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Afro-Dieters Filmtipp: Dear Wendy
Am 5. Mrz 2011, 15:28 Uhr von martin
Hochwertige Mattscheibenwoche bei KTV: Nach der Philosophen-Serie “Two and a half men” und dem Programmkinoschmankerl “Zurück in die Zukunft” biegt unser Afro-Dieter noch mit einem Tipp um die Ecke und unterstützt damit etwas den guten Volker, der leider seit einiger Zeit ziemlich im Stress ist, hat aber ein baldiges Comeback angekündigt.
Da ich ja schön längers latent filmsüchtig bin und es diesen Winter bestimmt wieder gut und gerne 40 Streifen geworden sind, wollt ich als kleines Rad im wilden Party- und Turnschuh-Getriebe mit mehr als Party- und Festvial-Geschichten dienen. Daher, als neuer Mitstreiter des Film-Volkers, dessen wertvolle Filmtipps (“Lars und die Frauen”!!, “The Fall”!!!) ich ungemein schätze, meine Empfehlung für einen komischen, unrealistischen, skurillen und m.M. äusserst sehenswerten Film: DEAR WENDY.
Der Film erzählt die Geschichte des jungen Einzelgängers Dick (*prust*), der in einer kleinen, amerikanischen Bergminen-Stadt aufwächst und nahezu Elternlos von der Haushälterin Clarabelle aufgezogen wird. Da er sich zur Arbeit in den Minen und damit zum Lebensunterhalt von 95% der Bewohner nicht berufen fühlt, landet er als blasse Aushilfe im Tante Emma Laden, der von einem noch blasseren und paranoiden Eigentümer geführt wird. Als pazifistischer Nicht-Minenarbeiter trägt er damit in der Dorf-Hierarchie einen Looser-Status, bei dem selbst der VfB momentan noch glänzend dastehen würde.
Und wie die Fliegen zum Gitter zieht es alle anderen unscheinbaren Leuchten der Stadt in sein Umfeld: die verzwungene Susan, Tochter des örtlichen Krims-Krams-Laden-Besitzer, den schüchternen wie maulfaulen Kollegen Stevie, den verkrüppelten Nachbarsjungen Huey und dessen einfältigen Bruder Freddie – alle spielen eigentlich keine Rolle und dies ohne jedes Selbstwertgefühl.
Doch der Lauf dieser unbedeutenden Vorstadtgeschichte ändert sich grundlegend, als Dick durch Zufall auf seine große Liebe “Wendy” trifft. Auf den ersten Blick eine kleine Spielzeug-Knarre aus dem 19. Jahrhundert, doch nach unerwartet fachkundiger Auskunft des sonst so passiven Kollegen Stevie eine voll funktionstüchtige Handfeuerwaffe für Damen.
Mit Unterstützung des belesenen Stevie lernt er alles, was man über die Waffe wissen kann, gibt ihr einen Namen und schmiedet den Plan, mit ihr und allen anderen Loosern des Fleckn einen pazifistischen Waffenclub zu gründen: Die Dandies.
Jedes Mitglied wählt sich je nach Verfügbarkeit eine skurrile Handfeuerwaffe und tauft diese in okkulten Ritualen mit bedeutungsschwangeren Namen. Im Gegensatz zu den Besitzern hat jede Waffe ihre eigene Geschichte, versagte im entscheidenden Moment oder trifft auch mal blind.
Und mit jedem Schuss überträgt sich ein Teil der Feuerkraft auf das schwammige Rückgrat der Hippster, äh Dandies. Mit stolzgeschwellter Brust stellen sie sich mitten auf den Dorfplatz und fühlen zum ersten Mal Stärke und Selbstsicherheit in ihrem bis dato bedeutungsfreien Leben. Man übt Fechten, schießen, kleidet sich im Stil der aktuellen Hilfiger-Kollektion, studiert Munitionskunde und debattiert über Ein- & Austrittswunden wie andere über das neue Parksystem im Westen.
Doch als ein neues Mitglied dem Club beitritt und mit Wendy fremdgeht, zeigt Dick ganz und gar unpazifistische Seiten – spätestens hier wird klar, dass der Schluss kein Sonntag-Nachmittag-Picknick auf einer blütenreichen Wiese enthält und definitv alles grandios zum Scheitern verurteilt ist. Als dann die mittlerweile demente und paranoide Haushälterin Clarabelle zum Geburtstag ihrer Cousine eskortiert werden muss, geht eine Handlungslawine ab, die alles mit sich reisst: die Looser, die Gewinner, die Wahrheit und die Realität.
