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Elchtest: Ausflug zum SWR
Am 2. Feb 2012, 12:15 Uhr von martin
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Der neue TodessternDas neue Medientraumschiff für die Region. Außen geht so, innen ohho.)Grandioser Schock letzten Freitag. Die vom SWR laden uns, also UNS Bachel, zu einer Pressekonferenz ein. Genauer gesagt zur Jahres-Pressekonferenz 2012. Natürlich haben sie noch jede Menge andere Hörschte eingeladen, wir sind trotzdem vor lauter Stolz nicht nur fast sondern geplatzt.
Die Konfi, wie wir Fans sagen, steigt in ihrem neuen Reihenhäusle (ohne Garten) in der Neckarstraße, schreiben sie, der wahrscheinlich schönste Neubau des Universums seit der Bib oder dem Jugendhaus im Cannstatt, das wollen sie uns gerne neben der programmatischen Marschroute für das Weltuntergangsjahr zeigen.
Prinzipiell gehe ich nie auf Pressekonferenzen, weil ausser verlorene Zeit letztendlich nix Essentielles bei rauskommt was man nicht schon auch auf einer Presseinfo nachlesen kann. Keine Ahnung wann ich überhaupt zuletzt auf einer war, denke so vor acht Jahren für Sub Culture. Falsch, ich war zwischendurch auf Presseterminen für die StZ, so im Haus des Waldes mit irgendwelchen Staatssekretären und anderen seltsamen Politikern, die dringend Fotos mit Kindern machen mussten.
Für KTV war es jedenfalls eine kleine PK-Premiere. Gab handfeste Gründe für das Debüt, denn der kleine, dynamische und flexible Familienbetrieb lockte mit einem wahnsinnigen Line Up:
- Peter Boudgoust, Cheffe aka Intendant
- Jan-Josef Liefers, nicht als Boerne sondern als Baron von Münchhausen
- Kopper vom Tatort Ludwigshafen alias Andreas Hoppe
- Enie van da Meiklokjes
Man sieht: Das ist besser das SEMF- und HipHopOpen-Programm zusammen, das ist ein Happening, ein grandioses Event, eine Gala und die Raumschiff Enterprise unter den Pressekonferenzen. Da geht man hin, das lässt man sich nicht entgehen. Wäre die Party öffentlich gewesen, wären Minimum 12.298 Leute gekommen. Gibt ja Stullen und Butterbrezeln. Und Kaffee.
War also bisschen aufgeregt, ganz früh aufgestanden und rechtzeitig schlau gemacht welche Bahn ich nehmen muss. Die Hinfahrt von S-Mitte nach Haltstelle Metzstraße verlief problemlos in genau acht Minuten, die U-Bahn kam trotz dieser “Russenkälte” (Ist das wirklich eine BILD-Kreation?) absolut pünktlich.
Das Gebäude wiederum ist so neu, dass von außen noch nicht mal die vollautomatische Halbkreistüre aufging sondern von innen ein Mitarbeiter unter den Bewegungsmelder durchlaufen musste, damit sie sich öffnete. Wenn sie sich da bitte anmelden würden, gerne, hallo zusammen, ich bins, der Bachelor.
Nahm gleich meine Lieblingsrolle an, die Falschgeldrolle, und bin wie Falschgeld im Foyer rumgeistert, Frau Wasserbäch förmlich begrüsst (manchmal ist sie doch sehr förmlich) und kurz das Büffet begutachtet.
Zwar das Kleine-Belegte-Brötchen-Einmaleins, aber bisschen rar für das Mega-Happening dachte ich, war aber wiederum egal, weil ich eh gefrühstückt hatte. Profi. Später kam die Theorie auf, wenn das Bankett feudaler ausgefallen wäre, hätte wieder jeder gemotzt, jaja, unsere Gebührengelder stecken in sexy Fingerfood.
Nee, die wurden schon in das Reihenhaus investiert. Ein groß gewachsener Herr bat uns doch bitte in einem der neuen Studios Platz zu nehmen. Da saß schon LIFT-Kollegin Nina und die Stars waren auch schon da. Fast.
