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Kickerle.TV: Endlich wieder Eiskunstlauf!
Am 5. Aug 2011, 14:28 Uhr von martin
(Jetzt schon der Mann der Saison: Ciprian Marica)
Ich sag´s mal so wie ich es neulich in der Maik-Franz-Lounge gesagt habe: Früher hatte ich gar keine Ahnung von Fußball heute so 20 bis 10%. Hab aber mittlerweile genug Ahnung, dass ich mich ultra auf den Saisonbeginn heute Abend freue, aber wahrscheinlich die Sportschau trotzdem wieder nur aus der Ferne verfolge. Kerngeschäft bleibt meine Comunio-Mannschaft. Letzte Saison tragisch gescheitert mit diesem unglaublichen Team:
Diese Jungs machten 1077 Punkte! Aber Brummelsackgesicht Korben hatte halt 1099. So knapp war es glaub noch noch nie. Würde, könnte, hätte Dortmund nicht in Gladbach verloren… Oh Mann!
Aktuell muss ich mein bockstarkes Team punktuell verstärken, weiterhin habe ich mit Rafinha und Arnautovic zwei Problemcharakter in der Mannschaft. Einer davon reicht eigentlich.
Vielleicht ergänze ich meinen Wahnsinnssturm (Olic, Lewandowski, Harnik, Arnautovic, Hanke, Schlaudraff) noch mit Marica. Für mich der Transfer des Jahres, dachte erst, das wäre ein Scherz, als hier schon kommentiert wurde, dass Cipi vom VfB zu Schalke wechselt. Vielleicht war es das schlechte Gewissen von Hotte, der Vaterinstinkt von Hotte oder Hotte schwört immer noch auf seinen 8-Millionen-Mann – man weiß es nicht. Gut, letzteres tut er definitiv.
Übrigens: Das Ausbuhen am Samstag im neuen Stuttgarter Stadion bleibt Marica höchstwahrscheinlich erspart, er plagt sich seit gestern mit muskulären Problemen herum, mehr als ein Kurzeinsatz nach einem halben Jahr Tribüne wäre sowieso nicht drin gewesen.
Sonst VfB? Neulich sagte irgendjemand zu mir, er möchte nie wieder das Wort Rückrundenmannschaft hören. War´s der Setzer? Nee, der Fuffi war´s, donnerstags in der Transe. Okay: Rückrundenmannschaft! Rückrundenmannschaft!
Ob doch Harnik Torschützenkönig wird, Michael Ballack die Saison als Greenkeeper beim KSC beendet oder Marica nach dem 3. Spieltag eine Batscherei mit einer Gazprom-Pipeline anzettelt, weil sich sonst keiner im Training mit ihm batschen will, kann man jetzt nur spekulieren. Unsere Fußballexperten meinen jedenfalls:
Setzer: “Dauerkarte ist gelöst: Stadtbadstadion Heslach beim Schorsch. In der VIP Lounge gibt’s Schorle, Spezi, Kaffee und Kummer statt Hummer. Wollen wir nicht anders. So geht halt Fußball.
Prognose: Bei Ciprian Marica platzt der Knoten und mir der Kragen, weil die meisten Dinge der Welt leichter zu ertragen sind als Schalke. Kaiserslautern darf auch absteigen. Trotzdem halte ich mich von Tippspielen fern. Ich kann nicht realistisch tippen. Auch das ist Fußball.”
Außenreporter: “Ich freu mich auf den zehnten Spieltag, wenn der VfB traditionell seinen Trainer entlassen wird, weil die Hinserie wieder so gut losgegangen ist. Als Nachfolger vom schönen Bruno kommt nur eine Doppelspitze aus Winni Schaefer und Trainer Ludwig in Frage. Und Maik Franz nimmt die amerikanische Staatsbürgerschaft an, um künftig als Mike Magic Froooooooooonz für Klinsi und Amerika zu spielen.”
Außenreporterin (remember Rudolf Steiner Ausstellung): “Als Fußball-Fan: Freu mich drauf, jedes Wochenende zu sehen, wie die ganzen Überraschungsteams der letzten Saison, also Mainz, Hannover und Freiburg, abkacken werden.
