege Geiger.

     
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    Moritz von Uslar: Deutschboden

    Am 6. Okt 2010, 18:14 Uhr von martin

    Wenn wir heute schon bei Büchern sind, noch eines das knapp 400 Seiten hat und nicht nur aus 140-Zeichen-Zeilern besteht. Quasi pünktlich zum 20jährigen Jubiläum der Deutschen Einheit ist Ende September “Deutschboden – ein teilnehmende Beobachtung” von Moritz von Uslar erschienen. Das ist dieser grimmig schauende Herr mit leichter Undercut-Andeutung.

    Unter den “jungen” deutschen Journalisten (Uslar hat die 40er Marke gestreift) längst eine Fast-Legende, hab seine Artikel im Spiegel oder Süddeutsche immer gerne gelesen, jetzt ist er wieder bei der Zeit und hat für das Magazin seine “100 Fragen an”-Serie (diese Woche mit Phil Collins – großartig) neu aufgelegt.

    In eben jenen Zeit-Magazin befand sich kürzlich ein längerer Vorabdruck von “Deutschboden”. Ich bin nach dem Lesen zu dem Entschluss gekommen: Das ist das vierkommafünfte Buch, dass ich innerhalb einer Dekade lese werde (nach zwei mal Nieswandt, eine halbe 50 Cent-Bio und Rohleder).

    Moritz von Uslar verbringt drei Monate lang in einer ostdeutschen Kleinstadt und notiert sehr detailliert und ausufernd seine Beobachtungen zwischen Kneipe, Boxclub und Einkaufsmeile.

    Kommt was böselustiges bei raus, aber, so wirkte zumindest auf mich der Vorabdruck, der in Schröders Kneipe spielt, verzichtet Uslar darauf, sich übermässig lustig zu machen – die De-Bug sieht das übrigens anders. Klingt vielleicht widersprüchlich, aber Uslar wertet nicht, sondern berichtet lediglich in seiner famosen Sprache. Die 400 Seiten hat man wahrscheinlich so schnell durch wie “Lokalhelden”.

