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Mittagspause im Brunnenwirt
Am 3. Apr 2012, 15:49 Uhr von martin
In der Wahrnehmung vieler Menschen, so bis vor kurzem auch bei mir, egal ob man schon 100 Mal an dem Haus vorbeigelaufen ist, ist der Brunnenwirt eine 24/7 (?) Imbissbude, die, so will es eine Legende, die beste Currywurst der Stadt anbietet. Jana hat vor zwei Jahren schon mal dasselbe behauptet, voraus ging eine Currywurst-Diskussion.
Ich habe bis heute noch keine Currywurst beim Brunnenwirt gegessen. Dafür jetzt schon zwei mal drinnen “gute ehrliche Küche”, wie Joe Bauer sagt, der mich vor ein paar Monaten darauf gebracht, dass der Brunnenwirt nicht nur ein Imbiss, sondern ein echter, richtiger Gasthof mit Sitzplätzen ist. Das Wirtshaus kann man durchaus schnell liebgewinnen.
Am Wochenende hatte unser Geiger Geburtstag, happy Birthday nochmals du Spitzentüp, wie Tumblr-Menschen sagen. Hat am Sonntag mit Bowling gefeiert, leider war ich nicht bowlfähig, hab brav gratuliert, mich artig entschuldigt und Plan B aus der Tasche gezogen: “Lass uns am Dienstag Mittag IM Brunnenwirt machen.”
Geiger war begeistert, und ich habe sofort einen Tisch reserviert. Quatsch, muss man nicht tun. Ist nicht so viel los. Ich geh stark davon aus, dass man dort abends mehr erlebt. Da kommt der Kiez zusammen. Vielleicht. Ich weiß es nicht.
Ich war jedenfalls wie immer pünktlich. Ich bin wahrscheinlich einer der pünktlichsten Menschen auf dieser Erde. Immer Punktlandung. Geiger nicht. Ich sitze drinnen, schreibe ich ihm. Draußen warten ist blöd. Oder sagen wir, je nach Gemütslage. Manchmal traut man sich auch nicht alleine wo reinzugehen. Also ne du, alleine geh ich da nicht rein! Wer kennt es nicht. Den Brunnenwirt alleine zu betreten bedarf es keinen großen Mutes.
Der Gastraum ist ziemlich urig und urig ist eigentlich ein Wort, dass man bei LIFT-Gastrotests nicht schreiben darf, sonst motzt die Brini, aber hier geht das. Auf den Tischen steht ein Maggi-Fläschchen. Das ist mittlerweile vom Aussterben bedroht. Musik: Beatles “A Hard Day´s Night”. Mein Apfelsaftschorle kommt im Viertelesglas.
Man beachte die Details an der Wand: Maggi, Mecki, Nudel-Ochs.
Ich fokussiere die großartige Schwingtüre und halte den Finger am Abzug. Anspannung. High Noon.
Da isser!
Kommt rein und lacht erst mal kräftig. Guckt sich um. Sagt: “Gefällt mir!” “Gute Musik!” Im Radio kommt “Here comes the rain again” von Eurythmics. Happy Birthday Großer!
Auf der Tageskarte stehen geschmelzte Maultaschen mit Salat oder paniertes Kotelett mit Salat. Ich hab aber den ganzen Tag schon Bock auf Schinkennudel, weil die letztes Mal so großartig waren. Geiger entscheidet sich für die gebratenen Maultaschen. Im Brunnenwirt brät man alles gerne in Omelettform zusammen.
Geiger meint, das ist die erste Pizza mit Schinkennudeln, die er jemals gesehen hat. Sollte vielleicht der Pinar ins Programm aufnehmen.
Beim Essen wir immer gute Gespräche. Wir reden darüber, dass die Menschen bei Aufführungen wie Konzerte, Theater oder Pecha Kucha ständig neben her quasseln müssen und sich nicht auf die Darbietung konzentrieren können. Oder dass sie immer ihr Handy rausholen müssen. Twittern, facebooken oder Lieder auf einem Konzert mit Shazam scannen. Doppeltdämlich.
