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Das Kreuz mit dem Ypsilon
Am 23. Mrz 2012, 14:30 Uhr von martin
Gefunden via Passion/Twitter. Auf Ebay gibt es übrigens noch Tickets, offiziell ist das Ding ausverkauft.
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Weltunbekanntes DJ-Duo zum Start der Welttournee in Stuttgart
Am 23. Feb 2012, 09:25 Uhr von Aussenreporter
(Auf die Fresse-Pressefoto: www.ronnyschoenebaum.de)
Sie gelten als die Sensation im internationalen Pop-Himmel, Lady Gaga verneigt sich verbal und Jay-Z möchte das Duo unbedingt produzieren, wenn er Anfang Juni mit Kanye in Frankfurt spielt: Finally Famous heißt das neue Pop-Wunder, das im Februar erstmals auf Clubtournee nach Deutschland kommt.
Es klingt wie die Geschichte aus einem Märchen, wie eine unglaubliche Anekdote aus 1001er Clubnacht oder wie das Produkt eines Seminars an der Mannheimer Pop-Akademie: Finally Famous heißt das erste weibliche DJ-Duo der Club-Geschichte.
Das Razzia in Budapest, eine Bar in Friedrichshain. Ivy Lecole und Jane Brown, die beiden Gesichter von Finallly Famous, bitten zum Interview. Die Pressevertreter von Spex, Intro, Rolling Stone und etlichen obskuren Internet-Blogs wie etwa kessel.tv, einer Website, die sich mit Turnschuhen, Partys und Stuttgart 21 beschäftigt, sind in Scharen gekommen. Die aufgestylten Promo-Mitarbeiter der Plattenfirma Ingiversal haben Mühe, die Meute in Zaum zu halten. Wer keine Hornbrille mit Fensterglas trägt, ist ein Außenseiter, Notizblöcke sind verpönt, es sei denn sie sind von Moleskin und wer kein iPhone hat, wird sofort unter strafenden Blicken verstoßen.
Die beiden Mittzwanzigerinnen räkeln sich auf einer verratzten Couch, die einmal so pink wie der gleichnamige Panter war, heute aber Patina auf die Oberfläche tätowiert hat. Lecole und Brown trinken abwechselnd Roederer Cristal Rosé, stilles Fiji Wasser und bitten die Pressevertreter einzeln zum Gespräch. Eine nervöse PR-Mitarbeiterin mit der obligatorischen goldenen Casio-Uhr am spindeldürren Handgelenk, die Haare zu einem strengen Dutt geformt, wacht mit Argusaugen darauf, dass die 15-Minuten-Interviews nicht überzogen werden.
Die Biographien der Popstars klingen genau so geheimnisvoll wie die beiden jungen Stilikonen sich selbst geben: Die Französin Lecole, kurze, braune Locken, wuchs im Pariser Stadtteil Marais auf, arbeitete kurz in der Modebranche, gründete dann eine erfolgreiche Bio-Bäckereikette, wurde vom französischen Label Ed Banger entdeckt, um die Plattenfirma schließlich im Streit wieder zu verlassen.
„Musique sans Scheuklappen ist le plus cool“, haucht sie in das Diktiergerät einer Journalistin der New York Times, während Jane Brown gelangweilt in die Ecke kichert. Brown stammt aus großbürgerlichen Verhältnissen im Londoner West End, Kiez Dusslinga, brach schließlich aus ihrem Elternhaus aus und hatte bereits mit zwölf Jahren als Produzentin unter dem Pseudonym LA Style ihren ersten Eurodance-Hit mit dem bezeichnenden Titel „James Brown is dead“.
Nach einigen Aufenthalten in Drogenkliniken, etwa im bekannten Betty Ford Center, heiratete sie einen englischen Großgrundbesitzer und widmete sich der Schafzucht in Cornwall, um vor kurzem dann ein viel beachtetes Comeback an der Seite von Lecole zu feiern.
„Das Leben auf dem Land war cool, ich möchte mich aber wieder mit meiner Musik ausdrücken und dem uninspirierten Pop neuen Input geben“, diktiert Brown in das Aufnahmegerät eines Journalisten der Berliner Vice-Ausgabe, um in feinstem Cockney-Englisch ein „Music was my first love and it will be my last“ nachfolgen zu lassen.
