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Wilhelmspalais
Am 14. Mai 2012, 17:00 Uhr von martin
Muss ehrlich gestehen, die Geschichte ging komplett an mir vorbei: Schon Ende Februar haben die Wagenhallen-Macher Thorsten Gutbrod und Stefan Mellmann den Zuschlag bekommen, sich von Ende Mai bis Herbst 2013 um das Wilhelmspalais aka ehemalige Stadtbücherei als Koordinator der Räumlichkeiten zu kümmern. Danach zieht das neue Stadtmuseum ein, beziehungsweise wird das Palais für das Stadtmuseum zunächst umgebaut.
Bereits Ende letzten Jahres konnte sich die Stadt mit Baurechtsamt, Brandschutz und Liegenschaftsamt einigen, dass das Foyer und die erste Etage bis dahin “bespielt” werden dürfen (“bespielen” Lieblingswort von Aussi).
Geplant sind in den 15 Monaten in erster Linie viele “Kulturevents” wie Lesungen, Ausstellungen, Diskussionen, Vorträge, Theater etc. und weniger Partyhölle, wie Gutbrod betont, sondern nur “ausgewählte Partys”. Man kann die Location auch für Firmenfeste oder sonstiges anmieten.
Wie es letztendlich kommt und was genau passiert, weiß Gutbrod selbst noch nicht so konkret, bisschen im Opening-Stress gerade, momentan geht es ihm darum, das Ding an Start zu bringen, denn am Freitag, 25. Mai will man eröffnen. An Anfragen diverser Art mangelt es nicht betont er. Das glaub ich ihm sofort, wahrscheinlich will da Gott und die Welt wieder etwas drin machen. Gutbrod selbst jedenfalls ist ziemlich glücklich und auch bisschen stolz, die “Schachtel” betreiben zu dürfen und ist am meisten darauf gespannt wie die Leute die Räume annehmen und beleben.
Die Location hat es definitiv verdient, zwischennützlich belebt zu werden. War bisschen baff, wie Papa immer sagte, bei dem Anblick. Kein Plan wann ich überhaupt zuletzt durch die alte Bibliothek gestöbert bin, irgendwann in den 90ern, aber allein das Foyer ist wirklich ein mächtiger Raum. Gutbrod hat gerade mit einem Kollegen die Beleuchtung gecheckt…
…und mich rumblindschleichen lassen.
Auf Treppen hat man, glaub ich zumindest, die “Meilensteine” der neuen Bibliothek verewigt…
Ich mochte die Betonwände irgendwie und alles in allem hat so eine leergeräumte Bibliothek etwas eigenartiges wie eigenständiges.
Als hätte man einen großen Schatz schnell in Sicherheit bringen müssen.
Neues Lebensziel: Son Dach möchte ich auch mal.
Man sieht, da kann man sich breit austoben. Die hintere Terrasse soll ebenfalls bewirtschaftet werden, allerdings wartet man da noch auf die Genehmigung. Im Eingangsbereich könnten wiederum eine Art neue Freitreppen entstehen mit Blick auf Charlottenplatz und Neues Schloss.
Das Wilhelmspalais hat ganztägig geöffnet und man bietet kalte Gerichte wie Tapas, Bocadillos, Mojos, Vesperbrot, Salate oder Kuchen an, das Barangebot besteht aus Cocktails und regionalen Weine und Biere. Man sucht übrigens noch Personal, guckste auf die Facebook-Seite.
Wilhelmspalais, Eröffnung am 25. Mai Facebook Seite11 Kommentare » -
Heute Abend: Gute Bude
Am 14. Mrz 2012, 14:22 Uhr von martin
Nette Idee: Heute Abend starten Tina Saum und Daniela Metz die Veranstaltungsreihe “Gute Bude”, die regelmässig in Stuttgarter Kiosken stattfinden soll. Kick off ist im Spareck-Kiosk, Moserstraße 13 / Ecke Eugenstraße, oberhalb der Staatsgalerie. Bei der ersten Ausgabe werden Kurzfilme gezeigt, weiterhin geplant sind eine Lese-Performance, Ausstellungen, Konzerte oder Live-Kochshows.
Mehr Infos auf dem eigenen Blog oder auf der StZ.
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Schiller beleidigen
Am 12. Okt 2011, 18:00 Uhr von martin
Schon bisschen älter, Serie heißt “Denkmäler beleidigen”. Gibt es z.B. auch in Reutlingen. Wahrscheinlich Kunst, musste lachen.
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Arttours Stuttgart
Am 29. Jun 2011, 18:01 Uhr von martin
(We will kehr for you.)
Noch mal Kultur und sicherlich nicht nur für Auswärtige interessant, sondern auch Einheimische lernen bei den Arttours Stuttgart die eine oder andere neue Facette ihrer Stadt kennen. Stuttgarter Künstler aus verschiedenen Sparten entwickelten acht mehr oder weniger kuriose Touren, “die den Besuchern die Möglichkeit geben, die Stadt neu zu entdecken, zu definieren und zu verstehen.”
