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Buchtipp: John Peel – Memoiren des einflussreichsten DJs der Welt
Am 22. Mai 2012, 15:06 Uhr von martin
Zu Weihnachten von Schwester bekommen, jetzt erst gelesen, diesen älteren Schinken von 2006 (deutsche Ausgabe), meine, ich hab das damals auch im Sub Culture kurz gebracht.
Der (deutsche) Titel ist nicht übertrieben, der englische Radio-DJ John Peel, hat von Ende 60 bis ins neue Jahrtausend unzählige Künstler durch alle Genres hinweg berühmt oder zumindest einem breiteren Publikum bekannt gemacht – von Rock bis Techno, von Pink Floyd bis Jeff Mills. Das weiß aber letztendlich jeder, der sich bisschen mit Musikgeschichte auskennt.
Was man sonst über diesen wahrhaft außergewöhnlich Charakter nicht weiß, erfährt man in diesem Buch, das aus zwei Teilen besteht. Denn John Peel, gebürtig John Robert Parker Ravenscroft, ist während der Arbeit daran im Oktober 2004 im Alter von 65 Jahren einem Herzinfarkt erlegen, seine Frau Sheila hat das Buch mittels Aufzeichnungen und eigenen Eindrücken vollendet.
Die Bio ist mehr oder weniger chronologisch mit sozusagen Vorblenden geschrieben, anfangs etwas zäh und auch komplex aufgrund zahlreicher auftauchender Figuren aus Familie und Freundeskreis, und man braucht etwas um sich einzulesen, bis man seine trockene und dann doch oftmals witzige Sprache versteht (oder eben die Übersetzung).
Oftmals muss man auch anfangs kurz zurück blättern, weil man z.B. nicht ganz fassen kann, dass es scheinbar in seiner Privatschulzeit Gang und Gebe war, dass die Jüngeren (also er) den Älteren einen runterholen oder ihren Arsch hinhalten mussten (nicht für Lehrer, wie Peel ausdrücklich betont). Erst in den 80er Jahren hat er davon seiner Frau erzählt, die sich, so schreibt er, sehr darüber aufgeregt hat (logisch). Für ihn scheint das damals wohl eben normal gewesen zu sein, so wie er die Vergehen an sich beschreibt.
Abgesehen von diesem bitteren Kapitel ist er nicht nur von “Rock Around The Clock” bis Bumbumbum ein Zeitzeuge der kompletten Popkultur, sondern hat auch so manch anderes Spannendes erlebt, wie z.B. John F. Kennedy beim Wahlkampf die Hand schütteln, dabei mit John F. smallzutalken, der Peel wiederum Foto-Tipps gibt, so damit auch Lyndon B. Johnson drauf ist (Fotos sind im Buch abgebildet, mitunter seine größten Schätze).
Peel hat sieben Jahre in Amerika gelebt und ist am Todestag von Kennedy sofort nach Dallas gefahren, weil er sich, so schreibt er, dem Menschen aufgrund dieses eines Treffens sehr nahe fühlte und hat sich auf der Pressekonferenz eingeschlichen, auf der John Harvey Oswald als Attentäter präsentiert wurde. Es gibt davon wohl einen Filmclip, so schreibt er, worauf Peel und Jack Ruby, der wiederum Oswald erschossen hat, zu sehen ist. Die ganze Szenerie wirkt so ein wenig Forrest Gump-mässig.
Sehr lustig fand ich auch, dass seine Mutter, die ihn nie so richtig mochte und die zwei Brüder vorzug, eine Affäre mit dem englischen Schauspieler Sebastian Shaw hatte. Den kennt keine Sau und doch wieder Millionen, wenn nicht gar Milliarden: In “Die Rückkehr der Jedi-Ritter” spielte er die zwei Minuten Darth Vader ohne Maske, weil der eigentliche Darth Vader Schauspieler David Prowse zu jung war für jene Szene.
