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    Der halbe Leibhaftige: Gerhard Mayer-Vorfelder stellt seine Biographie vor

    Der Kollege Außenreporter und der Kollege Geiger, beides uneheliche Kinder von Gerhard Mayer-Vorfelder, sind eingeladen zur Buchpräsentation von MVs Biographie, Titel: „Ein stürmisches Leben“. Es moderiert: Günther Oettinger. Zugeschaltet wird ein ehemaliger Bundestrainer aus Los Äintscheles. Außerdem zu Gast: der halbe Reichsparteitag. Karneval in Köln ist Kinderfasching dagegen – ein stürmischer Erfahrungsbericht.

    Roadtrip ins Ungewisse. Butterfahrt zur Buchvorstellung. Exkursion ins Extrem. Aussi und Geiger im Landschulheim der Landespolitik. Die beiden Spezialisten waren schon bei der Routenplanung überfordert. Wo soll die Party steigen? Im STEP. Nie gehört. Kurz für Stuttgart Engineering Park. Google Maps zeigt total verrückte Straßen an, die es gar nicht gibt in einem Stadtteil, den es besser nicht geben sollte: S-Vaihingen.

    Curiestraße, Wankelstraße, Gropiusstraße, Zusestraße, WTF? Niemandsland zwischen Vaihingen und dem Schattenring. Da hat irgendein Irrer eine Industrie-Trabanten-Fitnessstudio-Siedlung gebaut. Rudi Häussler forever. Wenigstens gibt es Parkplätze und Schinkencroissants satt. Zu letzterem später mehr.

    Das STEP, dieser feuchte Traum eines jeden Gewerbegebiet-Architekten, ist herausgeputzt für hohe Gäste an diesem Abend. Ein Parkplatzwächter hält uns an. „4711!“, gibt Geiger die Parole für den Abend vor. Ein herrlicher Moment der Stille entsteht, indem für einen Moment die ganze STEP-Welt stehen bleibt. Parkplatz-Chef verduzt: „Wie meinen? Ist das die Hausnummer, die Sie suchen?“. Geiger souverän: „Nein, das ist der Code, den uns die Stabstelle von MV für die Veranstaltung durchgegeben hat.“

    Der Herr der Parkplätze begreift, dass er es mit zwei Vollpfosten zu tun hat und schickt uns ins Parkhaus. Geiger: „Geht die Party schon gut ab?“. Herr Parkplatz: Ja, es ist schon einiges los. Wieso liest MV eigentlich nicht in der Schleyer-Halle? Wäre der passendere Rahmen für den letzten reaktionären Rockstar der Politik gewesen.

    „Ist schon einiges los“ war dann eher übertrieben. Außer uns nur einige Nerzmäntel, eine anti-dezente Beleuchtung und der Star des Abends, MV himself. Es liegt dieser ganz besondere Duft von Vorverwesung in der Luft, den man zum Beispiel auch aus dem Augustinerstift am Pragsattel kennt. So riecht Lebenserfahrung. Geiger: „Ist es Schnaps oder Klosterfrau Melissengeist?“ Wir checken gleich mal eine Ausgabe des künftigen Bestsellers und stellen uns brav in die Schlange der anderen Groupies.

    Zeit, über das Artwork des Covers nachzudenken. Ist Killer. Wir dachten erst, die vielen Dreier rund um MVs Rübe hätten eine metaphysische Bedeutung, z.B. 333 als Bezug zu 666, der Telefon-Nummer des Satans, weil MV der halbe Leibhaftige ist. Auch subtile Anspielungen an eine Jahreszahl wie 1933 und damit verbundene Ereignisse sind bei MV ja denkbar. Leider beziehen sich die vielen 3er aber nur auf sein Geburtsdatum, 3.3.33. Richtig, nächstes Jahr steht ein Runder ins Haus.

    (Aussi fragt Sonja Merz und ihre beiden älteren Geschwister nach ihren Handy-Nummern, Sonja reagiert verhalten)

    Ob wir zum Jubelfest nächstes Jahr noch mal eingeladen werden, sei dahingestellt, heute Abend wurden wir zu Tisch gebeten, weil Geiger der Ortsvorsteher der CDU in Heumaden und Aussi früher der Sprecher der Jungen Union Pforzheim war. MV erkennt seine Buben selbstverständlich sofort, ist aber so aufgeregt, dass ihm Aussis Spitzname kurzzeitig entfallen ist. So entsteht folgende muntere Szene:

    MV: Schön, dass ihr da seid undsoweiterundsofort, wie war noch mal der werte Name, was soll ich schreiben?

