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    Which Fashion-Blog is it, Overthing?

    Thorsten hat es gemacht, Kollege Geiger auch, beim Setzer bin ich mir nicht ganz sicher, der ist ein Arbeitstier, Jana schafft eh für zwei, der Martin sowieso, aber selbst der macht es diese Woche: Urlaub. Musste ich kürzlich auch machen, Bella Italia, Sehnsuchtsort aller Kartoffeln, ciao, Bella, Pasta galore und selbst an jeder Tankstelle ein besserer Espresso als in Deutschland.

    Ein guter Reporter ist immer im Dienst, hat mir Kollege Geiger am Sonntag erst wieder erklärt, als ich ihn zufällig beim Sans getroffen habe. Kam er gerade von einer investigativen Recherche fürs Blögle, denn diese Woche lautet das Credo posten, posten, posten, weil Chef Martin eben nicht im Haus ist. Waren Geiger und ich kurz witzig drauf, so witzig halt, wie zwei Seggel an einem verregneten Sonntagnachmittag sein können. „Endlich können wir mal posten, was wir wollen, wenn der strenge Chef nicht da ist“ – „Genau, der Motzkoffer wird sein Blog nach der Woche nicht wiedererkennen.“ Ob im Positiven sei dahingestellt.

    Egal, was ich eigentlich sagen wollte: Selbst in meinem Urlaub habe ich nur den Blog im Kopf. Weil mir in Italien unglaublich viele schöne Menschen begegnet sind, hatte ich eine Idee, die noch kein Blogger vor mir hatte: „Hey crazy, warum nicht die Leute fotografieren, wie street die voll so am Strand und an der Plazza und beim Stylen aussehen und ihnen dann auch noch einen KTV-Bepper in die Hand drücken.“ Also voll Kessel.tv goes Modeblog, aber international (sprich: internäschonäll!), Modewoche Mailand für Heslacher Hinterwäldler.

    Hab dann wirklich alles gegeben. Zum Beispiel wollte ich Antonio fotografieren, den wunderschönen Strandhüter in San Vincenzo, der aussah wie eine jüngere Variante von Jeff Bridges in Big Lebowski. Oder Andrea, den ersten Bio-Winzer der Toskana, unfassbarer Typ, den ich sofort mochte, obwohl er Bob Marley gut findet. Oder Maria von der Pasticceria, die süßer war als all ihre Süßspeisen zusammen.

    Komischer Weise wollte am Ende keiner mitmachen. Erst alle so „Si claro, ragazzo, give everything with your lense, for which fashion-blog is it, overthing?“ Und ich dann immer so, ne, sorry, nicht Überding, ich komm von den Kessel.tv-Schabracken. Da haben dann leider alle abgewunken, „a, Che cazzo vuoi“, don’t fool araound with a second class blog, go home to Hallsschlag.

    Der einzige, der mitgemacht hat, war Matteo, der coolste Schnauzbart vom Golf von Baratti. Keiner hat übergewichtige Urlauber wie mich schöner aus dem Wasser gepfiffen als er, er war mein Pamela Anderson-Gegenstück, der Pamelo Andersano der Herzen, Schnurres-Bruder im Geiste. Hat aber auch nur aus Mitleid mitgemacht. Für den nächsten Urlaub überleg ich mir was Besseres.

     
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  • 2

    Unsere Leser und wir: Dee Kay

    (Wanye´s World, Partytime, excellent!)

    Die Reihe hat zugegebenermaßen in letzter etwas gelitten, nun kleines Comeback mit Dee Kay, kommentiert hier schon länger, meist wenn es um Musik geht.

    Ich spiel mal den Commentprofiler: Anfang 20, sesshaft in Weilimdorf, computer- bzw. internet-versiert, vielleicht arbeitest du auch in der Branche oder studierst was in dieser Richtung, und bist vor allem ein riesiger HipHop-Fan und dessen Randgebiete. Richtig? Oder anders gefragt: Wer ist Dee Kay und was macht Dee Kay?

    Erschreckend, was man alles über mich nur durch die Comments herausfinden kann. Stimmt so ziemlich alles ;) . Ich bin ja so pragmatisch, deshalb kommt mein Nickname Dee Kay durch Initialen D und K zu Stande. Ich wohne tatsächlich schon immer in Weilimdorf, bin 24 und arbeite aktuell bei einem großen IT-Unternehmen. Hip-Hop Fan auch, aber auch offen für andere Richtungen.

