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    “Will jemand Eis?”
    Da isses: Neues Logo für Stuttgart

    Gestern wurde das neue touristische Logo für die Region Stuttgart offiziell vorgestellt, das die Berliner Agentur Embassy entworfen hat. Ziel der Kampagne: Stuttgart soll als touristische Marke künftig greifbarer werden, um im harten Wettbewerb mit Barcelona, New York und Oberammergau bestehen zu können, wie wir hier auch Ende März berichtet haben.

    Heute morgen wurde das Logole im kleinen Kreis beim „Kreativ Frühstück“ der Wirtschaftsförderung bei Rocco noch mal dem interessierte Fach-Publikum präsentiert, die Gewinner der drei Kessel.tv-Plätze waren auch am Start.

    Künftig will man mit dem Logo konkret drei Urlauber-Zielgruppen ansprechen: Die steinreichen und scheintoten Best-Ager mit jeder Menge Schotter, im Embassy-Sprech „Die Reiselustigen“, die hierher kommen, um Sterne-mässig zu vespern und sich zwischendrin das Kunstporschemercedesmuseum anzuschauen.

    Zielgruppe zwei sind die Geschäftsreisenden ab 40, die bisher von Montag bis Donnerstag bei Daimlerporschebosch waren und nach dem Job sofort wieder abgehauen sind. Die will man künftig mit crazy Freizeitangeboten aus dem sportiv-fitten Freizeit-Bereich und After-Work-Gedöns im Kessel verhaften.

    Die dritte Zielgruppe – vom Namen her mein eindeutiger Favorit – sind die „Jungen Enthusiasten“ zwischen 20 und 30, die vor allem wegen der Fantas vor 15 Zuschauern auf dem Wasen in Bad Cannstatt urlauben, vergnügungssüchtig sind und am besten direkt auf die Theo ziehen sollen.

    Menschen zwischen 30 und 40 werden künftig also nicht mehr in die Stadt gelassen, Späßle, nein, die Idee hinter der neuen Kampagne ist die, dass man vom bisherigen Gießkannen-Prinzip – man versucht jeden irgendwie anzusprechen – konkret diese drei genannten drei Gruppen nach Stuttgart locken will.

    Richtig lustig wurde es dann bei Rocco, als das obige Logo enthüllt wurde. Die Hälfte der Anwesenden bekam Stresspickel, die andere Hälfte versuchte zu beruhigen, in der Diskussion wurde das Kunstwerk dann einigermaßen auseinander genommen.

    Den kessel.tv-Tisch hat das Stuttgarter Sternchen eindeutig an Langnese erinnert, ein Scherzkeks hat auch gleich „Will jemand Eis?“ reingerufen.

    Mein Nebenmann freute sich wie Bolle und meinte zu uns, „jetzt mach ich aber ganz sicher mal derbe Ferien hier“, zwei Meter weiter sprach jemand vom derangiert aussehenden Stern von Betlehem.

    Martin wiederum erinnert das graphische Meisterwerk irgendwie und warum auch immer an die Leichtathletik-WM von 1993 in Stuttgart, Thorsten fand es “auf den ersten Blick gar nicht so schlimm”, worauf Martin wiederum mit “ja, schlimm nichtsagend” konterte.

    Und was meint Ihr so? Wird jetzt Urlaub im Kessel gebucht?

    So ist’s entstanden: Die Region Stuttgart war bisher ein weißer Fleck auf der deutschen Touri-Karte. Bei näherem Hinsehen und nach einigen Schnaps in der Suite wurde der Fleck zum Stern und, Schwuppdiwupp, zum neuen Logole.

    Die neue Kessel-Kampagne: Links Stuttgart am Stil bzw. zum Schlecken, rechts in der warmblauen Wohlfühl-Optik. Hmmmmmmm, hier will ich auch Urlaub machen.

    Und noch eine Megagigafarbkonzept für vier Reisethemen.

    Mehr Infos auf der Homepage der Stadt.

     
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    MTV verabschiedet sich
    von “Music Television”

    Dass MTV schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich ein Musiksender ist, dürfte an sich kein Geheimnis sein. Immerhin ist der Anteil an Reality- und Pseudo-Reality-Formaten stetig zu Ungunsten von Musiksendungen gestiegen.

    Diesem Umstand zollt man nun auch optisch Tribut und das ist eine ganz spannende Sache, die fast geräuschlos über die Bühne ging.

    Der Sender hat nämlich die Zeile “Music Television” aus dem Logo gestrichen – das Logo zeigt jetzt nur noch das große “M” und “TV”.

    Dafür hat man aber nicht nur die entsprechende Unterzeile weggenommen, sondern einfach kurzerhand die Beine vom M “amputiert”. Sieht ziemlich radikal aus. Gut, das Programm hat sich auch radikal geändert – leider.

    Hier sieht man es am besten:

    (Foto von Designtagebuch)

    Laut Musikwoche wird “die erste Umgestaltung der grafischen Senderkennung seit 29 Jahren vom Management bewusst herunter gespielt. Marketingleiterin Tina Exarhos erklärte: “Die Zuschauer von heute sprechen bei MTV nicht von Music Television. Sie haben nicht dieselbe emotionale Bindung zu unserem Sender, wie zum Beispiel jene Menschen, die nun über das Logo-Redesign schreiben,” wie zum Beispiel auch das Designtagebuch.

    Tja, da hat die Tina vielleicht sogar recht – ich bin tatsächlich mit MTV und herausragenden Sendungen wie “Yo! MTV Raps” aufgewachsen und der Ästhetik von Musikclips geprägt worden.

    Ich glaube aber trotzdem, dass auch die “heutigen Zuschauer” (also die Kids, wenn ich das richtig deute) auf eine anständig und fachmännisch kompilierte Musiksendung stehen würden, statt sich bei Youtube durchwurschteln zu müssen. Ist aber nur meine Meinung, gell.

     
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