Ansonsten Musik: John Peel liebte alles was neu war, spielte mitunter in seinen Sendungen komplette Langspielplatten ab (das ist nicht nur heute fast nirgends möglich, sondern war auch damals schon recht schwer und bei den Radiochefs ziemlich unbeliebt), hat trotzdem immer sein Ding durchgezogen und es mitunter auch ertragen, dass ihm seine Hörer Scheißehaufen und gar Morddrohungen schickten, nur weil Peel irgendwann z.B. Reggae in seine Sendung aufnahm. Er selbst schreibt auch, dass er denkt, dass sein Publikum ihn maximal fünf Jahre lang ertragen konnte.
Fazit: Wenn man sich bisschen für Musik-Geschichte, Radio-Kultur und auch DJing interessiert – Peel ist auch als DJ durchs Land getourt und packt da auch Anekdoten aus – kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Habs auch mit gutem Gewissen Thorsten zum Geburstag geschenkt.
John Peel: Memoiren des einflussreichsten DJs der Welt Rogner & Bernhard, ISBN 978-3-8077-1084-61 Kommentar » -
Sentinel Everlasting Summer Europe Tour 2011
Am 18. Okt 2011, 12:00 Uhr von martin
Passend zum letzten schönen Tag vor der Autobahn ein Sentinel-Tour-Video in Mittagspausenlänge. Auftritte von Heilbronn nach Barcelona, Rumgebrülle, hüpfende Menschen überall. Elmar, was hattest du da am Auge? Entzündung? Schlägerei? Zu hart mit dem Handtuch gewedelt?
Update und ganz neu, Max Herre “1st Liebe” in der Sentinel-Version:
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Happy Weekend Exclusive-Mix by Sentinel
Am 25. Mrz 2011, 15:41 Uhr von martin
(Foto Cap10)
Schnurrbart-Bens Traum geht in Erfüllung. Mein alter Kumpel Elmar hat in letzter Minute nochmals den Plan geändert und den ursprünglich angedachten Mix, der bereits vor kurzer Zeit auf BBC1 lief, zurückgezogen und Sentinel-DJ Meska hat einen exklusiven Kessel.TV Mix mit circa 3000 Tracks zusammengeklebt, darunter “teilweise superneue, unreleaste Sachen drauf, z.B. eben der erste Track “Ronny Trettman feat. Shotta Paul – Rangschier” ist noch nicht released, und auch der neue “Hyper Slam Riddim” von Weedy g, World Premiere! Lief noch nirgends.” Alright Elmar!
Bei dieser, seiner Euphorie merke ich wieder: Der Kerl fehlt mir manchmal und die Zeit als wir das Sub Culture zusammengebastelt haben. Hat mir immer erzählt was man sich für einen Stress geben muss, um seine Dubplates für ein Clash zusammenzubekommen. War ich schon immer beeindruckt, was man da für einen Aufwand betreiben muss. Noch mehr natürlich als Sentinel 2005 den World Clash in New York gewonnen hat.
Spätestens seitdem sind Sentinel im internationalen Reggae- und Dancehall-Geschäft ne absoluter Hausnummer, wie auch mittlerweile jeder Heinz und jede Heinzine weiß, weltweit unterwegs, nächste Woche z.B. zwei Shows auf Bermuda. Im Riddim Magazin wurde Sentinel in der Februarausgabe 2011 von den Lesern zum “Besten nationalen Soundsystem” gewählt und in der Kategorie “Bestes internationales Soundsystem” belegte die Stuttgarter Truppe als einzigster deutscher Sound in der Top 5 den 2. Platz.
Kingston Hot heißt hingegen seit 10 Jahren ihre Base in Stuttgart, morgen Abend wieder im Rocker33, die scheinbar immer mächtiger wird. Ziel war es, so Elmar neulich zu mir, Dancehall in die City zu bringen. Das haben sie wohl geschafft, gibt gerade wieder mehr “Dances” in der Innenstadt. Thorsten hat vor einiger Zeit auch mal die Stimmung auf einer Kingston Hot für den Blog eingefangen.