    Was kickt dich gerade musikalisch am meisten?

    Aloe Blacc oder Mayer Hawthorne und alles, was so in diese Soul-Ecke geht.

    Stichwort Internet: Du betreibst den w-blog, ebenfalls sehr musikorientiert, wenn ich das richtig sehe. Warum wblog?

    Das wBlog ist eigentlich aus einem Forum heraus entstanden, das ich lange Zeit für Freunde und Bekannte oder mal als Clanforum betrieben hatte. Auch deshalb, weil ich einfach immer gerne was zum rumbasteln hatte. Aber da Foren ja in Zeiten Facebook und Social Media usw. total uncool und out geworden sind und ich am Ende sowieso nur noch alleine in das Forum geschrieben habe, habe ich mir gedacht, dass ich einfach mal ein Blog mache.

    Das ist mehr oder weniger eine Video und Linksammlung, von Dingen, die ich so im Internet finde und die ich mit anderen teilen will. Ich glaube sowieso, dass sich mein Blog kaum jemand anschaut, außer ein paar Freunden. Aber wie gesagt: ich bastel halt gerne an so einer Seite rum. Der Name hat eigentlich keine tiefere Bedeutung. Klingt kurz und prägnant und irgendwie cool. Könnte man vielleicht auch als Abkürzung für Weilimdorf-Blog sehen. ;)

    Wo findet man dich sonst außer in Weilimdorf? Was sind deine Lieblingsorte, sowohl tags als auch nachts? Wie sieht der perfekte Tag für dich in Stuttgart aus?

    Wenn ich mal am Wochenende unterwegs bin, meistens im Schocken oder Mono oder in der ein oder anderen Bar. Ansonsten an einem Sommertag oder -abend auch mal mit einem Bierchen am Schloss Solitude.

    Welchen Kessel-Beitrag würdest Du Dir für die Zukunft wünschen?

    Für die Zukunft wünsche ich mir auf Kessel.tv einen Museumsführer für Stuttgart. Ok, ernsthaft: Mir fällt spontan nichts ein. Ich bin sozusagen wunschlos glücklich.

    Stuttgart ist für mich…

    … die Mutterstadt. :)

    www.w-blog.org

     
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  • 5

    Unsere Leser und wir: Westernbasti

    Westernbasti ist neulich abartig ausgeflippt, weil Thorsten seine Heimat Düsseldorf beschimpft hat. Die längste Theke der Welt vermisst er trotzdem nicht. Hat zwar Seepferdchen, braucht aber immer noch einen Schwimmring beim Baden, den er sonst nicht am Körper trägt. In Natura ist er ein gut gelaunter und rankschlanker Partymacher.

    Wer ist Westernbasti und was macht Westernbasti?

    Ich bin geboren in Düsseldorf und aufgewachsen in Hilden, einer verschlafenen Kleinstadt direkt neben der Großen. Da ist es ungefähr so aufregend wie Bietigheim oder Vaihingen. Nach der Schule kam dann das Studium, erst Maschinenbau, dann der späte Wechsel auf Chemie. Und nach einer gefühlten Ewigkeit werde ich demnächst dann auch mal meinen Abschluss machen.

    Ich weiß nicht, ob es an meiner Herkunft liegt, aber man sagt mir nach, daß ich gerne mal zu viel rede. Ist meiner Meinung nach aber üble Nachrede, in Wirklichkeit kann ich auch gut die Klappe halten, jedenfalls wenn ich will. Außerdem terrorisiere ich mein Umfeld auch gerne mit meiner zweiten Leidenschaft, der Musik: „Kennst du schon den Mix xy, hier, mach mal an!“ Ansonsten bin ich gerne unter Leuten und immer auf der Suche nach neuen Zuhörern.

    Was hat dich nach Stuttgart getrieben?

    So schön (?) Düsseldorf auch sein mag, nach dem Abi wollte ich unbedingt in eine andere Stadt, was neues sehen. Wann hat man schon mal die Möglichkeit, sich seinen Wohnort so frei auszusuchen? Also bin dann nachdem Zivi her gekommen um mir Stadt und Uni anzuschauen und hab mich sofort wohlgefühlt. Kurz drauf kam der Umzug und seitdem bin ich hier hängengeblieben.

    Deinen Comments nach zu urteilen, lebst du die Stadt längst in vollen Zügen aus und leidest und freust dich mit Stuttgart.

