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Elchtest: Ausflug zum SWR
Am 2. Feb 2012, 12:15 Uhr von martin
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Der neue TodessternDas neue Medientraumschiff für die Region. Außen geht so, innen ohho.)Grandioser Schock letzten Freitag. Die vom SWR laden uns, also UNS Bachel, zu einer Pressekonferenz ein. Genauer gesagt zur Jahres-Pressekonferenz 2012. Natürlich haben sie noch jede Menge andere Hörschte eingeladen, wir sind trotzdem vor lauter Stolz nicht nur fast sondern geplatzt.
Die Konfi, wie wir Fans sagen, steigt in ihrem neuen Reihenhäusle (ohne Garten) in der Neckarstraße, schreiben sie, der wahrscheinlich schönste Neubau des Universums seit der Bib oder dem Jugendhaus im Cannstatt, das wollen sie uns gerne neben der programmatischen Marschroute für das Weltuntergangsjahr zeigen.
Prinzipiell gehe ich nie auf Pressekonferenzen, weil ausser verlorene Zeit letztendlich nix Essentielles bei rauskommt was man nicht schon auch auf einer Presseinfo nachlesen kann. Keine Ahnung wann ich überhaupt zuletzt auf einer war, denke so vor acht Jahren für Sub Culture. Falsch, ich war zwischendurch auf Presseterminen für die StZ, so im Haus des Waldes mit irgendwelchen Staatssekretären und anderen seltsamen Politikern, die dringend Fotos mit Kindern machen mussten.
Für KTV war es jedenfalls eine kleine PK-Premiere. Gab handfeste Gründe für das Debüt, denn der kleine, dynamische und flexible Familienbetrieb lockte mit einem wahnsinnigen Line Up:
- Peter Boudgoust, Cheffe aka Intendant
- Jan-Josef Liefers, nicht als Boerne sondern als Baron von Münchhausen
- Kopper vom Tatort Ludwigshafen alias Andreas Hoppe
- Enie van da Meiklokjes
Man sieht: Das ist besser das SEMF- und HipHopOpen-Programm zusammen, das ist ein Happening, ein grandioses Event, eine Gala und die Raumschiff Enterprise unter den Pressekonferenzen. Da geht man hin, das lässt man sich nicht entgehen. Wäre die Party öffentlich gewesen, wären Minimum 12.298 Leute gekommen. Gibt ja Stullen und Butterbrezeln. Und Kaffee.
War also bisschen aufgeregt, ganz früh aufgestanden und rechtzeitig schlau gemacht welche Bahn ich nehmen muss. Die Hinfahrt von S-Mitte nach Haltstelle Metzstraße verlief problemlos in genau acht Minuten, die U-Bahn kam trotz dieser “Russenkälte” (Ist das wirklich eine BILD-Kreation?) absolut pünktlich.
Das Gebäude wiederum ist so neu, dass von außen noch nicht mal die vollautomatische Halbkreistüre aufging sondern von innen ein Mitarbeiter unter den Bewegungsmelder durchlaufen musste, damit sie sich öffnete. Wenn sie sich da bitte anmelden würden, gerne, hallo zusammen, ich bins, der Bachelor.
Nahm gleich meine Lieblingsrolle an, die Falschgeldrolle, und bin wie Falschgeld im Foyer rumgeistert, Frau Wasserbäch förmlich begrüsst (manchmal ist sie doch sehr förmlich) und kurz das Büffet begutachtet.
Zwar das Kleine-Belegte-Brötchen-Einmaleins, aber bisschen rar für das Mega-Happening dachte ich, war aber wiederum egal, weil ich eh gefrühstückt hatte. Profi. Später kam die Theorie auf, wenn das Bankett feudaler ausgefallen wäre, hätte wieder jeder gemotzt, jaja, unsere Gebührengelder stecken in sexy Fingerfood.
Nee, die wurden schon in das Reihenhaus investiert. Ein groß gewachsener Herr bat uns doch bitte in einem der neuen Studios Platz zu nehmen. Da saß schon LIFT-Kollegin Nina und die Stars waren auch schon da. Fast.
Bekamen wohl letzte Instruktion von Wieland Backes, Sposs, Clemens Bratzler, der das ganze moderieren sollte. Guter Typ übrigens wie ich finde, macht einen nice Job. Aber wo ist Herr Liefers? Dafür trägt der Kopper geile Stiefel, Modell Hundeschlittenrennen in Alaska. Kann man die Tage durchaus aus dem Schrank holen.
