-
2
Kunst-Ghetto
Am 19. Aug 2011, 11:24 Uhr von martin
Bevor wir die plumpen Partys rausklopfen, noch zwei, genauer gesagt drei Kultur-Tipps für den heutigen Freitag (und darüber hinaus).
In der Galerie Artary, Wilhelmstraße 5, präsentieren heute Abend Denise Amann und Helena Dietrich die erste Ausgabe ihres Vow Magazines. Fett, meine Schwester steht als Contributor auf der Seite. Bin so stolz auf sie und auf ihren Text gespannt.
“This is VOW magazine! VOW magazine is a thematic publication. We are interested in subjective, personal and surreal stories. VOW magazine is a collage. VOW functions as platform and interface for international and national artists and creatives. The magazine delivers critical positions on an artistic level. Submissions from various creative fields as graphic art, photography, literature, fine arts, media and cultural theory generate the content of the magazine.”
Da ich ein kleiner Magazin-Fan bin, vor allem von so bisschen Handmade-Fanzines, sag ich jetzt mal so, bin ich bisschen gespannt drauf.
Das ganze wird mit einer kleinen Ausstellung vom Transit-Janusch verknüpft. Um was es geht und was alles heute Abend so passiert steht hier…
Und so sieht das dann aus.
Die Stücke werden lokal aus unter anderem aus Recycling produziert, “zu einem Preis der unserer Generation gerecht wird.”
Transit-Benni legt dazu seine neuen Disco-Electro-Scheiben auf, vielleicht auch ein bisschen Rap? Der Außenreporter wollte jedenfalls hingehen, vielleicht wage ich auch, wenn ich etwas passendes zum Anziehen finde.
Weiterhin startet heute Abend in der Galerie Strzelski die Ausstellung Berliner Luft von den Fotografen Dennis Orel und Benjamin Tafel.
Das Duo hat ein Jahr lang die “Vielfältigkeit Berlins beobachtet und in gleichwohl unerschrockenen, als auch einfühlsamen Fotografien festgehalten. Zahlreiche Schauplätze: vom verruchten Nachtclub über die ehemalige Stasi-Zentrale der DDR bis zum urdeutschen Kaffee und Kuchen in Zehlendorf dienten als Experimentierfeld der fotografischen Position. Dabei bleibt die Frage offen, ob es sich um die Inszenierung einer Dokumentation oder die dokumentierte Inszenierung handelt.” Okay!
Sieht nicht ganz uninteressant aus.
Das Bild heißt übrigens “Stuttgarter Platz – Stuten am Stutti”.
Berliner am Alexanderplatz.
Camping-Berlin.
Ehemalige Pan-Am Lounge. Mit dem Stern.
2 Kommentare » -
Netzhypes des Tages
Am 26. Jul 2011, 16:50 Uhr von martin
Heute der Hit, morgen wahrscheinlich schon wieder vergessen, kurz auf den Zug gesprungen, zwei Netzhypes des Tages:
Heute früh hat Spiegel Online über die Website www.c-wie.de eines 19jährigen (SPD-Mitglieds) berichtet, der auf der Homepage die Wahlkampfkampagne der CDU Mecklenburg-Vorpommern “C wie Zukunft” verarscht. Kann jeder einen Spruch eintragen, allerdings kontrolliert der Betreiber zunächst die Einträge (“sonst wird da jede Menge Müll reingestellt”). Falls ihr euch also schon den ganzen Tag wundert, warum eure Kollegen seltsames Zeug auf FB posten wie z.B. “C wie Cutmaster Crupa” oder “C wie Collerausfahrt” oder “C wie Leda” – daran liegt´s.
Wie garstig das Netz sein kann, sieht man bei der #fickdichberlin-Hashtag-Geschichte auf Twitter, die heute gegen 12:00 Uhr losgetreten wurde.
Wie man sieht, herrscht großer Unmut und Unzufriedenheit gegenüber der Hauptstadt und Regierung. Gibt dazu ein Vorbild, nämlich die gestrige #fuckyouwashington-Nummer von Jeff Jarvis, amerikanischer Journalist und Professor und Autor des Buches “What would Google do?”.
Dabei ist das Hashtag so gesehen gar nicht von ihm. Nachdem er im TV die Verhandlungen über die US-Schuldenkrise verfolgt hat, war er ziemlich pissed und twitterte: “Hey, Washington assholes, it’s our country, our economy, our money. Stop fucking with it.”
