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    KTV-re.flect-Kolumne: Das Twitter und ich

    Am 13. Apr 2011, 10:39 Uhr von Thorsten W.

    Seit vergangenen Freitag ist das neue, vollgepackte re.flect draußen, man beachte auch die immer noch brandneue Homepage der Kollegen. Nachdem Martin beim letzten Mal für die Kessel.TV-Kolumne seinen Facebook-Ausstieg und die Folgen dokumentierte, habe ich mich alter Sack für die aktuelle Ausgabe nochmals eingehend mit Twitter beschäftigt. Follow me, wie Aly-Us schon sang.

    Ich hab ja ein etwas gestörtes Verhältnis zu Statusmeldungen. Eine meiner Headlines bei Kessel.TV, auf die ich am meisten stolz bin, ist „Bin gerade kacken, läuft ganz gut…“. Der Artikel ist zwar schon zwei Jahre alt, und es ist unglaublich, was sich seitdem getan hat. Nur meine Meinung hat sich seitdem nicht allzu sehr verändert: Ich bin dem Thema Statusmeldung gegenüber immer noch skeptisch eingestellt. Wobei ich zugeben muss: Ich bin, was Facebook angeht, vom absoluten Statusmeldungs-Verweigerer zum gelegentlichen Poster geworden.

    Aber ich bin da, und man mag mich altmodisch nennen, vorsichtig. Ich denke nicht: Komm, die Sonne scheint, ich bin heute mit dem rechten statt mit dem linken Fuß aufgestanden, ich habe vorher eine Fliege gesehen, die fast einen Salto geflogen wäre, mein Mix wurde bei Soundcloud zum fünften Mal in drei Monaten angehört, das Marmeladenbrot hat heute besser geschmeckt als gestern, das dritte Buch von links im Regal ist umgefallen, das ist doch eine Statusmeldung wert – das interessiert die Welt!

    Ich denke: Ich habe zumindest einen Teil meiner Facebook-“Freunde“ selber angefragt, und da frage ich mich – ganz ehrlich – vor jeder Meldung: Interessiert das jetzt jemanden? Juckt irgendjemand meinen Schiss, den ich jetzt lasse? Oder gehe ich damit vielleicht jemandem auf die Nerven? Ich weiß, albern, weil bei jedem minütlich überflüssige Statusmeldungen aufpoppen, ohne dass die Welt untergeht. Aber ich bin eben altmodisch und höflich, ich will keinem auf den Sack gehen.

    Vielleicht ist es da umso überraschender, oder – bei längerem Nachdenken – sogar die logische Konsequenz, dass ich mich jetzt auch einfach mal dem Thema Twitter angenähert habe. Ich hab ja Twitter lange überhaupt nicht verstanden, weder die Mechanik noch wozu das Ding überhaupt gut sein soll. Und ich glaube, dass Twitter eine jener Plattformen im Internet ist, die man nur versteht, wenn man mitmacht. So wie knuddels.de oder Farmville oder eine Pro-Guttenberg-Fanpage.

    Einen Twitter-Account hab ich schon länger, „zu Recherche-Zwecken“, aber so funktioniert das nicht. Man muss da schon mitmachen, und dann erkennt man schnell, dass Twitter kein Sender-Medium ist, sondern ein Dialog-Medium. Weshalb es ziemlich sinnlos ist, wenn ein Stadtmagazin jede einzelne Veranstaltung, das es online stellt, twittert. Das ist Spam und bringt niemandem was.

    Um es mal kurz für die zusammenzufassen, die bei Twitter noch nicht mitmachen: Die zwei Währungen bei Twitter sind Retweets und @-Erwähnungen. Wobei @-Dialoge meistens bei Facebook oder in einem Chatprogramm besser aufgehoben wären, Retweets aber wiederum tausend Mal mehr wert sind als etwa Facebook-Likes. Weil geliked ist schnell, aber wenn jemand meinen Tweet retweeted, also seinen Followern zeigen will, was ich getwittert habe, dann ist das schon n dickes Ding.

    Nicht, dass das jetzt bei mir so oft vorkäme. Oder dass ich jetzt besonders viele Follower hätte. Wie hat neulich ein Kollege auf die Frage geantwortet, wie viele Follower er hat:

    „Ich hab heute noch nicht nachgeschaut, aber fast zweistellig!“

    Wobei ich schon feststellen musste, was aber auch keine große Überraschung ist, dass die Follower automatisch zunehmen, je mehr man twittert. Ich twittere überwiegend Links zu Artikeln, die das politische Tagesgeschehen angehen, auch Musikthemen, was ich halt so interessant und empfehlenswert finde. Also nix Privates, weil dafür nutze ich Facebook. Da gibt‘s dann auch mal ein Foto von meinem neuen Intimpiercing oder dem letzten Saufgelage mit Ram.

    Ich followe momentan so an die 100 Leuten, manche hab ich auch schon wieder entfollowed. Weil ich hab inzwischen herausgefunden, dass Twitter für mich dazu gut ist, interessante News, Links und Artikel zu finden. Und ab und zu nen lustigen Spruch.Was ich nicht brauchen kann sind langweilige Meldungen aus dem Lebensalltag – mich interessiert nen Scheiß, wie‘s an der Uni, auf dem Klo oder in der U-Bahn läuft. Etwas überraschend erfüllen da vor allem Modebloggerinnen alle Klischées, die man so erwartet.

    Überraschend finde ich auch, dass es tatsächlich mit am spannendsten ist, Promis zu folgen. Zum einen hat es natürlich einen gewissen Reiz, Auswürfe aus erster Hand von bekannten und im Idealfall auch interessanten Menschen zu bekommen. Zum anderen twittern Promis mitunter tatsächlich auch die witzigsten Geschichten. So wie Klaas von MTV Home etwa:

    „wirklich gerade so passiert: “ey bist du nicht der viva-sprecher? vielleicht kennst du mich auch :’teenager außer kontrolle’ 1.Staffel!”

    Ansonsten sind, wenig überraschend, die wirklich häufig eintreffenden Tweets von Dave Chappelle sehr witzig, vor allem die Retweets eines Fake-Oprah Winfrie-Accounts, und auch Charlie Sheen ist wirklich lustig. Auch wenn ich seine Tweets nie verstehe. Der hat übrigens in kürzester Zeit 3.360.360 Follower (Stand 01. April) gesammelt. Und weil ich da auch hin will, wo er ist: Follow me, Soulglow, that‘s where you find me baby!

