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    Allerfeinste Pop-Nachhilfe: Andy Warhol sein Interview als deutsche Ausgabe

    Am 2. Feb 2012, 16:00 Uhr von Aussenreporter

    Wie immer unaktuell bis zum Gehtnichtmehr: Kessel.tv. Die Tageszeitung unter Deutschlands Superblogs gibt mit einer Woche Verspätung ihren Senf ab zur spannendsten Neuveröffentlichung im deutschen Journalismus der letzten Jahre (Superlative erzeugen im sibirischen Frühling Wärme).

    Vergangenen Freitag erschien erstmals – im guten alten 92er MAX Überformat - die deutsche Ausgabe von Andy Warhol’s Interview. Mitverantwortlich für das Magazin im Überformat ist der Exil-Filder-Warrior Jörg Rohleder, den wir rund um seinen Roman Lokalhelden einige Male auf dem Blog hatten.

    Das Echo zum Magazin ist geteilt: Spiegel Online dreht durch und sagt „Interview ist kein Leichtgewicht – und damit der Gegenentwurf zum allgemeinen Digitalisierungstrend.“ Die FAZ dagegen findet die neue Publikation natürlich – muss man machen, wenn man beim inhaltsschwersten Blatt der ganzen Welt arbeitet – eher so mittel und nennt das Magazin „eine leidenschaftliche Unvernunftehe zwischen ästhetischem und intellektuellem Hochsnobismus“, in einem hauseigenen Blog wird sogar richtig abgekotzt.

    Und Willi Winkler, das gute Gewissen der Süddeutschen Zeitung, freut sich am meisten über das Interview zwischen Arianna Huffington und Scarlett Johansson und den im Text platzierten Satz „Erst Somalia, dann flache Schuhe“ – Winkler findet es voll doof, dass man das Krisengebiet Somalia und High Heels in einem Text verarbeitet.

    Womit wir beim Konzept des Oschos wären. Hauptelement: Ein Promi interviewt einen anderen Promi. Das kann überraschenderweise gut sein, wenn die Promis gut sind, das kann aber auch eher dünn sein, wenn, richtig, Sascha Gerecht Heid Klum interviewt.

    Kommt im Heft zwar nicht vor, kann aber nur gruselig sein. In der deutschen Nr. 1 ist zudem noch ein fetter Bonustrack auf mehreren Seiten am Start, der alte Warhol-Interviews beinhaltet, zum Beispiel mit dem jungen Michael Jackson. Der Teil ist allerfeinste Pop-Nachhilfe.

    Schöner kessel.tv-Bezug zum Blatt: Der inoffizielle Cosimo-Biograph Moritz Drung durfte an Interview mitarbeiten, weil Kollege Rohleder seine Schreibe für KTV so gut fand (ehrlich jetzt). Jetzt hat Moritz zum Heftstart einen Skater portraitiert und steht im Impressum direkt vor Clint Eastwood. Kann man schon mal machen.

    Was man auch machen kann: Interview für sechs Euro am Kiosk seines Vertrauens kaufen, am Samstag schmökern, um abends dann Moritz mit seiner Band Vagabond Stories in Esslingen beim Winterfest im Komma live anzuschauen. Wünsche allen ein gutes Gespräch ganz im Sinne von Stefan Kaufmann.

