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“Fuck the intention of the artist!”:
Opening Majerus-Rampe auf dem SchlossplatzAm 15. Mrz 2012, 12:00 Uhr von martin
Heute Abend, 17:00 Uhr wird feierlich das Michel Majerus Werk “if we are dead, so it is” im Rahmen seiner laufenden Ausstellung im Kunstmuseum eingeweiht. Neben vielen Skatern sind bei der Opening-Zeremonie Lil´ Nils, der den Platz klar gemacht hat, Susi Ironman, Kultur und so, represent, represent, und Dr. Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart am Start. Letztere wiederum hat uns freundlicherweise ein paar Fragen zu der monströsen Rampe (42 x 10 Meter), die bis Ende Mai befahren werden kann und darf, per Email beantwortet.
Seit wann stand das Thema im Raum, begleitend zur Ausstellung in Ihrem Haus, auf dem Schlossplatz die Installation “if we are dead, so it is” aufzubauen?
Dr. Ulrike Groos: Bereits seit den ersten Plänen für die große Stuttgarter Sonderausstellung zum Gesamtwerk von Michel Majerus. Immerhin handelt es sich bei der Installation mit dem etwas lapidaren Titel „if we are dead, so it is“ um ein zentrales Werk dieses leider viel zu früh verstorbenen Künstlers (Majerus kam 2002 bei einem Flugzeugunglück ums Leben, Anm. KTV).
Welche Hürden mussten Sie nehmen und wie stark haben Sie sich dafür eingesetzt, dass das Monster auf den Schlossplatz kommt?
Groos: Wir haben wirklich viel Energie darauf verwendet, das „Monster“ – wie Sie es nennen – auf dem zentralen Platz der Stadt realisieren zu können. Dabei waren einige Hürden zu nehmen, zunächst natürlich Genehmigungsverhandlungen durch Besprechungen und genaue Absprachen mit den Verantwortlichen von Land und Stadt. Und es mussten Partner für die Finanzierung des Großprojektes gefunden werden, was mir glücklicherweise gelungen ist.
Wer finanziert das Projekt?
Groos: Ohne die großzügige Unterstützung der Sponsoren Porsche, Sparda-Bank Baden-Württemberg und Red Bull wäre das Projekt nicht zu realisieren gewesen. Die Robert Bosch Stiftung hat dankenswerterweise unser Begleitprogramm finanziell gefördert.
Hatten Sie während den Planungen Kontakt mit der lokalen Skaterszene?
Groos: Ja, vor allem bei der Entwicklung unseres umfangreichen Begleitprogramms konnten wir auf den Rat und die Unterstützung der lokalen Skaterszene zurückgreifen. An dieser Stelle danke ich stellvertretend für alle Helfer und Ratgeber Herrn Blümlein vom Stuttgarter Skatermuseum.
Können Sie einem Kunstlaien wie mir erklären, wie Majerus überhaupt auf die Idee kam eine derartige Rampe zu entwerfen?
Groos: Michel Majerus war es wichtig, Menschen auch außerhalb von Museen anzusprechen. Die von ihm entworfene Skaterrampe mit dem Titel »if we are dead, so it is« ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie er versucht hat, das Medium der Malerei zu erweitern. Auf der bemalten und beklebten Oberfläche der Rampe kombiniert Majerus Zitate aus Kunstgeschichte, Wissenschaft, Medien- und Werbewelt. Die dreidimensionale Bildfläche lässt sich also als Kommentar auf eine Welt lesen, die für den in hoher Geschwindigkeit darüber gleitenden Betrachter zu einem bunten Zeichenmeer verschmilzt.
Meinen Sie die Rampe wird als Kunstwerk wahrgenommen oder einfach als “cooler Spot”?
Groos: Ich glaube schon, dass das Skaten auf einer so kunstvoll gestalteten Rampe ein ganz besonderes Erlebnis sein wird – eben ein ästhetisches Erlebnis. Außerdem steht es jedem frei, den ironischen Kommentar, den der Künstler selbst in großen Buchstaben auf der Rampe hinterlassen hat, beim Wort zu nehmen: fuck the intention of the artist!
Was erwarten Sie persönlich noch von der Aktion?
