• 13

    Auch gut zu Fuß: KTV beim Halbmarathon

    (Alle Fotos von Bernd.)

    Wir können nicht nur rollern, sondern sind auch recht laufstark: Am vergangenen Sonntag belegte das doch noch spontan zusammen gekommende KTV-Halbmarathon Team beim 18. Stuttgarter Zeitung Lauf den 112. Platz von 546 Männermannschaften! Yeah! Hinter uns liegen hochkarätige Leichtathletikverbände wie Handwerk I und die Stuttgarter Versicherungsgruppe I.

    Letztes Jahr lag KTV noch auf 199 und teilte sich den Platz mit dem SV Ohmenhausen I. Eigentlich wollten wir dieses Jahr Ohmenhausen I links liegen lassen, aber die Boys haben wohl ordentlich trainiert oder neue Spieler eingekauft und rangieren dieses Jahr auf Platz 8! WTF?!

    Unsere gute Platzierung haben wir unserer topfitten Zugmaschine Chris zu verdanken:

    Er sprintete mit 1:27:29 ins Ziel (letztes Jahr 1:35:09). Auch stark: Toni Disco mit 1:51:59, hätte ich ihm nicht zugetraut. Weiterhin für Kessel.TV gestartet ist Leser Jo, der ebenfalls die magische Zwei-Stunden-Grenze mit exakt 1:55:22 unterwandern konnte. Topp. Letztes Jahr war er zwar etwas stärker, aber hat hier schon angekündigt, dass er wohl dieses Jahr nicht die große Hilfe sein würde, aber drauf geschissen, olympischer Gedanke und so. Nächstes Jahr dann mal komplettes Team-Foto mit Jo:

    (“Was bringt dir eine gute Zeit wenn du scheiße aussiehst?” Toni Disco mit seinem Gucci Bandana, links hinter seiner Wegbegleiterin Barbara.)

    War auch alles recht ungeplant dieses Jahr, ich wusste bis vor ein paar Wochen nicht ob ich starte, die Online-Anmeldung habe ich sausen lassen und mich dann am Samstagmorgen nachgemeldet. Da ich vom Feeling her überhaupt kein gutes Gefühl hatte, wie meine derzeitige Form ist und ich zu letzt eher öfters 15 Kilometer anstatt 20 gelaufen bin, war mein Motto bei diesem ersten große Wettbewerb seit dem Berlin Marathon 2008: Ich lauf mal mit, nur kein Stress.

    Hatte also keine großen Ambitionen (Traumziel Stuttgart unter 1:30 war dieses Jahr sowieso nicht drin) aber doch jede Menge Bock, nachdem ich die letzten zwei Jahre in Stuttgart nicht gestartet bin. Minimal-Ziel war 1:45, war mir schon relativ sicher, dass ich das schaffe, evt. sogar unter 1:40.

    Dank der neu gefundenen Lockerheit ging mir erst mal alles am Arsch vorbei: die schon gut stechende Sonne sowie die halbstündige Startverzögerung, relativ horschtig und unverhofft angekündigt. Daran kann man noch arbeiten. Für Chris wars bestimmt unangenehmer, der war ja motiviert. Susi Eisenmanns Gelaber konnte man ebenfalls ertragen und wie auch die Sportprominenz Charly Steeb.

    Falls jemand nicht mehr weiß wer Charly Steeb war oder ist, gab der Moderator schnell Starthilfe: Einst großer deutscher Tennisspieler in der Ära Becker und Stich. Sein Sohn würde heute mitlaufen. Ach nee, sein Sohn hatte am Nachmittag ein Tennisturnier und deswegen konnte Charly Steeb beim anschließenden 10-Kilometer-Lauf nur 1, 2 Kilometer good-will-mässig mitlaufen.

    Die ersten vier, fünf, sechs Kilometer hab ich es recht easy angehen lassen, circa 4:50min aufn Kilometer, hab mich gleich recht gut gefühlt. Ich muss auch sagen, dass an sämtlichen wichtigen Streckenpunkten mittlerweile richtig gute Stimmung herrscht, kein Vergleich mit dem ersten HM durch die City 2008. In der Innenstadt könnte man noch bemängeln, dass es zwischen Kunstmuseum und Tübingerstraße doch recht eng zu geht, vor allem wenn man noch mitten im Pulk ist.

