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Büro Drews
Am 27. Apr 2012, 12:00 Uhr von Kollege Geiger
Famous last words gestern Abend am Ende der langen Maria-Cron-Nacht. RAM zu Geiger: “Bringsch morgen was?” Das war fast keine Frage mehr, sondern schon ein Befehl. Dazu reckt er dann den facebook Daumen nach oben, obwohl er da schon lange nicht mehr ist. Und weil der RAM A) der Bestimmer und B) unwiderstehlich ist, und außerdem die Party-Tipps schon freitagmorgens verballert hat wie Sergio Ramos den Elfer, sage ich artig “Ja”.
Zum Glück ist kessel.tv eine gut geölte Maschine, die hinter dem freundlichen Frontend eines Turnschuh- und Partyblogs ständig Content produziert. Also haben wir für solche Fälle auch immer was im Köcher. Der prall gefüllt ist vom Zufall. Der hat mich nämlich diese Woche in Peter Kraus laufen lassen. Das passiert mir irgendwie laufend. Zuletzt 1989 – als es das Yps-Heft noch in Original-Besetzung gab.
Ein blutjunger, unerfahrener, angehender Werbekaufmann namens Ich sollte damals verschiedene Semiprominente anrufen und sie fragen, ob sie sich vorstellen könnten, die Neueröffnung eines Schuhhauses zu moderieren. Vorstellen konnten sich das einige.
Also hatte ich unter anderem Jürgen Drews am Apparat, der von sich selber in der dritten Person gesprochen hat: Er meldete sich mit “Büro Drews” und tat so als sei er nicht er. Sondern jemand, der ihn vertritt. Hab ihn aber gleich erkannt. Markante Stimme. Ein Bett im Kornfeld und ein Jürgen an der Strippe. “Büro Drews nochmal, Hallo, ich wollte jetzt doch mal nachfragen, was denn mit der Moderation der Modenschau ist. Ich sehe hier nämlich gerade im Kalender, dass die Zeitfenster für meinen Klienten Jürgen Drews immer enger werden.” Ausgebucht. An einem Donnerstag nachmittag. Ganz ohne Pandamaske.
Okay, “Zeitfenster” hat das Büro Drews nicht gesagt. Das Unwort gibts erst seit den 2000ern. Aber der Rest, der stimmt.
Ganz anders dagegen Peter Kraus. Der ging auch selber ans Telefon, verstellte aber dazu weder Stimme noch Identität. Ob er denn gar nicht singen solle bei der Eröffnung? fragte er. Nö, moderieren genügt. Och schade, sagte Peter, wissen Sie: wenn ich irgendwo auftrete, erwarten die Menschen schon, dass ich “Sugar Sugar Baby” singe – und ich bringe das dann auch.
Siehst Du, RAM: der Peter Kraus, der bringt’s auch. Der liefert. Der delivert. Der übernimmt Verantwortung. Der macht die Kirschen. Vielleicht hat uns das Schicksal ja deshalb diese Woche wieder zusammengeführt? Da stand also sein Tourtross vor dem wie-heißt-das-gleich Hotel?, Marienplatz.
Hab kurz überlegt, in den Tourbus zu hüpfen. Junger Mann zum Mitreisen gesucht. Kollege Geiger und Kollege Kraus auf großer Fahrt. Aber wer würde dann am Freitagmittag hier Content produzieren? Ich ruf jetzt mal den Setzer an und guck, ob er selber rangeht.
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The Soul of KTV (17)
Am 27. Feb 2012, 09:00 Uhr von Thorsten W.
Welcome to the Pleasure Dome, der Soul ist zurück in der Stadt und der Funk hat schon den Zweitwohnsitz angemeldet. Musik, Partys, Konzerte und ich fang lieber an bevor mir schwindelig wird. Los!
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Bissle Eigenlob zum Anfang: Die erste The Soul war super, hat Spaß gemacht wieder mal mit Tom aufzulegen, hat Spaß gemacht wieder mal den ganzen Abend nur Soul und Funk aufzulegen, es war voll, die Leute haben getanzt und viele Bekannte waren auch noch da. Was will man mehr.