Bekamen wohl letzte Instruktion von Wieland Backes, Sposs, Clemens Bratzler, der das ganze moderieren sollte. Guter Typ übrigens wie ich finde, macht einen nice Job. Aber wo ist Herr Liefers? Dafür trägt der Kopper geile Stiefel, Modell Hundeschlittenrennen in Alaska. Kann man die Tage durchaus aus dem Schrank holen.
Vor mir platzierte sich übrigens Frau Tina Gaedt von der BILD.
Das ist die in der Mitte, Frau von Michael Gaedt. Während er mittellustig ist, hat sie ein mittleres Gedächtnis. Als sie an mir mit ihrem etwas fragwürdigen, gescheckten violetten Pelz vorbeirennt, sag ich: “Ah die Frau Gaedt kennt mich auch nicht mehr!” (Wir haben uns nämlich mal kennengelernt.) “Huch, hallo und sorry, ich hab wieder mal nur Augen für die wichtigen Leute und hab die ganze Zeit auf Herrn Boudgoust geschaut”, entschuldigt sie sich. Ich sag ja: Bachel.
Ne zeitlang hat sie bei mir ab und zu angerufen, wenn was ganz schlimmes passiert ist. “Martin, da gibt es einen Toten, weißt du was? Komm sag schon, du weißt doch was!” Der Kontakt ist recht schnell, öhm, eingefroren, weil ich mit Toten und Crime nicht so recht dienen konnte. BILD-Mitarbeiter des Monats bin ich jedenfalls nicht geworden.
Kurz bevor es losging wollte ich doch WLAN haben, vielleicht bisschen Quatsch twittern, guckte fragend durch den Raum und Herr Boudgoust persönlich erkundigte sich freundlich, ob er mir helfen könnte. Wo isn die Dame mit dem WLAN, Herr Intendant? Kam sie, hat trotzdem nicht funktioniert. Nokia for the f.u.c.k.. Manchmal.
Dann ging es los, kurze Begrüssung von Bratzler, das ist eines unserer neuesten Studios, topmodern, der Oberknaller, machen aber trotzdem erst mal nur Sport im Dritten hier drin. Herr Boudgoust erklärte selbst weiter, dass sie total glücklich sind über das “Multimediahaus” mit 460 KM verlegten Elektroleitungen, hier sollen TV, Radio und Internet dank kurzer Wege zusammenwachsen, es wäre ein “Versprechen an den Nutzer bestes Programm zu bieten”. Oder so. Auf jeden Fall ist das wohl scheinbar eines der modernsten Sendestudiokomplexe in Europa überhaupt.
Die brandneue Beleuchtungsdecke wäre hammerhammerhart…
…spart wiederum Zeit und die niegelnagelneue LED-Wand im Hintergrund total viel Watt. Kurze Reise in die 70er:
Die Option Lagerfeuer gab es auch, nicht fotografiert, manche haben “aaaaawww” gerufen. Fands nur komisch, dass man den Superman-Raum nur für Sport im Dritten verwendet.
Die Nachrichten kommen zukünftig aus dem Grünen Raum, kurze Schalte rüber zum schwäbischen Anchorman…
…der meint, der Raum wäre komplett grün und sonst wäre nur er und der Tisch darin echt. Boudgoust meint, sie wissen noch nicht wann sie daraus senden können, wäre “keine triviale Umgebung”, aber man macht jeden Tag Fortschritte. Vielleicht im April. Ganz witzig blendete man als Nachrichtenbeispiel ein 4:1 des VfB gegen die Bayern im Pokal ein. Da haben wir gelacht. Eigentlich muss man ja weinen.
Dann ging es bisschen um die junge Leud´, gibt ein paar neue Shows, alles mit Trailern untermalt, unter anderem Lautstark auf einsplus (Moderatorin zur Band: “Ihr habt ja nun mal richtig gute Körper.” ), eine Friseur-Doku-Serie, ein Reportageformat namens “Mission Mittendrin”, der Heini muss sich auf diverse Abenteuer einlassen (“Reite eine Welle und werde Teil der Funsportszene”) und so weiter und so fort.