Vor mir platzierte sich übrigens Frau Tina Gaedt von der BILD.
Das ist die in der Mitte, Frau von Michael Gaedt. Während er mittellustig ist, hat sie ein mittleres Gedächtnis. Als sie an mir mit ihrem etwas fragwürdigen, gescheckten violetten Pelz vorbeirennt, sag ich: “Ah die Frau Gaedt kennt mich auch nicht mehr!” (Wir haben uns nämlich mal kennengelernt.) “Huch, hallo und sorry, ich hab wieder mal nur Augen für die wichtigen Leute und hab die ganze Zeit auf Herrn Boudgoust geschaut”, entschuldigt sie sich. Ich sag ja: Bachel.
Ne zeitlang hat sie bei mir ab und zu angerufen, wenn was ganz schlimmes passiert ist. “Martin, da gibt es einen Toten, weißt du was? Komm sag schon, du weißt doch was!” Der Kontakt ist recht schnell, öhm, eingefroren, weil ich mit Toten und Crime nicht so recht dienen konnte. BILD-Mitarbeiter des Monats bin ich jedenfalls nicht geworden.
Kurz bevor es losging wollte ich doch WLAN haben, vielleicht bisschen Quatsch twittern, guckte fragend durch den Raum und Herr Boudgoust persönlich erkundigte sich freundlich, ob er mir helfen könnte. Wo isn die Dame mit dem WLAN, Herr Intendant? Kam sie, hat trotzdem nicht funktioniert. Nokia for the f.u.c.k.. Manchmal.
Dann ging es los, kurze Begrüssung von Bratzler, das ist eines unserer neuesten Studios, topmodern, der Oberknaller, machen aber trotzdem erst mal nur Sport im Dritten hier drin. Herr Boudgoust erklärte selbst weiter, dass sie total glücklich sind über das “Multimediahaus” mit 460 KM verlegten Elektroleitungen, hier sollen TV, Radio und Internet dank kurzer Wege zusammenwachsen, es wäre ein “Versprechen an den Nutzer bestes Programm zu bieten”. Oder so. Auf jeden Fall ist das wohl scheinbar eines der modernsten Sendestudiokomplexe in Europa überhaupt.
Die brandneue Beleuchtungsdecke wäre hammerhammerhart…
…spart wiederum Zeit und die niegelnagelneue LED-Wand im Hintergrund total viel Watt. Kurze Reise in die 70er:
Die Option Lagerfeuer gab es auch, nicht fotografiert, manche haben “aaaaawww” gerufen. Fands nur komisch, dass man den Superman-Raum nur für Sport im Dritten verwendet.
Die Nachrichten kommen zukünftig aus dem Grünen Raum, kurze Schalte rüber zum schwäbischen Anchorman…
…der meint, der Raum wäre komplett grün und sonst wäre nur er und der Tisch darin echt. Boudgoust meint, sie wissen noch nicht wann sie daraus senden können, wäre “keine triviale Umgebung”, aber man macht jeden Tag Fortschritte. Vielleicht im April. Ganz witzig blendete man als Nachrichtenbeispiel ein 4:1 des VfB gegen die Bayern im Pokal ein. Da haben wir gelacht. Eigentlich muss man ja weinen.
Dann ging es bisschen um die junge Leud´, gibt ein paar neue Shows, alles mit Trailern untermalt, unter anderem Lautstark auf einsplus (Moderatorin zur Band: “Ihr habt ja nun mal richtig gute Körper.” ), eine Friseur-Doku-Serie, ein Reportageformat namens “Mission Mittendrin”, der Heini muss sich auf diverse Abenteuer einlassen (“Reite eine Welle und werde Teil der Funsportszene”) und so weiter und so fort.
Bratzler insistierte bei Boudgoust, ja macht man denn nun genügend für die Junge, von außen hört man immer, eigetnlich nicht so, Boudgoust meint, ja doch, total viel, voll super und “wir schaffen das auch ohne abgehalfterte C und D Stars die Jungen anzusprechen”. Und unter dem Strich werden da mehrere Milliönchen investiert, meinte später.
