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    Für immer in Jeans

    Der Geiger ist, soweit ich weiß, in L.A. Urlaub machen und vielleicht auch auf Pate-Spurensuche. Der wiederum rennt aber quickfidel durch den Nadlerdrive. Hab ihn gestern Mittag gesehen, in unmittelbarer Nähe seiner Wirtschaft. Vielleicht nach dem Rechten gucken. Vielleicht ist er abends noch zurückgeflogen und steht heute wieder in seinem Laden.

    Wenn der Geiger hier wäre, würde er eventuell heute Abend zu Peter Kraus nach Heilbronn fahren, in die Festhalle Harmonie, immer sein alter Kumpel und wollte neulich schon in den Tourbus springen. Oder er würde ans Waranga gehen. Wo er neulich schon hinwollte, fast darum flehte, weil er Angst bekam auf seiner Geburtstagstour, einer der besten Abende und Junggesellenabschiede in diesem Jahr bislang.

    Nun ist da heute Club Tropicana, ganz ohne “Eine Sehnsucht namens Reggae”, so der Titel des ZEITmagazins erst neulich, sondern mit viel mehr House, aber der Geiger kann nicht hin. Er wird es verkraften.

    Jeder Flyer ohne “DJ´s” ist ein guter Flyer, auch wenn ich den (graphischen) Sinn von zwei Bananen in einer vermeintlichen Sonne oben rechts nicht ganz nachvollziehen kann, auch wenn Bananen schon bisschen Club Tropicana Style sind.

    Der Club Med ist derweil am Hans im Glück Brunnen. Gestern Abend kurz durchgerauscht mit dem Rad, bei Benni und Heiko einen Feierabend-Vodka-auf-Eis bestellt, wie im Urlaub da, jeder Platz besetzt, von Mata bis vor zum Kottan. Fühlte sich irgendwie gut an. Und wenn ich nicht müde gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht wohl dazu gesetzt. Hallo, ich bins, Peter Krause oder doch der Wu-Tang-Clan. Kann man damit noch beeindrucken? Oder muss man sagen ich bin Fuck Yeah Dings?

    Kurze DJ-Anekdote aus meiner Zeit beim Wu-Tang-Clan: Letzte Woche in der Corso stehen drei Typen mehr oder weniger gelangweilt vor dem Pult rum und rufen mehrmals “Wu Tang!”. Dann spiel ich irgendwann tatsächlich ein Stück vom ersten Album und was passiert? Keine Resonanz. Haben wohl auf “Gravel Pit” gewartet. Schade. War voll enttäuscht. Und die bestimmt auch.

    Wu-Tang heute Abend eher in der Schräglage…

    …und im Transit Disco-House-Session. Der Özgur und ich gehen in die schräge Lage und Igor strapaziert seinen Rücken im Transit nach Bergamo.

    Ansonsten: Rap im  Toni, Dubstep im Rocker, Dancehall in der Corso, Electro-Rock-Classics im Keller, das Down CitySyndicate, dazu gehören auch die 15Minutemotelboys, mit “Pop und Clubmusik” im Zwölfzehn und mehr fällt mir gerade nicht mehr ein. Eine Sehnsucht namens Donnerstag.

     
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  • 19

    Cyber-Ghetto teilt seine Flyer

    “Cyber-Cäsar Zuckerberg teilt seine Macht” (SPON) – das Happening  des Tages ist eindeutig. Headline-Bashing. Wir kaufen uns derweil ein paar Telekom-Aktion für 8,81 Euro das Stück. Langfristige Kapitalanlage. Alternativ könnt ihr am Wochenende ins Nachtleben investieren. Zuckert die Kohle rein. Damit es läuft. Die brauchen euch. Echt jetzt. Mehr als Mark. Der Helmut z.B., der würde sich wirklich tierisch freuen, wenn ihr ihn heute Abend besucht.

    Sein Hund auch. Bestimmt.

    Oder Axel Boman. Guter Mann!

    Gebt ihm eine Chance. Kann ja nicht jede Woche Karotte kommen. Andere machen das auch sehr gut.

    Oder der Maier, heute in der Finca…

    …zwar Stuttgarts finest Bruddelsack, aber eigentlich ein ganz lieber und sowieso ein toller Produzent. Hat erst kürzlich einen fetten Remix auf Compost rausgehauen. Gefällt mir, und dir Mark?

