• 38

    Ich schreibe wie…:
    Der Melinda Nadj Abonji-Blog

    Heute früh in der StZ drauf gestossen, hat die FAZ eine Selbstbefriedigungshilfe für die schreibende Zunft entwickelt, heißt “Ich schreibe wie”.

    Man gibt in das Fenster eine Textprobe ein, und das Tool vergleicht den Schreibstil mit mehr oder weniger großen und bekannten SchriftstellerInnen. Hofft man natürlich, dass Goethe oder zumindest Maxim Biller rauskommt. Is aber meistens nicht so.

    Musste ich natürlich gleich ausführlich durchspielen und hab mit Setzers Röhre-Text angefangen. Zuerst nur einen Absatz, da war er noch Theodor Fontane, dann zwei, da wurde er Kurt Tucholsky, den ganzen Text vergleicht die Maschine mit Rainald Goetz. Not bad, Kollege!

    Als nächstes checke ich Inges Wasen-Erlebnisse, zunächst zaghaft, da schreibt er noch wie Ildiko von Kürthy, der ganze Text wiederum ist Melinda Nadj Abonji pur.

    Man mag mich jetzt als Banause verurteilen, hab aber auch nie nen Hehl drauß gemacht, dass ich kaum Bücher lese und somit habe ich von Melinda Nadj Abonji noch nie gehört. Sorry. Iss aber bestimmt ne tolle Frau.

    Dumm nur, dass uns die gebürtige Ungarin hartnäckig begleitet. Janas Irrwege über die Fildern klingen ebenfalls nach Melinda, wahlweise aber auch wie Peter Handke. Wow.

    Jetzt bin ich dran, nehme meinen Deutschen Fernsehpreis-Nachreport und wie beim Aussi ähnelt mein Stil Ildiko von Kürthy – oder ja, Melinda Nadj Abonji. Da mich Melinda langsam nervt, gebe ich einen kompletten Text vor genau einem Jahr ein: Statusmeldung Warten. Frau Abonji wartet mit mir! Damn!

    Okay, Thorsten, bitte enttäusch uns nicht: Tut er nicht, sein “Jo Mei”-Wiesnreport ist Rainald Goetz. Pur. Egal wie viele Absätze man reindroppt. Ich würde sagen, Thorsten hat es geschafft. Zumindest klingt Rainald Goetz cooler als Melinda Nadj Abonji.

    Die Alte lässt mir keine Ruhe. Und Setzers schwankendes Ergebnis irritiert mich. Also kopiere ich zwei Absätze seines phänomenalen Kicker vs. VfB-Text in das Fenster – Melinda Nadj Abonji.

    Dann noch weitere Tests: Ein kurzer Textabschnitt aus Jörg Harlan Rohleders “Lokalhelden” sounds like Melinda, der Southside Nachbericht von Afro-Dieter wie Sigmund Freud oder Peter Handke, immerhin. Unser Leser JoeJoe kommentiert übrigens im Stil von Theodor Fontane oder – Melinda Nadj Abonji.

    Fazit: Wir sind nicht nur ein Party- und Turnschuh-Blog sondern jetzt auch der Melinda Nadj Abonji-Blog. Klingt zumindest besser als der Rosamunde Pilcher-Blog.

    FAZ: Ich schreibe wie…

    P.S.: Eine Polizeimeldung zum Wasserwerfer-Einsatz vom 30.9. ist in Friedrich Nietzsche-Manier verfasst worden.

    Ähnliche Artikel

 
38 Kommentare »
 

LaberLaber 38 Kommentare

  1. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 11:37

    Vor lauter Melinda plärrt jetzt Belinda Carlisles “La Luna” in meinem Kopf rum. Danke dafür! ;)

  2. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 11:38

    Kannte die gute Melinda bis grade auch nicht.

    Scheint aber heissen Violinen-Beatbox Scheiss zu machen =)

    http://www.pigasus-shop.de/pro.....iolin.html

    Sollte man sie evtl. zur nächsten Blog-Lesung einladen?

  3. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 11:38

    Eine Polizeimeldung wie von Nietzsche? Gott ist tot, oder wie ist das gemeint? ;-)

  4. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 11:41

    die dame ist halt gerade in, hat dieses jahr den deutschen buchpreis gewonnen ;-)

  5. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 11:51

    Ach so, mein Text über das Crackhuren-Konzert sagt, das ich wie Peter Handke schreibe

  6. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 11:52

    Wenn ich blogge, schreibe ich wie Rainald Götz. Meine Versuche, den neuen deutschen Gegenwartsroman zu schreiben, lassen mich für die FAZ-Maschine wie Uwe Tellkamp aussehen (das ist der mit dem fetten Turm-Wälzer). Kann ich mit leben. Aber ich hätte lieber Christian Kracht gehabt. Oder Fontane. Götz ist natürlich sehr schmeichelhaft.

  7. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 11:55

    und ich schreibe wie ingo schulze.

  8. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 11:57

    Garde auch gecheckt! Zwei Texte, zwei Ergebnisse: Einmal Charlotte Roche, einmal Franz Kafka. Hahaha

  9. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:01

    Theodor Fontane. da kann ich mir jetzt ein Ei drauf braten. Gemacht hab ichs dennoch.Na ja, ist ja auch Mittagspause :)

  10. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:03

    Team Charlotte Roche. Ha, ha.

  11. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:05

    ja top, nach der analyse einer zweiseitigen glosse titulierts: max frisch!

  12. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:27

    und ich wie Sigmund Freud…naja…

  13. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:29

    Bei kurzen Texten Kafka, bei langen Ildiko von Kürthy- ist das nun gut?

