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    Der Stuttgarter ist fit

    Am 30. Mrz 2010, 18:30 Uhr von martin

    Der Stuttgarter hat zwar Rücken, aber ihm geht es trotzdem ziemlich gut, meldete heute die Stadt. Er fühlt sich im Schnitt besser und leidet z.B. bei weitem nicht so oft an chronischen Krankheiten als andere Deutsche.

    Außerdem gehen Einkommen und Bildungsstand mit dem Wohlbefinden Hand in Hand, sagt die Studie. Die haben aber wohl nicht den Krupa befragt. Der ist reich aber immer krank.

    “Wie schätzen die Stuttgarter ihren Gesundheitszustand ein?

    Im neuen Monatsheft 1/2010 des Statistischen Amts wird über die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes der Stuttgarterinnen und Stuttgarter berichtet. Die Daten dazu wurden aus der Bürgerumfrage 2009 des Statistischen Amts gewonnen. Dieses Spezialthema wurde im Auftrag des Gesundheitsamts in die Befragung eingebunden.

    Subjektiver Gesundheitszustand

    Etwa drei Viertel der Erwachsenen in Stuttgart geben an, über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand zu verfügen, Männer etwas häufiger als Frauen. Nur fünf Prozent aller Befragten schätzen ihren Gesundheitszustand „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein.

    Mit Zunahme des Alters sinkt der Anteil der Befragten, die über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand berichten: von über 90 Prozent bei der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen auf etwas über 50 Prozent bei den über 65-Jährigen.

    Mit Zunahme der Haushaltseinkommen steigt der Anteil der Befragten, die über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand berichten, von etwas über 60 Prozent bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen unter 1000 Euro auf fast 90 Prozent bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen mit 4000 Euro und höher. Eine entsprechende Entwicklung zeigt sich auch anhand des Bildungsstandes.

    Im Vergleich mit einer bundesweit repräsentativen Befragung aus dem Jahr 2003 berichten die Stuttgarter häufiger über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand. Günstigere Werte für die Stuttgarter ergeben sich für beide Geschlechter und in allen Altersgruppen.

    Chronische Krankheiten

    Knapp 30 Prozent der Stuttgarter Erwachsenen geben eine oder mehrere chronische Krankheiten an, Frauen etwas häufiger als Männer. Der Anteil steigt von elf Prozent bei Männern und 17 Prozent bei Frauen bei den 18- bis 29-Jährigen auf etwa
    45 Prozent bei beiden Geschlechtern in der Altersgruppe der über 65-Jährigen.

    Im Vergleich mit den Daten des Telefonischen Gesundheitssurveys 2003 des Robert-Koch-Instituts ist der Anteil der Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen in Stuttgart deutlich geringer.”

    www.stuttgart.de/statistik

    Der Stuttgarter hat zwar Rücken, aber ihm geht es trotzdem ziemlich gut, meldete heute die Stadt. Er fühlt sich im Schnitt besser und leidet z.B. bei weitem nicht so oft an chronischen Krankheiten als andere Deutsche. Außerdem gehen Einkommen und Bildungsstand mit dem Wohlbefinden Hand in Hand, sagt die Studie. Die haben aber wohl nicht den Krupa befragt. Der ist reich aber immer krank. "Wie schätzen die Stuttgarter ihren Gesundheitszustand ein? Im neuen Monatsheft 1/2010 des Statistischen Amts wird über die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes der Stuttgarterinnen und Stuttgarter berichtet. Die Daten dazu wurden aus der Bürgerumfrage 2009 des Statistischen Amts gewonnen. Dieses Spezialthema wurde im Auftrag des Gesundheitsamts in die Befragung eingebunden. Subjektiver Gesundheitszustand Etwa drei Viertel der Erwachsenen in Stuttgart geben an, über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand zu verfügen, Männer etwas häufiger als Frauen. Nur fünf Prozent aller Befragten schätzen ihren Gesundheitszustand „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein. Mit Zunahme des Alters sinkt der Anteil der Befragten, die über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand berichten: von über 90 Prozent bei der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen auf etwas über 50 Prozent bei den über 65-Jährigen. Mit Zunahme der Haushaltseinkommen steigt der Anteil der Befragten, die über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand berichten, von etwas über 60 Prozent bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen unter 1000 Euro auf fast 90 Prozent bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen mit 4000 Euro und höher. Eine entsprechende Entwicklung zeigt sich auch anhand des Bildungsstandes. Im Vergleich mit einer bundesweit repräsentativen Befragung aus dem Jahr 2003 berichten die Stuttgarter häufiger über einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand. Günstigere Werte für die Stuttgarter ergeben sich für beide Geschlechter und in allen Altersgruppen. Chronische Krankheiten Knapp 30 Prozent der Stuttgarter Erwachsenen geben eine oder mehrere chronische Krankheiten an, Frauen etwas häufiger als Männer. Der Anteil steigt von elf Prozent bei Männern und 17 Prozent bei Frauen bei den 18- bis 29-Jährigen auf etwa 45 Prozent bei beiden Geschlechtern in der Altersgruppe der über 65-Jährigen. Im Vergleich mit den Daten des Telefonischen Gesundheitssurveys 2003 des Robert-Koch-Instituts ist der Anteil der Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen in Stuttgart deutlich geringer." www.stuttgart.de/statistik