    Für eine Toy-Aktie bekommt man Gäste aus Mailand.

    Ist doch toll oder? Außerdem: Legenden sterben nie.

    Wer bisschen mehr Funk & Soul in kalten Börsengängen braucht, heute im Zwölfzehn.

    Klingt ungefähr so:

    YouTube Preview Image

    Im Speakeasy hingegen zollt man jungen Beat-Produzenten Tribut.

    Was da so genau passiert, hab ich nicht recht kapiert. “Die Macher der Drumpad Scene bieten nun einen Plattform in Stuttgart, auf der sich Produzenten, Beat-Enthusiasten und DJ’s der Szene gegenseitig inspirieren und zu den neusten Beats feiern können.” Eher eine spannende Aktie, bei der man nicht so recht weiß, wie sie sich entwickelt und für risikofreudige und interessierte Anleger. Als Börsenmessias sag ich mal: Ich persönlich würde investieren und hingehen.

    Frische Reggae-Künstler bekommen außerdem heute im Universum eine Plattform.

    Wer es heute reißt, darf zu den Finals nach Italien, die Dancehall-Nation schlechthin in Europa.

    Man kann auch sein Cash für Klamotten ausgeben, am Samstagmittag hier:

    Den SSAW gab es nach dem Shop-Ende in der Eichstraße ne zeitlang nur online, ab jetzt wieder – direkt neben der Conditorei – auch im echten Leben.

    Außerdem wird am Samstagmittag auf der Majerus-Rampe ein Skate-Contest ausgetragen…

    …bevor das Ding dann ab Montag wieder abgebaut wird. Gute Sache war das für Stuttgart.

    Abends empfängt man im KTJ den aktuellen Überflieger Re.You…

    …bringt einen Tanzflächenemotionalisierer nach dem anderen heraus, der neuste Hit heißt “Fever”. Nice.

    Im Romy dagegen Bukarest Minimal Power…

    …und die letzte Day & Night scheint gut gelaufen zu sein.

    Dividende ausschütten oder so.

    Monika Kruse – Ken hat sein Kinderzimmer mit ihr zugepostert – bringt dieses mal Ada mit…

    …und zieht wahrscheinlich wieder die Hundertschaften vors Rocker, viel Alarm wird auch im zwölfzehn sein.

    Igor back from Containerschiff und ohne Mütze oder doch?

    Wahre Geschichten werden im Speakeasy erzählt…

    ….und Norman und ich gucken erst CL und kämpfen dann gegen den Todesstern Corso Bar.

    Morgens um sechs wird uns der wieder vernichtet ausspucken.

    Den Sonntag kann man dann schee im Rocker ausklingen lassen.

    Gast-DJ Giles Smith hat schon vorneweg einen Mix auf dem Rocker Podcast veröffentlicht. Sonntag soll es auch ganz schön werden. Thorsten zeltet derweil auf dem Nürburgring oder doch auf dem Hockenheimring, bring das jedes Jahr durcheinander, aber irgendwo halt in Deutschland wo Autos im Kreis fahren. Ist bestimmt super. So wie Brückentag. Mach ich jetzt auch. Ade.

     
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  • 1

    Nachthimmel

    Yodele, paar Schnelle am Mittwoch, Himmelfahrtskommando ahoi, bitte nicht den Platz stürmen. Meine Bürokollegen gucken schon die ganze kritisch in den Himmel und frösteln bisschen rum…

    …und ich hab die Heizung an. Die Veranstaltung kann man trotzdem besuchen, ist alles überdacht, essen kann man drinnen, gibt Burger, Steaks, Chickenwings, Maiskolben und so, gegen später wird alles für itzitzitz zur Seite geräumt. Optimales Fest falls bei Mutti und Papi heute Abend der Herd ausbleiben sollte.

    Mehr elektronische Musik bekommt man vor dem Feiertag z.B. im KimTimJim…

    …oder in der Suite beim Dr. Love Team…

    …oder in der Romy mit Moskauer Wunderwaffe Nina Kraviz.