Als VfB-Fan: Hoffe ja, dass Julian Schieber so abgeht, dass ihn spätestens zur Winterpause Jogi anruft und er neben Mario dann bei der EM stürmt. Außerdem will ich endlich mal Timo Gebhart im Tonstudio treffen! Und bin natürlich gespannt wie ein Flitzebogen auf die neue Arena, die sieht so fett aus!!
Als Mädchen: Freu mich auf viele Tore von Mario Gomez, weil er nämlich, wenn es wichtige Tore sind, danach sein Trikot auszieht. Hihi. Und Mario Gomez hat ja wohl den besten Oberkörper aller Bundesligaspieler!”
Der Geiger ist leider im Urlaub, JMO2 hat sich noch nicht gemeldet und Thorsten kennt nicht mal Jürgen Klopp, da macht es keinen Sinn ein Statement einzuholen. Ich sag: Hertha wird Meister. Toll finde ich es nicht, wird aber so sein, sicher.
Und noch ein Lesetipp: Im neuen ZEIT-Magazin ist riesiges Interview mit den BVB-Teenies Hummels, Götze & Schmelzer, hat sich gut angelesen. Lästern voll über lahme 34, 35jährige Kicker. War ich kurz angeschissen, immerhin mein Alter. Sollen mal mit zum See kommen, die Früchtchen.
P.S.: Die fiktive Abschlusstabelle der StZ-Sportredaktion.
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Die Wahrheit lag in der Lounge
Am 4. Aug 2011, 09:00 Uhr von Aussenreporter
Auf die Schnelle noch ein kurzer Spielbericht zur Maik-Franz-Lounge am Samstag, mit der wir die 30-Jahre-Kessel.tv-Feierlichkeiten sportlich beendet haben. Angesichts der geballten Fußballkompetenz (Setzer, JMO2 plus 60(.000) Ultras im Guiseppe-Waschstraßa-Stadion) und -Prominenz (Joe Bauer) war ich nervös wie Ballack vor seinen zwei verlorenen Champions-League-Finals. Zwetschgenwasser und der RAM haben mir aber geholfen, den Abend halbwegs unfallfrei zu überstehen.
Die Highlights im Schnelldurchlauf: Die Stadionsprecher Uli und Shanthi Schwinge (Eintracht Randguppe) hatten mir eine ulkige Maik-Franz-Krone gebastelt, die ich während der gesamten 90 Minuten Spielzeit nicht abgenommen habe. War sozusagen ein Schienbeinschoner für die Birne, hatte nämlich Angst, dass ich vom Commando Cannstatt wegen allzu ausgefallener Maik-Franz-Sympathie-Bekundungen beworfen werden würde.
Randale blieb dann aber zum Glück aus, stattdessen freuten sich die Fans über eine von Maik signierte Trinkflasche, die wir verlosen durften und allerlei andere schicke Maik-Franz-Devotionalien, unter anderem war Stefan Mellin vom Maik-Management so nett, extra für die Lesung ein Grußwort von Iron Maik aus Berlin zu besorgen. 1000 Dank an der Stelle noch einmal.
Maik Franz hatte die Veranstaltung außerdem höchstpersönlich auf seiner Facebook-Seite gepostet, was zu einigen sehr witzigen Kommentaren geführt hat.
(Draufklicken)
Vor lauter Nervosität hab ich einen Hammergag vergessen, den ich jetzt nachträglich erwähnen möchte und den wir bei der nächsten Lounge selbstredend in aller Ausführlichkeit breittreten werden: Als emotionaler Nachfolger von Udo Lattek beim Kia Doppelpass hatte ich extra ein Phrasenschwein besorgt, dessen Funktion aber kessel.tv-mäßig umgedreht ist.
Nicht wir sollten ins Phrasenschwein einzahlen, wenn uns Weisheiten wie „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ rausrutschen. Nein, ich wollte das Schwein zum elementaren Teil der Nachspielzeit machen: Wer einen Euro reinschmeißt, darf sich bei den Experten eine Phrase wünschen. Hatte extra noch welche gebüffelt, machen wir dann wie gesagt beim nächsten Mal.
