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Nicht bloggen
Am 10. Jan 2012, 11:00 Uhr von Thorsten W.
Die Kessel.TV-Kolumne aus dem aktuellen re.flect 06/11:
Eine alte Blogger-Weisheit, die ich mir gerade ausgedacht habe, lautet: Es gibt viele Gründe zu bloggen, aber es gibt noch mehr Gründe, nicht zu bloggen. Und es stimmt! Genauso wie ein Kolumnist wie etwa der berühmte Joe Bauer dafür bekannt ist, mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen, laufen auch „wir Blogger“ mit offenen Augen durchs Leben. Und schreiben drüber. Oder eben auch nicht.
Und nicht ohne Grund bekommen auch bei Kessel.TV oft die Artikel am meisten Aufmerksamkeit, die von einem besonderen oder manchmal auch alltäglichen Erlebnis des Bloggers berichten: Martin und ich beim Auftritt von Heidi Klub im Drogeriemarkt, der Außenreporter bei einer Party von Lapp Kabel, ich bei einer Boa-Party, Kollege Geiger beim Saunieren im Osten, der Setzer bei einer Wahlveranstaltung. Nicht selten bekomme ich deshalb von Leuten zu hören, wenn ich sie bei einer Veranstaltung oder in einer besonderen Situation treffe: „Da bloggsch doch bestimmt wieder drüber!“
Natürlich bieten sich oft Gelegenheiten, ob zufällig, wenn ich eine Gruppe junger Leute auf der Königstraße sehe, die Jump Up tanzen, oder gezielt, wenn ich zu Stuttgart Kaputtraven gehe. Das führt aber auch dazu, und darüber habe ich mich erst neulich mit Kollege Geiger unterhalten, dass wir uns oft dabei ertappen, immer und überall zu gucken, was man jetzt bloggen könnte, wo etwas Lustiges passiert, was man fotografieren könnte. Bei mir geht es sogar so weit, dass ich im Kopf schon die ersten Worte vorformuliere.
Das führt leider auch dazu, dass man Events oder Anlässe nicht mehr neutral, gelassen und objektiv genießen kann. Alles wird durch die Bloggerbrille gesehen und der Erfolg eines Abends oder eines Tags daran gemessen, ob es etwas zu bloggen gibt.
Und genau da kommen die Gründe ins Spiel, nicht zu bloggen. Anfang diesen Jahres war ich in Düsseldorf, und ich dachte zuerst, hey, eine Klischée-Stadt aus dem Bilderbuch, das gibt ne gute Geschichte. Dann habe ich mir aber bewusst gesagt: Hey, es gibt nix zu bloggen, ich mache keine Fotos und achte nicht auf Kuriositäten. Gebloggt habe ich dann nicht über Düsseldorf, sondern über die Zugfahrt dorthin. Oder neulich in London – ich habe zwei Jahre vorher schon über einen London-Urlaub geschrieben, da muss ich das jetzt nicht schon wieder tun.
Manchmal ist es auch schlicht eine Sache von Höflichkeit. Irgendwann haben Martin und ich, während wir beide in verschiedenen Locations aufgelegt haben, hin- und hergechattet, wie wir es oft tun, hey, bei mir noch nix los und bei dir, joa, spiel jetzt mal Conga, dann läuft‘s – eigentlich ganz witzig. Ich hatte die Screenshots vom Handy schon hochgeladen, dann aber gedacht – nee, auch doof sich über den Laden lustig zu machen, in dem man auflegt.
Oder Kollege Geiger, der war neulich im Riva essen und saß zufällig mit einem Spieler des VfB am gleichen Tisch. War eine super Geschichte, hat er gemeint, hätte man ne Kracher-Geschichte drüber schreiben können. Hat er dann aber nicht, weil der Spieler sehr nett und sympathisch war. Warum sollte man ihn in die Pfanne hauen?
Natürlich gibt es auch ganz banale Gründe, nicht zu bloggen. Wenn es irgendwo stinklangweilig ist zum Beispiel. Da geh ich irgendwo hin, vielleicht nicht gezielt, um darüber zu schreiben, aber schon mit der Erwartung, dass es was zu erzählen gibt. Und dann ist da einfach nix – ist meistens bei Mode-Events so. Oder der Grund „extra nicht“ – wenn ich zu einer Eröffnung eingeladen werde und der Gastgeber dann meint „schreibsch aber was drüber, gell?“. Äh – nö?