Auf dem wie gesagt unendlich viele Tracks, mehr Stress kann man sich als DJ kaum geben, für meine bescheidenen Dancehall-Kenntnisse nach sehr offensiv und partylastig und auch irgendwo recht fiepsig elektrisch, aber das ist schon seit Jahren ein Trend. Der Opener “Rangschier” ist wie ebenfalls gesagt von Sentinels Shotta Paul und Ronny Trettman, der “diesen Sommer alles niederreissen wird”. Ich sags ja, Euphorie pur.
Wer noch mehr Sentinel braucht, dem sei die Kingston Hot Radioshow empfohlen, wöchentlich jeden Donnerstag wird eine neue Sendung, Mugge, Infos, Verlosungen, ins Netz gestellt.
Download Soundcloud und iTunes Abo
So, geh jetzt raus. Wünsche ein schönes Wochenende. Und ja, ich sags auch gerne nochmals, geht wählen. Und man könnte zwischendurch auch mal wieder für den VfB beten.
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Happy Weekend Mix by Tipura
Am 17. Dez 2010, 18:54 Uhr von martin
(Verräterische Mimik: So sieht der typische Wutbürger aus!)
Es gibt Leute im Nachtleben, die sind von heute auf morgen einfach präsent. Hat man vorhin nie gesehen, zack, da isser, Igor der Bär. Auf einmal war er da. Ich meine, Igor aka Tipura kommt ursprünglich aus dem Kölner Raum, Stuttgart ist mit oder ohne Mailänder Platz halt immer noch schöner, und konnte hier schnell Fuß fassen.
Igor hat auch ne zeitlang bei Ohseveneleven gearbeitet und als eines Abends wieder alle DJs krank waren, durfte er halt notfalls und aus purer Verzweiflung auch mal ran, hatte dabei einen hellen Moment und seitdem wird er regelmässig gebucht – oder so ähnlich
. Klois Scherzle, gell!Weiterhin ist Igor ein kleiner Internetjunkie und Bloggerboy ohne Bloggerfrisur, kümmert sich um den 0711Blog und schreibt seit kurzem auch für die immer sehr empfehlenswerte Seite Chromemusic der Münchner Yum Yum Posse. Bei den hiesigen Yum Yum Partys war Igor auch immer mit im Boot, mal gucken wo die jetzt nach dem Ende der Schräglage stattfinden.
Sein Mix ist eine kleine Hommage an diese Abend und vermixt rasant von ellem ebbes, viel MashUp-Zeugs, HipHop, Reggae, Dancehall, Soul, alles drin. Heute Abend ist Tipura übrigens im Romy zu hören und backed wieder einen Typen von Yum Yum.
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Niceone Weekend
Mark und Knopfler
P.S.: Außerdem kann man mit Igor immer viel Blödsinn labern.
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Wicked
Am 29. Nov 2010, 09:59 Uhr von Thorsten W.
Der Krupa hat mich am Samstag ins Rocker zu “Kingston Hot” geschleppt, bzw. bin ich natürlich freiwillig mitgegangen. Und ich hatte ziemlich viel Spaß. Es war glaube ich meine erste Party in der Art, also mit Soundystem mit DJ und Shouter, der die Meute anheizt.
Zuerst waren der überaus sympathische Elmar und die nicht minder sympathische Nadia von Sentinel am Start, dann kam der ganz coole Auftritt von Romain Virgo (Video oben), einem Sänger, der auf Jamaika wohl gerade gut abgeht, anschließend haben DJ Meska und Shotta Paul (Video unten) die Bude abgebrannt.
Musikalisch hat sich der Abend zwischen eher traditionellem Reggae und diversen Spielarten von Dancehall bewegt, zu späterer Stunde immer auf die Zwölf, viele Hit-Samples am Start, kaum ein Song länger als eine Minute – da wurde echt ordentlich gefeiert, und Krupa und ich sind auch gut in der Gegend rumgesprungen. Ich fand’s echt super, und am 25.12. bin ich bestimmt wieder im Rocker am Start – bei der nächsten Kingston Hot.
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R.I.P. Paule & Gregory Isaacs
Am 26. Okt 2010, 19:30 Uhr von martin
Fettnäpfchen sind da wo der Maddin ist. Gestern von Leser Thorsten daraufhin gewiesen worden, dass Gregory Isaacs das zeitliche gesegnet hat.
