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    Drinkify

    Am 9. Nov 2011, 17:34 Uhr von martin

    Mittwoch ist der neue Donnerstag oder Freitag oder Samstag, meinte neulich erst der Thorsten, kann man sich das Leben schön trinken, vielleicht im Stereo oder im Transit, vielleicht auch nur daheim. Kann es aber auch lassen.

    Wer nicht weiß, was er zu welcher Musik trinken soll, falls man das überhaupt wissen möchte, gibt die Seite Drinkify.org Auskunft. Kam der Aussi drauf, ich hab keine Ahnung wie alt oder neu das ist. Haben spontan mal kurz die wichtigsten Bands der Welt eingeben. Die Scorpions erträgt man laut dieser Seite mit einer Flasche Tequila…

    …gemixt mit viel Metaxa, passend dazu läuft eine schöne Hymne von den Scorpions. Danach ist man blau. Ein Flasche Damson Gin genießt man zu den Dire Straits…

    Läuft “Walk of Life”. Im Spätsommer waren wir mal grillen und ein Kollege hat spontan Dire Straits reingemacht und raunen ging durch den Garten. Super Band. Geht einfach nix drüber.

    Und noch der Stuttgart-Check:

    Das macht Helm.

    Viel Spass beim Selbstversuch.

    www.drinkify.org

    Mittwoch ist der neue Donnerstag oder Freitag oder Samstag, meinte neulich erst der Thorsten, kann man sich das Leben schön trinken, vielleicht im Stereo oder im Transit, vielleicht auch nur daheim. Kann es aber auch lassen. Wer nicht weiß, was er zu welcher Musik trinken soll, falls man das überhaupt wissen möchte, gibt die Seite Drinkify.org Auskunft. Kam der Aussi drauf, ich hab keine Ahnung wie alt oder neu das ist. Haben spontan mal kurz die wichtigsten Bands der Welt eingeben. Die Scorpions erträgt man laut dieser Seite mit einer Flasche Tequila... ...gemixt mit viel Metaxa, passend dazu läuft eine schöne Hymne von den Scorpions. Danach ist man blau. Ein Flasche Damson Gin genießt man zu den Dire Straits... Läuft "Walk of Life". Im Spätsommer waren wir mal grillen und ein Kollege hat spontan Dire Straits reingemacht und raunen ging durch den Garten. Super Band. Geht einfach nix drüber. Und noch der Stuttgart-Check: Das macht Helm. Viel Spass beim Selbstversuch. www.drinkify.org

     
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    Ticket plus Album

    Am 3. Mai 2011, 09:13 Uhr von martin

    Das ist Clueso, ein Spalter. Oder sagen wir so: Frauen mögen seine Musik, wir Männer eher weniger. Vielleicht täusche ich mich auch und viele Männer mögen seine Musik. Ich nicht. Lullt mir zu arg rum.

    Liegt vielleicht daran, dass ich ihn einmal vor Jahren interviewt habe – im Rahmen zum Album “Gute Musik” und er da, wie soll ich sagen, irgendwie seltsam war. Vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag oder meine Fragen waren doof – “Was ist dein Lieblingsessen?” “Was sind deine Hobbys?” “Magst Du noch HipHop?” “Trägst du gerne Gummistiefel?”. Erst Aussi hat mir beigebracht wie man richtige Fragen stellt.

    Quatsch mit Lagerfeuergitarre, da ich also kein Fan von Clueso bin, weiß ich auch nicht, dass er ein neues Album rausgehauen hat, “An und für sich” heißt das. Klingt beim Durchskippen wie immer: Lullt halt arg rum.

    Wenn man ein neues Album veröffentlicht, geht man in der Regel auf Tour. Nun ist Clueso längst ein amtliches Zugpferd (sein Stuttgarter Gastspiel am vergangenen Samstag ist von der Liederhalle in die Porsche-Arena verlegt worden) und viele Frauen, aber bestimmt auch Männer, besuchen seine Konzerte, bloss – alter Hut – kaum einer hat seine Musik zuvor legal erworben.

