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Prince CD for free
Am 1. Jul 2010, 19:30 Uhr von martin
Bissle (ungewollter) Musik-Tag heute, but spread the news: Seit einigen Tagen macht die Nachricht die Runde, dass der gute Prince sein nächstes Album “20ten” kurzerhand wie einen Aldi-Prospekt in den Rolling Stone einlegt, weltweit und nur da.
Also Prince legt die CD nicht selbst ein, sondern lässt sie einlegen von den Einlegern. (Einleger übrigens voll der Aufwand, ham wir mal bei Sub Culture gemacht.) For free, bzw. zum Preis des Magazins eben. Frei nach dem Motto: Was kostet die Welt, CDs kauft sowieso keiner mehr. Wäre ein Grund zum ersten Mal den Rolling Stone zu ergattern. Große Erwartungen an das Werk habe ich allerdings keine. Wir haben uns längst auseinandergelebt.
Ich bin/war riesiger Prince-Fan. Steht in meiner persönlichen Anhimmelliste auf einer Stufe mit den Beastie Boys und dem Nachbar. Bin dann als das mit dem ganzen ich-weiß-nicht-mehr-wie-ich-heiß-weil-mir-meine-Plattenfirma-ultra-auf-den-Pumps-geht anfing recht bald ausgestiegen.
So ist das letzte gute Album (bis auf ein paar einzelne Tracks wie z.B. “Musicology”) bekanntlich “Diamonds & Pearls” (wenn ich extrem gut gelaunt bin spiele ich gerne mal “Cream”, da gucken manche ziemlich doof), ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen, hat aber bislang noch niemand geschafft. Ändert natürlich nichts an seinem unfassbaren Lebenswerk (78 bis 91) und dieser unglaublichen Musik.
Dem 52jährigen Rogerle ist natürlich bummsegal was ein kleiner Ram sagt und macht munter weiter Alben. Das Witzige bei einem neuen Prince-Album ist: Jedes mal steht in der Rezi, egal wo: Endlich mal wieder ein richtiges Prince-Album! Jetzt isser wieder da! Wie früher! Alte Form! Derartiges kann man jetzt auch wieder im Falle vom “20ten” lesen. Gut. Ich merk mir den 22. Juli trotzdem vor.
Ach wer, für unternehmungslustige Menschen: Am kommenden Montag, 5. Juli gibt seine Erlaucht in der Berliner Waldbühne ein Konzert. Scheinbar noch nicht ausverkauft, gibt noch Karten ab 115 Euro und aufwärts.
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Beweg dich!
Am 1. Jun 2010, 09:14 Uhr von Setzer
“Das Auge isst mit”, sagt mein Vetter Schorsch immer. Mir ist das meistens etwas unangenehm, denn Augen können gar nicht essen und eigentlich habe ich auch gar keinen Vetter, der Schorsch heißt.
Hätte ich einen, würde er sich aber ein Loch in die Mütze freuen über “Animated Albums”. Da werden Cover von Alben animiert. Ohne ersichtlichen Grund. Einfach so, weil das Auge halt mitisst. Manche dieser animierten Dinger sind sogar besser als die eigentliche Platte.
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Behind The Scenes
Am 12. Mrz 2010, 08:37 Uhr von martin
Nachdem Thorsten The Pirate neulich die erste Single “Gebt uns ruhig die Schuld” aus dem upcoming Fanta4-Album “Für dich immer noch Fanta Sie” vorgestellt hat, der Vollständigkeit halber ein kleiner seht-her-wir-nehmen-unsere-Platte-auf-Clip inklusive massig Bärte bzw. seltsame Schnauzer. Aber bessere Promo als ein Bär auf der Straße.
Die Frage warum Pur nicht beim Heimspiel auftreten wird allerdings nicht geklärt.
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Trus’me “In The Red”
Am 4. Mrz 2010, 21:01 Uhr von martin
Ram allein daheim schmeißt seine Anlage an und legt endlich mal das zweite Album “In The Red” von Trus’Me auf den Plattenteller, nachdem es schon paar Wochen wartend herumsteht.
Im Büro aufm Rechner habe ich es schon seit einige Monaten und auch schon ein paar Mal angehört, aber es ist halt manchmal einfach doch nix, das digitale Zeug.
Echtes Musik genießen ist für mich immer noch schön gemütlich eine Schallplatte auflegen. Man hört einfach doch mehr raus, gerade bei einem Sound wie von David Wolstencroft – und merke erst gerade eben wie fett “In The Red” eigentlich ist, nachdem es mich bislang noch nicht richtig überzeugt hat.