    Moritz von Uslar: Deutschboden – Eine teilnehmende Beobachtung

    Kiepenheuer und Witsch, ISBN: 978-3-462-04256-6

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    Wenn wir heute schon bei Büchern sind, noch eines das knapp 400 Seiten hat und nicht nur aus 140-Zeichen-Zeilern besteht. Quasi pünktlich zum 20jährigen Jubiläum der Deutschen Einheit ist Ende September "Deutschboden - ein teilnehmende Beobachtung" von Moritz von Uslar erschienen. Das ist dieser grimmig schauende Herr mit leichter Undercut-Andeutung. Unter den "jungen" deutschen Journalisten (Uslar hat die 40er Marke gestreift) längst eine Fast-Legende, hab seine Artikel im Spiegel oder Süddeutsche immer gerne gelesen, jetzt ist er wieder bei der Zeit und hat für das Magazin seine "100 Fragen an"-Serie (diese Woche mit Phil Collins - großartig) neu aufgelegt. In eben jenen Zeit-Magazin befand sich kürzlich ein längerer Vorabdruck von "Deutschboden". Ich bin nach dem Lesen zu dem Entschluss gekommen: Das ist das vierkommafünfte Buch, dass ich innerhalb einer Dekade lese werde (nach zwei mal Nieswandt, eine halbe 50 Cent-Bio und Rohleder). Moritz von Uslar verbringt drei Monate lang in einer ostdeutschen Kleinstadt und notiert sehr detailliert und ausufernd seine Beobachtungen zwischen Kneipe, Boxclub und Einkaufsmeile. Kommt was böselustiges bei raus, aber, so wirkte zumindest auf mich der Vorabdruck, der in Schröders Kneipe spielt, verzichtet Uslar darauf, sich übermässig lustig zu machen - die De-Bug sieht das übrigens anders. Klingt vielleicht widersprüchlich, aber Uslar wertet nicht, sondern berichtet lediglich in seiner famosen Sprache. Die 400 Seiten hat man wahrscheinlich so schnell durch wie "Lokalhelden". Moritz von Uslar: Deutschboden - Eine teilnehmende Beobachtung Kiepenheuer und Witsch, ISBN: 978-3-462-04256-6 Moritz von Uslar geht in eine Kleinstadt im Osten Deutschlands, er bleibt drei Monate und kehrt mit dieser großen Erzählung, einer Geschichte der Gegenwart, die gleichzeitig Reportage und Abenteuerroman ist, zurück. ?? Draußen, vor der Großstadt, wo Hartz IV, Alkoholismus, Abwanderung und Rechtsradikalismus angeblich zu Hause sind: Hier beginnt diese Geschichte. Der Reporter sucht nach einem Ort mit Boxclub und Kneipe und findet ihn im Landkreis Oberhavel, gut eine Autostunde nördlich vor Berlin. Pension Heimat, Franky’s Place, Gaststätte Schröder:  Pils am Tresen, Diktiergerät am Mann. Der Reporter hört zu, guckt zu, trinkt mit, trainiert mit, labert mit, und am nächsten Morgen steht er wieder da. Es erscheinen der Kneipenchef Heiko, der Geschichtenerzähler Blocky, der tätowierte Punk Raoul, und damit ist der Zugang eröffnet: zu den Proben der Band »5 Teeth Less«, zu Grillfesten mit Deutschlandfahne, zum Abhängen am Kaiser’s-Parkplatz und an der Aral-Tankstelle – und zum Alltag junger Männer, die vielleicht keine großartige Zukunft haben, aber einen ziemlich guten Humor.??Die präzisen Beobachtungen, im Wortlaut mitgezeichneten Gespräche, die Gags, Sprüche, Märchen und Blödeleien und die Fülle absurder, rührender und furchterregender Alltäglichkeiten entwickeln einen Sog, der den Leser hineinzieht in das Leben in der ostdeutschen Kleinstadt. Das ist klassisches und das ist modernes Reportertum.??Moritz von Uslar besitzt den Mut, die Ausdauer und das Einfühlungsvermögen, um zu zeigen, dass Wirklichkeit immer jener Ort ist, der jenseits der Erwartung liegt. In diesem Buch ist Platz für allerhand Abstrusitäten, bloß für keine Trostlosigkeit. Deutschboden leuchtet – es ist das Licht der Tankstelle an der Ausfallstraße nachts um halb eins.

     
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    Uwe Bogen: Her mit dem schönen Leben

    Am 4. Jun 2010, 09:43 Uhr von Aussenreporter

    Wenn man in Stuttgart als Stift seine Kohlen verdient, trifft man zwangsläufig immer wieder auf die selben Kollegen. Den Herrn Setzer löst man beim Afrob-Interview im Medienhaus ab, Martin unterstütze ich am liebsten bei seinen Reportagen an der Stange in der Corso und Uwe Bogen läuft man unter Garantie am Rande der roten Teppichles dieser Stadt über den Weg.

    Uwe ist Gesellschaftsreporter bei den Stuttgarter Nachrichten und mit Joe Bauer das Highlight dieser Zeitung. Jetzt hat der altgediente Journalist mit „Her mit dem schönen Leben“ mal eben einen feinen Roman in die Tasten gehauen, der ideal zum anstehenden Sommer passt. Mit kessel.tv sprach Uwe Bogen über Marathon, Grundgarstigkeit und Schweizer Interesse an Stuttgart.

    Du schmeißt bei den Nachrichten das Vermischte, jetzt hast du auch noch ein Roman herausgehauen, dein siebtes Buch bereits. Ist dir langweilig?

    Bogen: Langweilig ist mir selten. Aber nach einer Knie-Operation im vergangenen Sommer konnte ich sechs Wochen lang nur wenig machen außer daheim rumhängen. Da habe ich das meiste der Geschichte verfasst.

    Was ist die Idee hinter dem Buch?

    Bogen: Die Idee war, über Irrtümer des Lebens und der Liebe zu schreiben. Vieles ist gar nicht so, wie es scheint. Der Protagonist fürchtet, seine Frau habe ihn verlassen, weil alle Anzeichen dafür sprechen.