    Alles in allem ist die Strecke gut optimiert worden nach dem Innenstadt-Debüt. Einziges Manko bleiben meiner Meinung nach die recht vielen scharfen Kurven inklusive einer 180 Grad-Kehre in Cannstatt, für Bestzeiten nicht ganz optimal. Aber auch das war mir komplett bumms und erfreute mich mehr daran, jeden Winkel der Cannstatter Innenstadt belaufen zu dürfen. Auch hier gute Atmosphäre. Die Stuttgarter scheinen die Veranstaltung immer mehr anzunehmen.

    Jut, die 10-Kilometermarke streifte ich in 46 Minuten, da waren noch einige Körner da, wie man bei der Tour sagt, und ich konnte exakt das Tempo der ersten Hälfte halten und bin leicht überraschend mit 1:36:10 ins Ziel gekommen, inklusive kurzer Brechreiz, aber gehört einfach dazu. Und ey, davor noch über die Brot-für-die-Welt-Matte gehechtet!

    Unter dem Strich ist die Zeit ne halbe Minute schlechter als 2008 – und da war ich eigentlich so fit wie noch nie, aber – Ausrede – 2008 wars wirklich übel heiß. Und vergangenen Freitag hab ich noch zwei Schnaps getrunken. Oder auch mehr. Schadet wohl nicht.

     
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  • 16

    Halbmarathon

    (Derzeit der berühmteste anonyme Stuttgarter oder vielleicht Harald Glööckler ohne Make up?)

    Ging dieses Jahr bisschen unter wie meine aktuelle Form: Schon drei Wochen früher als sonst, findet am Sonntag, 29. Mai der 18. Stuttgarter Zeitung-Lauf statt. Hab das Thema dieses Jahr etwas low gehalten, weil ich eigentlich immer noch nicht genau weiß, ob ich überhaupt mitmache. Aber wahrscheinlich schon. Nächsten Samstagabend habe ich mir jedenfalls freigehalten und mittags hocke ich mich zur Entspannung beim Rennfahrer Thorsten hinten drauf und hoff dass wir nicht umkippen.

    Die Online-Anmeldung ist leider auch schon gelaufen, sprich nachmelden und ewig in der Schleyerhalle voller schwitzender Laufopfer Beine in Bauch stehen. Können wir auf der Rollerausfahrt die als Zwischenstopf, äh, Stopp einplanen, damit ich meine Startunterlagen holen kann? Geb auch Traubenzucker für alle aus.

    Ziele hab ich somit dieses Jahr keine, oder sagen wir relativ bescheidene. Unter 1:45h wäre schön. Wer ist noch dabei?

    www.stuttgarter-zeitung-lauf.de

     
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  • 12

    Abgelegt

    Kennste das? Du hattest gerade eben was in der Hand, legst es kurz irgendwo zur Seite, brauchst es eigentlich ne Minute später wieder – und auf einmal weißt du nicht mehr wo du es gerade abgelegt hast?! So wie ich vorhin meine Laufbrille?

    Du drehst alles in der Wohnung um, guckst in jede Plattenkiste, unter jedem Turnschuh und sogar panisch in den Kühlschrank rein, völlig absurd, bescheuert, belämmert, weil die Brille da nie und nimmer sein kann, aber sie könnte ja doch da sein, weil du sie vielleicht in der Hand hattest als du Sprudel getrunken hast und danach haste den Sprudel wieder in den Kühlschrank gestellt und dabei die Brille zu den Käsepackungen gelegt? Und weil du das mal vor 20 Jahren in der Bill Cosby Show gesehen, als die ganz kleine Cosby ihr Schulheft gedankenlos mit dem Sandwich im Kühlschrank gebunkert hat? Also guckst du auch in den Kühlschrank, aber die scheiß Brille ist natürlich nicht da, du guckst aber nach fünf Minuten zum zweiten mal rein, wie du auch über den Boden kriechst, sie könnte ja irgendwo hinten runtergefallen sein, nein ist sie aber nicht, du drehst voll ab, wo ist also meine scheiß Laufbrille, ICH BRAUCH DIE J-E-T-Z-T – ICH WILL LAUFEN! AAAAAAAAAAH!!!!