Und was noch so? Jede Menge. Neben total vielen neuen regionalen Serien ist man tatsächlich dabei den ersten schwäbischen Kinofilm zu lancieren (“Die Kirche bleibt im Dorf”), ob man das braucht ist die andere Frage, zeigt aufwendige Dokus über Adenauer, Rommel und Caterina Valente (super Kette), bringt “Ulysses” von Joyce als 20-stündiges (!) Radioereignis (Sprecher u.a die Harfouch und der Freddie Schenk) und natürlich der Baron von Münchhausen an Weihnachten 2012. Schalte zu Liefers zum Drehort Lubu. Da war endgültig klar, der kommt nimmer.
Labert übrigens in Echt fast in demselben Tonfall wie Professor Boerne. Vielleicht hat er das nur absichtlich gemacht, weil die Fans da waren. Über seine Rolle als Münchhausen hat er sich total gefreut und voll gut vorbereitet, erzählt er.
Der Kopper stellte noch seine neue Ernährungssendung vor…
…Motto “regional und saisonal”, wirklich auch ein ganz guter Tüp, wie der Tobsen sagen würde. Enje wiederum startet übrigens bald mit einem Kollegen so eine Quizshow, “Meister des Alltags” heißt die, klang bisschen lame alles.
Hab Koppers Bühnenauftritt genutzt und eine Frage gestellt:
“Herr Kopper, äh, Hoppe, mein alter Freund und Leser Ken meint, Lena Odenthal ist total fürn Arsch. Was sagen sie dazu?”
“Sehe ich auch so, aber die kommt in einer der nächsten Folgen ums Leben und dann ermittel’ ich gemeinsam mit Charlotte Lindholm.” (Herzinfarkt Ken)
Sensation! Ein Raunen ging durch das Publikum. Okay, war alles erstunken und erlogen.
Wahr ist: Im Mai kommt der nächste Odenthal-Tatort und der wird garantiert – na wie? – ned schlecht! Trailerpark:
Die Weltneuheit daran (nicht erstunken und erlogen): Direkt im Anschluss kann im Internet der Fall weitergesponnen werden, weil, so die Presseinfo, ein Geheimnis am Ende offen bleibt. “Dieses Rätsel kann von den Nutzern im interaktiven Tatort-Spiel im Netz gelöst werden.”
Fazit: Alles verdammt super beim kleinen Familienbetrieb, unsere Kohle ist ganz gut investiert in die Markenzeichen “Regionalität” und “Aktualität” und bisschen ambitionierte Großproduktionen. Aber na ja, Hauptsache Tatort kommt.
Tiefpunkte gab es übrigens auch auf der Konfi, man spielte “weltexklusiv” einen Udo Lindenberg Song vor. Da sang er in Englisch. War grauenvoll. (Gut, ich finde Lindenberg bei allem Respekt sowieso grauenvoll.) Macht er als alter Hesse-Fan wegen dem Hesse-Jahr, das auch im SWR prominent gefeatured wird.
Mir grad egal, wie auch der Studiorundgang, den ich gleich abgebrochen haben, weil man nicht fotografieren durfte. Im Studio nebenan sah es noch aus wie bei Hempels unterm Sofa, da war die Salatplatte Nizza in der Kantine schon attraktiver, auf die mich SWR-Social-Media-Fachmänner Guido und Patrick plus gute Gespräche (Copyright Stefan Kaufmann) einluden. Danke dafür und danke für die Einladung, habe die Ehre und vielleicht bis zum nächsten Jahr – falls ihr uns nochmals einladen solltet.
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MotorFM wird FluxFM
Am 22. Aug 2011, 15:00 Uhr von Setzer
Neulich festgestellt: Im SWR-Radio läuft immer noch “Der Frauenarzt von Bischoffsbrück”. Ein Radiohörspiel, das ich schon als Kind nicht verstanden habe. Unter uns: blick’s immer noch nicht. Da mir Radio ansonsten aber recht weit am Hintern vorbeigeht, ist das auch ein bisschen sehr egal.
Motor FM höre ich ab und an. Da läuft verhältnismäßig gute Musik. Ab 23. August heißt der Sender für, mein lieber Herr Gesangsverein, Zitat: “Kreative, Macher und Meinungsführer” nun allerdings FluxFM.
Ein paar neue Sendeformate soll’s geben, alles wird noch geiler und auch noch chefmäßig mobil venetzt. “Broadcasting war gestern, Communicasting ist die Zukunft”, sagt Mona Rübsamen, die Programmgeschäftsführerin. Ich versteh’ schon wieder nur “Frauenarzt von Bischoffsbrück”. Hier geht’s gottseidank zur Pressemitteilung.