Der Film basiert auf einem Drehbuch des Dänischen Regisseurs Lars von Trier, der allerdings die Regie seinem Landsmann Thomas Vinterberg überließ.
Seit “Jalla Jalla”, “Dänischen Delikatessen” und “Adams Äpfel” wissen wir, dass die Skandinavier ein Faible für Abstruses haben, aber die Jungs um “Dear Wendy” haben mal richtig wild am Surrealismus-Baum geschüttelt. Und dies mit System: Die 2 Dänen sind (Guttenberg-Strg-C/on) “Mitbegründern der Dogma 95-Bewegung, die zum Ziel hatte, einen neuen Realismus im Film zu erreichen.” (Guttenberg-Strg-C/off) Für tiefergründig Interessierte empfiehlt sich der Wiki-Eintrag zu Dogma 95.
Kurzum, ich hoffe, ich konnte meine Faszination für diesen ungewöhnlichen Film glaubhaft beschreiben, ohne zuviel preiszugeben. Wer mehr so auf den “Pferdeflüsterer” steht, sollte sich stattdessen denselbigen vielleicht einfach nochmal reintun, Robert Redford sieht da aber auch echt noch gut aus. Doch wer für Hippsterism und Surrealismus empfänglich ist, sollte sich die 100 Minuten Zeit für “Dear Wendy” nehmen.
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Zurück in die Zukunft: Eine Hommage
Am 3. Mrz 2011, 10:00 Uhr von Thorsten W.
Da sich unser freier Filmfachmann Volker in letzter Zeit etwas rar macht, hier eine persönliche Hommage von mir an einen der besten Filme aller Zeiten.
Ich weiß nicht mehr genau wie alt ich war, auf jeden Fall stand eigentlich ein Verwandtenbesuch an, aber mein Bruder war “leider” krank, und ich blieb aus Solidarität mit ihm zu Hause. Jüngstes Familienmitglied war ein Videorekorder, und so wurde mit Daddy die örtliche Videothek geplündert und wir planten einen Videoabend.
Und wie es so eben ist noch vor der Pubertät, haben wir tatsächlich an einem Abend “Police Academy” Teil 1 bis 5 (!!!) angeguckt, hintereinander. Hintereinander, 5 Teile! Kaum vorstellbar, aber damals konnten wir auch beim fünften Teil noch über die gleichen Gags lachen. Und weil der Abend noch jung war haben wir danach noch “Zurück in die Zukunft” angeguckt.
Ich hatte damals noch nicht so viel über den Film gehört, war eigentlich gar nicht besonders scharf drauf ihn zu gucken und natürlich in dem Alter auch kein großer Kinogänger. Aber weil der Film das ist was er ist hat er mich natürlich von der ersten Minute in den Bann gezogen.
Fängt ja relativ harmlos an mit einem relativ coolen Typen namens Marty McFly (Michael J. Fox kannte ich damals schon als spießigen aber lustigen BWL-Studenten aus der Sitcom “Familienbande”) in einer relativ verkorksten Familie. Dann kam aber sein zersauster Professoren-Kumpel Dr. Emmett Brown ins Spiel, und spätestens als McFly bei ihm den neuen Gitarrenverstärker ausprobiert ist eigentlich alles klar für den Film.
Doch dann kommt relativ schnell der eigentliche Höhepunkt des Films – zumindest für einen Jungen wie mich damals: das Auto. Alter! Ein De Lorean! Mann war das damals eine geile Karre. Ein pfeilförmiger Traum mit Flügeltüren. Gab es auch in Echt, entwickelt von einem Privatmann in Irland, der zwar viel ins Design investierte, aber leider einen allzu schmächtigen Motor eingepflanzt hat. Es gibt zwar bis heute Fans und Besitzer des Autos, aber einen Pokal konnte man damit nie gewinnen.
Auf jeden Fall – die Geschichte dürfte ja eigentlich bekannt sein – reist McFly mit dem DeLorean in die Vergangenheit und landet in der heilen Welt der 50er Jahre. Dort sorgt er mit fetten Skate-Tricks, einer satten Gitarren-Performance beim Schulfest und der Tatsache, dass sich seine eigene Mutter in ihn verliebt, für allerlei Unruhe und muss obendrein noch den jugen Dr. Brown davon überzeugen, ihn zurück in die Zukunft zu schicken.