    Wie schon erwähnt hab ich mich hier eigentlich vom ersten Tag an wohlgefühlt. Hab wohl Glück gehabt und von Anfang an die richtigen Leute kennengelernt. Zwar ist mein Schwäbisch nach wie vor miserabel, aber es reicht zur Verständigung mit den Eingeborenen.

    Ich bin schon immer ein Nachtschwärmer gewesen und treibe mich eigentlich überall herum, wo es (für meinen Geschmack) gute Musik auf die Ohren gibt. Meine musikalische Heimat waren und sind bis heute HipHop und Reggae, aber ich hab eben auch Dubstep, (Nu)Rave, Breaks, House, MashUps aller Art und alles mögliche andere aufm Schirm. Und was mir gefällt, das höre ich mir dann auch mal live im Club an, egal wie alt/jung, hip oder sonstnochwas der Rest der Leute ist. Daher habe ich im Laufe der Zeit eben eine Menge Eindrücke im Stuttgarter Nachtleben gesammelt.

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  • 19

    Unsere Leser und wir: neongrau

    Neulich erst eine Großfamilie ernährt, Erbe von John Discos wundervollem Krug und sowieso schon lange dabei hier, stellen wir kurz vor seinem Abschied aus Stuttgart verdientermaßen Leser neongrau vor.

    Wer ist neongrau und was macht neongrau?

    Prinzipiell ist neongrau jung, sexy und erfolglos… oder so ähnlich…Spaß beiseite, neongrau wurde im eisigen Winter anno 1981 in einem der ländlichen Anrainerkreisen (WN) auf die Welt geworfen. Nach einer Ausbildung und ein paar Jahren ehrlicher Arbeit hat er jetzt gerade mit knapp 30 sein Studium in so ner Art Wirtschaftsinformatik abgeschlossen und würde sich als durchschnittlichen Ottonormalexzentriker beschreiben.

    Dein Name lässt ein wenig auf einen visuellen Menschen schließen.

    Nicht ganz. Zwar habe ich mich im Studium etwas mit Usability und Eyetracking beschäftigt, würde mich aber eher als so ne grafische Null bezeichnen. Interessiere mich aber trotz völliger Planlosigkeit einfach n bissl für Fotografie, (Street)art und Design und kann mich über Späßle wie „I shot the serif“ oder „sex, drugs n helvetica bold“ freuen. Fand den Namen einfach toll, weil er quasi ein Widerspruch in sich selbst ist.

    Du wirst nun abtrünnig und ziehst demnächst nach Bochum, Spass, nach Berlin.

    Jenau, ab in Pott! Wie eingangs erwähnt, bin ich ja gerade mit meinem Studium fertig und dacht mir, ob ich hier arbeitslos bin oder in Berlin, who cares!? Zudem bekommst in Berlin mehr geboten für deine Stütze. Naja, soweit will ich es als echter Schwabe net kommen lassen ;-) .

    Ich zieh meiner Freundin hinterher, die ist schon kurz nach Weihnachten wegen eines Jobs nach Berlin. Will dort n paar (5?) Jahre Großstadterfahrung sammeln um mich dann in bester Halbhöhenlage wieder im Kessel niederzulassen.

    Schon eine Liste gemacht was du nochmals im Tal aller Täler besuchen bzw. erledigen willst?

    Hör mir uff. Da gibt’s sooo viel was ich noch gern machen würd´. Nochmal bissl die Wilhelma genießen, beim Ganesha nochmal ordentlich d‘ Gosch verbrenna, dem Fernsehturm tschüss sagen, paar Bilder in der Weissenhofsiedlung schießen, n ordentliches GPS beim Onkel Otto verdrücken, mit paar Freunden ein gepflegtes Bierchen im Park trinken, beim Pinguin a Eisle schlotza, ne Zehn-Läden-an-einem-Abend-tour starten und hübsch abstürzen, beim Alaturka die Füße in den Bauch stehen, und ins Kunstmuseum sollt ich auch mal noch…

    Was wirst du – wahrscheinlich – am meisten vermissen und was am wenigsten?

    Am wenigsten? Hmmm, vermutlich die Theo und die ganzen Gestalten dort. Und auch ganz bestimmt NICHT die diversen dem Bierkonsum gewidmeten Großveranstaltungen aufm Wasen.

