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    Beats, Rhymes & Life: ATCQ Doku

    Am 2. Nov 2011, 17:13 Uhr von martin

    YouTube Preview Image

    Wollte gerade schreiben, falls heute Abend nichts im Fernsehen kommen sollte, aber das ist Quatsch, weil erstens immer irgendwas in der Glotze kommt und sei es nur die Geissens oder die Supernanny, aber heute doppelter Quatsch und vielleicht in einigen Haushalten eine echte Beziehungsprobe: Der FCB gegen Sex and the City in Spielfilmlänge. Sprich, für “alle” was dabei. Zwei TV-Installationen wäre da vielleicht nicht schlecht.

    Falls die oder der eine oder andere Fußball genauso belanglos findet wie Drehbücher über Schuhe, dagegen schwer verliebt ist in HipHop und A Tribe Called Quest für die weltbeste Band nach den Beastie Boys und den Dire Straits hält, kann sich online die lang angekündigte Doku über die überaus wichtige Combo anschauen. “The Travels of A Tribe Called Quest” steht nun erstmals in voller Länge im Netz, oben läuft der Trailer.


    [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=-LtTiqJxiV4[/youtube] Wollte gerade schreiben, falls heute Abend nichts im Fernsehen kommen sollte, aber das ist Quatsch, weil erstens immer irgendwas in der Glotze kommt und sei es nur die Geissens oder die Supernanny, aber heute doppelter Quatsch und vielleicht in einigen Haushalten eine echte Beziehungsprobe: Der FCB gegen Sex and the City in Spielfilmlänge. Sprich, für "alle" was dabei. Zwei TV-Installationen wäre da vielleicht nicht schlecht. Falls die oder der eine oder andere Fußball genauso belanglos findet wie Drehbücher über Schuhe, dagegen schwer verliebt ist in HipHop und A Tribe Called Quest für die weltbeste Band nach den Beastie Boys und den Dire Straits hält, kann sich online die lang angekündigte Doku über die überaus wichtige Combo anschauen. "The Travels of A Tribe Called Quest" steht nun erstmals in voller Länge im Netz, oben läuft der Trailer.

     
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    52 Albums/51: A Tribe Called Quest “Beats, Rhymes & Life”

    Am 22. Apr 2010, 12:00 Uhr von martin

    Mir gingen zugegebenermaßen längst etwas die Ideen aus, über welche Alben ich noch halbwegs etwas persönliches schreiben konnte, also eine Platte mit der ich viel verbinde. Die wichtigsten waren abgehandelt.

    Daheim stapeln sich zwar tonnenweise Vinyl- und CD-Alben, aber bekommen immer weniger Aufmerksamkeit weil man immer weniger Zeit findet, sich mit einem Album länger zu beschäftigen (Gespräche über Musik vs Zeit führe ich übrigens momentan öfters). Als man (scheinbar) weniger Musik zur Verfügung hatte, war das anders.

    Für meinen letzten Beitrag dieser Serie, der eigentlich schon letzte Woche hätte kommen sollen (wir haben es bis auf die Weihnachtszeit und nun letzte Woche fast geschafft den wöchentlichen Rhythmus beizubehalten), stand ich zunächst wie der Ochs vom Berg und wenn ich nicht auf die Info gestossen wäre, dass ATCQs Debütalbum die Tage 20jähriges feiert, würde ich da auch heute noch stehen.

    Dann schwankte ich kurz zwischen „Stakes is high“ von De La Soul und eben „Beats, Rhymes & Life“, zwei Alben aus demselben Jahr mit derselben Grundstimmung, entschied mich für Letzteres, weil es zum einen für mich das beste ATCQ Album ist (unter „Kritikern“, wer auch immer das sein soll, wird „The Low & End Theory“ am Höchsten gehalten), zum anderen weil es für mich für einen persönlichen wie musikalischen neuen/zweiten Abschnitt steht.

