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    Gebührenfibel

    Was kostet die Welt und was kostet vor allem Stuttgart? Achtung, furztrockener Feierabendcontent, denn die neue Gebührenbibel, äh, Fibel ist da. Wusste bis heute Mittag nicht, dass es so etwas überhaupt gibt, aber eigentlich logisch muss irgendwo muss es ja geben, wie ein Telefonbuch, damit sich der Bürger allumfassend informieren kann, was wie wo was kostet.

    In dem 160 Seiten starken Heftchen steht wirklich jede Position und jede Öffnungszeit aller städtischen Ämter und Eigenbetriebe drin. Liegt kostenlos in allen Rathäusern aus oder kann als PDF runtergeladen werden. 

    Die Infothek ist gar net schlecht, vielleicht braucht jemand einen Pass (28,80 für alle über 24 Jahre), eine KFZ-Zulassung oder wollte das Planetarium (500 Euro für bis zu 4 Stunden der Kuppelsaal, jede weitere Stunde 150 Euro) oder das Feuerwehrhaus anmieten. Oder ihr seid heute früh mit der Wahnsinns-Idee aufgestanden, ins Erotik-Gewerbe einzusteigen, so kostet das “Halten eines Gerätes zur Vorführung von Sex- und Pornofilmen/Videos” 117 Euro im Monat. Oder ins Wettgeschäft, erst neulich bisschen Thema hier:

    Da kommt was rein und viel Spass beim Stöbern.

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    Bahnhofspfennig

    Schöne Idee, natürlich Fake – gab’s das nicht schon mal letztes oder vorletztes Jahr zum 1. April? Die Tage hatten wohl nicht wenige Stuttgarter diesen Brief im Briefkasten, in dem unser noch-OB Schuster vermeintlich für die Kosten des neuen Bahnhöfles um eine Spende der Bürger unter dem Namen Bahnhofspfennig bittet, alles in allem etwas im Duktus und Stil seines berühmten 130.000-Euro-Briefes vor der Volksabstimmung

    Wer hinter der Aktion steht ist wohl noch nicht bekannt, hier oder nach dem Sprung gibt es die offizielle Stellungnahme der Stadt.

    Wer trotzdem spenden möchte – nur zu:

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    Lebensmittelpunkt Stuttgart

    Lohrer Schloss mit Rathaus

    (Lohrer Schloss mit Lohrer Rathaus links – wer nicht dafür ist, ist dagegen.) 

    Seit einiger Zeit pflege ich eine Dependance im fränkischen Lohr. Genauer gesagt eine Einliegerwohnung, denn ich bin unters Berufspendler-Volk gegangen. Freunde von mir machen das auch: Pendeln von Stuttgart nach München oder Zürich. Ich rede mir ein, dass das eigentlich das Gleiche ist. Bis ich soweit war, dass ich das geglaubt und mich mental und organisatorisch mit meinem Aufenthalt in der mainfränkischen Provinz angefreundet habe, sind sechs Wochen vergangen. Eigentlich schnell, wie ich finde. Das Lohrer Völkchen und die (kein Scherz) guten Sportmöglichkeiten haben geholfen.

    Völlig gefasst bin ich vor vier Wochen also auf’s Lohrer Rathaus marschiert um den finalen Schritt zu tätigen und meinen Zweitwohnsitz in Lohr anzumelden. Meine Steuerberaterin war auch schon voller Freude: “Jetzt können wir loslegen: doppelte Haushaltsführung, Pendlerpauschalen…” – die Gute ist von den neuen Möglichkeiten so entzückt, wie Tobsen von seinen Stickern auf nackten Brüsten.

    Leider ist das in Lohr dann alles nicht so einfach. Zweitwohnsitze sind hier nämlich in etwa so beliebt wie ein Kunde beim Breuninger um Fünf vor Acht. Meine zuständige Sachbearbeiterin – nennen wir sie Frau Kurz – rümpft über mein Ansinnen erstmal die Nase und dreht meinen Perso verächtlich hin und her: “So, Sie haben ihren Hauptwohnsitz also in Stuttgart”, stellt sie mit investigativer Spitzfindigkeit fest. “Dann haben sie hier also nur eine befristete Stelle?” – Ich: “Nö.” “Dann ist es eine Teilzeitstelle?” – Ich: “Nö”. “Sind sie in Stuttgart verheiratet?” – Ich: “Nö.”