    Aussi: Für Aussi bitte!

    MV: Hussi?

    Aussi: Aussi.

    MV: Muschi?

    Aussi: Aussi, ich buchstabiere: Abartig ultra stressiger Seggel international.

    MV, latent genervt: Voll Moppelkotze, schreiben Sie’s halt auf.

    Daraufhin Autogramm-, Wimpel- und Poesiealbum-Tausch, MV paust die Signatur ab, großes Hallo, fetter MV-Schulterklopfer, alle in der Schlange dahinter voll genervt wegen der Verzögerung, sorry an der Stelle noch mal an die Grauen CDU-Panter Filderstadt-Bonlanden.

    (Kurz checken: Wie machen das die anderen? „Danke für 1942. Für immer dein MV.“ Alles klar.)

    (Ist ganz leicht, A–U–S–S–I, hä, wie meinen?)

    (Also ich täte es ungefähr so schreiben, danke, bitte, Küsschen, Küsschen, tschüssi)

    Dann geht’s aber auch gleich ordentlich los. Der Aussi kennt wesentlich mehr Leute als der Kollege Geiger. Dem allerdings nickt der Oettinger zu (1:0 Geiger) und begrüßt ihn wie immer mit der Touchfist, weil er sich erinnert, dass beide mal zusammen eine Bierabfüllanlage eingeweiht haben. Also Öttinger hat sie eingeweiht und Geiger hat ihm dabei aus sicherer Entfernung zugesehen.

    Dann entdeckt Geiger auch noch Gazi-Chef Eduardo Garcia (70. Minute, 2:0). Doch Aussi gleicht aus: weiß zuerst Günter Schäfers Spitznamen Eisen-Günne, erkennt Wasen-Wirtin Sonja Merz auch außerhalb ihres Dirndls, hat dann ein kleines Téte-a-Téte mit CDU-Darling Stefan Kaufmann, der aber erkältet ist und daher anschließend nicht twittern kann, dass er ein gutes Gespräch mit ihm hatte.

    Der beste Spruch des Abends kommt leider nicht von uns, sondern von Promi-Fotograf Sage. Das ist der, der an seinem Arm so viele VIP-Bänder hat wie Wolfgang Petry Freundschaftsbändchen. Sage hat mehr CDU-Streetcredebility als Geiger und Aussi zusammen, winkt hier, grüßt dort und schüttelt reihenweise Händchen, um dann genussvoll in den Raum zu krakeelen. „Herrlich, alle da, ist ja wie beim Reichsparteitag hier!“

    Das Programm ist schließlich ausgesucht: Wir hatten gehofft, MV liest uns was aus seinem Buch vor. Aber heute wird nicht gelesen, nur gelobt. Erst der Ötti den MV. Halbzeit – Seitenwechsel – Auftritt Cheerleader aus LA – dann der MV den Oettinger.

    Man mag von Oettinger halten, was man will, seine Exzellenz aus Brüssel freestylt eine Dreiviertelstunde lang auf hohem Niveau. Reden kann der Günne, die ersten Sätze klingen wie immer etwas nach Satire-Gipfel, weil man denkt, eine Parodie auf Günter stünde am Pult. Aber nein, stimmt ja, es ist das Original live und in Farbe.

    „Lieber Gert, verehrter MV, ich hab mich die ganze Woche auf diesen Termin gefreut, egal ob in Berlin, Istanbul oder Brüssel“, sagt Oetti. „Lieber Gert, verehrter MV, wir haben uns die ganze Woche auf diesen Termin gefreut, egal ob in Botnang, Hedelfingen oder Möhringen“, sagen Geiger und Aussi.