Und weiter: ”That’s all I was going to say. I had no grand design on a revolution. I just wanted to get that off my chest. That’s what Twitter is for: offloading chests. Some people responded and retweeted, which pushed me to keep going, suggesting a chant: “FUCK YOU WASHINGTON.” Then the mellifluously monikered tweeter @boogerpussy suggested: “.@jeffjarvis Hashtag it: #FUCKYOUWASHINGTON.” Damn, I was ashamed I hadn’t done that. So I did.”
Manche meinen nun, die #fickdichberlin-Nummer wäre ne billige Nachmache, sowieso nur Genörgel und man sollte doch selbst kreativ werden, so Nico Lumma auf seinem Blog.
Mal gucken, ob wir morgen noch darüber reden. Thorsten meinte, man sollte doch mal eine Tweet-Welle mit #dntfckwthstgt starten.
7 Kommentare » -
Bread & Butter by Joris Haas
Am 12. Jul 2011, 11:21 Uhr von martin
Als größter Fashion-Blog in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum – sorry, gleich nach dem Law-Blog natürlich – war es natürlich Ehrensache, dass wir letzte Woche die Bread & Butter in Berlin besuchten. Beziehungsweise war der Stuttgarter Fotograf Joris Haas dort und hat für uns ein paar Eindrücke gesammelt. Mehr Bilder kann man auf seiner Facebook-Seite anschauen. Und hier lohnt es sich auf die Bilder draufzuklicken.
Von vorne: Ich war die ganze Woche in Berlin und habe außer der Bread and Butter noch die Premium besucht, das ist aber eine reine Messe mit beinahe identischen Ständen. Da ist nicht viel zu sehen oder erzählen, ohne ins Detail über bestimmte Marken zu gehen.
Die B&B ist wiederum eine ”Trade Show” oder “Subbr Show” wie sie sich selbst bezeichnen, ausgerichtet auf dem Flughafen Tempelhof und schön groß (acht Hallen wie oben auf dem Bild).
Vertreten sind sowohl kleine Brands mit klarem Konzept wie Koi….
…und Nixon bis zu den Großen wie Tschi-Schdar und Hillfigger.
Hilfiger stellte sich selbst eine Containerburg hin und versammelte schöne Menschen in einem Pool.
(Wohnis Burgerdiät hat sich gelohnt….)
Klasse Idee übrigens. Auf den Pool waren zu jeder Zeit mehr Kameras gerichtet als auf Prince William zu seiner Hochzeit. Auch die Betriebsfeuerwehr und die Sanis haben den Pool gerne inspiziert.
Natürlich haben sich andere Stände ebenfals einfallen Lassen, bei Koi z.B. gabs eine Weinflatrate und bei Camel Active hat Fetsum performed.
Ed Hardy hab ich zum Glück nur etwas festgedappt auf dem Boden entdeckt.
22 Kommentare » -
Best Of 2011: Paul verschmitzt, ich verschwitzt
Am 9. Jun 2011, 13:33 Uhr von Aussenreporter
(Techno-Foto des Jahres: Aussi)
Zurück vom allerneuesten Aussenreporter-Auftrag: Chef hat mich nach Berlin geschickt, um vom Kalkbrenner zu berichten. Sinn und Zweck: Bock auf den Sommer und die Festivalsaison machen. Ging ganz gut ab. Also los.
Mein Traum: Mit dem Kessel.tv-Airbus, der Airforce 1.1, auf dem Flughafen Tegel landen, bevor der bald dichtgemacht wird. Im Cockpit sitzt John Travolta und erklärt übers Bordmikrofon, wie ihn Scientology von den Schnäpsen geheilt hat. Dann von einem schwarzen Daimler mit der Kennzeichen-Endung 0711 abgeholt werden, um auf der Rückbank den ersten Gehirnbeschleuniger zu testen. Die Realität: Mit Germanwings nach Schönefeld und mit der S-Bahn genau so lange nach Berlin rein brauchen wie davor mit dem Flugzeugle von Stuttgart nach Berlin.
Egal, steh ich drauf, mach ich immer so, kommt man mit mehr Heimat-Gefühl an, da die Stationen auf der Strecke nach Berlin rein auch nicht besser aussehen als Vaihingen, Rohr, Leinfelden und was sonst noch so zwischen Schwabstraße und Flughafen an Haltestellen kommt. (Wieso ist die Strecke zwischen Schwabstraße und Universiät eigentlich so verflixt lang? Kommt mir immer so lang vor, als würde man einmal heimlich unter dem längst schon existierenden tiefer gelegten Hauptbahnhof unten durch geleitet, um dann über Esslingen nach Vaihingen zu cruisen.)