    Seit vergangenen Freitag ist das neue, vollgepackte re.flect draußen, man beachte auch die immer noch brandneue Homepage der Kollegen. Nachdem Martin beim letzten Mal für die Kessel.TV-Kolumne seinen Facebook-Ausstieg und die Folgen dokumentierte, habe ich mich alter Sack für die aktuelle Ausgabe nochmals eingehend mit Twitter beschäftigt. Follow me, wie Aly-Us schon sang. Ich hab ja ein etwas gestörtes Verhältnis zu Statusmeldungen. Eine meiner Headlines bei Kessel.TV, auf die ich am meisten stolz bin, ist „Bin gerade kacken, läuft ganz gut...“. Der Artikel ist zwar schon zwei Jahre alt, und es ist unglaublich, was sich seitdem getan hat. Nur meine Meinung hat sich seitdem nicht allzu sehr verändert: Ich bin dem Thema Statusmeldung gegenüber immer noch skeptisch eingestellt. Wobei ich zugeben muss: Ich bin, was Facebook angeht, vom absoluten Statusmeldungs-Verweigerer zum gelegentlichen Poster geworden. Aber ich bin da, und man mag mich altmodisch nennen, vorsichtig. Ich denke nicht: Komm, die Sonne scheint, ich bin heute mit dem rechten statt mit dem linken Fuß aufgestanden, ich habe vorher eine Fliege gesehen, die fast einen Salto geflogen wäre, mein Mix wurde bei Soundcloud zum fünften Mal in drei Monaten angehört, das Marmeladenbrot hat heute besser geschmeckt als gestern, das dritte Buch von links im Regal ist umgefallen, das ist doch eine Statusmeldung wert – das interessiert die Welt! Ich denke: Ich habe zumindest einen Teil meiner Facebook-“Freunde“ selber angefragt, und da frage ich mich - ganz ehrlich - vor jeder Meldung: Interessiert das jetzt jemanden? Juckt irgendjemand meinen Schiss, den ich jetzt lasse? Oder gehe ich damit vielleicht jemandem auf die Nerven? Ich weiß, albern, weil bei jedem minütlich überflüssige Statusmeldungen aufpoppen, ohne dass die Welt untergeht. Aber ich bin eben altmodisch und höflich, ich will keinem auf den Sack gehen. Vielleicht ist es da umso überraschender, oder - bei längerem Nachdenken - sogar die logische Konsequenz, dass ich mich jetzt auch einfach mal dem Thema Twitter angenähert habe. Ich hab ja Twitter lange überhaupt nicht verstanden, weder die Mechanik noch wozu das Ding überhaupt gut sein soll. Und ich glaube, dass Twitter eine jener Plattformen im Internet ist, die man nur versteht, wenn man mitmacht. So wie knuddels.de oder Farmville oder eine Pro-Guttenberg-Fanpage. Einen Twitter-Account hab ich schon länger, „zu Recherche-Zwecken“, aber so funktioniert das nicht. Man muss da schon mitmachen, und dann erkennt man schnell, dass Twitter kein Sender-Medium ist, sondern ein Dialog-Medium. Weshalb es ziemlich sinnlos ist, wenn ein Stadtmagazin jede einzelne Veranstaltung, das es online stellt, twittert. Das ist Spam und bringt niemandem was. Um es mal kurz für die zusammenzufassen, die bei Twitter noch nicht mitmachen: Die zwei Währungen bei Twitter sind Retweets und @-Erwähnungen. Wobei @-Dialoge meistens bei Facebook oder in einem Chatprogramm besser aufgehoben wären, Retweets aber wiederum tausend Mal mehr wert sind als etwa Facebook-Likes. Weil geliked ist schnell, aber wenn jemand meinen Tweet retweeted, also seinen Followern zeigen will, was ich getwittert habe, dann ist das schon n dickes Ding. Nicht, dass das jetzt bei mir so oft vorkäme. Oder dass ich jetzt besonders viele Follower hätte. Wie hat neulich ein Kollege auf die Frage geantwortet, wie viele Follower er hat: „Ich hab heute noch nicht nachgeschaut, aber fast zweistellig!“ Wobei ich schon feststellen musste, was aber auch keine große Überraschung ist, dass die Follower automatisch zunehmen, je mehr man twittert. Ich twittere überwiegend Links zu Artikeln, die das politische Tagesgeschehen angehen, auch Musikthemen, was ich halt so interessant und empfehlenswert finde. Also nix Privates, weil dafür nutze ich Facebook. Da gibt‘s dann auch mal ein Foto von meinem neuen Intimpiercing oder dem letzten Saufgelage mit Ram. Ich followe momentan so an die 100 Leuten, manche hab ich auch schon wieder entfollowed. Weil ich hab inzwischen herausgefunden, dass Twitter für mich dazu gut ist, interessante News, Links und Artikel zu finden. Und ab und zu nen lustigen Spruch.Was ich nicht brauchen kann sind langweilige Meldungen aus dem Lebensalltag – mich interessiert nen Scheiß, wie‘s an der Uni, auf dem Klo oder in der U-Bahn läuft. Etwas überraschend erfüllen da vor allem Modebloggerinnen alle Klischées, die man so erwartet. Überraschend finde ich auch, dass es tatsächlich mit am spannendsten ist, Promis zu folgen. Zum einen hat es natürlich einen gewissen Reiz, Auswürfe aus erster Hand von bekannten und im Idealfall auch interessanten Menschen zu bekommen. Zum anderen twittern Promis mitunter tatsächlich auch die witzigsten Geschichten. So wie Klaas von MTV Home etwa: „wirklich gerade so passiert: "ey bist du nicht der viva-sprecher? vielleicht kennst du mich auch :'teenager außer kontrolle' 1.Staffel!" Ansonsten sind, wenig überraschend, die wirklich häufig eintreffenden Tweets von Dave Chappelle sehr witzig, vor allem die Retweets eines Fake-Oprah Winfrie-Accounts, und auch Charlie Sheen ist wirklich lustig. Auch wenn ich seine Tweets nie verstehe. Der hat übrigens in kürzester Zeit 3.360.360 Follower (Stand 01. April) gesammelt. Und weil ich da auch hin will, wo er ist: Follow me, Soulglow, that‘s where you find me baby!

     
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  • 13

    Über frühe und späte Vögel

    Am 7. Apr 2010, 15:05 Uhr von martin

    Das neue re.flect ist draußen und bietet wie immer viel für kein Geld, darunter ein Interview mit Gentleman, massig Mode, viel Nightlife und anderen Kram. Wir haben auch wieder eine Seite beigesteuert, dieses Mal ein altes Thema, dass mich seit Monaten beschäftigt.

    Jetzt ist der Laden komplett. Als letzter Erdenbürger überhaupt ist mein alter Freund Kutmaster „Da-melde-ich-mich-nie-an!“ Krupa bei Facebook eingetreten. Seine unendliche Freundschaft hat er mir somit bewiesen, dass er mich als Erster addete (gibt’s eigentlich das Wort addete?).

    Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als die Anfrage auf meinem Profil aufblinkte. Musste natürlich gleich eine Statusmeldung verfassen von wegen, Leute, hört, hört, seine Majestät höchstpersönlich kehrt nach langer Schlacht gegen Soziale Netzwerke als geschlagener König in unsere, jetzt auch seine, Burg zurück.

    Auf die Frage warum gerade ER, der alte Piratenpartei-Wähler und Überwachungsparanoiker, Mark Zuckerberg seine Daten gab, konnte mir der Krupa nicht so wirklich beantworten.