    Es folgen Kracher um Kracher: MV höre nicht gerne zu, sei aber ein herausragender Plauderer, ein lebendiger Zeitzeuge und habe alles durchgemacht von A14 bis B9 (geiler Beamtenbesoldungswitz). Oetti und Gert haben sich 1982 kennen gelernt und mögen sich scheinbar echt ein bisschen, auf jeden Fall haut der GOE die Dinger raus, dass Aussi ganz rote Ohren bekommt, während Geiger die Rüstigen um ihn herum zur Ruhe ermahnt – auf Doppelherz kann man sich scheinbar nicht so lange konzentrieren.

    Logisch, dass Oettinger auf die legendäre Kondition der baden-württembergischen Antwort auf Franz-Josef Strauß eingeht: Beim Skifahren des Inner-CDU-Circles hatte MV immer die schwächste Kondition und wollte sich nach der ersten Abfahrt erst mal eine Rothändle am Hang anstecken, nachts sei er dann aber zu ganz großer Form aufgelaufen. Schnaps sei allerdings nicht so seins, Bier auch nicht, stattdessen Trollinger, Weißwein und Champus, die heilige Trias des übersäuerten Alkohol-Magens.

    Nach Oetti gab es dann eine Live-Schalte, die uns irgendwie an kessel.tv-Lesungen erinnert hat, der Einspieler war großes Kino, durfte doch ein gewisser Jürgen Klinsmann aus Los Angeles seinen MV über den grünen Klee loben: „Du bisch mein väterlicher Freund, ich sag bis heute Präsident zu dir, ohne dich hätt es koi Sommermärchen gebä und koine Leischtungszentren des DFB und koine Weltkarriere von mir und koinen Weltfrieden“, sagt Klinsi, Geiger und Aussi liegen sich vor Rührung weinend in den Armen.

    (Great Kino: Klinsi from LA)

    Dann schließlich Auftritt MV himself. Die rhetorische Messlatte liegt hoch, der Vito Corleone der Südwest-Politik kann das Niveau anfangs nicht ganz halten, manchmal nuschelt er leider ein bisschen zu sehr die Vokale weg, ein paar Kracher haut der Pate aber auch noch raus: „Das ich ein so interessanter Typ bin, lieber Günther, hätte ich nicht gedacht“, „wenn du wüsstest, wie zuhause bei mir die Glocken klingen“, „vielleicht kommt noch mal ein anderes Fest, lieber Günther, da kannst du die Rede wiederholen.” Schenkelklopfer, Jubelperser, Standing Ovations, Geiger und Aussi machen die Welle, und endlich geht es ans Büffett.

    Geiger isst auf MVs Gesundheit 36 Croissants, der kann sich das auch leisten mit seinem Heavy-Metal-Körper, Aussi hält sich wegen seines schwachen Bindegewebes an die Hobbys des Präsidenten, also Puffbrause und Weißwein.

    Beim Stehempfang fachsimpeln wir noch etwas über die Machart des Büchles selbst: MV hat erst gar nicht versucht zu behaupten, dass er das Geschoss selber geschrieben hat. Stattdessen hat er das Triumvirat aus Verleger, Ghostwriter und einem dritten Menschen gelobt, dessen Funktion wir nicht kapiert haben. Ohne die drei wäre der Schinken auf jeden Fall nicht entstanden, gibt der Präsident locker zu, um lässig anzufügen: „Ich habe das Buch wirklich gern gelesen.“

    Das Schlusswort gehört Karl Allgöwer, der im aktuellen 11 Freunde anerkennend über MV philosophiert: „Auf der Meisterfeier 1984 wollten wir unbedingt erleben, dass der Präsident mal die Segel streicht. Wir haben uns abgewechselt, jeder musste eine Stunde hin und mit ihm feiern, aber wir haben es nicht geschafft.“

    Liegt vielleicht am kleinen Geheimnis von MV, das man aber nur herausbekommt, wenn man ihm beim Autogrammtausch sehr, sehr nahe kommt. Ganz leicht, aber wirklich nur ganz leicht, riecht der Don der CDU Baden-Württemberg nach Schwefel. Wie es sich für den halben Leibhaftigen eben gehört.

    (Original: So heißt der Seggel in Druckbuchstaben)

     (Fälschung: Riecht es hier irgendwo nach Schwefel?)