Hmmm, sagte ich alter Reggae-Banause, kenn isch jetzt net so, tut mir echt leid. Aber hab mich schwer bemüht und alle Lieder durchgehört, die mir Thorsten geschickt hat.
Naja, Reggae wird in diesem Leben nicht mehr meins. Night Nurse kenne ich dunkel, bzw. irgendwie anders. Der Kerle ist jedenfalls erst 59 Jahre alt geworden und gestern morgen an Lungenkrebs gestorben, die Reggae-Gemeinde trauert. Wikipedia ist schon upgedatet, finde ich irgendwie auch flink.
Krake und Orakel Paul kenne ich hingegen, remember WM 2010, die schon wieder gefühlt fünf Jahre zurückliegt.
Wir erinnern uns: Anfangs auch hier müde belächelt, hat das Vieh jedes Deutschland-Spiel und auch das Finale richtig vorausgesagt, in dem aus der jeweils passend beflaggten Futterdose gevespert hat. So entwickelte sich schnell ein Kult um das Tier, wie auch dieser Einspieler beweist.
Irgendwie hieß es doch, dass die Spanier Paul für 30.000 Euro kaufen wollen? Starb aber in seinem Oberhausener Sea Life-Aquarium. Kraken haben ne kurze Lebenserwartung von zwei bis drei Jahren und schon die letzten Tage gingen Paule wohl scheinbar deutlich die Kräfte aus, “so dass wir uns noch von Paul verabschieden konnten”, sagt die Sprecherin. Irre.
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Vize-Weltmeister 2010: Sentinel Sound
Am 19. Mai 2010, 17:04 Uhr von martin
“Wir” sind Weltmeister. Dieses Gefühl stellte sich stark überspitzt formuliert in der Sub Culture Redaktion ein, als unser Graphiker Elmar Jäger mit Sentinel Sound in New York den World Clash 2005 gewann, als erstes weisses wie auch europäisches Soundsystem überhaupt. Und mit einer Frau (Nadia) an den Decks. Randgruppenfaktor drei also.
Zwar konnte (und kann) ich mit Dancehall wenig anfangen, aber schon damals habe ich mich gerne stundenlang mit Elmar über die Szene und vor allem der Clash-Kultur unterhalten.
Toiletten-Werbung rules: Vergangenen Freitag sehe ich aufm Transit-Klo einen Flyer, der der nächste Kingston Hot von und mit Sentinel Sound anpreist (22. Mai im Rocker), Unterzeile “Vize-Weltmeister”.
Stimmt, da war doch was. Anfang April, am Osterwochenende, stand in Montago Bay/Jamaika ein World Clash auf dem Programm und Sentinel wurde nur einem anderen Sound übertrumpft. Zeit mal wieder seinen Graphiker anzurufen.
Erkläre uns doch bitte nochmals kurz, was ein Clash überhaupt ist.
Ein Soundclash ist ähnlich wie ein DJ Battle im Hip Hop ein Contest, bei welchem verschiedene Sounds gegeneinander antreten und das Publikum entscheidet durch Abstimmung den “Champion Sound”.
Gespielt werden ausschliesslich sog. Dubplates, das sind eigens für das jeweilige Soundsystem gevoicte Tracks, in denen der eigene Sound gehypt wird und die anderen Sounds verbal nieder gemacht werden.
Wie wichtig sind diese Clashes für den Stellenwert in der Szene?
Nicht unbedingt jedes Soundsystem kann überhaupt clashen, da die meisten gar nicht genug hochwertiges Dubplate-Material haben, um einen Abend bestreiten zu können. Im Gegensatz zum Juggling (d.h. reguläre, im Plattenladen erhältliche Tracks auf einer Party auflegen) ist der Clash die Königsdisziplin.
Auf einen Clash muss man sich in hohem Maße vorbereiten, sich Performances und Speeches erdenken, einstudieren, Wochen zuvor Dubplates mit den Künstler auf Jamaika aufnehmen…
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