    Grad in aller Munde die Dame, kürzlich kam das Album heraus, überwiegend eher geeignet um aufm heimischen Schafsfell rumzulungern, so vor dem Kamin, als für den Club, in der Disco selbst setzt das “neue Centerfold der Dance-Szene” (De-Bug) gerne auf oldschooligen Dancemania-House.

    Oldschool, aber ganz andere Baustelle ist auch dieser Herr…

    …hat scheinbar ein aktuelles Album am Start.

    Weniger Harlem dafür mehr Oldschool aus Heidelberg im Speakeasy…

    …weiß allerdings nicht ob der legt oder auftritt. Egal.

    In der Schräglage bleibt man dem neuen Mittwoch treu…

    …der heute wohl etwas mehr ausarten wird als sonst und noch bassiger als sonst wird es dagegen im Rocker…

    ….und im Universum ist das und sowieso jeder willkommen.

    Norman und ich führen derweil im Theater das schwäbische Mundartstück “Herrlich und gemütlich” auf…

    …und Thorsten ist gar nicht da und der Geiger glaub in L.A. und was Aussi heute macht weiß ich auch nicht. Und wer schon fürs Wochenende spickeln will guckt einfach hier.

     
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  • 6

    Haste mal zwei Milliarden Euro?

    Hab heute schon zwei Euro verzockt und vernichtet, das Volk ist trotzdem zufrieden Rot-Grün, nee, Grün-Rot, nach einem Jahr Regierungszeit in Ba-Wü. Liegt wohl daran, dass trotz den Grünen immer noch fließendes Wasser aus dem Wasserhahn kommt, Strom aus der Steckdose und man – hurra! – sogar noch mit dem Auto fahren darf. Es ist einfach der Wahnsinn. Wer hätte an solche Wunder geglaubt damals, so kurz nach dem 27. März 2011? Und einkaufen geht sowieso immer. Breuninger, das erste Kaufhaus mit einer Rolltreppe und einer Kundenkarte. Hatten wir es erst diese Woche davon in der Raucherpause in unserer nicht vorhandenen Raucherküche. Zumindest das erste deutsche Handelsunternehmen mit einer Kundenkarte. Und seit den 1950ern hat man schon Aufzüge und Rolltreppen. Und bis 1988 ein Schwimmbad oben. So.

    Im Theater gibt es kein Schwimmbad, durch das man deep tauchen kann. Heute Trockenschwimmen mit:

    Im Camping-Rocker kommt für eine Keinemusik Label Nacht ziemlich viel aus der Box und garantiert auch die eigenen Hits.

    Die Posse hat einen ungeheuren wie ungebremsten Lauf, bisschen Konsens-Sound der Stunde, alle feiern mit, bis auf Ken wahrscheinlich, muss man nur mal schauen wie lange das Interesse noch anhält. Aber auch nach dem Hype-Schleife werden sie sich zunächst einmal keine Sorgen machen müssen.

    Domenico Mazza hat ebenfalls immer genügend Butter aufm Brot…

    …also hoff ich doch schwer für ihn, aber ob es im Ausschank Ost ein Butterbrot gibt weiß ich nicht.

    Sky gibt es jedenfalls nicht, hab mal für meinen Steuerberater nachgefragt, der da demnächst um die Ecke zieht.   Übrigens, Produkttipp, voll Werbung: Meersalz-Butter von President. Killer!

    Die U-Turn killt das Universum…

    …und der SC-Prakti RL versucht das im KimTimJim….

    …heute mal freitags offen und ganz andere Musik.

    Mein Mann Cin Tonic ist mit den Wax Wreckaz in der Hall…

    …ne, in der Schräglage und mein man Geiger geht heute garantiert ins Mono…

    …weiterhin wird im 1210 der Mädchenflohmarktalarm mit und ohne Backstreetboys eingeleitet, aber auf jeden fall mit Miss Leema.

    Majde und ich haben neulich den Sinn einer Mädchenflohmarkt-Preshow Party erörtert, sind aber letztendlich auf kein eindeutiges Ergebnis gekommen, liegt vielleicht daran, dass wir keine Mädchen sind und uns nicht schon am Abend davor treffen wollen.

    Tagsüber über dann eben zum fünften Mal push and pull in der Türlenstraße, ich hab in selbiger Location die Gegenveranstaltung Modelleisenbahnerflohmarkt am Laufen, Bier, Underberg, Steaks, Furzen und Rülpsen plus Death Metal vom Setzer. Mal gucken wer gewinnt.