Bei der zweiten Ausgabe am 10. März ist mein Kumpel Tilli aka DJ TK zu Gast, von ihm hatte ich hier schon mal nen Mix und er ist der klassische “Bedroom-DJ” – was u.a. zur Folge hat, dass immer viele seiner Freunde kommen, wenn er dann mal außer Haus auflegt. Kann ja nur gut werden.
The Soul
Sa 10. März, 22 Uhr
Wurst & Fleisch, RotebühlplatzDJ Thorsten W.
DJ TK—-
Boah, gleich mal nen Knaller am Anfang. Soul aus Malaysia? Hatte ich jetzt so auch nicht direkt auf dem Schirm. Yuna kommt aus Malaysia, und als Einflüsse nennt sie die Cardigans und Coldplay – soulig hört sich ihre erste Single “Live Your Life”, die Ende Februar auf einem New Yorker Label erschienen ist, trotzdem an. Was natürlich daran liegen könnte, dass Pharrell Williams sie produziert hat. Das Album wird dann für April erwartet.
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http://www.dailymotion.com/video/xoliax
Ja ja, der Fluch des großen Hits. Irgendwie hat den auch Estelle getroffen, weil nach dem Megabrett “American Boy” mit Kanye hat alles irgendwie nicht so richtig gefruchtet – da hat auch ein von David Guetta produziertes Album nix geholfen. Immerhin war “One Love” von Guetta mit Estelle an den Vokals einigermaßen erfolgreich.
Jetzt ist sie mit dem neuen Album “All of Me” wieder am Start, das im Februar/März erscheint, und die erste Single heißt “Thank You”. Geht durchaus in Ordnung, gefälliger R’n'B, der aber halt doch nicht an die “alten” Sachen ranreicht.
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Miles Bonny hab ich immer noch nicht so richtig auf dem Schirm – aber vielleicht sollte ich mir mal ein paar Sachen reinziehen. Denn der Bootleg, den er selber gemacht hat, kann wirklich Einiges – der soulige Gesang nimmt dem Timbaland-Beat das Synthetische.
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Ja hey, Soul und Jazz, so wie Bruder und Schwester oder Großonkel und Nichte, oder so. Gregory Porter ist ein Jazz-Sänger, der erst 2010 sein erstes und jetzt im Februar sein zweites Album veröffentlicht hat. Daraus ist dieser wunderschöne Song “1960 What?”.
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Baby Sol aus England macht auch schon eine Weile Musik, hat aber erst im Oktober ihre erste Solo-EP rausgebracht – “No No” erinnert stellenweise etwas an “Easy” von Lionel Richie, ist sonst aber ein schön fluffiger Song für wärmere Frühlingstage.
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Jessie Ware kommt ebenfalls aus England und wurde u.a. durch eine Kooperation mit dem omnipräsenten Londoner Produzenten SBTRKT bekannt. Ihr eigener Song “Running” hat einen ganz besonderen und durchaus raffinierten 80s-Flavour, ist aber trotzdem absolut auf der Höhe der Zeit. Interessant!
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Ich hab ja nix gegen von Marken gesponserte Musikproduktionen, so lange dabei gute Musik rauskommt und die dann auch noch umsonst rausgegeben wird – so wie “DoYaTing” von den Gorillaz, von denen ich ja immer gern mal was Neues höre. Hier ist es eine von Converse präsentieret Kollabo mit Andre 3000 von Outcast und James Murphy vom LCD Soundsystem – und interessanterweise kommt der Einfluss von allen drei Parteien gut zur Geltung, ohne unhörbaren Matsch draus zu machen.
Hier kann man den Track runterladen.
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Der nächste Song ist eigentlich auch ein richtiges Brett, Kopfnicken ab dem ersten Beat. Und Jazz-Bassläufe gehen bei mir eh immer. Teedra Moses hat schon mit Raphael Saadiq zusammengearbeitet, spielt ansonsten mehr live als sie Platten macht, wurde jetzt aber als erste weibliche Künstlerin auf Rick Ross’ Maybach-Label gesignt und triff hier auf Rapper Wale.