Bratzler insistierte bei Boudgoust, ja macht man denn nun genügend für die Junge, von außen hört man immer, eigetnlich nicht so, Boudgoust meint, ja doch, total viel, voll super und “wir schaffen das auch ohne abgehalfterte C und D Stars die Jungen anzusprechen”. Und unter dem Strich werden da mehrere Milliönchen investiert, meinte später.
Und was noch so? Jede Menge. Neben total vielen neuen regionalen Serien ist man tatsächlich dabei den ersten schwäbischen Kinofilm zu lancieren (“Die Kirche bleibt im Dorf”), ob man das braucht ist die andere Frage, zeigt aufwendige Dokus über Adenauer, Rommel und Caterina Valente (super Kette), bringt “Ulysses” von Joyce als 20-stündiges (!) Radioereignis (Sprecher u.a die Harfouch und der Freddie Schenk) und natürlich der Baron von Münchhausen an Weihnachten 2012. Schalte zu Liefers zum Drehort Lubu. Da war endgültig klar, der kommt nimmer.
Labert übrigens in Echt fast in demselben Tonfall wie Professor Boerne. Vielleicht hat er das nur absichtlich gemacht, weil die Fans da waren. Über seine Rolle als Münchhausen hat er sich total gefreut und voll gut vorbereitet, erzählt er.
Der Kopper stellte noch seine neue Ernährungssendung vor…
…Motto “regional und saisonal”, wirklich auch ein ganz guter Tüp, wie der Tobsen sagen würde. Enje wiederum startet übrigens bald mit einem Kollegen so eine Quizshow, “Meister des Alltags” heißt die, klang bisschen lame alles.
Hab Koppers Bühnenauftritt genutzt und eine Frage gestellt:
“Herr Kopper, äh, Hoppe, mein alter Freund und Leser Ken meint, Lena Odenthal ist total fürn Arsch. Was sagen sie dazu?”
“Sehe ich auch so, aber die kommt in einer der nächsten Folgen ums Leben und dann ermittel’ ich gemeinsam mit Charlotte Lindholm.” (Herzinfarkt Ken)
Sensation! Ein Raunen ging durch das Publikum. Okay, war alles erstunken und erlogen.
Wahr ist: Im Mai kommt der nächste Odenthal-Tatort und der wird garantiert – na wie? – ned schlecht! Trailerpark:
Die Weltneuheit daran (nicht erstunken und erlogen): Direkt im Anschluss kann im Internet der Fall weitergesponnen werden, weil, so die Presseinfo, ein Geheimnis am Ende offen bleibt. “Dieses Rätsel kann von den Nutzern im interaktiven Tatort-Spiel im Netz gelöst werden.”
Fazit: Alles verdammt super beim kleinen Familienbetrieb, unsere Kohle ist ganz gut investiert in die Markenzeichen “Regionalität” und “Aktualität” und bisschen ambitionierte Großproduktionen. Aber na ja, Hauptsache Tatort kommt.
Tiefpunkte gab es übrigens auch auf der Konfi, man spielte “weltexklusiv” einen Udo Lindenberg Song vor. Da sang er in Englisch. War grauenvoll. (Gut, ich finde Lindenberg bei allem Respekt sowieso grauenvoll.) Macht er als alter Hesse-Fan wegen dem Hesse-Jahr, das auch im SWR prominent gefeatured wird.
Mir grad egal, wie auch der Studiorundgang, den ich gleich abgebrochen haben, weil man nicht fotografieren durfte. Im Studio nebenan sah es noch aus wie bei Hempels unterm Sofa, da war die Salatplatte Nizza in der Kantine schon attraktiver, auf die mich SWR-Social-Media-Fachmänner Guido und Patrick plus gute Gespräche (Copyright Stefan Kaufmann) einluden. Danke dafür und danke für die Einladung, habe die Ehre und vielleicht bis zum nächsten Jahr – falls ihr uns nochmals einladen solltet.