     
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    Heute: Geschlechtsverkehr

    Mein Bücherregal ist eine Wucht. Alles voll mit Klassikern der Weltliteratur, Denis Scheck oder Reich-Ranicki würden mir ohne Umschweife sofort eine reinhauen: “Cash by Johnny Cash”, “Vegetarisch kochen für Vollidioten”, “Satan Wants You”, “Serienkiller”, “The Ramones”, “Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich” und “American Psycho”.

    Über’s Bomsen habe ich bislang keine Bücher. Wenn man das in meinem Alter noch nicht hinbekommen hat, dann hilft auch kein Buch mehr. Hab jetzt trotzdem eines dazugestellt. “Die Feine Art des Vögelns” von Birgit Querengäßer.

    Die Frau kommt aus Hamburg, wohnt in München, spricht recht leise und schreibt Artikel, Kolumnen und Vergnügliches für Magazine wie Jolie, Playboy, die FAZ, Maxi, Maxim und so. Recht gerne geht’s da ums Ferkeln. “Die feine Art des Vögelns”, jüngst erschienen bei Stuttgarter Klett-Verlag,  haut in die ähnliche Kerbe: Sex & The City für Leute die beim Knattern das Licht anlassen. Das versprochene “Handbuch für den modernen Beischlaf” ist es nicht gerade, aber blitzsauberes Entertainment für Zwischendurch.

    Birgit Querengäßer liest aus “Die feine Art des Vögelns”, Heute, 20.30 Uhr, Wurst & Fleisch, Rotebühlplatz 9, S-Mitte, Eintritt frei. Ich moderiere ein bisschen und pass’ fein auf. Wollte eigentlich auch was lesen, bin aber schon im Pre-Casting gescheitert: “Öh, Texte über Sex? Hmm. Slayer vielleicht? Ramones?”

    Buch anspielen 

     
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    Die Wahrheit lag in der Lounge

    Auf die Schnelle noch ein kurzer Spielbericht zur Maik-Franz-Lounge am Samstag, mit der wir die 30-Jahre-Kessel.tv-Feierlichkeiten sportlich beendet haben. Angesichts der geballten Fußballkompetenz (Setzer, JMO2 plus 60(.000) Ultras im Guiseppe-Waschstraßa-Stadion) und -Prominenz (Joe Bauer) war ich nervös wie Ballack vor seinen zwei verlorenen Champions-League-Finals. Zwetschgenwasser und der RAM haben mir aber geholfen, den Abend halbwegs unfallfrei zu überstehen.

    Die Highlights im Schnelldurchlauf: Die Stadionsprecher Uli und Shanthi Schwinge (Eintracht Randguppe) hatten mir eine ulkige Maik-Franz-Krone gebastelt, die ich während der gesamten 90 Minuten Spielzeit nicht abgenommen habe. War sozusagen ein Schienbeinschoner für die Birne, hatte nämlich Angst, dass ich vom Commando Cannstatt wegen allzu ausgefallener Maik-Franz-Sympathie-Bekundungen beworfen werden würde.

    Randale blieb dann aber zum Glück aus, stattdessen freuten sich die Fans über eine von Maik signierte Trinkflasche, die wir verlosen durften und allerlei andere schicke Maik-Franz-Devotionalien, unter anderem war Stefan Mellin vom Maik-Management so nett, extra für die Lesung ein Grußwort von Iron Maik aus Berlin zu besorgen. 1000 Dank an der Stelle noch einmal.

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    Maik Franz hatte die Veranstaltung außerdem höchstpersönlich auf seiner Facebook-Seite gepostet, was zu einigen sehr witzigen Kommentaren geführt hat.

    (Draufklicken)

    Vor lauter Nervosität hab ich einen Hammergag vergessen, den ich jetzt nachträglich erwähnen möchte und den wir bei der nächsten Lounge selbstredend in aller Ausführlichkeit breittreten werden: Als emotionaler Nachfolger von Udo Lattek beim Kia Doppelpass hatte ich extra ein Phrasenschwein besorgt, dessen Funktion aber kessel.tv-mäßig umgedreht ist.

    Nicht wir sollten ins Phrasenschwein einzahlen, wenn uns Weisheiten wie „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ rausrutschen. Nein, ich wollte das Schwein zum elementaren Teil der Nachspielzeit machen: Wer einen Euro reinschmeißt, darf sich bei den Experten eine Phrase wünschen. Hatte extra noch welche gebüffelt, machen wir dann wie gesagt beim nächsten Mal.