Das gelingt natürlich, und die völlig zu Recht mit einem halbstündigen Spannungsbogen versehene Szene, als der Blitz ins Rathaus einschlägt, der dem DeLorean genug Saft für die Zeitreise geben soll, war für mich damals dramaturgisch eine absolute Meisterleistung. Mann, hab ich mich da ins Kissen gekrallt. Und dann noch, zurück in der Gegenwart, die Taliban im VW-Bus, die Brown um die Ecke bringen wollen. Wow.
Die Krönung ist schließlich der wunderschöne Schluss, als McFlys vorher ziemlich uncoole Familie plötzlich cool und reich ist und nen dicken SUV (gab’s das damals schon?) in der Garage stehen hat. Wer hätte sich damals nicht gefreut, wenn morgens plötzlich so ein Ding in Papas Garage steht?
Die Schlussszene, als Dr. Brown mit dem De Lorean aus der fernen Zukunft vorbeifliegt, war übrigens nicht als Spoiler für den zweiten Teil geplant – der (natürlich Welten schlechtere) zweite und der (ganz gute, aber nicht an den ersten heranreichende) dritte Teil wurden erst nach dem überragenden Erfolg des Originals gedreht.
Auf jeden Fall war das damals – und irgendwie auch heute – einer der besten Filme der Welt!
Am Freitag kommt das Meisterwerk auf RTL2, 20.15 Uhr
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Der Imperator
Am 29. Sep 2010, 19:00 Uhr von martin
Das Wunder des Jahres ist für mich immer noch, dass sich unser Krupa bei Facebook angemeldet hat (“Mir war halt langweilig.”). Lange Zeit hat er geschimpft wie ein Rohrspatz auf einem Fixie im Windkanal. Nein! Die bekommen meine Daten nicht!
Seither ist er, wie auch ich, dort sehr umtriebig. Schönes Ding. Als allerdings im Frühsommer auf allen Blogs diese Erde der Trailer zum “Facebook-Film” gepostet wurde, dachte ich mir als erstes: Wer braucht denn das eigentlich? Und überhaupt, warum hat der arme Tom keinen Film?
(“Manchmal redet er wie ein Instant Messenger.” Zitat aus einem Porträt über Mark Zuckerberg)
Nächste Donnerstag, 7. Oktober kommt der Fincher-Movie, u.a. mit Justin T. in einer der Hauptrollen, in die deutschen Kinos, in Amerika läuft er bereits. Zumindest der mediale Hype um den Film scheint sich der Flut der Artikel nach zu urteilen momentan zu verdichten. 550 Millionen User gleich 550 Millionen potentielle Kinogäste. Hättest gern, gell.
“The Social Network” zeigt jedenfalls die Entstehungsgeschichte von Facebook und Zuckerberg als hochmotiviertes, konsequentes Milchgesicht, das sich schon zu Beginn seiner Laufbahn vor dem einen oder anderen juristischen Streit nicht scheut. Heutzutage ist der Kerle für nicht wenige Menschen bekanntlich die Reinkarnation des Imperators.
David Fincher ist in meinen Augen nicht der schlechteste Regisseur, Trailer tut nicht ganz unspannend aussehen (kleine, liebevolle Hommage an Dagmar), aber das tuten die meisten. Dank meines defensiven Kinobesuch-Verhalten werde ich wohl auch diesen Streifen verpassen. Bestimmt nicht tragisch.
Wer geht, wer geht nicht? Wir freuen uns über Comments im FB-Stil.
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Volkers Filmtipp 7: The Fall
Am 31. Jul 2010, 14:34 Uhr von martin
Nachdem es ja gerade viel regnet und man deshalb trotz Sommer überraschend viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringt, kann man ja auch einen guten oder besser einen sehr guten Film anschauen. Und warum dann nicht “The Fall” von Tarsem Singh.
“The Fall” ist (nach “The Cell” mit Jennifer Lopez) der zweite Spielfilm von Tarsem Singh. Davor hat er Videoclips für zum Beispiel R.E.M oder auch Werbung gemacht.