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Drinkify
Am 9. Nov 2011, 17:34 Uhr von martin
Mittwoch ist der neue Donnerstag oder Freitag oder Samstag, meinte neulich erst der Thorsten, kann man sich das Leben schön trinken, vielleicht im Stereo oder im Transit, vielleicht auch nur daheim. Kann es aber auch lassen.
Wer nicht weiß, was er zu welcher Musik trinken soll, falls man das überhaupt wissen möchte, gibt die Seite Drinkify.org Auskunft. Kam der Aussi drauf, ich hab keine Ahnung wie alt oder neu das ist. Haben spontan mal kurz die wichtigsten Bands der Welt eingeben. Die Scorpions erträgt man laut dieser Seite mit einer Flasche Tequila…
…gemixt mit viel Metaxa, passend dazu läuft eine schöne Hymne von den Scorpions. Danach ist man blau. Ein Flasche Damson Gin genießt man zu den Dire Straits…
Läuft “Walk of Life”. Im Spätsommer waren wir mal grillen und ein Kollege hat spontan Dire Straits reingemacht und raunen ging durch den Garten. Super Band. Geht einfach nix drüber.
Und noch der Stuttgart-Check:
Das macht Helm.
Viel Spass beim Selbstversuch.
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Ticket plus Album
Am 3. Mai 2011, 09:13 Uhr von martin
Das ist Clueso, ein Spalter. Oder sagen wir so: Frauen mögen seine Musik, wir Männer eher weniger. Vielleicht täusche ich mich auch und viele Männer mögen seine Musik. Ich nicht. Lullt mir zu arg rum.
Liegt vielleicht daran, dass ich ihn einmal vor Jahren interviewt habe – im Rahmen zum Album “Gute Musik” und er da, wie soll ich sagen, irgendwie seltsam war. Vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag oder meine Fragen waren doof – “Was ist dein Lieblingsessen?” “Was sind deine Hobbys?” “Magst Du noch HipHop?” “Trägst du gerne Gummistiefel?”. Erst Aussi hat mir beigebracht wie man richtige Fragen stellt.
Quatsch mit Lagerfeuergitarre, da ich also kein Fan von Clueso bin, weiß ich auch nicht, dass er ein neues Album rausgehauen hat, “An und für sich” heißt das. Klingt beim Durchskippen wie immer: Lullt halt arg rum.
Wenn man ein neues Album veröffentlicht, geht man in der Regel auf Tour. Nun ist Clueso längst ein amtliches Zugpferd (sein Stuttgarter Gastspiel am vergangenen Samstag ist von der Liederhalle in die Porsche-Arena verlegt worden) und viele Frauen, aber bestimmt auch Männer, besuchen seine Konzerte, bloss – alter Hut – kaum einer hat seine Musik zuvor legal erworben.
Nun hatte der Erfurter Fuchs eine gute Idee, wie man schon im obigen Bild sieht und der Spiegel heute berichtet: Die Käufer eines Clueso-Konzerttickets erhalten einen Downloadcode für den neuen Longplayer. Der Ticketpreis bleibt trotzdem bei circa 30 Euro. Weiterhin oft man auf einen Crosspromotion-Effekt und dass sich dann doch noch ein paar Leute die echte CD holen. Four Musik freut sich bestimmt.
Der Spiegel meint dazu, das wäre voll radikal, stimmt natürlich irgendwo, ich würde sagen, fast genial, auch wenn ich selbst ein Album auf MP3 eher mager finde und gerne was in der Hand habe. Bislang wurden anscheinend 150.000 Tickets verkauft, das ist theoretisch ne Goldene. So bringt man seine Musik auch an den Mann, äh, die Frau. Mal schauen ob das Modell Schule macht. Könnte ich mir gut vorstellen.
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Pscht! Hör mal her
Am 10. Jun 2010, 15:42 Uhr von martin
(Fetter Roller. Bestimmt.)