    After-Mädchenflohmarkt-Shopping so zu sagen, taktisch kluge gesetzte Veranstaltung.

    Nicht nur shoppen, sondern auch Kultur haben wir am Samstag im Zollamt.

    Aber ey, jetzt lege ich einen Sprayer-Ehrenkodex: Alles was über das Loch geht ist Scheiße, ge! Mehr Infos auf Facebook. 

    HipHop bekommt man am Samstag in der Innenstadt hingegen im Tonstudio…

    …und in der Schräglage…

    …super Flyer mal wieder, dafür gibt es Fat Cats in der Corso…

    …don´t forget the mia-o-mat am Samstag Mittag am HBF und auch nicht die Radio Heartbeat im Speakeasy.

    Da am Start: Emil, Damish, Nobody und Multilate.

    Dann noch bisschen Dubstep-Prügel im Rocker…

    …einen Querformat-Flyer im Romy…

    …ui Agoria und ui der Scheißroboter im KimTimJim…

    …und nicht zu vergessen der geile Rino und der coole Robin. Takedis!

    Mehr fällt mir grad nicht ein. Oh doch:

    Und sonst? Lass mal überlegen: Domenico, hab dein Namen korrigiert. Thorsten, wo legst du auf? Suite? Ja. Morgen sind wir zusammen, ge! Und die kleine Minna möge bitte ihren Rucksack an der Garderobe abholen.

     
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  • 0

    King Donnerstag

    Palast, Waranga, Josef-Hirn-Platz, noch ne Schräggeiger-Tour oder zur Endstation Marbach fahren und einen Zug bomben? Asbach Cola trinken am Feuersee, Tiere grillen am Max-Eyth-See oder im Schlossgarten? Oder Home isch wo Bärensee isch?

    Acht Bands/Sänger und ihre Fans, sollten sie schon welche haben, ziehen jedenfalls ins gut augewärmte Theater ein. In Analogie des Poetry Slams wird hier heute zum ersten mal der Song Slam Stuttgart durchgeführt. Die Bands werden aktuell schon auf Facebook vorgestellt, mehr Infos aus der PR-Abteilung:

    “Ab 20:00 Uhr treten 8 Künstler mit ihren eigenen Songs (Coversongs sind verboten) gegeneinander an. Jeder hat maximal 8 Minuten Zeit das Publikum und die Publikumsjury zu überzeugen. Erlaubt ist alles, was maximal zwei Personen live auf der Bühne spielen, singen oder rappen können. Das Publikum bestimmt den Sieger des Abends und als Preis werden 8 Kästen feines Wulle-Bier ausgelobt.”

    Für acht Kisten Wulle könnte ich eigentlich noch schnell eine Band gründen. The Graffitis oder so. Oder Weh & Friends, mit Tobsen am Merchandisestand, klar. Nach dem Battle tritt noch ne andere Band “außer Konkurrenz” auf. Die Show wird übrigens parallel auf dem neuen Sender Pier111 aufgezeichnet und ausgestrahlt. 

    In die Röhre glotzen nicht wenige Whitest Boy Alive Fans. Das Konzert heute Abend in den Wagenhallen ist schon seit längerem ausverkauft, also Trostpreis gibt es einen kleinen Teddybär an die Schießbude und die Aftershowparty für alle im Schießeasy, erscheasy.

    Für drei Euro gibt´s Freischuss all night long, mit Stempel vom Konzi (!) kommt man so rein. Ansonsten Disco-Nights im Transit mit BowTie, Rap-Nights mit Dieweißwurscht und Kryptomat in der Schräglage, im Toni ist Miss Leema aus Hamburg zu Gast, bekannt aus Toni und Pocher und im Camping laut das Motto Elektronisch unter Freunden. 

    Läuft völlig unerwartet elektronische Musik, der Gast legt scheinbar schon seit 20 Jahren auf.

    Ansonsten halt: Palast, Pauls, Radio Bar, vorm Red Dog oder Tier. King Donnerstag.