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    Mir gingen zugegebenermaßen längst etwas die Ideen aus, über welche Alben ich noch halbwegs etwas persönliches schreiben konnte, also eine Platte mit der ich viel verbinde. Die wichtigsten waren abgehandelt. Daheim stapeln sich zwar tonnenweise Vinyl- und CD-Alben, aber bekommen immer weniger Aufmerksamkeit weil man immer weniger Zeit findet, sich mit einem Album länger zu beschäftigen (Gespräche über Musik vs Zeit führe ich übrigens momentan öfters). Als man (scheinbar) weniger Musik zur Verfügung hatte, war das anders. Für meinen letzten Beitrag dieser Serie, der eigentlich schon letzte Woche hätte kommen sollen (wir haben es bis auf die Weihnachtszeit und nun letzte Woche fast geschafft den wöchentlichen Rhythmus beizubehalten), stand ich zunächst wie der Ochs vom Berg und wenn ich nicht auf die Info gestossen wäre, dass ATCQs Debütalbum die Tage 20jähriges feiert, würde ich da auch heute noch stehen. Dann schwankte ich kurz zwischen „Stakes is high“ von De La Soul und eben „Beats, Rhymes & Life“, zwei Alben aus demselben Jahr mit derselben Grundstimmung, entschied mich für Letzteres, weil es zum einen für mich das beste ATCQ Album ist (unter „Kritikern“, wer auch immer das sein soll, wird „The Low & End Theory“ am Höchsten gehalten), zum anderen weil es für mich für einen persönlichen wie musikalischen neuen/zweiten Abschnitt steht. Ich habe das schon mal im Rahmen dieser Serie geschrieben: Bis zum Sommer 1996, mein Abi-Jahr, langte die Kohle meistens nur für Techno/House-Releases (also die Musik, die ich auflegen wollte). Da ich nach dem Abi sofort mit dem Zivi angefangen habe, war ich quasi auf einmal reich und konnte mehr öfters mal auch ein HipHop-Alben leisten. Das war die eine Seite. Zudem ist mir speziell im Sommer 1996 aufgefallen, wie gut HipHop eigentlich (gerade wieder) ist. Rap war zwar meine Number One Schulhof-Mugge Ende 80, Anfang 90, aber im Zuge der Techno-Mania fristete die Musik ein Schattendasein. Ich schnappte ab und zu etwas cooles bei MTV auf und kaufte aufgrund der genannten Problematik nur gaaanz selten mal etwas. Richtig drin war ich definitiv nicht. Klar, gerade ATCQ und De La Soul fand ich schon immer recht dufte, aber hatte letztendlich keinen Plan wo die gerade so stehen. Und dann lief eines Tages im Sommer 96 folgendes Video auf MTV: You on point Phife / 1nce again Phife / you one point Phife / 1nce again Tip / …. Shit, damn! Das gefällt mir! Ich also ab in die Lerche und mir das Ding gezogen (auf CD, was soll ich mit HipHop Vinyl?). Ich meine es war mein erstes HipHop-Album seit fünf Jahren. Und der Soundtrack für den Hochsommer 1996, den ich als besonders schön in Erinnerung habe, auch wenn ich in der Gluthitze jeden Tag zum Vaihinger Wallgraben zur Zivistelle dackeln musste, der ersten Aufgabe nach der Schulzeit. Abends sassen wir oft in irgendeinem Garten herum und haben „Beats, Rhymes & Life“ reingehauen. Diese unfassbare Lässigkeit, diese smoothe Atmosphäre, die mitunter J.Dilla zu verdanken ist, hat mich immer wieder von neuem in den Bann gezogen. Im Nachhinein betrachtet könnte man das Album heutzutage fast schon als „Minimal-HipHop“ bezeichnen, lange vor Snoops „Drop It Like It´s Hot“, ein Beat, die stets präsente Snare, ein Sample und natürlich „my rhymes are harder than last nights erection“ - das wars. Mein Lieblingslied auf dem Album war übrigens neben besagten „1nce again“ und der zweiten Single „Stressed Out“ recht schnell „The Hop“. Ich hatte bis dato HipHop meist noch wesentlich brachialer im Kopf (remember Public Enemy) und z.B. auch die erste Wu-Tang-Welle (aus oben genannten Gründen) verpasst, aber „Beats, Rhymes & Life“ war für mich der Türöffner, um sich wieder für HipHop zu interessieren und vermehrt HipHop (nach) zu kaufen. Somit ist diese Geschichte auch ein Vorspiel zu meinem Jay-Z-Text vor über einem Jahr. Bevor Thorsten nun nächste Woche das beendet war er angefangen hat, möchte ich abschließend nochmals sagen, dass ich die Serie, auch wenn sie vielleicht bissle nerdig war, ziemlich groß fand und danke an dieser Stelle allen Gast-Autoren für ihre tollen Texte und natürlich dicke Props an den Thorsten, der für 52 Albums wesentlich mehr getan hat. Hier nochmals alle meine Beiträge in der Übersicht: www.kessel.tv/52-albums3-gang-starr-moment-of-truth/ www.kessel.tv/52-albums06-prince-sign-o´-the-times/ www.kessel.tv/52-albums09-jay-z-reasonable-doubt/ www.kessel.tv/52-albums11-air-moon-safari/ www.kessel.tv/52-albums13-goldie-timeless/ www.kessel.tv/52-albums17-robert-hood-minimal-nation/ www.kessel.tv/52-albums20-public-enemy-fear-of-a-black-planet/ www.kessel.tv/52-albums23-massive-tone-kopfnicker/ www.kessel.tv/52-albums25-beastie-boys-ill-communication/ www.kessel.tv/52-albums29-mos-def-talib-kweli-are-black-star/ www.kessel.tv/52-albums31-trentemoller-the-last-resort/ www.kessel.tv/52-albums34-roisin-murphy-ruby-blue/ www.kessel.tv/52-albums37-beginner-blast-action-heroes/ www.kessel.tv/52-albums43-the-chemical-brothers-exit-planet-dust/ www.kessel.tv/52-albums47-tricky-maxinquaye/