    Homepage Interview

    Wie immer unaktuell bis zum Gehtnichtmehr: Kessel.tv. Die Tageszeitung unter Deutschlands Superblogs gibt mit einer Woche Verspätung ihren Senf ab zur spannendsten Neuveröffentlichung im deutschen Journalismus der letzten Jahre (Superlative erzeugen im sibirischen Frühling Wärme). Vergangenen Freitag erschien erstmals - im guten alten 92er MAX Überformat - die deutsche Ausgabe von Andy Warhol's Interview. Mitverantwortlich für das Magazin im Überformat ist der Exil-Filder-Warrior Jörg Rohleder, den wir rund um seinen Roman Lokalhelden einige Male auf dem Blog hatten. Das Echo zum Magazin ist geteilt: Spiegel Online dreht durch und sagt „Interview ist kein Leichtgewicht – und damit der Gegenentwurf zum allgemeinen Digitalisierungstrend.“ Die FAZ dagegen findet die neue Publikation natürlich – muss man machen, wenn man beim inhaltsschwersten Blatt der ganzen Welt arbeitet – eher so mittel und nennt das Magazin „eine leidenschaftliche Unvernunftehe zwischen ästhetischem und intellektuellem Hochsnobismus“, in einem hauseigenen Blog wird sogar richtig abgekotzt. Und Willi Winkler, das gute Gewissen der Süddeutschen Zeitung, freut sich am meisten über das Interview zwischen Arianna Huffington und Scarlett Johansson und den im Text platzierten Satz „Erst Somalia, dann flache Schuhe“ – Winkler findet es voll doof, dass man das Krisengebiet Somalia und High Heels in einem Text verarbeitet. Womit wir beim Konzept des Oschos wären. Hauptelement: Ein Promi interviewt einen anderen Promi. Das kann überraschenderweise gut sein, wenn die Promis gut sind, das kann aber auch eher dünn sein, wenn, richtig, Sascha Gerecht Heid Klum interviewt. Kommt im Heft zwar nicht vor, kann aber nur gruselig sein. In der deutschen Nr. 1 ist zudem noch ein fetter Bonustrack auf mehreren Seiten am Start, der alte Warhol-Interviews beinhaltet, zum Beispiel mit dem jungen Michael Jackson. Der Teil ist allerfeinste Pop-Nachhilfe. Schöner kessel.tv-Bezug zum Blatt: Der inoffizielle Cosimo-Biograph Moritz Drung durfte an Interview mitarbeiten, weil Kollege Rohleder seine Schreibe für KTV so gut fand (ehrlich jetzt). Jetzt hat Moritz zum Heftstart einen Skater portraitiert und steht im Impressum direkt vor Clint Eastwood. Kann man schon mal machen. Was man auch machen kann: Interview für sechs Euro am Kiosk seines Vertrauens kaufen, am Samstag schmökern, um abends dann Moritz mit seiner Band Vagabond Stories in Esslingen beim Winterfest im Komma live anzuschauen. Wünsche allen ein gutes Gespräch ganz im Sinne von Stefan Kaufmann. Homepage Interview

     
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  • 4

    Fanreise

    Am 14. Sep 2011, 09:06 Uhr von martin

    Das professionell ausgedruckte Plakat hat von Westernbasti leider erst heute entdeckt, Tonidisco wäre bestimmt gerne mitgefahren. Die Chose ging soweit ich weiß vorgestern zu Ende und C wie Cosimo hat nicht gewonnen.

    (Draufklicken.)

    Ganz super natürlich, der Punkt “im Bus mit dabei”: Cella Salva, Johny aus Stuttgart, Barry Tiger und eventuell, aber nur eventuell Jordan Kane. Sind das Pornodarsteller oder die Cosimo-Familie aus Entenhausen? Damn.

    Wir wünschen einen schönen Tag.

    Das professionell ausgedruckte Plakat hat von Westernbasti leider erst heute entdeckt, Tonidisco wäre bestimmt gerne mitgefahren. Die Chose ging soweit ich weiß vorgestern zu Ende und C wie Cosimo hat nicht gewonnen. (Draufklicken.) Ganz super natürlich, der Punkt "im Bus mit dabei": Cella Salva, Johny aus Stuttgart, Barry Tiger und eventuell, aber nur eventuell Jordan Kane. Sind das Pornodarsteller oder die Cosimo-Familie aus Entenhausen? Damn. Wir wünschen einen schönen Tag.

     
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  • 16

    Best of Brother Cosimo

    Am 17. Jun 2011, 12:00 Uhr von martin

    YouTube Preview Image

    Friday, Fun. Kompakte sechs Minuten Leben.

    [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=meZESQaezMU[/youtube] Friday, Fun. Kompakte sechs Minuten Leben.

     
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  • 29

    Paparazzi: Cosimo-Videodreh

    Am 17. Apr 2011, 13:46 Uhr von Thorsten W.

    Jetzt gerade eben vor meinem Haus, ich werd verrückt. Unser Freund Cosimo mit heißer Schnitte und unglaublich großer Crew bei nem Videodreh, wahrscheinlich ein Song über Schduddgard. Gleich Fotos gemacht – werd ich wahrscheinlich noch für 500.000 Dollar an die Gala oder die Vanity Fair verkaufen.