Und dann natürlich noch nahe liegende Gründe – das meiste, was mit meiner Familie zu tun hat, zum Beispiel. Auch wenn Elternabende, Familienfeste und Verwandte natürlich mehr Geschichten hergeben, als ein einzelner Blog aufnehmen kann.
Am Ende ist es aber dann doch so: Vielleicht werden so ein paar richtig gute Geschichten nicht geschrieben, aber vielleicht werden auch ein paar richtig überflüssige Geschichten auch nicht geschrieben. Und der Rest füllt dann immer noch einen ganzen Blog.
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Der Blog
Am 30. Aug 2011, 12:00 Uhr von martin
Yo! Gestern früh einen interessanten Text gelesen über die (tolerante) Internetgemeinde, die sich teilweise kräftig darüber mokiert, wenn man „der Blog“ sagt. Der Eintrag hat mir gefallen. Weil: Heißt auch der Blog. Hab noch nie verstanden, was dieser „das Blog“-Quatsch soll.
Zum ersten Mal nach drei Jahren sieht der Blog ab heute ein bisschen anders aus. Wollten wir schon vor ewig und drei Tagen machen und hätte spätestens zum 3-jährigen Jubiläum laufen sollen, aber so ist es halt. Dauert manchmal alles etwas länger, weil wir da eben auch auf bestimmte Leute angewiesen sind in der Hoffnung, dass sie etwas Zeit für uns investieren können.
Hauptmotoren war dieses mal unser Raps-Mischi plus sein Buddy Dominik vom URBAN PROPAGANDA-Wordpress-Verschönerungs-Kader. Der neue Header ist von meinem alten Freund Willy von Frischvergiftung. Ich steh immer noch auf den Collagen-Style und deswegen ist der Header so. Drei dicke Dankeschöns an dieser Stelle. Und keine Sorge: Krupa ist nicht von Irene weggefegt oder von unserem Server verschluckt worden, den er im Januar so großartig gerettet hat, sondern randvoll mit Arbeit. Sogar im Sommer. Unglaublich.
Ansonsten gibt es von meiner Seite nichts groß zu sagen, erklärt sich von alleine. Alles bisschen straffer organisiert, der Parkett ist jetzt halt im „Kolonialstilholz“, wie der Setzer neulich meinte, nach dem ersten Post bockelt eine Highlight-Box und Thorsten erfüllen wir endlich seinen langjährigen Traum von einem „internen Tumblr“. Glumb.TV (siehe Menüleiste) ist unser Monte Scherbolino, ein Internet-Trümmerhaufen, ein Online-Müllberg, ein Grüner Heiner, ein Abstellplatz für Kurioses, Clips, Pics und Titten. Ein Blog im Blog, die Artikel erscheinen nur dort und nicht auf der Hauptseite. Dafür gönne ich mir vielleicht noch ein Tatort-Button, aber das weiß ich noch nicht genau.
Aight. Das muss jetzt wieder drei Jahre lang halten, Minimum. Danke für die Aufmerksamkeit, einen schönen Resttag sagt man glaub um diese Uhrzeit.
P.S.: Thorsten ist schwanger. Von Jay-Z!
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Kessel.TV Urlaub 2011
Am 8. Aug 2011, 16:38 Uhr von Thorsten W.
Bild: GQ / yacht island designSchon in den letzten beiden Jahren hab ich hier die Ziele für den Kessel.TV-Jahresurlaub vorgestellt: 2009 haben wir uns Body-Modifications gegönnt, 2010 waren wir in einem abgefahrenen Hotel auf nem Hochhaus. Leider find ich die beiden Artikel nicht mehr, verdammt. Aber egal.
In diesem Jahr möchten wir etwas mobiler sein und haben uns bei Yacht Island Design ein Boot bestellt – steigende Werbeeinnahmen und cleveres Wetten auf den Dax machen’s möglich. Die haben schon die “The Streets of Monaco” (Bild oben) und die “Tropical Island Paradise” entwickelt, wie die GQ berichtet.
Wir haben uns natürlich die “The Kessel of Stuttgart” bauen lassen mit Killesberg und Weinsteige auf dem Oberdeck, dem Schlossplatz unten und dem Max-Eyth-See in Originalgröße am Heck. Im Untergeschoss wird die Maik-Franz-Lounge eingerichtet, wo der Pate und David Puentez (was macht der eigentlich?) abwechselnd 24 Stunden am Tag auflegen.