Kinder! Clubberinnen! Clubber! DJs! Stuttgart tut was für uns. Diesen Samstag, 12. Juni starten die Stuttgarter Aktionstage “Pscht! Hör mal her”. Okay, der Let´s Putz-Faktor des Namen ist extrem hoch, aber das Thema doch ziemlich ernst.
Ich selbst mach drei Kreuze, dass ich nach all den Jahren noch gescheit höre. Bilde ich mir zumindest ein. Von Tinnitus bin ich bislang auch verschont geblieben, hört man ja doch öfters mal von einem Kollegen oder Nachteule.
“Pscht! Hör mal hier” beginnt am Samstag mit einem Tag der offenen Tür am Klinikum Stuttgart. In den Räumen der HNO-Klinik des Katharinenhospitals bieten Ärzte und Mitarbeiter von 11 bis 15 Uhr kostenlose Hörtests, Beratungsgespräche, Einblick in den Operationsbereich und viele Informationen rund um das Hören, Schwerhörigkeit und Behandlungsmöglichkeiten von Hörstörungen.
Am 15. und 16. Juni ist hingegen im Rathaus einiges zum Thema geboten (Informationsstände, Vorträge und Mitmachaktionen). Am Dienstagabend findet auch eine Podiumsdiskussion mit einem “bekannten DJ” und einem Dirigent statt.Die Aktionstage dauern bis 18. Juni an.
Mehr Infos auf der Homepage der Stadt und nach dem Sprung. Außerdem sehe ich gerade, dass wir vor genau einem Jahr das Thema “DJ-Führerschein” kurz angerissen haben.
Und wen das alles nicht interessieren sollte, weil er super hört: Günther Jauch geht zur ARD. Juhu!
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52 Albums/27: Massive Attack – Mezzanine
Am 24. Sep 2009, 11:02 Uhr von Aussenreporter
Eines vorweg: Ich hab von Musik überhaupt keine Ahnung. Mir sind Musikjournalisten zuwider, die mir erklären wollen, was gute und was schlechte Musik ist.Mein Zugang zur Musik ist viel naiver – entweder sie gefällt mir, oder sie gefällt mir nicht. Auch bin ich so charakterlos, dass mich selbst gute Freunde als Musikhure bezeichnen. Wenn ichs dreckig brauch, gefällt mir eine Nacht mit Ricardo Villalobos am besten. Wenn ich mich wieder wie 17 fühlen will, höre ich HipHop aus den 90ern. Und schleicht sich eine leichte Herbstdepression an, mach ich mich völlig fertig mit Leonard Cohen.Musik-Polizisten, die sich wie Geschmacks-Nazis aufführen und mich zu ihrem Soul, ihrem Indie-Geschraddel oder – am schlimmsten – zu weinerlicher Popmusik mit deutsche Texten bekehren wollen, verabscheue ich.Vielleicht auch aus Neid, weil diese Zeitgenossen etwas haben, was ich nicht habe: Sie leben ihre Anhängerschaft zu einer Band, zu einem Stil kompromisslos aus.Die einzige Band, von der ich bis heute Fan geblieben bin, von der ich alle Alben habe, und die es bis heute schafft, mich emotional zu packen, ist ausgerechnet eine Konsens-Band wie Massive Attack.Meine Liebe wurde entfacht, als ich meine ersten Schritte als Lokaljournalist wagte. Ich bin ein Land-Ei, trage Doppelkennzeichen im Herzen. Für eine Lokalzeitung durfte ich 1999-2000 über größere Konzerte aus Stuttgart oder Karlsruhe berichten, in Wort und Bild. Letzteres brachte mich in den Fotograben bei der Mezzanine-Tour von Massive Attack. Wahrscheinlich war es die räumliche Nähe zur Band, die Selbstinszenierung – wenig Licht, dezente Anzüge, der Adrenalin-Schub, während der ersten drei Lieder im Halbdunkel mit einer Scheiß-Kamera gute Bilder zu machen. Irgendwie haben sie mich gepackt an diesem Abend.Ich mochte die Band schon davor, Blue Lines und Protection waren gute Alben, an dem Abend im Congesscentrum B war es aber um mich geschehen. Nach dem fotografischen Intermezzo nötigte mich ein Kommilitone zu einer Grastüte, danach