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Kein EHEC in Stuttgart
Am 26. Mai 2011, 18:11 Uhr von martin
Auf die Pressemitteilung zum Thema der Woche und wahrscheinlich auch noch der nächsten Wochen habe ich schon die ganze Zeit gewartet. Am städtischen Pressecounter war man wohl auch ganz aufgeregt und hat um 16:40 Uhr eine Mitteilung verschickt, die wie folgt begann:
EHEC: Bisher keine Patienten aus Stuttgart betroffen
Bisher sind dem Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart keine Fälle in der Stuttgarter Bevölkerung bekannt, die mit dem aktuellen EHEC-Ausbruchgeschehen in Norddeutschland zusammenhängen. Aber: In einem Stuttgarter Krankenhaus wird ein Patient mit der bakteriellen Darminfektion EHEC behandelt.
Das Amt für öffentliche Ordnung, Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen hat heute Gemüse aus Spanien auf dem Stuttgarter Großmarkt kontrolliert, Proben gezogen.
Wie jetzt? Ja oder nein? 10 Minuten später eine Art Entwarnung:
Achtung: Berichtigung: „Patient aus Hessen“
EHEC: Bisher keine Patienten aus Stuttgart betroffen
Bisher sind dem Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart keine Fälle in der Stuttgarter Bevölkerung bekannt, die mit dem aktuellen EHEC-Ausbruchgeschehen in Norddeutschland zusammenhängen. Aber: In einem Stuttgarter Krankenhaus wird ein Patient aus Hessen mit der bakteriellen Darminfektion EHEC behandelt.
Das Amt für öffentliche Ordnung, Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen hat heute Gemüse aus Spanien auf dem Stuttgarter Großmarkt kontrolliert, Proben gezogen.
Gut, da das alles natürlich überhaupt kein Spass ist, auf der nächsten Seite ein paar Dinge, zusammengestellt vom Stuttgarter Gesundheitsamt, die man vielleicht wissen sollte.
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Der Stuttgarter ist fit
Am 30. Mrz 2010, 18:30 Uhr von martin

Der Stuttgarter hat zwar Rücken, aber ihm geht es trotzdem ziemlich gut, meldete heute die Stadt. Er fühlt sich im Schnitt besser und leidet z.B. bei weitem nicht so oft an chronischen Krankheiten als andere Deutsche.
Außerdem gehen Einkommen und Bildungsstand mit dem Wohlbefinden Hand in Hand, sagt die Studie. Die haben aber wohl nicht den Krupa befragt. Der ist reich aber immer krank.
“Wie schätzen die Stuttgarter ihren Gesundheitszustand ein?
Im neuen Monatsheft 1/2010 des Statistischen Amts wird über die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes der Stuttgarterinnen und Stuttgarter berichtet. Die Daten dazu wurden aus der Bürgerumfrage 2009 des Statistischen Amts gewonnen. Dieses Spezialthema wurde im Auftrag des Gesundheitsamts in die Befragung eingebunden.
Subjektiver Gesundheitszustand
Etwa drei Viertel der Erwachsenen in Stuttgart geben an, über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand zu verfügen, Männer etwas häufiger als Frauen. Nur fünf Prozent aller Befragten schätzen ihren Gesundheitszustand „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein.
Mit Zunahme des Alters sinkt der Anteil der Befragten, die über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand berichten: von über 90 Prozent bei der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen auf etwas über 50 Prozent bei den über 65-Jährigen.
Mit Zunahme der Haushaltseinkommen steigt der Anteil der Befragten, die über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand berichten, von etwas über 60 Prozent bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen unter 1000 Euro auf fast 90 Prozent bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen mit 4000 Euro und höher. Eine entsprechende Entwicklung zeigt sich auch anhand des Bildungsstandes.
Im Vergleich mit einer bundesweit repräsentativen Befragung aus dem Jahr 2003 berichten die Stuttgarter häufiger über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand. Günstigere Werte für die Stuttgarter ergeben sich für beide Geschlechter und in allen Altersgruppen.
Chronische Krankheiten
Knapp 30 Prozent der Stuttgarter Erwachsenen geben eine oder mehrere chronische Krankheiten an, Frauen etwas häufiger als Männer. Der Anteil steigt von elf Prozent bei Männern und 17 Prozent bei Frauen bei den 18- bis 29-Jährigen auf etwa
45 Prozent bei beiden Geschlechtern in der Altersgruppe der über 65-Jährigen.Im Vergleich mit den Daten des Telefonischen Gesundheitssurveys 2003 des Robert-Koch-Instituts ist der Anteil der Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen in Stuttgart deutlich geringer.”
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Blinddarm
Am 12. Nov 2009, 12:41 Uhr von Thorsten W.
So, zurück im Leben bzw. wieder zu Hause. Erst mal vielen Dank für die zahlreichen Genesungswünsche, dank mobilem Internet ist man inzwischen auch im Krankenhaus nicht mehr ganz von der Außenwelt abgeschnitten und ich hab mich sehr gefreut.
Vorab muss ich zu dem Thema sagen: Ich lag in meinem Leben noch nie im Krankenhaus. Ich hatte auch noch nie was gebrochen oder so.
