• 12

    Coverstar Glückskind

    Normalerweise sind auf Magazincover Salatgurken, Radieschen, Designermöbel, Flora und Fauna, manchmal seltsame Models oder so gut aussehende Typen wie Thorsten W. abgebildet. Gestern vor lauter Glück fast vor dem Briefkasten tot umgefallen. Neue LIFT fliegt raus und wer ist aufm Cover? Weini aka Glückskind, nebenberuflich charmante (manchmal auch leicht brummelige, was sie noch charmanter macht) Kassen- oder Garderobenfrau in der Corso. Wow! Besser als jedes Topmodel und  Thorsten.

    Die dazugehörige, sehr interessante Geschichte beschreibt die “schwäbisch-eritreische Gemeinde” und wie viele Eritreer nach der Flucht aus Afrika in Stuttgart ein neues Leben begonnen haben. Weini ist hier geboren und betont: “Ich bin Stuttgarterin. Voll und ganz.” Jawohl. Und bisschen witzig: Schwäbische Frisöre können mit ihren Haaren nicht umgehen. Kaufen und lesen. Und bis zum nächsten Nas-Konzert in Berlin.

    www.lift-online.de

     
    12 Kommentare »
     
  • 31

    Setzer für Partysan: Mein Stuttgart

    Gaaanz gaanz früher gab es im Sub Culture, noch vor meiner Zeit dort, eine Kolumne namens “Ich und mein Stuttgart”, wo lokale (Semi)-Prominenz notierte, meist aus dem Nachtleben, warum sie Stuttgart toll findet oder auch nicht. Nachdem die die Semi-Prominenz durch war, durften damals sogar der Thorsten und ich mal das Ding schreiben. Der Partysan führt das mit “Mein Stuttgart” seit einiger Zeit fort. Diesen Monat hat für die Kolumne unser Setzer einen großartigen Text geschrieben, den wir hier mit freundlicher Erlaubnis vom Partysan veröffentlichen dürfen.

    So, letzte Dehnungsübung. Muss man machen, bevor man sich sportlich betätigt. Ausholen zum Beispiel. Einmal nicht aufgepasst, schon eine Zerrung eingefangen. Kann einem die ganze Saison verhageln. Sportler machen das, ich auch. Obwohl ich keiner bin.

    Vergangenes Wochenende hab ich einen Sportler gesehen, er stieg nachts gegen 2 Uhr völlig besoffen aus dem Mannschaftsbus eines regionalen Fußballteams aus und kotzte minutenlang vor die Treppe der Stadtbahnhalte “Stadtmitte”. Ein anderer hielt ihn dabei im Arm, fürsorglich wie das nur echte Freunde tun können.

    Ein paar Meter weiter schauten zwei hochgestöckelte Frauen mit Gürteln, wo andere Frauen Röcke tragen in einem Schaufenster nach, ob das, was sie für Frisuren hielten, noch topp in Schuss wäre. Unter ihren Absätzen hätte sogar Pavel Pogrebnyak einen Ball durchschießen können.

    Sie erinnerten mich an die Zeit als ich noch Kabelfernsehen hatte und mir Frauen zu vorgerückter Stunde auf Kabel 1 ihre Telefonnummern zugeröchelt haben.  Die hier nickten nur kurz, lachten laut, stöckelten zufrieden weiter und dufteten dabei so stark, dass einer meiner Begleiter 200 Meter später sagte: “Das ist ein sehr nachhaltiges Parfüm.”

    In der U14 habe ich einen Typen gesehen: Seine Hose war zu groß, das T-Shirt mit unleserlichem Zeitgeist bedruckt, er kaute ständig und versuchte wie einer zu wirken, mit dem man sich besser nicht anlegt. Migrationshintergrund hatte nicht nur die Frisur, die unter der zu schiefen und zu großen Baseballkappe herauslukte. Er steckte ein Bein zwischen die sich schließenden Türen, die dann flugs wieder aufgingen und verschaffte einer älteren Dame damit genau die Zeit, die sie brauchte, um die Bahn noch zu erreichen: “Danke, junger Mann”, schnaufte sie. “Yo, basst scho”, sagte er. Und ein kleines Lächeln später war er schon wieder arschcool.