    Nun hatte der Erfurter Fuchs eine gute Idee, wie man schon im obigen Bild sieht und der Spiegel heute berichtet: Die Käufer eines Clueso-Konzerttickets erhalten einen Downloadcode für den neuen Longplayer. Der Ticketpreis bleibt trotzdem bei circa 30 Euro. Weiterhin oft man auf einen Crosspromotion-Effekt und dass sich dann doch noch ein paar Leute die echte CD holen. Four Musik freut sich bestimmt.

    Der Spiegel meint dazu, das wäre voll radikal, stimmt natürlich irgendwo, ich würde sagen, fast genial, auch wenn ich selbst ein Album auf MP3 eher mager finde und gerne was in der Hand habe. Bislang wurden anscheinend 150.000 Tickets verkauft, das ist theoretisch ne Goldene. So bringt man seine Musik auch an den Mann, äh, die Frau. Mal schauen ob das Modell Schule macht. Könnte ich mir gut vorstellen.

    Das ist Clueso, ein Spalter. Oder sagen wir so: Frauen mögen seine Musik, wir Männer eher weniger. Vielleicht täusche ich mich auch und viele Männer mögen seine Musik. Ich nicht. Lullt mir zu arg rum. Liegt vielleicht daran, dass ich ihn einmal vor Jahren interviewt habe - im Rahmen zum Album "Gute Musik" und er da, wie soll ich sagen, irgendwie seltsam war. Vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag oder meine Fragen waren doof - "Was ist dein Lieblingsessen?" "Was sind deine Hobbys?" "Magst Du noch HipHop?" "Trägst du gerne Gummistiefel?". Erst Aussi hat mir beigebracht wie man richtige Fragen stellt. Quatsch mit Lagerfeuergitarre, da ich also kein Fan von Clueso bin, weiß ich auch nicht, dass er ein neues Album rausgehauen hat, "An und für sich" heißt das. Klingt beim Durchskippen wie immer: Lullt halt arg rum. Wenn man ein neues Album veröffentlicht, geht man in der Regel auf Tour. Nun ist Clueso längst ein amtliches Zugpferd (sein Stuttgarter Gastspiel am vergangenen Samstag ist von der Liederhalle in die Porsche-Arena verlegt worden) und viele Frauen, aber bestimmt auch Männer, besuchen seine Konzerte, bloss - alter Hut - kaum einer hat seine Musik zuvor legal erworben. Nun hatte der Erfurter Fuchs eine gute Idee, wie man schon im obigen Bild sieht und der Spiegel heute berichtet: Die Käufer eines Clueso-Konzerttickets erhalten einen Downloadcode für den neuen Longplayer. Der Ticketpreis bleibt trotzdem bei circa 30 Euro. Weiterhin oft man auf einen Crosspromotion-Effekt und dass sich dann doch noch ein paar Leute die echte CD holen. Four Musik freut sich bestimmt. Der Spiegel meint dazu, das wäre voll radikal, stimmt natürlich irgendwo, ich würde sagen, fast genial, auch wenn ich selbst ein Album auf MP3 eher mager finde und gerne was in der Hand habe. Bislang wurden anscheinend 150.000 Tickets verkauft, das ist theoretisch ne Goldene. So bringt man seine Musik auch an den Mann, äh, die Frau. Mal schauen ob das Modell Schule macht. Könnte ich mir gut vorstellen.

     
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    Pscht! Hör mal her

    Am 10. Jun 2010, 15:42 Uhr von martin

    (Fetter Roller. Bestimmt.)

    Kinder! Clubberinnen! Clubber! DJs! Stuttgart tut was für uns. Diesen Samstag, 12. Juni starten die Stuttgarter Aktionstage “Pscht! Hör mal her”. Okay, der Let´s Putz-Faktor des Namen ist extrem hoch, aber das Thema doch ziemlich ernst.

    Ich selbst mach drei Kreuze, dass ich nach all den Jahren noch gescheit höre. Bilde ich mir zumindest ein. Von Tinnitus bin ich bislang auch verschont geblieben, hört man ja doch öfters mal von einem Kollegen oder Nachteule.