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zdf_neo
Am 2. Nov 2009, 17:07 Uhr von martin
Gestern wurde aus ZDFdokukanal ZDFNeo oder zdf_neo oder wie auch immer (ein Held, der sich diesen Namen überlegt hat, da rettet selbst der noch heldenhaftere Unterstrich nix mehr ). Heute steht der erste reguläre Programmtag an. ZDFNeo kann man ausschließlich im digitalen Fernsehen empfangen.
zdf_neo soll wohl des Rätsels Lösung sein, um das jüngere Publikum an sich zu binden. Klar, was guckt auch unsereins plusminus 20 auf dem Zweiten, außer vielleicht dem erst kürzlich ultramodernen hochgezüchteten “heute journal”? Rosamunde Pilcher Verfilmungen sind von mir jedenfalls noch weiter weg als Haile beim Berlin Marathon.
Okay, die Freitagskrimis gehen klar. Und unsere Hoffnung liegt ja bei SOKO Stuttgart (Start übrigens am 12. November, 18:00 Uhr). Aight.
In der Stuttgarter Zeitung stand: “Von 1. November an wird der ZDFdokukanal im digitalen Programmangebot durch ZDFneo ersetzt, einen Sender “für beruflich stark Eingebundene, junge Eltern oder sehr aktive Menschen”.
Dessen Primetime beginnt am Wochenende um 20.15 Uhr, unter der Woche aber erst um 21 Uhr, wenn also die angepeilten 25- bis 49-Jährigen, die sich meistens in der Rush hour des Lebens befinden, langsam aus dem Büro heimkehren und/oder die Kinder ins Bett und die Wohnung wieder auf Vordermann gebracht haben.” (Thorsten, du bist gemeint.)
ZDFNeo setzt auf einem Mix aus eigens produzierten Doku-Soaps (“Mein Superschnäppchen-Haus”, “Der Straßenchor”, “Hochzeitsfieber”), Telenovelas, US und UK-Serien wie “30 Rocks” oder “Seinfeld” und natürlich nicht zu vergessen Miami Vice (überarbeitet), long lives my Türkis-Sakko.
Sonntagabend gesellt sich z.B. noch die eigene Chartshow “neoMusic”, moderiert von Die Happy Sängerin Marta Jandová. Kenn ich nicht.
Wenn ich mir das Programm so durchschaue haut mich das jetzt nur bedingt vom Hocker. “30 Rocks” soll angeblich ganz cool sein – der Rest na ja. Wie überall anders auch eben. Schwiegersohn gesucht. Aber was will man heutzutage im Fernsehen noch machen, gell. Der Doku-Kanal war eigentlich gar nicht so schlecht.
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Ohne Spaß kein Fun
Am 9. Feb 2009, 09:52 Uhr von martin
(Die ersten zwei Minuten reichen völlig.)
Fast hätten wir hier vergessen, den König unter Stuttgarts Horschties zu erwähnen, aber nachdem Cosimo am Samstag gefühlt zum 1000 Mal bei DSDS seinen Einsatz hatte (Dieter: “Das war mit Abstand der langweiligste Auftritt heute.”) kam einem das Grauen schlagartig in Erinnerung.
Aber im Gegensatz zu manch anderen aufstrebenden Superstars, muss man dem Checker vom Neckar allerdings ein gewisses (unfreiwilliges) komödiantisches Talent attestieren, das ihn fast schon wieder sympathisch macht. Was will er eigentlich sein? Gigolo, (brustrasierter) Gangster-Rapper oder doch lieber Elvis? So kann man auf jeden Fall auch zu einer Kunstfigur aufsteigen.
Wir wünschen einen guten Start in die Woche und immer dran denken: Ohne Spaß kein Fun. Oder ohne Fun kein Spaß?
P.S.: Wer Cosimo live sehen möchte, hat an diesem Samstag in Böblingen die Gelegenheit dazu.
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Falls es jemand nicht gesehen haben sollte…
Am 13. Okt 2008, 14:49 Uhr von martin
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