• 26

    Best of 2011: Ausflug nach Paris

    (Heißer Flirt: Stuttgarts schönster Platz und Stuttgarts schönstes Fahrrad.)

    Vier Tage auflegen, vier Tage Alkohol und vier Tage laufen hintereinander ist definitiv zu viel. Dementsprechend war ich bis gestern ziemlich vermatscht. So wäh. Kein Bock. Auf nichts. Nur auf den Thorsten, der kam abends zu mir. The infamous Ablaufplan vorbereiten. I love Abläufpläne. Aussi lacht mich dafür aus.

    In meiner ganzen Matschigkeit war ich gestern gerade noch fähig, mich bei Flinkster zu registrieren. Dann bin ich aus dem Büro gestürmt und zum Bahnhof geradelt, um beim DB Infopoint die Anmeldung abzuschließen. War sehr freundlich die Dame, noch charmanter war der Erste-Hilfe-Koffer (inklusive Gummibärchen), den man feierlich überreicht bekommt. You´re now officially flinkst.

    Da ich danach auf keinen Fall zurück ins Büro wollte und so etwas wie einen Anflug von Fernweh hatte, bin ich in Memory of Prellbockanheben auf Beinsteig 1 nach ganz vorne gelaufen und hab in die Ferne geblickt. Hab mich dabei gefühlt wie bei dieser einen Reise-Werbung, “uffz, ich brauch ne Auszeit”, Schnitt, Karibik. Von wem war der Spot nochmals? Ungefähr so war das jedenfalls gestern, ein Moment lang wie in der Karibik, nur halt auf Bahnsteig 1 in Stuttgart an einem Mittwochmittag. Hat gut getan.

    Beim Zurücklaufen hätte ich mich fast ein paar Minuten auf eine Bahnsteig-Bank gesetzt, nur um noch mehr Reiseflair aufsaugen zu können. Ist aber nen bisschen schwierig, wenn vor dir der Zug nach Tübingen abfährt.

    Aber ey, nebenan liegt doch Paris und das Europaviertel! Also auf mein Airbus gesetzt und durch die monströse Bank geradelt. Schon eine stabile Anlage. Viel Grün.

    Die Feierabend machenden Bankerinnen schauten mich ziemlich skeptisch an. Die babyblaue Stoffhose (Trend 2006, jetzt auch bei mir) hat mich wohl enttarnt. Ah schau an, ein arbeitsloser Blogger. Will er gucken was die normalsterbliche Bevölkerung so macht am Mittwoch. Und das muss der dann gleich wieder bloggen!

    Vielleicht schauten sie mich auch schräg an, weil sie den Flinkster Erste-Hilfe-Koffer auf meinem Gepäckträger gesehen haben. Püh, der hat ja nicht mal ein Auto, scheiß Partie. Stimmt, dafür Abi, abgebrochenes Physikstudium UND einen Twitter-Account!

    (Grüner geht´s fast nemme: Fahrrad und Flinkster Erste-Hilfe-Koffer.)

    Am Pariser Platz war ich zuletzt 2007 oder 2008 bei den Jazz Open mit Joy Denalane (eher durchwachsen) und Herbie Hancock (sauber). Hatte nicht mehr in Erinnerung, wie geil es da ist.

    Neige ja zu Selbstgesprächen. Schon immer. Also rufe ich: “Was ein geiler Platz!” Ist ja keiner da, also kann man auch mal rumbrüllende Selbstgespräche führen. Wie das so ist, an einer Metropolen-Plaza, will man innehalten und was trinken. Prompt erspähte ich einen Brunnen, wollte mich an dem köstlichen Wasser erlaben – kam aber nix raus.

    Hab drei mal gedrückt. Voll enttäuscht dappte ich vor in Richtung Bauzaun.

    Typischer Männerreflex: Sieht Mann einen Bauzaun, muss er sich daran festkrallen. Unklar ist warum: Will er nur rein? Will er gar mitbauen? Oder muss er sich einfach nur abstützen, weil er so ein schweres Leben hat, am Mittwochmittag, um 16:30 Uhr? Mittwochs ist halt immer schwer.