Voll viele Neider, Hater und Donzdorfer sagen ja immer, Berlin, ey, voll uncool, nur Poser, geht gar nicht. Ich find’s dagegen immer total dufte dort, wahrscheinlich weil ich selber posender Donzdorfer im Herzen bin. Kammertheater im Rum Trader bei sensationellen Mischgetränken und geilem KaDeWe-Publikum, mittags in der Sonne im Club der Pensionäre am Herrentag den ersten Hartalk trinken und den Druffis beim Gesichtsgulasch zuschauen, abends eine Neukölln-Führung von Cosimo-Biograph Moritz Drung bekommen und am nächsten Tag tolle Souvenirs im noch tolleren Laden Schnapskultur kaufen. Kann man locker machen. Auch mehrere Tage lang. Vielleicht auch Jahre. Muss ich mal bei Gelegenheit ausprobieren.
Samstag dann eben Paule in der Wuhlheide. Kannte die Wuhlheide vorher nicht, hatte nur registriert, dass da sommers immer ein vernünftiges Line-Up herrscht. War dann völlig begeistert von der schönen Location und ihrer herrlichen Kessel-Form. Die Wuhlheide ist quasi das Stuttgart unter den Konzertlocations, auf der einen Seite die Bühne, außen rum allerfeinste Halbhöhenlage und in der Mitte die Innenstadt. Und Heslach.
Das Konzert war mit 17.000 Raverlein ausverkauft, sonntags das gleiche Spiel noch mal, ebenfalls ausverkauft, angeblich hätte Paul noch einmal spielen können, so viel Kartenwünsche gab es. Hätte dann aber mangels anderer Termine freitags spielen müssen, vor dem lange angekündigten ersten Termin. Das wollte er dann wiederum den Die-Hard-Fans nicht antun, dass all die Zuspätchecker und Nixblicker zuerst in den Genuss eines sommerlichen Kalkbrenners kommen sollten. Fand ich eigentlich ganz sympathisch, aus solch einem Grund auf absurd viel Geld zu verzichten.
Vor Paul spielte Fritz, der Spaß soll schließlich in der Familie bleiben. Von Fritz hab ich leider nicht viel mitbekommen, da ich verzweifelt von einer Getränke-Stand-Schlange zur nächsten gestolpert bin, gute Festival-Orga macht das Leben lebenswert, um dann pünktlich mit den ersten Plastikbieren bei Paule im Innenraum bei meinen Lieblingsfreunden aus Berlin zu stehen.
Die Menge ist von Anfang an total ausgerastet, konnte man auch wirklich mit gutem Gewissen tun, Wetter super, Publikum gut abgemischt, Sound astrein, zu Beginn viel Neues von „Icke wieder“, hatten die ganzen Fans auch schon brav gekauft und sich gefreut.
Wir standen wie gesagt im übertragenen Sinne so zwischen Heslach und S-Mitte, und so sah das Publikum auch aus. Mein Freund Robert ist Berater und kann sich eine warme Mahlzeit am Tag leisten, seine Freunde auch, um uns rum waren aber auch angenehm viele Brandenburger. Mein Lieblings-Schlachtruf an dem Abend: „1, 2, 3 – Oberkörper frei“.
Das Kalkbrenner-Publikum ist ja ganz speziell, wie ich vor dem Konzert noch in der Süddeutschen Zeitung lernen durfte. Zum einen der Teil der Bevölkerung, der den Laden am Laufen hält und nur noch bis um 3 Uhr feiert, weil er am nächsten Tag funktionieren muss. Der andere Teil eben Fans der ersten Stunde, die eher so aus dem Umland kommen. Konnte mich in der Wuhlheide voll mit beiden Teilen identifizieren, bin schließlich auch Umland, das funktionieren muss.
Paule selbst fand ich sehr heiter. Wenn er auf den Leinwänden eingeblendet wurde, hat er mitunter einwandfreie Selbstgespräche geführt oder so Queen-Mum-mässig in die Menge gewunken. Immer schön verschmitzt im Gesicht, ich mittlerweile ordentlich verschwitzt. Man munkelt ja, dass er immer noch ganz gerne den Icarus gibt, bis er auf Betriebstemparatur ist. Finde ich absolut unterstützenswert, wenn man es sich leisten kann.