     
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    Pumpen Re-Reloaded

    Am 6. Apr 2009, 14:57 Uhr von martin

    bosch_areal_puls

    Wie schon angedeutet, war ich nun auch mal pumpen – und ich war ein nasser Sack. 

    Der Krupa hat mir neulich erklärt, dass er mit dem Rauchen aufgehört hat und seitdem ziemlich viel futtert. Aber es würde bei ihm ja nicht ansetzen, weil der gesamte Zucker in sein kleines Kraftwerk unter seinem Schädel fließt. Meint er. Da könnte schon was dran sein, denn der Krupa weiß ziemlich viel. Also zumindest stets mehr als ich, muss ich zugeben. Sehr viel weiß er z.B. über Überwachungskameras und seinem besten Freund Wolfgang Schäuble. 

    Meine Kraftwerke stecken also nicht ganz im Hirn und garantiert nicht in den Oberarmen, wie ich nun feststellen musste, sondern vielleicht maximal irgendwo ab der Gürtellinie abwärts (also nicht mein Samenspender, sondern die Monster links und rechts davon, nein, ich mein auch nicht meine Eier).

    Ermöglicht hat das Pumpen eine verlorene Wette gegen meinen Kumpel Moritz. Der ist nicht nur DJ, sondern hauptsächlich Diplom-Gesundheitsmanager, Gesundheitstrainer und begeisterter Kraft- und Ausdauersportler seit fast 15 Jahren.

    Außerdem betreibt er den Blog Kesseltraining, bei dem ich täglich reinschaue und schon den einen oder anderen gut Tipp gezogen habe. Und da ich eben verloren hab, wollte er mich im Studio mal “so richtig knechten” oder so ähnlich. Denn “cardio is for pussys” heißt es unter Kraftsportlern. Cardio ist das was ich mach, also stur 20 Kilometer geradeaus laufen. Kann im Prinzip jeder und somit wohl eben auch “pussys”, also so deute ich zumindest mal diese Aussage. 

    Da ich längst keine Vorurteile mehr gegen Fitnessstudios hab (okay, waschechte Muckibuden gibts sicherlich auch noch und man hört ja von hier und dort schon die eine oder andere Horrorstory, wie z.B. 50 Cent für Warmwasser beim Duschen???), ich mich mal über etwas Abwechslung freute und sowieso noch in die Sauna wollte, machte ich mich also völlig angstfrei auf den Weg ins Bosch-Areal. 