    Ihm wäre wohl langweilig gewesen, außerdem sei es ja doch ganz witzig, so zwischen Farmville und Mafia Wars, aber wer weiß, vielleicht ist er bald wieder raus aus Blau-Weiß. Außerdem meinte er, er habe das Internet bis dahin komplett durchgelesen.

    Mal ganz abgesehen davon, dass unser Krupa wirklich viel weiss und noch mehr kann und kennt, hat er den letzten Satz leicht augenzwinkernd in den Chat geworfen.

    Der verbirgt aber wiederum mein ganz persönliches, allerliebstes Rumhirn-Thema der letzten Monate: Was muss man alles kennen? Und was nicht? Beziehungsweise die Fragen aller Fragen: Was ist neu, was ist – voll! – alt? Ist es schlimm “Early Adopter” zu sein anstatt “Early Bird” oder andersherum gesehen sogar ein „Late Bird“?

    Ab wann ist man heutzutage bei all der Informationsflut überhaupt ein Late Bird? Und ist dieses Thema selbst jetzt alt oder neu? Im Zweifelsfall, klar, alt, älter, am ältesten, aber ey, scheißegal!

    Read more »

    Das neue re.flect ist draußen und bietet wie immer viel für kein Geld, darunter ein Interview mit Gentleman, massig Mode, viel Nightlife und anderen Kram. Wir haben auch wieder eine Seite beigesteuert, dieses Mal ein altes Thema, dass mich seit Monaten beschäftigt. Jetzt ist der Laden komplett. Als letzter Erdenbürger überhaupt ist mein alter Freund Kutmaster „Da-melde-ich-mich-nie-an!“ Krupa bei Facebook eingetreten. Seine unendliche Freundschaft hat er mir somit bewiesen, dass er mich als Erster addete (gibt’s eigentlich das Wort addete?). Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als die Anfrage auf meinem Profil aufblinkte. Musste natürlich gleich eine Statusmeldung verfassen von wegen, Leute, hört, hört, seine Majestät höchstpersönlich kehrt nach langer Schlacht gegen Soziale Netzwerke als geschlagener König in unsere, jetzt auch seine, Burg zurück. Auf die Frage warum gerade ER, der alte Piratenpartei-Wähler und Überwachungsparanoiker, Mark Zuckerberg seine Daten gab, konnte mir der Krupa nicht so wirklich beantworten. Ihm wäre wohl langweilig gewesen, außerdem sei es ja doch ganz witzig, so zwischen Farmville und Mafia Wars, aber wer weiß, vielleicht ist er bald wieder raus aus Blau-Weiß. Außerdem meinte er, er habe das Internet bis dahin komplett durchgelesen. Mal ganz abgesehen davon, dass unser Krupa wirklich viel weiss und noch mehr kann und kennt, hat er den letzten Satz leicht augenzwinkernd in den Chat geworfen. Der verbirgt aber wiederum mein ganz persönliches, allerliebstes Rumhirn-Thema der letzten Monate: Was muss man alles kennen? Und was nicht? Beziehungsweise die Fragen aller Fragen: Was ist neu, was ist – voll! - alt? Ist es schlimm “Early Adopter” zu sein anstatt “Early Bird” oder andersherum gesehen sogar ein „Late Bird“? Ab wann ist man heutzutage bei all der Informationsflut überhaupt ein Late Bird? Und ist dieses Thema selbst jetzt alt oder neu? Im Zweifelsfall, klar, alt, älter, am ältesten, aber ey, scheißegal! Muss ich alles, jeden Clip, jeden Song, jedes Album sofort gesehen, gehört oder wenigstens wahrgenommen haben? Muss ich also geschätzte 300 Milliarden Youtube Videos kennen, wovon 100 Milliarden wahrscheinlich voll luschdig und total berühmt sind? „Das kennt doch jeder!“ Nein, muss ich nicht. Und überhaupt, wie soll das gehen? Es ist wahrlich – definitiv keine neue Erkenntnis – die Zeit der Reizüberflutung und auch eine gute Zeit für Klugscheißer. Auf kessel.TV posten wir gerne mal ein vermeintlich lustiges oder  interessantes Video, beziehungsweise ein funny Bildle oder sonstige Internet-Kuriositäten (CDU Filiale Musterstadt etc.). Und da kannste die Uhr nach stellen, dass spätestens nach zwei, drei Comments folgende Bemerkung fällt: „Oh Mann, ihr immer mit euren ollen Kamellen.“ Soll ich euch mal was sagen? Ich bekomme heute noch ab und zu den legendären Dodokay Star Wars auf schwäbisch Clip (Stichwort virales Marketing und so) via Megadatenimanhangmassenrundmail geschickt. „Ey Leute, guckt mal, Anhang, was ich gefunden habe, Star Wars wird schwäbisch, hihihi :)!“ Das ist ne olle Kamelle! Und schon wiederum eine falsche Aussage meinerseits: Es kann einfach sein, dass du einen paar Jahre alten Witz, egal wie gut bzw. bekannt er war, einfach nicht kennst und somit z.B. auch bis heute noch nicht den Oettinger englisch schwätza höra hasch. Das kann ohne Probleme an dir vorbei gehen. Bezüglich dieser Diskussion heißt meine Lieblingsrubrik Musik. Als Musikliebhaber lechze ich immer nach neuem Material, informiere mich, durchforste Magazine, Webshops, Plattenläden und natürlich auch Ommi Internet. Von den geschätzten drei Milliarden Musikblogs, wie ich mal geschrieben habe, distanziere mich längst wieder - machen mich wahnsinnig. Zwei, drei reichen, denn du kannst das eh nicht alles aufnehmen, beziehungsweise man kommt null hinterher alles durch zu forsten geschweige denn durchzuhören. Man ist ja schließlich, leider, kein Privatier. Wie dem auch sei, neulich habe ich auf FB folgende Statusmeldung verfasst: „...hört jetzt endlich mal das neue Pantha Du Prince Album und schaut ob er die Begeisterung teilen kann....“ Mit Begeisterung meinte ich das einstimmige, hymnische Feedback der Spezialpresse, dass dem Herrn bezüglich seines neuen Albums entgegenwehte, wohlwissend also, dass Pantha Du Prince, ein von mir seit langem geschätzter melancholischer Elektroniker, seit ein paar Wochen sein neues Album draußen hat. Ich bin aber wiederum bislang einfach nicht dazukommen mein eigenes Urteil zu fällen, deswegen auch die Betonung auf „endlich mal“. Daraufhin meinte mein alter FB-Freund Felix aka Maniac, sympathischer Kerle, gerne mal mit einer noch sympathischeren großen Klappe, derweil in Tel Aviv stationiert, Grüße an dieser Stelle: „Ich habe diverse Interviews gelesen. Du lauschst gerade dem einem Berg entrissenen, schwarzen Nachhall vergangener Ereignisse.“ Ja bummsdiekuh und fickdichdochinsknie Alta! Das Album wurde am 8. Februar veröffentlicht. Und ich bin halt „erst“ Mitte März dazu gekommen reinzuhören. Von einem vergangenen Ereignis kann meiner Meinung nach kaum eine Rede sein. Manchmal wiederum bin auch sehr gerne ein Late Bird: „Sexy Bitch“ von David Guetta, vergewaltigt von Akon, kannte ich aufgrund Radioabstinenz zwei Monate lang überhaupt nicht, bis ich mich, nachdem ich so viel darüber gehört habe, mit diesem unsäglichen Lied für unseren Blog auseinandersetzte. Hätte ich das bloss gelassen, hätte mir einmal kotzen erspart. Und außerdem, als Late Bird kann man immer noch was lernen, bestes Beispiel: Der Redaktionsleiter des re.flects hostet seit einigen Wochen die feini rausgschaffte Kolumne „Yo! KTV Raps“ auf unserem Blog. Ich kenne davon meist so gut wie nichts – aber entdecke jedes Mal viel tolles für mich. I like Filterfunktion und so. Kessel das sind wir, tonnenweise Altbier. Lieber ein später Vogel als gar kein Vogel. Let´s get late.