     
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  • 4

    Der Clubkalkulator

    Ich kann es keinem verübeln: Nicht wenige Menschen denken, dass man mit einem Club schnell stinkend reich wird. Mit 20 stand ich selbst staunend im M1 und hab mir gedacht: Scheiße Mann, die tragen hier bestimmt die Kohle säckeweise raus. Witziges Beispiel so im Nachhinein.

    Man kann mit einem Club freilich Geld verdienen (und in manchen Fällen garantiert auch nicht wenig Geld). Muss auch letztendlich so sein, weil ich kann mich in den letzten zehn Jahren im Gegensatz zu sehr vielen Eröffnungen an sehr wenige Schließungen aufgrund Misserfolgs erinnern. War ja meist Abriss, Vertreibung, Umzug. Es läuft also. Irgendwie oder doch richtig gut?

    Am Hungertuch nagen sicherlich die Wenigsten, aber oftmals, habe ich seit Jahren das Gefühl, das sieht man ja auch an gelegentlichen Debatten über Eintrittspreise, wird gerade im Nachtleben vergessen, dass ein Club ein ganz normaler Betrieb ist und – absolut unerwartet – das Geld nicht nur in eine Richtung fließt, sondern jeder Laden Abend für Abend einen seine Ausgaben hat. Aber wie eingangs gesagt, war selbst nicht besser.

    Die Münchner Seite Brash.de hat schon vergangenen November eine Kalkulation aufgemacht.  Eher aus Münchner Sicht freilich.

    “12 Euro Eintritt sind in einer Stadt wie Hamburg oder München normal. Macht bei 500 Gästen 6000 Euro Einnahmen an der Tür in einer Nacht.”

    Zahlt man hier und da natürlich auch in Stuttgart, aber öfters mal nix bis fünf Euro. Da kann man natürlich wiederum diskutieren, was Club ist und was nicht.

    Die einzelnen Positionen sind durchaus richtig, aber alles in allem liest sich der Artikel bissle witzig und auch sehr pauschal. Da wird der DJ pro Abend mit 4.000 veranschlagt die Securitys wiederum mit 15 Euro die Stunde. Kenne keinen Türsteher, der für 15 Euro die Stunde gegebenenfalls seinen Kopf hinhält und die Sache mit dem DJ hängt wiederum vom Konzept des Clubs ab. Folgende Regel kann man allerdings so stehen lassen (als im konkreten Fall von “großen/namhaften” Bookings).

    “Eine Faustregel besagt, dass die Kosten für die Künstler nie die Einnahmen am Eingang und laufenden Betriebskosten überschreiten sollten. Also 4000 Euro in diesem Fall.”

    Den Pro-Kopf-Umsatz wiederum veranschlagt der Clubkalkulator mit 15 Euro pro Person (“Als Faustregel gilt: Je mehr Touristen, desto höher die Getränkeeinnahmen”). Erscheint mir relativ hoch angesetzt, aber kommt auch hier bisschen drauf an, was alles Club ist, aber ich stell die Behauptung auf: Das schaffen in Durchlaufcity nicht allzu viele Läden (jaja, ihr braucht alle nen Hunni am Samstagabend, i know).

    Beim konkreten Bespiel bleiben vor Steuern 1875 Euro übrig, “bleiben vielleicht noch 1000 Euro Gewinn”. Schlauer Tipp: Davon was zur Seite legen, weil es könnte ja auch eine Party mal floppen. Und das Fazit: Bis zur ersten Million dauert es ne Weile. Shit, aber wieder was gelernt und jetzt wisst ihr wie es läuft: Do it!

    Artikel Clubkalkulator  

     
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  • 2

    Fly:publica

    Herzlich willkommen zum Flyerghetto, wir posten live von der re:publica 2012 (#rp12), direkt vom Flyerghetto-Panel, sitzen gerade in der Diskussionsrunde. Wir sind die einzigen Teilnehmer, weil es in ganz Deutschland nur ein Flyerghetto gibt. Bis zum Schluss haben wir auf Sascha Lobo oder Johnny Häussler gewartet. Die müssen sich aber mit eBooks, Social TV und natürlich dem Urheberrecht beschäftigen, also diskutieren wir mit uns selbst.

    “Warum stellt ihr jeden Freitag Flyer online?”

    “Weil es im Wald kein Holz gibt.”

    “Warum heißt das dann nicht Waldghetto?”