    Ich glaube, am meisten wird mir das „Kleinstädtische“ fehlen. Damit mein ich jetzt nicht die freundlichen Zettel an meinem Smart, die mich auf mein semiorrektes Parkverhalten hinweisen! Sondern vielmehr, dass, wenn man „in die city“ geht einfach, weiß was für ein Viertel gemeint ist. Liegt einfach alles schön zentral. Oh, und der Blick in den Kessel bei Nacht wird mir auch fehlen.

    Neben Motoren hat der Neongrau ein Faible für elektronische Musik, aight?

    Stimmt, neben meiner Ducati, die ich viel zu wenig bewege, mag ich Clubs mit elektronischer Musik, die ich leider auch viel zu selten besuche. Nach meiner wilden Zeit Ende der 90er und Anfang der 00er bin ich mittlerweile eher der passive Musikliebhaber und muss nicht mehr jedes Wochenende einen Exzess durchleben. Vor allem wenn der Kater dann wieder länger dauert als die Party. Freu mich aber trotzdem schon tierisch auf die eine oder andere Location in Berlin.

    Welchen Kessel-Beitrag würdest du dir für die Zukunft wünschen?

    10.000 neue Parkplätze in Stuttgart West geschaffen. Parkraummanagement voller Erfolg.

    Stuttgart ist für mich…

    HEIMAT!

     
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  • 6

    Unsere Leser und wir: Toni Disco

    Der “Italoschwabe” war auf einmal da, hat fröhlich mitkommentiert, dann hab ich ihn an diversen Orten nächtens kennengelernt und festgestellt, dass wir zwar Namensvettern sind, aber trotzdem nicht mit mir Anstossen will. Warum nicht und warum er sich wiederum öfters mal bei DJ-Kollegen Böhse Onkelz wünscht und vieles mehr zu seiner Person erzählt heute Tonidisco.

    Wer ist Toni Disco und was macht Toni Disco?

    Toni Disco wurde 1982 im Stuttgarter Westen gedropt und hat im stumpfen Stadtteil Neugereut das Kleingaunern und alle gängigen ausländischen Schimpfwörter erlernt. Über Umwege am Marienplatz und Marienstraße hat es mich dann doch wieder in den Westen verschlagen. Und ich fühle mich hier sauwohl und habe alles was ich brache: Die Görls, die mich zum Laufen ausführen, samstags den Markt am Bismarckplatz und wenns mir danach ist, gehe ich ins Wah Wah West (www.wahwahwest.de) und haue dort die Drums zusammen!

    Unter der Woche schule ich derzeit zum Groß- und Außendealer um und verkaufe mit großer Begeisterung im Hallschlag Schrauben und Werkzeuge unter dem großen roten „W“. Wochenends sieht man mich des öfteren in irgendwelchen Schuppen zum Schallplatten spielen. Der rote Faden ist 60s/70s soullastig. Aber erfahrungsgemäß verfahre ich in der Regel wie Toyota: Nichts ist unmöglic.

    Und wenn ich mal nicht auflege, was allerdings grade nicht oft der Fall ist, bin ich mit meinen Bro´s von der Stuttgarter Hardcore Band Empowerment (www.deutschpunk.blogspot.com) unterwegs. Ansonsten bin ich auch mal ganz froh darüber, wenn ich meine Ruhe habe, mir was leckeres kochen kann und sonntags nach dem Joggen mit ner guten Kanne Tee gemütlich Tatort glotzen.

    Du bist, wie gerade schon angedeutet, ein ziemlich nachaktiver Mensch, sowohl als DJ als auch Barmann, aber trinkst keinen Alkohol, wenn ich das im willenlosen Zustand immer richtig verstanden habe. Wie hälst du das alles aus?

    Ich find das ja immer wieder aufs Neue total lustig, dass mich jeder für einen Nightlifetypen hält. Bei allem Respekt den Leuten gegenüber, die ihre Brötchen in der Nachtgastro oder mit Auflegen verdienen und das mit Leidenschaft tun – ich nicht! All 4 tha Ca$h.

    Ich bin Barmann geworden, weil ich plötzlich ohne Job war und mehr Zeit als Geld auf Tasche hatte. Und da ich mich eher zu den faulen Italoschwaben zähle, fand ich es um Welten angenehmer, Leuten Bier zu zapfen, mit denen ich auch privat abhänge – so wie es im Beat Club der Fall war – als nen doofen Hiwijob am Band oder so zu machen. Außerdem sind in der Disco die Frauen schöner.

