• 26

    Discoleichen 2 – ein paar Fotos

    Ja, beim alten Scheiß flippen wir gerne aus. Die Idee von den “52 Clubs”, die im Laufe der Diskussion gestern aufkam, klingt ziemlich gut, bloss schaffen wir das wahrscheinlich nicht alleine, sondern sind auf eure Mithilfe angewiesen. Wir überlegen noch ob und wie wir das angehen.

    Jetzt gibt es erst einmal als kleinen Nachschlag zu gestern, ein paar Bilder aus dem LIFT-Archiv von früher, als alles besser war, eine kleine Zeitreise, ebenfalls unter modischem Aspekt durchaus interessant. Sollte sich jemand auf dem Bild erkennen und überhaupt kein Bock drauf haben sich hier zu sehen, einfach kurz unter stuttgart@kessel.tv melden.

    Den ersten Club, den ich betreten habe war das OZ 1992. Den ersten Laden, den ich regelmässig besucht habe, war aber das Müsli. Phase 1993.

    War halt so die Einstiegsdisco für viele, sobald der Perso auf 16 umschaltete. Mitternacht wieder raus, klar. Ich war im Müsli nicht lange und weiß auch gar nicht mehr, ob es da drin wirklich so aussah.

    Coole Jungs auf jeden Fall.

    Nach meiner Müsli-Zeit “wohnte” ich von 1993 bis Anfang 1995 im OZ. Aber da war das OZ ja schon längst uncool. Egal. Nach der Razzia im Januar 1995 war das mit OZ dann gegessen.

    Es folgte bis Sommer 1995 eine karge Ausgehzeit, auch weil man als 17-18-jähriger kaum ins Red Dog und Tier reingekommen ist. Ich weiß auch überhaupt nicht warum uns Eulen die Tanja ins erste M1 reingelassen hat. Jede Woche. Wir waren da schätzungsweise die Jüngsten.

    Bei obigen Bild bin ich mir fast sicher, dass es aus dem ersten Laden ist, an diesen Käfig kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern.

    Kann auch im zweiten M1 gewesen sein.

    Gegen Ende 1995, ich meine es war bei Abe Duque, schafften wir es dann doch auch zum ersten Mal ins Tier, gegenüber vom Palast der Republik.

    Theoretisch-praktisch ist das der gute Tes im Bild. Macht heute ein afrikanisches Restaurant. Ich hab es hier schon paar mal geschrieben: Das Tier ist der größte Verlust den das Stuttgarter Nachtleben damals hinnehmen musste. Im Sommer 1996 war es vorbei, wir leider nur ein halbes Jahr dabei, konnten trotzdem noch genügend magische Momente einsammeln. Der Closing-Mix von Stefan Strauß ist übrigens immer noch auf unserem Soundcloud-Profil zu finden (ganz unten).

    Viel zu spät, quasi nach dem Tier, entdeckten wir das Red Dog für uns. Vocal-House to the fullest, Tiefschwarz in full effect, Killer. Meinen 20. Geburtstag da gefeiert, Felix da Housecat hat dazu ein unfassbares Set kredenzt. Im Red Dog wurde auch der HipHop-Mittwoch geboren. Weiß schon gar nicht mehr warum genau das Dog zugemacht hat. Kein Bock mehr? Ich weiß es nicht.

    Im Herbst 1996 wurden das Prag und das zweite M1 eröffnet.

    (Ist das der Mone?)

    (Aufgeschlitzte Hosen Alta!)

    Mein Kumpel und ich waren glaub die einzigen, die sowohl freitags zum 0711Club als auch Samstag in die Neue Heimat ins Prag sind. War offiziell verboten beide Musikrichtungen gut zu finden. War auch immer geil im Soundshop im Radiobarth, wenn man von der House-Techno-Abteilung rüber zu den Rappern gelaufen ist – Blicke, die sagten “uh, die Techno-Wurst kommt!” musste man über sich ergehen lassen.

    Weiß gar nicht mehr, wann die Radio Bar eröffnet hat. War glaub auch so 1997. War lange Zeit überhaupt gar nicht mein Laden muss ich gestehen, erst so gegen Ende. Noch ein Promi-Shot:

    Das größte Phänomen zu der Zeit war aber das Pauls:

    Caprihosen FTW!!!! Leider kein Bild von den Menschenmassen vorhanden, sondern nur von einer relativ gechillten Atmosphäre.