    Ich habe einen Taxifahrer getroffen, der mich fragte, ob es möglich wäre, ihm nicht ins Taxi zu kotzen. Er hätte es heute Nacht schon zwei Mal geputzt und ein drittes Mal würde ihn an die Grenzen seiner Ruhe bringen.

    Ein Kerl im Oblomow schlief einmal noch während der Getränkebestellung auf meiner Schulter ein. Er fragte mich vorher nicht mal nach meinem Namen. Ich habe auch von einer Frau gehört, die dort auf der Toilette erzählte, dass gleich zwei Stalker sie belästigen würden und sie nicht nach Hause könne, weil diese Typen ihre Wohnung mit giftigen Chemikalien verseucht hätten. Zur Schwester könne sie auch nicht gehen: Die dumme Sau war schon immer neidisch auf sie. Ihr Ausschlag im Gesicht kam von den Chemikalien.

    Ich habe Frauen auf dem Herrenklo im Keller Klub hinterhergebrüllt, sie sollen sich bitteschön setzen, wenn sie sich schon vordrängeln. Ich habe Männer im Aer-Club gesehen, die Krachlederne trugen und seelenruhig unter den Tisch kotzten, während Julian Smith miese Musik auflegte. Ich habe Frauen belauscht die zu anderen Frauen sagten: “Echt?! Dann hätte ich seine Mutter gar nicht beleidigen müssen?” und Clubbetreiber gesehen, die vor ihrem eigenen Laden umdrehten und dabei “Oh, nö” sagten.

    Im Zwölfzehn habe ich einen Typen gesehen, der nicht ansatzweise cool war. Er tanzte wie ein Idiot. Ich kenne das Problem. Deswegen tanze ich erst ab 1,9 Promille. Da ist eh alles wurscht. Er schwitzte trotzdem und sein hellblaues FDP-Karo-Hemd war schon recht nass.

    “Wir haben ein Problem!”

    “Wir?”

    “Naja, meine Brille…”

    “Du hast keine Brille.”

    “Exakt. Auf meiner Nase ist sie nicht und in der Hemdtasche auch nicht. Muss hier irgendwo rumliegen. Total beschissen, ohne Brille die Brille zu suchen.”

    Dann haben “wir” sie gefunden. Herzlich gelacht. Fünfzehn Schnäpse getrunken und zusammen getanzt, dass Carlton Banks stolz auf uns gewesen wäre. Keine Ahnung, wie der Typ hieß.  Trotzdem toller Abend. Okay, das mit den Schnäpsen und Tanzen war gelogen. Ich geb’s zu.

    Aber Stuttgart ist voll von Lügnern. Manche von denen behaupten sogar, die Stadt wäre so langweilig wie TV-Schmonzetten mit Christian Kohlund. Dabei habe ich mal einen älteren Herren getroffen, der mir eine Schutzbrille von Bosch schenkte, weil das Tränengas dann nicht so brennen würde und eine Rentnerin wischte mir mit einem feuchten Handtuch das Gesicht ab. In langweiligen Städten passiert so was nicht.

    Und ich habe einen Kerl gesehen, der auf der Zwölfzehn-Toilette mit dem Handy seinen Schwanz fotografierte, dabei laut lachte und „Alter!“ sagte. Gottbewahre, ich hab nicht genauer hinsehen und schon gar nicht vergleichen wollen.

    Wir Stuttgarter machen das viel zu oft. Vergleichen. Nicht Schwänze. Unsere Stadt. Der Hans-Im-Glück-Brunnen hätte was von Italien, der Westen was von San Francisco, der Aer-Club was von New York und Heslach was von Brooklyn und natürlich sei Stuttgart viel schöner als Berlin. Als würde man sagen: “Ich liebe meine Freundin. Sie sieht fast aus wie Scarlett Johansson.”