Meine längsten nicht-Besuch-Aufenthalte im Krankenhaus waren als kleines Kind, als mir von nem Fisch ne Gräte quer im Hals hängen blieb, die ich im Hospital dann aber weggeheult habe, und letztes Jahr nach einem Motorradunfall, als sie im Krankenhaus zum Glück nur ein paar geprellte Rippen und nen gestauchten Finger diagnostiziert und mich wieder nach Hause geschickt haben.
Und jetzt das. Sonntag Abend Bauchschmerzen, die auch von vielem Essen hätten kommen können. Montag Morgen immer noch Bauchschmerzen, auf der rechten Seite. Oha, sagt da meine Holde, das könnte der Blinddarm sein. Also zur Sicherheit ab zum Hausarzt, wird schon nix sein – ich bin bei solchen Sachen grundsätzlich optimistisch.
Als der dann aber meint, gut, das könnte schon der Blinddarm sein, gehen Sie da mal ins Krankenhaus, die können das da besser untersuchen – da hab ich schon den Braten gerochen.
Also ab in die Diakonie Klinik in der Rosenbergstraße, immer noch äußerst optimistisch das Auto in der Tiefgarage abgestellt und in der Chirurgischen Ambulanz angemeldet. Und dort habe ich dann mit meinem Versichertenkärtle meine Selbstbestimmung gleich mit abgegeben.
Das Besondere an einem Krankenhausaufenthalt, das weiß ich jetzt, ist ja, dass man im Prinzip nichts mehr denken oder entscheiden muss bzw. darf. So ähnlich stelle ich mir das beim Bund vor.
Wenn man einmal registriert und die Maschine angelaufen ist, dann weiß immer jeder Bescheid und man bekommt gesagt, was als nächstes passiert oder was man machen muss.
Auf die Eingangsuntersuchung möchte ich jetzt nicht genauer eingehen, aber ich konnte ein paar interessante Beobachtungen machen. Z.B. die Namensschilder der zahlreichen Mitarbeiter, die diverse Untersuchungen an mir vornahmen. “Zivildienstleistender”, “Arzthelferin”, “Pflegekraft”, “FSJ” (Freiwilliges Soziales Jahr, wie ich schlau kombiniert habe) – was es da nicht alles gibt.
Teil der Untersuchung war ein Ultraschall – das kannte ich schon von der Schwangerschaft bei meiner Frau, wo mit so einem Handscanner der Bauch abgetastet wird. Und der untersuchende Arzt (so das Traum-Klischée eines Arztes – groß, graumeliert, Anfang 40, mit 100%iger Sicherheit Porsche-Fahrer) konnte sich natürlich den Witz nicht verkneifen, dass ich nicht schwanger wäre, haha.
Er hatte dann noch zwei weibliche Arzt-Newbies aus Tübingen dabei, die auch mal auf meinem Bauch rumdrücken durften (“Das stört Sie doch nicht, oder?”), weil so einen Blinddarm-Verdacht kann man in der Assi-Zeit ja auch mal mitnehmen.
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Gute Besserung
Am 9. Nov 2009, 14:24 Uhr von martin
Selbst harte Rennfahrer müssen mal leiden. Ich denk mir schon den ganzen Morgen, Mensch, wo isn der Thorsten? Man hört gar nichts, keine Antwort auf meine Mail. Gerade bekomm ich eine SMS, er läge im Krankenhaus, Blinddarm muss raus. So voll spontan, wie das eben so bei Blinddarm oftmals ist.
In drei Tagen kommt er wieder raus und garantiert jetzt schon einen duften Eintrag. Wir wünschen ihm an dieser Stelle natürlich nur das Beste und eine schnelle Genesung. Junge, komm bald wieder nach Haus.
Die Blinddarmkacke hab ich selbst Gott sei Dank schon mit Neun abgehandelt. Am 1. Weihnachtsfeiertag 1986 frühmorgens ging es los. Ein traumatisches Erlebnis für einen Neunjährigen. On top gab es noch eine Packung Windpocken von meiner Schwester. Das war aber wiederum der Freischein für ein tightes Einzelbettzimmer.
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Rasende Stuttgarter
Am 9. Nov 2009, 12:00 Uhr von martin
Die Stuttgarter, oder beziehungsweise in Stuttgart, wird gerne gerast, zum Beispiel auf der Theo. Deswegen spendet der Außenreporter Blut. Bekomme ich zwar nicht so richtig mit, aber angeblich häufen sich die Unfälle.
Vor Jahren habe ich mal auf so einer Partypics-Seite einen Forumseintrag mit der Überschrift “Wie schnell schafft ihr den Cityring” entdeckt. Der Patze meinte erst vor einiger Zeit, die kleinen Testosteronraser treffen sich gerne auf der Höhe des Club Bett (Friedrichstraße) und lassen sich von Zuschauern feiern. Was tun? Die STZ hat eine kleine Videoumfrage durchgeführt.