    “Wir können es auch Waldghetto nennen, kein Problem. Oder Gummistiefelghetto. Oder Dichtefichteghetto.”

    “Wie viel Fichten kostet ein Flyer?”

    “Wir lassen uns in Getriebe von der ZF Friedrichshafen AG bezahlen. Und in Nokia 6210s. In die bauen wir wiederum die Getriebe von der ZF Friedrichshafen AG ein und verbinden alles mit Lapp Kabel.”

    “Was hat man davon?”

    “Einen Kabelhandygetriebesalat – mit einem Schuss Balsamico und Maggi Fix besonders lecker.”

    “Wird der bei der #rp12 auch angeboten?”

    “Nein, fanden die Blogger-Kollegen doof, aber wir hatten neulich einen Kabelhandygetriebesalatstand bei der Slow Food Messe in Stuttgart. Kam leider nicht gut an. War zu viel Balsamico drin.”

    “Nicht zu viel Kabel?”

    “Nein, Lapp Kabel kann man nie genug haben im Leben.”

    “Wie Flyer?”

    “Richtig. Da hätten wir diese Woche zum einen dieses gelungene Kunstwerk.”

    “Schön.”

    “Gell? Auch ein super DJ, dieser Herr Jeff.”

    “Sie kennen ihn?”

    “Hab ihn mal im Rocker gesehen. Karfreitag 2006. Ich sag bis zum heutigen Tag: Das war die beste Party im letzten Jahrzehnt.”

    “Wieso?”

    “Weil ich irgendwann auf die Box geklettert bin und am Schluss fast geweint habe vor Freude.”

    “Sie lügen!

    “Nein, ich hab in 20 Jahren Clubbing zwei, drei mal fast geweint im Club. Das war einmal davon.”

    “Okay. Nächster Flyer ist etwas dark.”

    “Stormtrooper kann man immer auf Flyer einbauen. Oberste Flyerregel. Dark passt auch zu der Party, britischerdig von Dubstep über Breaks bis DnB-Classics uff die Fresse.”

    “Und da feiert einer seinen 18. Geburtstag?”

    “Nee, der Redrum ist schon ein alter Brocken. Legt seit 18 Jahren auf. Ganz viele DJs da.”

    “Quasi die #rp12 des Stuttgarter Nachtlebens an dem Wochenende?”

    “Quasi.”

    “Der Nächste ist etwas grün.”

    “Etwas. Aber sie sehen, Star Wars geht immer.”

    “Joah, ich stehe gerade mehr auf Pandamasken.”

    “Dann holen sie sich halt eine auf dem Wasen!”

    “Mach ich! Danach Breakdance. Ui, etwas Gemaltes!”

    “Der Flyer ist von Edvard Munch.”

    “Nein?!”

    “Doch, ein Werk aus dem Jahr 1912, hat Munch gemalt in der Hoffnung, dass es 2012 Dancehall-Partys gibt. Man kann also festhalten: Munch war ein echter Visionär.”

    “Definitiv. Dafür ist das nächste Bild wohl aus irgendeinem Reisekatalog?”

    “Die Macher der Schräglage stehen auf Surfen. Deswegen. Kennen sie eigentlich Hang Loose?”

    “Nein. Was ist das?”

    “Schlaffer Penis.”

    “Aso. Und was passiert bei dem Jubiläum?”

    “Geht um 18:00 Uhr los, Motto “Surfers Perfect Day”, Cocktailbar, Fingerfood, Live Musik und so weiter und so fort. Danach geht es im Schräglage Club weiter.”

    “Ui, der Flyer sieht ja toll aus.”

    “Ja. Und ich glaub, so manche Funktionen im Photoshop wurden nur für Markus Fischer erfunden, remember Perfect Lovers?”

    “Kein Plan.”

    “Natürlich haben sie keinen Plan.”

    “Aber was zum Basteln!”

     

    “Gibts auch im Kauf dich Glücklich, was zum Basteln. Großer Trend 2012.”

    “Ehrlich?”

    “Die ganzen Blogger haben doch alle das Stricken angefangen.”

    “Sie auch?”

    “Nein, sticken statt stricken. Schwarzwaldlandschaften, Nordseeinseln und natürlich Lapp Kabel Rollen.”

    “Auch schön. Als nächstes etwas Minimaleres.”

