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Champions League
Am 14. Apr 2009, 21:04 Uhr von martin
Für alle Nicht-Premiere-Abonnenten und Bayern-leiden-Seher, hier ein Tipp von einem Bekannten. Muss allerdings nen freien Slot bekommen, aber dann hat man ne Konferenz, wenn auch in mieser Qualität. Noch stehts 0:0.
Über Alternativen freu ich mich jederzeit. Mein Wohni meinte gerade zu meinem Stream: DDR-Fernsehen. Er darf das, er ist nen Ossi. Ach ja, 1:0 für Liverpool.
2:0 Liverpool. Elfer rein.
Also nach 42 Minuten muss man sagen: In München passiert wohl kein Wunder mehr. Immer noch 0:0. Wenigstens steht Klinsi kämpferisch am Spielfeldrand. Kommentator: “Das sieht in der Tat nach Fußball aus.” (Er meint tatsächlich den FCB.)
Pause in Bayern. “Gesichtsfarbe von Uli Hoeneß sieht ganz okay aus.” Na dann.
Franz ist auch happy soweit. Schrauber-Toni hätte halt die Kiste machen sollen nach wenigen Minuten.
Oh, Tor in München. Balsam für die Seele. Die Reiberei mal wieder. Also, Wunder, jetzt.
Gössel-Tor in Liverpool. Drogba macht das 1:2. Torwartfehler (stellt sich an wie ich früher beim Handball). Auch hier sinkt wieder der Wunder-Faktor. (Hinspiel 3:1 für Chelsea)
57. Minute: 2:2 in Liverpool. Da geht was. Freistossbude. Auch so wie ich früher (aufm Schulhof).
Achtung, Achtung, kurze Werbeunterbrechung. Sie befinden sich auf einem romantischen London-Trip, wollen aber für drei Stunden ihre anstrengende Verlobte loswerden, die sie eigentlich nur heiraten, weil sie sich davon einen gesellschaftlichen Aufstieg erhoffen, und in Ruhe ein paar Stadion-Bier in der Stamford-Bridge genießen? So kommen sie an Karten!
Derweil sinken die Wunder-Chancen an der Isar gen Fürstfeldenbruck oder so. Außerdem kackt bzw. kappt mein Stream.
Tja, das wars dann wohl. Premiere scheint zu zicken. Nun gut. An ein Wunder haben wir eh nicht geglaubt, außerdem hat Barca gerade ausgeglichen. Na dann gut Nacht. P.S.: Kommen eigentlich die Bücks?
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Dear Klinsi…
Am 9. Apr 2009, 21:49 Uhr von martin
Du bist auch in deiner schwäbischen Heimat bei nicht wenigen Leuten regelrecht unbeliebt. Auch hier wird auf dich eingedroschen und du wirst oftmals bösartig als Grinsi bezeichnet.
Ich finde das sehr gemein, es schmerzt mich, und ich will dir sagen, auch wenn ich dich gerne manchmal nachäffe, wenn du nach dem Spiel die immer gleiche Seier raushaust und ich auch noch nie eine Brezel in deiner elterlichen Bäckerei in Botnang gekauft habe, dass ich in dieser schweren Stunde wirklich sehr mit dir fühl.
Ich mag dich spätestens seit deinem Fallrückzieher-Tor-des-Jahres 1987/88. Da war ich klein und von dir blonder Engel wirklich sehr beeindruckt. Besonders gefreut hat es mich in den 90ern, wie du dich in England durchsetzen konntest.
Man hat bei dir schnell gemerkt, dass du ein Mann bist, der weiß was er will. Solche Männer sind selten, früher wie heute. Und gerade in Zeiten wie diesen brauchen wir dich, den unverwüstlichen Klinsmann, der eines Tages Franz Beckenbauer als Kaiser beerben soll.
Natürlich gibt es für gestern Abend keine Entschuldigung. Deine Mannen waren grottig und Barca stärker als Hercules, He-Man und Barbie-Ken zusammen. (Okay, meine Nummer hättest du ja gehabt, ich wäre sofort laufstark eingesprungen.) Da bist natürlich auch irgendwie du dran schuld an dem Desaster.