Feministinnen jubeln, Pop-Theoretiker Friedrich Friedrichsen ist erstaunt angesichts des Einflusses, den das englisch-französische DJ-Duo bereits jetzt in der Popmusik vorzuweisen hat: „Populär sind Finally Famous nicht zuletzt, weil sie immer unübersichtlichere und gebrochene Ereignis- und Objektverkettungen beruhigenderweise zurückführen auf einen Urheber mit einem Eigennamen, auf einen Demiurgen. Das befriedigt restreligiöse Gewohnheiten. Zudem geben Finally Famous Komplexität Gestalt.“
Lecole und Brown zucken angesichts solcher Lobeshymnen nur mit den Achseln. „Mediale Verwertung interessiert uns nicht, wir wollen einfach nur Schubladen sprengen und auf Kessel.tv irgendwie geil aussehen“, sagt Brown mit einem britischen Upperclass-Nuscheln. Stattdessen betonen „Too many DJanes“, wie Finally Famous in Anspielung auf die belgischen Produzenten Too many DJs auch genannt werden, lieber die Zufälligkeit ihres ersten Zusammentreffens.
„Es war auf der Geburtstagsparty von Courtney Love. Lindsay Lohan kannte ich noch aus der Betty Ford Klinik, sie nahm mich mit zum familiären Exzess. Als wir morgens an der Karaoke-Maschine ein Best-of-Nirvana-Medley intonierten, war es Lecole, die das Riff von Smells Like Teen Spirit am besten nachpfeifen konnte. Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Brown.
Heute spielen Finally Famous ihre Shows, in denen sie munter alle Popspielarten zitieren, Robbie Williams auf Ricardo Villalobos mixen und dabei immer auch das Publikum in ihr Set einbinden, in den angesagtesten Clubs der Welt. Die etablierten Pop-Stars stehen Schlange, um mit den beiden Beat-Amazonen zusammenzuarbeiten.
Nachdem Ivy Lecole und Jane Brown bei der Prada-Modenschau in Tokio vor ausgelassenen Japanern ihr gefürchtetes „Fuck the Zeitgeist and the Schublade“-Set abgeliefert hatten, zeigte sich Lady Gaga anschließend euphorisch: „Finally Famous sind für die Clubkultur das, was ich für den Mainstream bin: Eine Provokation auf vier Beinen, Finally Famous killed the YouTube-Star.“
Und Jay Z., bei der Prada-Show ebenfalls in der ersten Reihe direkt am Laufsteg, wollte die beiden Botschafter des alten Europas direkt in seinem New Yorker Studio produzieren. „Die haben ordentlich Swag, Alter“, zeigte sich der HipHopper angetan und nannte sein Kind sogleich nach Ivy mit dem tollen Zusatz Blue davor.
In England werden Finally Famous bereits mit den Gorillaz verglichen, der erfolgreichen Popcombo um Blur-Mastermind Damon Albarn, weil Finally Famous gekonnt mit der Camouflage in der Popmusik spielen. Das DJ-Duo verzichtet konsequent auf Presse-Fotos – nur für kessel.tv machte man eine Ausnahme – und versorgt die Medien stattdessen mit liebevoll gezeichneten Selbstportraits im japanisch beeinflussten Comic-Stil.
Im Februar kommt das Duo nun zum ersten Mal auf Clubtour nach Deutschland. In Berlin spielen die Damen im gefeierten Zwerghain, in Frankfurt im Korkuma-Club mit Sven Späth als Vorband, in München bittet man im angesagten P2 zum Tanz und in Stuttgart präsentiert das Duo am Samstag, 25. Februar sein eklektisches Set im Transit, als Backgroundtänzer konnte Timo Gebhart vom VfB Stuttgart gewonnen werden.
Was die Besucher erwartet? „Nichts weniger als die Neuerfindung des Pops“, sagt Lecole mit einem Augenzwinkern, stößt ein letztes Mal mit einem eiskalten Glas Champagner mit Brown an, bevor auch der allerletzte Pressevertreter in den eiskalten Berliner Winter gejagt wird. Auf Finally Famous wartet bereits ein Learjet – der nächste Pressetermin in Shanghai steht auf der Agenda.