Unter dem Motto “Verhalten sie sich möglichst unauffällig” fährt man mit zwei Performance-Künstlern und Slam Poeten U-Bahn, in der Hoffnung möglichst viele Alltagsabsurditäten zu erleben, geht bei “Grillmaster Picknick” durch Stuttgart spazieren (“Achtung! Die Tour führt teilweise steil bergauf bzw. bergab, gute körperliche Fitness und gutes Schuhwerk sind Voraussetzung zur Teilnahme.”) oder trifft sich beim Weitmann-Grill zur Aerobic-Tour durch Stuttgart (“Abschluss und Höhepunkt der Tour bildet eine Step-Aerobic-Sequenz (schtep da trepp), die alle Elemente der Work-Out-City-Tour an der Freitreppe am Stuttgarter Kunstmuseum zusammen führen soll.”).
Mein persönliches Highlight ist das Angebot “We will kehr for you”: “We will kehr for you” vermittelt Sie an Stuttgarter Bewohner, die für den aktuellen Kehrwochendienst zugeteilt sind. Nach einer kurzen Einweisung führen Sie die Kehrwoche aus und werden im Anschluss vom dankbaren Bewohner mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen entlohnt.
Kann mir zwar kaum vorstellen, dass die Tour jemand bucht, dafür gibt es sicherlich umso mehr dankbare Menschen, die wenigstens einmal gerne fremdkehren lassen würden. Vom 01. bis 3. Juli kann man die einzelnen Touren vergünstigt online buchen (die Kehrwochennummer seltsamerweise nicht).
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Heute im Delphi: Station Solitude
Am 11. Mai 2011, 16:02 Uhr von martin
Nach Tod und Motorsport etwas Kultur. Früher dachten meine Eltern, wie wahrscheinlich viele andere Eltern auch, man müsse mit den Kindern am Wochenende austreten. Frische Luft und so, nach 25 Stunden vor dem Vectrex, der ja eigentlich Papi gehörte, aber die Junge auch mal Dreistrich-Kampfbomber abballern durften. Fantastische Graphik. Wie viele Tätowierung heute.
Fand man nie so cool, also das mit dem Spazieren gehen, weil es im Wald kein Lego gab und auch keinen Vectrex, aber dafür war der Weg hin zum Bärenschlössle mit dem Roller und später Fünfzigmarkkomplettskateboard – jeder fängt mal an – für fußfaule Kids sehr einfach zu bewältigen. Zurück halt übel Gemotze, will heim, muss aufs Klo, will nen Stockbrot, will ne Wurst, will das und dies und vor allem Lego. Meine Eltern zogen, neben dem Killesberg (damals noch mit Eintritt!) also die Gegend rund um den Bärensee und Schloss Solitude vor. Viel weiter bin ich heute übrigens zu Fuß nicht gekommen. Doch, zum Killesberg.
Neben dem Schloss Solitude gibts diese herrlichen kleinen Häuschen. Wusste jahrelang nicht, was da getrieben wird, Hanf-Züchtung, Porno-Dreh, Youtube-Treffen, Twitter-Zentrale, GRÜNEN-Teambuilding, Wachtturm-Lesungen oder Christoph Sonntag sucht heimlich nach der schönsten Wollpulli-Wollsocken-Kombination für seinen nächsten Max-Eyth-See-Gig. Wasweißdennich.
Die schönen Anwesen sah jedenfalls immer so verlassen aus. Irgendwann hat es sich auch bis zu mir rumgesprochen, dass man da irgendwas mit Kunst passiert, also so in dem kompletten Areal und in den Häusern wohnen die Stipendiaten. Genauer gesagt kann man sich da irgendwie frei entfalten.
“Sie (die Akademie) legt besonderen Wert darauf, ihren Gästen eine andere Zeit, eine Zeit von besserer Qualität anzubieten, als die, die Künstler womöglich in ihrem Alltag erleben”, steht auf der Homepage. Klingt nach einem schönen Leben, kann mich aber auch brutal täuschen.
Seit 1990 gibt es jedenfalls die Akademie Schloss Solitude und “seit 1990 ziehen jedes Jahr zwischen 50 und 70 junge Künstler, Musiker, Architekten, Schriftsteller und Regisseure aus aller Welt auf Schloss Solitude ein”, so der Infotext zu dem Film “Station Solitude”, der zum 20jährigen Jubiläum gedreht wurde und ein paar Einzügler, eben aus aller Welt, begleitet.
Wird heute Abend im Delphi gezeigt wird (19:30 Uhr). Ich weiß, ist vielleicht nicht ganz der optimale Doku-Kino-Abend, aber Hugo kann man auch morgen noch trinken und der geplante Spaziergang zum Bärensee ist nur aufgehoben und nicht aufgeschoben. Außerdem sieht der Trailer ganz romantisch aus.