Groos: Ich erwarte mir eine durchaus lebhaft und kontrovers geführte Diskussion um die Nutzung des öffentlichen Raums und um die Frage, warum ein öffentliches Kunstwerk manchmal mehr Kritik auf sich zieht als eine Wurstbude, eine Eisbahn oder unternehmerische Werbeveranstaltungen (kleiner Seitenhieb auf die seltsamen Aussagen von Citymanager Hans A. Pfeifer die Tage in der StN, Anm. KTV). Aber vor allem bin ich einfach stolz darauf, dass wir es geschafft haben, diese beeindruckende Skulptur auf Zeit zu verwirklichen und damit den Menschen eine einzigartige Kunsterfahrung zu ermöglichen.
(Dr. Ulrike Groos, Direktorin Kunstmuseum Stuttgart / Foto Gaby Gerster für Kunstmuseum Stuttgart)
Die nächsten zwei Monate werden von einem umfangreichen Rahmenprogramm (Diskussionen, Workshops für Klein und Groß, Koops mit dem ITFS etc.) begleitet, kann man hier als PDF studieren. Und ja, bisschen Regeln müssen sein, die Öffnungszeiten für diverse Verkehrsteilnehmer:
Mit BMX-Rädern:
Mo, Mi: 10 – 13 Uhr/ 14:30 – 19 Uhr
Sa: 14:30 – 18 Uhr Mit Inline-Skates und Skateboards:
Di, Do: 14:30 – 19 Uhr
Fr: 10 – 13 Uhr / 14:30 – 19 Uhr
So: 11 – 13 Uhr / 14:30 – 19 Uhr Zugang zur Plattform für Fußgänger:
täglich 13 – 14:30 Uhr11 Kommentare » -
Marc C. Woehr “Solo”
Am 14. Okt 2011, 09:00 Uhr von martin
Kleiner Konschttipp: Heute Abend zeigt Marc C. Woehr, der neulich erst ein Haus angemalt hat, in der “Belle Etage” (gefährlicher Name) seine Ausstellung Solo. Ist keine Galerie, sondern eine Wohnung im obersten Stockwerk in dem Gebäude zwischen WuF und World of Kebab. Der Eingang sei nicht zu verfehlen, meinte der Künstler, roter Teppich ist ausgelegt.
“Die Ausstellung ist in Themengebiete aufgegliedert, ein Zimmer mit Backround-Arbeiten, eins mit Typo(styles), eins mit Städten, eins mit meinen Silber-Arbeiten, eins mit Prints und Dioramas und ein Fussballzimmer mit meiner Arbeit zur FIFA-Weltmeisterschaft letztes Jahr.” Fußball klingt gut, vielleicht wird ja Werder gegen Dortmund übertragen. Wobei eher nicht.
Marc C. Wöhr – Solo
Freitag, den 14. Oktober 2011, ab 19 Uhr
Belle Étage des Rotebühlplatzes 15 in Stuttgart1 Kommentar » -
Graffiti im Kunstmuseum
Am 23. Feb 2011, 18:11 Uhr von martin
Ein Glück haben wir mehrere USPs (musste gerade irgendwie an Thorstens Bahnfahrt denken): Party- und Turnschuhblog sowieso, Fressblog auch, für manche auch der HipHop-Blog und früher Ed Hardy Blog.
Längst sind sind wir aber auch der gebombte Wholetrain-Blog, und da passt es ganz gut, dass man im Kunstmuseum aktuell nicht nur seinen Namen tanzen und den Baum im Baum bestaunen kann, sondern auch seit vergangenen Samstag die Ausstellung der privaten Sammler Rudolf und Ute Scharpff anschauen kann. Das Kunstmuseum, so steht es auf der Homepage, möchte in Zukunft öfters mit privaten Kunstförderer zusammenarbeiten.
Kenne den Rudolf und die Ute nicht, aber der Rudolf war Anfang der 80er viel in New York und hat dort die ersten Arbeiten von Graffiti-Legenden wie Phase 2, Mico, Futura 2000 und Rammellzee erworben. Letzterer ist übrigens 2010 verstorben.
Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Mai zu sehen und der Eintritt beträgt 5 Euro (ermässigt 3,50 Euro)
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Kunstfiguren
Am 8. Feb 2011, 17:00 Uhr von Kollege Geiger
Heute mal ein bisschen Kultur. Also runter vom Sofa, rauf auf die A8 und ab nach Baden-Baden. Kultur inklusive Kulturschock. Hier, wo die Spielsucht noch Pelz trägt und man nicht zockt, sondern setzt. Galopprennbahn – Therme – Kurhaus: Rollator, ick hör dir trapsen.