Gegen Ende des Auftritts sind wir dann noch ein bisschen auf den Killesberg, also die Vip-Tribüne, um mit meinem Vorbild Jörg Rohleder und dem Schowi abzuklatschen. Vip-Tribüne übrigens nicht, weil ich Vip bin, sondern weil Berlin wie Stuttgart funktioniert. In Stuttgart gibt es den Ram, der die Presse für alle Clubs macht und Gästeliste mit zweitem Namen heißt. In Berlin macht ein netter, junger Mensch die Presse von vielen großen Veranstaltungen, und da ich einmal mit dem netten Menschen bei den HipHop Open zusammengearbeitet hab, bekam ich ein duftes Bändle fürs Konzertle.
Das Icke-wieder-Finale war dann von der Tribüne aus richtig geil: Sonne untergegangen, die Pillen wirken auch beim letzten Brandenburger endlich wie gewünscht, Menge tobt, Paule geht, macht sich frisch, Menge tobt noch mehr, Paul kommt zurück, spielt noch drei Hits bis zum großen Final Countdown.
Das wird dann fast ein bisschen Wetten-dass-mäßig. Die ersten Takte von Sky and Sand im Ohr, klatscht die Menge rhythmisch deutsch, wie beim Musikantenstadel – oder eben Wetten dass?!. Techno ist halt doch Marschmusik fürs neue Jahrtausend, das Volk gut drauf, Paule zündet ein abartiges Feuerwerk und ich wünsche allen Umstehenden ein gutes, neues Jahr.
Schowi dreht ein Video vom kollektiven Glück, Jörg macht Fotos vom Kalkbrenner und ich fotografiere die beiden, wie sie dokumentieren. Drei Seggel mit Smartphones halt, hätte nie gedacht, dass es mal so weit kommen könnte.
Zur Afterhour dann noch eine Reiseführung von Schowi durchs nächtliche Berlin bekommen, waren unter anderem im Picknick, Jörg fand’s eher lahm, mich Landei hat’s aber ordentlich beeindruckt. Das Konzert, die Nacht mit Clubreiseführer Schowi und überhaupt der komplette Ausflug. Herzlichen Dank, Berlin, du bist voll ok.
Werbeeinblendung: Anfang 2008 noch vor 100 Leuten im Romy S., spielt Herr Kalkbrenner am 1. Oktober 2011 in der Schleyerhalle. Bevor das Konzert ausverkauft ist und der Paule dreimal das Stadion füllen muss, bitte rechtzeitig Karten checken.
17 Kommentare » -
Bloss nicht mit Oli Kahn fahren
Am 28. Apr 2011, 12:00 Uhr von Kollege Geiger
Frühjahrszeit ist Ausflugszeit. Mein letztes Reiseziel: Der Spreewald. Eine herrliche Landschaft mit herzlichen Menschen. Und ein Top-Naherholungsgebiet im Speckgürtel der Stadt. Vorausgesetzt, man ist Berliner.
Man kann da Kahn fahren, an Holzstegen anlegen und Schmalzstullen essen, ein DDR-Eis namens „Knaller“ schlotzen – oder allerlei Gurke schlemmen. (Hatten wir eigentlich schon den kessel.tv Spreewaldgurkentest? Mein Ranking: 1. Gewürz, 2. Salz … letzte Gurke: Knoblauchgurke)
Früher hat man sich auf solchen Auslandsreisen die Stuttgarter Zeitung hinterherschicken lassen. Aber es ist 2011 und da hat man keinen Nachsendeauftrag, sondern die App der STZ. Und was lese ich da im Kahn über Kahn?
„Oli Kahn wurde vom Amtsgericht Landshut zu 125.000 Euro Strafe wegen Steuerhinterziehung verurteilt.“ Man denkt gleich das Schlimmste: Dass Oli beim Lohnsteuerjahresausgleich 2006 zwar die Deutsche Nationalmannschaft als Arbeitgeber angegeben, die Fantastilliarden vom FC Bayern aber irgendwie vergessen hat.
Dabei war alles viel harmloser: Der Torwart und Buchautor (“Ich. Erfolg kommt von innen.” Goldmann Verlag, 368 Seiten) war einfach nur shoppen im Breuningerland für Reiche: Dubai. Dort kaufte der Titan sich Dolce & Gabbana & Emporio & Armani satt im Wert von 7.000 € und benutzt am Flughafen München-Erding aus Versehen den falschen Ausgang.
Tatbestand für kesselzeichen.xy nachgestellt – Hinweise bitte an Konrad Tönz in Wien oder Peter Nidetzki in Zürich.