Ein Schandmaul allerdings, wer annimmt. Der Namenswechsel könnte damit zu tun haben: Tim Renner, Markeninhaber von “Motor” streitet sich seit einiger Zeit mit der “Plattform für regionale Musikwirtschaft GmbH” vor Gericht.
FluxFM läuft in Stuttgart auf UKW 97,2 – auch für die, die nicht meinungsmachen wollen, sondern einfach nur anständige Musik hören wollen. Einmal Thees Uhlmann bitte: “Und Jay-Z singt uns ein Lied”.
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Heute Abend: KTV auf horads
Am 12. Mai 2011, 11:38 Uhr von martin
(Bono von der irischen Nachwuchsband Feedback.)
Eine hohe Kunst, die nur wir beherrschen. Henri-Nannen-Preis-Überschrift erfinden und falsches Bild dazu bummsen. Schafft sonst keiner, nicht mal die StZ.
Folgendes: Gestern medialer Wahnsinn. Wie jeden Tag halt. Zum Beispiel berichtete die Sueddeutsche, dass ein Typ seine Ex-Freundin getötet und einbetoniert hat – Mordmotiv war ein Trabbi. Weiterhin hab ich gelesen, dass sich in den USA eine Million Menschen für 50.000 freie Stellen bei McDonalds bewerben. Außerdem suchen die Grünen verzweifelt im brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis, genauer gesagt für die Stadt Übigau-Wahrenbrück, via Facebook einen Bürgermeisterkandidaten.
Nicht medial, aber voll über- wie untercool war das Abendessen mit meiner Schwester. So super wenn man in einem Restaurant sagen kann: “Ich will den Schnaps trinken, den der Ingmar immer trinkt.” Und alle wissen Bescheid. Unser Star-Außenreporter. Nächstes Jahr Henri-Nannen-Preis für ihn. Verzichtet auch auf den szenischem Einstieg. Oder halt doch, denn ich find szenische Einstiege voll gut.
Heute ebenfalls medialer Wahnsinn. Alle Welt guckt nach Stuttgart, auch Übigau-Wahrenbrück. Der Grund: Kessel.TV ist beim Hochschulradio Horads eingeladen. “Horads im Gespräch” heißt die Sendung, soll so ein bisschen wie SWR-Leute sein, sagte man mir, “Gäste, die was zu erzählen haben”, steht auf der Seite. Wir reden über dies und das und vor allem warum wir alle nicht so schön sind wie der Holger. Geht von 18:00 bis 19:00 Uhr, UKW-Frequenz 88,6, oder halt Stream.
Scherz, interessant wahrscheinlich fast keine Sau, nicht mal Thorsten hört zu, da ist der erste grüne Ministerpräsident, der aller Voraussicht nach jetzt, heute, später, siehe live aus dem Landtag, gewählt wird wesentlich spannender. Knappe Sache, wir erinnern uns, Grünrot musste zwar nicht über Facebook gesucht werden, war nur so ein bisschen vorne. Sollten mehr oder weniger alle mitziehen.
Da hocken glaub Mappus und Gönner. Fast schon Kunst, dieser Landtag-Stream. Hitchcock-Kameraeinstellung. Haben glaub gerade irgendwas gewählt, ob schon Präsi oder nicht, kein Plan. Der Landtagsvorsitzende laberte was von Stimmzählung. Und noch mal in Memory of Big Mac:
Und da isser:
Und da heute also ein Grüner Ministerpräsident wird, regnets halt. Das Wetter hat uns seit dem 27.3. sowieso verarscht und in dem Glauben gelassen, jetzt scheint immer die Sonne und die Welt geht sowieso nicht unter und ja, vielleicht auch doch nicht der Bahnhof. War aber nur Hinhaltetaktik, Ba-Wü schaltet ab heute auf Steinzeit, wie z.B. schon auf diesem Blog akribisch dokumentiert wurde. Die Ängste sind wohl nach wie vor recht groß, hab noch ein schönes Gedicht gefunden.
“Mei liabs Ländle heit ischs so weit, ab heit Mittag regiered dia grian rote Chaosleut.
En neia Minischterpräsident kriagsch du au i hab di Befirchtung des gibt an Supergau.