    Links die Treppen nuff ging es zum Switzerland. Es musste nicht mal mega warm sein und der ganze Platz war gerammelt voll. Wirklich DER GANZE PLATZ, mit Verlaub kein Vergleich heute zum Waranga, bis zu den Treppen. Der Witz war: Hinter den Treppen war ein Italiener. Die Leute hätten auch da ihr Bier holen können, haben sich aber lieber durch die Massen bis an die Pauls Bar gedrückt. Ich meine, eines Tages sind auch gewiefte Jungs mit Bierkästen durch die Menge gelaufen und haben die Kolben direkt verkauft.

    Wir sassen meist auf den Treppen herum. Meine Jungs wollten da immer hin, “Weiber glotzen”. Die waren gut, keine Frage, sahen aber alle unerreichbar aus. Mir war das zu langweilig. Wollte lieber laut Rap oder Techno. Gerade so um die Jahrtausendwende herum wurde das zunehmend schwieriger. Seltsame Phase war das. Gerade im Jahr 2000 sind wir fast jedes Wochenende nach Göppingen in den Red Room gefahren, weil da halt die Party ging.

    Problem war damals auch, dass mein Freundeskreis das Le Fonque nicht so geil fand wie ich.

    (U-Turn Heidi links.)

    Und immer alleine weggehen ist auch doof, wie jeder weiß. Das Le Fonque mochte ich wirklich sehr. Zum einen war das Programm sehr ambitioniert und abwechslungsreich, gute Bookings, gute Musik und in den ersten Jahren immer gute Partys. Zum anderen hänge ich emotional sehr an dem Laden, weil ich hier quasi meinen ersten festen DJ-Club-Job hatte. Das lag an diesen Männern:

    Von unten nach oben: Jannis, Akö, Uwe und Jürgen. Uwe macht heute u.a. das Wurst & Fleisch, Jannis ist einer der lockersten Typen überhaupt und Akö my Man hat mich immer gebucht, später auch in die Suite nach oben. Ihm verdanke ich alles, heul! Nein, ehrlich, ist so. Danke Akö!

    Weiterhin hosteten der wahre Pimper und ich im Le Fonque die Partyreihe 2Times Freestyle. Alles rein in den Topf. War damals fast neu. Später stürzte das Le Fonque tief ab, was aber garantiert nicht an den obigen Männern lag, sondern an griechischen Weinfässern als Deko.

    Besagter Pru:Piper war damals mit seiner Gal-Crew – hieß doch so? – die 2Step-Instanz in Stuttgart und schmiss große Feten im gestern ein paar mal erwähnten Maria:

    Beliebter Lichtereffekt übrigens damals auf Partyfotos.

    Bin selbst mit dem Maria nie richtig warm geworden, finds einfach zu verschachtelt für eine Partylocation. Aber scheint ja mittlerweile im BIX bei gewissen Veranstaltungen gut zu funktionieren.

    Und hier, circa im Jahr 2000 endet die Geschichte. Ich kauf mir jetzt ein unbekanntes Tier. Vielleicht einen roten Hund.

     
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  • 7

    Kurtis Blow 1982

    Leser Dietmar war bereits 1982 bei Kurtis Blow. Allerdings, so betonte er, besuchte er damals das Oz wegen Palais Schaumburg. Ich bin alles andere als ein Palais Schaumberg-Kenner, aber die Kombination beider Acts an einem Abend finde ich etwas verwirrend, aber vielleicht hat das ja doch besser gepasst als man heute denkt. Seis drum.

    Young Krupa hat K-Blow auch schon (!) 1992 mal gesehen, musste er glatt gestern betonen.

     
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  • 28

    Zwischen Müsli, Oz und der Aral in Echterdingen

    Letzten Sommer gab es auf diesem Blog eine schöne Diskussion. Der Berliner Journalist Jörg Rohleder hatte die kessel.tv-Gemeinde um Recherchehilfe gebeten. Rohleder bereitete damals seinen ersten Roman vor. In seinem Buch „Lokalhelden“ sollte es um Aufwachsen und Abstürzen in Stuttgart in den 90ern gehen. Jörg suchte nach Augenzeugenberichten einer Razzia im legendären Oz, die Veteranen unter den Kessel.tv-Usern halfen ihm locker aus.