     
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    A Tribe Called Quest Minimix by Frico

    Am 11. Jan 2010, 16:34 Uhr von martin

    Montag und ein Mix? Ha, warum nicht. Schließlich ist A Tribe Called Quest eine der besten HipHop Bands aller Zeiten und DJ Friction hat einen über 10 Jahre alten Minimix mit ausschließlich Tracks von der Band um Q-Tip ausgegraben. Ich habe kürzlich irgendwo gelesen, dass Ali Shaheed Muhammad ein Solo-Album plant.

    Auf zum Mix (Soundcloud) und hier noch die Geschichte dazu:

    “Back in 1998 Jive Records Germany started a Mixtape contest for the release of The Love Movement album of A Tribe Called Quest. They asked for a 15 min mix using only tracks from the previous ATCQ albums. I was the winner of the contest and they released this as a limited promo mixtape with a bonus snippet.

    Tracklist: Bonita Applebum, One Two Shit, Stressed Out, Oh My God, 1nce Again, Can I Kick It, Award Tour, Electric Relexation, Check The Rhyme, Hot Sex, Scenario. Bonus : Like It Like That”

    Can’t believe this was already over 10 Years ago. Thought it was time to share this again…enjoy!!!”

    Montag und ein Mix? Ha, warum nicht. Schließlich ist A Tribe Called Quest eine der besten HipHop Bands aller Zeiten und DJ Friction hat einen über 10 Jahre alten Minimix mit ausschließlich Tracks von der Band um Q-Tip ausgegraben. Ich habe kürzlich irgendwo gelesen, dass Ali Shaheed Muhammad ein Solo-Album plant. Auf zum Mix (Soundcloud) und hier noch die Geschichte dazu: "Back in 1998 Jive Records Germany started a Mixtape contest for the release of The Love Movement album of A Tribe Called Quest. They asked for a 15 min mix using only tracks from the previous ATCQ albums. I was the winner of the contest and they released this as a limited promo mixtape with a bonus snippet. Tracklist: Bonita Applebum, One Two Shit, Stressed Out, Oh My God, 1nce Again, Can I Kick It, Award Tour, Electric Relexation, Check The Rhyme, Hot Sex, Scenario. Bonus : Like It Like That" Can't believe this was already over 10 Years ago. Thought it was time to share this again...enjoy!!!"

     
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    52 Albums/16: A Tribe Called Quest
    “People’s Instinctive Travels
    and the Paths of Rhythm”

    Am 24. Jun 2009, 00:16 Uhr von kutmaster

    Mein erster CD Player war ein sogenannter “Portable Digital Laser Disk Player PD-10″ von Goldstar – ein riesengrosses, hässliches Ding mit Trageriehmen, in das man, sollte man das mit dem “portabel” tatsächlich ernst nehmen, ganze 8 AA Mignon Batterien stopfen musste um 2 Stunden Musik auf Kopfhörern zu spielen.
    Ich hatte ihn glaube ich irgendwann 1989 geschenkt bekommen und mich natürlich grossartig darüber gefreut. Ich war sozusagen Up-to-Date, auf dem neuestem Stand der Technik – das einzige Problem stellten die CD Preise dar. Kostete eine LP damals 15 – 16 Mark, musste man für eine CD das Doppelte berappen, was mir als 14jährigem nicht gerade entgegen kam.
    Zum Glück hat etwa zeitgleich in Ludwigsburg ein CD-Verleih aufgemacht, bei dem ich mit ein paar Freunden natürlich sofort einen Mitgliedsausweis mit unterschriebener Haftungs- und Erlaubnis-Erklärung unserer Eltern besorgte. Damit waren wir bereit – der Plan lautete wie folgt: wenn fünf Leute je eine CD ausleihen und sie sich dann untereinander auf Kassetten kopieren, gibt’s für jeden ganze 5 Alben für kleines Geld. Raubkopie 1.0.
    Natürlich sind wir schnell Stammkunden geworden und der Besitzer freute sich immer über neue Kauftipps von uns Schnorrerkindern, schliesslich kannten wir uns inzwischen zumindest im Hip-Hop-Genre ziemlich gut aus.
    Eines Tages stand nun eben dort eine brandneue Import-CD (die waren damals in länglichen grossen Pappschubern verpackt) mit einem ziemlich buntem Cover und einem ellenlangen, für uns damals unaussprechlichem Namen: A Tribe Called Quest – People’s Instinctive Travels and the Paths of Rhythm. Aha – alles klar. Das war also der Erstkontakt.  Die darauf folgenden Wochen schmachteten wir nach “Bonita Applebum”, liessen unsere “Wallet in El Segundo” liegen und lachten über das “Luck of Lucien”.
    Q-Tips nasale Stimme und die, für damalige Räp-Verhältnisse sehr neuen und freshen Jazzbeats schlugen genau in eine Kerbe, mit der wir uns als Mittelstands-Kids irgendwie identifizieren konnten. Kein Posing, keine Goldketten, keine teuren Klamotten und Angebertexte. Irgendwie haben ATCQ damit sofort bei mir gepunktet und ich bin lange Fan geblieben – zumindest bis zur ersten Solo-Platte von Q-Tip. Ich weiss, das hört sich jetzt ziemlich schmierig an, aber als er da mit Pelzmantel und geilen Weibern im Video rumtänzelte ist in mir ein kleiner Teil meiner Jugend-Ideologie gestorben. “Sellout” haben wir damals dazu gesagt.
    Das Tape das ich damals anfertigte, besitze ich übrigens immer noch und ein Bild davon hängt heute als Collage mit anderen Kassetten aus unserem CD-Verleih-Deal, im Tape Club in Berlin. Vielleicht hat’s ja mal einer gesehen. Sagt ‘nen Gruß von mir!
    Inzwischen sind CD Verleiher gesetzlich verboten und portable CD Player sowie Audiokassetten längst Schnee von vorgestern und ich nenne neben der Original CD auch das Album als MP3 mein Eigen.
    Seit damals 1990, als wir einen Sommer lang jeden Tag auf nichts Anderes auf Repeat abgespielt haben, hat es für mich keinen Deut an Coolness verloren. Ich gehöre nämlich eher zu den Leuten die sich schnell an Sachen “überhören” – diese Platte geht jedoch immer, auch im Club.
    Can I kick it? Yes you can!