    “Pscht! Hör mal hier” beginnt am Samstag mit einem Tag der offenen Tür am Klinikum Stuttgart. In den Räumen der HNO-Klinik des Katharinenhospitals bieten Ärzte und Mitarbeiter von 11 bis 15 Uhr kostenlose Hörtests, Beratungsgespräche, Einblick in den Operationsbereich und viele Informationen rund um das Hören, Schwerhörigkeit und Behandlungsmöglichkeiten von Hörstörungen.

    Am 15. und 16. Juni ist hingegen im Rathaus einiges zum Thema geboten (Informationsstände, Vorträge und Mitmachaktionen). Am Dienstagabend findet auch eine Podiumsdiskussion mit einem “bekannten DJ” und einem Dirigent statt.Die Aktionstage dauern bis 18. Juni an.

    Mehr Infos auf der Homepage der Stadt und nach dem Sprung. Außerdem sehe ich gerade, dass wir vor genau einem Jahr das Thema “DJ-Führerschein” kurz angerissen haben.

    Und wen das alles nicht interessieren sollte, weil er super hört: Günther Jauch geht zur ARD. Juhu!

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    (Fetter Roller. Bestimmt.) Kinder! Clubberinnen! Clubber! DJs! Stuttgart tut was für uns. Diesen Samstag, 12. Juni starten die Stuttgarter Aktionstage "Pscht! Hör mal her". Okay, der Let´s Putz-Faktor des Namen ist extrem hoch, aber das Thema doch ziemlich ernst. Ich selbst mach drei Kreuze, dass ich nach all den Jahren noch gescheit höre. Bilde ich mir zumindest ein. Von Tinnitus bin ich bislang auch verschont geblieben, hört man ja doch öfters mal von einem Kollegen oder Nachteule. "Pscht! Hör mal hier" beginnt am Samstag mit einem Tag der offenen Tür am Klinikum Stuttgart. In den Räumen der HNO-Klinik des Katharinenhospitals bieten Ärzte und Mitarbeiter von 11 bis 15 Uhr kostenlose Hörtests, Beratungsgespräche, Einblick in den Operationsbereich und viele Informationen rund um das Hören, Schwerhörigkeit und Behandlungsmöglichkeiten von Hörstörungen. Am 15. und 16. Juni ist hingegen im Rathaus einiges zum Thema geboten (Informationsstände, Vorträge und Mitmachaktionen). Am Dienstagabend findet auch eine Podiumsdiskussion mit einem "bekannten DJ" und einem Dirigent statt.Die Aktionstage dauern bis 18. Juni an. Mehr Infos auf der Homepage der Stadt und nach dem Sprung. Außerdem sehe ich gerade, dass wir vor genau einem Jahr das Thema "DJ-Führerschein" kurz angerissen haben. Und wen das alles nicht interessieren sollte, weil er super hört: Günther Jauch geht zur ARD. Juhu! "Gut zu hören bedeutet ein großes Stück Lebensqualität. Umso wichtiger ist es, schonend mit dem Gehör umzugehen, denn die meisten Hörschäden sind nicht reparabel. Um Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen über die vielen verschiedenen Aspekte des Hörens zu informieren, hat die Kommunikationsabteilung der Landeshauptstadt Stuttgart die Gesundheitskampagne „Pscht – hör mal her!“ initiiert und organisiert. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster übernommen. Vor allem Jugendliche gefährden das wichtige Sinnesorgan Ohr schon in frühen Jahren durch zu lautes Musikhören. Aber auch Stress und der Lärm in unserer Umgebung belasten die Ohren. Deshalb beteiligen sich viele Institutionen und Organisationen an der Aktionswoche. Mit dabei sind unter anderem die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Plastische Operationen des Klinikums Stuttgart, niedergelassene HNO-Ärzte, Hörgeräteakustiker, die Stuttgarter Jugendhaus gGmbH, das Landesgesundheitsamt, die Immenhoferschule, Selbsthilfegruppen wie der Verein der Gehörlosen und der Schwerhörigenverein Stuttgart, und viele andere mehr. Höhepunkt der städtischen Kampagne sind die beiden Aktionstage im Stuttgarter Rathaus am Dienstag, 15., und Mittwoch, 16. Juni, mit zahlreichen Informationsständen, Vorträgen und Mitmachaktionen. Speziell geeignet für Schülerinnen und Schüler sind zum Beispiel die HNO-Praxis zum Anfassen, ein Erlebniszelt der Immenhoferschule mit Schall- und Hörexperimenten, Klangtische des Musikkünstlers Michael Bradke, an denen jeder selbst Musik und Töne erzeugen kann, sowie die Podiumsdiskussion mit Jugendlichen, Fachärzten, einem bekannten DJ und dem Stuttgarter Dirigenten Frieder Bernius am Dienstagabend. Alle Veranstaltungen sind kostenlos, Schrift- und Gebärdendolmetscher machen die Vorträge barrierefrei."