     
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  • 21

    Yo! KTV Raps by Mischi

    Am 13. Jan 2010, 15:39 Uhr von martin

    HipHop is dead? Teilweise mag das stimmen. Die “Innovationen”, beziehungsweise stilprägenden flashenden Veröffentlichungen von großverdienenden Schwunggebern des vergangenen Jahrzehnts wie Missy, Pharrell oder Timbaland aber auch einem Kanye liegen längst zurück – und waren natürlich auch immer nur eine Seite von HipHop.

    Es ist freilich schwierig, ständig das Rad neu zu erfinden. HipHop ist 35 Jahre jung. Das soll aber nicht heißen, dass es keine guten, neuen HipHop VÖs mehr gibt. Ganz im Gegenteil, man verliert vielleicht heutzutage einfach nur die Übersicht, so geht es zumindest teilweise mir.

    Unser Experte Mischi, hauptberuflich beim re.flect tätig, hat sich schon vor einiger Zeit angeboten, eine regelmässige HipHop Kolumne für unseren Blog zu verfassen. Er wäre gut drin in dem Thema meinte er und deswegen wollen wir damit heute einfach mal loslegen.

    Der Ton soll dabei nicht “bring HipHop back” sein, denn HipHop muss man nicht backbringen, sondern Mischi bündelt ganz nach seinem Geschmack regelmässig die breite Release-Flut und informiert den Leser was er gerade als gut empfindet. Zum Abschluss gibt es noch etwas Bunte-Gossip.

    Viel Spass dabei.

    Dass sich Diplo seit je her für Ghetto-Zeugs jeglicher Machart interessiert, ist ja dank seines Labels Mad Decent oder dem großen, bösen Major Lazer-Projekt hinlänglich bekannt. Baile Funk oder B-More, Dancehall oder Dirty South – wenn´s Gheddo ist und Bass hat, ist Diplo nicht weit.

    Nun hat er sich der Mucke des derzeit einsitzenden Gucci Mane angenommen und unter dem Titel „Free Gucci“ ein amtliches Remix-Album klar gemacht. Oder wie es im Mad Decent-Blog heißt:

    „Diplo rounded up some of our favorite friends to remix tracks from Gucci Mane’s “Cold War” mixtape series.“

    Mit dabei sind neben Diplo himself auch Jungs wie Flying Lotus, Salem oder Benzi. Das Mixtape gibt es für umme auf der Mad Decent-Seite. Tipp: das Formular kann man auch mit jeder Menge Buchstabenquatsch füllen, wir sind hier ja nicht bei google, gell.

    Und noch nen Mixtape for free:

    Hi-Tiggedy-Tek und Talib Kweli a.k.a. Reflection Eternal machen dick Promo für ihre Reunion mit dem vom großartigen Statik Selektah gemixten „The Re:Union“-Mixtape.

    Dieses gibt es ebenfalls gratis auf der Homepage von Kwelis Blacksmith-Label zum Download und besteht aus ein paar älteren Joints der beiden, Booties, Stuff von Hi-Teks „Hi-Teknology“-Reihe und einigen Exclusives wie dem oberfetten „Come Around“ featuring Royce da 5’9 und Termanology, der darauf seine patentierte Big Pun-Kettensäge auspackt. Killer.

    Das kommende, sehnsüchtig erwartete Ghostface, Method Man und Raekwon-Collabo-Album „The Wu Massacre“ wird derzeit mit drei Clips im „Sieben“-Style angeteasert.

    Diese hat der HipHop-Video-Veteran Rik Cordero abgekurbelt. Verdammt, dieses Album MUSS Bombe werden – immerhin hat Backpulverboss Raekwon mit dem Jahreshitlisten-Ruler „Only Built 4 Cuban Linx 2“ ganz schön weit vorgelegt. Hier die besagten Clips:

    9th Wonder und sein Homie Khrysis sollten hingegen jedem Trueschool-Backpacker für ihre saftigen Sample-Meisterwerke für Little Brother, Away Team, Erykah Badu oder Destiny´s Child (huch!) bekannt sein.

    Jetzt haben die beiden keinen Bock mehr gehabt, nur vor Fruity Loops rumzusitzen und sind deshalb selber ans Mic gesteppt. Das Resultat ist „Make It Big“, was 9th Wonder höchstpersönlich an diverse Durchlauferhitzer Computergangster Blogs verschickt hat, welche auch erwartungsgemäß direkt „Nüsse gingen“, oder so. Ach ja: der erste ist 9th, der zweite Khrysis.

    Ansonsten? Das Fashawn-Album „Boy meets World“ ist uneingeschränkt empfehlenswert, inklusive kompletter Album-Produktion von Exile und Features von Evidence, Mistah Fab und Blu.

    Und wenn wir schon bei Blu sind: der hat ein sampletriefendes, superroughes Album für den Brooklyner Underground-MC Sene produziert, das dieser Tage auf dem superben Mini-Imprint Shaman Work (u.a. Emanon, Wale Oyejide, DOOM) erschienen ist.

    Und noch ein bissl ein Gossip? Aber gerne: Justin Timberlake (!) ist bei einem Gig von Trueschooler Brother Ali (!!) bei der JH Snowboarder Magazine Party auf die Bühne gehüpft und hat spontan gebeatboxt (!!!einself!!). Das Beste ist aber, dass Ali JT zuerst gar nicht erkannt hat und ihn, als er auf die Bühne wollte, erstmal runtergekickt hat, hehe.

    Nich´ so doll lief es zuletzt für Usher: Erst ist sein kommendes Album komplett ins Netz geleakt und dann wurde auch noch seine Karre auf einem Parkplatz ausgeräumt. Irgendwo freuen sich jetzt ein paar crackrauchende Lausbuben über Blingbling, Klamotten, Pelze und Elektronikkram im Wert von über einer Million toter Präsidenten. Aber hey: wer lässt auch soviel Zeugs in seinem Karren rumfahren? (Ich lass nicht mal mein uraltes Nokia sichtbar im Auto liegen!).