  14. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:33

    Und Ulla Hahns Texte finden sich auch in dem wieder:
    “Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Nam ac blandit diam. Donec ligula tortor, porta in ornare id, venenatis in libero. Donec lectus nibh, porttitor id sollicitudin gravida, ultricies at nulla. Sed mollis congue est non porta. Morbi interdum, diam non aliquet fermentum, erat sapien sodales ante, vitae elementum velit massa id augue. Vestibulum ante ipsum primis in faucibus orci luctus et ultrices posuere cubilia Curae; Suspendisse sollicitudin, turpis id ornare dapibus, lacus massa lobortis metus, eget commodo sapien urna in dui. Etiam interdum, est vel convallis fringilla, mauris massa eleifend purus, quis tristique ante tellus sed nibh. Vestibulum ac magna eget neque vulputate cursus ac eu odio. Nunc quis dictum lorem. Nunc vel massa eu mi interdum dictum blandit interdum ante. Mauris sagittis arcu ut purus aliquam nec facilisis dui malesuada. Aliquam erat volutpat. Sed in ipsum in turpis imperdiet fringilla. Integer bibendum, tortor malesuada luctus convallis, orci eros rutrum dolor, hendrerit facilisis magna nunc a risus. Praesent viverra sollicitudin pretium.”

  15. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:33

    meine privaten emails klingen auch alle nach melinda. dafür bin ich bei geschäftlichen auch gern mal als sigmund freud unterwegs. äh?

  16. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:39

    Frau Abonji schreibt übrigens wie sie selbst. Wenigstens zuverlässig isses, das Tool.

  17. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:48

    Und Sido schreibt auch wie Melinda!
    Ich will dir was zeigen. Der Platz an dem sich meine Leute rumtreiben:
    Hohe Häuser – dicke Luft – ein paar Bäume – Menschen auf Drogen.
    Hier platzen Träume.
    Wir hier im Viertel kommen klar mit diesem Leben.
    Ich hab alle meine Freunde aus dieser Gegend.
    Hab doch keine Angst vor dem Typen mit dem Schlagring.
    Er ist zwar n bisschen verrückt doch ich mag ihn.
    Ich kann verstehn, dass du dich hier nicht so wohl fühlst, dass du viel lieber zu Hause im Pool wühlst.
    Du sitzt lieber am gutgedeckten Tisch.
    Dann merkst du schnell, Berlin ist nix für dich.

  18. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 12:51

    ich bin goethe!! Jedenfalls mein letzter Blogeintrag war es ;)

  19. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 13:25

    He, Steffen!
    Ich bin auch Goethe – zumindest bei nem kurzen Artikel.
    Bei längerem immerhin noch Heinrich Böll. Ich sollte wohl künftig Intellektuellen-Zuschlag verlangen!?

  20. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 13:31

    Jetzt habe ich es auch probiert. Who the fuck is Dietmar Dath? Jedenfalls meint das Tool, eine Quellcodedatei von log4net ist in dem Teil geschrieben. Softwareentwickler-Zeug :-)

  21. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 13:37

    bei mir kam auch Melinda Nadj Abonji. raus,
    vielleicht lese ich deswegen so gerne Kessel.tv :D

  22. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 13:44

    dietmar dath war mal kurze zeit chefredakteur in der spex… daher kenne ich ihn zumindest.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dietmar_Dath

  23. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 13:49

    stuttgart und melinda vertragen sich scheinbar ziemlich gut, sowohl “mutterstadt” als auch “esperanto” ähneln der schriftstellerin :)

  24. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 14:04

    @elli ich bin auch schizophren: Shiny Shoes ist Theodor Fontante (meine literarische Höchstleistung so zu sagen), bei Kessel und meinen Geschäftsemails bin ich Melinda.

  25. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 14:06

    Meine kurzen Texte machen wohl Goethe alle Ehre, bei länger scheine ich wie Freud zu schreibe. Ist zumindest eine interessante Mischung.
    P.S. Die zwei ersten Sätze dieses Kommentars sind auch wieder aller J.-W. und mit dem P.S.-Satz werde ich wieder zu Freud…

  26. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 14:09

    Charlotte Roche und Sigmund Freud. DAS nenn ich ne Kombi.

  27. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 14:09

    theodor fontane wäre stolz drauf, wenn er wüsste dass damenschuh-blogs ganz in seinem stil verfasst werden ;)

  28. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 14:15

    Sein Erbe hat man nicht im Griff.

  29. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 14:59
  30. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 15:37

    glasser reze gecheckt und ich schreibe wie sigmund freud. ist natürlich für mich als hobbypsychologin ne ehre. aber die kombi aus charlotte roche und freud ist ja göttlich.

  31. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 16:16

    Mal Rilke, mal Roche. Ein bisschen stolz bin ich schon :-)

  32. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 16:47

    Freud, Siegmund! :)

  33. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 18:09

    Nietsche ist Friederike Mayröcker

  34. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 18:32

    häää? ein doppelt ken?

  35. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 19:38

    Herz an Herz von Blümchen ist im Stile von Heinrich Heine verfasst worden!!!!!!

  36. Dienstag, 19. Oktober 2010 um 22:01

    “Hyper Hyper” ist auch von Melinda Nadi Abonji

  37. Mittwoch, 20. Oktober 2010 um 7:34

    was fürn schrott!

  38. Mittwoch, 20. Oktober 2010 um 11:22

    Hm, Sigmund Freud. Und das bei nem Text zum Thema Internetsperren, wer hätte das gedacht ;)

Kommentar hinterlassen

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.