Kann passieren. Ist es mir auch schon. Gleicher Flughafen, andere Ware. Mit einer wunderschönen Martin Akustikgitarre unterm Arm aus Amerika gelandet. Dann hart verhört und weich geklopft worden und schließlich sackteure Strafe gezahlt.
Da halfen auch die besten Traveller-Tricks nix wie „musste einfach olle Bepper drauf machen, dann denken die, das ist gebraucht.“ Zog weder bei mir noch bei Oli Kahn, die Nummer.
Höre ich lieber auf den Lonely Planet Tipp von meinem Propellerfreund Pepe. Der hat einen Flugschein aber kein –zeug. Und mit diesem Insiderwissen schaut er vor dem Start eines Passagierflugzeugs, wo die Notausgänge sind, zählt exakt die Sitzreihen bis dahin und prägt sich die Zahl ein. Denn: „bei Rauchentwicklung bringen mir die Leuchtsteifen im Boden auch nichts mehr.“
Noch präventiver beim Fliegen war da ein amerikanischer Regisseur, mit dem ich mal arbeiten durfte. Der hat vor dem Flug bei der Airline angerufen und gefragt, wer denn das Flugzeug fliege. Bei bestimmten Piloten auf seiner persönlichen Shitlist ist er gar nicht erst eingestiegen.
Dazu passt meine Lieblings-Diven-Allüre: Von Mariah Carey hab ich mal den Traumsatz gelesen „I don’t do stairs.“ Die Dame mag’s eben eben. Da möchte ich mir doch ein Schnittchen abschneiden und in Zukunft sagen: „I don’t do anmeldefreie Waren when i have anmeldepflichtige. But i do do Schmalzstullen.“
1 Kommentar » -
Digital aus der Hüfte geschossen
Am 12. Apr 2011, 12:00 Uhr von Kollege Geiger
Was der Stern mit seinem Hochglanz-Ableger View kann, kann kessel.tv schon lange: mehr Bildanteil und schöne bunte Fotoreportagen. „Gucke mal da. Kacke mal du“ hat der Opa Geiger früher in solchen Fällen gerne gesagt – und sich dann am allermeisten selber über seinen eigenen Witz beömmelt.
Abb. 1: Warum Stuttgart-sucht-den-Pecha-Kucha-Star-Gewinner Thorsten trotz seines großen Erfolgs noch in dieser Branche arbeitet, weiß der Geier. Der Geiger weiß es nicht. Dabei gibt’s doch so viele schöne andere Berufe wie Feuerwehrmann, Lokomotivführer oder Modebloggerin.
Abb. 2. Kann man sich sprachlich zusammen mit Epicerie, Boulangerie und Gendarmerie mal auf der Zunge zergehen lassen. Gesehen in Stuttgarts Kuschelecke Olgaeck. Ein Accent wär bei dem Pariserautomaten aber noch das wahre Tüpfelchen auf dem i.
Abb. 3: Neu bei Karstadt-Sport. Sportartikelindustrielle versuchen ja immer wieder, mit Trendsportarten wie Hiking, Snakeboarding oder Treehugging neue Zielgruppen zu erschließen. Gut, dass sie jetzt eine eigene Kollektion für den Kurgast geschneidert haben. Gerade bei der 12-wöchigen Raucher-Entwöhnung in Bad Mergentheim will man es ja gerne etwas bequem haben – ohne dabei auf Performance zu verzichten.
Abb. 4 und 5: Neulich im Taxi in Frankfurt. Durfte in dieser rollenden Geschäftsidee mitfahren. Das Käpsele am Steuer hatte eine Art Minibar mit Süßis auf der Rückbank – Essen auf Rädern sozusagen. Und dazu einen halben Kiosk an Bord. Stichwort: Mehrwert für den Fahrgast, Metastichwort: Zusatzgeschäft für den Fahrer.
Davon inspiriert überlege ich gerade mit dem Thorsten, ob wir auf seiner alten Vespe dem Sozius nicht W-LAN anbieten, Blockbuster-on-demand oder eine ganze Condomerie.
Abb. 6 bis 9: Wusste gar net, dass der RAM auch Bildunterschriften für die Stuttgarter Zeitung schreibt…
…Türschilder für Berliner Altbauten textet…
… und Beiträge für meinen neuen Lieblings-Tumblr sad stuff on the street verfasst.
8 Kommentare » -
Unsere Leser und wir: neongrau
Am 9. Mrz 2011, 15:00 Uhr von martin
Neulich erst eine Großfamilie ernährt, Erbe von John Discos wundervollem Krug und sowieso schon lange dabei hier, stellen wir kurz vor seinem Abschied aus Stuttgart verdientermaßen Leser neongrau vor.