Inhaltlicher Höhepunkt des Abends waren sicherlich die Texte von Joe, vier ganz starke Buchstaben-Flanken aus der Tiefe des Raumes, die dem Abend thematisch eine andere Richtung gegeben haben: Eigentlich wäre der Titel Stuttgarter-Kickers-Lounge am Ende angemessener gewesen, kann man aber auch mit gutem Gewissen unterstützen, den feinen Verein aus Degerloch.
Live-Übertragung auf Sky Sports, am Mikrofon Joe Bauer
Zum Abschluss noch mal 1000 Dank an meine Mannschaftskameraden, den Prinz des VfB Stuttgart, Michael Setzer, den Trainerausbilder des DFB, JMO2, an mein Idol Joe und an meinen Cheftrainer Martin. Die Wahrheit lag in der Lounge, die Lesung dauerte 90 Minuten und die nächste Kessel-Lesung ist immer die lustigste. Zurück ins Funkhaus.
Hexenkessel Waschstraße: höfliches Warten auf die dritte Halbzeit
Und hier noch die Aufzeichnung.
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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Am 1. Aug 2011, 15:12 Uhr von martin
Trainer Ludwig, neuester Teil, in Memory of Maik Franz.
Neuer Sport hier: Phrasenüberschriftentopping: Nach “Wie der Heiner kann´s keiner” die Fußballphrase aller Phrasen als Schlagzeile, macht aber ohne Ende Sinn. Nach der schönen Maik Franz-Lounge vergangenen Samstag in der Waschstraße, zu der hoffentlich der Aussi heute noch ein paar Zeilen verfasst, bekommt man am kommenden Samstag, 6. August nochmals massig Fußballkultur im Theaterhaus geboten.
Pünktlich zum Saisonbeginn lädt unser Gastleser Joe Bauer (Top-Performance am Samstag) zu “Hurra, wir kicken noch!”, die 3. Unterstützer für die Fans der Stuttgarter Kickers ein. Die Kickers spielen bereits am Freitag, 5. August gegen den KSC II und die komplette Mannschaft wird samt Trainer im Saal anwesend sein, lauter nette Menschen, wie Geiger erst am Freitag berichtete.
Joe Bauer liest, Triple Espresso bluesen und rock´n´rollen, dazu gibt es Comedy und “Freestyle-Akrobaten” von Martina Brandl, Bastian Fischer, René Mathussek & Daniel Korte.
Samstag, 6. August, 20 Uhr, Theaterhaus
Karten gibt es unter www.theaterhaus.com zum Waldau-Stehplatz-Tarif von 10 Euro
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Heute Abend Maik-Franz-Lounge:
fette Live-ÜbertragungAm 30. Jul 2011, 18:04 Uhr von Aussenreporter
… falls der Link besser funktioniert, als bei der Lesung im Transit: http://www.ustream.tv/channel/iron-maik-tv
Noch besser als Live-Stream ist aber live vor Ort sein, Anpfiff ist pünktlich um 20:45 Uhr im Giuseppe-Waschsstraß-Stadion, Türlenstraße 2, S-Nord, die Stadiontore öffnen sich um 20 Uhr, es gibt Fouls, Videos, Texte und Stadionwurst. Bis später.
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Kickerle.TV: Singende Fußballer
Am 18. Jul 2011, 16:24 Uhr von martin
Harter Tobak: Unserem Leser JMO2, sonst für legendäre Trainerkarrieren verantwortlich, ist in der Buli-Pause so verzweifelt, dass er uns kurzerhand ein Special über singende Fußballer zusammengeschrieben hat. Keine Angst: In knapp drei Wochen geht es wieder los. Weiterer Lückenfüller für Fußballfans auf Entzug: Unsere Maik-Franz-Lounge, Lesung fußballtheoretischer Texte am Samstag, 30. Juli in der Waschstraße, ehemalige Mercedes-Niederlassung, Türlenstraße 2.