Kretschmann hoist dr griane Lombaseggl, mit seim griana Ökomeggl.
Ab heit Mittag isch dei sches Leba vorbei, no herrscht die soziale Ökotyranei.
Bei der alta Regierong war au net älles top, aber i glaub die nei Regierong wird an Flop.
Der neie Bahnhof dät dir doch so guad, aber ab nochher regiert die griane Wuad.
I mach mir scho große Sorga om di, hoffentlich gosch du net end Kni.
Wer an der Herrgott glaubt der koa bloß beta, das du net nimmsch äl zu große Schäda.
Jetzt isch aber gnuag mit dem ganza heila, mor ko bloß hoffa ond verweila.
I wünsch dir jetzt no a baar scheene Stonda ond dr neia Regierong, viel Blässura ond Wonda.”Heidenei und jetzt gongt es im Landtag. Winfried Kretschmann ist soeben mit 73 Stimmen zum neuen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs gewählt worden. Er nimmt die Wahl an und bedankt sich. Gucken wir uns das jetzt einfach mal an. Morgen soll auch schon wieder die Sonne scheinen.
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MotorFM erhält neue Lizenz in Stuttgart
Am 3. Mrz 2011, 17:06 Uhr von martin
Kleiner Blick hinter die Kulissen, kriegt man vorne herum eher selten mit. Gestern hat die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg MotorFM eine neue Lizenz für die Verbreitung des Stuttgarter Programms auf der UKW-Frequenz 97,2 MHz erteilt. Der Beschluss erging einstimmig. Die Lizenz gilt bis 2015.
Die Berliner Radiostation sendet auf dieser Frequenz bereits seit Ende März 2005 im Großraum Stuttgart und die bisherige Lizenz – werden immer wieder neu vergeben – läuft planmässig im April dieses Jahres aus.
Guter Anlass jedenfalls, um MotorFM Chef und Gründer Markus Kühn spontan ein paar Fragen zu stellen.
Erstmal Gratulation zur neuen Lizenz. Soweit ich das im Kopf habe, ist das mit diesen Lizenzen für Radiofrequenzen ein ziemliches Hickhack. Bestand aber überhaupt wirklich die Gefahr, diese nicht nochmals zu bekommen?
Markus Kühn: Eine Ausschreibung ist ein offenes Verfahren mit unbestimmten Ausgang, und es gab drei Bewerber. Insofern hätte auch die Möglichkeit bestanden, dass die Lizenz an einen anderen Bewerber geht.
Wie lange gilt diese Lizenz jetzt?
Kühn: Bis 2015.
Das ist ein guter Anlass ein Fazit zu ziehen. Wie schaut ihr allgemein auf die ersten sechs Jahre Stuttgart zurück? Ich hatte immer das Gefühl, nehme ich meinen Bekanntenkreis als Referenz, dass sich der Sender hier sehr schnell durchgesetzt und eine Lücke geschlossen hat.
Kühn: Es waren turbulente und spannende Jahre, die uns allen viel Spass gemacht haben. Das reichhaltige positive Feedback aus Stuttgart hat bei uns den gleichen Eindruck erzeugt, den Du auch hast. Der Sender hat seine Zielgruppe in der Landeshauptstadt schnell erreicht. Dies ist ob der Kommunikations- und Sozialstärke unserer Hörer auch nicht wirklich überraschend, denn die Lücke “Musik jenseits des Mainstreams” bestand definitv.
Wie groß ist zwischenzeitlich eure Hörerschaft?
Kühn: Wir schätzen, dass uns täglich ca. 60.000 Leute in Stuttgart hören.
Wie unterscheidet sich der Stuttgarter Radiomarkt von anderen deutschen Städten oder ist das eh überall derselbe Brei?
Kühn: Die Radiomärkte ähneln sich überall ziemlich. Es dominieren die großen AC-Stationen, die die 300 ewigen Airplay-Hits rauf und runter spielen. Stuttgart gehört mit Sendern wie MotorFM und Sunshine Live schon eher zu den vielfältigeren. Einzig Berlin hebt sich hinsichtlich der Vielfalt nochmal deutlich ab, was auf die bessere Frequenzausstattung zurückzuführen ist, die aus der Wiedervereinigung der Stadt resultiert.
Eure persönliche Meinung zu den unzähligen Morgenshowkalauerumfragequatschdudelstationen?