    Gestern ist sein Buch bei Piper erschienen, es heißt Lokalhelden und erzählt die Geschichte des Protagonisten Schmall, der versucht, seinen Weg zu finden zwischen zwischen dem ersten Kuss, der ersten Bong, dem ersten Mal im Müsli und eben dem ersten Rave im Oz. Das Ergebnis ist sehr lesenswert geworden, für mich das spannendste Buch, das bisher über die 90er veröffentlicht wurde. Martin hat es auch ganz doll abgefeiert, weil man sich in vielen Szenen des Buches wunderbar wieder findet, auch wenn man nicht in Stuttgart oder auf den Fildern aufgewachsen ist.

    „Echterdingen ist überall“, wird Kollege Jan von der Stuttgarter Zeitung in der morgigen Ausgabe in Bezug auf das Buch feststellen. Recht hat er, Martins Jugend in Korntal, die besten Jahre meines Lebens in der Stadt gewordenen Tiefgarage Pforzheim oder eben Jans erste Berührungen mit Pop in Bremen sind wohl ähnlich verlaufen wie Rohleders Aufwachsen auf den Fildern. Immer auf der Suche nach Antworten, die einem in der Schule keiner verrät, begibt er sich auf eine spannende Reise, an deren Kreuzungen jede Menge feine Beobachtungen oder Begegnungen stehen. Zum Beispiel im Oz:

    Als wir schließlich kurz vor Mitternacht im Club ankommen, spielt DJ R.o.o.d.y. gerade Wayfarer, dann Brainchild von Nostrum. R.o.o.d.y. steht auf Hardtrance aus Antwerpen. (…) Wolle begrüßt ein paar Typen an der Bar, die aussehen, als seien sie aus dem Kuriositätenkabinett eines mittelalterlichen Jahrmarkt ausgebrochen.
    Wolle fragt, ob ich eine Pille will. Eigentlich hatte ich Natja versprochen, keine Drogen mehr zu nehmen, zumindest keine in Pillenform. Was soll’s, denke ich, als ich die Pille mit einem großen Schluck Wasser runterspüle.
    Zwanzig Minuten später fängt es an zu summen in meinem Kopf, in meinem Bauch, in meinem Körper. Meine Beine werden leicht und zappelig, ich fürchte, dass ich bald genau so bescheuert grinsen werde wie Wolle.

    Freunde der elektronischen Musik-Kultur werden sich im Buch ganz besonders gut wieder entdecken, aber auch andere Pop-Spielarten deckt Jörg gekonnt ab. Ein Auftritt der Fantas im Jugendhaus, Abhängen an der Aral in Echterdingen, ein Ausflug an den Bodensee zum Festival, der mich ein bisschen an Afro Dieters schöne Southside-Review erinnert hat, die erste Begegnung mit den Massiven und deutschem HipHop der zweiten Generation made in Stuttgart: Lokalhelden ist eine feine Biographie der 90er, ausgehend vom Schauplatz Kessel.

    Wer wissen will, wie das damals ungefähr aussah und wie einigermaßen gruselig sich das in der Rückschau anhört, findet jede Menge lustige Clips auf Youtube. Sind solche Basslines heute eigentlich noch erlaubt?
    YouTube Preview Image

    Donnerstag liest Jörg ab 23 Uhr beim Treff auf der Dachterrasse der Schräglage, wir zeigen alte Oz-Flyer, Jörg verrät ein wenig zur Entstehung des Büchles und anschließend spielt Schowi Sound, der zum Buch passt. Ist also fast wie eine kessl.tv-Lesung, nur ohne Ram, der darüber auch recht traurig in seinem Urlaubsdomizil sitzt. Bei der nächsten Lesung macht er aber den Support, das hat er hoch und heilig versprochen. Wie immer gilt: Wer sich als kessel.tv-Keser outet, bekommt nach der Lesung einen Schnaps.