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    Wie schon angedeutet, war ich nun auch mal pumpen - und ich war ein nasser Sack.  Der Krupa hat mir neulich erklärt, dass er mit dem Rauchen aufgehört hat und seitdem ziemlich viel futtert. Aber es würde bei ihm ja nicht ansetzen, weil der gesamte Zucker in sein kleines Kraftwerk unter seinem Schädel fließt. Meint er. Da könnte schon was dran sein, denn der Krupa weiß ziemlich viel. Also zumindest stets mehr als ich, muss ich zugeben. Sehr viel weiß er z.B. über Überwachungskameras und seinem besten Freund Wolfgang Schäuble.  Meine Kraftwerke stecken also nicht ganz im Hirn und garantiert nicht in den Oberarmen, wie ich nun feststellen musste, sondern vielleicht maximal irgendwo ab der Gürtellinie abwärts (also nicht mein Samenspender, sondern die Monster links und rechts davon, nein, ich mein auch nicht meine Eier). Ermöglicht hat das Pumpen eine verlorene Wette gegen meinen Kumpel Moritz. Der ist nicht nur DJ, sondern hauptsächlich Diplom-Gesundheitsmanager, Gesundheitstrainer und begeisterter Kraft- und Ausdauersportler seit fast 15 Jahren. Außerdem betreibt er den Blog Kesseltraining, bei dem ich täglich reinschaue und schon den einen oder anderen gut Tipp gezogen habe. Und da ich eben verloren hab, wollte er mich im Studio mal "so richtig knechten" oder so ähnlich. Denn "cardio is for pussys" heißt es unter Kraftsportlern. Cardio ist das was ich mach, also stur 20 Kilometer geradeaus laufen. Kann im Prinzip jeder und somit wohl eben auch "pussys", also so deute ich zumindest mal diese Aussage.  Da ich längst keine Vorurteile mehr gegen Fitnessstudios hab (okay, waschechte Muckibuden gibts sicherlich auch noch und man hört ja von hier und dort schon die eine oder andere Horrorstory, wie z.B. 50 Cent für Warmwasser beim Duschen???), ich mich mal über etwas Abwechslung freute und sowieso noch in die Sauna wollte, machte ich mich also völlig angstfrei auf den Weg ins Bosch-Areal.  Wie es im Puls aussieht hat der Thorsten bereits exakt geschildert. Really nice. Ich hab aber auch kein Vergleich, ich bin absoluter Studio-Novize und hab noch nie eins von innen gesehen. Doch, über nem Bekannten war ich mal vor 10 Jahren bei einer Weihnachtsfeier in einem in der Olgastraße. Puh. Das war harte Nummer. Sah ungefähr aus wie in der Turnhalle meiner Grundschule Anfang 80, bloß eben mit Foltergeräten. Aber im Puls fühlt man sich wohl. War auch relativ chilly an diesem Nachmittag und der Pate war auch nicht da. Zunächst machten wir uns etwas auf so einer Art Stepper, ich denk mal das war der von Thorsten zitierte "Tread Climber". Das kann ich. Im Anschluss kneteten wir am Boden auf so einem Styropor-Zylinder unsere Beinmuskulatur. Das hat meinen geschundenen Monstern schon etwas weh getan. Danach ging es direkt mal auf eine Rückbank im sogenannten Freihantelbereich. Thorsten´s Lieblingsbereich und laut ihm eine der letzten Männerbastionen überhaupt auf dieser Erde. Zu meinem Glück waren in der Bastion kaum Männer anwesend. Moritz zeigte mir den Bewegungsablauf. Ich legte mich auf den Rücken. "Hier Martin, zwei mal 10 Kilo, das schaffste". Boah, uffz. Die Dinger quetschten ganz schön meine Brust zusammen. Also lag ich da und versuchte die Gewichte senkrecht gen Studiodecke zu stemmen. Die ersten 10 Mal gingen noch, bei der zweiten Runde mussten wir auf 8 Kilo runter und dann auf 7,5. Ganz schwacher Start. Aber hat mich ja keiner gesehen. Moritz vergnügte sich derweil zwischendurch mit zwei mal 35 Kilo. Aber ey Thorsten, nimm´s mir nicht persönlich, aber ehrlich gesagt, kann ich mir dich im Freihantelbereich auch nicht so wirklich vorstellen, obwohl du ein harter Ducati-Rider bist ;).  Nach dem blamablen Einstieg stellte mich Moritz an diverse Geräte mit tricky Seilzug-Konstruktionen, die Rücken, Bauch, Beine und Po und so stärken sollten. Ich weiß nicht mehr wie viel Gewicht er immer auflegte, aber ich glaub da machte ich mich ganz okay. War aber schon schwer. Aber war auch wiederum spassig.  Zum Abschluss des Trainings kam dann das Highlight für mich. Ich stellte mich zum allerersten Mal in meinem Leben auf ein Hi-Tech-Laufband und Moritz programmierte mir eine halbe Stunde Intervalltraining. Ist eigentlich für gute Zeiten absolute Pflicht, denn so trimmt man die Monster auf Speed. Bloss ich mach das am Bärensee auch halt so Pi mal Daumen. Pi mal Daumen gibts aufm Laufband hingegen nicht. Zweieinhalb Minuten Vollgas bei 16 km/h, eine Minute Ruhephase bei 7 km/h und das acht mal hintereinander. Da ging was und ich fühlte mich wie ein Fisch im Wasser. Noch besser gings mir beim Ausklingen im wirklich sehr schönen Wellnessbereich. Ein wahres Eldorado mit mehreren Saunen, Dampfbädern, Whirlpool und Ruhebereich. Gute Alternative zum Mineralbad Cannstatt.  Ich hatte einen super Nachmittag dort und überleg mir echt, mich dort im nächsten Winter anzumelden, gerade eben wegen Laufband und Saunieren und natürlich auch um den Thorsten mal im Freihantelbereich zu sehen. Außerdem wollten der Patze und ich mal squashen gehen - was ist eigentlich daraus geworden, Kleiner? Aber das Wort "Winter" streichen wir nun erst mal aus unserem Wortschatz...