    Dreimal nö, das war dreimal ein Fehler. Völlig unbedarf bin ich ihr total in die Falle gegangen. Diabolisches Grinsen bei Frau Kurz und selbstsicheres Wedeln mit meinem Perso: “Wenn Sie fünf Tage die Woche in Lohr arbeiten, dann sind sie die meiste Zeit hier und dann ist das ihr Hauptwohnsitz. Alles andere ist strafbar, haben Sie das nicht mitbekommen bei dem Becker?”

    Ich glaube es hackt! Das nenne ich mal harte Bandagen um gegen Zweitwohnsitze vorzugehen: Die geben ihren Sachbearbeiterinnen Kopfpauschalen für jeden neuen Lohrer. Anders kann es nicht sein. Stuttgart ist doch nicht Monaco und ich nich’ Bobbele.

    Entrüstet nehme ich Frau Kurz erstmal meinen Perso wieder ab und erkläre ihr, dass mein Lebensmittelpunkt Stuttgart sei. Das lässt sie völlig kalt – sie kennt die Stadt aller Städte nicht und überhaupt hat sie eine Kopfpauschale. Mit wirrem Blick und erhobenem Zeigefinger erinnert sie mich an meine Meldepflicht. “Das müsste uns ihre Personalabteilung schon bestätigen oder ein Ehemann, dass Sie wirklich nicht ständig in Lohr sind.”

    Oma’s Rache. Die hat mir immer gesagt, mein liederlicher Lebenssstil rächt sich mal. Hab natürlich keinen passenden Ehemann, der das bestätigt. Und die Personalabteilung hat bei meinem späteren Anruf auch nur müde den Kopf geschüttelt: “Wir führen doch nicht Buch, wo Sie sich gerade rumtreiben.”  Hallo! Ich habe Reisetätigkeit!

    Das zukünftige Nummernschild mit  drei (!) Buchstaben vor der TÜV-Plakette vor Augen – wenn alles schief geht bin ich “MSP” – habe ich eine panische Facebook-Nachricht an meine Steuerberaterin geschickt. Aber die hat sich auch nur totgelacht: “Wo bist denn Du gelandet? Bekämpfen die die Urbanisierung schon mit Kopfpauschalen?”

    Sehr witzig, auf die Idee bin ich selbst schon gekommen. Auf den Schreck musste ich erst einmal wieder einige Wochen ins Land ziehen lassen. Meine Steuerberaterin, die auf die Sache mit dem Zweitwohnsitz, wie gesagt, auch ziemlich scharf ist, hat mich dann letztendlich genötigt aktiv zu werden. Es steht ja nicht nur das Nummernschild auf dem Spiel.

    Bewaffnet mit  den Mietverträgen meiner Lohrer Keller-Bleibe (“Einliegerzimmer”, steht da wirklich) und meiner frech teueren Stuttgarter Wohnung, Teilen meines Arbeitsvertrags und sehr wichtig klingenden Aussagen meiner Steuerberaterin (extra von FB auf sau gut aussehendem Briefpapier kopiert) habe ich mich so bereit für die nächste Schlacht erneut auf den Weg ins Lohrer Rathaus gemacht. Frau Kurz hatte wohl frei, ich kam zu ihrem ziemlich jungen Kollegen und fordete erneut einen Zweitwohnsitz .

    Meine gesammelte Indizienmappe vor Augen meinte der Beamte aber nur beleidigt: “Schon okay. ‘Mein Lebensmittelpunkt ist in Stuttgart’ hätte mir auch gereicht. Sie wollen wohl absolut nicht nach Lohr ziehen.”

    Da war ich perplex und wurde noch bisschen frech: “Sie halten wohl nix von der Kopfpauschale? Oder kennen Sie Stuttgart?” Hat er nicht geblickt. Stempel auf meine Unterlage und Frau Kurz hab ich nie wieder gesehen. Happy Lebensmittelpunkt Stuttgart!

     
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    Piratensuche

    Während sich die SPD immer noch nicht auf einen OB-Kandidaten festgelegt hat – man will eine Frau ins Rennen schicken, mehr weiß man nicht – hat die Piratenpartei wie die Initiative Meisterbürger eine eigene Kandidatensuche gestartet.

    “Teilnehmen können alle Bürgerinnen und Bürger, die die formalen Kriterien zur Wahlzulassung erfüllen. Ob Parteimitglied, oder nicht, spielt für uns keine Rolle. Gesucht wird der beste Mensch für den Job”, heißt es auf der eingerichteten Homepage. 