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    Mein erster CD Player war ein sogenannter “Portable Digital Laser Disk Player PD-10″ von Goldstar – ein riesengrosses, hässliches Ding mit Trageriemen, in das man, sollte man das mit dem “portabel” tatsächlich ernst nehmen, ganze 8 AA Mignon Batterien stopfen musste um zwei Stunden Musik auf Kopfhörer zu spielen.

    Ich hatte ihn, glaube ich, irgendwann 1989 geschenkt bekommen und mich natürlich grossartig darüber gefreut. Ich war sozusagen Up-to-Date, auf dem neuesten Stand der Technik – das einzige Problem stellten die Preise dar. Kostete eine LP damals 15 – 16 Mark, musste man für eine CD das Doppelte berappen, was mir als 14-jährigem Schüler nun nicht gerade entgegen kam.

    Zum Glück hat etwa zeitgleich in Ludwigsburg ein CD-Verleih aufgemacht, bei dem ich mir, mit ein paar Freunden, natürlich sofort einen Mitgliedsausweis mit unterschriebener Haftungs- und Erlaubnis-Erklärung unserer Eltern besorgte. Damit waren wir bereit – der Plan lautete wie folgt: wenn fünf Leute je eine CD ausleihen und sie sich dann untereinander auf Kassetten kopieren, gibt’s für jeden ganze fünf Alben für kleines Geld. Raubkopie 1.0.

