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    Floskelwolke

    floskelwolke_aktuell

    Neuer Internet-Hit (zumindest auf Twitter): www.floskelwolke.de. Machen zwei Nachrichtenredakteure – warum?

    “Die Floskelwolke soll dem professionellen Nachrichtengeschäft den Spiegel vorhalten. Und weil wir von schiefen Bildern genauso wenig halten wie von überflüssigen Floskeln, zeigt die Wolke zweimal täglich, welche Phrasen gerade besonders intensiv gedroschen werden. Keine Angst, es soll kein Damoklesschwert sein, das da über den Kollegen als Wolke schwebt. Das wäre ein schiefes Bild. Und das wollen wir auf keinen Fall.”

    Ausgewertet werden die Websites nahezu aller deutschsprachigen Zeitungen, Radiosender, Magazine und Fernsehsender. Die Floskelwolke wird zwei mal am Tag aktualisiert.

    www.floskelwolke.de

     

     
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    Krautreporter

    Medienthema des Tages, zumindest auf Twitter, auf Facebook weiß ich nicht und auf Instagram war noch nichts zu sehen: Krautreporter. “Krautreporter ist ein tägliches Magazin für die Geschichten hinter den Nachrichten. Werbefrei, gemacht für das Internet, gegründet von seinen Lesern”, liest man auf der Seite.

    Damit man einigermaßen sorgenfrei starten und dem Leser auch das bieten kann was man verspricht, eben gute journalistische Arbeit und werbefrei, will (muss?) man bis zum 13. Juni 15.000 Unterstützer aktivieren, die das Jahresabo für 60 Euro buchen. Ergibt also 900.000 Euro Startkapital. Knapp 1000 Menschen konnten sich seit heute Morgen schon dafür begeistern.

    Hinter Krautreporter stecken gestandene 25 Reporter, “die nicht mehr darauf warten wollen, dass die großen Medienunternehmen sich endlich trauen, echten Journalismus im Netz zu ermöglichen” und auch dahin gehen wollen, wo es weh tut. Meinen sie aber garantiert nicht die Andrea Berg Arena. Stellen sich auch einzeln in Clips vor.

    Sounds good und es sieht wie gesagt schon ein paar Stunden nach dem Start Crowdfunding-Aktion es so aus, als ob man das erste Ziel erreicht. Ich denke, ich werfe auch 60 Euro in den Hut.

    https://krautreporter.de/das-magazin

     
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    Hate-Slam Recap

    3000 Meter Schlange, etliche sind nicht reingekommen, oder wie der Gaedt sagt: “Hass und Häme machen den Laden voll.” Ansonsten selbsterklärend. Gewonnen hat Alexander “Sandy Franke von DASDING.

     
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    Blog vs Bild

    Kleines Netzdrama gestern: Die BILD soll vom Verein Deutsche Sprache einen Preis bekommen für die Schlagzeile des Jahres, lautete “Yes, we scan!” (veröffentlicht am 10. Juni, Obama, NSA, überwachen und so). Ist aber gar nicht von ihnen, sondern entwickelte sich ein paar Tage davor in SPON-Foren, in die Comments  von Netzpolitik rüberdroppte und letztendlich Nerdcore-Rene dieses Plakat gestaltete und am 8. Juni veröffentlichte: 

    yeswescan

    Ging Rene abartig aufn Sack, gerade weil eben auch BILD und hat gestern gut Terror und Welle gemacht (hier nachlesen) mit dem Resultat, dass die BILD den Preis nicht annimmt (der Verein hätte ihn trotzdem der BILD gegeben).

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    Silicon-Valley-Digi-Bart Diekmann setzt auf Sympathiepunkte im Netz bzw. steht jetzt wohl als “Netzversteher” da (Rene), allerdings sagt allein der Satz “In BILD stand sie am größten, aber nicht zuerst” viel über das Selbstverständnis der Blattmacher aus. Am größten ist immer geil, kenn ich aber leider nicht von meinem Pimmel und wünsche einen schönen Tag.