    Inhaltlicher Höhepunkt des Abends waren sicherlich die Texte von Joe, vier ganz starke Buchstaben-Flanken aus der Tiefe des Raumes, die dem Abend thematisch eine andere Richtung gegeben haben: Eigentlich wäre der Titel Stuttgarter-Kickers-Lounge am Ende angemessener gewesen, kann man aber auch mit gutem Gewissen unterstützen, den feinen Verein aus Degerloch.

    Live-Übertragung auf Sky Sports, am Mikrofon Joe Bauer

    Zum Abschluss noch mal 1000 Dank an meine Mannschaftskameraden, den Prinz des VfB Stuttgart, Michael Setzer, den Trainerausbilder des DFB, JMO2, an mein Idol Joe und an meinen Cheftrainer Martin. Die Wahrheit lag in der Lounge, die Lesung dauerte 90 Minuten und die nächste Kessel-Lesung ist immer die lustigste. Zurück ins Funkhaus.

    Hexenkessel Waschstraße: höfliches Warten auf die dritte Halbzeit

    Und hier noch die Aufzeichnung.


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    Best Of 2011: Drei Jahre KTV Review von Afro-Dieter

    Letztes Jahr berichtete er vom Southside, nun über unsere Jubiläumslesung im Transit: Afro-Dieter. Bisschen spät, schon wieder knapp zwei Wochen her, aber den hervorragenden, ziemlich langen Text möchten wir euch nicht vorenthalten.

    Neapolitanischer Strassenverkauf vor meinem Hotel am Bahnhof, kurz vor halb eins nachts, 26 Grad und leicht auffrischender Wind. Ich habe aus einer Vier- eine Zweieinhalb-Tage Reise gemacht, um den Geburtstag eines guten Freundes zu erwischen. Dummerweise zwingt mich der Rückflug, auf das Sonnenterrassen-Frühstück mit fantastischem Blick über die erwachende, charmant verkommene Stadt zu verzichten. Aber mit leerem Magen schlafen und fliegen ist wie mit ohne Hose im Bus und alle schauen dich komisch an: nicht gut.

    Also steh ich nachts noch an der Kreuzung, warte auf einen Burger und wippe angetrunken zu “My sharona”, das gerade aus dem Weltempfänger dröhnt und mich an 90er Filme mit Winona Ryder erinnert.

    Als eine von weitem aufreizende und von nahem nicht mehr so hübsche Transsexuelle auf den Stand stürmt und viel zu arg mittanzt, versuch ich noch charmant vorbei zu schauen. Doch nachdem sie kurz darauf untenrum blank zieht, propellert und meine Aufmerksamkeit sucht, hole ich mein Handy aus der Tasche und schreibe hochkonzentriert gelangweilt eine SMS. Das hält Sie jedoch nicht davon ab, mich mit bassigem italienisch verbal auszuziehen.

    Ich verfluche den theatralischen Burger-Bau-Prozess und denke an Flucht. Die Putze des Strassenstand überredet Lola, sich wieder halbwegs anzuziehen, was bei dem aktuell abreizenden Modeverständnis immer noch nackt wäre. Die Situation entspannt sich, und ich habe die Chance, aus der Geschichte mit mangelnden Sprachkenntnissen und fordernder Verlobten rauszukommen.

    Einen Handkuss bekomm ich trotzdem. Und einen widerlichen Burger, dessen Einzelheiten noch vor dem Hoteleingang im Müll landen. Unter diesem Eindruck schlafe ich ein, wache sofort wieder auf, fliege heim, arbeite in Trance und erscheine apathisch bei Bernd zum Duschen.

    Kurz mal für 20 Minuten wach, Cuba Libre im einem Liter Plastikglas und auf in die Stadt. Vorm Transit wartet schon das Geburtstagskind, verkörpert in zwei Stuttgarter DJs, nebenberuflich in einer Fernsehanstalt mit viel Text beschäftigt.

    Nach Betreten vom Transit alles wie gewohnt. Viele nette und laute Menschen, trotz 15 Grad Aussentemperatur und Regen bildet sich ein Eigenklima. Nur die Musik fehlt, obwohl DJ Emilio an den Reglern steht. Doch heute ist er mal nur Nachbar und Erfüllungsgehilfe, der milde Texte mit musikalischen Einspielern würzt.