    Rihanna turtelt ziemlich öffentlich mit Baseball-Beau Matt Kempp herum und Hova und Swizzy haben ein schickes Video für „On To The Next One“ am Start:

    Und noch ein bissle „Bravo HipHop“-News: Am 04. Februar kommt Bushidos Semi-Biopic „8 Mile“ „Zeiten ändern dich“, produziert von Bernd Eichinger, ins Kino. Mit dabei sind neben der rappenden Monobraue auch Hannelore Elsner, Moe Bleibtreu, Mina Tander, Katja Flint, Fler und Uwe Ochsenknecht.

    So, das wär´s erst mal – und nicht vergessen: Rap ist nicht tot, nur ein bisschen durmelig.

    Peace!

    PS: Zum Abschluss nix mit Bummtschak, sondern „Love Like That feat. Aby Wolf“. Der außergewöhnlichste und irgendwie dickste Tune des Albums „Radio Do Canibal“ von Brother Ali´s DJ BK-One, das eigentlich ein straightes Rap-Album mit Features von Scarface, Black Thought, Raekwon, Slug, Murs, Phonte, The grouch und Aceyalone ist. Passt irgendwie zur Jahreszeit.

    HipHop is dead? Teilweise mag das stimmen. Die "Innovationen", beziehungsweise stilprägenden flashenden Veröffentlichungen von großverdienenden Schwunggebern des vergangenen Jahrzehnts wie Missy, Pharrell oder Timbaland aber auch einem Kanye liegen längst zurück - und waren natürlich auch immer nur eine Seite von HipHop. Es ist freilich schwierig, ständig das Rad neu zu erfinden. HipHop ist 35 Jahre jung. Das soll aber nicht heißen, dass es keine guten, neuen HipHop VÖs mehr gibt. Ganz im Gegenteil, man verliert vielleicht heutzutage einfach nur die Übersicht, so geht es zumindest teilweise mir. Unser Experte Mischi, hauptberuflich beim re.flect tätig, hat sich schon vor einiger Zeit angeboten, eine regelmässige HipHop Kolumne für unseren Blog zu verfassen. Er wäre gut drin in dem Thema meinte er und deswegen wollen wir damit heute einfach mal loslegen. Der Ton soll dabei nicht "bring HipHop back" sein, denn HipHop muss man nicht backbringen, sondern Mischi bündelt ganz nach seinem Geschmack regelmässig die breite Release-Flut und informiert den Leser was er gerade als gut empfindet. Zum Abschluss gibt es noch etwas Bunte-Gossip. Viel Spass dabei. Dass sich Diplo seit je her für Ghetto-Zeugs jeglicher Machart interessiert, ist ja dank seines Labels Mad Decent oder dem großen, bösen Major Lazer-Projekt hinlänglich bekannt. Baile Funk oder B-More, Dancehall oder Dirty South – wenn´s Gheddo ist und Bass hat, ist Diplo nicht weit. Nun hat er sich der Mucke des derzeit einsitzenden Gucci Mane angenommen und unter dem Titel „Free Gucci“ ein amtliches Remix-Album klar gemacht. Oder wie es im Mad Decent-Blog heißt: „Diplo rounded up some of our favorite friends to remix tracks from Gucci Mane’s “Cold War” mixtape series.“ Mit dabei sind neben Diplo himself auch Jungs wie Flying Lotus, Salem oder Benzi. Das Mixtape gibt es für umme auf der Mad Decent-Seite. Tipp: das Formular kann man auch mit jeder Menge Buchstabenquatsch füllen, wir sind hier ja nicht bei google, gell. Und noch nen Mixtape for free: Hi-Tiggedy-Tek und Talib Kweli a.k.a. Reflection Eternal machen dick Promo für ihre Reunion mit dem vom großartigen Statik Selektah gemixten „The Re:Union“-Mixtape. Dieses gibt es ebenfalls gratis auf der Homepage von Kwelis Blacksmith-Label zum Download und besteht aus ein paar älteren Joints der beiden, Booties, Stuff von Hi-Teks „Hi-Teknology“-Reihe und einigen Exclusives wie dem oberfetten „Come Around“ featuring Royce da 5'9 und Termanology, der darauf seine patentierte Big Pun-Kettensäge auspackt. Killer. Das kommende, sehnsüchtig erwartete Ghostface, Method Man und Raekwon-Collabo-Album „The Wu Massacre“ wird derzeit mit drei Clips im „Sieben“-Style angeteasert. Diese hat der HipHop-Video-Veteran Rik Cordero abgekurbelt. Verdammt, dieses Album MUSS Bombe werden – immerhin hat Backpulverboss Raekwon mit dem Jahreshitlisten-Ruler „Only Built 4 Cuban Linx 2“ ganz schön weit vorgelegt. Hier die besagten Clips: 9th Wonder und sein Homie Khrysis sollten hingegen jedem Trueschool-Backpacker für ihre saftigen Sample-Meisterwerke für Little Brother, Away Team, Erykah Badu oder Destiny´s Child (huch!) bekannt sein. Jetzt haben die beiden keinen Bock mehr gehabt, nur vor Fruity Loops rumzusitzen und sind deshalb selber ans Mic gesteppt. Das Resultat ist „Make It Big“, was 9th Wonder höchstpersönlich an diverse Durchlauferhitzer Computergangster Blogs verschickt hat, welche auch erwartungsgemäß direkt „Nüsse gingen“, oder so. Ach ja: der erste ist 9th, der zweite Khrysis. Ansonsten? Das Fashawn-Album „Boy meets World“ ist uneingeschränkt empfehlenswert, inklusive kompletter Album-Produktion von Exile und Features von Evidence, Mistah Fab und Blu. Und wenn wir schon bei Blu sind: der hat ein sampletriefendes, superroughes Album für den Brooklyner Underground-MC Sene produziert, das dieser Tage auf dem superben Mini-Imprint Shaman Work (u.a. Emanon, Wale Oyejide, DOOM) erschienen ist. Und noch ein bissl ein Gossip? Aber gerne: Justin Timberlake (!) ist bei einem Gig von Trueschooler Brother Ali (!!) bei der JH Snowboarder Magazine Party auf die Bühne gehüpft und hat spontan gebeatboxt (!!!einself!!). Das Beste ist aber, dass Ali JT zuerst gar nicht erkannt hat und ihn, als er auf die Bühne wollte, erstmal runtergekickt hat, hehe. Nich´ so doll lief es zuletzt für Usher: Erst ist sein kommendes Album komplett ins Netz geleakt und dann wurde auch noch seine Karre auf einem Parkplatz ausgeräumt. Irgendwo freuen sich jetzt ein paar crackrauchende Lausbuben über Blingbling, Klamotten, Pelze und Elektronikkram im Wert von über einer Million toter Präsidenten. Aber hey: wer lässt auch soviel Zeugs in seinem Karren rumfahren? (Ich lass nicht mal mein uraltes Nokia sichtbar im Auto liegen!). Rihanna turtelt ziemlich öffentlich mit Baseball-Beau Matt Kempp herum und Hova und Swizzy haben ein schickes Video für „On To The Next One“ am Start: Und noch ein bissle „Bravo HipHop“-News: Am 04. Februar kommt Bushidos Semi-Biopic „8 Mile“ „Zeiten ändern dich“, produziert von Bernd Eichinger, ins Kino. Mit dabei sind neben der rappenden Monobraue auch Hannelore Elsner, Moe Bleibtreu, Mina Tander, Katja Flint, Fler und Uwe Ochsenknecht. So, das wär´s erst mal – und nicht vergessen: Rap ist nicht tot, nur ein bisschen durmelig. Peace! PS: Zum Abschluss nix mit Bummtschak, sondern „Love Like That feat. Aby Wolf“. Der außergewöhnlichste und irgendwie dickste Tune des Albums „Radio Do Canibal“ von Brother Ali´s DJ BK-One, das eigentlich ein straightes Rap-Album mit Features von Scarface, Black Thought, Raekwon, Slug, Murs, Phonte, The grouch und Aceyalone ist. Passt irgendwie zur Jahreszeit.