Abgesehen davon, dass man vielleicht die Lieder des Künstlers kennen sollte, dessen Konzert man besucht, erklärt mir der Geiger, dass das Shazam-App (logischerweise) nur bei Studiomusik funktioniert. Abgeglichen werden die Frequenzen der Originalaufnahmen. Er hätte mal solange versucht “Wind of Change” ins Handy zu pfeifen bis Shazam “Wind of Change” anzeigt. Ging aber nicht. Im Brunnenwirt läuft gerade “Money for Nothing” von den Dire Straits. Jetzt weiß ich, dass das mein Ort ist. Shazam wird fündig. “Das musst du fotografieren!”, ruft der Geiger.
Dabei hab ich es nicht mal in die Jukebox eingelegt, war nur ein guter Radiosender.
Eine der Playlisten:
Abgesehen vom “ehrlichen” Essen gibt es eigentlich nur einen Grund in den Brunnenwirt zu gehen, nämlich dieses Spektakel:
Sollte wirklich jeder einmal live gesehen habe. Die Frauen auch. Nur mal angucken. Die berühmteste ihrer Art in ganz Stuttgart. Ich zumindest kenne keine andere mehr (Finca?). Und noch einmal die Legenden aller Brunnenwirt-Legenden: Da lag mal eine Leiche drin.
Heute nicht, machte trotzdem 25,60 Euro. Essen plus zwei Apfelsaftshorle plus zwei Espressi plus Entertainment. Gute Investition.
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Die Martha abchecken
Am 17. Jan 2012, 13:30 Uhr von martin
Mal was essen. Haben wir schon paar Monate nicht mehr und sind schlank wie der Bär zu seinen besten Zeiten. Hab neulich mal wieder Mittagspausenstreunerei gemacht, wusste nicht so recht, wohin und was überhaupt in meinen Magen soll. Mal was anderes, bitte nicht zu schwer, muss noch mittags einiges erledigen (Solitaire spielen, Büroklammern zählen, Techno hören, Dennis volllabern, mit dem geilen Chris rauchen), da sollte man nicht zu schwer vorher essen.
Kam mir die Martha im Königsbau in den Sinn (mit freundlicher Erinnerung vom Sub Culture Prakti Schaber von der weltberühmten Inschdändon Crew). Die haben uns mal vor ein paar Monaten schon angeschrieben, glaub war so Spätsommer 2011, ob wir nicht mal, ähm, genau, darüber was bringen können!
Als alter etablierter Gastrokritiker von Weltrang (“schmeckt voll lecker”, “voll gemütlich hier”, “total urig eingerichtet”, “die können echt gut kochen”, “flotter Service”, “gut gewürzt”), seit Jahren SGA-proofed, weiß ich natürlich, dass man da erst was bringen kann, wenn man da mal dort was gegessen hat.
Die Martha ist, wie man schon sieht, halt ein kleiner Imbiss mit ein paar Stehplätzen und Barhockern, der sich Qualität auf die Fahnen schreibt, “ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker” und so. Im Flyer steht noch “regionale Verankerung, Nachhaltigkeit und höchste Qualität”.
Ach, so mal an alle (Texter): Ich kann das Wort nachhaltig ums Verrecken nicht mehr hören. Garantiert eine super Sache, diese Nachhaltigkeit, aber da brauchen wir langsam mal ein neues Wort und ob wirklich alles so nachhaltig ist, weiß ich auch nicht.
Soll aber jetzt nicht das Thema sein. Die Spezialität von der Martha sind die Würste, laut Broschüre vom “Schwäbisch Hällischen Landschwein, frisch und traditionell zubereitet, vom Grill oder aus dem heißen Wasser.” Dazu halt a Weckle, Pommes und selbst gemachte Currysauce.
War an dem Tag aber nicht ganz unten mit dem Schwäbisch Hällischen Landschwein, also hab ich zum vegetarischen Flammkuchen für, ähm, 7,40 Euro, gegriffen. Gibts noch in mehr Varianten und auch in süss. Sieht ungefähr so aus. Also so. So sieht ein Flammkuchen aus. Unglaublich.
Übrigens neues Betätigungsfeld 2012: Food-Fotograf. Wer mich buchen will, bitte Email an meine Agentur.