Noch weniger Infos unter finallyfamous.de, echt witzig ist auch der Twitter-Account der Ladys, findet zumindest Martin und der Bushi.
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Watch The Throne Tour in Frankfurt
Am 22. Feb 2012, 15:30 Uhr von martin
Halb Stuttgart dreht hohle oder liegt ohnmächtig am Boden und plant sowieso schon Sonderzüge nach Frankfurt, denn Jay-Z und Kanye West gastieren im Rahmen ihrer Thronen-Tour am Dienstag, 05. Juni in der Frankfurter Festhalle. Einziger Deutschland-Gig überhaupt, da kann man schon mal hinfahren, wer weiß, wann die einzeln oder zusammen jemals wiederkommen. Der Spaß kostet knapp 70 Euro - wie man hört hat Blue Ivy einen gesunden Appetit.
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Zum Runterkommen
Am 21. Jul 2011, 14:29 Uhr von Thorsten W.
Während wir noch ganz high von unserer gestrigen Lesung mit den besten Lesern und Gästen, die man sich wünschen kann, sind, wartet der Rest der Welt auf das Kollabo-Album von Jay-Z und Kanye West namens “Watch The Throne”, das am 1. August veröffentlicht werden soll. Oben der erste Track daraus, den Funkmaster Flex als erster in seiner Radioshow spielen durfte, zusammen mit Otis Redding (der übrigens nicht mehr unter den Lebenden weilt, falls jemand nachgucken will).
Und hier noch die Tracklist des Albums, gefunden hier:
Tracklist mit den Produzenten:
1 No Church In The Wild f. Frank Ocean (prod. Kanye West, Mike Dean & Ken Lewis)
2 Lift Off f. Beyoncé (prod. Kanye West, Mike Dean, Jeff Bhasker, Q-Tip & Don Jazzy)
3 Niggas In Paris (prod. Hit-Boy)
4 Otis f. Otis Redding (prod. Kanye West)
5 Gotta Have It (prod. The Neptunes)
6 New Day (prod. The RZA)
7 That’s My Bitch (prod. Q-Tip & Kanye West)
8 Who Gon’ Stop Me (prod. Sham “Sak Pase” Joseph & Kanye West)
9 Murder To Excellence (prod. Swizz Beatz & Symbolyc One)
10 Welcome To The Jungle (prod. Swizz Beatz)
11 Made In America f. Frank Ocean (prod. Sham “Sak Pase” Joseph)
12 Why I Love You f. Mr Hudson (prod. Mike Dean & Kanye West)Bonustracks:
13 Illest Motherfucker Alive (prod. Southside & Kanye West)
14 H.A.M (prod. Lex Luger & Kanye West)
15 Primetime (prod. No I.D.)
16 The Joy f. Curtis Mayfield (prod. Pete Rock & Kanye West)2 Kommentare » -
Yo! KTV Raps (18): Wiz und Snoop und die Covers
Am 27. Jan 2011, 18:00 Uhr von Mischi
Hallo liebe Yo! KTV Raps-Leserschaft,
Freunde fürs Leben oder zumindest bis der Filter kommt – im Rap ist es halt wie im echten Leben auch und darum dreht sich auch alles in dieser Folge von Yo! KTV Raps, vor allem aber um die zwei ganz besonderen Spezis im Video oben, die sich für eine tiefe Männerfreundschaft gefunden zu haben scheinen….
Eure Freunde vom Yo! KTV Raps-Mob
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http://www.dailymotion.com/video/xgi3p7
Ja, der Wiz Khalifa: Der Rapper aus Pittsburgh hat letztes Jahr einen riesen Lauf gehabt: Aus dem Web 2.0 raus eine Kultanhängerschaft rekrutiert, tightes Mixtape veröffentlicht {“Kush & Orange Juice”, treue Leser erinnern sich oder klicken hier}, eine dutzende Städte dauernde Tour komplett (!) ausverkauft und dann noch mit “Black & Yellow” eine echte Erfolgssingle rausgehauen, die es bis auf die vorderen Ränge der Charts geschafft hat {und von dem Producer-Team Stargate stammt, die bereits für Rihanna, Katy Perry oder, äh, S-Club 7, Hits gebastelt haben}.