    Zu regelmäßigen Auflegedates bin ich über den Barjob gekommen. Ich bin ja ein kommunikativer Typ, und so hab ich ein paar Leute kennen gelernt. Ein paar Spelunkenwirte kannte ich aber auch schon davor. Aber nach wie vor fühle ich mich eher als Musikliebhaber und Plattensammler und weniger als DJ.

    Außerdem bin ich in missionarischer Absicht unterwegs. Ich find den Werteverfall von Musik enorm schade. Gute Musik ist mehr als nur Speicherplatz auf dem Mac. Jeder der schonmal ne gute Doppel LP angehört hat, das Cover aufgeklappt und sich währenddessen Texte und Bilder reingehauen hat, kann das bestätigen. Deshalb freut es mich auch ungeheuer, wenn Kids, die vielleicht 10 Jahre jünger sind als ich und aus einer ganz anderen Generation, coole alte Soulscheiben feiern und mir ein positives Feedback dafür geben.

    Ach ja und auch im willenlosen Zustand ist ein Schreiberling aufmerksam. Gut aufgepasst, ich trinke wirklich kein Schluck Alkohol. Aber bei denen die es mit dem Saufen im Griff haben bin ich ein absoluter Suffsupporter. Aber Alkohol und ich vertragen uns überhaupt nicht gut. Es nervt mich schon ziemlich, mich jedes Wochenende aufs Neue dafür rechtfertigen zu müssen, warum ich kein Schnaps mittrinke.

    Zugegeben, Tattoo Alex ausm Mata Hari und ich sind meines Wissens (bitte berichtigt mich wenn ich mich irre) die einzigen zwei Typen die komplett clean hinterm Tresen stehen. Und erklär das mal nem Fünfpromiller im lauten Club, dass du in deiner Funktion als Bierspender Alkohol ablehnst… Ist echt lieb gemeint und mich freut das ja einerseits wirklich dolle. Aber in solchen Situationen versuche möglichst schnell viele Meter zu machen.

    Und zu guter letzt zum Kern der Frage, wie ich den ganzen Nachtlebenzirkus mit nüchternem Kopf aushalte. Ganz einfach: Ich bin verrückt! Und ich betreibe während ich auflege regelmäßig Sozialstudien und werde diese irgendwann in einem dicken Wälzer veröffentlichen.

    Du arbeitest im Beat! Club. Anfang Februar ist nun Schicht im Schacht. Traurig? Und wird man dich hinter einem anderen Tresen finden?

    Den Beat Club werde ich auf jeden Fall vermissen. Ich habe ca. zwei Jahren für Alex „Johnny Rolex“ Spindler gearbeitet (mille grazie für alles Digger) und hab dort so manch legendäre Nacht miterleben dürfen (Guru, Kurtis Blow, Bitchnight, uvm…). In dem Laden hängt natürlich auch ein kleines bisschen Herzblut.

    Am meisten vermissen werde ich die Herrenabende mit meinem sehr geschätzten Freund und Kollegen Flavio. Flavio macht ebenfalls herrliche Sozialstudien, wenn er ein paar Discoschorle (Wodka Bull) inne hat.

    Hinter einen Tresen will ich nicht mehr. Das war ne schöne Erfahrung. Aber auch meine Woche hat nur 168 Stunden und ich brauch im Moment mal wieder ein bisschen Zeit für Me, Myself and I.

    Böhse Onkelz oder doch lieber Rap?

    Ich glaube es herrscht reichlich Klärungsbedarf! Man kann einen DJ nicht schlimmer dissen als sich bei ihm die Böhsen Onkelz zu wünschen. Das ist quasi der flotte Dreier mit deiner eigenen Mutter und Schwester! Sowas darf man nicht machen! So eine verbale Schelle kann man eigentlich niemand geben. Aber ich habe sie bekommen (nein Mann, ich habe keine Schwester)! Erst dachte ich, es sei nur Spaß. Von wegen!

    Und seitdem bin ich schwer traumatisiert und wünsche mir bei namenhaften DJs wie den Ramilos, Schowi oder Frank Popp aus Berlin die ganze Nacht die Onkelz. Mal im Ernst, vielleicht wird mir oft vorgeworfen, dass ich kein Niveau habe und vielleicht ist daran auch ein Funken Wahrheit. Aber ich bin doch kein Fan der Böhsen Onkelz!

    Du betreibst seit kurzem auch deinen eigenen Blog. Was geht da?