    Jetzt gerade eben vor meinem Haus, ich werd verrückt. Unser Freund Cosimo mit heißer Schnitte und unglaublich großer Crew bei nem Videodreh, wahrscheinlich ein Song über Schduddgard. Gleich Fotos gemacht - werd ich wahrscheinlich noch für 500.000 Dollar an die Gala oder die Vanity Fair verkaufen.

     
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  • 11

    Tanga Tanga!

    Am 7. Mrz 2011, 14:30 Uhr von martin

    Ein Knackarsch-Leckerbissen am Nachmittag für alle Ladies oder auch Jungs. Unser Freund Cosimo, den wir nach Moritz´ Jahrhundertstory endgültig liebgewonnen haben, chillt aktuell mit seinem Freund Bushido in Miami. Moritz war leider nicht beim Flug dabei. War sicherlich auch super.

    Mehr Bilder unter diesem Link und – noch geiler – ein kurzer Strippingformoney-Clip hier.

    Ein Knackarsch-Leckerbissen am Nachmittag für alle Ladies oder auch Jungs. Unser Freund Cosimo, den wir nach Moritz´ Jahrhundertstory endgültig liebgewonnen haben, chillt aktuell mit seinem Freund Bushido in Miami. Moritz war leider nicht beim Flug dabei. War sicherlich auch super. Mehr Bilder unter diesem Link und - noch geiler - ein kurzer Strippingformoney-Clip hier.

     
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  • 27

    Fortsetzungsroman: Mit Cosimo zu Bushido nach Berlin – Teil 3

    Am 10. Feb 2011, 09:09 Uhr von Aussenreporter

    (Eines meiner Alltime-Favorite-Lieblingsbilder auf diesem Blog: Rechts Cosimo mit neuer Brille, links Ram mit neuer Frisur, in der Mitte der weltbeste Nachbar.)

    Heftiges Finale: Mein Ex-Lieblings-Praktikant bei LIFT, Moritz Drung, hat kürzlich die Autofahrt seines Lebens mitgemacht. Mit der Mitfahrzentrale von Stuttgart nach Berlin. Moritz hat bei der Fahrt seines Lebens den Hauptgewinn abgeräumt. Er düste mit Cosimo und weiteren Künstlern mit 240 Sachen nach Berlin. Klar, dass mein liebster Chorleiter, Rock-Musiker und passionierter Trinker diese Erfahrung mit uns teilen muss. Teil 3 und Schluss: Tausche Notizbuch gegen Cosimo Flyer.

    Noch 300 Kilometer bis Berlin. Zeit, über Liebe zu sprechen. Liebe zur geborgenen Familie (sehr schwäbisch und übrigens faszinierend, wie gut sich Berliner und Schwaben ergänzen, auch im Fall Cosimo und Bushido), Liebe zu Frauen.

    „Gestern Abend war ich zu ner Frau total ehrlich, hab gesagt, momentan geht’s mir finanziell total scheiße, hab viel investiert, auch in meine Zukunft – Sonnenstudio, Fitnessstudio, weisch ich bin auch Stripper – auf einmal hat sie mir nicht mehr geschrieben. Weil ich ehrlich war!“ – „Die Nummer kannsch löschen“, meint der Heilbronner.

    Natürlich höre ich den Leser jetzt denken: Trotzdem ein Spasti, hör dir mal seine Lyrics an: „Komm Mädchen, wir machen‘s unterm Auto!“ Ich glaube eher, er ist sogar der romantische Typ.

    „Die Menschen sind egoistisch geworden sind, alles dreht sich nur um sie“, meint Cosimo. Und ich: „Das kommt von Typen wie Bushido, weil der immer nur den eigenen Egoismus predigt: Der Härteste gewinnt; und: Zeig keine Schwäche und so!“

    Und dann Cosimo: „Für ihn ist‘s auch schwierig. Leute, die bei Youtube drunter schreiben: Du hässlicher Tunesier, du bisch nichmal Deutsch. Und wenn er Tunesier auf der Straße trifft, kann er kein Wort Tunesisch. Im Endeffekt: Er wird nicht akzeptiert, wie er ist, also singt er Lieder drüber. Das war sein einziges Startkapital. Und heute ist er anders. Positiver.“ Da konnte ich nicht ansatzweise widersprechen.