    PS: Is eigentlich kalt oder ich nicht mehr so hart oder ist mein Flachmann schon wieder leer? (Thanks JMO2)

     
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    Tumblr des Tages: Uffington Post

    Bildschirmfoto 2013-10-11 um 09.44.15

    Die Zukunft des Journalismus für die einen, üble Contentfarm für die anderen, ging gestern mit großem Tara (zumindest wurde auf Twitter viel taratiert) die deutsche Ausgabe der Huffington Post online. Nun ja, schauen wir mal wie der Kaiser. Habse mal gebookmarked, möge sich jeder sein eigenes BILD machen.

    Die Netzreaktionen (auch außerhalb von Twitter-Eitelkeiten) haben nicht lange auf sich warten lassen und z.B. hat Kollege Plavec in der StZ Online die Seite analysiert und die Ereignisse im Vorfeld und das System HuffPost zusammengefasst. Medienexperte und Gründer des BILDBLogs Stefan Niggemeier ging die Sache auf der einen Seite etwas lustiger an und hat prompt seinen ersten Tumblr, wie er sagt, namens Uffington Post zusammengeschrubbt , zwar noch nicht viel drauf, aber man kann schon drei mal gut lachen. Auf seiner eigenen Seite hat er sich schon am Mittwoch die amerikanische Ausgabe nochmals genauer angeschaut, Überschrift “Die Huffington Post und die Inflation der Aufmerksamkeit”.  

    Zumindest in Clickzahlen scheint die ständige Überreizung zu funktionieren, auf Twitter vermeldete man gestern Abend die ersten 500.000 Page Impressions der deutschen Ausgabe. Ansonsten: Schauen wir mal.

    http://uffingtonpost.tumblr.com/

     
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    Der Prinz ist tot. Lang lebe der Prinz

    Zum Ende vom PRINZ, zumindest als Print-Titel, habe ich ich mich in unserer Kolumne im aktuellen re.flect an meine Zeit in der PRINZ-Redaktion zurückerinnert. 

    „Die “Mutter aller Stadtmagazine” war eigentlich schon immer nutzlos“, textete im November ein wahrscheinlich unter 30-jähriger Autor auf Spiegel Online, als bekannt wurde, dass das Stadtmagazin Prinz nach über 25 Jahren in der Print-Version eingestellt wird und ab Januar nur noch online erscheint.

    Das – wie auch der restliche, leider eher polemische Artikel – ist nicht nur falsch, sondern auch unfair. Denn der Prinz hatte, vor allem, aber nicht nur in Stuttgart zumindest „früher“ durchaus eine Bedeutung, eine Berechtigung und vor allem Relevanz. Wer das nicht weiß oder nicht anerkennt, der ist zu jung. Was ja an sich nicht schlimm ist, aber dann sollte man auch nicht urteilen.

    Ja, ich bin befangen, ich habe zwei mal längere Zeit bei Prinz Stuttgart gearbeitet. Ich kann so aber auch so manche Meinung zu und über „den Prinz“ (ich habe nie verstanden warum nicht wenige Leute „die Prinz“ sagen) als Vorurteil bloßstellen.

    Dazu kommt, dass meine „Prinz-Jahre“ beruflich mit meine besten waren. Ich habe wirklich schon in vielen Firmen bzw. Agenturen gearbeitet, aber nirgends war die Atmosphäre so gut wie dort. Auch in meiner zweiten Phase, als es schon ein paar Entlassungen gegeben hatte.

    Ich will meine ganz persönliche Prinz-Geschichte erzählen und damit einen positiven Nachruf auf ein Stuttgarter Stadtmagazin.

    Zum ersten Mal mit Prinz in Berührung gekommen bin ich, als ich noch nicht mal in Stuttgart gewohnt habe – ich habe mit meinem Bruder zusammen eine Party im Jugendhaus Heslach (wo die Fantas auch ihren ersten Gig hatten) veranstaltet, und wir haben bei Prinz wegen einer Präsentation angefragt. Wir sind voller Ehrfurcht in die Redaktion in der Alexanderstraße gegangen und haben den damaligen „Partyredakteur“ Stefan Strauß getroffen, den wir schon als DJ aus dem Unbekannten Tier kannten. Und verdammt waren wir stolz, als ein Mini-Mini-Text unsere Party angekündigt hat.