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    Mein erster CD Player war ein sogenannter "Portable Digital Laser Disk Player PD-10" von Goldstar - ein riesengrosses, hässliches Ding mit Trageriehmen, in das man, sollte man das mit dem "portabel" tatsächlich ernst nehmen, ganze 8 AA Mignon Batterien stopfen musste um 2 Stunden Musik auf Kopfhörern zu spielen. Ich hatte ihn glaube ich irgendwann 1989 geschenkt bekommen und mich natürlich grossartig darüber gefreut. Ich war sozusagen Up-to-Date, auf dem neuestem Stand der Technik - das einzige Problem stellten die CD Preise dar. Kostete eine LP damals 15 - 16 Mark, musste man für eine CD das Doppelte berappen, was mir als 14jährigem nicht gerade entgegen kam. Zum Glück hat etwa zeitgleich in Ludwigsburg ein CD-Verleih aufgemacht, bei dem ich mit ein paar Freunden natürlich sofort einen Mitgliedsausweis mit unterschriebener Haftungs- und Erlaubnis-Erklärung unserer Eltern besorgte. Damit waren wir bereit - der Plan lautete wie folgt: wenn fünf Leute je eine CD ausleihen und sie sich dann untereinander auf Kassetten kopieren, gibt's für jeden ganze 5 Alben für kleines Geld. Raubkopie 1.0. Natürlich sind wir schnell Stammkunden geworden und der Besitzer freute sich immer über neue Kauftipps von uns Schnorrerkindern, schliesslich kannten wir uns inzwischen zumindest im Hip-Hop-Genre ziemlich gut aus. Eines Tages stand nun eben dort eine brandneue Import-CD (die waren damals in länglichen grossen Pappschubern verpackt) mit einem ziemlich buntem Cover und einem ellenlangen, für uns damals unaussprechlichem Namen: A Tribe Called Quest - People's Instinctive Travels and the Paths of Rhythm. Aha - alles klar. Das war also der Erstkontakt.  Die darauf folgenden Wochen schmachteten wir nach "Bonita Applebum", liessen unsere "Wallet in El Segundo" liegen und lachten über das "Luck of Lucien". Q-Tips nasale Stimme und die, für damalige Räp-Verhältnisse sehr neuen und freshen Jazzbeats schlugen genau in eine Kerbe, mit der wir uns als Mittelstands-Kids irgendwie identifizieren konnten. Kein Posing, keine Goldketten, keine teuren Klamotten und Angebertexte. Irgendwie haben ATCQ damit sofort bei mir gepunktet und ich bin lange Fan geblieben - zumindest bis zur ersten Solo-Platte von Q-Tip. Ich weiss, das hört sich jetzt ziemlich schmierig an, aber als er da mit Pelzmantel und geilen Weibern im Video rumtänzelte ist in mir ein kleiner Teil meiner Jugend-Ideologie gestorben. "Sellout" haben wir damals dazu gesagt. Das Tape das ich damals anfertigte, besitze ich übrigens immer noch und ein Bild davon hängt heute als Collage mit anderen Kassetten aus unserem CD-Verleih-Deal, im Tape Club in Berlin. Vielleicht hat's ja mal einer gesehen. Sagt 'nen Gruß von mir! Inzwischen sind CD Verleiher gesetzlich verboten und portable CD Player sowie Audiokassetten längst Schnee von vorgestern und ich nenne neben der Original CD auch das Album als MP3 mein Eigen. Seit damals 1990, als wir einen Sommer lang jeden Tag auf nichts Anderes auf Repeat abgespielt haben, hat es für mich keinen Deut an Coolness verloren. Ich gehöre nämlich eher zu den Leuten die sich schnell an Sachen "überhören" - diese Platte geht jedoch immer, auch im Club. Can I kick it? Yes you can! Mein erster CD Player war