    Du fängst an zu schreien, immer lauter, du brüllst wie verrückt, und du schreist eigentlich nie, außer natürlich vor Freude, wenn dein Comunio-Team massig Punkte macht, und mein Comunio-Team ist das Beste auf der ganzen Welt, oder Thomas Müller ein Tor oder der Sohn von Udo Jürgens einen famosen Übergang, aber sonst schreist du eigentlich nicht, aber jetzt musst du schreien vor Wut, weil dein Hirn nicht die Minute abspeichern konnte zwischen Brille ablegen und Laufjacke holen.

    Ich war schon kurz davor Nachbar anzurufen, hab mir schon Text überlegt. “Nachbar, egal was ich jetzt sage, ich bin bitte nicht verrückt. Pass auf, ich hab da meine Laufbrille und hab die Gläster gewechselt und dann… Sag mal, also, ähm, da deine zwei Paprikaadleraugen mehr sehen als meine Kartoffelfischglotzer, kannste kurz runter kommen und suchen helfen?”

    Hatte schon das Telefon in der Hand. Gezittert. Der hält mich eh schon für wirr dank meiner vielen Hätte-würde-könnte-Theorien, mit den ich ihn immer volllalle. Einmal, im Ferienlager, da stand ich vor seiner Türe und musste dringend groß, nachm Laufen, wir Läufer und unser System du, ja egal, eklig, konnte aber nicht bei uns, weil gerade John Disco geputzt hat – ausgelacht hat er mich und ob ich einen an der Klatsche hätte. Wenn ich ihn jetzt noch wegen meiner verschlampten Laufbrille anrufe, dann, ja, Anstalt.

    Halt, im Bad hab ich vorhin nicht geschaut… ähm… okay. Danke. Gruss. Gut Nacht.

     
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  • 5

    55 Jahre Fernsehturm

    (Was ist schöner? Thorstens Roller oder der Fernsehturm?)

    Paaardeeyyy! Morgen wird unser Fernsehturm 55 Jahre alt und der SWR gibt sparfuchsmässig einen aus: Statt 5 Euro kommt man für 3 Euro hoch! Bumsfallera! Die zwei Euro kannste dann oben wieder in einen Kaffee investieren. Das ist Original-Swabian-Gangster-Style.

    Ansonsten, alles Gute, du in den Himmel stechende Nadel und „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“, was wäre unser Stadtbild nur ohne dich. Aktuell wird der Türm übrigens wieder saniert und die Gastro haben schon vor einiger Zeit die Bravo Charlie Crew übernommen.

    Übrigens, wir hatten vor langer Zeit mal ein Bild von der Opening-Party gebloggt. Hat uns ein Leser eingeschickt, ich meine es war der Thomas.

    Mehr Infos zum Jubiläum nach dem Sprung.

    Beim Fernsehturm fällt mir ein, weil ich irgendwie meine, dass er dort trainiert, dass diese Woche der Stuttgarter Thomas Dold bereits zum 6. Mal den Empire State Building Treppenlauf (oder wie der Wettkampf auch immer heißt) gewonnen hat. Hat vor ihm noch keiner geschafft, deswegen gratulieren der laufsportverrückte Mario und wir alle gleich doppelt! Super gmacht! Paaaaaaardeeeeey (2)!

    Hier geht es noch zu einem kurzen Clip auf SCHPON.

    www.thomasdold.com

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  • 23

    Frost

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    Ich laufe sehr selten morgens, war schon immer der Abendläufer. Diese Woche ist der Rhythmus schwer durcheinander, jeden Abend ist was. Montag intellektuelle Gespräche in der Roten Kapelle, gestern in Stuttgart-Wests größter WG unscharfes Chilli gegessen, das aber doch saumässig scharf war, danke nochmals für die Einladung, heute nen Geburtstag (Happy Birthday lieber Ussi!), ab morgen schon wieder auflegen (Treff, ab jetzt immer im Transit und im Keller Klub). Da muss man halt mal auch morgens ran.

    Auch wenn es Hundstage sind für Läufer. Minus 5 Grad, da holt man das dickste Fleece von 1994 raus, aber gut fürs Ego, zumindest bildet man sich ein hart zu sein. Übrigens Männer, mir sind heute früh ausschließlich laufende Frauen entgegen gekommen. Entweder wart ihr alle schon bei der Arbeit oder die wiederum müssen nix arbeiten, oder ihr seid halt doch Weicheier. Allgemein festzuhalten ist: In diesen Tagen trennt sich die Spreu vom Weizen bzw. den Laufhosen.