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Blutsgeschwisterspende
Am 5. Nov 2009, 11:56 Uhr von Aussenreporter
Nachdem hier derzeit über Stiefel, den wunderschönen Laden von Fräulein Sonntag und meine liebste Musik-Richtung Schlager geschrieben wird, im Folgenden ein Textchen extra für Martin und all die anderen Harten da draußen: eine Live-Reportage vom Blutspenden im Katharinen-Hospital mit jeder Menge Blut, scharfen Krankenschwestern und einem Kollaps.
Seit einiger Zeit hatte ich diesen blöden Plan, nicht immer nur Schnaps zu trinken, sondern manchmal auch etwas Sinnvolles zu tun. Millionen spenden geht nicht, weil ich die selber brauch, Organe spenden mach ich, aber erst nach Gebrauch.
Also entschied ich mich dazu, Blut zu spenden. Können die Krankenhäuser anscheinend immer brauchen wegen der vielen Unfälle von tiefer gelegten Dreier-BMWs auf der Theo und wegen der vielen alkoholbedingten Vergiftungen im Stuttgarter Nachteben.
Mein eigentlicher Antrieb war aber selbstverständlich kein humanistischer, sondern möglichst schnell an Ruhm und Ehre zu kommen: Wenn man 100 mal Blut gespendet hat, bekommt man einen Eintrag in der Wall of Fame im KKH und eine goldene Spritze am Band, oder so ähnlich.
Mein Kumpel Fuzzy spendet schon länger als ich, jetzt haben wir einen internen Battle am Laufen, wer es zuerst an die Wall of Fame schafft. Man darf höchstens alle sechs Wochen spenden, kommt also auf maximal acht mal Aderlassen pro Jahr.
Das Ziel: In spätestens 15 Jahren steht mein Name an der KKH-Wand, und ich freu mich schon jetzt wie Bolle. Dieser Weg wird kein leichter sein, singt der Lieblingssänger von unserem neuen Landespapa, Stefan Mappus nicht umsonst.
Ich will nichts beschönigen oder falsche Erwartungen wecken: Blutspenden ist voll ekelig. Man wartet zweimal, einmal im Vorraum der Blutzentrale vom KKH, dann noch mal im Vorraum des eigentlichen Spenderaums ein Stockwerk höher. Wartephase 1 ist wie beim Arzt, nur schlimmer, weil größer und eben Krankenhaus.
Wartephase 2 ist skurril, weil man anderen Blutsgeschwistern beim Spenden zuschauen kann. So ähnlich stell ich mir Massenabfertigung im Schlachthaus vor: Ist eine komische Situation, wenn man einen halbintimen Moment wie Blutspenden mit einem Metaler-Pärchen aus Donzdorf teilen muss, wobei er eine Deo-Allergie und sie mit einem Lack- und Leder-Mantel bewaffnet ist.
Sie: „Wow, fünf Minuten 42, das ist neuer Rekord.“ Er: „Hahahaha, so schnell gehts bei mir nicht, haben Sie denn keine Gummiherzen mehr, damit ich besser pumpen kann?“ Zwischendrin die Schwester zu ihren Kolleginnen: „Ich geh mal Platten holen.“ Geil, dachte ich, legt die jetzt hier freshen Blutspende-Sound auf? „Blood on the Dancefloor“ vs. „Sunday bloody Sunday“? Schließlich kommt sie mit Ablage-Platten für die Blutbeutel zurück.
Bei meiner ersten Voruntersuchung zum Spenden hatte eine Ärztin noch gemeint, die Nadeln oben hauen mehr rein, da kriegt man schon mal ne Beule. Super, dass ich ein Riesen-Schisser bin und den kompletten Weg zwischen Voruntersuchung und Spende im Treppenhaus ans Türmen gedacht hab.
Tut dann aber gar nicht so schlimm weh, und nach ein paar Minuten ist alles vorbei, womit wir bei Grund drei fürs Blutspenden wären: Nach getaner Arbeit kriegt man Asche und Würstchen!
25 Euro gibt es bar auf die Kralle, das ist mehr, als der durchschnittliche Journalist wie ich pro Artikel verdient – muss gleich mal meinen Steuerberater fragen, ob ich das bei der Einkommensteuererklärung angeben und ob man das als Spende doppelt absetzen kann.
Nach der Spende gibt es Würstchen, Fanta, Cola, Kaffee für lau, soviel der Magen verkraftet. Dementsprechend ist auch das Publikum, viele Rentner, zwei Bauarbeiter versüßen sich ihre Mittagspause und etliche Studis sind am Start.
Die Schwestern sind schön handfest, wie gesagt Massenbetrieb, die eisenarmen Schlotterer wie ich kriegen Eisentabletten mit auf den Heimweg, um künftig noch geileres Blut ablassen zu können, und der Snack nach der Spende im Aufenthaltsraum entschädigt echt für alles: Krankenhaus-Kantinenstyle meets Bleichgesichter, die Literweise Cola kippen. Heute ist tatsächlich eine neben mir kollabiert, vor versammelter Mannschaft, obwohl ich sie noch mit einer Fanta retten wollte.
Aber auch dieser fiese Zwischenfall kann mich nicht aufhalten, Fuzzy, gib acht, bald hab ich dich eingeholt. Die goldene Spenderspritze am Band wartet schon auf mich.
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