ein sogenannter "Portable Digital Laser Disk Player PD-10" von Goldstar - ein riesengrosses, hässliches Ding mit Trageriemen, in das man, sollte man das mit dem "portabel" tatsächlich ernst nehmen, ganze 8 AA Mignon Batterien stopfen musste um zwei Stunden Musik auf Kopfhörer zu spielen. Ich hatte ihn, glaube ich, irgendwann 1989 geschenkt bekommen und mich natürlich grossartig darüber gefreut. Ich war sozusagen Up-to-Date, auf dem neuesten Stand der Technik - das einzige Problem stellten die Preise dar. Kostete eine LP damals 15 - 16 Mark, musste man für eine CD das Doppelte berappen, was mir als 14-jährigem Schüler nun nicht gerade entgegen kam. Zum Glück hat etwa zeitgleich in Ludwigsburg ein CD-Verleih aufgemacht, bei dem ich mir, mit ein paar Freunden, natürlich sofort einen Mitgliedsausweis mit unterschriebener Haftungs- und Erlaubnis-Erklärung unserer Eltern besorgte. Damit waren wir bereit - der Plan lautete wie folgt: wenn fünf Leute je eine CD ausleihen und sie sich dann untereinander auf Kassetten kopieren, gibt's für jeden ganze fünf Alben für kleines Geld. Raubkopie 1.0. Natürlich sind wir schnell Stammkunden geworden und der Besitzer freute sich immer über neue Kauftipps von uns Schnorrerkindern, schliesslich kannten wir uns inzwischen zumindest im HipHop-Genre ziemlich gut aus. Eines Tages stand nun eben dort eine brandneue Import-CD (die waren damals in länglichen grossen Pappschubern verpackt) mit einem ziemlich buntem Cover und einem ellenlangen, für uns damals unaussprechlichen Namen drauf: A Tribe Called Quest - People's Instinctive Travels and the Paths of Rhythm. Aha - alles klar. Das war also der Erstkontakt. Die darauf folgenden Wochen säuselten wir bloss noch "Bonita Applebum", liessen unsere "Wallet in El Segundo" liegen und lachten über das "Luck of Lucien" (Insider: Hey yo Tip, what's wrong with snails?). Q-Tips nasale Stimme und die, für damalige Räp-Verhältnisse sehr neuen und freshen Jazzbeats schlugen genau in eine Kerbe, mit der wir uns als Lower-Mittelstands-Kids aus Kornwestheim irgendwie identifizieren konnten. Kein Posing, keine Goldketten, keine teuren Klamotten oder blöde Angebertexte. Damit haben ATCQ sofort bei mir gepunktet und ich bin lange Fan geblieben - zumindest bis zur ersten Solo-Platte von Q-Tip. Ich weiss, das hört sich jetzt ziemlich schmierig an, aber als er da mit Pelzmantel und geilen Weibern im Video rumtänzelte, ist in mir ein kleiner Teil meiner Jugend-Ideologie gestorben. "Sellout" haben wir früher dazu gesagt. Das Tape das ich damals anfertigte, besitze ich übrigens immer noch und ein Bild davon hängt heute als Collage - mit anderen Kassetten aus unserem CD-Verleih-Deal - im Tape Club in Berlin. Vielleicht hat's ja mal einer gesehen. Sagt 'nen lieben Gruß von mir! Inzwischen sind CD-Verleiher gesetzlich verboten, portable CD Player sowie Audiokassetten längst Schnee von vorgestern und ich nenne neben der Original CD auch das Album als MP3 mein Eigen. Seit damals 1990, als wir einen Sommer lang jeden Tag fast nichts Anderes auf Repeat abgespielt haben, hat es für mich keinen Deut an Coolness verloren. Ich gehöre nämlich eher zu den Leuten die sich schnell an Sachen "überhören" - diese Platte geht jedoch immer, auch im Club. Can I kick it? Yes you can!