    “Ich kenn zufällig den Seggel von DJ, der hat mir den Flyer schon vor paar Wochen auf seinem seltsamen Smartphone gezeigt.”

    “Sie meinen ein iPhone?”

    “Vermutlich war es ein iPhone, ja. Aber bei uns kommt der Flyer wesentlich besser rüber.”

    “Natürlich! Aber man kann festhalten: Weniger ist mehr, einfach aber gut?”

    “Auf jeden Fall.”

    “Next.”

    “Ähm… no comment. Außer dass das Stereo freitags auf elektronisch switcht im Mai. Wir wünschen viel Erfolg.”

    “Soll ja auch ein ganz neuer Club mit der Musik dazu kommen.”

    “Auch gehört, vorne beim H7. Kowalski soll der heißen.”

    “Der nächste Flyer erinnert mich ein wenig an American Pie.”

    “Joah. Ich würde sagen: Mehr Britpop geht nicht auf einem Bild. Respekt.”

    “Machen sie jetzt auch schon Werbung für Kioske?”

    “Nee, das ist eine Kunst-Veranstaltung.”

    “Aber graphisch gut umgesetzt!”

    “Kann man lassen ja. Kultur im Kiosk, neue Reihe namens “Gute Bude”. Dieses Mal mit Fotos von Leuten, die wir auch schon vorgestellt haben, gegenüber beim Alaturka. Fällt übrigens bei schlechtem Wetter aus.”

    “Wie die Radtour von diesem Blog?”

    “Das entscheiden wir später, gegen Nachmittag.”

    “Sie könnten ja auch nach Sindelfingen fahren. Ist das nicht etwas irritierend, im Graffiti-Look einen Techno-Flyer zu gestalten?”

    “Ach wissen Sie, Graffiti ist eine Art Kunstesperanto. Das blicken auch die Tekker, dass das kein HipHop-Event ist. Außerdem stehen ja ihre größten Helden drauf.”

    “Der nächste Graphiker war wohl etwas traurig.”

    “Kann sein, Frühlingserwachen sieht jeden Falls anders aus.”

    “Stimmt, passend zum Frühling sind Titten schon besser.”

    “Was meinen Sie? Ich habe keine Titten gesehen. Ich hab nur den Namen Jackmate gelesen und mich gefreut.”

    “Das glaube ich Ihnen nicht!”

    “Also wenn da wirklich Titten sein sollten, dann sag ich: Titten kann man immer wieder auf einen Flyer machen.”

    “Ich bin wirklich verwirrt, dass Sie die Titten da oben nicht sehen!”

    “Mich verwirrt mehr der nächste Flyer.”

    “Ein Haufen Compterschrott oder?”

    “Denke ich auch. Gutes Bild eigentlich. Die Banderole ist schick. Das Geklecker beim Logo, Geschmacksache, finde es passt nicht ganz dazu.”

    “Sie sind aber kleinlich!”

    “Einer meiner Kumpels heißt Kutmaster Krupa. Von dem habe ich kleinlich sein gelernt.”

    “Verstehe. Nächster.”

    “Das ist quasi der Kabelhandygetriebesalat unter den Flyern, aber auch ohne Textinformation kommt sofort rüber, dass analoge, warmherzige Musik aufgelegt wird.”

    “Das haben Sie schön gesagt.”

    “Einmal im Jahr kann man schöne Dinge sagen.”

    “Kündigt der nächste Flyer einen Gitarrencontest an?”

    “Fast.”

    “Oh die Simpsons.”

    “Ja, alle Beteiligten als Simpsons. Keine neue Idee, aber doch recht gut umgesetzt. Früher hätten wir gesagt: Der Flyer fällt sofort auf im dunkeln Club.”

    “An was sie alles denken.”

    “Ich denke, wir können die Diskussionsrunde jetzt beenden. Gibt es bei der re:publica eigentlich auch einen Stand von Printmedien?”

    “Glaub hinten in der Halle hockt das Stuttgarter Wochenblatt und verteilt Maultaschen im Glas und Kontaktanzeigen für umme.”

    “Dann gehen wir mal da hin. Sascha Lobo kommt wohl wirklich nicht mehr.”

    Wir gehen von der Bühne. Kein Applaus.

     
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