    Bis zum 15. April kann man sich noch online bewerbenBis zur Mitgliederversammlung am 22. April müssen dann die Bewerber einem straffen wie “offenen und transparenten Auswahlprozess stellen”. Der gewählte Kandidat sollte sich dann auch “im Rahmen seiner Möglichkeiten an den finanziellen Kosten der Kampagne beteiligen”.

    Zur Bewerbungsseite 

    Erinnert ein wenig wie gesagt an die Aktion der Meisterbürger und ich denk mir, da hätte man vielleicht Kräfte bündeln können. Bei den Meisterbürgern wiederum werden keine Kandidatenvorschläge mehr angenommen. Auszug der Liste:

    Es folgen weiterhin Namen wie Susi Eisenmann, Stefan Kaufmann, Eric Gauthier, Veronika Kienzle, Boris Palmer, Thorsten Puttenat, Hannes Rockenbauch, Erwin Staudt, Werner Wölfe oder die bereits fixen Kandidaten der CDU und Grünen Sebastian Turner und Fritz Kuhn, ebenso wurde der amtierende Bürgermeister Schuster vorgeschlagen. Alle nach dem Gesetz wählbaren vorgeschlagenen Kandidaten werden in Kürze auf OffeneKommune.de zur Abstimmung und Diskussion gestellt.

    Zur Liste 

     
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    OB Kandidatencheck

    Die StZ hat Grünen-OB-Kandidat Fritz Kuhn etwas unter die Lupe genommen. Beim Kandidatencheck steht er auf dem Schlossplatz und spricht er über Stuttgart allgemein, über S21, den Kandidaten Turner und warum er ein toller Bürgermeister wäre.

    Schon vor gut zwei Wochen war Herr Turner im Check. Steht oben den Kickers. Freut sich der Geiger bestimmt.

     
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    “Wir sind schon da – wann kommen Sie?”

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    Falls ihr einen Job braucht und nicht beim Angermaier auf 400 Euro Basis arbeiten wollt  - die Stadt sucht Personal, gesteht aber auch gleich ein, dass sie “in harter Konkurrenz zur regionalen freien Wirtschaft” steht, “die im Gegensatz zum öffentlichen Dienst zumindest finanziell oft größere Spielräume bei der Vertragsgestaltung hat.”

    Um das Ganze bisschen schmackhafter zu machen hat man eine neue Werbekampagne ausbaldowert unter dem nicht ganz so schlagkräftig Slogan “Wir sind schon da – wann kommen Sie?”. Dazu hat man 50 freiwillige Mitarbeiter aus der Verwaltung gecastet. Alles weitere nach dem Sprung.

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    Kuhn vs. Turner

    (Bilder Homepages Fritz Kuhn & Scholz & Friends) 

    Sind zwar noch gut sieben Monate bis zur OB Wahl am 7. Oktober 2012, aber ein Duell steht zunächst fest: Fritz Kuhn für die Grünen und der parteilose Sebastian Turner für die CDU. Kuhn wurde die Tage auch offiziell zum Kandidaten gekürt.

    Turner, der ehemalige Kapitän der Werbeagentur Scholz & Friends (und nicht der Gründer), hat sich heute mittag bei der CDU Mitgliederversammlung gegen Andreas Renner, der in den letzten Tagen wegen eines falschen Titels stark in der Presse rotierte, durchgesetzt - mit 462 zu 231 Stimmen, berichtet die StZ. Ingesamt hat der Stuttgarter Kreisverband laut StZ 3250 Mitglieder. Weisch ja, Wetter und Waranga schlägt Waldau. Kaufi freut sich trotzdem bestimmt ein Loch in Po über seinen nun bestätigten Coup.

    Das ist die aktuelle Lage bislang. Kann sich wie gesagt noch einiges tun. Von der SPD hört man gar nichts bislang, soll sich aber wohl bald ändern. Was sich hinter den Kulissen der Meisterbuerger.org Plattform tut weiß ich nicht und neulich hieß es, die S21 Gegnerschaft will ebenfalls einen eigenen Kandidaten lancieren. Aktuelle Umfragen sehen Kuhn leicht vorne, hab ich gelesen. Aber wie gesagt: Ist noch gut sieben Monate hin.

     
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