Der war – Achtung – wirklich sehr lecker und auch voll gut gewürzt (Sabrina fliegt bestimmt gleich vom Stuhl, schon wieder alles verlernt was sie mir beigebracht hat). Konnte man auch mit Extra-Käse bestellen. Hab aber die ganze Zeit überlegt, ob 7,40 Euro viel sind für einen Flammkuchen oder nicht. Aber wie beim Ausgehen: Wenn der Inhalt gut ist und ohne den ganzen Glumbatsch drin, passt das bestimmt. Sättigt eigentlich auch ganz okay, war fit genug um danach das Büro zu stressen.
So. Und jetzt geh ich zum Brunnenwirt mit Joe Bauer Currwurst essen. Beim nächsten Mal Wurst bei der Martha.
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Imbiss-Update
Am 5. Jul 2011, 09:00 Uhr von Thorsten W.
Letzte Woche in der Mittagspause mal wieder was Neues ausprobiert, und zwar das Pokkez in der Kronprinzstraße. Dort wo bis vor kurzem tatsächlich eine Art Bürger Maultaschen-Outlet-Store war gibt es jetzt Wraps. Frisch zubereitet, überaus lecker, wie ich sagen muss, und auf Wunsch laktose-, Fleisch- und sonstwas-frei.
Wahrscheinlich nicht zufällig war ich der einzige männliche Gast im ganzen Laden, Blümchentapeten, Blümchendeko und Blümchenmuster sprechen für sich, aber passt scho. Hinter Pokkez verbirgt sich ein kleines Franchise-Unternehmen aus Ostfildern, wie die Website verrät, und hat bisher drei Läden in Bad Cannstatt, im Westen und eben in der Stadtmitte.
Etwas Neues hat man sich auch im San’s in der Eberhardstraße ausgedacht: Ab kommenden Freitag öffnet hier der Imbiss 3000 seine Pforten. Immer freitags und samstags von 22 bis 4 Uhr gibt es hier künftig “Curry, Schnaps und Bier” als Alternative zum nächtlichen Döner.
In dieser Lage mit dem Nightlife-Bermudadreieck Hans-Im-Glück-Brunnen / Tagblatt-Turm / Rotebühlplatz sicher keine schlechte Idee, und ich hab ja auch nie verstanden, warum die Extrawurst an der Theo-Heuss zugemacht hat.
Ach ja, und dann bin ich am Samstag noch am ehemaligen Subway hinterm Karstadt vorbei geschlappt – und hatte einen unangenehmen Frieder-Flashback. Draußen die Subway-Logos auf den Sonnenschirmen dürftig überklebt, drinnen ein nicht näher bestimmbares Imbiss- oder Snack-Angebot.
Und das Ganze ohne erkennbaren Namen oder gar Konzept. Klar, wir leben in einer markenbestimmten Welt, aber ein Wirt, der sich nicht mal einen Namen für seine Kneipe überlegt, der bekommt keinen Euro von mir.
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Alaturka
Am 2. Mrz 2011, 14:56 Uhr von martin
(Aussi von hinten mit seiner neuen, angebloggten Frisur.)
Achtung Wiederholung: Thorstens hat bereits im Rahmen eines großen Mittagstisch-Updates vergangenen Sommer auf Stuttgarts besten Döner hingewiesen. Darauf nochmals einzugehen hat mehrere Gründe:
1. Bester Döner, klar.
2. War ich dort mit zwei Monstertypen: Aussi und Skully.
3. Suche ich schon lange einen Anlass um auf Aussis Faible für Klettverschlüsse hinzuweisen.
Das sind legendäre Treter, über die ich mich schon vor langer Zeit gewundert habe, als der Aussi nämlich für drei Wochen mein Wohni war. Eines Tages sehe ich diese Schuhe im Flur zwischen meiner Nike-Sammlung und denk mir, puh, Klettverschluss-Sneakers, schon herbe Nummer muss ich sagen. Was treibt ihn dazu? Hat er Probleme? Ob´s ihm wohl gut geht?
Abends dachte ich, ich frag mal. “Du Wohni, samal, darf ich dich mal was ganz Persönliches fragen?”, setzte ich mit gedämpfter Stimme an. Inge dachte wohl, OMG, wasn jetzt los, hab ich zuviel Klopapier verkackt oder was?