    Von da an ist, wie der Heilbronner bemerkt, die Energie im Auto außer Rand und Band. Jeder erzählt drauflos, darunter so persönliche und obszöne Dinge, dass ich sie hier nicht hinschreiben kann – die Luft brennt, die Zeit fliegt, und wir sind noch immer bei 240: Wir zischen an einem ausgebrannten Autowrack vorbei. Kurz realisiere ich, wo ich bin. Ansonsten: Gespräche wie Maschinengewehrfeuer, abstrakt und mit Gedankensprüngen wie folgendes:

    Cosimo (zur Redegewandheit der Deutschen): „Manche Nationen müssen Dinge gar nicht aussprechen. Die leben das Leben! Schon mit den Augen lesen sie, was du sagen willst, ohne dass du dein Mund aufmachen musst, verstehsch! Die haben alles dort. (Poesie!) Für uns ist das natürlich unhygienisch: Sie waschen sich alle mit dem gleichen Wasser, wenn‘s sein muss. Rein theoretisch stirbsch du ja nicht, wenn du dich mit dem gleichen Wasser wäschst wie deine Mutter.“

    Heilbronner: „Aber ich sag‘s mal so: Wenn du in Indien einen Schluck aus dem Ganges trinkst: DU verreckst, auf jeden Fall. Die Inder sind so aufgewachsen – also ich habe im Dreck gespielt, meine Eltern warn nicht penibel– aber wir in Europa leben schon recht clean. Deshalb müssen wir impfen! Und wenn du meinst Reichtum: Indien war das reichste, was das Commonwealth je besessen hat. Tee, Ayurveda, Basmatireis…“

    Cosimo: „Ganz ehrlich: Ich hab Basmatireis gegessen, das schmeckt ganz genau wie das andere auch. Aber acht Euro das Kilo!“ Heilbronner: „Ist nur hier so.“ Cosimo: „Ich sag doch nur!“

    Heilbronner (unirritiert): „Ich meine – Indien, die Gesellschaft – die Brahmen sind die obersten. Und die Maharadschas waren die Ärsche.  Das ist das Kapital halt auch auf ganz wenig Menschen konzentriert. Neunzig Prozent leben in Armut. Wirklich in Armut. Die gibt’s in Deutschland nicht.“

    Cosimo (aufgeregt): „Das Leben ist selbstverständlich geworden, das ist das Problem. Wir haben in Deutschland alles! Gibt’s nicht, dass es in Deutschland was nicht gibt! (Postmoderne Poesie, schon wieder!) Ey du hast hier jedes. Von jeder Nation isst du hier! Geh mal nach Italien, und guck mal ob die das essen, was die in China essen oder so! Oder guck mal nach Frankreich, in Paris! Ja! Die reden nicht mal Englisch mit Dir – willst du mich verarschen oder was?!“

    So gehen die Gespräche weiter. Volkskrankheit Depression (Vermutung: Druck und Entfremdung von eigenen Talenten), die moderne Kommunikation (wie es verunsichert, keine SMS zurück zu bekommen), der daraus folgende Drang zur Berühmtheit (Cosimo fährt keine U-Bahn mehr und will sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, zumindest am Tag der Fahrt) und natürlich Sex: „Große Kameras fühlen sich so an, als ob du jeden Tag die gleiche bumst.“ Ihr könnt raten, wer das gesagt hat.

    Schließlich umarmen wir uns in der kühlen Winternacht am erleuchteten S-Bahnhof Wannsee. Man spürt schon die vibrierende Stadt und deren tausend Wege im Hintergrund, wohl auch deshalb vergesse ich mein Notizbuch im Auto. Cosimo gibt mir zum Abschied dafür einen Flyer für sein neues Album: „Ohne Spaß kein Fun.“ Ein guter Tausch.

    Teil 4: Wer Moritz einmal live erleben will, sollte diesen Freitagabend, 11. Februar an die Kunst-Aka. Da spielt er mit seiner Band Vagabond Stories verrückte Indie-Space-Gitarren-weiß-auch-nicht-wie-man-das-nennt-Sounds ab 21 Uhr im Aktionsraum. Cosimo hat ihm die Haare gemacht und Bushido liefert ein Special-Feature.