     
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  • 4

    Pumpen Reloaded

    Am 30. Jan 2009, 09:29 Uhr von Thorsten W.

    1195053621laufband2

    Die Woche war ich wieder pumpen, klar. Zwei mal. Ich denke mit Anfang 30 muss man schon mal anfangen, dem natürlichen Verfall entgegenzuarbeiten. Ich fand mich auch wieder ganz cool, wie ich so im Freihantelbereich die Gewichte gestemmt hab. Mich hat diesmal sogar einer gefragt: “Kannsch mal halde?” Geschätze 100 Kilo auf jeder Seite. Er hat’s locker allein gestemmt, aber sieht halt besser aus, wenn so ein kräftiger Kerl wie ich oben dran steht. Bis ich sie dann gesehen habe. Gleich zwei Personal Trainer mit grauen Haaren.

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    Die Woche war ich wieder pumpen, klar. Zwei mal. Ich denke mit Anfang 30 muss man schon mal anfangen, dem natürlichen Verfall entgegenzuarbeiten. Ich fand mich auch wieder ganz cool, wie ich so im Freihantelbereich die Gewichte gestemmt hab. Mich hat diesmal sogar einer gefragt: "Kannsch mal halde?" Geschätze 100 Kilo auf jeder Seite. Er hat's locker allein gestemmt, aber sieht halt besser aus, wenn so ein kräftiger Kerl wie ich oben dran steht. Bis ich sie dann gesehen habe. Gleich zwei Personal Trainer mit grauen Haaren. Kurz zur Erklärung: Ein Personal Trainer ist jemand, der jemandem, der nach Eigentumswohnung am Killesberg, Porsche, Ed Hardy-Shirt und Sylt-Urlaub immer noch Geld übrig hat, zeigt, wie man Sport macht. Natürlich gibt es in den von mir beschriebenen hippen Fitness-Studios auch festangestellte, fachlich fundierte Trainer, die man jederzeit fragen kann. Aber so ein Personal Trainer ist natürlich schon way cooler. Der nimmt sich dann richtig viel Zeit und schafft es, 12 Minuten für die Erklärung zu brauchen, wie man auf der Hantelbank eine Langhantel hochdrückt. 12 Minuten, ich hab gestoppt. In 35 Sekunden könnte man das Schaubild, das an die Hantelbank geklebt ist, lesen, in 1.30 Minuten könnte man es sich von einem anderen Besucher erklären lassen. Aber der Personal Trainer kann das natürlich besser, er kennt für jede Bewegung den richtigen Winkel und für jede Übung die kulturhistorische Herleitung. Das Problem an einem Personal Trainer ist: Zum einen fühlt der Eigentumswohnungsbesitzer sich echt beschissen, weil er während seiner Übungen laufend von einem besserwisserischen Labersack begleitet wird, der jeden Millimeter Abweichung von der Übungs-Normbewegung mit einem schlauen Spruch kommentiert und ihn daran hindert, gemütlich die "Men's Health" zu lesen oder dem 20-jährigen Topmodel und Leichtathletik-Weltmeisterin am Nebengerät zuzuschauen. Zum anderen sieht aber natürlich jeder der Umstehenden, dass der Eigentumswohnungsbesitzer sich einen Personal Trainer leisten kann, denn der unterscheidet sich von den festangestellten Besserwissern darin, dass er nicht die hauseigene Besserwisseruniform tragen muss. Aber zurück zum Thema: Da waren also diese zwei Personal Trainer mit grauen Haaren. So geschätzt um die 50 Jahre alt. Typ Mischung aus Sportlehrer und "seit ich 45 bin lass ich's beim Marathon langsam angehen und mit ner Zeit unter 1.30 gut sein". Eklig. Mit einer Figur wie ich sie mit 20 auch gern gehabt hätte und diesem dreckigen "Kerle komm erscht mal in mei Alder" Grinsen. Wahrscheinlich ist das der neue Trend - die Eigentumswohnungsbesitzer lassen sich lieber von 50jährigen Besserwissern rumkommandieren als von so jungen Hüpfern direkt von der Uni. Da werden auf dem Golfplatz dann die Trümpfe gezückt. "Mein Personal Trainer hat fünf mal den New York Marathon unter den besten 500 gefinished." "Mein Personal Trainer ist den Iron Man auf Hawaii rückwärts gelaufen." "Mein Personal Trainer hat Christoph Metzelder schon mal das Schienbein verbunden." Als ich dann also mit deutlich gesunkener Euphorie meine lächerlichen Übungen mit lächerlich wenig Gewicht machte, habe ich etwas gesehen, was mich endgültig zu Boden gedrückt und den letzten Rest Ehrgeiz aus mir rausquetscht hat: Ein geschätzt 70jähriger Mann, der gerade damit beschäftigt war, auszuprobieren, ob er, wenn er bei einem Fast-Spagat zwischen seinen Beinen durchguckt, sehen kann, ob die Frisörin seinen Nacken sauber ausrasiert hat. Ich hab dann mein Übungsprogramm spontan beendet und beim nächsten mal, also gestern, RAMs Rat befolgt und bin aufs Laufband gestiegen. Scheiße war das anstrengend, und zu allem Übel musste ich auch noch "Notruf Hafenkante" im ZDF gucken, weil die Laufbänder haben keinen eigenen Fernseher. War aber okay, hat von der Zeit genau gepasst, und am Schluss hatte ich fast 10 km auf der Uhr. Und irgendwie hat dann auch der Spruch gepasst, den ein dynamischer End-30er mit Halbglatze neben mir zur Begrüßung ernsthaft bei seinen schwitzenden Freunden gebracht hat: "I'm deeply impressed".