An der Stelle wollten wir eigentlich einen eigenen Durchgangsbahnhof haben, aber der wäre leider doppelt so teuer geworden wie geplant. Das Geld haben wir dann für eine Schnapsbar für Martin, ein zweigeschossiges Ankleidezimmer für Jana, eine Konzerthalle für 5000 Leute für Setzer, eine Fußballreporterkabine für den Außenreporter, eine sächsische Sauna für Kollege Geiger, eine Nachbildung der Bronx für Mischi und einen Rollerstellplatz für mich ausgegeben. Auch gut.
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Best Of 2011: Drei Jahre KTV Review von Afro-Dieter
Am 2. Aug 2011, 14:00 Uhr von martin
Letztes Jahr berichtete er vom Southside, nun über unsere Jubiläumslesung im Transit: Afro-Dieter. Bisschen spät, schon wieder knapp zwei Wochen her, aber den hervorragenden, ziemlich langen Text möchten wir euch nicht vorenthalten.
Neapolitanischer Strassenverkauf vor meinem Hotel am Bahnhof, kurz vor halb eins nachts, 26 Grad und leicht auffrischender Wind. Ich habe aus einer Vier- eine Zweieinhalb-Tage Reise gemacht, um den Geburtstag eines guten Freundes zu erwischen. Dummerweise zwingt mich der Rückflug, auf das Sonnenterrassen-Frühstück mit fantastischem Blick über die erwachende, charmant verkommene Stadt zu verzichten. Aber mit leerem Magen schlafen und fliegen ist wie mit ohne Hose im Bus und alle schauen dich komisch an: nicht gut.
Also steh ich nachts noch an der Kreuzung, warte auf einen Burger und wippe angetrunken zu “My sharona”, das gerade aus dem Weltempfänger dröhnt und mich an 90er Filme mit Winona Ryder erinnert.
Als eine von weitem aufreizende und von nahem nicht mehr so hübsche Transsexuelle auf den Stand stürmt und viel zu arg mittanzt, versuch ich noch charmant vorbei zu schauen. Doch nachdem sie kurz darauf untenrum blank zieht, propellert und meine Aufmerksamkeit sucht, hole ich mein Handy aus der Tasche und schreibe hochkonzentriert gelangweilt eine SMS. Das hält Sie jedoch nicht davon ab, mich mit bassigem italienisch verbal auszuziehen.
Ich verfluche den theatralischen Burger-Bau-Prozess und denke an Flucht. Die Putze des Strassenstand überredet Lola, sich wieder halbwegs anzuziehen, was bei dem aktuell abreizenden Modeverständnis immer noch nackt wäre. Die Situation entspannt sich, und ich habe die Chance, aus der Geschichte mit mangelnden Sprachkenntnissen und fordernder Verlobten rauszukommen.
Einen Handkuss bekomm ich trotzdem. Und einen widerlichen Burger, dessen Einzelheiten noch vor dem Hoteleingang im Müll landen. Unter diesem Eindruck schlafe ich ein, wache sofort wieder auf, fliege heim, arbeite in Trance und erscheine apathisch bei Bernd zum Duschen.
Kurz mal für 20 Minuten wach, Cuba Libre im einem Liter Plastikglas und auf in die Stadt. Vorm Transit wartet schon das Geburtstagskind, verkörpert in zwei Stuttgarter DJs, nebenberuflich in einer Fernsehanstalt mit viel Text beschäftigt.
Nach Betreten vom Transit alles wie gewohnt. Viele nette und laute Menschen, trotz 15 Grad Aussentemperatur und Regen bildet sich ein Eigenklima. Nur die Musik fehlt, obwohl DJ Emilio an den Reglern steht. Doch heute ist er mal nur Nachbar und Erfüllungsgehilfe, der milde Texte mit musikalischen Einspielern würzt.
Denn oben auf der improvisierten Bühne, wo sonst das Publikum den Lapdance probt, präsentieren sich die N’sync des Stuttgarter Internetautoren, die Otti Fischers der Kleinstadt-Humoristen und die Sascha Lobos der Internetrebellen. Bunt gemischt wie die S-Bahn Sonntag morgens um halb sieben.
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Danke, Blumen & Kuchen
Am 21. Jul 2011, 16:00 Uhr von martin
Möchte zu gestern Abend nicht mehr viel sagen, außer:
Danke an Ante für die Blumen und die Flasche Slivo…
…die pünktlich zum Lesebeginn um 21 Uhr vom Fleurop-Mann überbracht wurden. Nicht weniger überrascht waren wir bei der feierlichen Übergabe des unglaublich leckeren Schokokuchens von meiner Freundin.