hatte ich einen der wunderbarsten Konzertabende ever.Wir schauten uns das Konzert von der Seite an, die Bässe drückten einen in der Magengegend ordentlich an die Wand, Robert del Naja und Grant Marshall bemühten mit ihrer Begleitband immer dasselbe Stilmittel: Man dachte, der Song sei herum, war ein wenig traurig, und plötzlich wurde das Hauptthema des Songs mit viel Bass noch einmal aufgenommen. Und zwar direkt in die Fresse.Ich hab die Band anschließend noch dreimal live gesehen bei der Tour zu 100th Window mit einer gigantischen Lichtshow, einmal in London, einmal in Belfort und einmal in Berlin, es war jedes Mal wieder der Hit. Zwar nie mehr so gut, wie beim ersten Mal, aber immer noch besser als mit anderen.Wie mit alten Freunden, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte, mit dem Unterschied, dass man nicht selber für die Unterhaltung sorgen musste, sondern ganz wunderbar unterhalten wurde.Irgendwie passt ihr düsterer Downbeat wohl nicht mehr ganz ins hier und jetzt, am 5.10. kommt aber eine neue EP raus, für Februar ist ein neues Album angekündigt. Was man auf der Website schon hören kann, haut mich im ersten Moment nicht vom Hocker. Wie das aber so ist als Fan, den Depressionisten von der Insel würde ich auch mal ein schwächeres Album verzeihen. Ich steh schließlich immer noch in ihrer Schuld – für all die unvergesslichen Stimmungen, die sie mir geschenkt haben.
Eines vorweg: Ich hab von Musik überhaupt keine Ahnung. Mir sind Musikjournalisten zuwider, die mir mit hochgestochenen Worten erklären wollen, was gute und was schlechte Musik ist.
Mein Zugang zur Musik ist viel naiver – entweder sie berührt mich, oder sie berührt mich nicht. Auch bin ich so charakterlos, dass mich selbst gute Freunde als Musikhure bezeichnen. Wenn ichs dreckig brauch, gefällt mir eine Nacht mit Ricardo Villalobos am besten. Wenn ich mich wieder wie 17 fühlen will, höre ich HipHop aus den 90ern. Und schleicht sich eine leichte Herbstdepression an, mach ich mich völlig fertig mit Leonard Cohen.
Musik-Polizisten, die sich wie Geschmacks-Nazis aufführen und mich zu ihrem Soul, ihrem Indie-Geschraddel oder – am schlimmsten – zu weinerlicher Popmusik mit deutsche Texten bekehren wollen, verabscheue ich.
Vielleicht auch aus Neid, weil diese Zeitgenossen etwas haben, was ich nicht habe: Sie leben ihre Anhängerschaft zu einer Band, zu einem Stil kompromisslos aus.
Die einzige Band, von der ich bis heute Fan geblieben bin, von der ich alle Alben habe, und die es bis heute schafft, mich emotional zu packen, ist ausgerechnet eine Konsens-Band wie Massive Attack.
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Rechte Musik aus Stuttgart
Am 5. Mrz 2009, 09:37 Uhr von Thorsten W.

Ich dachte immer, die rechte Szene in Stuttgart wäre recht überschaubar bzw. nicht vorhanden – aber so kann man sich täuschen. Nur weil hier keine Glatzen am Hauptbahnhof rumhängen wie in anderen Städten heißt wohl noch nicht, dass es hier nicht auch Aktivistien gibt.
Wie heute durch die Medien geht, wurden gestern bundesweit bei Razzien in Privatwohnungen ca. 45000 CDs mit rechtsextremer Musik sichergestellt. Die Polizei-Aktion wurde von Stuttgart aus gesteuert, weil eine zentrale Figur der rechten Musikszene, ein gewisser Sascha D., in seiner Wohnung in Bad Cannstatt ein Tonstudio und einen Versand für rechte Musik betrieben hat. Inzwischen ist er aber wohl in Richtung Rems-Murr-Kreis abgewandert.
Infos: Stuttgarter Nachrichten
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