Für den
RemixG-Mix hat sich Wiz dann neben T-Pain und Juicy J auch seinen neuen besten Homie Snoop eingeladen und eben diesen scheint der junge Wiz an seine eigenen Karriereanfänge zu erinnern.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Der Boss Dogg ist gerade eh sehr umtriebig, weil sein neues Album “Doggumentary Music” ansteht, das im März erscheinen soll. Zu Promozwecken hat er kürzlich – wie schon zuvor Kanye – das Twitter-Headquarter mit seiner Anwesenheit beehrt – und sich ganz nonchalant über die Rauchverbote im Hause hinweggesetzt.
Noch lustiger ist aber die Hintergrundgeschichte zu Snoops neuer Single “Wet”: Die hat Snoop nämlich eigentlich für den Junggesellenabschied von seinem Buddy Prinz William (!) geschrieben {Hintergrund ist, dass diverse Medien kolportiert haben, dass Willys Bruder Harry Snoop buchen wollte für die Sause}.
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Willkommen zur neuesten Folge von “Verbale Ausfälle leicht gemacht” mit unserm Jung 50 Cent: Der hat sich jüngst ein neues Opfer vorgenommen, um es telefonisch rund zu machen. Getroffen hat es Lee “Q” Odenat, den CEO der etwas assigen HipHop-Videoseite worldstarhiphop.com: Nachdem dessen Portal für eine Zeit lang down war, verkündete Fuffi via Twitter, dass er dafür verantwortlich sei, weil er von WSHH nix hält {und nebebei seit über einem Jahr einen Rechtsstreit mit WSHH hat, weil diese unerlaubt mit Bildern von Curtis geworben haben}:
Als dann Q jedoch in der immens populären Hot97-Radioshow von Angie Martinez behauptete, dass alles cool sei und Fuffi ein Schwätzer, nahm der sich kurzerhand den Hörer und rief bei Hot97 an, um ein paar Sachen richtig und Q ins Eck zu stellen:
“What’s up sucka, I should black ya’ eye…watch me show you some of the old me. Keep playing with me, Q. I dare you try to say something crazy. If you’re in New York, you come to my office and we talk. Don’t you ever try to talk to me on no radio.”
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Ein kleines Beben hat Eminem ausgelöst: Der hat innerhalb kürzester Zeit die von langer Hand vorbereiteten Deals mit sowohl dem White Trash-Rapper Yelawolf als auch dem Slaughterhouse-Vierer, bestehend aus Royce da 5″9, Joell Ortiz, Crooked I und Joe Budden, bekannt gegeben. Dazu Eminem zu XXL:
“Yelawolf and Slaughterhouse, it’s kinda phase two of Shady. It’s the new generation of Shady Records and as we’re trying to rebuild our label, it’s exciting for hip-hop and with all of these forces coming together and with what everybody’s capable of on the mic, it’s gonna be fun.”
Alle fünf sind echte Lyricists und so frohlockten dementsprechend auch die Internetz-Realkeeper, dass nun vielleicht eine neue Ära fernab von albernen Modetänzchen im Mainstream ausbrechen könnte.
Doch so naheliegend beide Signings aus verschiedenen Gründen auch sein mögen (Em und Royce kennen sich schon ewig, haben sich auch mal ganz bös gebeeft, und Yealwolf ist die Redneckversion des jungen Marshall), so darf man doch zweifeln, ob das wirklich so das dicke Ei wird – zu diesem Thema hat sich auch Rapnetz-Größe Meka von 2dopeboyz sehr passend in seiner “Slang Editorial”-Kolumne für XXL geäußert.
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Der Eminem mit seiner Lausbubenbande ist aber nicht der Einzige, der es auf ein Cover geschafft hat: Auch Lil Wayne ist auf ner Titelseite, und zwar vom Rolling Stone. Für das renommierte Musikmagazin hat er sein erstes Interview nach seiner Knastizeit auf Rikers Island gegeben, das man hier anlesen kann.
Übrigens ist Lil Tunechi nicht ganz so, äh, glücklich mit seinem Foto, wie er via Vimeo die Welt wissen ließ:
“I’m pissed off at that RollingStone cover, they got me looking like a model…”
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Yo! KTV Raps (16): Über Hypes und Großmeister und L.A.