    Denken sich sicherlich auch die Bauarbeiter, die gerade Savoir Vivre hochziehen…

    …also die Pariser Höfe. Auf einen Stein gestellt und schon wieder Selbstgespräche geführt: “Savoir Vivre Alta!” Pariser Platz, Pariser Höfe – Wilhelm-Geiger-Platz war schon vergeben. Gibt dann irgendwann mal auch einen Mailänder Platz und einen Budapester Platz.

    Während ich meine schreienden Selbstgespräche führe, trat ein Herr mittleren Alters in Anzug und Köfferchen an den Bauzaun. Musste sich seltsamerweise nicht am Bauzaun festhalten. Vielleicht doch nur eine Eigenart von mir.

    “Kennen Sie sich hier aus?”, fragte er mich.

    “Na ja, so gut wie man sich halt auf einer Baustelle auskennt.”

    “Wissen sie wo der Budapester Platz ist?”

    “Ähm, der wird dann irgendwann mal da hinten sein”, und fuchtelte mit den Armen herum. (Heute sehe ich, dass ich in die richtige Richtung gezeigt habe.)

    “Kann man den noch nicht sehen?”

    “Nö, aber wird bestimmt einmal so ein toller Platz wie der Pariser oder der Mailänder.”

    Ich führe nicht nur Selbstgespräche, sondern bin auch traditionell neugierig wie ein Erstklässler: “Wollen sie investieren?!”

    “Mal schauen. Wollte mir mal ein Bild machen.”

    “Tja, schwierig momentan.”

    “Sehr.”

    “Ha, wenn das alles mal komplett fertig sein sollte, haben wir vielleicht 2026 oder so. Also eher langfristig alles.”

    “Ja, das ist langfristig”, stimmte er mir zu. Wow, ich spreche seine Sprache. Werde im nächsten Leben langfristiger Investor mit Herz. Also packte ich meinen neuen Freund an die Hand und sagte: “Kommen sie, wir geiern ein bisschen auf der Baustelle herum.” Joke. Hab ich nicht gesagt. Er wollte auch nicht mein Freund sein und nicht mit mir die Baustelle abgeiern, sondern schaute beharrlich und ein bisschen traurig weiter auf die Baustelle. Fahr halt nach Budapest, Jonger.

    Zum Schluss habe ich sogar noch ein Liebespärchen am Pariser Platz entdeckt, also der kleine schwarze Punkt in der Mitte. Wie in Paris halt.

     
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  • 120

    Blaue Deeskalation

    (Da kommt Tony Rohr, Bild Webcam, gefunden auf Bei Abriss Aufstand)

    Was letztes Jahr das Wort Nordflügel war, ist 2011 das Wort Grundwassermanagement. Geht mittlerweile den Stuttgartern genauso locker über die Lippen wie Parkraummanagement, Bierkastenmanagement oder Stromausfallmanagement.

    Dachte erst, der Krupa wollte mich verarschen, als er mir vor ein paar Monaten von diesen ominösen, blauen Rohren erzählte. Gibt es wirklich und werden ab heute aufgebockt. Schon längst geistern Fotomontagen und Pläne durchs Netz.

    Da müssen wir jetzt wohl durch. Die Stadt informierte die Tage nochmals über das Rohrleitungssystem:

    “Die Rohrleitungen verlaufen nur rund einen Kilometer im Wohngebiet, das heißt der größte Teil der 12 Kilometer erstreckt sich auf Baustellengelände sowie entlang des Schlossparks. Ein Teil der Leitungen wird gebündelt und parallel geführt, so dass sich die Gesamtlänge von 17 Kilometern auf tatsächlich sichtbare 12 Kilometer reduziert.