     
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  • 2

    New re.flect out now

    Am 3. Aug 2009, 17:34 Uhr von martin

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    Das neue re.flect liegt all over aus und wir sind drin. Genauer gesagt hat der Thorsten ein kleines Best-of-Comments der letzten 12 Monate zusammengefasst.

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    Plus ein Interview mit Jan Delay (neues Album im August), Fotoshooting mit Ballettänzern (wo war ich da?), die drei Damen von Überding, many News, much Infos und wie immer ein motziger Lukas. Kerle, Ikea ist nicht schlimm.

    Wo war eigentlich re.flect beim 7000Töne Cup? Wahrscheinlich im Trainingslager eingeschlafen.

    Das neue re.flect liegt all over aus und wir sind drin. Genauer gesagt hat der Thorsten ein kleines Best-of-Comments der letzten 12 Monate zusammengefasst. Plus ein Interview mit Jan Delay (neues Album im August), Fotoshooting mit Ballettänzern (wo war ich da?), die drei Damen von Überding, many News, much Infos und wie immer ein motziger Lukas. Kerle, Ikea ist nicht schlimm. Wo war eigentlich re.flect beim 7000Töne Cup? Wahrscheinlich im Trainingslager eingeschlafen.

     
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  • 25

    KTV-Classic: Fuck Off Fensterglas

    Am 2. Jun 2009, 15:29 Uhr von martin

    Das neue re.flect ist draußen und wir haben wieder neben Uberding eine Seite bekommen. Den Beitrag wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Ich habe meinen ganzen Mut zusammengenommen.

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    Die Rede ist von Fensterglasbrillen alias überdimensionierte Hornbrille in einem schrecklichen Braun (gerne auch ein Kassengestell mit einem Durchmesser von circa 30 Zentimetern) als total schickes Modeaccessoire.

    Ist freilich nicht der neueste Schrei und in Berlin wahrscheinlich schon längst (mal) wieder durch die Zahnspange ersetzt worden, aber bei uns an diversen, so genannten angesagten Plätzen immer wieder gerne gesehen, hauptsächlich getragen von Modemagazin-Opfern oder natürlich von dem hier:

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    Liebe Hype-Schlangen, nehmt mir das bitte nicht für übel oder gar persönlich, aber das ist ein absolut unsäglicher Trend und definitiv diskriminierend gegenüber wirklichen Brillenträgern, die auf ihre Sehhilfe angewiesen sind!

    Versteht ihr, ich bin SEHBEHINDERT. Und die Betonung liegt eindeutig auf behindert! Ich bin massiv kurzsichtig und zwischenzeitlich hat mein Gebrechen ein wirklich unlustiges wie unfashionmässiges Negativausmaß von sieben Dioptrien angenommen.

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    Das neue re.flect ist draußen und wir haben wieder neben Uberding eine Seite bekommen. Den Beitrag wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Ich habe meinen ganzen Mut zusammengenommen. Die Rede ist von Fensterglasbrillen alias überdimensionierte Hornbrille in einem schrecklichen Braun (gerne auch ein Kassengestell mit einem Durchmesser von circa 30 Zentimetern) als total schickes Modeaccessoire. Ist freilich nicht der neueste Schrei und in Berlin wahrscheinlich schon längst (mal) wieder durch die Zahnspange ersetzt worden, aber bei uns an diversen, so genannten angesagten Plätzen immer wieder gerne gesehen, hauptsächlich getragen von Modemagazin-Opfern oder natürlich von dem hier: Liebe Hype-Schlangen, nehmt mir das bitte nicht für übel oder gar persönlich, aber das ist ein absolut unsäglicher Trend und definitiv diskriminierend gegenüber wirklichen Brillenträgern, die auf ihre Sehhilfe angewiesen sind! Versteht ihr, ich bin SEHBEHINDERT. Und die Betonung liegt eindeutig auf behindert! Ich bin massiv kurzsichtig und zwischenzeitlich hat mein Gebrechen ein wirklich unlustiges wie unfashionmässiges Negativausmaß von sieben Dioptrien angenommen. Das bedeutet auf gut deutsch: Ich kann nichts mehr ohne Brille machen. Und nicht richtig sehen zu können ist wirklich kein gutes Gefühl, glaubt mir. Aber ihr setzt auch die hässlichsten und wahrscheinlich auch noch teuersten Fahrgestelle auf die Kolben! Klar, ihr müsst auch nur den Designer-Rahmen kaufen (gut, kleine Mädchen wiederum werden auf dem Flohmarkt fündig). Bei mir kostet ein Satz Gläser knapp 300 Euro (Kunststoffgläser, Entspiegelung, Verdünnung etc.), dazu brauch ich noch neue Frontscheiben für meine Sonnen- sowie Sportbrille. Das reißt alle zwei Jahre ein tiefes Loch in die Vereinskasse. Und ja, ich muss ein Nasenfahrrad tragen. Beim letzten Versuch, mir Kontaktlinsen einzusetzen, haben mich drei Leute wie einen wild gewordenen Stier vor seinem letzten Auftritt in der Arena festgehalten – ich bekomm die Dinger einfach ums Verrecken nicht auf die Pupillen. Und Lasern steht momentan nicht zur Debatte. Angeblich immer noch zu risikoreich, an die Kosten gar nicht zu denken.  Natürlich muss ich jedem mit zwei Kunstreifen diese Story auf die Nase binden, wie z.B. dem Sam. Der Sam ist ein lieber Kerl, macht irgendetwas mit Film, Musik und Models und sieht ehrlich gesagt verdammt gut aus. Also wenn ich eine Frau wäre... Gut, lassen wir das. Anders gesagt: Der Sam ist Mann, der sich mit Brille einfach nur entstellt als sein von Gott geschaffenes edles Antlitz in ein besseres Licht zu rücken. Eines Tages stand also der Sam vor dem Romy S. und hat ein Modell auf dem Zinken, aus dem man auch eine solide deutsche Wohnzimmerschrankwand der Marke Gelsenkirchener Barock hätte schreinern können. Also mach ich ihn im Vollsuff total schräg an. „Du Sam, sag mal, was ist das da auf deiner Nase? Sam, bitte sag mir nicht, dass das Fensterglas ist.“ Oh doch, es war Fensterglas. Da bin ich dann kurz ausgerastet. Ich lall ihn, nein, ich schrei ihn voll, wie total assi und diskriminierend ich das gegenüber einer nicht zu verachtenden Anzahl an Menschen finde, die tagtäglich damit zu kämpfen haben, sich in der Welt nur mit technischen Hilfsmitteln besser orientieren zu können. „Ganz ehrlich Sam, das ist ein Diss! Ein Diss an uns Brillenträger! Warum trägst du bitte schön eine Brille? Du siehst so gut aus! Das macht dich nicht schöner! Du hast das doch gar nicht nötig! Nur weil’s gerade hip ist?! Bitte, ich möchte dich nie wieder mit Brille sehen!“, hab ich ihn angefaucht. Ich war wirklich außer mir. Neulich hab den Sam mal wieder getroffen, beim vierjährigen Jubiläum vom Waranga. „Guck, keine Brille mehr!“ Brav Sam. Und sag mal ehrlich, ist doch besser so oder? Er musste schmunzeln. Ach ja, der Herausgeber dieses Magazins stand mal eines Tages vor meinem DJ-Pult und machte auch so mir nichts dir nichts einen auf Maulwurf, Brillenmodell Agenturinhaber, dick und schwarz, klar. Ich weiß zwar nicht, wie genau es um seine Sehfähigkeit steht (braucht angeblich einen Sehverstärker, meint die Redaktion), aber das war für mich die gleiche Nummer. Ich hab ihm erstmal via Facebook einen rein gesungen. Seitdem auch wieder nur ohne gesehen. Man muss eben nur schwätza mit de Leut´, gell. In diesem Sinne, lasst uns Brillenträgern die Brillen und macht euch wieder Tattoos, Piercings, Penisverlängerungen, Brandings und weiss der Teufel was. Oder holt euch eben einfach eine Zahnspange.   

