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    DAS ist ein Jutesack

    Jutesäcke sind ja eine echt jute Erfindung. Der Legende nach sammelten bereits die Trümmerfrauen nach dem Zweiten Weltkrieg Schutt und Asche in Berlin in tighten Jutesäcken auf, rund 60 Jahre später schwappte der Trend dann nach Stuttgart. Hier wurde die Stadt jutetechnisch systematisch vom Transit aus unterwandert.

    Die zwei berühmtesten Jutetüten der Stadt stammen von der Olympia-Boutique (Klassiker, wird bald, wenn der Laden endgültig zu hat, für viel Geld bei ebay zu finden zu sein) und vom Kauf dich glücklich in dezentem Lila. Den exklusivsten Stoffsack der Stadt hat wiederum der RAM.

    Da mir keiner eine Jute-Tüte schenkt, hab ich mir jetzt in Berlin eine besorgt. Das oben fotografierte Teil bekommt man im Bundestag nach einer Führung geschenkt. Reichstag goes hip! Ist auf jeden Fall witzisch, mit dem Stöffchen anschließend durch Kreuzberg zu bummeln. Finden die Punks voll jut, die Tüte, wa.

    Noch witziger war es allerdings, mit unserer Stuttgart kauft ein-Jutetüte von Lift im Prenzlauer Berg vor jedem Schwaben-Hass-Graffiti zu posieren. „Schwaben-Tucken raus“, steht da bekanntermaßen an jeder zweiten Ecke.

    Da hammwer ein paar liebevolle Blicke geerntet, mit unserer schwäbischen Represent-Guck, bevor wir mit kessel.tv-Geldern wieder ein paar Altbauwohnungen gekooft haben, um anschließend die Miete zu verdreifachen.

    So ne Jutetütensammlung ist schließlich nicht gerade billig.

     
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    Der anatolische Schwabe

    Ich will jetzt bestimmt keine Wahlwerbung machen – ich bin wie vor jeder Wahl noch völlig unschlüssig, wo ich mein Kreuzle machen soll. Aber mir ist doch die ganz clevere Kampagne vom selbsternannten anatolischen Schwaben bzw. schwäbischen Obama Cem Özdemir aufgefallen, mit der er dafür wirbt, ihm bei der Bundestagswahl am 27. September die Erststimme zu geben.

    An den Straßenrändern tauchen jetzt Plakate auf, die den schon wieder allgegenwärtigen Politiker-Hackfressen ein schlichtes und dezent an ein Graffitti erinnerndes “Cem für Stuttgart” entgegensetzen. Die zugehörige Microsite ist in bester “Yes We Can”-Manier ganz auf Web 2.0 getrimmt und besteht hauptsächlich aus einem ganz sympathischen Video mit Cem und ein paar Social Community-Links. Cems eigentliche Website kommt im Vergleich dazu doch recht dröge daher.

    Seine Ansichten hören sich jedenfalls ganz vernünftig an – auch wenn er statt “Cem will Stuttgart 21 noch aufhalten.” auch gleich nen Porsche für jeden versprechen könnte.

     
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