    In der Regel werden die Leitungen auf einer Stützkonstruktion in einer Höhe von 4,5 Meter verlegt. Über Hauptverkehrsstraßen, wie z.B. der Willy-Brandt-Straße, werden die Rohre in einer Höhe von 5,5 Meter verlegt. Die bis zu 20 Zentimeter dicken Rohre sind zusätzlich isoliert, so dass sie einen Außendurchmesser von bis zu 30 Zentimeter haben.”

    Und nochmals Sinn und Zweck für alle nicht in Sachen Grundwassermanagement bewanderten Menschen: ”Durch das Grundwassermanagement wird der Grundwasserspiegel in unmittelbarer Nähe der Baugruben abgesenkt und zudem innerhalb des natürlichen Schwankungsbereichs gehalten.

    Das abgepumpte Wasser wird über das Rohrleitungsnetz zur zentralen Wasseraufbereitungsanlage geführt, wo es nach dem Stand der Technik, in Teilen besser als Trinkwasserqualität, gereinigt wird. Der überwiegende Teil des gereinigten Grundwassers wird im Bereich der Baugruben und Tunnel über sogenannte Infiltrationsbrunnen wieder in den Untergrund eingeleitet.”

    Weiterhin wird in der Info erwähnt, dass ein neues Planfeststellungsverfahren nicht erforderlich sei. Das Thema kam vorletzte Woche kurz auf, weil mehr Wasser abgepumpt werden müsse. Apropos Wasser, dieses Bild wandert aktuell wohl durch Facebook, hat Thorsten entdeckt.

    Die Polizei wiederum hat am Freitag noch die weitere interne Marschroute aka Deeskationsprogramm veröffentlicht (ganze Meldung nach dem Sprung).

    „Ich würde mir wünschen, dass wir vor allem ohne die Hilfsmittel, wie zum Beispiel Pfefferspray oder gar den Einsatzstock, auskommen. Daher appelliere ich an alle Aktivisten, es gar nicht zu Eskalationen kommen zu lassen und der Polizei ihre Aufgabe nicht zu schwer zu machen. Der Protest findet meines Erachtens, so ruhig und besonnen wie er derzeit ist, eine hohe öffentliche Beachtung“, betonte Züfle.

    Laut Krupa waren heute früh sehr wenig Demonstranten und dazu in Relation viel Polizei Vorort.

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  • 14

    Weiterbauen

    Top-Thema des Vormittags, Twitter läuft heiß, Facebook bestimmt auch, S21 wird weitergebaut. Die rot-grüne Regierung verzichtete im Lenkungskreis “auf einen förmlichen Antrag für einen weiteren Baustopp”, so die StZ.

    Weiter heißt es da: “Die Regierung habe nur ihre „Erwartung“ geäußert, dass der Baustopp bis zur Veröffentlichung des Stresstests verlängert wird, sagte ein Sprecher der Landesregierung in Stuttgart.” Bei einem Antrag auf Baustopp, hätte sich das Land an den Kosten beteiligen müssen. Die Bauarbeiten sollen nächste Woche wieder aufgenommen werden.

    Der Stresstest soll wiederum am 14. Juli im Rathaus vorgestellt werden, hat Schusti zumindest in einer völlig glückseligen Meldung angeboten, die gerade reinzimmerte.

    Artikel StZ

    OB Schuster zur Sitzung des Lenkungskreises: „Schwebezustand beendet“

    Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster erklärte heute nach der Sitzung des Lenkungskreises zum Bahnprojekt Stuttgart 21:

    „Ich freue mich über die Einigung im Lenkungskreis. Die Bahn wird der vertraglichen Verpflichtung nachkommen, das Projekt Stuttgart 21 weiterbauen. Der Schwebezustand war für die Bürgerinnen und Bürger – egal ob für oder gegen das Projekt – und für die heimische Wirtschaft nicht mehr länger hinnehmbar.

    Jetzt gibt es eine klare Linie. Die Landesregierung hat auf die Beantragung eines Baustopps verzichtet und hat sich im Lenkungskreis zur vertraglich festgelegten Förderung des Projekts bekannt. Jetzt geht es nicht mehr darum, ob Stuttgart 21 gestoppt wird, sondern darum, wie wir die großartigen Chancen für die Stadt nutzen.