Ein riesiges Dankeschön an Euch, die weltbesten Gäste und Leser, für die fantastische Stimmung trotz Hitze und Mief und natürlich auch an die eisernen Streamgucker (44 an der Zahl, mehr als beim Frauenfußball meinte Krupa).
Big Up an Anlagen-Faris für die Technik.
La Ola für die Transit-Boys Janusch, Benni & Heiko (und Locke, gestern leider nicht da), wir sehen uns später.
Küsschen für Nachbar Emil für Musik und Skits.
Dicke Rap-Umarmung an Schwarz von Black´n´Proud für seine Performance von “Den Namen nicht mal sagen”.
Lauter Applaus für Moritz Drung, der extra aus Berlin heruntergefahren ist, um seinen Cosimo-Text vorzulesen.
Und jetzt, Trommelwirbel, Feuerwerk und Wetten dass?!-Klatschen für alle, die das Ding hier am Laufen halten: My main man Thorsten, Kutmaster Krupa, der Synthax-Aussi, Louis-Jana, Schwarze-Cola-Setzer, Aufguss-Geiger, Raps-Mischi und natürlich meine einzigartige Schwester Klüdi.
Und wie Krupa schon durchgesagt hat: Nächstes Jahr Schleyerhalle, VVK startet heute, VIP-Tickets (inklusive Garderobe) zum Schnäppchen-Preis von 150 Euro bei allen bekannten VVK-Stellen wie Eventim oder U-Bahn-Haltestelle Wilhelm-Geiger-Platz.
Bin raus. Am Bärensee soll es wohl junge Leute geben. Geh ich mal überprüfen.
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Kessel.TV-Lesung: Der Live-Stream
Am 20. Jul 2011, 19:25 Uhr von Thorsten W.
Wer’s verpasst hat: Hier kann man das letzte Drittel der Lesung noch mal angucken (leider hat die Aufzeichnung vorher nicht funktioniert).
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3 Jahre KTV: Lesung, Rollerausfahrt & Party
Am 18. Jul 2011, 13:21 Uhr von martin
Gerade im Büro, Dennis aka Device: “Ey, was geht da so im Transit am Mittwoch?”
“Wir lesen halt ein paar Texte vom Blog vor.”
“Ist das gut?”
“Keine Ahnung ob das gut ist, letztes Jahr in der Suite hat es gepasst.”
Schönen guten Tag und herzlich willkommen zu unserer kleinen Jubiläumsrunde in KW 29. Zu allererst: Rein jahreszeitentechnisch nicht sonderlich schön, aber laut meinem Mac-Wetter-Widget kommt das Thermometer am Mittwoch auf unfassbare 14 Grad plus Regen. Das sind satte 20 Grad weniger als im letzten Jahr oben in der Suite. Fiese Ansage im Juli, auf der anderen Seite absolutes Kulturwetter.
Oder Daheimbleibwetter: Deswegen und natürlich in erster Linie für unsere auswärtigen Leser von Korcula über Oldenburg bis nach Sao Paulo hat Technik-Thorsten einen Stream eingerichtet, den wir pünktlich zum Lesebeginn starten (Laptop-Cam, regelmässige handmade Schwenks ins Publikum). Keine Garantie für gute Übertragung.
Wir sind vorbereitet, haben ein Best Of der letzten Monate rausgesucht, unsere Hausband DJ Emilio feat. Die Krähen ist besser eingespielt als Helmut Zerlett und seine Band und als Höhepunkt machen wir den Stühlerücken-Stresstest. Vorhin schon vom Rad gefallen vor Transit-Barfrau Rosa, gut peinlich und guter Warm-Up. Das Transit ist ab 20:00 Uhr geöffnet, die Lesung beginnt um 21:00 Uhr.
Wegen dem streng wechselhaften Wetter steht Programmpunkt zwei aktuell auf der Kippe: Die Rollerausfahrt am Samstagmittag. Wollen uns da aber erst final Donnerstagmittag festlegen ob oder nicht.
Die Party am Samstagabend im Wurst und Fleisch ist natürlich geritzt, neue Anlage am Start.
Die Flyer sind übrigens von Mongomania, sonst u.a. für die WuF-Tafel verantwortlich. Herzlichen Dank an Daniel Thomas Geiger.
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