    Hat schon was morgens, über die Reinsburg runter, durch die gnadenlos leergefegte Königstraße, vereinzelte Läden werden gerade mit Zeugs beliefert, die Azubis müssen die Ware annehmen und schlottern mit den Knien, die Weihnachtsmartkstände schrubben sich frisch für Tag, hier größter Baumkuchen überhaupt, und ab in den Beduinenpark. Da sind noch härtere Jungs und Mädels dabei, haben sich dauerhaft eingenistet, bei Bodenfrost, der Infostand am Pavillon ist schon ab früh morgens offen. Respekt.

    Als Läufer durch den Park wird man schon seit einigen Monaten von so manchen Menschen schräg angeschaut, weil die Pro-Fraktion ja auch gerne läuft. Wurde mal in einer Podiumsdiskussionrunde neulich als “sozialdarwinistische” Aktion abgetan, musste ich bissle schmunzeln. Also gucken mich manche Grün-Button-Träger skeptisch an und denken, boah, der isch bestimmt pro und überhaupt voll dafür! Klar, bin ich Pro, Profi-Läufer, aber ansonsten ein halbes Fleischküchle mit einer ganzen Tube Senf.

    Na ja, die Parkschützer werden auch immer mehr Pro, also Profi, wie man oben sieht. Clip gerade entdeckt und musste an meinen Lauf heute früh denken. Fand aber gerade keine Aktion statt. Bäume stehen noch, war keiner angekettet.

     
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  • 4

    Roadrunner 3.0

    Völlig unpassend zum 30. Todestag von John Lennon ein Cartoon-Classic neu interpretiert, gefunden vom Nachbar. Aso, und die Butterbrezel kostet jetzt Eineurofünf!

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    Kleine Gedächtnisstütze.

     
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  • 24

    Perkins Park Doku

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    Letzten Dienstag, meine ekelhaft-legendäre Winterlaufstrecke, Rotenwaldstraße hoch, am Kräherwald entlang, durch den Killesberg, am Feuerbacher Eingang raus, beim Luke´s Tattoo-Studio um die Kurve und dann, das absolute Highlight in den Ferien: am Perkins Park vorbei.

    Gerade mal 19:00 Uhr, schieben sich die Massen von beiden Seiten auf den Park zu. Keine 18 oder gerade mal 18, wer weiß das schon, stilmässig irgendwo zwischen Bordell und Abi-Party, Mensch Mädchen, ihr werdet doch krank, viele mit einer Pulle in der Hand, bin ich ihr perfektes Spott-Opfer mit meiner Quacks-der-Bruchpilot-Brille, meinen dämlichen Laufhosen und den blinkenden Reflektoren-Bändern am Bein. Muss mal einen Laufmode-Blog aufmachen, wird herrlich.

    “Hopp, Hopp”, wäre noch schön, eher lachen sie mich lauthals aus. Ich weine und renne schnell über die Birkenwald- und Panorama-Straße zurück in die Stadt. Sind eigentlich immer noch Ferien? Dann heute Abend gleich noch mal!

    Jut, der Park ist trotzdem eine Nummer für sich, auch wenn er bis auf eine kurze Phase in den 90ern nie mein Stammlokal war. Feiert demnächst 30. Geburtstag, wenn ich nicht ganz falsch liege. Ob dieser kleine Film, auf den uns Leser Andi aufmerksam machte, aus diesem Anlass gedreht wurde, weiß ich nicht.

    Aber dass ich das noch erleben darf: Nach über 10 Jahren nachtaktiver Schreibarrbeit endlich mal ein Gesicht zu dem Namen Presinger, dachte schon es handelt sich um ein Phantom. Nicht ganz unsympathisch. Der “Macher” – wie es dem Clip heißt – Björn Boltz sehr motiviert, dazu dramatisch-pathetische Doku-Musik im Hintergrund, den Gästen gefällts, “die geilsten Weiber” sowieso und “ey guck mal die Mädchen an Mann, was isch des?” und “im Perkins Park ist das Beste, dass nicht jeder reinkommt”. Prost. Und Happy Birthday zum 30.

    P.S.: Big ups for Haile Gebrselassie, der am Sonntag beim New York Marathon aufgeben musste und prompt danach sein Karriereende erklärte.

     
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