    Inhaltlich geht da nicht arg viel. Es ist eher so eine Art Lebensnachweis für Kumpels, auf die ich viel gebe, die verstreut sind von Bremen bis Barcelona. Eigentlich macht man sowas via Facebook. Aber da spiele ich nicht mit.

    Ich hab eigentlich nie Zeit und Bock seitenlang Gedankengut zu niederzulegen, wie ich es hier mache. Deshalb klatsche ich immer ein Foto oder ein Clip rein, kommentiere das – tutto completti!

    Welchen Kessel-Beitrag würdest Du Dir in Zukunft wünschen?

    Ich bin Michelle Setzers heimlicher Verehrer und liege jedesmal lachend in der U2 wenn ich von der Arbeit komme und seinen Shit lese. Leider schreibt er nicht so regelmäßig wie du oder Thorsten.

    Stuttgart ist für mich….

    …der Heimathafen. Ich bin gerne Stuttgarter. Ich war schon an vielen schönen Orten, an denen es sich lohnen würde einen gewissen Abschnitt meines Lebens zu verbringen. Aber hier gehöre ich her.

    tonidisco.wordpress.com

     
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  • 9

    Unsere Leser und wir: Philgrooves

    Er fällt seit langer Zeit durch überwiegend kluge Kommentare auf, hat einst unserer Seite den Titel “Party- und Turnschuh-Blog” verpasst, den wir gerne angenommen haben, höchste Zeit also Philgrooves prominent vorzustellen. Phil ist Mitglied beim Stuttgarter Hackerspace Shackspace. Der Verein muss momentan nach neuen Räumlichkeiten suchen.

    Wer ist und was macht Philgrooves?

    Ich kam 1984 raus und habe die ersten 20 Jahre in meiner Heimatstadt Leipzig verbracht. Leipzig ist natürlich zehnmal cooler als Stuttgart (eigentlich elfmal, die Erfindung der Montagsdemo zählt doppelt!). Aber da ich nach sechs Monaten Bundeswehr in BaWü die Ecke sowieso schon kannte, habe ich hier dann 2004 auch meine Ausbildung zum Fachinformatiker angefangen. Seitdem wohne ich undercover (ich spreche praktisch kein Sächsisch) in Stuttgart und arbeite als Netzwerkspezialist bei einem großen IT-Dienstleister in der Finanzbranche.

    Man macht sich gerne von kommentarfreudigen Lesern ein Bild. Wenn ich behaupte, Philgrooves ist ein stark Politik interessierter Computerchecker, inwieweit trifft das dann zu?

    Das trifft’s schonmal ganz gut. Und mit dem Begriff der Netzpolitik gibt es seit einiger Zeit ja sogar einen Themenbereich der beides verbindet. Ich bin zum Glück gerade noch früh genug auf die Welt gekommen um die Entstehung von Internet und WWW mitzuerleben. Das war ja am Anfang eine absolute Insidernummer, und heute gehören Notebook und Browser zum Leben dazu wie Partys und Turnschuhe. Und diese Entwicklung erreicht nun langsam auch die höchste Ebene unserer Gesellschaft, die Politik.

    Den wachsenden Einfluss der Menschen durch das Internet auf die Politik finde ich sehr interessant. Dass Politik für jeden interessant und auch gestaltbar sein kann, muss man ja gerade hier in Stuttgart niemandem mehr erzählen.

    Du bist beim Stuttgarter “Computerclub” shackspace aktiv (oder hast sogar den mitbegründet?). Was ist das genau, was macht ihr da, was passiert da?

    Ich bin vor fast einem Jahr auf das Projekt shackspace gestoßen, genau an dem Tag als der Verein shack e.V. gegründet wurde (da war der Spaß allerdings gerade vorbei, ich bin also kein Gründungsmitglied). Beim ersten Treffen mit den Mitgliedern wurde mir erklärt, dass es sich dabei um den Hackerspace Stuttgart handelt.

    Hackerspaces sind eine deutsche Erfindung. Es sind Orte die jedem interessierten Besucher Platz, Strom, Internet, Getränke, Werkzeuge, Spezialgeräte und alle möglichen anderen Dinge bieten, die man alleine zu Hause vielleicht nicht hat. Das Konzept sieht vor, dass Hackerspaces 24/7 rund um die Uhr zugänglich sind. Vor allem sind diese Orte voll von anderen Menschen, die gemeinsam an interessanten Projekten werkeln und ihr Wissen gerne teilen.

