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Cliff ‘em All
Am 28. Sep 2011, 15:30 Uhr von Setzer
Einmal Metaller, immer Metaller. Das ist wie der Junge, den man aus dem Dorf rausbekommt, aber das Dorf nicht aus dem Jungen. Alte Lebensweisheit, wenn’s mal wieder hart auf zart kommt. Gestern habe ich in die neue Metallica Platte reingehört: “Lulu”. Der Titel alleine klingt schon nach Toilette. Ist aber im Studio entstanden zusammen mit Lou Reed. So eine Art Rockoper – nur halt ohne die dicke Frau, die erst zu singen aufhören muss, bevor das Ding zu Ende ist. Das erledigen James Hetfield und eben Lou Reed.
Im Facebook um die Ecke wird dem Oevre schon investigativ auf den Grund gegangen: “?” tippt einer. Viel weiter bin ich auch noch nicht. Eventuell noch: “?!?!?!”. Gerade als ich lospoltern wollte, dass Früher halt alles früher war, fiel’s mir wieder ein: “Na und?”.
Ich trage jede Menge Wertschätzung und auch etwas Liebe für Metallica in mir. Denn sie haben mir Dorftrottel das Leben als Teenager erleichtert. Bedankt habe ich mich oft genug dafür. Getrennt haben wir uns schon vor langer Zeit, ab und an sehen wir uns und ich frage Metallica “Und? Wie läuft’s? Ist das Leben gut zu euch?”. Vor ein paar Jahren haben wir uns das letzte Mal zum Schorle getroffen. Fummeln war aber nicht mehr. Auseinandergelebt. Hab’ sie trotzdem verträumt angeschaut und ab und an “Yeah! Fuckin’ Seek and Destroyahh” gebrüllt.
Ich musste vielmehr daran denken, dass ich heute vor 25 Jahren ein ganz anderes Problem hatte. Der Schulweg war gepflastert mit der Meldung, “Cliff Burton von Metallica ist tot”. Keine Ahnung wie die Leute das so schnell wissen konnten ohne Tobsen, Twitter und Myspacebook. Boris Becker war damals auch noch nicht auf Twitter und MTV hatten noch nicht so gerne über Bands wie Metallica berichtet. Lärm, Krach, Assi.
Damals kam alles mit Zeitverschiebung von mindestens einem Tag an. Deswegen wussten wir erst am 28.9.86, was am 27.9. die miese Meldung war. Aber Cliff Burton, der kauzige Metallica Bassist war tatsächlich tot.
Der Tourbus ist in Schweden ins Schleudern gekommen und umgefallen. Er fiel auf Cliff Burton, der zuvor durchs Fenster gekracht war. DAS war für uns der Rock’n'Roll-Tod.
Das Konzert in der Böblinger Sporthalle musste natürlich abgesagt werden. Hätte aber eh nicht hingedurft. Was aber viel schlimmer war: Der Mann, der Bass spielte wie einer, der eigentlich Gitarrist sein möchte, war nicht mehr. Der Mann, der uns durch das ständige Tragen cooler Shirts ebensolche Bands und Horrorfilme schmackhaft machte, war tot. Der Mann, der Schlaghosen tragen konnte wie kein anderer, war gestorben. Der Kerl, der Metallica den Punk gab, war tot. Äh, um’s abzukürzen: Der Sack, der die Peinlichkeiten dieser Band absorbierte war nicht mehr da. Cliff Burton war eine Ikone schon bevor er starb. Er war 24 Jahre alt und deswegen gebe ich eine Runde Klopapier auf den “Club 27″ aus.
Als wir mit unserer kleinen Popgruppe end of green das erste Mal in einem richtigen Tourbus unterwegs waren hatte ich eine Angst: Schleudern und dabei durchs Fenster zu krachen. Ich war nicht alleine, glaube ich. Wir haben den Gedanken weggetrunken. “Anesthesia”, so zu sagen. Wenn ich zum Zahnarzt muss, denke ich noch heute an “Anesthesia (Pulling Teeth)” sein Basssolo von der Kill ‘em All-Platte.
Bleib cool, Cliff. Wir versuchen’s auch.
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Sex, Drugs & Schlossallee
Am 20. Jun 2011, 18:46 Uhr von Setzer
Foto: Metallica.com
Auch Metaller werden älter. Gibt’s nix dran zu rütteln, kann man nicht abstreiten. Erst kommt die Konzeptplatte, dann eine Best-Of, dann normalerweise irgendwas mit einem Symphonieorchester – und dann sticht der Spieleabend mit selbstgerollten Sushi und eigenhändig getunter Pizza jedes andere Happening mit links aus. Der Ruhestand will gut geplant werden.