    Stadt und Land wollen, dass das was die Bahn bei uns baut gut wird. Wir wollen einen modernen, leistungsfähigen Bahnhof. Gemeinsam müssen wir jetzt darauf schauen, ob und gegebenenfalls welche Optimierungen des Bahnprojekts der Stresstest aufzeigt. Ich habe angeboten, diesen am 14. Juli im Format der Schlichtung öffentlich im Stuttgarter Rathaus vorzustellen. Mein Vorschlag ist, dass Heiner Geißler die Moderation dieses Treffens übernimmt.“

     
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  • 8

    Radikale und Anarchisten

    Fehlen nur noch die Vandalen. Heute treffen sich zum ersten Mal nach der Landtagswahl die ganzen Großkopferten, wie man Opa gerne sagte, Gott habe ihn selig, zum sogenannten Lenkungskreis. Da wird vor allem über den Bau- und Vergabestopp bis zum Volksentscheid im Oktober verhandelt. Hat die Bahn natürlich keinen Bock drauf, koscht ja alles Geld.

    Weiterhin wird über den gerade in die Wege geleiteten Stresstest diskutiert. Der neue Verkehrsminister Winfried Herrmann will da mehr mitspielen. Pünktlich zum Lenkungskreis zweifelt das Fachmagazin “Eisenbahn Revue International” (kein Plan ob das was kann, klingt bisschen nach Blitz Illu oder Das Neue) die Leistungsfähigkeit von S21 an, berichtet heute die StZ.

    Tippe übrigens, Stresstest wird zum (Un)Wort des Jahres. Alternativen: Kommunikationsdesaster oder Atomausstieg. Auch heute Nacht beschlossen worden, bis zum Jahr 2022 soll der letzte Meiler vom Netz gehen. Der Regierungssprecher hats getwittert, ich folge.

    Wie auch immer, unser aller Bossle Wolfi hat das heutige Treffen zum Anlass genommen, am Freitagmittag, so kurz vorm Wochenende, nochmals einen flammenden Appell loszulassen und dabei auch direkt den Herrn Verkehrsminister anzugreifen. Was mir in den letzten Monaten aufgefallen ist bei derartigen S21-Erklärungen aus dem Rathaus: Das Wort Magistrale scheint out zu sein. Oder nicht mehr wichtig. Dieses Mal verzichtet Schusti auch auf die Floskel “CO2-freies Stadtviertel”.

    Dafür mahnt er, auf eine “vernünftige Sachebene zurückzukehren” und haut noch ein fettes Ding raus: ”Wir dürfen hier das Feld nicht den Radikalen und Anarchisten überlassen.”

    Hat ihn wohl das Sitzblockädle letzte Woche im Darm gedrückt wie ne Gurke. Keine Ahnung in welcher Stadt der lebt, aber Radikale und Anarchisten klingt, ähm, wie Guerilla-Krieg mit Scharfschützen und Steinewerfer. Hab ich keine gesehen. Sind komischerweise auch am Samstag gar nicht von Steinen getroffen worden beim Rollerausfahren. Nur von Pressspanschnitzel im Uferstüble. Dazu später mehr.

    Die komplette Pressemitteilung auf der nächsten Seite.

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  • 19

    Vorläufiger Baustopp

    Unfassbarerweise kommt auch heute noch Strom aus der Steckdose, die S-Bahn nach Kirchheim-Teck trudelte ebenfalls in der Schwabstraße ein, Autos fahren auf der Straße und sogar die Sonne ist aufgegangen. Hab mich etwas gewundert heute früh, dachte eigentlich wir haben Apokalypse, aber war auch froh, dass heute doch keine Apokalypse ist. Vielleicht morgen dann. Muss mir dringend nochmals das Album “Apocalypse 91″ von Public Enemy besorgen.