    Da die Hackerspace-Bewegung aus dem Umfeld des Chaos Computer Club stammt, beschäftigen sich die Besucher hauptsächlich mit Projekten aus dem Computer- und Elektronikbereich – allerdings längst nicht ausschließlich. Wenn du vorher noch nie den Arbeitsspeicher deines Notebooks gewechselt hast, dann kannst du am Ende deines Tages in einem Hackerspace außerdem noch dein eigenes Videospiel zusammenlöten, hast einen Crashkurs in Reverse Graffiti erhalten und weißt wie du ein Erfrischungsgetränk selbst kreierst.

    Den shack e.V. gibts aber nicht nur zur Selbstbespaßung. Als gemeinnütziger Verein wollen wir uns auch in der Gesellschaft nützlich machen. Das machen wir einerseits durch Jugendarbeit und Projekte gemeinsam mit Einrichtungen der Stadt Stuttgart. Auf der anderen Seite hat sich in unserem ersten Jahr herausgestellt, dass sich der shackspace zu einer Art Knotenpunkt entwickelt, der viele andere Interessengruppen im IT-Bereich aus dem Raum Stuttgart verbindet. Gruppen, die keine eigenen Räume haben, stellen wir unseren Platz zur Verfügung, mal für Vorträge und mal für Partys.

    Wie hoch ist der “Nerd-Faktor” oder ist das nur ein Klischee? Gibt ja sogar Mädchen wie ich gesehen habe.

    Je nachdem wann man im shackspace ist und mit wem man zu tun hat, pendelt der Nerd-Faktor zwischen 0 und über 9000. Ich kann mich dort mit Leuten über mein Fitness-Programm, über Musikinstrumente oder über Kochrezepte unterhalten (die hochwertige Küchenausrüstung dürfen Neulinge nicht ohne vorheriges Training durch das Awesome Cooking Team benutzen!).

    Ich kann aber auch bei nem Stück Pizza und ein paar Retro-Konsolengames ordentlich abnerden. Wir haben mittlerweile über 80 Mitglieder, da gibts sehr viele verschiedene Interessen über die man sich mit anderen austauschen kann. Mädels haben wir allerdings noch deutlich zu wenige, wir hoffen dass in den nächsten Jahren mit mehr Platz und einem breiten Aktionsspektrum verbessern zu können.

    Nun müsst ihr auch wegen S21 eure Location am Nordbahnhhof Ende März räumen und sucht dringend Räumlichkeiten.

    Genau wie bei den Waggons steht auch unser Gebäude am Nordbahnhof wegen Stuttgart21 zum Abriss, und wir wurden zum 31. März gekündigt. Kreative Locations wie das Nordbahnhofgelände rund um die Wagenhallen sind in Stuttgart kaum zu finden, weshalb wir derzeit alles besichtigen was vier Wände und ein Dach hat.

    Gerade in den letzten Tagen haben wir eine Menge Angebote bekommen, und es sieht so aus als könnte doch noch etwas erschwingliches dabei sein. Als Verein, der von seinen (für viele Mitglieder ermäßigten) Beiträgen lebt, ist Geld immer ein schwieriges Thema und Stuttgart ist ein teures Pflaster. Wir haben deshalb zum Jahreswechsel einen Spendenaufruf gestartet um etwas Geld für die Umzugs- und Neueinrichtungskosten zusammen zu bekommen.

    Sehe ich das eigentlich richtig, dass sich der Phil auch als DJ agiert? Hab zumindest mal einen Mix auf Soundcloud entdeckt.

    Ich mag zusammengemixte Musik lieber als einzelne Stücke die man nur mit Unterbrechungen hören kann. Darum habe ich vor vielen Jahren mal damit angefangen mir anzuschauen, wie DJs das machen und hab mir selber Mixes gebaut mit der Musik, die mir gefällt.

    Zunächst noch ganz klassisch mit zwei (mittlerweile nicht mehr produzierten) 1210ern und ner Kiste voll teurem Vinyl, später mit CD-Playern und heutzutage natürlich auch größtenteils digital ausgerüstet. Solange sich als Computerchecker aber noch Geld verdienen lässt, wird dieses Hobby wahrscheinlich nicht über den Status der Sonntagnachmittag-Beschäftigung und gelegentlicher Partybeschallung hinauskommen.

    Welchen Kessel-Beitrag würdest Du Dir in naher Zukunft wünschen?

