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    52 Albums/10: Coldplay “A Rush of Blood to the Head”

    Am 18. Mai 2009, 21:55 Uhr von Thorsten W.

    coldplay-a-rush-of-blood-to

    Dieses Album fällt für mich in eine besondere Zeit. Das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber es war für meine Holde und mich der letzte Sommer ohne Kind – und mit Kind verändert sich ja bekanntlich so einiges.

    Wir führten zu der Zeit ein absolut typisches DINKI-Leben (“Double Income No Kids”). Schicke Maisonette-Wohnung im Westen, zwei Autos, Motorrad, fünf mal im Jahr im Urlaub, samstags shoppen, abends auflegen und sonntags um 12 mit Freunden brunchen, oder gleich ganze Sonntage im Bett bleiben.

    Ich erinnere mich noch an einen sonnigen Sonntag in jenem Sommer, wir fahren zu zweit mit dem Audi Cabrio (ja, alle Klischées erfüllt) an nen See zum Baden und hören Coldplay “A Rush of Blood to the Head”. So war das Leben damals.

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    Dieses Album fällt für mich in eine besondere Zeit. Das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber es war für meine Holde und mich der letzte Sommer ohne Kind - und mit Kind verändert sich ja bekanntlich so einiges. Wir führten zu der Zeit ein absolut typisches DINKI-Leben ("Double Income No Kids"). Schicke Maisonette-Wohnung im Westen, zwei Autos, Motorrad, fünf mal im Jahr im Urlaub, samstags shoppen, abends auflegen und sonntags um 12 mit Freunden brunchen, oder gleich ganze Sonntage im Bett bleiben. Ich erinnere mich noch an einen sonnigen Sonntag in jenem Sommer, wir fahren zu zweit mit dem Audi Cabrio (ja, alle Klischées erfüllt) an nen See zum Baden und hören Coldplay "A Rush of Blood to the Head". So war das Leben damals. Zur Musik: Ich hatte allgemein zu der Zeit so eine kleine Gitarren-Phase. Hat mir einfach gefallen, die ganzen neuen "The"-Bands wie Strokes oder Mando Diao, natürlich auch White Stripes aber auch Oasis. Und eben Coldplay. Man muss sehen, und das kann man sich heute kaum noch vorstellen, dass Coldplay vor diesem Album eine richtige Indie-Band waren. So in den normalen Motor.FM-/Schocken-Kreisen schon bekannt und einigermaßen erfolgreich. Aber nix mit Hollywood, Gwyneth Paltrow und so. Ich kannte die Single "Yellow" aus dem ersten Album "Parachutes" schon auch, hat mich aber nicht so umgehauen. Und dann kam "In My Place". Dieser fies hängenbleibende Pianolauf und ein schlichtes Video, das ich mir immer wieder angeschaut habe. Und dann hab ich mir das Album gekauft. Und es war noch besser. Von vorne bis hinten, ein Tophit im besten Sinne des Wortes nach dem anderen und zusammen ein Meisterwerk. Es fängt ganz leise und gleichzeitig mit einem Knall an mit "Politik", dann kommt gleich der Schmuse-Hit "In My Place" und anschließend mein Alltime-Favourite Coldplay- und Gitarren-Lied: "God Put A Smile Upon Your Face". Jetzt mal ohne pathetisch zu werden - hört Euch mal dieses Lied an! In Ruhe zu Hause mit dem Kopfhörer. "The Scientist" und "Clocks" danach waren dann die späteren Hits, absolut verdient, und auch "Daylight" ist spitze. Dann wird es nach meinem Geschmack mit "Green Eyes", "Warning Sign" und "A Whisper" etwas schwächer - das knallt einfach nicht so. Dann aber wieder ein Knaller mit "A Rush of Blood to the Head" mit einer der wenigen Songzeilen, die ich mir merken kann "I'm going to buy a gun and start a war" und als würdiger Abschluss das weinerliche "Amsterdam". Ich überlege gerade, ob meine Vorliebe für Coldplay daher kommt, dass ihre Piano-Läufe und String-Flächen schon immer an Techno und Trance erinnert haben und sowohl für übelste Tränz-Cover als auch für gelungene Remixe wie "Talk" im Francois K Dub herhalten mussten. Im Jahr darauf bin ich dann auch tatsächlich mit meinem Indie-Ratgeber und Kumpel Tilli zum Coldplay-Konzert nach Böblingen gefahren. Und obwohl diese Halle der hässlichste Bau der Welt ist (was zu Böblingen passt), war es absolut überragend. Piano, Laser, Nebel, Gitarrenwand, da geht was. Und Chris Martin natürlich, der ist halt charismatisch, wie man so schön sagt, ein Bono für Unter 40-jährige. So der Typ, wenn der zu Dir sagen würde, komm, wir fahren 5 Monate mit dem Fahrrad durch die Wüste Gobi, Du würdest gleich packen. Zu der Zeit war meine Freundin dann schon schwanger, und ich war etwas nervös immer mit der Hand am Handy, weil es hätte jederzeit so weit sein können. So haben Coldplay dann auch die jetzige, schönste Phase in meinem Leben eingeleitet.

     
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