     
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    Bathroomboogie

    Am 28. Okt 2008, 10:07 Uhr von martin


     
    Update: Auf Fricos Hinweis, Gettin UP

    Der gute Q-Tip (hier mit der Erika zu sehen) scheint oben herum etwas breiter geworden zu sein, erinnert mich ein wenig an den Typ von der insolventen Eckkneipe. Hat wohl viel Zeit fürs Training. Zeit für sein neues Album “The Renaissance” hat er aber auch gehabt, das am 4. November erscheint. Nach 10 Jahren kann man mal wieder eine Platte machen. “Bathroomboogie” ist was für die funky B-Boys und Fly Girls unter uns und “Move” ist ein J-Dilla Nicker. Wo der wieder herkommt? 

    Q-Tip feat. Amanda Diva – Bathroomboogie 

    07-manwomanboggie-_feat_-amanda-diva_.mp3

    Q-Tip – Move

    01-_move_-main-full-mix-_master_.mp3

      Update: Auf Fricos Hinweis, Gettin UP Der gute Q-Tip (hier mit der Erika zu sehen) scheint oben herum etwas breiter geworden zu sein, erinnert mich ein wenig an den Typ von der insolventen Eckkneipe. Hat wohl viel Zeit fürs Training. Zeit für sein neues Album "The Renaissance" hat er aber auch gehabt, das am 4. November erscheint. Nach 10 Jahren kann man mal wieder eine Platte machen. "Bathroomboogie" ist was für die funky B-Boys und Fly Girls unter uns und "Move" ist ein J-Dilla Nicker. Wo der wieder herkommt?  Q-Tip feat. Amanda Diva - Bathroomboogie  [audio:http://www.kessel.tv/wp-content/uploads/2008/10/07-manwomanboggie-_feat_-amanda-diva_.mp3] Q-Tip - Move [audio:http://www.kessel.tv/wp-content/uploads/2008/10/01-_move_-main-full-mix-_master_.mp3]

     
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