Vorneweg, man sollte “The Fall” auf einem SEEHR großen Fernseher ansehen oder lieber gleich mit einem Beamer projizieren oder am besten mietet man einen Kinosaal. Episch und monumental ist der richtige Ausdruck für die Bilder dieses Films. Eigentlich ist jede Szene ein Gemälde, siehe Homepage und Menüpunkt Gallery.
Die Handlung des Film findet auf zwei unterschiedlichen Ebenen statt. Eine Rahmenhandlung in den 1920-igern in einem Krankenhaus in Los Angeles und einer Erzählung aus einer exotischen Phantasiewelt.
Der Stuntman Roy Walker liegt in den 1920-iger Jahren nach einem schweren Sturz während der Dreharbeiten zu einem Film im Krankenhaus irgendwo bei Los Angeles.
Er wollte mit einem sehr gewagten Stunt die weibliche Hauptdarstellerin beeindrucken und für sich gewinnen. Statt dessen hat er ein gebrochenes Herz (sie ist mit dem männlichen Hauptdarsteller auf und davon) und gebrochenen Beine. Die Ärzte eröffnen ihm, dass er wahrscheinlich nie wieder laufen kann. Roy hat seinen Lebensmut verloren und schmiedet einen Plan, wie er sein Leben beenden kann.
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Sie sind wieder da: SATC 2 Vorpremiere
Am 27. Mai 2010, 11:00 Uhr von Jana
Gestern lief in fünf Stuttgarter Kinos parallel die Vorpremiere von SATC 2
Was haben wir gewartet und uns ganze zwei Jahre mit alten Staffeln und dem ersten Kinofilm über die Dürre hinweg geholfen. Gestern war es dann soweit: Es ist wieder Sex and the City. Das Leben dreht sich für 2 Stunden 20 um Louboutins, Diortaschen, jede Menge Drinks und Frauenfreundschaften. Die weibliche Welt teilt sich wieder in Team Big und Team Aidan.
Um 20 Uhr treffen wir uns zu sechst auf den obligatorischen Prosecco davor. Die Idee haben von Waranga über Vapiano bis zum Cafe le Theatre einige. Single-Jungs: Das wären gestern euere Plätze gewesen! Aber heute Abend habt ihr eine zweite Chance.
Im Gegensatz zu uns halten sich die meisten Mädelscliquen an die Viergruppe. Sind eben alle gern ein bißchen SATC. Dementsprechend sind viele High Heels, Ansteckblüten und kleine Party-Kleidchen im Kino unterwegs. Und Prosecco gratis gibt’s am Eingang auch nochmals.
Zum Film selbst will ich jetzt nicht so viel verraten (hier gibt’s den Trailer), nur vielleicht ein paar einzelne Anmerkungen:
- Im Vorhinein wurden einige Gerüchte gestreut, was denn so alles passiert. Vieles davon passiert dann doch nicht. Es lebe die PR-Maschinerie.
- Sarah Jessica Parker trägt in jeder zweiten Szene Halston Heritage, bei denen sie ja neuerdings als Testemonial-Schrägstrich-Codesignerin tätig ist.
- Mercedes hat sich auch mal wieder nicht lumpen lassen und ordentlich Product Placement betrieben. Genauso Blackberry (ja! Carrie wiedersteht dem iPhone), Louboutin (die filmen im Ernst die Sohlen ab) und Dior (Charlotte trägt jede Diortasche der aktuellen Kollektion einmal durch’s Bild).
- Connecticut? Abu Dhabi? Wo zum Teufel ist New York?
- Cynthia Nixon hat sich wohl beschwert, dass sie immer die schlechtesten Kleider an hat. Für die Schwulenhochzeit hat ihr Patricia Field dann wirklich ein klasse Kleid gegeben.
- Samantha wird alt.
- Yeah! Big schaut auch gern fern im Bett. Wusste ich es doch: Traummann!
- Vier Maybachs aber keine getrennten Schlafzimmer?
- Carrie hat neue Möpse.
Nach dem Film wurde natürlich stark kontrovers diskutiert, zum einen zwischen Team Big und Team Aidan, zum anderen über den Film an sich.
War er denn nun gut? Es geht so. Viele der alten Witze und charakteristischen Eigenschaften wurden im zweiten Kinofilm sehr überspitzt. Am schlimmsten trifft es Samantha, die vom sexy Vamp zur Parodie einer Nymphomanin verkommen ist. An vielen Stellen blitzt anstatt provokanten Dialogen der pure Slapstick. (Charlotte fällt ernsthaft vom Kamel!)