Am 23. Nov 2010, 12:00 Uhr von Mischi
Hallo liebe Yo! KTV Raps-Leserschaft,
ja ja, auch die größten Legenden aus L.A. haben mal klein angefangen – so auch der unfickbare Dr. Dre. Um den geht es diesmal genauso wie um den aktuellen Hype aus L.A., die Odd Future Wolf Gang Kill Them All-Bande, kurz OFWGKTA.
Sit back and enjoy!
Die World Class Yo! KTV Raps-Crew
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Damals, 1984 und somit noch vor Gangstertum, “Fick die Bullen” und Co, drehte Andre Young im Glitzeranzug die Plattenteller für die Electro-Posse World Class Wreckin´ Crew (im Video ganz oben sei hier vor allem alles ab Minute drei empfohlen).
Danach kräht zwar keine Sau mehr, dafür aber umso mehr nach dem lang erwarteten, mythen-umrankten “Detox”-Album, an dem der Doktor seit inzwischen einer Dekade rumschnippelt.
Doch jetzt (an dieser Stelle bitte dramatische Musik!), nachdem keiner mehr daran geglaubt hatte, ging alles ganz schnell: Die ersten Leaks geisterten durchs Netz und in dieser Woche blubberte plötzlich die erste Single aus “Detox” an die Oberfläche – “Kush” heißt der Tune, der Snoop und Akon mit an Bord hat und von DJ Khalil produziert wurde. (Warum der Doktor nicht selber den Beat für seine erste Single geschneidert hat, ist mir ein Rätsel …).
Video dazu gibt es noch nicht, aber dafür ein BTS vom Videodreh mit 50 Cent, E-40, G. Malone und vielen mehr. Die Single erscheint nächste Woche, das Album kommt angeblich im Februar 2011 mit Features von Jay-Z, La Roux, The Game, Akon, Snoop Dogg, Eminem sowie Westcoast-Hoffnung Kendrick Lamar– so steht es zumindest in der eilig rausgeschickten Pressemitteilung von Universal Music …
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{Achtung, bissle eklig! Ach ja, Free Earl, ist grad im Boot Camp.}Ganz am Anfang steht OFWGKTA: das lose Kollektiv aus skateboard-begeisterten Rap-Kids aus L.A. ist zwar gerade mal zwischen 16 und 20 Jahren alt, hat dafür aber den größten Internet-Buzz am Laufen, den ich seit langem gesehen hab.
Die Tastemaker-Blogs feiern die rotzige Wolf Gang rund um ihren kreativen Mastermind, den asthmakranken, misanthropischen, augenrollenden Soziopathen Tyler The Creator, ab wie Schnitzel und das hat einen Grund: es ist schlichtweg angebracht. Oder anders gesagt: OFWGKTA ist das Fresheste, was HipHop gerade zu bieten hat. Point Blank.
Dabei haben die Jungs einen ganz eigenen Sound entwickelt, was hauptsächlich daran liegt, dass fast alle Beats von Tyler selbst sowie Producer Leftbrain stammen. Die schleppenden, schweren Beats mit ihren wabernden Flächen und die “Fuck you all”-Attitude sind ein kompletter Gegenentwurf zu dem harmlosen Gehampel, das bei BET geboten ist.
Doch jetzt kommt das Beste: OFWGKTA hauen ihre Mucke komplett gratis raus über ihre Homepage. Wegen dem großen Ansturm sind zwar ständig die Download-Links abgelaufen, dann hilft aber google weiter. Aus dem amtlichen Output seien an dieser Stelle zwei Alben besonders hervorgehoben:
Da wäre zum einen “Bastard” von Tyler selbst, auf dem er seinen Selbsthass, seine emotionale Destruktivität und das Trauma, das das Aufwachsen ohne Vater verursacht hat, in schmerzhaft ehrliche
GewaltphantasienReime bettet.Anspieltipps hervorzuheben ist schwierig, weil alle Tracks faszinieren, doch “Seven” (Track 2), “Pigs Fly Featuring Domo Genesis” (6) und “VCR/Wheels” (10) sind mal ein guter Appetizer.