    Denn oben auf der improvisierten Bühne, wo sonst das Publikum den Lapdance probt, präsentieren sich die N’sync des Stuttgarter Internetautoren, die Otti Fischers der Kleinstadt-Humoristen und die Sascha Lobos der Internetrebellen. Bunt gemischt wie die S-Bahn Sonntag morgens um halb sieben.

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    Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

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    Trainer Ludwig, neuester Teil, in Memory of Maik Franz.

    Neuer Sport hier: Phrasenüberschriftentopping: Nach “Wie der Heiner kann´s keiner” die Fußballphrase aller Phrasen als Schlagzeile, macht aber ohne Ende Sinn. Nach der schönen Maik Franz-Lounge vergangenen Samstag in der Waschstraße, zu der hoffentlich der Aussi heute noch ein paar Zeilen verfasst, bekommt man am kommenden Samstag, 6. August nochmals massig Fußballkultur im Theaterhaus geboten.

    Pünktlich zum Saisonbeginn lädt unser Gastleser Joe Bauer (Top-Performance am Samstag) zu “Hurra, wir kicken noch!”, die 3. Unterstützer für die Fans der Stuttgarter Kickers ein. Die Kickers spielen bereits am Freitag, 5. August gegen den KSC II und die komplette Mannschaft wird samt Trainer im Saal anwesend sein, lauter nette Menschen, wie Geiger erst am Freitag berichtete.

    Joe Bauer liest, Triple Espresso bluesen und rock´n´rollen, dazu gibt es Comedy und “Freestyle-Akrobaten” von Martina Brandl, Bastian Fischer, René Mathussek & Daniel Korte.

    Samstag, 6. August, 20 Uhr, Theaterhaus

    Karten gibt es unter www.theaterhaus.com zum Waldau-Stehplatz-Tarif von 10 Euro

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    Danke, Blumen & Kuchen

    Möchte zu gestern Abend nicht mehr viel sagen, außer:

    Danke an Ante für die Blumen und die Flasche Slivo…

     

    …die pünktlich zum Lesebeginn um 21 Uhr vom Fleurop-Mann überbracht wurden. Nicht weniger überrascht waren wir bei der feierlichen Übergabe des unglaublich leckeren Schokokuchens von meiner Freundin.

    Ein riesiges Dankeschön an Euch, die weltbesten Gäste und Leser, für die fantastische Stimmung trotz Hitze und Mief und natürlich auch an die eisernen Streamgucker (44 an der Zahl, mehr als beim Frauenfußball meinte Krupa).

    Big Up an Anlagen-Faris für die Technik.

    La Ola für die Transit-Boys Janusch, Benni & Heiko (und Locke, gestern leider nicht da), wir sehen uns später.

    Küsschen für Nachbar Emil für Musik und Skits.

    Dicke Rap-Umarmung an Schwarz von Black´n´Proud für seine Performance von “Den Namen nicht mal sagen”.

    Lauter Applaus für Moritz Drung, der extra aus Berlin heruntergefahren ist, um seinen Cosimo-Text vorzulesen.

    Und jetzt, Trommelwirbel, Feuerwerk und Wetten dass?!-Klatschen für alle, die das Ding hier am Laufen halten: My main man Thorsten, Kutmaster Krupa, der Synthax-Aussi, Louis-Jana, Schwarze-Cola-Setzer, Aufguss-Geiger, Raps-Mischi und natürlich meine einzigartige Schwester Klüdi.

    Und wie Krupa schon durchgesagt hat: Nächstes Jahr Schleyerhalle, VVK startet heute, VIP-Tickets (inklusive Garderobe) zum Schnäppchen-Preis von 150 Euro bei allen bekannten VVK-Stellen wie Eventim oder U-Bahn-Haltestelle Wilhelm-Geiger-Platz.

    Bin raus. Am Bärensee soll es wohl junge Leute geben. Geh ich mal überprüfen.

     
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    Kessel.TV-Lesung: Der Live-Stream

    Wer’s verpasst hat: Hier kann man das letzte Drittel der Lesung noch mal angucken (leider hat die Aufzeichnung vorher nicht funktioniert).

    Live video by Ustream

     
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