Baden-Baden ist irgendwie eine einzige Ü70-Fete und sieht auch so aus. Vielleicht könnten die ja einen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit Designer-Bullaugen fast n bisschen besser gebrauchen als wir hier?
Bei Baden-Baden fällt mir immer der schottische (!) Country(!!)-Sänger Jackie Levin ein, der in einem Stück mal musikalisch durch ganz Deutschland gefahren ist. Er singt, er war in „Würzburgh, Augsburgh, Schduddgard, Oberhousen“ – um dann im gesamten dritten Refrain musikalisch im Kreisverkehr hängen zu bleiben: I’ve been to BadenBadenBadenBadenBadenBaden (repeat 40 times) – aber hört selbst:
In Süddeutschlands Antwort auf St.Moritz – gibt’s neben allerlei Mondänem aber auch was richtig Modernes: Das Museum Frieder Burda. Die Burdas sind ja sonst eher für Hochglanz wie „Bunte“ bekannt. Wenn sie aber nicht gerade Magazine machen, sondern Museen, dann mit klasse Architektur außen und prima Kunst innen.
Orignal! In diesem Bild sind zwei echte Hansons versteckt.
Zur Zeit lockt dort die Doppelausstellung Duane Hanson / Gregory Crewdson. Und während Herr Hanson ja schon mal mit seinen eingefrorenen Figuren für Furore in der Staatsgalerie gesorgt hat, war mir persönlich Gregory Crewdson neu. Ein amerikanischer Fotograf, der seine Motive von bröckelnden Kleinstadtfassaden im Zwielicht wie ein Filmset mit dem Aufwand eines Hollywood-Spielfilms inszeniert.Top: Im Untergeschoss des Museums zeigt ein Making-of der beiden Künstler, wie man so was macht. Nur falls jemand mal so was nachmachen will: Figuren, vor denen man gebannt wie in der Geisterbahn steht und nur darauf wartet, dass sie „Boooh“ sagen. Und Fotografien, die einen irritierend-faszinierend anziehen wie ein David Lynch Film.
Weil aber der ganze Kurort im Duane Hanson Fieber zu sein scheint und sich außerhalb des Museums mit nicht-ganz-so-lebensecht-wirkenden Figuren zugeschmückt hat, empfiehlt es sich, den Après-Museum-Champagner lieber wo anders zu genießen. Und BadenBadenBadenBaden zügig über den Kreisverkehr zu verlassen.
Fälschung! Kein echter Duane Hanson.
Noch bis 6.3.2011, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
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Kulturbeutel #2: Eat Art im Kunstmuseum
Am 19. Okt 2010, 17:22 Uhr von martin
Ich verrate euch mal was es: Ich kenne nicht nur nicht Melinda Nadj Abonji (nicht nur nicht…), sondern war auch noch nie im Kunstmuseum.
Liegt daran, dass ich selbst ein großer Künstler bin, und meine eigenes Schaffen im Hobbykeller ausstelle (neben der Lego-Weltraum-Bahn). Unter anderem konnte man da schon die brillanten Werke “Reißnägel-Pyramide”, “Turmbau zum Mikado-Stäbchen”, “fliegende Duplo-Schweine” oder “tropfende Wasserhähne in pink und zartrosa” bestaunen. Hab ich denen schon mehrere Mal angeboten, wollten sie ums Kaltverrecken, wie der Setzer sagt, nicht haben. Deswegen Boykott.
Auf die Eat Art-Ausstellung will ich aber wirklich gehen. Neulich jemanden getroffen, der dort war, Dialog: “Und wie isses?” “Joah, es müffelt ein wenig.”
Klingt vielversprechend. Vielleicht kommt mein Nachbar mit, der hat ein Fetisch für Kunst und Essen bzw. Essenskunst.
Sandro aka LKTRSNDY gibt uns schon mal bei Teil 2 seiner neuen Reihe Kulturbeutel einen aufschlussreichen Vorgeschmack, was bei Eat Art geboten ist. Die Ausstellung geht noch bis Anfang Januar.
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Fotosommer Stuttgart
Am 30. Jul 2010, 14:52 Uhr von martin
Noch bissle Kultur: Heute Abend startet der Fotosommer Stuttgart 2010 und in meinem FB-Account tümmeln sich zahlreiche Einladungen für diverse Vernissagen am heutigen Freitag. Ersma harte Fakten vom Veranstalter:
“Der Fotosommer Stuttgart 2010: fünfhundertsechzehn Bewerbungen zur AWARD Show aus zweiundzwanzig Ländern und vier Kontinenten, darin dreitausendsechshundertzwölf Bilder, die von der Jury gesichtet wurden. Einunddreißig Fotografinnen und Fotografen, die ausgewählt wurden und ihre Arbeiten vorstellen; drei Preisträger.