“Mensch Wohni, immer doch!”
“Du Wohni, es lässt mir einfach eine Ruhe…. sag mal, bisch du ein Kletti?”
Lautes Prusten, wir liegen lachend am Boden und ich sag: “Alter, Klettverschluss, das geht gar net! Das hatte ich vielleicht zuletzt mit fünf im Kindergarten!”
“Awa, Klettverschluss ist der Shit, Mann!”
Seitdem ist der Aussi halt auch ab und zu der Kletti. Im Frühling holt er sie immer raus, meinte er heute. Heute ist es übrigens arschkalt, nicht von der Sonne täuschen lassen.
Back to Programm. Der Alaturka hat sich definitiv nochmals eine Hommage hier verdient. Geh da leider viel zu selten hin, das Eck liegt für mich eher ungeschickt. Aussi arbeitet zwar direkt gegenüber, geht aber ebenfalls nicht so oft hin – wir haben heute sage und schreibe 40 Minuten gewartet. Das hatte ich dann doch noch etwas anders in Erinnerung.
40 Minuten auf nen Döner warten ist eine harte Ansage. Vor allem wenn man einen grummeligen wie hungrigen Skully dabei hat, der wiederum ja nicht weiß was ihn erwartet, nämlich den besten Döner der Stadt. Er war heute zum ersten Mal beim Alaturka.
Wir waren zu dritt verabredet und Inge hat für sich ganz bequem “das bestaussehendste Döner-Restaurant diesseits von Istanbul”, wie Thorsten damals schrieb, ausgesucht. Hochleistungssportler Skully hat uns übrigens sehr amüsiert, als er noch gestern meinte, Döner wäre nicht seine favorisierte Ernährungsvariante. Mussten Inge und ich angesichts seiner vollschlanken 105 Kilo etwas schmunzeln. Guter Gag, Christian.
Gott sei Dank hatte Ingmar einiges von der irren Merkel-Show gestern Abend in der Liederhalle zu erzählen. Viel gelacht und die lange Wartezeit verkürzt. Die Leute schauten schon komisch und Skully weiter etwas grummelig. Den Tresen endlich mal erreicht, hellte sich Skullys Mine schlagartig auf, als er das leckere Gemüse sah.
Und so, meine Damen und Herren, sieht dann ein restlos glücklicher Lötknecht aus!
Was soll man auch sagen? Das ist einfach ein himmelweiter Unterschied zu Pinar, Gül und Co., das knusprige Fleisch, das frisch gebackene Brot, das erwähnte knackige Gemüse… Ein vollmundiges Event der oberen Hifi-Klasse. Die Qualität leidet auch trotz jahrelangen Hypes nicht.
Zum Schluss hat Ingmar noch mit seiner neuen angebloggten Frise geärgert, sein Friseuse hat ihm nämlich einen leichten Undercut verpasst. Ist trotzdem gestern ohne Kontrolle in die Liederhalle reingekommen. Dafür hat er wiederum Skully und mich wegen unserer Leidenschaft für Lego müde belächelt und uns einen Arzt empfohlen.
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Finanzamt Kantine
Am 15. Feb 2011, 15:07 Uhr von martin
The Fressblog strikes back! Sind im neuen Büro immer noch in der Mittagstischeingroovephase und machen die letzten Wochen einen auf Christian Rach. Notfalls bauen wir für die Wirtschaft gleich die Speisekarte um, man kann uns buchen. RegioTV kommt auch mit.
Neben der Museumsstube ging es schon zwei, drei Mal in das Restaurant vom Renitenztheater, kann mir den Namen von dem Italiener einfach nicht merken, schon ganz gut, etwas teurer und die Organisation manchmal verballert. Aber vielleicht müssen die sich auch noch eingrooven. Gegenüber ist ebenfalls ein Italiener, von dem ich ebenfalls immer den Name vergesse, der passt auch.
Gestern mal wieder Event-Mittagessen. Die Kantine vom Finanzamt ist uns vom Büro oben drüber empfohlen worden. Preise wie kurz nach dem Krieg und solides Essen wurde uns versprochen. Das schauen wir uns doch glatt selbst an, außerdem springt vielleicht noch eine Studie über Finanzamt-Mitarbeiter ab.