Aber es ist nicht zu leugnen, dass die zwei Stunden und 20 Minuten wie im Flug vergingen. Außerdem wäre zuviel Handlung auch überflüssig, wir konzentrieren uns ja auf die Klamotten.
Und der Film bietet den perfekten Rahmen für einen Mädelsabend. Genau das soll er wohl auch sein. Der ganze Film ist eine Hommage an die Frauenfreundschaft, eigentlich eine Hommage an Frauen im Allgemeinen: Mütter, Ehefrauen, muslimische Frauen, Teeniestars und Frauen in den Wechseljahren. Wir sehen und bei SATC 3!
Sex In The City 2 läuft ab heute in drei Milliarden Lichtspielhäusern, unter anderem natürlich in den Innenstadt Kinos (in digitaler Projektion)
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Filmtipp (4): Lars und die Frauen
Am 24. Apr 2010, 15:23 Uhr von martin
Volker heute mit einem Film, den ich immer anschauen wollte, aber dann doch verpasst habe.
Nach dem Ausflug nach Österreich heute ein amerikanischer Film: “Lars und die Frauen” von Craig Gillespie, wobei mir der englische Titel “Lars and the Real Girl” viel besser gefällt.
Das ganze ist eine Coming-of-Age-Komödie der anderen Art: Neben dem männlichen Hauptdarsteller Ryan Gosling (Lars) spielt die weibliche Hauptrolle eine lebensechte Sexpuppe (Bianca). Da könnte man jetzt sagen: “Ok, alles klar. Sexpuppe, so ein Quatsch. Bloss nicht anschauen. Die Art von Humor hatten wir mit American Pie usw. ja wirklich genug.”
Aber weit gefehlt. Vielleicht kein krachendes Feuerwerk an Humor, aber dem Film gelingt es den platten Witzen auszuweichen und statt dessen aus einer ziemlich absurden Idee eine liebenswerte Geschichte zu entwickeln, die auch ein paar wirklich gute Lacher hat.
Lars Lindstrom lebt in der Garage des Hauses, das er und sein Bruder Gus von ihrem Vater geerbt haben. Alle (Verwandte, Nachbarn, Bekannte, Arbeitskollegen und Mitglieder seiner Kirchengemeinde) mögen Lars wirklich gerne. Er ist ein überaus liebenswerter und empathischer Zeitgenosse, aber fürchterlich schüchtern und zurückhaltend.
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Filmtipp (3): Der Knochenmann
Am 4. Apr 2010, 17:55 Uhr von Thorsten W.

Unser Filmexperte Volker zum Dritten.
Nachdem Thorsten hier meinte, man könnte ja auch mal was mit Büchern, heute mal ein Filmtipp, der eine Literaturverfilmung ist.
Die Vorlage hat der österreichische Schriftsteller Wolf Haas geschrieben. Er hat den Privatdedektiv Simon Brenner erfunden und sechs Romane mit dieser Figur verfasst. In der Zwischenzeit sind “Komm, süßer Tod”, “Sillentium!” und eben “Der Knochemann” mit dem Kabarettisten und Schauspieler Josef Hader als Brenner verfilmt.
Der Josef Hader ist auch auf Kessel.TV kein ganz Unbekannter. Die Filme halten sich nur lose an die Vorlage und sind ähnlich absurd wie Haders Bühnenprogramm. Denn die Adaption fürs Drehbuch schreiben Wolf Haas und Josef Hader zusammen.
Der Brenner war mal bei der Kripo, hat da aber nicht so wirklich was hinbekommen und ist dann Privatdedektiv geworden. Auch das klappt irgendwie nicht so richtig. Seine Fälle klärt er eigentlich immer so auf, dass er in das Umfeld eines Mordes unfreiwillig reingerät und dann ohne viel Zutun und ohne kriminalisitschem Geschick, sondern eher durch Zufall auf den Täter kommt.
Kann auch gut sein, dass der Brenner dabei mal ordentlich was auf die Mütze bekommt oder gerade so dem Tod von der Schippe springt. Alles in allem ist er verschroben und dickköpfig, aber auf eigenartige Weise sympathisch.
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