     
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    Am 5. Mai 2009, 22:09 Uhr von Thorsten W.

    max

    Die Frage vom guten Kutmaster bei meinem GALA City Guide-Beitrag hat bei mir plötzlich die Glocken läuten lassen: “Campusfest? Wann und wo ist das denn??”

    Hier kommt die Antwort, die vielleicht auf den ersten Blick etwas komisch anmutet:

    Vor einigen Jahren habe ich einen “Plattform”-Text fürs reflect geschrieben, also eine Art Kolumne. Das hab ich damals öfters gemacht, und in der Ausgabe hab ich darüber geschrieben, wie man sich als echter Stuttgarter in der Stadt auskennt. U.a. stand dort folgendes:

    Stuttgart ist keine Großstadt, stimmt. Dafür ist die Orientierung in der Schwabenmetropole umso einfacher: Stadtauswärts geht es es bergauf, stadteinwärts bergab. Weil Stuttgart in einem Talkessel liegt.

    ragt er etwa einen Einheimischen, wo der blutrote Kultclub “Maria” liegt, wird der antworten: am Breuninger-Parkhaus. Das antwortet der Einheimische meistens. Weil viele wichtige Locations am Breuninger-Parkhaus liegen. Stuttgart ist eben klein.

    Doch die Stuttgarter sind gar keine Kleingeister. Sondern ziemlich weltoffen. Und freundlich. Sogar die Stadtbahn-Fahrer: Nirgendwo sonst warten sie so geduldig auf Fahrgäste, die in letzter Sekunde angehetzt kommen. Miefig ist Stuttgart übrigens auch nicht. Eigentlich ist immer ein Fest in der Stadt: Sommerfest, Frühlingsfest, Cannstadter Wasen, Weinfest, Campusfest, Henkersfest, Christopher Street Day …

    So weit so gut. Ein paar Jahre später hab ich dann zufällig den “Max City Guide Stuttgart” unter www.max.de gefunden (damals gab es das Magazin auch noch gedruckt), und das kam mir spanisch vor: Max City Guide.

    Ich glaube man sieht, worauf ich hinaus will – Kollege Thilow kann vielleicht mal das reflect-Archiv durchforsten und meinen alten Text raussuchen. Und jetzt kommt der Witz und der Dreh zur Ausgangsfrage vom Kutmaster – und ich bin kein Verschwörungstheoretiker:

    Auch im Begleittext zum GALA City Guide “Stuttgart Now” findet sich einer der Abschnitte wieder:
    “Eigentlich ist immer ein Fest in der Stadt: Sommerfest, Frühlingsfest, Cannstatter Wasen, Weinfest, Campusfest, Henkersfest, Christopher Street Day…”

    Damit wäre also geklärt, wo das Campusfest herkommt – als meine Originalversion des Textes veröffentlicht wurde gab es das nämlich noch an der Uni, zwischen K1 und K2.

    Ich frag mich jetzt natürlich, wer da von wem abgeschrieben hat und ob einer der Autoren schon mal in Stuttgart war – ich werde vielleicht mal eine Mail an den Verlag schreiben, der den GALA City Guide veröffentlicht hat. Wenn eine Antwort kommt, werde ich sie gern mit den geneigten Lesern hier teilen.