    Mit dem Umzug nach Stuttgart 1995 wurde ich mehr oder weniger regelmäßiger Prinz-Leser, Lift war mir damals schon zu „alternativ“. Kurz später beim Studium erzählte dann ein Kommilitone, dass er sich bei Prinz für ein Praktikum beworben hatte. Ich fand das eine gute Idee, tat es ihm gleich und saß zwei Wochen später mit zitternden Knien vor Chefredakteurin Sabine Gallner im Büro. Und sie war so unglaublich nett und cool, dass mir die Spucke weg blieb.

    Ich bekam das Praktikum, durfte schon vorab einen Text schreiben und bin fast vor Stolz geplatzt, als ich meinen ersten eigenen, zugegeben sehr kleinen Artikel im Prinz gesehen habe.

    Und irgendwann war ich dann Praktikant, danach fester freier Autor, Online-Redakteur und Jahre später nochmal freier Autor. Und verbinde unglaublich viele schöne und skurrile Erinnerungen mit dieser Zeit.

    Das legendäre Nightlife-Fotoarchiv – mit echten Fotos in Klarsichthüllen wohlgemerkt – das ich als Praktikant sortieren musste und das echte Schätze barg, die nicht alle an die Öffentlichkeit durften.

    Meine diversen Cameo-Auftritte als Fotomodel, sei es für eine Single-Story oder für Mode (true story).

    Der Anruf von Ali Schwarz in der Uni auf dem Handy (1997!), ob ich mit zu einem Tiefschwarz-Gig nach Kroatien fliegen möchte (was leider nicht geklappt hat).

    Die 24-Stunden-Stuttgart-Reportage, für die wir – zeitweise zusammen mit Uwe Reiser – tatsächlich von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr morgens in Stuttgart unterwegs waren.

    Der E-Mail-Chat mit Viva Plus-Bösewicht Niels Ruf.

    Die Live-Chats mit Afrob und Tyron Ricketts am „Internet-Rechner“ – damals hatten zwar schon alle Macs Email, aber nur der PC Internet. Aus Sicherheitsgründen.

    Mein Telefon-Interview mit Jasmin Wagner alias Blümchen, von der ich echter Fan war, bei dem ich echt nervös war und bei dem sie echt bescheuert war.

    Das Kolchose-Tour-Abschluss-Konzert, das ich Glücklicher vom Fotograben aus erleben durfte.

    Der legendäre Prinz Nightlife Award, wo ich einen Anruf von Andreas „Bär“ Läsker bekommen habe, warum DJ Schlumpf nicht nonimiert wäre. Wo 2500 Leute in einer alten Kantine standen. Wo Thomas D hinter der Bühne höflich angefragt hat, ob er eventuell spontan „Rückendwind“ performen könnte. Wo Tiefschwarz, Massive Töne und Afrob mit Max aufgetreten sind.

    Der Flug nach Paris, wo ich die Gewinner eines Gewinnspiels für eine Nacht in einer Pariser Großraumdisco begleiten durfte.

    Die Landdisco-Tour, wo auch noch in den 90er Jahren Menschen mit „I‘m The Boss“-Hosenträgern auf den Boxen getanzt und einen Menschen mit Dreadlocks wie einen Alien angeguckt haben.

    Die Klatsch-Rubrik auf der letzten Seite, die ich – eine ehrenvolle Aufgabe – einige Zeit geschrieben habe und mit der man noch echte Skandale provozieren konnte.

    Mein Gig im Perkins Park bei einer Prinz-Party, von dem Uwe Hacker so begeistert war, dass er mich später im kleinen Club ständig übers Mikro zu sich gerufen hat.

    Meine damalige Freundin, die ich bei Prinz kennengelernt habe und mit der ich bei einem Valentinstag-Dinner, das mir ein netter Kollege überlassen hatte, zusammengekommen bin.

    Und so vieles mehr.

    Und um auch mal Namen zu nennen: Danke Sabine Gallner, Michael Setzer, Oliver Seibold und Ariane Holzhausen für eine verdammt gute Zeit und für ein verdammt gutes Heft.

     
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    Hate Slam Recap

    Sechsminütige Recap vom ersten Hate Slam, vergangenen Donnerstag in der Schräglage. Redakteure verschiedener Printmedien lesen böse Leserbriefe vor, die es nie ins Blatt geschafft haben, weil einfach zu daneben. Kam scheinbar ziemlich gut an, wie man oben sieht.

     
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