Die hat sich aber mehr oder weniger schon im Vorfeld erledigt, weil in der Finanzamt-Kantine gibt es nur bis um halb zwei warmes Futter. Nuff said, wie man früher gesagt hat. Anderer Lebensrhythmus. Da mussten wir gegen 13:15 Uhr ziemlich wetzen.
Finanzamt-Kantine ist übrigens etwas lapidar formuliert, denn korrekterweise ist es die Rotebühl-Kantine, wie man oben sehen kann. Auch Menschen mit der Berufsbezeichnung Abi 96 sind herzlich willkommen.
Kurze Anfahrtsbeschreibung: Rotebühlplatz, Stadtmitte, Fritz-Elsass-Straße hoch am Rotebühlzentrum vorbei, erste links zwischen Rotebühlzentrum und TG reinlaufen und dann nach hinten. Kommen sie mit dem Flugzeug, bitte die S2 oder S3 in Richtung Backnung oder Schorndorf bis zur S-Bahn-Haltestelle Stadtmitte nehmen.
Und dann – wow! Da war ein Stararchitekt am Werk.
Brunski meinte, würde man man über dieses Gebäude “Museum” schreiben, würden die Stuttgarter total verrückt am Rad drehen. Schnappatmung, Kollaps, Organismus. Feuilleton, Preise, Weltkulturerbe. Aber es ist halt doch nur die Finanzamtkantine. Verdammt zum Schattendasein auf alle Ewigkeit.
Für alle Architektur-Fans eine Detailaufnahme der Dachkonstruktion.
Zunächst benötigt man eine Gästekarte, die man im UG rauslassen kann.
Gott sei dank ist auch beim Finanzamt der Euro angekommen. Wir also jeder fünf Euro eingeworfen, wird schon reichen für Preise kurz nach dem Krieg.
In der Tat, die Preise für die einzelnen Speisen spielten sich im sehr niedrigen Euro-Bereich ab, für Gäste immer ein paar Cent mehr als für Mitarbeiter. So kostete ein Schälchen frischgepresste Kroketten-Bällchen 96 Cent, wie auch für eine Portion Nudeln. Stapelten uns also bissle Beilagen und eine Wurst mit viel Soße auf den Teller, i hate Soße, war aber zu langsam bei der Ausgabe dies anzumerken, und dann noch etwas Salat.
An der Kasse dann die Blamage: Denn die von uns investierten fünf Euro gehen allein für das Pfand der Gästekarte drauf. Die muss man eigentlich hier voll machen:
Also 20 Euro drauf gebucht. Toll. Nachdem wir endlich den Stau an der Kasse auflösen konnten und dabei schon farblich etwas aufgefallen sind zwischen den vielen Beige-, Grau- und Schwarzgekleideten nahmen wir leicht verunsichert an einem der riesigen Tische Platz. Erst mal wieder Selbstbewusstsein tanken nach diesem Auftritt.
Unser Essen sah übrigens so aus.
Yummie! Okay, ging. War halt alles – zumindest geschmacklich – so Metropackungaufgerissenzeug, was zu dem Preis auch kaum wundert, aber irgendwie hatte man einen tollen Fernsehbericht von der Porsche- oder Trumpf-Kantine im Kopf – da werden noch Maultaschen selbst gemacht – und träumte davon, dass es hier vielleicht ähnlich ist. Die Maultaschen beim Finanzamt waren übrigens bei unserem Besuch schon aus, halb zwei halt.
Unter dem Strich war ich ausnahmsweise schon froh, dass mein Teller mit Soße überschwemmt war, sonst wäre es doch eher fad gewesen. Ach, noch fader war übrigens der Salat, der im Vorfeld eigentlich recht prickelnd aussah. Aber klar, man hatte Hunger, wie der Nachbar sagt und konnte es schon verputzen.
Muss jetzt auf jeden Fall nochmals hin, denn auf meiner Karte sind noch rund 8 Euro, die lässt man natürlich nicht schlecht werden. Sprich wir haben zu zweit für circa 12 Tacken gegessen, im Preis inklusive natürlich Hochtechnologie, die Tablett-Beförderungstechnik. Da könnte ich stundenlang zu schauen. Guten!