    Meine Stadt wird immer nur so stark sein, wie die Leute, die in ihr wohnen. Stuttgart kann so viel sein. Man muss nur genauer hinsehen. Wer das nicht kann, geht zu Fielmann oder nach Berlin. Dazwischen gibt’s nix.

    Partysan Homepage

     
    31 Kommentare »
     
  • 18

    10 wichtige Deutsch-Rap-Alben

    Ist etwas unverständlich, aber wenn ich das richtig verstanden habe, feiert das INTRO Musikmagazin (Leitet das redaktionell eigentlich noch der Stuttgarter Thomas Venker? Ja, er tut es.) gerade so 20jähriges Jubiläum. Ungefähr gleich alt oder jung ist deutscher HipHop. Mit einem Spezial analysiert man zwei Jahrzehnte deutschsprachigen Rap und außerdem hat man eine Liste der 10 wichtigsten HipHop-Alben zusammengestellt. War das Intro höchstwahrscheinlich nicht die ersten, kann man sich aber immer wieder anglotzen.

    Ich bin übrigens manchmal immer wieder beeindruckt, wie sich die Classics konserviert haben. War mal mit Emil auflegen im schönen Achern, er hat ne Deutsch-Rap-Runde geschmissen, so halbes Bambule-Album, und da hab ich mir mal wieder gedacht: Jungs, Mädels, ihr wart ungefähr acht bis zehn als die Platte 1998 rauskam, wieso könnt ihr die Lieder komplett mitrappen?

    “Bambule” ist in der Liste natürlich ebenso vertreten wie z.B. auch “4 gewinnt” von den Fantastischen Vier, mit dem Hinweis, dass es sich künstlerisch um kein bedeutendes Rap-Album handelt, “prägte aber über Jahre das Bild der breiten Öffentlichkeit von deutschem HipHop als harmlose Gute-Laune-Musik mit holperigen Reimen und seltsamen Arm- und Beinbewegungen.”

    Dagegen kämpften mitunter freilich auch bekanntermaßen die Massiven Töne an…

    …freilich ebenfalls in der Liste vertreten: “Nach Ansicht vieler Szene-Insider eines der besten deutschen HipHop-Alben aller Zeiten. Von den Beats noch ganz der Oldschool verpflichtet, aber perfekt produziert, zeigen die Stuttgarter einen neuen entspannten wie ausgeklügelten Flow mit hohem lyrischen Standard. HipHop in Deutschland wird künstlerisch erwachsen.”

    Hab ich mehr oder weniger schon vor einiger Zeit so unterschrieben, bzw. für mich ist und bleibt es das beste deutsche HipHop-Album aller Zeiten.

    Gleich nach Massive nochmals Stuttgart mit dem FK-Debüt “Quadratur des Kreises”:

    “Inhaltlich wirkt das Album heute rührend naiv bis peinlich, musikalisch öffnen sich Freundeskreis aber früh angrenzenden Genres wie Reggae, Soul und Jazz und treten mit Liveband statt DJ auf.”

    Hier kann man in Ruhe durchblättern.

     
    18 Kommentare »
     
  • 9

    Artdirection: Manuel Bürger

    Nachdem er mir davon schon vor längerem erzählt habe, freue ich mich seit Wochen auf das Resultat: der Stuttgarter Allround-Killertyp Manuel Bürger hat die neue Lodown gestaltet.

    Hat mich als alten Lodown-Fan ziemlich für ihn gefreut. Gestern die neue Ausgabe im Kiosk gesucht, die Lodown wird gerne mal gut versteckt, aber da ist sie und schon beim Cover musste ich schmunzeln: Ein typischer Manu-(Checklist-Haken). Gibt wohl zwei Covers, ich habe Edition B gekrallt.

    Manu hat direkt in der Redaktion produziert und konnte auch eigenen Content generieren, sagt man glaub so heutzutage. Hat er prompt seine Upitup-Buddys reingedrückt. Vetterleswirtschaft in Berlin. Sposs, über den bunten Haufen kann man schon mal schreiben.