Metallica machen da momentan keine Gefangenen: gerade nehmen sie eine Platte zusammen mit Lou Reed auf und statt bei Afterwork-Prosecco in der Boa drehen sie danach halt ungezwungenen beim Pärchenabend mit Metallica-Monopoly durch. Irgendwie analog. Ja, echt. Gibt’s hier.
SPIELKARTE: “Du wurdest in Stuttgart in der Housedisko M1 gesehen. Geh drei Felder zurück”, JAMES HETFIELD: “Momeeennt, das waren Kirk und Lars. Das ist unfair. ICH war in der Rockfabrik.” LOU REED: “Wo ist der Unterschied? IHR seid krank.”
Egal. Brauch ich. Falls sich jemand bei mir mit allem Zubehör einschleimen möchte, wäre das jetzt eine saugute Gelegenheit dazu. Ist ja bald Weihnachten. Öhm.
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Feiertage
Am 18. Dez 2008, 13:54 Uhr von martin
Puh, jetzt gehen die Partywochen los. Gestern Abend war ich auf der PRINZ Relaunch Party im Beat Club. PRINZ hat Optik und Inhalt hochgetuned und einen Neueinfang eingeläutet. Hut ab. Ein kurzes Resüme über den Abend.
1. Der Beat Club ist schön geworden. Läuft zwar nicht meine Musik, aber kann man mal hingehen.
2. Der neue PRINZ sieht auch ordentlich aus. Besonders gut sind die 100 Wahrheiten über Stuttgart.
3. Der Micha Setzer spielt diesen Samstag mit seiner Band End Of Green in der Schleyerhalle als Vorband von In Extremo (oder so?). End Of Green waren vor paar Monaten auch hoch in den Charts. Ich hab alle eingeladen, danach in die Corso zu kommen. Ich würde auch etwas Gothic auflegen, hab ich gemeint.
4. Setzer meinte zu mir, es war wohl voll der Skandal in der Metal-Szene, dass Kirk Hammett und Lars Ulrich nach ihrem Konzert 1997 in der Schleyerhalle ins M1 sind. Ich war an dem Abend auch da und hab Kirk Hammett nicht erkannt, wusste aber, dass dieser Mensch vor mir nicht zu diesem Club und auch nicht zu dieser Stadt passt. Mein Kumpel hingegen war kurz vorm Durchdrehen. Die beiden spielen in einer Kapelle namens Metallica. Wir sind gestern darauf gekommen, weil ein Gast ein Metallica Shirt an hatte.
5. Wenns was umsonst gibt, aber man etwas will, was es nicht umsonst gibt (Schnaps) sagen Barfrauen: “Das muss man aber zahlen!” So ganz nach dem Motto, man würde das dann nicht wollen, weil man ja nur auf der Party ist, weils was umsonst gibt. Man sagt dann am besten, “ich weiß, aber ich will trotzdem Schnaps” und gibt noch etwas Trinkgeld.
6. Ich brauch Minimum vier bis fünf Schnaps um in Fahrt zu kommen. (Wusste ich aber schon davor.)
7. Der Xinge aka Inge aka Ingmar, meine Arbeitsvermittlungsstelle beim LIFT, Zwischen-Wohni im September und lustiger Zeitgenosse, trägt bei offiziellen Anlässen seine schönsten Klettis. Klettis sind Turnschuhe mit Klettverschlüssen und trägt niemand auf der Welt ausser der Xinge.
8. Wenn alles gut läuft, stellt mir heute der Xinge das Beckle vor. Wir gehen heute Abend nämlich gemeinsam on Tour (sozusagen meine Weihnachtsfeier) und landen wohl irgendwann im Tonstudio. Dem Beckle werde ich dann einen reinsingen, dass er gegen Bayern so fett war.
9. Die Anja Wasserbäch (Ex-Prinz, heute Sonntag Aktuell) hat Bushido (plus 10 Bodyguards) auf den Frankfurter Buchwochen begleitet und meinte, das wäre ein netter Kerl. Und dumm wäre er auch nicht. Frau Wasserbäch nahm sogar das Wort “klug” in den Mund.
10. Indie-DJs bekommen wohl die geringsten Gagen überhaupt.
11. Ich hatte irgendwann gegen zwölf das Gefühl, ich bin der Dichteste auf der Party. Ich glaub aber, das war nur Einbildung.
12. So, (folgendes hab ich gestern nicht gelernt, wills nur sagen), jetzt geh ich was essen und mach dann einen fluffigen 22 Km Lauf. Danach mal eine Art Jahresrückblick vorbereiten.
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