Als ich neulich an der Bushaltestelle Schwabstraße auf den 42er Bus wartete, habe ich mir die Zeit vertrieben und mir die Auslage des dort ansässigen Buchhandels angeschaut. Draußen wartet hauptsächlich Antiquariat auf den Käufer und diesmal wurde ich fündig. Ein Exemplar der Autobiographie von Gerd Müller musste einfach mitgenommen werden. Für 2 Euro ein fairer Tausch, wenn man mal absieht, das ich für den Rest des Tages des Bombers Hitsmasher „Dann macht es Bumm“ im Ohr hatte. Wunderbar wie lustlos der Bomber der Nation zum fetzig schmetternden Schlagerorchester „singt“. Übrigens ist das nur eine von vier Singles, die er veröffentlicht hat, alle in ähnlicher Qualität und Enthusiasmus des Interpreten.
Singende Fußballer ist ein weites Feld und an sich will ich gar nicht auf die bekannten Sachen eingehen. „Gute Freunde“ vom Kaiser himself ist nun mal ein Klassiker. Auch die Hits der Nationalmannschaft der Jahre 74-94 sind zur Genüge bekannt. Mein persönlicher Favorit aus dieser Ära ist übrigens „Olé Espana“ aus 1982, als man Michael Schanze als Leadsänger gewinnen konnte.
Just nach besungener WM 1982 wechselte Jean-Marie Pfaff aus Belgien zu den Bayern. Neben einem Kurzauftritt im Klassiker „Zärtliche Chaoten“ 1987 brachte der lockenköpfige Belgier 1984 auch eine Single raus. Für mich ein absoluter Hit (fürs Bierzelt) und wer ganz durchhält, der bekommt auch noch ein kleines Geheimnis vom Jean-Marie anvertraut. Wer nicht hören will, dem sei einfach mal der Text ans Herz gelegt „Ich war ein Belgier und jetzt bin ich ein Bayer/ Ich trinke Bier und esse Leberkäs mit Eier“, gute 3 Minuten lang. Warum nicht, in den 80ern ging ja so einiges. Die B-Seite der Single ein schön schmalziger Schlager, der sich thematisch zwischen Friedensbewegung, Freundschaft und Ohnmacht gegenüber dem damaligen Zeitgeist bewegt.
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Eine Karriere wie Uli Borowka kann nicht jeder vorweisen. Als sogenannter eisenharter Verteidiger alter Schule ein Schützling von Otto Rehhagel in Werder Bremens erfolgreichster Ära, hat er nach seinem Abschied von Werder leider nicht mehr viel auf die Reihe gebracht und entwickelte eine beachtliche Alkoholikersucht, die er glücklicherweise besiegen konnte. In seine Trinkerzeit fällt allerdings seine Zusammenarbeit mit der Bremer Punkband „Dimple Minds“.
Gemeinsam mit Uli nahmen diese sich den Harald Juhnke-Smasher „Barfuß oder Lackschuh“ vor. Passte ja thematisch auch irgendwie, die Jahre davor hatte der blonde Uli mal abwechselnd Autos im Suff zerlegt oder ein wenig die Wohnung seiner Ex-Frau plattgemacht. Hat aber leider „nur“ zu einem Feature gelangt, aber besser als nix. Sangeskünste sind ja eh egal in diesem Genre, von daher passt das schon.
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Heute Abend: Kick it like Marica
Am 13. Jul 2011, 15:00 Uhr von martin
(Hab Angst…)
Uhuh, in Memory of Cipi Marica findet heute Abend das 169. Stuttgarter Stadtderby statt, natürlich oben auf der good old Waldau. Beziehungsweise vielleicht auch das erst 165. Duell, wie auf der Kickers Seite steht; letztes Jahr haben wir jedenfalls das 168. Derby angekündigt. Irgendjemand kann nicht zählen. Im Zweifelsfall immer wir.
Sitzplätze sind leider alle weg, gibt nur noch ein paar wenige Stehplätze für 9 Euro. Die Blocks sind freilich fein säuberlich aufgeteilt – Kickers Fans, VfB Fans, neutrale Fans (gibt es sowas? Stimmt, der Geiger, der mag beide Teams).