    Für die nötige Inspiration hat sich Manuel in den Lodown-Keller begeben und alte Ausgaben durchforstet und versucht den früheren Vibe des international vertriebenen Magazins (ein Großteil der Auflage geht anscheinend nach Japan…) aufzunehmen.

    Ist ihm meines Erachtens auch ganz gut gelungen, recht 90er-Lodown-mässig. Wirkt teils etwas chaotisch aber das mit Konzept.

    Guter Gag auch schon im Inhaltsverzeichnis, Artikeltipps nach Alter:

    Titten gibts auch, aber die kommen wie eh und je von Abuse Industries.

    Gute Arbeit Man!

     
    9 Kommentare »
     
  • 14

    Vier Wochen ohne Facebook

    Vergangenen Freitag ist die neue re.flect-Ausgabe erschienen (ab sofort auch im Frankfurter Raum erhältlich). In unserer Kolumne habe ich über meine ersten Wochen ohne Facebook sinniert. Hier der Text etwas gekürzt bzw. neu ergänzt.

    Zugegeben etwas überstürzt meldete ich mich Mitte Januar bei Facebook ab. Beruhte nicht auf einer Anti-Facebook-ist-voll-blöd-Aktion, sondern ganz im Gegenteil, ich hatte wahnsinnig viel Spass im bayrischsten aller Netzwerke – Zuckerberg muss bei der Programmierung eine Weißwurst zu viel gezuzelt haben, anders lässt sich der von Itzehoe bis Kufstein weltberühmte blauweiß-Look kaum erklären. Das Problem war weniger Mark, sondern ich. Die Maschine hat mich einfach zu stark ausgebremst, kann man auch alles hier nochmals nachlesen.

    In den letzten Wochen fragten mich einige Leute, ja Mensch Maddin, du Armer, wie geht’s dir denn? So ganz ohne Facebook? Ähnlich wie beim Geburtstag. Und wie fühlt man sich mit 34? Oder manch anderer meinte wiederum, geht das überhaupt, so als „Blogger“ ohne Facebook? Sehr gut und sehr gut, danke, danke, alles gut. Kessel.TV gab es schon bevor ich überhaupt einen G´sichtbuch-Account hatte und unsere Fanpage haben wir erst anderthalb Jahre nach unserem Start eingerichtet. Wird übrigens von Thorsten weiterhin betreut.

    Ja und sonst? Ja sehr gut! Vielleicht ist es nur eine Einbildung, aber ich fühle mich seit der Abmeldung entspannter und gelassener. Mein Kopf und meine Augen wummern und flimmern nicht mehr so von dieser scheinbaren Informationsflut. Eigentlich gab es ja gar keine Infoflut, aber trotzdem suggerierte mir Facebook das Gefühl, du verpasst was und da passiert total viel, genau jetzt (!), wenn du nicht drin bist. Und abends war meine Birne total matschig, wenn nicht sogar erschöpft vom vielen Kommentieren, Liken, mailen und freilich auch aufregen, was so manch einer meiner Kontakte von sich gab.

    Weiterhin bilde ich mir ein, dass sich meine Laune verbessert hat. Seit ein paar Wochen fliege ich im Büro wie Spiderman am Broadway durchs Büro, leg mich gerne mal aufs Maul und gehe sowieso allen mit meiner guten Stimmung abartig aufn Sack. War sogar mal wieder aus an einem Freitagabend und bin auch da dann allen DJ-Kollegen, Barleuten und Türstehern aufn Sack gegangen.

    Zwischenzeitlich bin ebenfalls der Meinung, einen leichten Zeitgewinn feststellen zu können. Habe in den letzten Wochen bemerkenswert oft gegen 18:00 Uhr das Büro verlassen, Regelzeit war sonst eher 19:00, 19:30 Uhr.

    Natürlich hält man sich auch ohne Facebook mit vielen anderen Dingen im Netz auf – Spiegel hier, Süddeutsche dort, Blog sowieso, wann kommt mal wieder Geld auf mein Konto? –  gerade wenn so gesehen niemanden hat, der deine Arbeit kontrolliert und man einzig und allein zu gewissen Zeitpunkten mit einem Job fertig sein muss.