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Lange Nacht der Museen mit Teddies und Plattencover
Am 8. Apr 2011, 14:30 Uhr von martin
Zum Abschluss dieser großartigen Kulturwoche noch ein kurzer Hinweis auf die morgige Lange Nacht der Museen, auf die sich die komplette LIFT-Redaktion schon wieder total freut, Aussis Leber schreit juhu und das Wetter wird wohl ebenfalls sehr Lange Nacht kompatibel.
Entweder war ich letztes Jahr blind, oder da hat sich nochmals einiges getan, jedenfalls gibt es da mittlerweile abartige viele Touren, wie Tour Wein, Tour Zuffenhausen, Tour Hafen, Tour Neckar, Tour Wald etc. Früher war das doch nur Mitte, Ost, West, Süd oder? Inge hilf!
Jedenfalls, wohin man auch immer eiert, unterm Strich sind es über 100 Spots für 15 Euro. Die Teilnehmer werden die Nacht über übrigens via Facebook und Twitter auf dem Laufenden gehalten.
Im Rahmen der Langen Nacht kann z.B. die Galerie Londgon Smith LTD. im Stuttgarter Westen besuchen.
Die besten Covers des Jahres 2010, ausgezeichnet von Art Vinyl London, sind als Originale in der Galerie zu sehen.
Im Heusteigviertel findet die Vernissage von Philipp Jordan in der Takinu Galerie (Schlosserstraße 2) statt. Der Künstler wird hier seine drei Ausstellungsprojekte “Beauty of The Beast”, “Teddies” und “Knock On Wood” vermixen.
Kleine Doku zu Teddies…
…hat auch schon mal Sat1 drüber berichtet:
Und so sieht “Knock On Wood” aus:
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Kunstfiguren
Am 8. Feb 2011, 17:00 Uhr von Kollege Geiger
Heute mal ein bisschen Kultur. Also runter vom Sofa, rauf auf die A8 und ab nach Baden-Baden. Kultur inklusive Kulturschock. Hier, wo die Spielsucht noch Pelz trägt und man nicht zockt, sondern setzt. Galopprennbahn – Therme – Kurhaus: Rollator, ick hör dir trapsen.
Baden-Baden ist irgendwie eine einzige Ü70-Fete und sieht auch so aus. Vielleicht könnten die ja einen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit Designer-Bullaugen fast n bisschen besser gebrauchen als wir hier?
Bei Baden-Baden fällt mir immer der schottische (!) Country(!!)-Sänger Jackie Levin ein, der in einem Stück mal musikalisch durch ganz Deutschland gefahren ist. Er singt, er war in „Würzburgh, Augsburgh, Schduddgard, Oberhousen“ – um dann im gesamten dritten Refrain musikalisch im Kreisverkehr hängen zu bleiben: I’ve been to BadenBadenBadenBadenBadenBaden (repeat 40 times) – aber hört selbst:
In Süddeutschlands Antwort auf St.Moritz – gibt’s neben allerlei Mondänem aber auch was richtig Modernes: Das Museum Frieder Burda. Die Burdas sind ja sonst eher für Hochglanz wie „Bunte“ bekannt. Wenn sie aber nicht gerade Magazine machen, sondern Museen, dann mit klasse Architektur außen und prima Kunst innen.
Orignal! In diesem Bild sind zwei echte Hansons versteckt.
Zur Zeit lockt dort die Doppelausstellung Duane Hanson / Gregory Crewdson. Und während Herr Hanson ja schon mal mit seinen eingefrorenen Figuren für Furore in der Staatsgalerie gesorgt hat, war mir persönlich Gregory Crewdson neu. Ein amerikanischer Fotograf, der seine Motive von bröckelnden Kleinstadtfassaden im Zwielicht wie ein Filmset mit dem Aufwand eines Hollywood-Spielfilms inszeniert.Top: Im Untergeschoss des Museums zeigt ein Making-of der beiden Künstler, wie man so was macht. Nur falls jemand mal so was nachmachen will: Figuren, vor denen man gebannt wie in der Geisterbahn steht und nur darauf wartet, dass sie „Boooh“ sagen. Und Fotografien, die einen irritierend-faszinierend anziehen wie ein David Lynch Film.
Weil aber der ganze Kurort im Duane Hanson Fieber zu sein scheint und sich außerhalb des Museums mit nicht-ganz-so-lebensecht-wirkenden Figuren zugeschmückt hat, empfiehlt es sich, den Après-Museum-Champagner lieber wo anders zu genießen. Und BadenBadenBadenBaden zügig über den Kreisverkehr zu verlassen.
Fälschung! Kein echter Duane Hanson.
Noch bis 6.3.2011, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
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