    Und nochmals die Story zum Nachlesen:

    Mit Bushido zu Cosimo – Teil 1

    Mit Bushido zu Cosimo – Teil 2

    (Eines meiner Alltime-Favorite-Lieblingsbilder auf diesem Blog: Rechts Cosimo mit neuer Brille, links Ram mit neuer Frisur, in der Mitte der weltbeste Nachbar.) Heftiges Finale: Mein Ex-Lieblings-Praktikant bei LIFT, Moritz Drung, hat kürzlich die Autofahrt seines Lebens mitgemacht. Mit der Mitfahrzentrale von Stuttgart nach Berlin. Moritz hat bei der Fahrt seines Lebens den Hauptgewinn abgeräumt. Er düste mit Cosimo und weiteren Künstlern mit 240 Sachen nach Berlin. Klar, dass mein liebster Chorleiter, Rock-Musiker und passionierter Trinker diese Erfahrung mit uns teilen muss. Teil 3 und Schluss: Tausche Notizbuch gegen Cosimo Flyer. Noch 300 Kilometer bis Berlin. Zeit, über Liebe zu sprechen. Liebe zur geborgenen Familie (sehr schwäbisch und übrigens faszinierend, wie gut sich Berliner und Schwaben ergänzen, auch im Fall Cosimo und Bushido), Liebe zu Frauen. „Gestern Abend war ich zu ner Frau total ehrlich, hab gesagt, momentan geht’s mir finanziell total scheiße, hab viel investiert, auch in meine Zukunft – Sonnenstudio, Fitnessstudio, weisch ich bin auch Stripper – auf einmal hat sie mir nicht mehr geschrieben. Weil ich ehrlich war!“ – „Die Nummer kannsch löschen“, meint der Heilbronner. Natürlich höre ich den Leser jetzt denken: Trotzdem ein Spasti, hör dir mal seine Lyrics an: „Komm Mädchen, wir machen‘s unterm Auto!“ Ich glaube eher, er ist sogar der romantische Typ. „Die Menschen sind egoistisch geworden sind, alles dreht sich nur um sie“, meint Cosimo. Und ich: „Das kommt von Typen wie Bushido, weil der immer nur den eigenen Egoismus predigt: Der Härteste gewinnt; und: Zeig keine Schwäche und so!“ Und dann Cosimo: „Für ihn ist‘s auch schwierig. Leute, die bei Youtube drunter schreiben: Du hässlicher Tunesier, du bisch nichmal Deutsch. Und wenn er Tunesier auf der Straße trifft, kann er kein Wort Tunesisch. Im Endeffekt: Er wird nicht akzeptiert, wie er ist, also singt er Lieder drüber. Das war sein einziges Startkapital. Und heute ist er anders. Positiver.“ Da konnte ich nicht ansatzweise widersprechen. Von da an ist, wie der Heilbronner bemerkt, die Energie im Auto außer Rand und Band. Jeder erzählt drauflos, darunter so persönliche und obszöne Dinge, dass ich sie hier nicht hinschreiben kann – die Luft brennt, die Zeit fliegt, und wir sind noch immer bei 240: Wir zischen an einem ausgebrannten Autowrack vorbei. Kurz realisiere ich, wo ich bin. Ansonsten: Gespräche wie Maschinengewehrfeuer, abstrakt und mit Gedankensprüngen wie folgendes: Cosimo (zur Redegewandheit der Deutschen): „Manche Nationen müssen Dinge gar nicht aussprechen. Die leben das Leben! Schon mit den Augen lesen sie, was du sagen willst, ohne dass du dein Mund aufmachen musst, verstehsch! Die haben alles dort. (Poesie!) Für uns ist das natürlich unhygienisch: Sie waschen sich alle mit dem gleichen Wasser, wenn‘s sein muss. Rein theoretisch stirbsch du ja nicht, wenn du dich mit dem gleichen Wasser wäschst wie deine Mutter.“ Heilbronner: „Aber ich sag‘s mal so: Wenn du in Indien einen Schluck aus dem Ganges trinkst: DU verreckst, auf jeden Fall. Die Inder sind so aufgewachsen – also ich habe im Dreck gespielt, meine Eltern warn nicht penibel– aber wir in Europa leben schon recht clean. Deshalb müssen wir impfen! Und wenn du meinst Reichtum: Indien war das reichste, was das Commonwealth je besessen hat. Tee, Ayurveda, Basmatireis...“ Cosimo: „Ganz ehrlich: Ich hab Basmatireis gegessen, das schmeckt ganz genau wie das andere auch. Aber acht Euro das Kilo!“ Heilbronner: „Ist nur hier so.“ Cosimo: „Ich sag doch nur!“ Heilbronner (unirritiert): „Ich meine – Indien, die Gesellschaft – die Brahmen sind die obersten. Und die Maharadschas waren die Ärsche.  Das ist das Kapital halt auch auf ganz wenig Menschen konzentriert. Neunzig Prozent leben in Armut. Wirklich in Armut. Die gibt’s in Deutschland nicht.“ Cosimo (aufgeregt): „Das Leben ist selbstverständlich geworden, das ist das Problem. Wir haben in Deutschland alles! Gibt’s nicht, dass es in Deutschland was nicht gibt! (Postmoderne Poesie, schon wieder!) Ey du hast hier jedes. Von jeder Nation isst du hier! Geh mal nach Italien, und guck mal ob die das essen, was die in China essen oder so! Oder guck mal nach Frankreich, in Paris! Ja! Die reden nicht mal Englisch mit Dir – willst du mich verarschen oder was?!“ So gehen die Gespräche weiter. Volkskrankheit Depression (Vermutung: Druck und Entfremdung von eigenen Talenten), die moderne Kommunikation (wie es verunsichert, keine SMS zurück zu bekommen), der daraus folgende Drang zur Berühmtheit (Cosimo fährt keine U-Bahn mehr und will sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, zumindest am Tag der Fahrt) und natürlich Sex: „Große Kameras fühlen sich so an, als ob du jeden Tag die gleiche bumst.“ Ihr könnt raten, wer das gesagt hat. Schließlich umarmen wir uns in der kühlen Winternacht am erleuchteten S-Bahnhof Wannsee. Man spürt schon die vibrierende Stadt und deren tausend Wege im Hintergrund, wohl auch deshalb vergesse ich mein Notizbuch im Auto. Cosimo gibt mir zum Abschied dafür einen Flyer für sein neues Album: „Ohne Spaß kein Fun.“ Ein guter Tausch. Teil 4: Wer Moritz einmal live erleben will, sollte diesen Freitagabend, 11. Februar an die Kunst-Aka. Da spielt er mit seiner Band Vagabond Stories verrückte Indie-Space-Gitarren-weiß-auch-nicht-wie-man-das-nennt-Sounds ab 21 Uhr im Aktionsraum. Cosimo hat ihm die Haare gemacht und Bushido liefert ein Special-Feature. Und nochmals die Story zum Nachlesen: Mit Bushido zu Cosimo - Teil 1 Mit Bushido zu Cosimo - Teil 2