    Ansonsten ist viel los heute. Thorsten ist bei der Arbeit, Mario hat wie immer ausgeschlafen, und ich mach heute mittag frei. Nochmals alles angucken, was es ja bald nicht mehr geben wird, Birkenkopf, Hasenberg, Killesberg, Wilhelma, Fernsehturm, Schlossplatz, Königstraße, S-West, Eisdiele Pinguin, etc..

    Mittags frei machen kann sich die Politik nicht leisten, gerade jetzt nicht, sondern diskutiert logischerweise Personal. Tanja Gönner, Fans sagen “die Tanja”, oder Peter Hauk ist die aktuelle Frage alle Fragen bei der CDU. Auf der anderen Seite gehts nun um ein paar Pöstchen mehr. Bleib bei meiner Meinung von den Schlichtungsgesprächen: Boris sollte vor einem evt. Amt in der Landesregierung, Verkehr vielleicht so sagt man, nochmals zum Friseur gehen und den Hartmut-Engler-Gedächtnis-Igel überdenken.

    Dann hat die Bahn die Mega-Meldung des vorläufigen Baustopps von S21 rausgehauen. “Die Deutsche Bahn will beim umstrittenen Projekt Stuttgart 21 bis zur Wahl des baden-württembergischen Ministerpräsidenten im Mai keine neuen Fakten schaffen”, liest man auf der StZ.

    OB Schuster, um den es die letzten Wochen bis auf den Rüffel vom Stefan eher ruhig war, hat zu dem vorübergehenden Baustopp heute Mittag ein Statement rausgeschickt. Emailen das kann er halt.

    Oberbürgermeister Dr. Schuster zur Meldung des Bahn-Vorstands Dr. Kefer

    Trotz der Ankündigung von Bahn-Vorstand Dr. Kefer, beim Bau von Stuttgart 21 bis zur Konstituierung der neuen Landesregierung keine weiteren Fakten schaffen zu wollen, geht OB Schuster davon aus, dass die Bahn die für alle Projektpartner geltenden Verträge einhält.

    „Darauf hat Bahn-Chef Grube immer wieder bestanden. Deshalb bin ich sicher, dass am Grundsatz der Vertragstreue nicht gerüttelt wird. Die Bahn muss jetzt im gemeinsam vereinbarten Stresstest die Leistungsfähigkeit des Bahnhofs unter Beweis stellen, danach Stuttgart 21 Plus zügig weiter bauen“, sagte der Oberbürgermeister am Dienstag in Stuttgart.

    Schuster weiter: „Stuttgart 21 ist eine großartige Chance für die Stadt. Auf eine Million Quadratmeter Fläche haben wir die historische Möglichkeit, einen neuen Stadtteil zu gestalten, den Park zu erweitern. Viele Bürger, Kinder und Jugendlich arbeiten schon jetzt an der Planung des neuen Stadtteils ganz aktiv mit. Unser Ziel ist, das gesamte Stadtviertel Rosenstein zu einem CO2-freien Quartier zu machen. Ich kann mir vorstellen, dass auch die neue Landesregierung daran großes Interesse haben wird.“

     
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  • 2

    “Der Molotowcocktail der Halbhöhenlage”

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    …schönstes Zitat von StZ-Journalist Thomas Braun aus dem Kurzfilm “S21 – Eine neue soziale Bewegung?” von den drei Politikstudenten Anton Haffner, Felix Hütten und Mathis Lucka. Zu Wort kommen Wissenschaftler, Politiker (Grüne wie CDU), Journalisten (ZEIT, FAZ, StZ) und Aktivisten. Teilweise recht spannende Erkenntnisse gerade aus der Forschung, manches wiederum altbekannt (“der Protest geht durch alle Bevölkerungsschichten”). Weiterhin ganz angenehme Grundstimmung.