    Jörg Harlan Rohleder  Lokalhelden, Piper,  288 S., € 16,95

    Lokalheldenlesung bei der Party Treff, 19.8. 23 Uhr, Schräglage, S-Mitte, anschließend DJ-Set Schowi

     
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  • 36

    KTV-Classic: Mein erster Clubbesuch

    Manchmal muss man auf ein Zeichen warten. Unterer Text steht seit über zwei Monaten in der Warteschleife und habe ich just an dem Tag geschrieben, als Thorsten mal wieder was vom Oz los gelassen hat, genauer gesagt war es frühzeitliche Oz-Flyer-Kultur. Irgendwas hat mich damals abgehalten, den Artikel frei zu schalten.

    Kurz nach Thorstens Eintrag habe ich einen freundlichen Leser in der Corso Bar kennengelernt. Er meinte, ey, warum schreibt ihr so oft über das Oz? Ja, hm, wir sind da halt “groß” geworden. Auch er wäre viel im Oz gewesen.

    Seither laufen wir uns ab und zu über den Weg, nächtens natürlich, und vergangenen Freitag im Transit hat er mir folgendes Märkchen überreicht:

    Das fand ich natürlich total großartig. Noch großartiger ist es, dass 1992 auch das Jahr meines ersten Clubbesuchs war. Here we go.

    1992 besuchte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Club, das Oz. Keine Ahnung, warum ich eines der wichtigsten Erlebnisse meiner Jugend noch nie aufgeschrieben habe, zum Beispiel auf der ersten Seiten im Sub Culture.

    Ich wollte schon recht früh in die Disko. Problem: Das Alter. Problem zwei: Ich sah auch immer so aus wie alt ich war, eher noch jünger.

    Sprich mit 15, ein Jahr bevor man also zumindest bis Mitternacht offiziell in die Disko darf, sah ich auch aus wie 15 (oder 14?). Mein Kumpel Oli z.B. sah mit 15 schon aus wie 21 und ist 95/96 locker mit ins Tier rein geschlappt, während ich mit 18/19 noch schön meinen Ausweis zeigen musste.

    1992 war ich also 15 und wollte aber am Samstagabend (endlich) dringend etwas unternehmen. Meine Erlösung war der Pilla. Grüsse an dieser Stelle, ich hoffe es geht ihm gut. Er schleppte mich kurzerhand mit ins Oz.

    Pilla war leicht älter, eine Art Frühstarter und Diskoking zugleich, und sah schon im Gegensatz zu mir sehr reif aus. Oz deswegen, weil man `92 dank “Das Boot” oder “James Brown is Dead” ein Faible für “Techno” hatte und einem der gerade Beat damals schon gefiel. Oder vielleicht auch weil Pilla wusste, dass der kloi Maddin da reinkommt.

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  • 34

    Back in the days – Part 2

    Eine Serie macht natürlich nur Sinn, wenn sie mehrere Teile hat – deshalb wird auch diese nach dem überaus erfolgreichen ersten Teil nun fortgesetzt. Bilder als Zeitdokumente des Stuttgarter Nachtlebens. Ahoi!

    Part 2: Oz-Flyer 1992.
    Man mag es kaum glauben, aber es gibt durchaus sinnvolle Gruppen bei Facebook. So wie die “Oz Stuttgart Memories”, auf die ich gestern gestoßen bin. Die hat (zum Glück?) nichts mit den “In memory of Oz”-Partys zu tun, sondern ist eine private Erinnerungsseite mit leider erst 103 Mitgliedern.

    Aber eins der Mitglieder hat einen Stapel Oz-Flyer von 1992 eingescannt und eingestellt – das freut mich besonders, weil ich in dem Jahr das erste mal dort war. Und sicher auch bei der ein oder anderen Party, die hier zu sehen ist – auf jeden Fall waren Mate Galic, Dr. Motte und natürlich der Väth dabei.

    Bei kessel.tv kommt ja immer wieder das Thema Oz auf, und diese Flyer sind wirklich eine coole Sache. DJs, die heute nicht mehr auflegen (Kid Paul), die heute keiner mehr kennt (Mate Galic) oder die gar nicht mehr leben (Mark Spoon). Zudem Eintrittspreise, über die wir heute nicht mehr diskutieren müssen (5-8 DM) und Layouts, die zum Teil wahrscheinlich mit Word gemacht sind.