     
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  • 29

    Fortsetzungsroman: Mit Cosimo zu Bushido nach Berlin – Teil 2

    Am 9. Feb 2011, 09:00 Uhr von Aussenreporter

    Immer noch heftig: Mein Ex-Lieblings-Praktikant bei LIFT, Moritz Drung, auf dem Foto hier vor seinem neuen Haarschnitt von Cosimo, hat kürzlich die Autofahrt seines Lebens mitgemacht. Mit der Mitfahrzentrale von Stuttgart nach Berlin. Mitfahrzentrale ist ein bisschen wie Lotto spielen, man weiß nie, was bei der Ziehung des Fahrers und der anderen Nasen im Auto bei rumkommt.

    Moritz hat bei der Fahrt seines Lebens den Hauptgewinn abgeräumt. Er düste mit Cosimo und weiteren Künstlern mit 240 Sachen nach Berlin. Klar, dass mein liebster Freizeit-Poet, Indie-Musiker und Neuköllner Lebenskünstler diese Erfahrung mit uns teilen muss. Teil 2: Erst Jobcenter, dann Porno.

    Die Mittelstreifen auf der Autobahn sind flüssig, mit 240 gen Hauptstadt, und zumindest ich komme gedankenmäßig bei dem Tempo nicht mehr klar. Gesprächsmauern längst durchbrochen, es wird kreuz und quer geredet. Fahrer: „He, deine Sitzheizung ist voll aufgedreht.“ Cosimo: „Ich brauch des!“ Der Heilbronner erkundigt sich, was Cosimo in Berlin vorhat. „Bushido besuchen!“. Bushido?! „Ja, ich mach Beats für den! Und Frisör.“ Ich beginne zu verstehen: Die Fahrt wird witzig.