Aber noch mehr schmerzt es, dich so kraftlos zu sehen wie in den letzten Tagen. Reglos und traurig hockst du auf der Bank und schaust tatenlos zu, wie deine Visionen auf dem Rasen in sich zusammenfallen. Du scheinst aufgeben zu haben. Wo ist der Klinsi, der auch mal ordentlich in die Tonne kickt? Wo ist der Kämpfer? Hast du aufgegeben?
Vielleicht war das auch alles nur ein großes Missverständnis. Zugegeben, irgendwie dachte auch ich vor einem Jahr, mit meinem geringen Fachverstand, wow, der Klinsi und die Bayern. Das werden die Intergalaktischen für die nächsten 20 Jahre. Schade für den VFB.
Aber vielleicht hättest du als Vereinstrainer zunächst bei den Kickers, wo du deine ersten Schritte als Profi gemacht hast, oder in Oberhausen anfangen sollen, dich danach eine halbe Saison lang auf Schalke auspfeifen lassen, um im Anschluss mit Cottbuss die Champions League zu gewinnen. Und dann ruft der FCB an.
Mal ganz ehrlich, mit dem Uli und dem Karl-Heinz möchte ich auch nicht unbedingt zusammenarbeiten, aber du bist auch glaub mehr der Siegertyp als ich. Du willst gewinnen. Du willst die höchsten Ziele erreichen. Das ist auch prinzipiell eine löbliche Einstellung. Aber Jürgen, man kann nicht immer gewinnen im Leben und man kann auch nicht immer alles haben im Leben. Auch nicht, wenn man diesem Volk einen Sommer lang so viel Selbstbewusstsein gegeben hat, wie vielleicht seinerzeit der Helmut, in dem Jahr, als du Weltmeister wurdest.
Lieber Jürgen, wenns dir schlecht geht, steig in deinen Käfer, pack die Debbie und die Kinder ein und komm in deine schöne Heimat. Wir werden schon einen Job für dich finden.
Deine Fan im Schwabenländle
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Bayern : Hoffenheim
Am 6. Dez 2008, 13:47 Uhr von martin
Das Beste am gestrigen Abend war definitiv das Bundesliga Spitzenspiel David gegen Goliath, Rom gegen Gallien oder, wie auch manch böse Zungen behaupteten, Pest gegen Cholera. Wie auch immer, es war fett.
Kein Plan, wer es von euch gesehen hat, ich lach mich gerade jedenfalls über die Einzelkritik der Bayern-Spieler auf Süddeutsche.de tot. Hier meine drei Favorites:
Massimo Oddo: Schlug nach einer halben Stunde eine gefährliche Flanke auf Toni, was bemerkenswert war, weil es vermutlich die erste gefährliche Flanke seit seinem Bayern-Debüt war. Damals leitete er ein sehr wichtiges Klose-Tor ein (beim sehr wichtigen Oliver-Kahn-Abschiedsspiel). Flankte per Zufallsgenerator (meist war der Zufall gegen ihn). Reklamierte beim Gegentor eindrucksvoll mit italienischer Gestik.
Lucio: Ist immer dann am besten, wenn er das Gefühl hat, in einem WM-Finale zu stehen. Offenbar hat Klinsmann ihm eingeredet, dies sei ein WM-Finale – gegen ein Land namens Hoffenheim. Die brasilianische Seele in ihm fühlte sich herausgefordert von diesem Spiel, das, wie es sich für ein WM-Finale gehört, in 168 Länder übertragen wurde. Überragte mit leidenschaftlichem Kampf und fing viele der vertikalen Bälle, die Hoffenheims Nationaltrainer Rangnick so liebt, im Ansatz ab. Verlor vor dem 0:1 aber einen Ball, den man nicht mal im Kahn-Abschiedsspiel verlieren darf.
Mark van Bommel: Durfte auch mitspielen, obwohl Holland erwiesenermaßen niemals in einem WM-Finale steht. Schlug meist ein Tempo an, das eher ins Kahn-Abschiedsspiel gepasst hätte.
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