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Vorglühen
Am 11. Aug 2010, 18:34 Uhr von martin
Beim Testeinkäufer-Artikel heute früh und der anschließenden Diskussion ist mir wieder eingefallen, dass ich mich im April 2008 auf der ersten Seite im Sub Culture mit dem Trinkverhalten der jungen Leute auseinandergesetzt habe. Ja, meinem einstigen Lieblingsaufreger der VVS.
Die VVS ist ein elendiger Halsabschneiderdrecksverein. Keine 50 Euro schmerzen mich mehr als diese. Russische Gasimperien, schwäbische Stromabzocker oder meinetwegen auch Alois Müller können alle gerne mein Geld haben, aber nicht der Stuttgarter Trantütenverein.
Ist so eine Prinzip-Sache. Mir fehlt da die Leistung für das Geld. Deswegen bin ich im Sommer passionierter Schwarzfahrer, aber im Winter, wenn man auf die Öffentlichen dauernd angewiesen ist, hol ich mir schon ein Abo.
Ich habe, vom Tarif abgesehen, kein Problem mit den Öffentlichen. Mein nahezu kompletter Freundeskreis stellt sich seltsamerweise leidenschaftlich gerne in überfüllte Clubs, ekelt sich aber in einer muffeligen, vollbesetzten S-Bahn. Und bei manchen Leuten habe ich sogar das Gefühl, dass sie eher 40 Sozialstunden in der Hölle abarbeiten würden, als einmal mit der S2 von Schorndorf bis zum Flughafen zu fahren.
Das Image vom S-Bahn-Fahren ist, besonders in Hanglagen-Stuttgart, scheinbar stark negativ behaftet: arm und asozial.
Gut, es ist meistens überheizt, manchmal stinkt dein Sitznachbar, man wird gezwungenermaßen Zeuge stupider Unterhaltungen und die deprimierende Stimmung im Zug (Scheißjob, Scheißfrau, die blöden Bälger, die Schulden bei der Bank wegen dem verdammten Reihenhaus in Echterdingen etc.) kann schon von der Schwabstraße bis zur Stadtmitte ansteckend sein, trotzdem empfinde ich die Gesamtsituation in einem S-Bahn-Abteil als immer noch erträglich.
Momentan feiere ich sogar ein kleines S-Bahn-Revival, denn immer öfters nutze ich wieder die Bahn abends am Wochenende – Partytime, aber hallo!
Ich weiß nicht mehr genau, wie das damals zu meiner Müsli-Zeit war, aber die 16jährigen Großraum-Girls sehen aus wie überreife Nutten. Das kann man sich noch anschauen, aber der Begriff “Vorglühen” hat Dimensionen angenommen, dass selbst mir als bekennender Trinker die Leber schmerzt.
Liebe Kinder, während wir in eurem Alter zärtlich und mit viel Liebe einen kleinen Wodka in die Red Bull Dose gefüllt haben, so dass auch ja kein Tropfen daneben geht und uns anschließend die Dose mit noch mehr Liebe zu viert geteilt haben, vernichtet ihr heutzutage schon im Alleingang um 21 Uhr die Sprit-Abteilung von der Metro! Respekt, sauber! Hut ab!
Bei meiner kleinen Feldforschung habe ich außerdem erstaunt festgestellt, dass eher die jungen Mädchen überhaupt nicht mehr damenhaft mit der Pulle in der Hand herumrennen als die Boys. Die hingegen nerven derartig laut mit ihrem Testosteron-Rap vom Handy so damit es auch der letzte Depp im Wagen hört. Da bekommt man schon mal Lust auf eine Batscherei. Aber nee, die sehen gefährlich aus.
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Testeinkäufer
Am 11. Aug 2010, 09:00 Uhr von martin
Sicherlich ein ernstes Thema, aber ob diese Aktion Sinn macht, wenn man sie im Vorfeld ankündigt, weiß ich wirklich nicht. Im August sind dann “Gewerbetreibende und Angestellte”, die Spirituosen verkaufen, total sensibilisiert und im September dann wieder nicht mehr oder wie oder was?
Gemeinsame Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Stuttgart und der Stadt Stuttgart: Jugendliche Alkoholtestkäufer im Einsatz
Polizei und Ordnungsamt planen Kontrollen
Stuttgart: Junge Beschäftigte der Stadt Stuttgart und der Polizei werden ab Mitte August in mehreren gemeinsamen Aktionen als Alkoholtestkäufer im Stadtgebiet unterwegs sein.
Ziel dieser Aktionen ist es, Gewerbetreibende und Angestellte für die konsequente Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen beim Verkauf von alkoholhaltigen Getränken zu sensibilisieren.
Das Verkaufspersonal soll sich zukünftig ganz selbstverständlich nach dem Alter der Kunden erkundigen und sich gegebenenfalls auch den Ausweis zeigen lassen.
Laut Gesetz dürfen Jugendliche erst ab 16 Jahren Wein, Bier und Sekt kaufen, Hochprozentiges und branntweinhaltige Getränke erst ab 18 Jahren.Wer dennoch Branntwein an Jugendliche verkauft, kann mit einem Bußgeld bis zu 3 500 Euro belegt werden. Ordnungswidrig handelt auch, wer als Erwachsener den von ihm erworbenen Alkohol an Jugendliche weitergibt.
Hintergrund der Aktion sind die seit Jahren von der Polizei nicht nur in der Landeshauptstadt registrierten negativen Begleiterscheinungen von exzessivem Alkoholkonsum wie Pöbeleien, Provokationen, Ordnungsstörungen oder Körperverletzungen.
15,7 % aller Straftaten unter Alkoholeinfluss sind 2009 von unter 21-Jährigen begangen worden. Bei gefährlichen Körperverletzungen und bei der Gewaltkriminalität liegt der Anteil sogar bei über 30 %. Auch die stationäre Aufnahme von Kindern und Jugendlichen wegen Alkoholintoxikation gibt Anlass zur Sorge. 231 junge Menschen mussten im Jahr 2009 in Stuttgarter Krankenhäusern behandelt werden.
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Neues Alkoholverbot in Ba-Wü
Am 1. Mrz 2010, 18:47 Uhr von martin
(Bild vom Gablenberger Klaus.)
Bumsfallera alias total verschlafen: Ab heute gilt ja in Ba-Wü ein neues Gesetz, das besagt, dass zwischen 22:00 bis 05:00 Uhr an Tankstellen, Kiosken und Supermärkten kein Alkohol verkauft werden darf, wie man auf der Welt Online nachlesen kann.
Dabei sieht man es aber in Stuttgart, wie auch in vielen anderen Städten, noch nicht ganz so eng: “Lediglich von den Streifenpolizisten werden die Tankstellen, Kioske und Supermärkte auch in Tuttlingen und in Stuttgart kontrolliert. „Wir haben nicht damit begonnen und werden das auch nicht als Schwerpunkt eines Dienstes tun“, sagte eine Polizeisprecherin in der Landeshauptstadt”, heißt es in dem Artikel.
Unter dem Strich erhofft man sich durch das Verbot Saufgelage von Jugendlichen zu unterbinden. Aber ob man auf diesem Weg etwas erreicht – ich glaubs kaum. In Gastronomiebetrieben wird natürlich weiter ausgeschenkt.
Ach, passendes Thema dazu beim Kerner vergangen Donnerstag “Komasaufen im Kindesalter”, in der Tat nicht ganz schön. Gefilmt wurde übrigens im Stuttgarter Olga-Hospital, hier geht es zum Stream, kommt gleich am Anfang.
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