    Cosimo hat seine Frisörlehre zwei Wochen vor der Abschlussprüfung geschmissen (trotz nicht vorhandenem Schulabschluss) – weil ihn ein Kollege wegen Verspätung verpfiffen hatte. „Drei Tage später ruft mich mein Chef an und sagt: Cosimo, wir brauchen dich wieder! Und ich: Niemals! Nicht in so einem unehrlichen Team! Ich hab nie verpfiffen!“ Dann fing er mit der Musik an.

    Später erzählt er: „Vor kurzem, wo ich Jobcenter war – jetzt geh ich nicht mehr Jobcenter – die sagen zu mir: ,Ja, ohne Abschluss bisch halt nix. Kriegsch halt keinen Job. Fertig.‘ Und wenn du dir das so anhören musch, denkst du dir: Scheiße, ich bin halt echt nix. Im Endeffekt aber: DU BIST WAS! Auch wenn du dieses Scheiß Papier nicht in der Hand hast!“ Und der Heilbronner: „Weisch, wer nix ist? Der Typ hinterm Schalter!“ Wir stimmen alle zu.

    Tankstellenstop. Cosimo kommt zurück, mit einer Bravo in der Hand, „will ich für später behalten“, er schlägt sie auf: „Bushido lässt sich von DSDS-Freak frisieren“.

    In dem Moment läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Was für ein gefundenes Fressen er für die Medien ist! Hauptsächlich, weil er ehrlich ist. Mir fällt daraufhin erstmals auf: Cosimo verspricht sich oft. Mal ein ,s‘ zu wenig, mal der falsche Fall, er redet trotzdem immer weiter. Mir gefällt das – aber natürlich wirkt das ein bisschen naiv. Klar, was das für DSDS bedeutet.

    Cosimo kommentiert seinen Sprachstil, irgendwo zwischen Windrad und Hügeln: „Ich finde, man kann nicht erwarten, zu reden und sich gleichzeitig zu konzentrieren! Bei RTL habe ich sieben Stunden lang schlaue Sachen gesagt, und mich einmal versprochen. Und genau das haben sie gesendet!“

    Er erzählt viel in dem Stil, ohne zu bemerken, wie hintergründig seine Geschichten sind. Seine Kindheit. „Ich bin in Italien aufgewachsen, war immer Außenseiter. Keine Freunde. Außer Hunde! Einmal habe ich ein Loch gegraben, und da kam’n Hund und hat mir geholfen. Da habe ich gedacht: ,Bis ich jetzt jemand gefragt hätte, ist das Loch schon gegraben’.“ Wenn das keine Parabel ist. Mittlerweile spielt Bushidos Hund nur noch mit ihm, sagt er.

    Die Stimmung ist spätestens dann kumpelhaft ausgelassen, als Cosimo aus dem Nichts sagt: „Jungs, jeder ist süchtig nach was. Ich sag‘s euch ganz ehrlich: Ich bin sexsüchtig.“ – „Ha ja, über bumsen geht au net viel“, meint der Heilbronner.

    „Ich hab schon mal im Porno gespielt“, ergänzt Cosimo. Der Heilbronner lehnt sich so schnell gen Vordersitze, bis der Gurt ihn stoppt. „WAS? Das wollte ich schon immer mal wissen: Ist das gut?!“ Cosimo: „Ich sag mal so: Du musst dein Ding schon unter Kontrolle haben.“ Alle brüllen.

    Morgen Teil 3 und Schluss: Cosimo über Basmati-Reis und Weltpolitik.