     
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    52 Albums/27: Massive Attack – Mezzanine

    Am 24. Sep 2009, 11:02 Uhr von Aussenreporter

    Eines vorweg: Ich hab von Musik überhaupt keine Ahnung. Mir sind Musikjournalisten zuwider, die mir erklären wollen, was gute und was schlechte Musik ist.
    Mein Zugang zur Musik ist viel naiver – entweder sie gefällt mir, oder sie gefällt mir nicht. Auch bin ich so charakterlos, dass mich selbst gute Freunde als Musikhure bezeichnen. Wenn ichs dreckig brauch, gefällt mir eine Nacht mit Ricardo Villalobos am besten. Wenn ich mich wieder wie 17 fühlen will, höre ich HipHop aus den 90ern. Und schleicht sich eine leichte Herbstdepression an, mach ich mich völlig fertig mit Leonard Cohen.
    Musik-Polizisten, die sich wie Geschmacks-Nazis aufführen und mich zu ihrem Soul, ihrem Indie-Geschraddel oder – am schlimmsten – zu weinerlicher Popmusik mit deutsche Texten bekehren wollen, verabscheue ich.
    Vielleicht auch aus Neid, weil diese Zeitgenossen etwas haben, was ich nicht habe: Sie leben ihre Anhängerschaft zu einer Band, zu einem Stil kompromisslos aus.
    Die einzige Band, von der ich bis heute Fan geblieben bin, von der ich alle Alben habe, und die es bis heute schafft, mich emotional zu packen, ist ausgerechnet eine Konsens-Band wie Massive Attack.
    Meine Liebe wurde entfacht, als ich meine ersten Schritte als Lokaljournalist wagte. Ich bin ein Land-Ei, trage Doppelkennzeichen im Herzen. Für eine Lokalzeitung durfte ich 1999-2000 über größere Konzerte aus Stuttgart oder Karlsruhe berichten, in Wort und Bild. Letzteres brachte mich in den Fotograben bei der Mezzanine-Tour von Massive Attack. Wahrscheinlich war es die räumliche Nähe zur Band, die Selbstinszenierung – wenig Licht, dezente Anzüge, der Adrenalin-Schub, während der ersten drei Lieder im Halbdunkel mit einer Scheiß-Kamera gute Bilder zu machen. Irgendwie haben sie mich gepackt an diesem Abend.
    Ich mochte die Band schon davor, Blue Lines und Protection waren gute Alben, an dem Abend im Congesscentrum B war es aber um mich geschehen. Nach dem fotografischen Intermezzo nötigte mich ein Kommilitone zu einer Grastüte, danach hatte ich einen der wunderbarsten Konzertabende ever.
    Wir schauten uns das Konzert von der Seite an, die Bässe drückten einen in der Magengegend ordentlich an die Wand, Robert del Naja und Grant Marshall bemühten mit ihrer Begleitband immer dasselbe Stilmittel: Man dachte, der Song sei herum, war ein wenig traurig, und plötzlich wurde das Hauptthema des Songs mit viel Bass noch einmal aufgenommen. Und zwar direkt in die Fresse.
    Ich hab die Band anschließend noch dreimal live gesehen bei der Tour zu 100th Window mit einer gigantischen Lichtshow, einmal in London, einmal in Belfort und einmal in Berlin, es war jedes Mal wieder der Hit. Zwar nie mehr so gut, wie beim ersten Mal, aber immer noch besser als mit anderen.
    Wie mit alten Freunden, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte, mit dem Unterschied, dass man nicht selber für die Unterhaltung sorgen musste, sondern ganz wunderbar unterhalten wurde.
    Irgendwie passt ihr düsterer Downbeat wohl nicht mehr ganz ins hier und jetzt, am 5.10. kommt aber eine neue EP raus, für Februar ist ein neues Album angekündigt. Was man auf der Website schon hören kann, haut mich im ersten Moment nicht vom Hocker. Wie das aber so ist als Fan, den Depressionisten von der Insel würde ich auch mal ein schwächeres Album verzeihen. Ich steh schließlich immer noch in ihrer Schuld – für all die unvergesslichen Stimmungen, die sie mir geschenkt haben.