    Aber schaut selbst.

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  • 49

    Zeitzeugen gesucht: Die Oz Razzia

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    Heuer ist der Obrigkeit das Flatrate-Bechern ein Dorn im Auge, in den 90ern war es die Pillen-Pipeline. Das bekam in Stuttgart insbesondere zweimal der legendäre Techno-Club Oz zu spüren.

    Just heute bin ich mit Journalist Jörg Rohleder in Kontakt getreten, ehemaliger Stuttgarter, der mit seiner Schreibe deutschlandweite Kreise zieht. Lehrjahre beim Focus, bis zu Redaktionsauflösung bei der Vanity Fair in Berlin, jetzt frei tätig und Aufträge für u.a. den Spiegel und Termine mit Eminem und so.

    Momentan arbeitet Rohleder an “Coming Of Age”-Buch unter dem Arbeitstitel “Wir, die Kinder der dämlichen Neunziger Jahre”. Mal ganz abgesehen davon, dass die 90er total toll waren, schreibt Rohleder auch ein Kapitel, dass sich mit der Stuttgarter Clubkultur in den 90ern befasst.

    Unter anderem kommt darin das legendäre Oz vor (heute Aer Club, davor P-Club), in dem zweimal große Razzien durchgeführt wurden, zum einen im Januar/Februar 1995 und irgendwann noch 1997.

    Rohleder ist für seinen Roman auf der Suche nach Augenzeugen, die damals dabei live waren. Ich konnte ihm bereits ein wenig helfen. 1995 war ich dabei, wenn auch nur als “Zaungast”.

    Wir waren, wie so oft samstags, im Oz und sind für einen Mitternachtssnack zu Mäckes. Als wir zurückkamen, formierte sich in dem Moment vor dem Eingang kreisförmig eine Armee an Cops und der Platz wurde tageshell von einem Spezialfahrzeug ausgeleuchtet.

    So naiv wie wir damals waren, dachten wir zuerst, es handelt sich wohl um eine Bombendrohung. Aber nee, der Laden wurde bis in den letzten Winkel durchsucht und – so die Legende – auch unter dem DJ-Pult etliche Gramm Koks gefunden. (Die genaue Bilanz der Razzia weiß ich nicht mehr. Wurde jedenfalls als toller Erfolg verbucht.) Tröpfchenweise wurden die Gäste rausgelassen. Wir froren uns hingegen einen Ast ab. Es hatte unter 0 Grad und unsere Jacken hingen unten an der Garderobe.

    Wer mehr Anekdoten zu den beiden Oz-Razzien hat, sprich wer war unten, wie ging es zu, wie war es vor allem 1997, einfach hier posten oder Jörg direkt unter jrohleder@gmail.com anschreiben. Er freut sich.

    Check sein Portofolio, auch sehr spannend: www.derrohleder.de

     
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  • 12

    Eine unheimliche Begegnung der burlesquen Art

    Da steh ich letzten Freitag auflegend im aer Club, und denk so an früher zurück… Dass der Schuppen früher mal das Oz war, wo ich mich vor 16 Jahren in Techno und meine erste feste Freundin verliebt habe, The Shamen live gesehen und Sven Väth zugejubelt habe… Und dann läuft die Truppe vom Friedrichsbau Varieté ein, die an diesem Abend eine Kostprobe ihrer aktuellen Burlesque-Show zeigen will… Und wer läuft vorneweg und ist inzwischen, wie meine Recherchen ergeben haben, künstlerischer Leiter des Varietés und Regisseur der Show? Ralph Sun! Der vor 16 Jahren irgendwas im Oz gemacht hat, deshalb damals meinen Bruder abgeknutscht hat, weil er ihn wegen der gleichen Frisur für seinen Kumpel Sven Väth gehalten hat, der im Delirium gearbeitet hat, als es in der Vogelsangstraße war, und der später zusammen mit Nick Reiff als “Bloom of Gutter” das Aquarium im Nexus 6 mit für damals unverschämt cooler Mukke aber mit mangelndem Mixtalent beschallt hat… Tja, so sieht man sich wieder – und die Show im Friedrichsbau Varieté muss ich mir glaub echt angucken!

     
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