    Der Film entstand im Rahmen des Proseminars “Perspektive einer Politik von unten: Soziale Bewegungen im politischen System Deutschlands” am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Die Macher kommen teils ursprünglich aus Stuttgart.

    www.kollektivdia.blogspot.com

     
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  • 37

    Neues Bürgerbegehren

    Die Winterpause scheint endgültig vorbei zu sein und das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hat ein neues Bürgerbegehren gestartet. “Hintergrund des nun gestarteten Bürgerbegehrens ist die verfassungswidrige Beteiligung der Stadt an Stuttgart 21″, heißt es auf der Homepage des Bürgerbegehrens. Man will 20.000 Unterschriften sammeln, um einen Bürgerentscheid zu erreichen.

    “Die Initiatoren des Bürgerbegehrens wollen, dass sich die Stadt an das Grundgesetz hält. Art. 104 a Abs. 1 GG ist überragend wichtig für das solidarische und bundesstaatliche Zusammenleben der Länder (BVerfGE 72, 330)”, heißt es weiter auf der Seite. Klingt für alle Nichtjuristen ziemlich kryptisch. Das Begehren wurde von “Juristen zu Stuttgart 21″ ausbaldowert.

    “Bernhard Ludwig von den “Juristen zu Stuttgart 21″ und eine der drei Vertrauenspersonen für das Volksbegehren argumentierte, die bei dem Projekt vorgesehene pauschale Mischfinanzierung mit Mitteln des Landes und der Stadt Stuttgart sei verfassungswidrig. Er stütze sich dabei auf ein Gutachten des Berliner Verfassungsrechtlers Hans Meyer im Auftrag der Grünen-Landtagsfraktion”, schreibt die Stuttgarter Zeitung.

    Die Antwort von Herrn Schuster liess nicht lange auf sich warten und trudelte gegen 16:30 Uhr ein.

    Pressemitteilung Stadt Stuttgart

    OB Dr. Wolfgang Schuster: „Bürgerbegehren gegen Stuttgart 21 erneute Täuschung der Bürger“

    Als eine „erneute Täuschung der Bürger“ bewertet Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster den Versuch des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, ein neues Bürgerbegehren gegen die finanzielle Beteiligung der Stadt am Bahnprojekt zu initiieren.

    Bereits 2009 hatte das Verwaltungsgericht Stuttgart die Unzulässigkeit eines Bürgerbegehrens gegen die Beteiligung der Stadt am Projekt Stuttgart 21 festgestellt. Das Gericht hat den Initiatoren sogar „Irreführung“ der Bürgerinnen und Bürger vorgeworfen.

    Unter anderem hatte das Verwaltungsgericht klar formuliert, dass die mit dem Bürgerbegehren verlangten Maßnahmen – ein Ausstieg der Stadt aus dem Projekt – mit der Rechtsordnung nicht vereinbar sei. Das Prinzip der Vertragstreue – so das Gericht – stelle einen der elementarsten Rechtsgrundsätze überhaupt dar.

    „Mit dem Bürgerbegehren wird bei den Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck erweckt, die Beteiligung der Stadt am Projekt sei verfassungswidrig. Dem ist nicht so“, stellt Oberbürgermeister Schuster fest. Die rechtliche Situation sei zuletzt in 2007 intensiv geprüft worden.

    OB Dr. Schuster: „Für mich ist es sehr bedauerlich, dass das Aktionsbündnis unter Führung der Linken und der Grünen mit juristischen Winkelzügen versucht, die Bevölkerung zu verunsichern. Der erneute Vorstoß mit einem Bürgerbegehren reiht sich ein in eine Reihe von fragwürdigen Aktionen: gefälschte Briefe, Flugblätter mit Unwahrheiten, das Verbreiten von Unwahrheiten beim Polizeieinsatz zur Baumumpflanzung.“

    Linke und Grüne verhielten sich höchst undemokratisch, in dem sie klare Beschlüsse der Parlamente ignorierten. Der Oberbürgermeister appelliert an die Parteien, den „Wahlkampf nicht dafür zu nutzen, um Unfrieden zu stiften, Ängste zu schüren und die Stadt zu spalten“.

    OB Schuster: „Heiner Geißler hat einen eindeutigen Schlichterspruch formuliert. Diesen sollten alle Beteiligten akzeptieren.“

     
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