Den Kerle hab ich schon länger im Blick, sein erstes Album “Working Nights” habe ich sehr gerne und sehr oft gehört, rotziger und wadentiefer Sample-House, der gerne Funk-Soul-Disco zitiert, allgemein die Trus’me-sche Arbeitsweise, in ganz eigener Manier.
“In The Red” macht genau da kurz und knackig auf 8 Tracks weiter, dieses Mal etwas songlastiger, mit Gast-Musikern und so. Schaden tuts nicht. Ram likes this.
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Zweimal Techno, zweimal HipHop
Am 2. Nov 2009, 12:44 Uhr von martin
Nach Thorstens Schlageranfall möchte ich hingegen kurz auf vier mehr oder weniger neue Alben eingehen, die ich mir in den letzten Wochen zugelegt habe und freue mich ebenso auf weitere Inspiration vom Publikum.
Wie schon auf die schöne Streamseite 22Tracks und die neue LCD Soundsystem-Nummer bin ich kürzlich dank eines Posts von Robin auf dem Liganova Blog auf das neue Album von Lusine “A Certain Distance” (Ghostly) aufmerksam geworden. Das fiel mir am vergangenen Samstag spontan in die Hände und schätze es schon nach zweimal Hören für ziemlich gut ein.
Wer ein liebliches, fragiles, leicht melancholisches aber ebenso angepopptes Electronic-Listening-Album sucht, ist mit dem neuen Werk des Amerikaners optimal versorgt. Schöner Einmuckel-Sound für einen Tag wie heute.
Roher, rouhger, darker, irgendwie auf den Dancefloor zielend, ist das Debütalbum von Redshape. Redshape absolviert Fototermine und Auftritte mit einer roten Maske, angeblich weiß keine Sau wer sich hinter dem Berliner Act verbirgt.
Das ist letztendlich nicht weiter tragisch, denn Techno ist sowieso eine Musik ohne Gesichter und Stars – von einer Handvoll Leuten wie dem Richie oder dem Sven abgesehen. Hauptsache, das was auf Rille gepresst wird ist gut.
Im Falle von Redshape ist das Material ganz vorzüglich. Die Menschheit, zumindest ein paar (Detroit)Techno-Nerds like me, lecken sich nach seinen Releases die Finger. Ich meine so gut wie alle Maxis des mysteriösen Produzenten zu besitzen und da war es eine Ehrensache sein Debütalbum “The Dance Paradox” im Blindflug zu erwerben.
Eine lohnende Anschaffung zwischen dunklem Rausch-Techno, orchestralen Science-Fiction-Breakbeats und natürlich ganz viel “Neo-Detroit”, wie man so sagt.
Ganz andere Baustellen sind freilich das Debütalbum von Kid Cudi und das neue, schon ein paar Monate alte, vierte Studioalbum von Mos Def “The Ecstatic”. Beide Werke habe ich, Achtung voll cool, im Fat Beats Los Angeles gekauft.
Der befindet sich auf der Melrose Ave, die zugegebenermaßen über viele Kilometer hinweg fast schlimmer ist als die Tübingerstraße. Ed Hardy residiert hier in einem unscheinbaren Backsteingebäude und viele Shops repräsentieren einen ähnlichen Stil, den man vielleicht am besten mit Neureich-Bad-Taste-Glitzery-Fashion umschreibt.
Dem Moschens neues Album hat mir, nachdem wir es hier kurz irgendwo von hatten, bereits freundlicherweise ein Nachbar gebrennt, also nicht der Nachbar, sondern ein anderer. Aber da gebrannte Alben eigentlich straight for the ass sind, ich prinzipiell jeden Mos Def Longplayer besitze, musste die auch sein.
Erst kürzlich hab ich “The Ecstatic” mal genauer unter die Lupe genommen und für richtig gut empfunden. Sehr kurzweilig, abwechslungsreich, bouncig, rappig, offenherzig wie experimentierfreudig. Wie auf den beiden Vorgängeralben zitiert der Kult-Rapper und Heartbreaker aus Brooklyn wieder allerhand musikalische Einflüsse, komprimiert die aber knackig auf 45 Minuten.
P.S.: Ich weiß nicht wie das bei den deutschen Copys ist, bei meiner Vinyl lag ein Kärtchen bei, mit dem ich mir das Album auch in 320er Quali runterladen konnte.
Brandneu, zumindest vor rund sechs Wochen beim Kauf, war das Kid Cudi Werk “Man On The Moon: The End Of Day”. Dank meines Guido-Englisch dachte ich ja immer, der heißt Kidd Quedie. Henster klärte mich neulich auf, man würde ihn Kidd Kaddie aussprechen. Schon wieder was gelernt.