Sauguter Flyer, Lappkabel Killer-Sponsor, auch der Zusatz beim VfB: “1. Bundesliga”. Dachte sich der Grafiker sicherlich, dass man das dazu schreiben muss, weil erstens die Roten fast ein Zweitligist geworden wären und zweitens damit auch jeder checkt, dass nicht die zweite Mannschaft aus Liga 3 anreist. Ausgleichende Gerechtigkeit wäre bei Kickers die Referenz Regionalliga Süd gewesen (Alternativ: Fast 3. Liga). Will aber wahrscheinlich keiner von den Kickers-Fans wiederum so vors Auge geführt bekommen.
Unser Setzer hat sich das letztes Jahr angeschaut und amtlich darüber berichtet. Fußballerisch vielleicht noch etwas dürftig (“Fehlpässe, zu doof zum Ballstoppen und Ronaldoblödsinn, der nach hinten losgeht wie Furzen am Lagerfeuer”), dafür gibts auch im Gazi-Stadion eine gute Wurst, die wiederum nicht rot sein darf. Zumindest nicht auf der Speisekarte. Unterhaltung ist sowieso garantiert.
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Die Welt zu Gast bei Freundinnen:
Wir gucken WMAm 1. Jul 2011, 09:22 Uhr von Setzer
Mein Freund Fritz, der eigentlich Friedrich heißt, hat mit dem Rauchen aufgehört. Beziehungsweise: er raucht nur noch “wenn Fußball ist”. Macht Sinn. Gottseidank IST heuer die Frauen Fußball WM in Deutschland. “Die Welt zu Gast bei Freundinnen”, haben wir gelacht. Und dann geraucht wie der Ruhrpott Anfang der 80er-Jahre.
Trotzdem: Das ist wie Bob Dylan bei mir. Ich hab’s ernsthaft versucht, aber irgendwie werde ich trotzdem nicht warm mit dem Frauenfußball. Auch wenn ich prinzipiell sehr gerne rauche. Sexismus lasse ich mir da dennoch nur ungern vorwerfen.
Denn die unzähligen Versuche der Medien und des DFB, mir Frauenfußball dadurch schmackhaft zu machen, indem sie mir Fotos von Sportlerinnen im Bikini, Trenchcoat oder gar ohne beides unterjubeln – das ist weit sexistischer, als meine nüchterne Analyse: mir halt irgendwie ein bisschen egal – so wie Formel 1, DSDS, Linkin Park, die Killers, der 1. FC Kaiserslautern, Friseure oder Wurstsalat.
Ich zumindest hab’ halt noch nie das Bedürfnis verspürt, im Stadtbadstadion in Heslach zu Schorsch zu sagen: “Kannste mal kurz rüberschalten, wie’s bei Turbine Potsdam gegen FFC Frankfurt steht?”
Ich werde aber trotzdem noch während der WM zum Public Viewing gehen. Heute muss man ja aus allem einen Event machen und ich taste mich jetzt ran. Wenn’s klappt, dann brülle ich da wie doof durch die Gegend: “Mannmann, Du flankst wie ein Mädchen” oder “Den hätt’ ich barfuß mit Bänderriss noch reingemacht, du Hornochsin”.
In der Halbzeitpause erzähle ich dann lautstark, dass Hooliganinnen den Laden von Sigrun Wöhr völlig auseinandergenommen hätten. Ehrensache, die Stammtischnummer hab’ ich drauf. Den Rest muss ich bis dahin aber noch üben.
Erster Schritt: Training, auf der Couch. Deutschland gegen Nigeria. Das wiederum, hätte besser kaum anfangen können: “Als die nigerianische Mannschaft aus dem Bus stieg war’s lauter und rhythmischer, fast wie bei der Loveparade”, plappert der Moderator. Autsch, knapp ein Jahr nach Duisburg – das saß. Helmut Kohl auch, im Stadion. Der “energiepolitische Piusbruder” (H. Geißler) war lausige 16 Jahre Kanzler, Birgit Prinz spielt seit 17 Jahren in der Nationalmannschaft. Nimm das, Birne.
Unnützes Wissen hab ich auch noch mitgebracht: Die Schriftart auf den Nationaltrikots heißt “Action-Man”. Hihi. Los geht’s: Nationalhymne ist schon mal identisch, die meisten Spielerinnen sind größer als Philipp Lahm, elf Leute sind’s auch und die Moderatoren reden im Fieber. Konstanten sind gut im Fußball.
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