    Die Frage vom guten Kutmaster bei meinem GALA City Guide-Beitrag hat bei mir plötzlich die Glocken läuten lassen: "Campusfest? Wann und wo ist das denn??" Hier kommt die Antwort, die vielleicht auf den ersten Blick etwas komisch anmutet: Vor einigen Jahren habe ich einen "Plattform"-Text fürs reflect geschrieben, also eine Art Kolumne. Das hab ich damals öfters gemacht, und in der Ausgabe hab ich darüber geschrieben, wie man sich als echter Stuttgarter in der Stadt auskennt. U.a. stand dort folgendes: Stuttgart ist keine Großstadt, stimmt. Dafür ist die Orientierung in der Schwabenmetropole umso einfacher: Stadtauswärts geht es es bergauf, stadteinwärts bergab. Weil Stuttgart in einem Talkessel liegt. ragt er etwa einen Einheimischen, wo der blutrote Kultclub "Maria" liegt, wird der antworten: am Breuninger-Parkhaus. Das antwortet der Einheimische meistens. Weil viele wichtige Locations am Breuninger-Parkhaus liegen. Stuttgart ist eben klein. Doch die Stuttgarter sind gar keine Kleingeister. Sondern ziemlich weltoffen. Und freundlich. Sogar die Stadtbahn-Fahrer: Nirgendwo sonst warten sie so geduldig auf Fahrgäste, die in letzter Sekunde angehetzt kommen. Miefig ist Stuttgart übrigens auch nicht. Eigentlich ist immer ein Fest in der Stadt: Sommerfest, Frühlingsfest, Cannstadter Wasen, Weinfest, Campusfest, Henkersfest, Christopher Street Day ... So weit so gut. Ein paar Jahre später hab ich dann zufällig den "Max City Guide Stuttgart" unter www.max.de gefunden (damals gab es das Magazin auch noch gedruckt), und das kam mir spanisch vor: Max City Guide. Ich glaube man sieht, worauf ich hinaus will - Kollege Thilow kann vielleicht mal das reflect-Archiv durchforsten und meinen alten Text raussuchen. Und jetzt kommt der Witz und der Dreh zur Ausgangsfrage vom Kutmaster - und ich bin kein Verschwörungstheoretiker: Auch im Begleittext zum GALA City Guide "Stuttgart Now" findet sich einer der Abschnitte wieder: "Eigentlich ist immer ein Fest in der Stadt: Sommerfest, Frühlingsfest, Cannstatter Wasen, Weinfest, Campusfest, Henkersfest, Christopher Street Day…" Damit wäre also geklärt, wo das Campusfest herkommt - als meine Originalversion des Textes veröffentlicht wurde gab es das nämlich noch an der Uni, zwischen K1 und K2. Ich frag mich jetzt natürlich, wer da von wem abgeschrieben hat und ob einer der Autoren schon mal in Stuttgart war - ich werde vielleicht mal eine Mail an den Verlag schreiben, der den GALA City Guide veröffentlicht hat. Wenn eine Antwort kommt, werde ich sie gern mit den geneigten Lesern hier teilen.

     
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    52 Albums/04: V.A. – Mellow Mellow Pt. 1 by Mischa

    Am 6. Apr 2009, 08:18 Uhr von martin

    mellowmellow_cover

    mellowmellow_rueck

    (Stolzer Preis)

    52 Albums, vierter Teil. Diese Woche erzählt uns Mischa (*) seine Liebe zu dem Soul-Sampler “Mellow Mellow”, den er für stolze 44,50 Mack ergattert hat.

    „Mellow, Mellow“ wird mich immer an meine fantastische Zivizeit im Krankenhaus Bietigheim erinnern. Dazu gehörte – neben Partys, ätzenden Frühschichten, lustigen medizinischen Phänomenen wie Uterus Prolaps und natürlich der ersten Begegnung mit meiner heutigen Frau – das Chillen bei meinem Homie Jörg im dritten Stock vom Wohnheim.

    Der Kerle hatte eine Wahnsinns-Plattensammlung und zwei Turntables rumstehen und immer frische Musik am Stizzy, weil er nebenher noch im Interpool in Ludwigsburg jobbte und vom Joe feine Musik empfohlen bekam.

    Und jedes Mal, wenn ich vom Zivistock (1. Stockwerk) rauf in den dritten stiefelte, war diggin´ in the crates angesagte, das gegenseitige Vorspielen neuer Fundstücke vom Flohmark / Pauls Musique / Soundshop und „Studium“ der Essenz von HipHop, Big Beats, Disco, Soul und alten Rare Grooves.

    Diese Compilation ist quasi das Centerpiece gewesen: Alles drauf, was “mellow mellow” ist. Und Sampleraten war eines unserer Lieblingsspiele, konnte man damals ja nicht alles einfach googeln. Lowrells Übertrack war der Compilation-Titelgeber („Ey, mach mal „Lately“ von Massive Attack rein!“), dann zweimal Roy Ayers, “Ike´s Mood” von Isaac Hayes, Silvia Striplin (“das kenn ich doch von Biggie..”), Curtis Mayfield´s “Trippin´Out” (“Geil Alda, das hat doch Camp Lo gecovert, oder? Such mal die “Uptown Saturday Night” raus…”) und und und.

    Ach ja, und Kool & The Gangs “Summer Madness” in der unglaublichen 8-Minuten-Liveversion ist ein zeitloses Masterpiece und mein Alltime Favourite.

    (*) Mischa alias Michael Thilow, verheiratet und stolzer Papa, ist Chefredakteur und Artdirector beim re.flect Magazin. Er hat im Jahr 2001 meinen Job übernommen. Zuvor hab ich ihm noch ausgetrieben, Emails mit “Donge” zu unterschreiben. Seitdem hat er sich gut gemacht.

    (Stolzer Preis) 52 Albums, vierter Teil. Diese Woche erzählt uns Mischa (*) seine Liebe zu dem Soul-Sampler "Mellow Mellow", den er für stolze 44,50 Mack ergattert hat. „Mellow, Mellow“ wird mich immer an meine fantastische Zivizeit im Krankenhaus Bietigheim erinnern. Dazu gehörte – neben Partys, ätzenden Frühschichten, lustigen medizinischen Phänomenen wie Uterus Prolaps und natürlich der ersten Begegnung mit meiner heutigen Frau – das Chillen bei meinem Homie Jörg im dritten Stock vom Wohnheim. Der Kerle hatte eine Wahnsinns-Plattensammlung und zwei Turntables rumstehen und immer frische Musik am Stizzy, weil er nebenher noch im Interpool in Ludwigsburg jobbte und vom Joe feine Musik empfohlen bekam. Und jedes Mal, wenn ich vom Zivistock (1. Stockwerk) rauf in den dritten stiefelte, war diggin´ in the crates angesagte, das gegenseitige Vorspielen neuer Fundstücke vom Flohmark / Pauls Musique / Soundshop und „Studium“ der Essenz von HipHop, Big Beats, Disco, Soul und alten Rare Grooves. Diese Compilation ist quasi das Centerpiece gewesen: Alles drauf, was “mellow mellow” ist. Und Sampleraten war eines unserer Lieblingsspiele, konnte man damals ja nicht alles einfach googeln. Lowrells Übertrack war der Compilation-Titelgeber („Ey, mach mal „Lately“ von Massive Attack rein!“), dann zweimal Roy Ayers, “Ike´s Mood” von Isaac Hayes, Silvia Striplin (“das kenn ich doch von Biggie..”), Curtis Mayfield´s “Trippin´Out” (“Geil Alda, das hat doch Camp Lo gecovert, oder? Such mal die “Uptown Saturday Night” raus...”) und und und. Ach ja, und Kool & The Gangs “Summer Madness” in der unglaublichen 8-Minuten-Liveversion ist ein zeitloses Masterpiece und mein Alltime Favourite. (*) Mischa alias Michael Thilow, verheiratet und stolzer Papa, ist Chefredakteur und Artdirector beim re.flect Magazin. Er hat im Jahr 2001 meinen Job übernommen. Zuvor hab ich ihm noch ausgetrieben, Emails mit "Donge" zu unterschreiben. Seitdem hat er sich gut gemacht.

     
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