    Immer noch heftig: Mein Ex-Lieblings-Praktikant bei LIFT, Moritz Drung, auf dem Foto hier vor seinem neuen Haarschnitt von Cosimo, hat kürzlich die Autofahrt seines Lebens mitgemacht. Mit der Mitfahrzentrale von Stuttgart nach Berlin. Mitfahrzentrale ist ein bisschen wie Lotto spielen, man weiß nie, was bei der Ziehung des Fahrers und der anderen Nasen im Auto bei rumkommt. Moritz hat bei der Fahrt seines Lebens den Hauptgewinn abgeräumt. Er düste mit Cosimo und weiteren Künstlern mit 240 Sachen nach Berlin. Klar, dass mein liebster Freizeit-Poet, Indie-Musiker und Neuköllner Lebenskünstler diese Erfahrung mit uns teilen muss. Teil 2: Erst Jobcenter, dann Porno. Die Mittelstreifen auf der Autobahn sind flüssig, mit 240 gen Hauptstadt, und zumindest ich komme gedankenmäßig bei dem Tempo nicht mehr klar. Gesprächsmauern längst durchbrochen, es wird kreuz und quer geredet. Fahrer: „He, deine Sitzheizung ist voll aufgedreht.“ Cosimo: „Ich brauch des!“ Der Heilbronner erkundigt sich, was Cosimo in Berlin vorhat. „Bushido besuchen!“. Bushido?! „Ja, ich mach Beats für den! Und Frisör.“ Ich beginne zu verstehen: Die Fahrt wird witzig. Cosimo hat seine Frisörlehre zwei Wochen vor der Abschlussprüfung geschmissen (trotz nicht vorhandenem Schulabschluss) – weil ihn ein Kollege wegen Verspätung verpfiffen hatte. „Drei Tage später ruft mich mein Chef an und sagt: Cosimo, wir brauchen dich wieder! Und ich: Niemals! Nicht in so einem unehrlichen Team! Ich hab nie verpfiffen!“ Dann fing er mit der Musik an. Später erzählt er: „Vor kurzem, wo ich Jobcenter war – jetzt geh ich nicht mehr Jobcenter – die sagen zu mir: ,Ja, ohne Abschluss bisch halt nix. Kriegsch halt keinen Job. Fertig.‘ Und wenn du dir das so anhören musch, denkst du dir: Scheiße, ich bin halt echt nix. Im Endeffekt aber: DU BIST WAS! Auch wenn du dieses Scheiß Papier nicht in der Hand hast!“ Und der Heilbronner: „Weisch, wer nix ist? Der Typ hinterm Schalter!“ Wir stimmen alle zu. Tankstellenstop. Cosimo kommt zurück, mit einer Bravo in der Hand, „will ich für später behalten“, er schlägt sie auf: „Bushido lässt sich von DSDS-Freak frisieren“. In dem Moment läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Was für ein gefundenes Fressen er für die Medien ist! Hauptsächlich, weil er ehrlich ist. Mir fällt daraufhin erstmals auf: Cosimo verspricht sich oft. Mal ein ,s‘ zu wenig, mal der falsche Fall, er redet trotzdem immer weiter. Mir gefällt das – aber natürlich wirkt das ein bisschen naiv. Klar, was das für DSDS bedeutet. Cosimo kommentiert seinen Sprachstil, irgendwo zwischen Windrad und Hügeln: „Ich finde, man kann nicht erwarten, zu reden und sich gleichzeitig zu konzentrieren! Bei RTL habe ich sieben Stunden lang schlaue Sachen gesagt, und mich einmal versprochen. Und genau das haben sie gesendet!“ Er erzählt viel in dem Stil, ohne zu bemerken, wie hintergründig seine Geschichten sind. Seine Kindheit. „Ich bin in Italien aufgewachsen, war immer Außenseiter. Keine Freunde. Außer Hunde! Einmal habe ich ein Loch gegraben, und da kam'n Hund und hat mir geholfen. Da habe ich gedacht: ,Bis ich jetzt jemand gefragt hätte, ist das Loch schon gegraben'.“ Wenn das keine Parabel ist. Mittlerweile spielt Bushidos Hund nur noch mit ihm, sagt er. Die Stimmung ist spätestens dann kumpelhaft ausgelassen, als Cosimo aus dem Nichts sagt: „Jungs, jeder ist süchtig nach was. Ich sag‘s euch ganz ehrlich: Ich bin sexsüchtig.“ – „Ha ja, über bumsen geht au net viel“, meint der Heilbronner. „Ich hab schon mal im Porno gespielt“, ergänzt Cosimo. Der Heilbronner lehnt sich so schnell gen Vordersitze, bis der Gurt ihn stoppt. „WAS? Das wollte ich schon immer mal wissen: Ist das gut?!“ Cosimo: „Ich sag mal so: Du musst dein Ding schon unter Kontrolle haben.“ Alle brüllen. Morgen Teil 3 und Schluss: Cosimo über Basmati-Reis und Weltpolitik.

     
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