    massive_attack_-_mezzanine-front

    Eines vorweg: Ich hab von Musik überhaupt keine Ahnung. Mir sind Musikjournalisten zuwider, die mir mit hochgestochenen Worten erklären wollen, was gute und was schlechte Musik ist.

    Mein Zugang zur Musik ist viel naiver – entweder sie berührt mich, oder sie berührt mich nicht. Auch bin ich so charakterlos, dass mich selbst gute Freunde als Musikhure bezeichnen. Wenn ichs dreckig brauch, gefällt mir eine Nacht mit Ricardo Villalobos am besten. Wenn ich mich wieder wie 17 fühlen will, höre ich HipHop aus den 90ern. Und schleicht sich eine leichte Herbstdepression an, mach ich mich völlig fertig mit Leonard Cohen.

    Musik-Polizisten, die sich wie Geschmacks-Nazis aufführen und mich zu ihrem Soul, ihrem Indie-Geschraddel oder – am schlimmsten – zu weinerlicher Popmusik mit deutsche Texten bekehren wollen, verabscheue ich.

    Vielleicht auch aus Neid, weil diese Zeitgenossen etwas haben, was ich nicht habe: Sie leben ihre Anhängerschaft zu einer Band, zu einem Stil kompromisslos aus.

    Die einzige Band, von der ich bis heute Fan geblieben bin, von der ich alle Alben habe, und die es bis heute schafft, mich emotional zu packen, ist ausgerechnet eine Konsens-Band wie Massive Attack.