    Die ausweglose Lage, in der er sich zu befinden scheint, weil auch noch im Büro angeblich eine Intrige gegen ihn läuft, zwingt ihn dazu, über Grundsätzliches in seinem Leben nachzudenken. Da kommt er auf eine ganz neue Sichtweise.

    „Her mit den schönen Leben“ ist mein siebtes Buch, aber nicht mein siebter Roman. Ich habe einige Stuttgart-Bücher geschrieben, etwa über die Königstraße. Zeitungsartikel sind Kurzstrecken. Ein Marathon ab und zu macht mir Spaß.

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    Wenn man in Stuttgart als Stift seine Kohlen verdient, trifft man zwangsläufig immer wieder auf die selben Kollegen. Den Herrn Setzer löst man beim Afrob-Interview im Medienhaus ab, Martin unterstütze ich am liebsten bei seinen Reportagen an der Stange in der Corso und Uwe Bogen läuft man unter Garantie am Rande der roten Teppichles dieser Stadt über den Weg. Uwe ist Gesellschaftsreporter bei den Stuttgarter Nachrichten und mit Joe Bauer das Highlight dieser Zeitung. Jetzt hat der altgediente Journalist mit „Her mit dem schönen Leben“ mal eben einen feinen Roman in die Tasten gehauen, der ideal zum anstehenden Sommer passt. Mit kessel.tv sprach Uwe Bogen über Marathon, Grundgarstigkeit und Schweizer Interesse an Stuttgart. Du schmeißt bei den Nachrichten das Vermischte, jetzt hast du auch noch ein Roman herausgehauen, dein siebtes Buch bereits. Ist dir langweilig? Bogen: Langweilig ist mir selten. Aber nach einer Knie-Operation im vergangenen Sommer konnte ich sechs Wochen lang nur wenig machen außer daheim rumhängen. Da habe ich das meiste der Geschichte verfasst. Was ist die Idee hinter dem Buch? Bogen: Die Idee war, über Irrtümer des Lebens und der Liebe zu schreiben. Vieles ist gar nicht so, wie es scheint. Der Protagonist fürchtet, seine Frau habe ihn verlassen, weil alle Anzeichen dafür sprechen. Die ausweglose Lage, in der er sich zu befinden scheint, weil auch noch im Büro angeblich eine Intrige gegen ihn läuft, zwingt ihn dazu, über Grundsätzliches in seinem Leben nachzudenken. Da kommt er auf eine ganz neue Sichtweise. „Her mit den schönen Leben“ ist mein siebtes Buch, aber nicht mein siebter Roman. Ich habe einige Stuttgart-Bücher geschrieben, etwa über die Königstraße. Zeitungsartikel sind Kurzstrecken. Ein Marathon ab und zu macht mir Spaß. Wie viel von dir selbst steckt in dem Buch? Bogen: Ich habe versucht, die Hauptperson des Buches weit weg von mir anzusiedeln. Natürlich gelingt das nicht immer. Der Protagonist bekennt sich dazu, an einer gewissen Grundgarstigkeit festzuhalten. Seine kratzbürstigen Fähigkeiten, sagt er, hat er im Laufe der Jahre gut entwickelt. Das gefällt mir auch für mich. Das große Finale des Buchs steigt in einem Musical-Center, zuvor gab es eine wichtige Szene in einer Dinner-Show und an einer Hotelbar in der Nähe der Messe. Die Stuttgart-Bezüge sind überall da, ganz konkret sprichst du die Stadt als Ort der Handlung aber nicht an. Wieso? Bogen: Das Buch erscheint in einem Verlag in Zürich. Es ist vor allem in Schweizer Buchhandlungen zu finden. Und da interessiert man sich nicht so sehr für Stuttgart. Außerdem habe ich ja zuletzt einige Stuttgart-Bücher geschrieben, da wollte ich mal was anderes machen. Protagonist Felix hat sich „Her mit dem schönen Leben“ als Lebensmaxime gewählt nach einem Graffito im Stuttgarter Süden. Was macht für dich schönes Leben aus? Bogen: Gesundheit und Zufriedenheit mit sich selbst, antwortet man auf diese Frage gern. In dem Buch sagt der ältere Tenor, bei dem auch nicht immer alles rund gelaufen ist: Man kann das Leben nicht immer verstehen, viel wichtiger aber ist, es zu genießen. Er spricht von seinem Hund Caruso. Ein Hundeleben sei so wunderbar einfach gestrickt. Caruso weckt die guten Seiten in ihm und stimmt ihn milde, sagt er. Von ihm lerne er, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Uwe Bogen: Her mit dem schönen Leben, KaMeRu Verlag, Zürich 2010

     
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  • 4

    Mord im Chinagarten

    Am 19. Apr 2010, 09:35 Uhr von Thorsten W.