Kühn: Wer’s braucht…wir brauchen sie nicht.
MotorFM sendet wie eh und je auf der UKW 97,2 MHz. Weiterhin sei natürlich insbesondere die Sendung Clubsandwich mit den KTV Partytipps empfohlen, immer freitags und samstags von 19:00 bis 0:00 Uhr.
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Minusgleichplus Review
Am 29. Sep 2010, 17:00 Uhr von martin
Gestern Abend war wie angekündigt unser Rennfahrer Thorsten bei der Sendung Minusgleichplus auf dem Freien Radio für Stuttgart eingeladen. Mein Mitstreiter, dessen Look von Monat zu Monat bloggiger wird, spricht mit den Hosts Benjamin Brockhagen (mit Brille, DJ) und Philip Mautner (Labertasche) ein wenig über Kessel.TV, DJing, Musik und seiner Leidenschaft für motorisierte Untersätze.
Alles in allem durchaus unterhaltsam und lustig, wie es eben auf dem Freien Radio meist zu geht. Zwischen den leicht chaotisch-witzigen Gesprächen läuft einwandfreie House-Musik. Wenns etwas rumpelt darf man das ruhig auf die ausgeleierten Plattenspieler im Freien schieben. Dagegen sind selbst die 1210er im Marshall brandneu.
Radiosendung Minusgleichpus mit Gast Thorsten W. by kesseltv
P.S.: Kessel.TV Lieblingspost der Minusgleichplus-Moderatoren war DJ Siggi. Deswegen hier noch einmal:
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Byte.FM
Am 17. Feb 2010, 11:45 Uhr von martin
Byte.FM ist sicherlich kein Geheimtipp, Leser Volker hat auch schon vor längerer Zeit in den Kommentaren darauf hingewiesen, aber ich habe die Tage in einer alten Zeitung etwas über den Hamburger Medienbunker gelesen, ein Riesenoscho mit 3,5 Meter dicken Wänden, der im 2. Weltkrieg rund 13.000 Menschen Platz bot, und bin so auf diesen Sender gestossen, der aus dem Medienbunker sendet.
13.000 Leute hören heutzutage angeblich stündlich Byte.FM zu. Dabei handelt es sich nicht, wie ich vorschnell dachte – von wegen byte und so – um einen rein elektronisches Medium, sondern das Programm ist ziemlich bunt gemischt. Fehlt so gut wie kein Genre.
Fans von elektronischer Musik kommen z.B. bei den Labelshows von Bpitch, Kompakt, Compost, Get Physical, Klang/Playhouse oder Gomma auf ihre Kosten – die kommen aber in einem Abstand von vier bis acht Wochen.
Als ich vorhin reingeschalten hab, lief gerade noch Yuksuk Remix von Lady Gaga ehe dann ein Herr namens Heinrich Manoehver das Ruder mit 60ies der Marke Otis Redding oder The Mamas & The Papas übernommen hat.
Herr Manoehver betonte auch gleich zu Anfang, dass er wie alle Moderatoren bei Byte.FM umsonscht schafft, aber man den Sender gerne finanziell unterstützen kann, damit er am Leben bleibt.
Dann haute der Moderator noch ganz coolen Spruch raus: “Musik ist viel zu wichtig, als dass wir es denen überlassen können, die keinen Respekt davor haben.” Damit waren wohl die ganzen lustigen Morning-Show-Radiosender dieser Erde gemeint.
Wenn ich das in dem Zeitungsartikel richtig gelesen habe, schwebt über dem Medienbunker die Abrissbirne. Aber vielleicht wissen ja unsere Hamburger Grohn & Grudzinski mehr dazu.
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Clubsandwich
Am 29. Jan 2010, 15:15 Uhr von Thorsten W.

Ich möchte an dieser Stelle noch mal auf unsere Kooperation mit MotorFM bei der großartigen Sendung Clubsandwich hinweisen. Ich hab da in den letzten Wochen öfter mal reingehört, und ich muss schon sagen: Eine der besten Radiosendungen mit elektronischer Musik, die ich kenne.
Die Sendung läuft immer freitags und samstags von 19-24 Uhr, in Stuttgart auf der 97,2, und wir liefern die Partytipps für Stuttgart, die sich inzwischen auch auf der MotorFM-Seite in Form eines Mini-Flyerghettos wiederfinden. MotorFM und kessel.TV wünschen gute Unterhaltung.
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