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    Eines vorweg: Ich hab von Musik überhaupt keine Ahnung. Mir sind Musikjournalisten zuwider, die mir erklären wollen, was gute und was schlechte Musik ist. Mein Zugang zur Musik ist viel naiver – entweder sie gefällt mir, oder sie gefällt mir nicht. Auch bin ich so charakterlos, dass mich selbst gute Freunde als Musikhure bezeichnen. Wenn ichs dreckig brauch, gefällt mir eine Nacht mit Ricardo Villalobos am besten. Wenn ich mich wieder wie 17 fühlen will, höre ich HipHop aus den 90ern. Und schleicht sich eine leichte Herbstdepression an, mach ich mich völlig fertig mit Leonard Cohen. Musik-Polizisten, die sich wie Geschmacks-Nazis aufführen und mich zu ihrem Soul, ihrem Indie-Geschraddel oder – am schlimmsten – zu weinerlicher Popmusik mit deutsche Texten bekehren wollen, verabscheue ich. Vielleicht auch aus Neid, weil diese Zeitgenossen etwas haben, was ich nicht habe: Sie leben ihre Anhängerschaft zu einer Band, zu einem Stil kompromisslos aus. Die einzige Band, von der ich bis heute Fan geblieben bin, von der ich alle Alben habe, und die es bis heute schafft, mich emotional zu packen, ist ausgerechnet eine Konsens-Band wie Massive Attack. Meine Liebe wurde entfacht, als ich meine ersten Schritte als Lokaljournalist wagte. Ich bin ein Land-Ei, trage Doppelkennzeichen im Herzen. Für eine Lokalzeitung durfte ich 1999-2000 über größere Konzerte aus Stuttgart oder Karlsruhe berichten, in Wort und Bild. Letzteres brachte mich in den Fotograben bei der Mezzanine-Tour von Massive Attack. Wahrscheinlich war es die räumliche Nähe zur Band, die Selbstinszenierung – wenig Licht, dezente Anzüge, der Adrenalin-Schub, während der ersten drei Lieder im Halbdunkel mit einer Scheiß-Kamera gute Bilder zu machen. Irgendwie haben sie mich gepackt an diesem Abend. Ich mochte die Band schon davor, Blue Lines und Protection waren gute Alben, an dem Abend im Congesscentrum B war es aber um mich geschehen. Nach dem fotografischen Intermezzo nötigte mich ein Kommilitone zu einer Grastüte, danach hatte ich einen der wunderbarsten Konzertabende ever. Wir schauten uns das Konzert von der Seite an, die Bässe drückten einen in der Magengegend ordentlich an die Wand, Robert del Naja und Grant Marshall bemühten mit ihrer Begleitband immer dasselbe Stilmittel: Man dachte, der Song sei herum, war ein wenig traurig, und plötzlich wurde das Hauptthema des Songs mit viel Bass noch einmal aufgenommen. Und zwar direkt in die Fresse. Ich hab die Band anschließend noch dreimal live gesehen bei der Tour zu 100th Window mit einer gigantischen Lichtshow, einmal in London, einmal in Belfort und einmal in Berlin, es war jedes Mal wieder der Hit. Zwar nie mehr so gut, wie beim ersten Mal, aber immer noch besser als mit anderen. Wie mit alten Freunden, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte, mit dem Unterschied, dass man nicht selber für die Unterhaltung sorgen musste, sondern ganz wunderbar unterhalten wurde. Irgendwie passt ihr düsterer Downbeat wohl nicht mehr ganz ins hier und jetzt, am 5.10. kommt aber eine neue EP raus, für Februar ist ein neues Album angekündigt. Was man auf der Website schon hören kann, haut mich im ersten Moment nicht vom Hocker. Wie das aber so ist als Fan, den Depressionisten von der Insel würde ich auch mal ein schwächeres Album verzeihen. Ich steh schließlich immer noch in ihrer Schuld – für all die unvergesslichen Stimmungen, die sie mir geschenkt haben. Eines vorweg: Ich hab von Musik überhaupt keine Ahnung. Mir sind Musikjournalisten zuwider, die mir mit hochgestochenen Worten erklären wollen, was gute und was schlechte Musik ist. Mein Zugang zur Musik ist viel naiver – entweder sie berührt mich, oder sie berührt mich nicht. Auch bin ich so charakterlos, dass mich selbst gute Freunde als Musikhure bezeichnen. Wenn ichs dreckig brauch, gefällt mir eine Nacht mit Ricardo Villalobos am besten. Wenn ich mich wieder wie 17 fühlen will, höre ich HipHop aus den 90ern. Und schleicht sich eine leichte Herbstdepression an, mach ich mich völlig fertig mit Leonard Cohen. Musik-Polizisten, die sich wie Geschmacks-Nazis aufführen und mich zu ihrem Soul, ihrem Indie-Geschraddel oder – am schlimmsten – zu weinerlicher Popmusik mit deutsche Texten bekehren wollen, verabscheue ich. Vielleicht auch aus Neid, weil diese Zeitgenossen etwas haben, was ich nicht habe: Sie leben ihre Anhängerschaft zu einer Band, zu einem Stil kompromisslos aus. Die einzige Band, von der ich bis heute Fan geblieben bin, von der ich alle Alben habe, und die es bis heute schafft, mich emotional zu packen, ist ausgerechnet eine Konsens-Band wie Massive Attack. Meine Liebe wurde entfacht, als ich meine ersten Schritte als Lokaljournalist wagte. Ich bin ein Land-Ei, trage Doppelkennzeichen im Herzen. Für eine Lokalzeitung durfte ich 1999-2000 über größere Konzerte aus Stuttgart oder Karlsruhe berichten, in Wort und Bild. Letzteres brachte mich in den Fotograben bei der Mezzanine-Tour von Massive Attack. Wahrscheinlich war es die räumliche Nähe zur Band, die Selbstinszenierung – wenig Licht, dezente Anzüge, der Adrenalin-Schub, während der ersten drei Lieder im Halbdunkel mit einer Scheiß-Kamera gute Bilder zu machen. Irgendwie haben sie mich gepackt an diesem Abend. Ich mochte die Band schon davor, Blue Lines und Protection waren gute Alben, ersteres wurde an dieser Stelle nicht umsonst als erster Teil der Serie „52 Alben“ besprochen. An besagtem Abend im Congesscentrum B war es aber um mich geschehen. Nach dem fotografischen Intermezzo nötigte mich ein Kommilitone zu einer ordentlichen Tüte Gras, danach hatte ich einen der wunderbarsten Konzertabende ever. Wir schauten uns das Konzert von der Seite an, die Bässe drückten einen in der Magengegend ordentlich an die Wand, Robert del Naja und Grant Marshall bemühten mit ihrer Begleitband immer dasselbe Stilmittel: Man dachte, der Song sei herum, war ein wenig traurig, und plötzlich wurde das Hauptthema des Songs mit viel Bass noch einmal aufgenommen. Und zwar direkt in die Fresse. Ich hab die Band anschließend noch dreimal live gesehen bei der Tour zu 100th Window mit einer gigantischen Lichtshow, einmal in London, einmal in Belfort und einmal in Berlin, es war jedes Mal wieder der Hit. Zwar nie mehr so gut, wie beim ersten Mal, aber immer noch besser als mit anderen. Wie mit alten Freunden, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte, mit dem Unterschied, dass man nicht selber für die Unterhaltung sorgen musste, sondern ganz wunderbar unterhalten wurde. Irgendwie passt ihr düsterer Downbeat wohl nicht mehr ganz ins hier und jetzt, am 5.10. kommt aber eine neue EP raus, für Februar ist ein neues Album angekündigt. Was man auf der Website schon hören kann, gefällt mir schon wieder sehr gut. Wie das aber so ist als Fan, objektiv bin ich auf keinen Fall und den Depressionisten von der Insel würde ich auch mal ein schwächeres Album verzeihen. Ich steh schließlich immer noch in ihrer Schuld – für all die Stimmungen und Abende, die sie mir geschenkt haben.