    Obwohl ich “Tatort Hölderlinplatz“, den ersten Kriminalroman von Stefanie Wider-Groth, eher durchschnittlich fand und das auch so geschrieben hatte, war der Theiss Verlag aus Stuttgart so nett, mir “Mord im Chinagarten“, den zweiten Kriminalroman von Stefanie Wider-Groth, kostenlos als Rezensionsexemplar zu schicken.

    Ein Buch! Als Rezensionsexemplar! Von einem Verlag!!!EinsElf Das hatte ich bisher noch nie, und natürlich habe ich, pflichtbewusst wie ich bin, auch dieses Buch gelesen. Und auch dieses finde ich eher durchschnittlich.

    Hauptkommissar Emmerich, sozusagen der Hauptdarsteller der Reihe, ist – wenig originell – ein bruddelnder Schwabe, der Probleme mit seiner Frau, seiner Tochter, seinem Gewicht und seinen Kollegen hat.

    Die Handlung nimmt im Gegensatz zum ersten Roman (Stuttgart 21 und so) keinen Bezug auf politische oder aktuelle Themen, sondern verliert sich irgendwo im Gewirr zwischen einer ominösen Religionsgemeinschaft und der RAF, und das Ende beziehungsweise die Auflösung des Mordes ist wenig originell.

    Die Autorin nimmt sich leider mehr Zeit bzw. Platz, die Charaktere zu beschreiben, als eine wirklich spannende und mitreißende Geschichte zu erzählen. Wie auch beim ersten Teil liegt das Vergnügen des Romans vielmehr darin, dass Stuttgart als Ort des Geschehens dient und die detaillierten Bezüge auf Locations wirklich Spaß machen.

    Mein Fazit: Für jemanden der aus Stuttgart kommt auf jeden Fall unterhaltsam, für andere wahrscheinlich nicht so spannend.

    Obwohl ich "Tatort Hölderlinplatz", den ersten Kriminalroman von Stefanie Wider-Groth, eher durchschnittlich fand und das auch so geschrieben hatte, war der Theiss Verlag aus Stuttgart so nett, mir "Mord im Chinagarten", den zweiten Kriminalroman von Stefanie Wider-Groth, kostenlos als Rezensionsexemplar zu schicken. Ein Buch! Als Rezensionsexemplar! Von einem Verlag!!!EinsElf Das hatte ich bisher noch nie, und natürlich habe ich, pflichtbewusst wie ich bin, auch dieses Buch gelesen. Und auch dieses finde ich eher durchschnittlich. Hauptkommissar Emmerich, sozusagen der Hauptdarsteller der Reihe, ist - wenig originell - ein bruddelnder Schwabe, der Probleme mit seiner Frau, seiner Tochter, seinem Gewicht und seinen Kollegen hat. Die Handlung nimmt im Gegensatz zum ersten Roman (Stuttgart 21 und so) keinen Bezug auf politische oder aktuelle Themen, sondern verliert sich irgendwo im Gewirr zwischen einer ominösen Religionsgemeinschaft und der RAF, und das Ende beziehungsweise die Auflösung des Mordes ist wenig originell. Die Autorin nimmt sich leider mehr Zeit bzw. Platz, die Charaktere zu beschreiben, als eine wirklich spannende und mitreißende Geschichte zu erzählen. Wie auch beim ersten Teil liegt das Vergnügen des Romans vielmehr darin, dass Stuttgart als Ort des Geschehens dient und die detaillierten Bezüge auf Locations wirklich Spaß machen. Mein Fazit: Für jemanden der aus Stuttgart kommt auf jeden Fall unterhaltsam, für andere wahrscheinlich nicht so spannend.

     
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