Dazu: zweiundzwanzig Künstler, die im FOKUS 0711 präsentiert werden, fünfunddreißig Galerien, die sich an der Gallery Show beteiligen, fünftausend Öffnungsstunden für die Besucher, vorsichtig geschätzt…”
Heute Abend (19:00) geht die Chose mit einer Award-Show los, drei Künstler dürfen sich auf insgesamt 5000 Euro freuen. Danach eben Bilder glotzen und die neueste Vernissage-Mode bestaunen.
Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es innerhalb des Fotosommers die Ausstellungsreihe Fokus0711, bei der die Fotoszene der Region im Mittelpunkt steht. Klingt ganz spannend:
“2005 fand die Ausstellung erstmals statt, 2007 wurde sie unter dem Motto “Heimweh” ausgerichtet. Dieses Jahr wird der schillernde soziologische Begriff “Kult” untersucht – das Spektrum des fotografischen Blicks reicht dabei vom religiösen Ritual über Sport, Warenwelt und Kunst bis hin zu Musik- und Jugendszenen.”
In diesem Rahmen laden u.a. heute Abend Fotograf David Spaeth und Gold & Wirtschaftswunder zur ihrer Ausstellung “Love, Sweat & Tears” ein, laut Ankündigung “ein unverfälschter Blick auf die Protagonisten der Szene.”
Quasi eine Art Nightlife-Künstler-Doku, entstanden im Zeitraum von 2005 bis 2010 im Rocker33. ”Ungeschminkt und Minuten vor dem Auftritt erzählen ihre Gesichter vom Rausch, dem Lampenfieber und der Begeisterung für die Club-Kultur. In kurzen Geschichten und im Schweiß der Besucher lesen wir die Geschichten der Nacht, die ein einfacher Konsument niemals erfahren würde.”
Nun dann, passender Warm-Up vor dem Abschweißen im Club.
Württembergischer Kunstverein Stuttgart, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart
Eröffnung und Preisverleihung: 30. Juli 2010, 19 Uhr; Ausstellungsdauer: 31. Juli – 05. September 2010
Öffnungszeiten: Di, Do–So 11–18 Uhr, Mi 11–20 Uhr
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Reminder: Ausstellung Eins vor 21 – Führung für Kessel.TV Leser
Am 18. Jul 2010, 17:00 Uhr von martin
Morgenabend, Montag, der 19. Juli beginnt gaaaaanz gemütlich unsere kleine Jubiläumswoche. Fotograf Lutz Schelhorn führt die interessierten Kessel-Leser durch die Ausstellung Eins vor 21 in der Kunststiftung Ba-Wü (Gerokstraße 37, Gänsheide, Haltestelle Bubenbad). Um 19:00 Uhr geht es los.
Der Stuttgarter Fotograf Lutz Schelhorn hat ein Jahr lang den Stuttgarter HBF fotografiert. Die Bilder sind aktuell in der Kunststiftung Baden-Württemberg zu sehen und wurden in einem aufwendigen wie überdimensionalen Bildband veröffentlicht.
Kessel.TV Außenreporter ging für die Finanzierung des Buchs auf „Tingeltangeltour“ und hat seine Erlebnisse in Sachen Kultursponsoring in einem Post zusammengefasst. In den Comments wurde die Idee geboren, einen Kessel-Ausflug zur Ausstellung zu unternehmen.
Hier noch ein paar Eindrücke von der Vernissage am 24. Juni.
(Jana, Gewinnerin Konzentrierter Blick of the Year-Contest)
(Gig-Blog Anja konzentriert sich eher auf Smalltalk.)
(Aussi der Schelm, wer kann ihm widerstehen?)
(Der Ziegel in seiner ganzen Pracht.)
(Prominenz, DJ Hut war auch da.)
Facts:
Montag, 19. Juli, 19:00 Uhr
Ausstellung Stuttgarter Hauptbahnhof – Eins vor 21
Kunststiftung Ba-Wü,
exklusive Führung von Fotograf Lutz Schelhorn für Kessel.TV-Leser
Eintritt frei
www.edition-randgruppe.org www.kunststiftung.de www.lutz-schelhorn.de
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