    Einen Beitrag über die neue Location des shackspace, wenn der Umzug gelungen ist. :-)

    Stuttgart ist für mich…

    … das gallische Dorf in Deutschland. Ich war über den Stuttgart21-Protest seit dem letzten Sommer schon etwas überrascht und ich habe seitdem etwas mehr Respekt vor den Einwohnern dieser Stadt. Wenn mich jemand gefragt hätte, in welcher Stadt sich die Bürger zuerst in der immer größer werdende Unzufriedenheit gegen die Politik erheben, hätte ich Berlin, Hamburg oder Leipzig (!) gesagt – aber niemalsnicht Stuttgart.

    Auch wenn ich den Protest gegen das Projekt nicht ganz teile gehört eine Menge Motivation dazu, sich in einer so wohlhabenden Region immer und immer wieder friedlich auf die Straße zu begeben und zu demonstrieren. Und mein Respekt dafür wird noch wachsen, wenn diese engagierte Beteiligung an der Demokratie in Stuttgart auch in Zukunft anhält.

    shackspace.de

    rescue.shackspace.de

     
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    Unsere Leser und wir: Ben

    Diplomarbeit ist kein Ausdruck, um nach vielen, vielen Wochen die Antworten von Ben, Stuttgarts berühmtesten Schnauzbartträger, zu bekommen. Erst war er im Stress, dann lange weg, dann zierte er sich oder was auch immer. Jetzt ist es geschafft, und ich bin heilfroh, denn der Junge ist einfach “ein feiner Kerl” (Zitat Kutmaster Krupa). Ben kommentiert eher selten und unter verschiedenen Namen, Taliben ist nur ein der davon.

    Wer ist und was macht (Tali)Ben?

    Meine Wenigkeit erblickte das Licht der Welt als wahrer Stuttgarter selbstverständlich in Bad Cannstatt im Jahr 1981. Als echter hebräischer Sohn (kein Benjamin-Verschnitt!) wuchs ich in Stuttgart-Süd auf. Ich bin diesem Stadtteil bis auf nen kurzen Ausflug nach München auch immer treu geblieben. Wer am Bopser sein Pferd tränken will oder einfach nur ne Apfelsaftschorle nach dem Waldlauf braucht, darf sich gerne melden.

    Nach einer wilden Jugend hab ich mich beruflich auf den Spuren des Herrn Krupa als Groß- und Außenhandelskaufmann in einem Elektrohandel eingelebt und arbeite dort seit fünf Jahren.

    Du warst kürzlich vier Wochen lang in der Welt unterwegs: wo genau und was für Eindrücke hast du mitgenommen?

    Es bietet sich ja prinzipiell an gute Freunde in der Welt zu besuchen, und so habe ich dieses Jahr mein Augenmerk auf Sri Lanka und Indien gelegt. Nach Indonesien und Afrika dachte ich eigentlich an keine große Herausforderung, aber beide Länder sind für eine Überraschung gut! Sri Lanka ist zum “warm werden” der ideale Start, um dann auf den Inder an sich losgelassen zu werden.

    Sri Lanka ist bis vor kurzem noch Bürgerkriegsregion gewesen, und das merkt man an der Präsenz des Militärs definitiv. Straßensperren alle 10 Kilometer, und es kann auch vorkommen, das man einen der schwerbewaffneten Jungs nachts am Strand fast über den Haufen rennt. Trotz alledem ein wunderschönes überschaubares Fleckchen Erde.

    Indien ist in dieser Hinsicht schon etwas ruhiger, aber durch die Masse an Menschen, welche einem ständig begegnen, sei es im Zug, Straßenverkehr oder sonst wo nicht uninteressanter. Hat man mal ein Problem, braucht man mindestens fünf Inder, und wenn man keins hat sind trotzdem immer mindestens fünf da, die einen umschwärmen.

    Das arm-reich Gefüge sieht man in Großstädten wie Delhi oder Mumbai am Krassesten. Zwischen S-Klassen und Tuk-Tuks sieht man neben dem größten Eigenheim der Welt die Menschen unter Brücken schlafen oder sogar sterben.

    Ich könnte noch stundenlang weitererzählen aber schaut es euch einfach selber an und nehmt euch mindestens zwei Monate Zeit den dort ticken die Uhren noch anders. Ein kleines Beispiel gefällig: 600km Express-Zug von Goa nach Mumbai sind lockere 13 Stunden und das ist für Indien en Katzensprung!

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