     
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    Rechte Musik aus Stuttgart

    Am 5. Mrz 2009, 09:37 Uhr von Thorsten W.

    nazis_raus

    Ich dachte immer, die rechte Szene in Stuttgart wäre recht überschaubar bzw. nicht vorhanden – aber so kann man sich täuschen. Nur weil hier keine Glatzen am Hauptbahnhof rumhängen wie in anderen Städten heißt wohl noch nicht, dass es hier nicht auch Aktivistien gibt.

    Wie heute durch die Medien geht, wurden gestern bundesweit bei Razzien in Privatwohnungen ca. 45000 CDs mit rechtsextremer Musik sichergestellt. Die Polizei-Aktion wurde von Stuttgart aus gesteuert, weil eine zentrale Figur der rechten Musikszene, ein gewisser Sascha D., in seiner Wohnung in Bad Cannstatt ein Tonstudio und einen Versand für rechte Musik betrieben hat. Inzwischen ist er aber wohl in Richtung Rems-Murr-Kreis abgewandert.

    Infos: Stuttgarter Nachrichten

    Ich dachte immer, die rechte Szene in Stuttgart wäre recht überschaubar bzw. nicht vorhanden - aber so kann man sich täuschen. Nur weil hier keine Glatzen am Hauptbahnhof rumhängen wie in anderen Städten heißt wohl noch nicht, dass es hier nicht auch Aktivistien gibt. Wie heute durch die Medien geht, wurden gestern bundesweit bei Razzien in Privatwohnungen ca. 45000 CDs mit rechtsextremer Musik sichergestellt. Die Polizei-Aktion wurde von Stuttgart aus gesteuert, weil eine zentrale Figur der rechten Musikszene, ein gewisser Sascha D., in seiner Wohnung in Bad Cannstatt ein Tonstudio und einen Versand für rechte Musik betrieben hat. Inzwischen ist er aber wohl in Richtung Rems-Murr-Kreis abgewandert. Infos: Stuttgarter Nachrichten

     
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    Tuesday – Wiggerday – Best of 08/07/15

    Am 15. Jul 2008, 13:40 Uhr von Thorsten W.