     
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  • 6

    Pumpen

    Am 23. Jan 2009, 13:58 Uhr von Thorsten W.

    Ich war gestern wieder im Fitness Studio, Sport machen. “Pumpen”, wie mein manchmal etwas anstrengender Büro-Sitznachbar Karsten sagen würde. Er geht immer in der Mittagspause und sieht obenrum schon relativ breit aus. Bei mir ist es der typische Vorsatz fürs neue Jahr, ohne größere Ambitionen. Und moderne Fitness Studios, die auch immer “Wellness” und “Beauty” und so anbieten, sind einfach ein Sammelbecken von Klischees, die zusammengenommen eigentlich lustig sind.

    Wobei ich moderne Luxus-Studios echt mag. Ich war mit 17 ne Weile lang in der Provinz in ner Muckibude, wo der Chef noch mit Schnauzer und gemusterten Pumphosen selber hinter der Theke stand. Da gab’s halt dann viele Gewichte, paar Geräte und in der Ecke zwei Laufräder. Nen Kursraum gab’s nicht, das ist was für Pussies. Da wo ich jetzt trainiere gibt es alles. Dutzende verschiedene Lauf- und Stepgeräte, Saunen, Badminton-Courts, Squash-Courts, Solarien, Kursräume mit und ohne Fahrräder, Geräte mit Anzug zum Abnehmen ohne Anstrengung und eine Eisgrotte, in der es schneit. Falls einem nach der Sauna danach ist.