Wer ist neongrau und was macht neongrau?
Prinzipiell ist neongrau jung, sexy und erfolglos… oder so ähnlich…Spaß beiseite, neongrau wurde im eisigen Winter anno 1981 in einem der ländlichen Anrainerkreisen (WN) auf die Welt geworfen. Nach einer Ausbildung und ein paar Jahren ehrlicher Arbeit hat er jetzt gerade mit knapp 30 sein Studium in so ner Art Wirtschaftsinformatik abgeschlossen und würde sich als durchschnittlichen Ottonormalexzentriker beschreiben.
Dein Name lässt ein wenig auf einen visuellen Menschen schließen.
Nicht ganz. Zwar habe ich mich im Studium etwas mit Usability und Eyetracking beschäftigt, würde mich aber eher als so ne grafische Null bezeichnen. Interessiere mich aber trotz völliger Planlosigkeit einfach n bissl für Fotografie, (Street)art und Design und kann mich über Späßle wie „I shot the serif“ oder „sex, drugs n helvetica bold“ freuen. Fand den Namen einfach toll, weil er quasi ein Widerspruch in sich selbst ist.
Du wirst nun abtrünnig und ziehst demnächst nach Bochum, Spass, nach Berlin.
Jenau, ab in Pott! Wie eingangs erwähnt, bin ich ja gerade mit meinem Studium fertig und dacht mir, ob ich hier arbeitslos bin oder in Berlin, who cares!? Zudem bekommst in Berlin mehr geboten für deine Stütze. Naja, soweit will ich es als echter Schwabe net kommen lassen
.Ich zieh meiner Freundin hinterher, die ist schon kurz nach Weihnachten wegen eines Jobs nach Berlin. Will dort n paar (5?) Jahre Großstadterfahrung sammeln um mich dann in bester Halbhöhenlage wieder im Kessel niederzulassen.
Schon eine Liste gemacht was du nochmals im Tal aller Täler besuchen bzw. erledigen willst?
Hör mir uff. Da gibt’s sooo viel was ich noch gern machen würd´. Nochmal bissl die Wilhelma genießen, beim Ganesha nochmal ordentlich d‘ Gosch verbrenna, dem Fernsehturm tschüss sagen, paar Bilder in der Weissenhofsiedlung schießen, n ordentliches GPS beim Onkel Otto verdrücken, mit paar Freunden ein gepflegtes Bierchen im Park trinken, beim Pinguin a Eisle schlotza, ne Zehn-Läden-an-einem-Abend-tour starten und hübsch abstürzen, beim Alaturka die Füße in den Bauch stehen, und ins Kunstmuseum sollt ich auch mal noch…
Was wirst du – wahrscheinlich – am meisten vermissen und was am wenigsten?
Am wenigsten? Hmmm, vermutlich die Theo und die ganzen Gestalten dort. Und auch ganz bestimmt NICHT die diversen dem Bierkonsum gewidmeten Großveranstaltungen aufm Wasen.
Ich glaube, am meisten wird mir das „Kleinstädtische“ fehlen. Damit mein ich jetzt nicht die freundlichen Zettel an meinem Smart, die mich auf mein semiorrektes Parkverhalten hinweisen! Sondern vielmehr, dass, wenn man „in die city“ geht einfach, weiß was für ein Viertel gemeint ist. Liegt einfach alles schön zentral. Oh, und der Blick in den Kessel bei Nacht wird mir auch fehlen.
Neben Motoren hat der Neongrau ein Faible für elektronische Musik, aight?
Stimmt, neben meiner Ducati, die ich viel zu wenig bewege, mag ich Clubs mit elektronischer Musik, die ich leider auch viel zu selten besuche. Nach meiner wilden Zeit Ende der 90er und Anfang der 00er bin ich mittlerweile eher der passive Musikliebhaber und muss nicht mehr jedes Wochenende einen Exzess durchleben. Vor allem wenn der Kater dann wieder länger dauert als die Party. Freu mich aber trotzdem schon tierisch auf die eine oder andere Location in Berlin.
Welchen Kessel-Beitrag würdest du dir für die Zukunft wünschen?
10.000 neue Parkplätze in Stuttgart West geschaffen. Parkraummanagement voller Erfolg.
Stuttgart ist für mich…
HEIMAT!
19 Kommentare »
















