    Every tuesday, famous German writer and editor Jan Wigger comes up on Spiegel Online with the “Die wichtigsten CDs der Woche” and brings the hottest shit in Underground-Indie-Guitar-Floorguck-Music straight to the point. With Bands no one ever heard of, words no one knows and sentences as long as the Theodor-Heuss-Straße. Don’t expect to get to know anything about the music he talks about. Never with any sense, but always funny. Somehow.

    The highlights this week:

    “Bleiben ein paar hübsche Momente, einige gute, aber nicht ausformulierte Ansätze (“In My Room”) und die Lehre, dass dieses Jahr ganz sicher durch andere Platten als “¿Cómo Te Llama?” in Erinnerung bleiben wird. Oder – wie immer – durch das delphische Lächeln der Schauspielerin Maike von Bremen.”

    “Ansonsten bauen Sport weiterhin auf ihre im deutschsprachigen Rock äußerst seltene Fähigkeit, Musik Wand werden zu lassen (“Vergiss die Weltformel”), schwingen tiefer gestimmte Depri-Keulen (“Namen und Gesichter”), sezieren ihren Schmerz, durchqueren die Zwischenräume und enden episch (“Unter den Wolken”).”

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    Every tuesday, famous German writer and editor Jan Wigger comes up on Spiegel Online with the "Die wichtigsten CDs der Woche" and brings the hottest shit in Underground-Indie-Guitar-Floorguck-Music straight to the point. With Bands no one ever heard of, words no one knows and sentences as long as the Theodor-Heuss-Straße. Don't expect to get to know anything about the music he talks about. Never with any sense, but always funny. Somehow. The highlights this week: "Bleiben ein paar hübsche Momente, einige gute, aber nicht ausformulierte Ansätze ("In My Room") und die Lehre, dass dieses Jahr ganz sicher durch andere Platten als "¿Cómo Te Llama?" in Erinnerung bleiben wird. Oder - wie immer - durch das delphische Lächeln der Schauspielerin Maike von Bremen." "Ansonsten bauen Sport weiterhin auf ihre im deutschsprachigen Rock äußerst seltene Fähigkeit, Musik Wand werden zu lassen ("Vergiss die Weltformel"), schwingen tiefer gestimmte Depri-Keulen ("Namen und Gesichter"), sezieren ihren Schmerz, durchqueren die Zwischenräume und enden episch ("Unter den Wolken")." "Heimische Folklore, irischer Folk, The Pogues, The Clash und Billy Bragg dürften Dempseys ungeheuer nachdrücklichen und beseelten Vortrag inspiriert haben, das fünfte Album "The Rocky Road" beschränkt sich auf Neuinterpretationen alter und neuerer (Shane MacGowans "A Rainy Night In Soho") irischer Klassiker und natürlich: Auf kaum ein Album hätten John Sheahan und Barney McKenna von den Dubliners besser gepasst als auf dieses. Rührend: Bouzouki und Flöte im sorgenvollen "The Foggy Dew"." "Auf "Blur" änderte Sänger und Songschreiber Damon Albarn den Kurs: Sandra Maischberger sagte damals auf VH-1, sie lausche der Platte gern beim Staubsaugen, Großarchivar Heinz Rudolf Kunze, der ihr gegenüber saß, hörte dagegen Pavement, Robert Wyatt und Tortoise heraus und verwies zu recht empört auf die Komplexität von "Essex Dogs" und "Theme From Retro", die den Wahnsinn, der später folgen sollte, schon andeuteten. Allerdings lässt sich die Brillanz von "13" mit Worten nur unzureichend beschreiben, und wie Albarn die beiden besten Tracks "Battle" und "1992" überlebt hat, bleibt ein Rätsel." More Gewiggere

     
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