    In den letzten Wochen habe ich mit einigen Leuten über meinen “Selbstentzug” und Facebook im Allgemeinen gesprochen und dabei kamen teilweise interessante Einloggverhalten heraus. Nicht wenige meinten, sie würden sich gerade einmal am Tag anmelden, manche nur alle zwei, drei Tage. Wenn ich es mir recht überlege: Bei mir waren eigentlich auch immer nur dieselben 30, 40 Leute online.

    Auch war ich mit vielen einig, dass Facebook als Club-Promotiontool stark überschätzt wird. Meiner Meinung bringt es einfach nichts, wenn man schon wieder am Montagmorgen damit anfängt, seine Party vom kommenden Freitag oder Samstag zu posten – und das dann täglich fünfmal. Führt doch nur dazu, dass man reihenweise ausgeblendet oder gegebenenfalls gar ganz gekickt wird. Zu diesem Thema hat Jan Votteler aka JayVee eine gute Kolumne im aktuellen PRINZ verfasst. Meiner Meinung nach laufen die Läden oder Partys genauso gut oder genauso schlecht wie in den Jahren vor dem Facebook-Overkill.

    Alright, bin also raus und ziemlich zufrieden ohne. War natürlich kein Pionier, sondern mal wieder ein Late Bird. Gibt sogar schon Bücher von Aussteigern. Neulich meinte ich noch, dass ich mir als Option einen Neustart mit einem “kleinen” Account offen halte. Momentan ist dieser Gedanke aber weiter weg als mein Name auf einem komischen Porsche 3G-Dingsbumms.

     
    14 Kommentare »
     
  • 40

    Partysan Leserpoll 2010

    (Draufklicken)

    Nachdem sich jahrelang kein lokales Stadtmagazin mehr an eine Jahresumfrage getraut hat, wagte der Partysan Ba-Wü vor Weihnachten den Versuch und hat nun in der Februar-Ausgabe die Ergebnisse veröffentlicht. Die Issue kann man auch als PDF downloaden.

    Wie das halt so ist, gerade bei lokalen Mags, belegen die vorderen Ränge in einigen Kategorien die “Inhouse-Produkte”. Braucht man zunächst einmal keine Verschwörung riechen, kenn ich noch von Sub Culture, da haben wir 2001 zum ersten und letzten mal während meiner Sub Culture-Zeit einen Poll durchgeführt. Liegt halt an der Leserschicht.

    Von einer “beeindruckenden Resonanz”, wie der Partysan das Feedback beschreibt, konnte allerdings schon bei uns damals nicht die Rede sein. Wir haben jedem Heft einen gefalteten A4-Bogen beigelegt, das allein war ein Megahassel (also rein drucktechnisch) und ein Formular online gestellt, das war damals auch ein Megahassel, und hatten einen Rücklauf von circa 8 bis 10% (bei einer Auflage von 25.000 Exemplaren. Ja, die haben wir wirklich gedruckt, ich habe jeden Monat den verschissenen LKW ausgeladen. “Lass uns eine Kette machen.” “Nein.” Doch.”). Wobei man glaube ich in Werberkreisen oder sonst wo sagt, ein Rücklauf von 10% ist ganz gut oder okay.

    Jut, jedenfalls haben wir uns, während wir die Umfrage ausbaldowert haben, permanent wegen irgendeinem Kleinvieh gestritten, wie wir es jetzt genau graphisch umsetzen, welche Kategorien, Prozentangaben ja oder nein und so weiter und so fort. Es war auf jeden Fall so eine schlimme Vorweihnachtszeit, dass ich mir danach gesagt habe, nee, nee, schiebt euch eure Umfrage doch bitte in den Arsch, ich mach da beim nächsten Mal nicht mehr mit.

    So gab es danach auch nie wieder einen Sub Culture Jahrespoll – und meines Wissens bis zu dieser Partysan Umfrage allgemein keinen Stuttgarter Nightlife-Leserpoll mehr. Der PRINZ hat das meine ich damals auch gesteckt. Wobei, 2002 fand im Maria (das heutige Bix) so eine Nightlife-Award-Veranstaltung statt. Aber kein Plan mehr, wer da was gewonnen hat.