Der Kaddie also, das wissen vielleicht manche gar nicht, macht eigentlich HipHop und kein Electro. Wobei im ganzen 2.0-Wahn da die Grenzen manchmal auch brachliegen.
Ich bin ja wirklich dankbar um solche Tracks wie “Day N Nite”, seit anderthalb Jahren im Crookers Mix zu Recht auf Dauerrotation, so ein cooles Konsensding, gefällt mir, schluckt aber auch Heti und Pleti. Solche Lieder sollte es mehr geben.
Der Original-Cudi, also ohne Crookers Back-Up, jedenfalls gestaltet “Man On The Moon” als Konzeptalbum, zumindest sollen fünf “Akte” darauf hinweisen. Zugegebenermaßen braucht man eine Weile um sich da rein zu hören.
Wer “Day N Night” im Original kennt, der hat ungefähr eine Vorstellung wie das alles klingt. Raumgleiter-Rap. Eher low, sehr atmosphärisch, schleppende, langsame Beats, wenig Bounce, zunächst wenig catchy, abgesehen die zweite Single “Make Her Say”, mit dem Lady Gaga-Sample.
Die wahren Ohrwürmer offenbaren sich erst nachdem man sich die vielschichtige CD mehrere Mal zu Gemüt geführt hat, wie obiges “Solo Dolo.” Prädikat: Wächst beim Hören. Das ist eigentlich das beste was einem Album passieren kann.
Als nächstes steht auf meinem Einkaufszettel das Hudson Mohawke Album, die LCD-Remix-Sammlung und eventuell noch die Compilation “Reflections On Classical Music”.
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Albumjahr
Am 27. Mai 2009, 10:00 Uhr von martin
Hurra, hurra, es ist Albumjahr. Kann natürlich nur eine subjektive Wahrnehmung sein. Ende letzten Jahres hab ich mich ziemlich über die rare Auslese aus 2008 mokiert, zumindest diesem Eintrag nach zu urteilen.
Die erste Jahreshälfte ist noch nicht überschritten und die Ausbeute ist jetzt schon besser als 2008. Ungeachtet jeglicher Krisenstimmung veröffentlichten viele Acts großartige Longplayer. Von Stimming und Jesse Rose hatten wir es schon. Außerdem gilt: Die “Alten” sind zurück.
Vorneweg der gute Hell, dessen “Teufelswerk” als exzellent einzustufen ist. Meines Erachtens ein brillantes Doppel-Set, die Night-Seite mit einer Fülle an Ideen und Melodien-Reichtum wie man es im Techno schon lange nicht mehr gehört hat. Aber dazu kommt noch eine ausführliche Gast-Rezi.
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Album, where you at?
Am 26. Dez 2008, 14:12 Uhr von martin
Während meine Kollegen ihre Single Hits dokumentieren, frage ich, was ist nur mit dem guten Album passiert? Nun, es ist natürlich keine neue Erkenntnis, dass in iPod-Durchzap-Zeiten dieses Format, eigentlich die Königsdisziplin, ihre Bedeutung verloren hat. Scheiß Lied, nächstes. Ein Album zu hören erfordert Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld. Drei Fremdwörter für immer mehr Menschen.
Dieser Tatsache scheinen sich die Künstler, egal aus welchem Genre und egal ob Big Seller oder beyond the mainstream, anzupassen. Denn die guten Alben musste man dieses Jahr, wie schon im letzten auch, regelrecht suchen. Das finde ich sehr schade, weil ich bin ein absoluter Album-Fan.
Würde mich z.B. jemand nach DEM Rap-Album des Jahres 2008 fragen – ich hätte keine Antwort drauf (Vielleicht The Cool Kids?). Aber auch vermeintliche wie (in der Presse) gefeierte “Großwerke” der Marke Hercules & Love Affair konnte ich eigentlich bis auf die Singles und dem einen oder anderen Track nicht viel abgewinnen.
Und über das dritte Portishead Album, wie Neo in Matrix als heilbringende Erlösung von bösen Popmusikquälerein gefeiert, hab ich mich eigentlich nur aufgeregt – und ich hab mir wirklich Mühe gegeben einen Zugang zu finden (und werds auch nochmals versuchen). Gott sei Dank war ich noch nie im Leben suizidgefährdet. Das wäre schlimm ausgegangen, damals im April. (Auf der anderen Seite wiederum ist auf diesem Album mit “Machine Gun” einer der fettesten Tunes des Jahres drauf. Man wird einfach nicht schlau aus unseren Künstlern in diesen Tagen…)
Lange Rede, kein Sinn, ich hab mal ein paar Alben (listenfrei) zusammengestellt, die ich dieses Jahr viel gehört habe, lass mich jederzeit eines besseren belehren und freu mich über gute Longplayer-Tipps.
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