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Fanny am Wilhelmsplatz
Am 14. Jun 2010, 12:30 Uhr von Aussenreporter
Manchmal ist das hier ja nicht nur ein Turnschuh und Dingsbums-Blog, sondern eine Hommage an alle Anti-Vapianos dieser Stadt, an denen man unfallfrei Mittagspause und Abendessen bestreiten kann.
Diese Woche feiert das Noodle No 1 am Wilhelmsplatz Fünfjähriges, was in der Gastronomie schon alleine eine Ewigkeit ist, Macherin Fanny begleitet mich aber noch länger auf meinen Spachtelattacken in Stuttgart, die zu meinem heutigen Maradonna-Kessel geführt haben.
Fanny startete einst mit dem Wok am Rotebühlplatz, den es heute noch gibt und der mittlerweile von einem ihrer Brüder geführt wird.
Dort habe ich sie kennen gelernt, wenn wir nachts vom 0711Club zurück stolperten und gegen die ätzende Schnaps-Mischung im Magen noch einen Schwamm in Essensform brauchten. Egal wie blau, egal wie lallend, Fanny kommunizierte immer mit dem ihr eigenen Killer-Lächeln. Da konnte man beruhigt schlafen gehen.
Später führte sie dann verschiedene andere Dinger, den Imbiss gegenüber vom Ex-Zap (betreibt heute ein weiterer Bruder von ihr), nebenan hatte sie kurze Zeit einen Spezialitätenladen für asiatische Produkte, bevor sie schließlich im ehemaligen Comic-Laden Verleihnix die Gastro-Meile am Wilhelmsplatz komplettierte.
Hier hat sie in meinen Augen die asiatische Imbiss-Kultur in Stuttgart Messi-mässig nach vorne gebracht, frei von Glutamat und Ente süß-sauer. Zwar ist es manchmal herrgottsmässig voll, gerade im Sommer ist es draußen aber flauschig wie Buddha.
Ihr Lächeln und ihre Geduld hat sich Fanny behalten, zum Jubiläum hat sie sich so ne Art kulinarisches WM-Kontrast-Programm ausgedacht. Es gibt am 17.6. ein Mehr-Gang-Menü zum fairen Preis, ein Teil der Asche wandert direkt in ein Waisenhaus, das Fanny einmal im Jahr in ihrer vietnamesischen Heimat besucht (siehe Bildle, Fanny mit Mützle).
Ich freu mich drauf. Wenn Fanny ein bisschen Zeit hat, erzählt sie von ihren wilden Wok-Anfangsjahren, wo sie haufenweise Clubber satt machte. Werd ich immer ganz wehmütig, weil sie für mich der verlängerte gastronomische Arm des 0711Club war.
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Mittagspause Live-Stream
Am 22. Jul 2009, 12:46 Uhr von martin
Don Rossi, unser treuer Leser aus dem hohen Norden mit starken schwäbischen Wurzeln, unterhält uns heute ab 13.00 Uhr mit einem Live-Stream Set für mindestens zwei Stunden.
“Ich habe beschlossen meine freie Zeit einigermaßen sinnvoll zu nutzen und streame daher spontan eine kleine Live-Mixsession ab 13:00 Uhr dieses Tages, also heute, also gleich.
Ist als kleines Entertainment für die arbeitende Bevölkerung gedacht, die während der Arbeit Lala aus dem Internet hören darf (nicht arbeitende Teile dürfen trotzdem gerne auch zuhören), und als Beschäftigungstherapie für mich, damit ich nicht auf dumme Gedanken komme (ProSieben schauen oder so).
Anfangs gibt es lockere, soulful, deep angehauchte Sachen auf die Ohren, aber da das ganze interaktiv ist (Chat, Twitterstream und so) kann es bei entsprechendem Interesse auch später etwas anders zur Sache gehen. Kommentare sind erwünscht, aber nur positive. Ich kann so schlecht mixen wenn ich am Heulen bin.”
Wem das zu blöd ist, kann sich in S-Ost, Ecke Ostend/Hackstraße einen Gaisburger Marsch einbauen, wie uns Leser Fred Funk wissen ließ.
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