    Nächstes Problem: Als es dann an die Auswertung ging, war recht schnell klar – so wie die Jahre zuvor, da war ich aber noch nicht bei dem Laden – dass alles, was irgendwie und irgendwo im entferntesten mit unserem Haus zu tun hat, die ersten Plätze belegt. Also Sub Culture isch beschte Mag, Tune Brothers beschte House-DJs, M1 (3.0) der geilste Laden und Housesession die tollste Partyreihe. Sehe gerade übrigens, dass DJ Emilio damals als bester HipHop-DJ gewählt wurde. Mit 29,1% Prozent vor Frico (25,8%). Gratuliere dir nochmals nachträglich, werter Nachbar! Der erste Schnaps am Samstag geht auf mich.

    Da war anschließend das Geschrei von Schiebung natürlich wieder richtig groß, aber ich schwöre bei allen herrlichen Biskuitrollen meiner Mutter, die ich leider noch nie mochte, das lief damals alles absolut korrekt ab!

    Zu einer ähnlichen Situation kommt es in manchen Kategorien bei der Jahresumfrage im Partysan.

    Das auch auf unserem Blog viel kritisierte Day&Night Festival räumt z.B. total ab. Ist mitunter eine Partysan-Geschichte und folglich auch prominent thematisiert worden. Die Leser fandens wohl trotz allen organisatorischen Mängeln ziemlich krasscoolgeil. Steigt übrigens schon wieder am 30.4, mit Fred Fett (ganz alter Groove-Kalauer) als Headliner.

    Etwas überraschend ist der Four Runners Club aus Lubu vorne, und wie es im Intro steht, die “passende Partyreihe” Escalate. Von der habe ich noch nie gehört und wusste nicht, dass es den Four Runners Club noch gibt.

    Was noch etwas stutzig macht sind die stets glatten Prozentzahlen. Aber dieses mathematische Geheimnis kennt nur der Parmesan (ebenfalls ganz alter Kalauer). Oder haben doch nur zehn Leute mitgemacht? Wahrscheinlich hat man einfachhalber gerundet.

    Und jetzt kommts: Unsere erste Poll-Platzierung ever!

    Wir sind leicht zufriedenzustellen und freuen uns ehrlich über den dritten Platz. Thorsten weint, ich weine, Setzer hat vor lauter Freude ein Balkan-Techno-Projekt gegründet, Jana all ihre Schuhe sämtlichen Modeblogs gestiftet, Thilow tanzt Emo auf dem Schlossplatz, Inge wird endlich VfB-Fan und der Geiger hat soeben das Milky-Way-Ufo erfunden (frei nach Becks, Beam awaaaaaaaaay!). Nur der Krupa nörgelt wieder rum, warum wir nicht Erster sind. Krupa! Man kann nicht immer vorne sein im Leben, vor allem nicht wenn man erst um 13:00 Uhr aufsteht!

    Ansonsten, da musste ich schon ein bisschen lachen, ist für den Partysan Leser das beste Stuttgarter Restaurant der Starpizza Service. Wenigstens befindet sich ausgleichend noch die Weinstube Fröhlich in der Chart.

    Ansonsten leset selbst, auf die obigen Bilder klicken oder hier gehts zur PDF-Ausgabe.

     
    40 Kommentare »
     
  • 20

    Top 10

    Nein, kein Eintrag über eine Großraumdisco, sondern zwei Stuttgarter Clubs landeten in der Groove-Endabrechnung in den Top 10.

    Nachdem es das Romy S. bereits letztes Jahr den Einstieg die Groove-Jahrescharts schaffte, konnte sich Jusufs Vereinsheim 2010 um einen Platz vorschieben, musste allerdings das Rocker 33 vorbeiziehen lassen, das sich erstmalig – so weit ich weiß – im Groove Jahrespoll behaupten konnte. Gebührende Anerkennung für beide Läden und Applaus auch von uns.

     
    20 Kommentare »