Zum anderen wäre da “Rolling Papers” von Domo Genesis: Der spittet genau so abschätzige Kifferlines wie Tyler und erschafft Geschichten über die destruktive Langeweile einer ganzen Generation zwischen Supermarktkasse, Skaten, Parkplatzabhängen und Bongrauchen.
Anspieltipps: Der Titeltrack (4) mit einer stark Method Man-angehauchten Hook von Tyler, “SteamRoller feat. Hodgy Beats” (7) und das verschrobene “Kickin It” (8).
Alle Alben gibt es hier, ein ziemlich passendes Interview mit Tyler hier und hier einen sehr coolen Konzertbericht mit Videos und Pics vom ersten Gig der Posse in New York, bei dem u.a. Mos Def und Skyzoo im Publikum waren. Golf Wang!
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Yo! KTV Raps (15): Incarcerated Rapfaces
Am 20. Okt 2010, 17:30 Uhr von Mischi
Hallo liebe Yo! KTV Raps-Leserschaft,
Mir persönlich hat es das Kopfkino, das guter, atmosphärisch dichter Straßenrap auslösen kann, seit Mobb Deeps “The Infamous” schon angetan, aber wenn ab und an die Realität das Erzählte einholt oder sogar übertrifft, bekomme ich echt Kopfschmerzen.
Viel Spaß mit fiesen Kopfschmerzen, aber auch haufenweise guter Musik bei einer neuen Folge Yo! KTV Raps!
Die Yo! KTV Raps-Chaingang
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Ja ja, der Clifford Harris aka T.I.: der kann einfach nicht seine Hände von Pillen, Gras und unregistrierten Wummen lassen. Nachdem er erst vor kurzem aus der Haft entlassen wurde, um neue Tracks zu recorden und einen Bankräuber zu spielen, wurde er nun von einem gestrengen Richter für elf weitere Monate hinter schwedische Gardinen geschickt.
Der Grund: nach einem illegalen U-Turn auf dem LA Sunset Boulevard wurden T.I. und seine Frau, der R&B-Zwerg Tiny, von den Cops angehalten und die waren gar nicht happy, als sie bemerkten, dass T.I. gleich in drei Fällen gegen seine Bewährungsauflagen verstossen hatte: “possessing ecstasy, testing positive for opiates and associating with a convicted felon”.
Dass er scheiße gebaut hat, war Clifford ziemlich schnell klar – laut MSNBC bat er den Richter “…. not to send him back to prison, saying he needed to get help for drug addiction. He told the judge he “screwed up” and pleaded for mercy.”
Da hilft es auch nichts, dass er zuvor medienwirksam einen lebensmüden Mann davon abbringen konnte, von einem Dach zu springen, oder ein Alzheimer-Benefit-Dinner geschmissen hat.
(Bild via rapup.com)
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Ein noch größeres Kaliber ist aber Lil Boosie: Der schmächtige Rapper aus Baton Rouge mit dem prägnanten Kurzhaarschnitt ist in den Teilen der Welt, die für sich das ultimative Rapverständnis beanspruchen (=die beiden Küsten, Europa und Japan), kaum bekannt, wird aber vor allem im Süden der USA massiv wegen seiner Hoodtales abgefeiert (und hier in Stuttgart wahrscheinlich am ehesten im proTon).
Also: Nachdem der Kerle schon ein paar mal wegen Drogen- und Knarrengeschichten verknackt wurde, ist Lil Boosie nun in mindestens einem Fall des Mordes angeklagt worden (es könnten angeblich noch mindestens fünf weitere dazu kommen).
Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, über seine Freundin, eine Gefängniswärterin, im großen Stil und über einen längeren Zeitraum Drogen in einen Knast geschmuggelt zu haben und dort auch ein “Vertriebsnetz” aufgebaut zu haben.
Im schlimmstmöglichen Fall landet Lil Boosie auf dem elektrischen Stuhl.
Manchmal ist es vielleicht doch nicht so schlimm, wenn Rapper mit ihrer Drogenbaron-Vergangenheit prahlen, obwohl sie vor ihrer Karriere als Gefängniswärter gearbeitet haben – das sollte man bei jeder Realness-Debatte im Hinterkopf behalten …
(Randnotiz: Lil Boosies aktuelles Album heißt passenderweise “Incarcerated”, die aktuelle Single “Better Not Fight”….)
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