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    Ich war gestern wieder im Fitness Studio, Sport machen. "Pumpen", wie mein manchmal etwas anstrengender Büro-Sitznachbar Karsten sagen würde. Er geht immer in der Mittagspause und sieht obenrum schon relativ breit aus. Bei mir ist es der typische Vorsatz fürs neue Jahr, ohne größere Ambitionen. Und moderne Fitness Studios, die auch immer "Wellness" und "Beauty" und so anbieten, sind einfach ein Sammelbecken von Klischees, die zusammengenommen eigentlich lustig sind. Wobei ich moderne Luxus-Studios echt mag. Ich war mit 17 ne Weile lang in der Provinz in ner Muckibude, wo der Chef noch mit Schnauzer und gemusterten Pumphosen selber hinter der Theke stand. Da gab's halt dann viele Gewichte, paar Geräte und in der Ecke zwei Laufräder. Nen Kursraum gab's nicht, das ist was für Pussies. Da wo ich jetzt trainiere gibt es alles. Dutzende verschiedene Lauf- und Stepgeräte, Saunen, Badminton-Courts, Squash-Courts, Solarien, Kursräume mit und ohne Fahrräder, Geräte mit Anzug zum Abnehmen ohne Anstrengung und eine Eisgrotte, in der es schneit. Falls einem nach der Sauna danach ist. Ich geh zum warm werden immer auf den so genannten "Tread Climber", was eine Mischung aus Laufband und Stepper und ist und an sich ziemlich bescheuert aussieht. Aber der unschlagbare Vorteil des Gerätes: Jedes hat einen eigenen Fernseher. Das ist echt ein Mehrwert für mich, denn sonst würden Highlights wie "Das perfekte Dinner", "Die Kontrolleure" oder "Gute Zeiten schlechte Zeiten" kopmlett an mir vorbei gehen. Schon in dieser Reihe von Laufbändern und anderen Foltermaschinen zeigt sich ein Hauptmerkmal moderner Fitness Studios: Es gibt die, die es ernst meinen. Und es gibt die, die halt sonst nix zu tun haben. Meistens, und damit sei leider das erste Klischee bedient, ist diese Aufteilung gleich Mann und Frau. Männer rennen schon auf dem Laufband beim Warm-Up so schnell und schwitzend, als ob drei Bluthunde hinter ihnen her wären. Frauen sitzen gemütlich auf einem Gerät mit Pedalen und lesen. Ich mein, sorry, vielleicht bin ich da altmodisch, aber Sport, bei dem man lesen kann, ist kein Sport. Danach geh ich dann runter zu den Geräten, aber nur kurz, weil ich inzwischen lieber freie Übungen mit Hanteln und so mach. Und die Hanteln sind im Freihantelbereich. Und das ist neben dem Striplokal und dem Brunnenwirt so ziemlich die letzte Männerbastion. Dort geht es nicht um Wellness, Muskelaufbau oder sportlichen Ausgleich zum Büroalltag. Dort geht es ums Ganze. Um Urinstinkte. Um Schwanzvergleich. Egal welche Übung ein Mann dort macht, ob liegend auf der Hantelbank oder an Seilzügen, der Mann macht Geräusche. Jeder Zug oder Druck muss mit einem Grunzer unterlegt werden, als ob gerade die Blähungen vom letzten Zwiebelkuchen-Wettessen ihren Weg ins Freie suchen würden. Sinn der Übung: Die anderen Männer sollen sehen, wie viel Gewicht der Mann stemmt und wie anstrengend das ist und was für ein Kerl er ist. Das Highlight und der absolute Kick für diese Typen: Wenn einer zur Hantelbank kommt und fragt "Soll i halde?". Weil das ist das Zeichen, dass der Typ, der auf der Hantelbank liegt, sich mal einen richtig dicken Brocken auf die Stange gehängt hat. 200 Kilo auf jeder Seite oder so. Er wird dieses Gewicht maximal 3 cm von seinem Bauch weg kriegen, mit erdbeerrotem Gesicht und einem Zwiebelkuchen-Wettessen-Gewinner-Grunzen, aber alle werden es sehen. Gestern lief übrigens über die Haus-Soundanlage ein Live-Album von den Söhnen Mannheims. Man kann sich vielleicht vorstellen, dass die Szenerie dadurch etwas absurd wirkte. Neben mir grunzende Zwiebelkuchenesser und aus dem Lautsprecher "Und wenn ein Liiiiiiied meine Lippen verlääääässt". Getoppt wird das Erlebnis Freihantelbereich für den Mann nur noch von der Umkleidekabine. Denn leider verlangt es die Sitte, beim Training bekleidet zu sein. Und da sieht man halt nicht alle Muskeln. Aber in der Umkleide darf der Mann alles zeigen, grunz. Ich bin manchmal erstaunt, wie viele Männer eine exhibistionistische Ader in sich haben. Ich mein, ich bin kein Fan von öffentlichen Saunen und FKK, aber ich bin auch nicht prüde. Und dass man naturgemäß eher unbekleidet vom Spind zur Dusche läuft und zurück, klar. Aber ich habe bis heute nicht verstanden, wieso (nicht wenige) Männer nackt wie Gott sie schuf aufs Klo gehen oder sich genüsslich (alle) Haare fönen müssen. Nächste Woche geh ich auch wieder. Pumpen.

     
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